Il y a quelques jours je fus pris de vertige chez des amis. J’eus de la peine à me lever et tituba pour aller aux toilettes. On m’aida à descendre les escaliers. Après un certain temps tout se rétablit. Cela avait été un malaise. C’est un peu dans la même ambiance que je me retrouve ce matin en écrivant ces lignes. Les élections en Bavière ont été comme je l’escomptais un règlement de compte, notamment pour les partis de la coalition. La CSU perdu 10 points, le SPD se retrouve en cinquième place avec la moitié des suffrages en moins que lors du dernier scrutin régional. Un désastre. Et pourtant les sociaux-démocrates ne sont pas responsables des luttes intestines chez les conservateurs en ce qui concerne les joutes que se sont livrés la Chancelière et son ministre de l’intérieur. Ils ont même fait du bon travail au gouvernement fédéral en pouvant imposer des lois en faveur des citoyens. Mais ce qui leur manque le plus, c’est un profil. J’ai eu le temps hier de regarder un long documentaire sur la République de Weimar et ai dû constater que la tare essentielle de ce parti était son indécision. D’un côté il voudrait être l’avocat du peuple, se dresser contre l’establishment, de l’autre faire partie du pouvoir. Déjà à l’époque le SPD était connu pour ses valses-hésitations. On ne peut pas faire d’un côté la révolution et de l’autre être raisonnable. Lénine a dit des Allemands qu’ils étaient en mal de se rebeller contre le pouvoir établi. « S’ils veulent attaquer une gare, ils se rendent tout d’abord au guichet pour acheter un billet » C’est bien cela le problème essentiel de la gauche modérée. Elle veut être à tout prix légaliste. Weiterlesen

La peur envenime mon quotidien. La raison pour laquelle je me suis décidé de la larguer et de regarder l’avenir avec un peu plus d’optimisme. Vous direz probablement : « Voilà que Pierre sombre dans le positivisme ! Est-il devenu aveugle ? » Non, je ne suis pas naïf au point d’ignorer la réalité, mais je remarque que la peur de l’avenir me paralyse. Je viens de lire dans « Le Monde » un article sur le retour du spectre de la République de Weimar. Il traduit assez bien ce que je pense, mais il faut tout faire pour se départir d’un tel état d’âme. Lorsqu’on analyse ce qui s’est passé entre 1918 et 1933, il est évident que la peur a permis au national-socialisme de prendre emprise sur le peuple. Lorsqu’elle est collective, elle fait des ravages psychologiques qui incitent à l’irrationnel. Il y avait de quoi être inquiet : la crise économique, le chômage, les « réparations » astronomiques édictées pas le traité de Versailles. Mais il n’y avait pas que ça. Il y eut aussi une reprise en main économique, un peu plus de bien-être. Elle fut anéantie par le crash boursier de Wall Street en 1929. Un regain d’antisémitisme en fut la conséquence, car la propagande hitlérienne lança « la fake-news » que c’était l’internationale juive qui en a été à l’origine. Vint s’ajouter à tout cela le « après moi le déluge ! », qui annihila le reste de raison que certains avaient encore. L’Allemand, en général, se trouve pas son caractère absolu, dans un état psychologique qui fait penser au « Crépuscule des Dieux » de Richard Wagner. Le mythe de la terre brûlée afin de faire renaître ensuite les bourgeons d’une ère nouvelle. Le tout ou rien ! Nous nous trouvons pas encore dans une telle situation, mais le lait pourrait tourner assez rapidement, si on ne veille pas au grain. Weiterlesen

Liebe Petra,

vor und nach Chemnitz, das ist leider das Thema, was ich dir heute vermitteln will. Ich weiß, die Medien sind damit zugekleistert, aber als Kommentator will ich auch meinen Senf dazugeben. Hier die Kostprobe:

Der Mitläufer Seehofer

Nein, ich wollte es nicht glauben, dass der Christdemokrat Horst Seehofer auf einer Wahlveranstaltung in Töging in Oberbayern Anfang August gesagt hat: «Bin froh über jeden Ausländer, der straffällig wird!»  Und das von einem deutschen Innenminister. Er wollte damit sagen, dass er somit gute Argumente hätte, sie hinaus zu schmeißen. Ich wundere mich, dass ein Politiker wie er, der von christlichen Gedanken geprägt sein sollte, so argumentieren kann und ich halte ihn deswegen für mitschuldig, was die Übergriffe von Chemnitz angeht. Das ist ganz einfach widerlich. Nach solch einer Aussage gäbe es für die Kanzlerin nur eine Alternative – den Rausschmiss Seehofers! Solche Äußerungen machen die Neonazis stark, sie können sich an einen „Christdemokraten“ anlehnen. Ich habe mehr Scheu vor Leuten wie der Innenminister, als vor den Neofaschisten. Bei denen weiß man wenigstens, wo man dran ist, aber wenn demokratische Mandatsträger zu Kollaborateuren werden, kann ich nur meine Abscheu zum Ausdruck bringen. Und das Ganze, weil die CSU auf 35,8% abgerutscht ist. Wenn er denkt, somit abtrünnige Wählerstimmen, die zur AfD abgewandert sind, wieder zu gewinnen, irrt er sich. Welchen Grund hätten sie, sich zu besinnen? Keinen. Mit Opportunisten haben sie nichts am Hut und auch ich nicht!

Gewalt anstatt Aufklärung

Egal aus welchem Land ein Mörder stammt, Mord ist Mord. Das sage ich, um klarzustellen, dass ein Demokrat wie ich, nur argumentieren kann, wenn er keine Ausnahmen macht. Ob ein Hamburger oder jemand aus Kabul – es gibt für mich nicht zwei Auslegungen des Gesetzes und es ist auch nicht meine politische Absicht, die Dinge schön zu reden. Natürlich gibt es Probleme mit der Migration, die EU-weit geregelt werden müssen, aber es kommt auf das „Wie“ an. Es ist mir sehr wohl bewusst, dass nicht jeder Leidende empfangen werden kann und es gibt Bedarf zu reden. Umso mehr, weil viele Bürger Angst haben und wie man weiß, führt sie zum Hass. Anstatt überall Feuer anzulegen, sollte sich die Politik bemühen, Ruhe walten zu lassen, so schwierig es auch erscheinen mag. Aber alleine wird sie es nicht schaffen, da es ein psychologisches Problem ist. Der Verstand alleine in kein Wundermittel, wenn der Bauch etwas anderes diktiert. Hier geht es um den Selbsterhalt-Instinkt und er schließt jeder Art von Mediation aus. Es führt zwangsläufig zur Gewalt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das Alte Testament bringt auf den Punkt, was heute geschieht und von Aufklärung kann keine Rede sein.

Die ausländerfeindliche Seuche

Mein Berliner-Syndrom! Wie ich es auf Facebook bereits erwähnt habe, hat mich ein Ereignis regelrecht krank gemacht. Ich habe an einer Ortsvereinssitzung der SPD in Tempelhof teilgenommen und aus diesem Kreis haben sich einige Genossen die ausländerfeindliche Dialektik der AfD zu Eigen gemacht. Eine Mehrheit der Versammlung hat laut und stark dagegen protestiert, aber Konsequenzen wird es für sie nicht haben, denn sie werden nicht ausgeschlossen werden. Ich komme wieder darauf zu sprechen, weil ich mir nach dem Vorfall von Köthen dicke Sorgen mache und bin mir leider sicher, dass sozialdemokratische Kreise, die Linke, die Gewerkschaften immer mehr vom Virus der Ausgrenzung erfasst werden. Völkische Töne werden immer mehr die Diskussionen beherrschen, die zu unmenschlichen Maßnahmen führen werden. Das Phänomen Seehofer wird sich nicht alleine auf die CSU beschränken. Egal welche Organisationen, sie werden immer als Ziel haben, Menschen an sich zu ziehen, denn heute ist mit der Sprache der Ausgrenzung Kapital zu schlagen. Da merkt man, dass die Politik eine Hure ist, die sich den Freiern anpasst. Ich habe seit einigen Wochen schlimme Bauschmerzen und bin sicher, dass sie auch deswegen verursacht werden. Die Hoffnung, dass meine Ideale noch eine Heimat haben werden, zerbröckelt immer mehr. Bald wird es wohl nur einen Trümmerhaufen geben.

Wohin auswandern? Überall mehr Rechtspopulisten

Wie so oft in der Geschichte, schlägt das Pendel in ganz Europa wieder nach rechts, mit Ausnahme Frankreichs, Spaniens und Griechenlands. Mit der Globalisierung ist es nicht mehr möglich, die Krisen regional einzugrenzen – sie überlappen von einem Land zum anderen. Liegt es an der Fatalität der Menschheit, dass wir ständig ein Wechselbad von Aufklärung und Obskurantismus erleben müssen? Das wird wohl in unserem Charakter liegen, dass das, was wir mühsam aufgebaut haben und den Forstschritt, den wir erzielt haben, immer wieder kaputt zu schlagen. Das geschieht sehr wahrscheinlich aus Langweile. Mit dem blöden Spruch, wohin man auswandern sollte, kommt man heute nicht mehr weit, weil die Ereignisse sich überlappen. Für mich gilt es nicht, die Flucht zu ergreifen, weil ich das feige fände als vielmehr darum, Widerstand zu leisten. Es geht  vor allem darum, meine direkte Umgebung zu verbessern und meinen Beitrag dazu zu leisten, aber das ist sehr schwierig, weil mein Beitrag nur dialektisch sein kann, denn ich bin kein Psychotherapeut, der die Gabe habe, die Aggressionen zu mindern. Das läuft nicht unbedingt allein mit dem Verstand, sehr viel mehr mit Wärme. Die Frage ist: Bin ich in der Lage sie zu spenden?

Ich hoffe, dass es Dir dennoch gut geht?

Ich umarme Dich,

 

Pierre

//pm

Vue de Berlin, l’agonie du PS à l’université d’été de La Rochelle, prend l’allure d’une partie de poker-menteur. Olivier Faure, le premier secrétaire, essaie de gagner du temps en montrant une soi-disant quiétude, que je qualifierais plutôt mal à propos. Marie-Noëlle Lienemann, la sénatrice de l’aile gauche du parti, soutient son ami Emmanuel Maurel, qui brille par son absence. N’a-t-il pas l’ambition de rassembler toute la gauche pour les élections européennes ? Jean-Luc Mélenchon et les autres leaders de « La France insoumise » n’attendent-ils pas cela pour se redonner du punch ? Un peu comme si les fossoyeurs étaient devenus des chefs scouts. Que de ruines… que d’espérances perdues ! Parfois je me demande, si Olivier Faure ne ferait pas mieux de mettre la clef sous le paillasson ! Mais que dirait Jean Jaurès ? Il serait triste, profondément tourmenté, lui qui a sacrifié sa vie pour une cause, qui à mes yeux, est encore aujourd’hui des plus nobles, celle de la solidarité envers les démunis, celle de l’empathie pour le peuple. N’est-ce plus que du pipeau ? Bien qu’ayant quitté le PS, parce que je trouvais inepte de soutenir un parti, où les carrières personnelles comptent plus que le contenu d’une politique de gauche, qui devrait dépasser de loin de tels clivages, j’éprouve un profond malaise en voyant ce champ de ruines. Je ne pense pas qu’un rebond soit possible dans de telles conditions. Il est évident que dans une telle ambiance j’essaie de faire des comparaisons avec ce qui se passe actuellement avec le SPD en Allemagne. Weiterlesen

Felix Klein, 50 ans, a été nommé comme nouveau commissaire spécial contre l’antisémitisme en Allemagne. Ce diplomate, qui n’appartient à aucun parti, a été proposé par la communauté juive. Il a passé du ministère des affaires étrangères au ministère de l’intérieur en mai 2018, où il exerce ses nouvelles fonctions. Comment en est-on arrivé là dans un pays qui depuis la fin de la guerre fait son mea culpa au sujet du génocide ? Il est évident que la politique hégémonique de Benjamin Netanyahou n’a pas arrangé les choses. Dans le milieu des migrants, on rend responsable tous les juifs des exactions dans la bande de Gaza par exemple. C’est évident une hérésie de rendre fautif toute une communauté religieuse de faits politiques, aussi déplorables soient-ils ? Il ne faudrait pas mélanger les genres. Il y a d’un côté Israël et son attitude vindicative et les adeptes de la méthode musclée du gouvernement Netanyahou, de l’autre des croyants qui souvent condamnent ce qui se passe là-bas. Il serait erroné de faire l’amalgame entre les deux. Mais comment exprimer cela à des jeunes musulmans qui n’ont aucune formation politique ? Felix Klein pense qu’il serait du ressort des imams de leur expliquer cela. Mais cet aspect n’est qu’une partie du problème. Il y a de l’autre côté les antisémites que je taxerais d’endémique, qui sentent avec la montée du populisme le moment venu de sortir de leur réserve. Ils n’ont plus aucuns complexes de déclarer qu’Auschwitz est un mensonge que l’internationale juive propage pour salir l’Allemagne. Weiterlesen

Aujourd’hui Angela Merkel et Emmanuel Macron se rencontreront dans les environs de Berlin, au château de Meseberg, afin de se mettre d’accord sur la marche à suivre des deux pays concernant l’UE. Ce ne sera probablement pas le plan très courageux du Président qui sera entériné, mais il y a eu ces derniers jours tout de même une avancée, en particulier chez le ministre des finances et vice-chancelier, Olaf Scholz. Dans de multiples rencontre avec Bruno Le Maire, le principe d’un budget commun a été accepté. Les deux ne sont pas encore d’accord sur le montant des fonds. Afin de mieux comprendre pourquoi la Chancelière hésite de se lancer avec toutes ses forces dans la mêlée, voici ce qu’il faut savoir. Elle est en but en ce moment à de grosses difficultés avec le parti-frère, le CSU, dont le chef est Horst Seehofer, le ministre de l’intérieur. Il s’agit d’un désaccord fondamental en ce qui concerne la politique migratoire. Ce dernier voudrait empêcher l’entrée de tous les migrants qui ont été enregistrés dans un autre pays de l’UE. Il veut voir appliqué à la lettre les directives de Dublin. Et ceci avec des moyens nationaux, comme c’est le cas en Hongrie ou en Autriche. Angela Merkel s’y oppose énergiquement, car elle part du point de vue que seule une solution européenne puisse être pérenne. En particulier l’Italie et la Grèce souffrent d’une immigration dépassant de loin leurs moyens. Toutes les tentatives de modifier l’accord de Dublin, visant à un partage des contingents des nouveaux arrivés, ont échoué jusqu’à présent. Elle sait parfaitement que c’est un point d’achoppement dont dépendra l’avenir de l’UE. Seehofer lui a mis le couteau sur la gorge. Elle a deux semaines, soit jusqu’au sommet européen, pour régler cette question. Une mission presque impossible. C’est dans cette ambiance plus que tendue, qu’elle négocie avec Emmanuel Macron. Elle n’a plus l’autorité nécessaire pour tenter un coup de force. Une fois de plus elle dans l’obligation de composer, ce qui amène Madame Éléphant à enfanté d’une souris ! Weiterlesen

Lieber Pierre,

was einem so manchmal bei einem Spaziergang durch den Kopf geht, sind ja oft die täglichen Geschehnisse, die aktuellen Tagesnachrichten, das Sinnieren über Gut und Schlecht, die reflektierenden Gedanken von früher, jetzt und heute. Sicher sind es Provokationen, die mit reiner Absicht gestreut wurden und – obwohl bereits früher schon diskriminierende Äußerungen Gaulands kurz danach als Banalität oder „nicht so gemeint“  abgetan wurden –  um seine herausgeschleuderten Boshaftigkeiten zu relativieren, klebt der Nährboden für rassistisches Gedankengut fest an der Basis und lässt sich nicht mehr entfernen. Entrüstet  nehmen die Parteien Stellung, zeigen offenkundig, dass Gaulands Ton und Worte nicht akzeptabel und hinnehmbar sind. Bereits mehrfach ist der AFD-Fraktionschef wegen Volksverhetzung aufgefallen, musste sich aber nicht verantworten, die Staatsanwaltschaft Mühlhausen stellte 2018 die Ermittlungen ein. Gauland sagte „man solle die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz in Anatolien entsorgen“ und gab kurz darauf zu, das sei offensichtlich doch etwas zu hart gewesen. Nun also geht es weiter, aber jetzt sitzt dieser böse Mann schon im Bundestag. Unter dem Mantel des Schutzes der freien Rede, macht er also munter weiter – höchst unbeeindruckt von Merkels Rügen und auch den Mitgliedern anderer Parteien.

Wer den Holocaust relativiert, die Ära des Hitler-Regimes als „Vogelschiss“ bezeichnet, gegen dunkelhäutige Nationalspieler hetzt und den Stolz auf deutsche Soldaten in den Himmel hebt, dem darf auch ruhig mal die Badehose geklaut werden. Klar, Diebstahl ist strafbar und auch nicht die feine Art, aber ist denn Gauland einer der feinen Art? Schmunzelt ruhig darüber, liebe Leute, dem darf auch mal die Buxe entwendet werden, wenn er schon ungestraft seinen hetzerischen Diskurs weiter betreiben darf und sich zwar alle Politiker aufregen, aber diesem verbitterten Mann keiner den Mund verbietet.

Gauland sieht auf den Fotos böse aus, der sieht aus, wie einer, der keinen Spaß mehr am Leben hat und er trägt sehr frustrierte Züge und Linien in seinem Gesicht, so jedenfalls erscheint es mir beim Anblick seiner Fotos. Ein alter, böser Mann, den ich sehe. Und einer, der nicht an die jungen Menschen denkt, nicht an die vielen weltoffenen Studenten, die sich mit allen Nationen friedlich austauschen, sich gegenseitig besuchen und zusammen arbeiten.  Er hat ein Alter erreicht,  in dem man vielleicht nicht mehr so viele Ziele und Wünsche hat – außer dem, zerstörerisch und ketzerisch zu sein und das böse Gedankengut in die Gesellschaft zu streuen. Dabei hat er aber vergessen, dass viele junge Menschen gar nichts mehr mit dem Nazi-Quatsch anfangen können oder wollen, sie haben es nie erlebt und sie betrachten dieses Kapitel als kontraproduktiv zu einer internationalen Völkergemeinschaft.

Tja, lieber Pierre, Boshaftigkeit zerstört und er ist nichts weiter als ein Zerstörer – ohne Blick auf die Zukunft.  Rechtspopulisten möchten uns alle gerne ins internationale Abseits katapultieren und zu ihrem deutschen Inzest-Ideal mit geschlossenen Grenzen zurückkehren. Aber geht Gott sei Dank nicht und ich habe auch keine Lust auf Knast im eigenen Land sondern auf eine offene Welt, in der wir uns austauschen, respektieren und jeder von jedem lernen kann. Diese derzeitigen Einzelfälle (Mord, sexuelle Übergriffe, Attentate) werden in den Medien derart hoch-gepushed, dass sie als Nährboden für solche rassistischen Äußerungen, wie Gauland es tut, dienen. Da liegt es nun auch an der Berichterstattung, den Dokumentationen, den Nachrichten, den Medien allgemein, dass klar wird, dass es sich wirklich um eine MINDERHEIT handelt und beileibe nicht um alle. Gehe ich durch Frankfurt, sehe ich ein bunt gemischtes Völkchen, interessante Menschen und ein tolles Multikulti, welches meine Heimatstadt zu einer liebenswerten Stadt macht. Gaulands haben da nix zu suchen, vielleicht ist er halt doch in Potsdam besser aufgehoben – hier würden sie ihm mehr wegnehmen als die Badebuxe.

Liebe Leute, lieber Pierre….das Gesicht von Gauland und auch von Mr. Trump, schauen Sie es sich bitte genau an. Was sehen Sie? Ich sehe zwei alte, böse, verbitterte Männer, die alles andere sind als vertrauenswürdige Politiker, denen das Volk am Herzen liegt und die an unsere Jugend denken. Ich sehe zwei alte Männer, bei denen irgendwas im Leben verdammt schief gelaufen ist, die vergiften und zerstören wollen und jedes Mittel dazu nutzen, das sich ihnen bietet.

 

Herzliche Grüße aus der weltoffenen Mainmetropole,

 

 Petra

 © Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

hier ein Überblick, was dein alter Kumpel am letzten Sonntag so gemacht hat, um ein Ziel zu erreichen, der als kleiner Schritt betrachtet werden kann. Mein Leben heute ist eine Ansammlung von winzigen Etappen, aber siehe da, sie machen mir auch Spaß. Sei es der Spaziergang, die Schreibe oder nur Quatsch im TV zu sehen. Also los:

Der Waldspaziergang.

Letzten Sonntag habe ich nach mehr als anderthalb Jahren, zum ersten Mal einen kleinen Waldspaziergang gemacht. Mit meinem Freund Georg sind wir bis in die Hirschau – in München – gefahren und ab da, habe ich mit dem Rollator eine lange Strecke hinterlegt. Ich hatte zwar Schmerzen, aber das Leben holte mich ein. Die Bäume, die Kinder, die in den Bach tauchten und ihre Eltern, die sich sonnten. Das war die Stelle, an der meine Frau und ich mit unserer Tochter, als sie klein war, am Sonntag spazieren gingen. Ein Rückblick auf 47 Jahre Ehe. Ich war auf einmal innerlich ganz ruhig. Die Natur wieder so zu erleben, war eine Freude, die ich kaum ausdrücken kann. Auf der einen Seite hatte ich Angst, diesen Schritt emotional zu wagen, auf der anderen Seite wurde mir bewusst, dass das, was ich erlebte, nur die Ruhe vor dem Orkan sein konnte. Am Vortag hatte Alexander Gauland vor der Nachwuchsorganisation der AfD gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Ich wollte darüber mit Georg nicht sprechen, weil ich diesen schönen Tag nicht durch solche Fäkalien verderben lassen wollte. Aber mit Abstand empfinde ich die Pflicht darüber zu schreiben, Petra das belastet mich!

Alexander Gauland und der Vogelschiss!

Wenn man bedenkt, dass diese infame Aussage von einem Menschen stammt, der sich als Wertkonservative betrachtet. Der Co-Chef der AfD-Fraktion im Bundestag war Mitglied der CDU in Frankfurt am Main. Er war Chef der Staatskanzlei, als Walter Wallmann  Ministerpräsident des Land Hessens gewesen war. Er war für seine Kultur und für sein vornehmes Benehmen über die Grenzen seiner Partei hoch angesehen. Er arbeitete auch im Presse-Wesen (FAZ). 2013 verließ er die CDU und driftete immer mehr nach rechts. Dann wurde er bekannt für seine polemischen Sprüche im Dienste der AfD. Mit dem Spruch:  „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“, erinnert es mich an die Aussage von Jean-Marie Le Pen, als er sagte, dass der Holocaust nur ein Detail der Geschichte sei. In der schon angespannten Lage in Deutschland, wo wieder Judenhass aufkommt, ist das infam. Nicht nur, wie es gerne verkauft wird, seitens der Migranten aus den arabischen Ländern in Sachen Palästina, aber von einer Menge Neonazis. Die können sich auf Alexander Gauland, wie übrigens auch auf den Philosoph Martin Heidegger, der die Ermordung von Millionen Juden in Frage stellte, beziehen. Während meiner Promenade im Wald, fragte ich mich, ob die Menschen, die ich traf, davon Notiz genommen hätten. Vielleicht wollten sie das – wie ich – unterdrücken. Gott sei Dank, war das Entsetzen bei allen Parteien sehr groß, dass der Mief der 20-er-Jahre und des Beginns der Dreißiger, wieder auftaucht. Wenn dies der Ausdruck der freien Meinung ist, ist das eine schöne Scheiße.

Am Abend vor dem Fernsehen.

Am Abend saß ich vor dem Fernseher. Per Zufall sah ich eine Reportage über das jüdische Leben in Deutschland. In einigen der Interviews war Angst zu verspüren, dass die Befragten auf der Straße angegriffen werden könnten. Wie in Frankreich auch, haben diese Reaktionen, die herzlose Politik des Staates Israels, als Zündstoff hervorgerufen. Manchmal stammt der Antisemitismus aus den Kreisen der islamischen Migranten, die in Deutschland oder auch in Frankreich leben – aber bei weitem nicht n u r. Es wurde dabei eine Initiative vorgestellt, die meine Tochter gut kannte. In Berlin hatte ein junger liberaler Jude einen Gesprächskreis ins Leben gerufen, in dem junge Juden und Muslime sich regelmäßig treffen, zusammen reden, aber auch ihre Freizeit zusammen verbringen. Natürlich sind auch Christen dabei. Und siehe da, es klappt so gut, dass sich tiefe Freundschaften gebildet haben. Sie hatten etwas was sie verband, die tiefe Abneigung der Politik von David Netanyahu. Der rote Faden an den man sich verhält, ist, die Religion nicht mit der Politik zu vermengen. Man kann die Haltung Israels sehr kritisieren, aber ohne antisemitische Sprüche loszulassen. Übrigens sind die muslimische Schwestern und Brüder auch Semiten. Man kann nur begrüßen, dass solch eine Solidarität auch möglich sein kann, wenn der Wille da ist.

Die Klaustrophobie in seinem eigenen Körper erleben.

Bis zu meinem Waldspaziergang, hatte ich mich irgendwie an meinen Zustand gewöhnt. Ich hatte mein intellektuelles Engagement als Herausforderung angenommen, um mehr oder weniger meinen Mangel an Mobilität durch Gedanken und die Schreibe zu kompensieren. Eine Zeit lang kann es irgendwie klappen, aber letztendlich ist das die Schöntuerei einer Lage, die für mich immer eingeschränkter wurde. Langsam überfällt mir die Müdigkeit und parallel dazu, das Gefühl, dass meine Ideen, wie in einem Vogelkäfig eingesperrt sind. Zuerst um dieses Korsett zu brechen, unternahmen wir Autofahrten durch schöne Landschaften, aber das war mehr oder weniger Augenwischerei. Es wurde mir klar, dass es einen riesigen Unterschied gibt, zwischen „sich bewegen zu lassen“ und selbst seine Beine in Anspruch zu nehmen. Trotz Schmerzen und den Rollator, klappte dieses Experiment. Ich habe mir vorgenommen es so oft wie möglich zu wiederholen, um mich entfesseln zu können. Jetzt weiß ich, dass  die Mobilität kein leeres Wort ist und dass alles getan werden muss, um sie zu steigern. Ich nehme in meinem Haus die Treppen in Kauf und trage mein „Foltergerät“ – das verdammt schwer ist – um meine Wohnung zu erreichen, aber das ist der Preis, um mich immer mehr zu bewegen und dabei auch Spaß zu haben. Das geschah am 3. Juni 2018, vielleicht eine Kehrwende, was meine Schmerzen angeht und jetzt bin ich müde. Zeit, ein wenig Erotik in meinen Träumen wieder zu finden.

 

Ich umarme dich,

 

Pierre

//pm