Ob im Marketing, in der Medizintechnik oder im Privatleben, die künstliche Intelligenz hat sich in die verschiedensten Branchen geschlichen und wird dort erfolgreich angewendet und geschätzt. Im Alltag dienen uns digitale Butler wie Siri und Alexa und beantworten all unsere wissbegierigen Fragen. Der Mensch dient hierbei der KI (Künstliche Intelligenz) als Vorbild. Das Handeln der KI basiert auf dem des menschlichen und würde ohne diesen gar nicht existieren.

Ist die künstliche Intelligenz allen voraus, spielt der vermeintlich unterlegende Gegenspieler Mensch noch eine Rolle in der technischen Zukunft? Viele Definitionen der KI besagen, dass hierbei das menschliche Verhalten nachgeahmt wird. Der Mensch ist also die Basis aller Entwicklungen von künstlicher Intelligenz. Ohne diesen würden bestimmte Vorgehensweisen im beruflichen oder im privaten Kontext nicht wie gewohnt ablaufen. 

Die Frage, ob KI den Menschen in der Zukunft gänzlich ersetzen kann, erübrigt sich somit nahezu, auch wenn KI in einigen Bereichen bereits die Aufgaben des Menschen übernommen hat. Dabei handelt es sich jedoch um Bereiche, in denen keine interpretativen Fähigkeiten benötigt werden.

Arbeitsprozesse, die lediglich die Ausführung von Befehlen umfassen, können bereits ohne weiteres automatisiert werden. Das ist jedoch nichts Neues. Interessant wird es dort, wo der persönliche Kontakt, individuelle Expertise oder dynamisches Handeln wichtig ist. Diese Bereiche sind deutlich schwerer von künstlicher Intelligenz zu erfassen, sodass der Mensch derzeit weiterhin unersetzbar bleibt. 

Aber – und das ist kein Science Fiction mehr: Künstliche Intelligenzen sind in der Lage, sich selbst zu übertrumpfen. Zum Beispiel in der Bildanalyse: Google-Forscher haben die KI AutoML entwickelt, eine Software, die künstliche Intelligenzen programmiert (business-punk.com, 02/2018). Diese Software hat wiederum ein KI-System geschaffen, das die Fähigkeiten von menschlichen Entwicklern in den Schatten stellt. Herausgekommen ist Nasnet, ein Bildanalyse-Tool, das auf das Erkennen von Objekten ausgerichtet ist. In einem Test zur Bilderkennung erreichte Nasnet bei der Kategorisierung von Bildinhalten eine Trefferquote von 82 Prozent. Damit hat die KI, die von einer KI codiert wurde, besser abgeschnitten als bislang

jede von einem Menschen entwickelte KI.

Der Mensch setzt die Ziele für das Denken der KI, überwacht die Maschine.

Unsupervised Learning: Beim unüberwachten Lernen, das von Computern schnell und selbstständig durchgeführt werden kann, kommen keine vorgegebenen Zielwerte und keine Belohnung für richtige Entscheidungen zum Einsatz. Die Systeme identifizieren selbst ähnliche Merkmale und verändern dem entsprechend die Gewichtungen zwischen den Knoten, jedoch ohne zu wissen, worum es sich handelt welytics.ai, 29.03.2019). Das unüberwachte Lernen eignet sich besonders für das Bilden von Clustern und die Komprimierung von Daten.

Nur ein Übergangsstadium … ?! Die Angst des Ersetzt-Werdens hatte immer schon  zwei Seiten: Soziale Verelendung, aber auch die utopische Sehnsucht nach einem wunderbaren Reich der Freiheit.  Die Zukunftsbilder der 1960er Jahre zeigen unisono ein Reich der durch die Maschinen endlich erreichten ewigen Freizeit. 

Bleibt also nur zu hoffen, dass KI-Systeme nicht doch noch eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen möchten.

 

Baerbock“, „Inzidenzien“, „Wir präsentieren die schönsten …“ und natürlich „Prinz Archie hat geniest. Was nun?!“ und so weiter.

Jede Menge interessante News … Oder auch nur oberflächliches Geschwätz, um die Seiten der Gazetten zu füllen.

Als Sommerloch wird eine ereignis- und nachrichtenarme Zeit im Sommer und Hochsommer bezeichnet. In dieser Zeit passiert sehr wenig bis gar nichts relevantes in Politik, im Sport, in Medien, in der Kultur und Gesellschaft. Dies führt dazu, dass Massenmedien weniger spannende oder wichtige Themen haben, über die sie berichten können (bedeutungonline.de).

Klar, Sommerzeit ist Urlaubszeit. Das bedeutet, dass wir alle mal einen Gang runterschalten, uns in Müßiggang üben, eben weniger arbeiten und auch mal faul sein dürfen. Sogar die Politik legt ausnahmsweise eine Pause ein, Schulen und Universitäten schließen, die Fußballsaison (Ok, dieses Jahr haben wir die Fußballeuropameisterschaft des letzten Jahres) pausiert und auch die Theaterspielzeit ist vorbei.

Es schleicht sich ein Gefühl der Leere, der Entschleunigung ein, weil eben alle das Gleiche machen – nämlich in der Sonne baden, ein gutes Buch lesen oder schon am späten Nachmittag einen gekühlten Rosé schlürfen.

Das wiederum führt dazu, dass im Sommer irgendwie alle nur noch Quatsch reden.

Der Stillstand macht sich auch im Journalismus bemerkbar, denn weil alle Ferien machen, werden auch weniger Nachrichten produziert, über die berichtet werden kann. Ziemlich sicher ist das auch der Grund, weshalb Zeitungen und Newsportale in den Sommermonaten Juli und August mit zum Teil wirklich absurden und kuriosen Geschichten um die Ecke kommen, die die Welt nicht braucht. 

Eigentlich keine Oase des Friedens, der Stille, nein, im Gegenteil! Ständig und überall muss man der geradezu körperverletzenden Penetranz absoluten Langweilertalks lauschen, ausgestoßen von mittelgrauen Autohausvertretern und Germanistikstudenten aus Würzburg mit Hund, Stand: Reflexionsniveau eines spätgymnasialen Festivaltrottels“ (zeit.de/campus, 07.07.2017) …

Das Nichts der vertretenen Meinungen bohrt sich unangepasst Wähnenden in das Hirn ihrer lesenden, denkenden, schauenden Umwelt wie ein Jingle von Check24. Sie haben nichts als ihre Fesseln. Die gebrauchen sie. Und hören niemals auf.

Sommerloch, ja, das ist Gefahr, das ist Krieg. Kampf gegen die Verdummung, zwingen uns Sonne und die Hitze doch schon gehörig was ab!

Sommerloch beginnt im Gehirn. Im Februar des Jahres ist in der Regel Fasching.

Vier oder fünf Monate später ist es anscheinend wieder soweit – für unsere grauen Zellen.

Lassen wir die Sau raus …

Was ist da los? Was treibt unseren Bundesgesundheitsminister an? Und was ist eigentlich wahr davon und was nicht?!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerät mit gestoppten Plänen, zweifelhafte Masken aus China an Obdachlose und Menschen mit Behinderung verteilen zu lassen, in Bedrängnis.

Das Ganze sorgt für heftig Zoff in der Koalition. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken warf Spahn eine „beispiellose Verachtung“ für Teile der Gesellschaft vor. „Mit dieser menschenunwürdigen Haltung hat man in der Politik nichts verloren“, so Esken (tagesspiegel.de).

Spahn hingegen wies die Vorwürfe zurück. Die Schutzmasken, um die es in der aktuellen Diskussion gehe, seien intensiv geprüft und hätten alle nötigen Eigenschaften. „Dass einige nun bewusst Obdachlose und Menschen mit Behinderung verunsichern, um Stimmung zu machen, sagt mehr über den Zustand der SPD als über die Qualität der Masken aus“. Die Sicherheit von Schutzmasken habe im Ministerium absolute Priorität. Die Vorwürfe des Koalitionspartners bezeichnete Spahn als „empörend“.

Es gibt derzeit zwei Vorwürfe.

Der erste: Zwischen dem 10. November 2020 und dem 31. Januar 2021 hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) etwa 96 Millionen FFP2-Masken an Pflegeheime und andere Einrichtungen verschickt. Nach Recherchen sieht es so aus, als seien Teile der Masken nicht dazu geeignet gewesen, die Gesundheit und das Leben der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen (zeit.de)

Der zweite Vorwurf: Demnach soll das Gesundheitsministerium dem Bundesarbeitsministerium (BMAS) mehrere Vorschläge unterbreitet haben, wie bereits angeschaffte, aber sich als unzureichend herausgestellte Masken noch verteilt werden könnten. Ein Plan sei gewesen, die Masken zeitnah an Menschen mit Behinderung, Obdachlose und Hartz-IV-Empfänger zu verschenken (u.a. SPON).

Es geht um Millionen unbrauchbarer Masken, die Spahns Ministerium in China einkaufte, ohne dass sie europäischen Sicherheitsstandards genügten. Wenn dem so ist, dann haben sie in einer nationalen Gesundheitsreserve nichts zu suchen, weil sie im Ernstfall sowieso nicht helfen. Hier wäre einfach Ehrlichkeit gefragt und der Mut zur Müllentsorgung.

Ja, es soll den Versuch aus dem Hause Spahn gegeben haben, die nutzlosen Masken an Obdachlose, Behinderte oder Hartz-IV-Empfänger zu verteilen. An dieser Stelle erhält die Sache dann eine ethisch-moralische Komponente. Beides zusammen ergibt einen starken Mix, der den Bundesgesundheitsminister zu Fall bringen kann. Aber – zumindest noch – fehlen die Beweise …

Von Entsetzen bis zu Empörung gibt es alles beim politischen Gegenüber. Im September ist Wahl im Bund. Man braucht jeden kleinen Skandal bei den Anderen, um für sich selbst zu punkten.

Wollen warten, wie sehr Spahns Vorgehen – ob wahr oder nicht – seiner Partei, der CDU, schadet. Muss er zurücktreten?!

Noch hat die Kanzlerin nicht gesprochen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Deutschland verurteilt, weil jahrelang in vielen Städten die Grenzwerte für den Luftschadstoff Stickstoffdioxid erheblich überschritten wurden. Die Bundesrepublik habe damit EU-Recht gebrochen, entschieden die EuGH-Richterinnen und Richter am Donnerstag in Luxemburg (Urt. v. 03.06.2021, Rechtssache C-635/18). Hintergrund ist eine Klage der EU-Kommission. Sie bezieht sich auf die Luftqualität in den Jahren von 2010 bis 2016. 

Die EU-Kommission hatte die Klage gegen Deutschland 2018 beim obersten EU-Gericht eingereicht. Sie begründete dies damit, dass die seit 2010 in der EU gültigen Jahresgrenzwerte für Stickstoffdioxid in 26 Gebieten systematisch und fortdauernd überschritten worden seien (lto.de). Dazu gehörten Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. In zwei Gebieten seien auch Stundengrenzwerte nicht eingehalten worden.

in der EU gibt es jährlich 400.000 vorzeitige Todesfälle als Folge der hohen Luftverschmutzung (eea.europa.eu). Millionen Menschen leiden an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch Luftverschmutzung hervorgerufen werden.

In den EU-Rechtsvorschriften über die Luftqualität (Richtlinie 2008/50/EG) sind Grenzwerte für Luftschadstoffe, darunter auch Stickstoffdioxid, festgelegt. Werden diese Grenzwerte überschritten, müssen die Mitgliedstaaten Luftqualitätspläne verabschieden und durchführen, die geeignete Maßnahmen vorsehen, um diesen Zustand schnellstmöglich zu beenden.

Die möglichen Maßnahmen zur Senkung von Schadstoffemissionen umfassen die Verringerung des Verkehrsaufkommens insgesamt, die Verwendung anderer Brennstoffe, den Übergang zu Elektrofahrzeugen und/oder die Anpassung des Fahrverhaltens. In diesem Zusammenhang ist die Senkung der Emissionen von Dieselfahrzeugen ein wichtiger Schritt zur Einhaltung der Luftqualitätsnormen der EU.

Der EuGH wies das Argument Deutschlands zurück, dass die EU-Kommission durch maßgebliche eigene Versäumnisse zum Missstand beigetragen habe. Die damals gültige Schadstoffnorm Euro 5 für Dieselautos habe sich als problematisch erwiesen, argumentierte Deutschland nach Angaben des Gerichtshofs (SPON). Dieser stellte jedoch zum einen fest, dass Kraftfahrzeuge nicht die einzige Ursache von NO2 seien. Zudem entbinde die EU-Abgasnorm die Mitgliedsstaaten nicht von der Verpflichtung, die Grenzwerte für Luftschadstoffe einzuhalten, erklärte der Gerichtshof.

Was bedeutet das Urteil für Autofahrer?

Das ist noch nicht ganz klar, aber es drohen neue Auflagen (waz.de): In sechs betroffenen Städten wächst der Druck, sehr schnell die Grenzwerte einzuhalten – notfalls auch mit neuen Fahrverboten. Hamburg und Ludwigsburg waren erst vor wenigen Tagen auch vom Bundesverwaltungsgericht dazu verurteilt worden, ihre Luftreinhaltepläne zu verschärfen. Ob sich der bisherige Rückgang der Stickoxid-Belastung in diesem Jahr fortsetzt, wie die Bundesregierung hofft, ist offen.

In dem Urteil selbst wurde lediglich der Verstoß gegen EU-Recht festgestellt, Strafzahlungen oder andere konkrete Handlungsanweisungen enthält es nicht.

Strafzahlungen kämen auch erst in Betracht, wenn die EU-Kommission erneut einen Antrag bei Gericht stellt (taz.de).

Dies strebe die Kommission derzeit wohl nicht an, weil die Grenzwerte inzwischen weitgehend eingehalten werden.

Wir alle üben uns in Toleranz und geben unser Bestes, fremde Kulturen und gesellschaftliche Regeln zu akzeptieren und Verständnis für uns oft fremd erscheinende Ansichten zu zeigen. Auch ich tue das und wertschätze durchaus, dass jedes Volk und jeder Mensch andere Rituale und Gebräuche pflegt, doch – bei aller Liebe zum Miteinander – stoße auch ich irgendwann an meine Grenzen. Ein westlich, freiheitsliebender, aufgeklärter Mensch – ausgestattet mit, sagen wir mal, normaler Intelligenz – hat schon begriffen, dass unsere Erde an Überbevölkerung leidet und dringend eine Geburtenkontrolle in einigen Ländern erforderlich macht. Nun gibt es Religionen und Kulturen, in denen misst sich die Rolle und Stellung der Frau innerhalb der Familie an der Anzahl der Kinder, die sie gebärt. Je mehr Kinder, desto höher steigt sich im Rang innerhalb der Sippe. Was tut der Mann? Er vögelt wie ein Stier, streut seinen Samen und vermehrt sich unkontrolliert. Spaß hat er dabei zweifellos, darauf ist er auch noch stolz – schließlich hat er sich als Zuchthengst bewährt. Er ist stolz darauf, seine Gattin erfolgreich begattet und sie – in meinen Augen – zur Geburtsmaschine degradiert zu haben. Und bedingungslos folgen muss sie ihm nun auch, darf vielleicht sogar nicht einmal mit anderen Männern sprechen. Sie hat sich in dem System des Patriarchen unterzuordnen, ihre Rolle ist ganz klar die Familie, Aufzucht der Kleinen, Haushalt und eben vögeln…so lange sie fruchtbar ist. Arme Sau! Die weiblichen Nachkommen dieser Gruppen haben es schwer, werden oft in sehr jungen Jahren direkt weiter verheiratet, und ob sie den Kerl nun wollen oder nicht, ist egal. Ich fragte letztens eine Mutter: „Wo ist denn deine Tochter? Die, die gerade studiert?“ Sie lachte und sagte: „Mann geholt, jetzt in Deutschland nach Sprachtest. Jetzt Mann da. Nix studieren. Mann da. Mann geht vor. Kinder kriegen.“ Oha.

Ich sah die junge Dame kurz danach zum Abholen ihres Mannes. Verhüllt. Es dauerte eine Weile bis ich sie überhaupt erkannte. Mein Erschrecken oder Mitleid konnte ich verbergen.

Anderes Beispiel: Er hat das alleinige Sagen, sie hat den Mund zu halten. Kinder haben sie reichlich, die Großen kümmern sich um die Kleinen und – wie das so ist – dürfen die Jungs raus, die Mädchen nicht. Ab der Menstruation gelten sie „unten rum“ als unrein und sie dürfen während ihrer Menstruation nicht gemeinsam am Tisch mit den anderen Familienmitgliedern essen. So lange sie menstruieren, haben sie sich zurückzuhalten. OK, was habe ich da nun falsch verstanden? Diese Mädchen sollen später einem alleinigen Mann dienen, ganz viele Kinder bekommen und ihm und seinem Trieb uneingeschränkt zur Verfügung stehen? Auch während und nach der Geburt gilt die Frau als unrein…aha. Hat sie sich denn nicht IHM hingegeben, die Liebe ausgelebt und schenkt sie ihm nicht das Schönste, was es gibt? Neues Leben, ein Kind? Wird sie dafür nun bestraft und als unrein betrachtet? Eigenartig. Irgendwas stimmt da nicht an der Rollenverteilung. Eine Frau, die einem Mann ein Kind schenkt, gehört belohnt, bewundert, angehimmelt. Sie ist das Größte und Kostbarste und sie hat verdient, dass man ihren Schmerz begleitet, statt sie als werfende Sau zu betrachten. Überhaupt ist diese gesellschaftliche Regel mancher Religionen und Kulturen nicht nachvollziehbar. Für ihren Mann hat sie zu befolgen, was er befiehlt und möchte – für andere darf sie nicht mal Hosen anziehen (langer Rock, der alles bedeckt) muss ihre Reize verstecken, weil die kein anderer Mann sehen darf. Geht´s noch? Hoch lebe das Patriarchat – ein ganz großes Elend.

Seit Jahren bin ich Mitglied bei Amnesty International und viele wirklich gute Dinge zum Schutz von Menschenrechten und gegen Diskriminierung sind an die Öffentlichkeit geraten und positiv umgesetzt worden. Gerade bei der Rolle der Frauen, die in vielen Ländern und Religionen/ Kulturen menschenunwürdig behandelt werden. Ihr Leben gleicht einem Gefängnis und ist der straffen Hierarchie einer von Männern dominierten und gelebten Welt untergeordnet. Sie wehren sich oft nicht, weil sie schlecht gebildet kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder schlichtweg die nackte Angst vor Verdammung, Bestrafung und Ächtung verspüren. Sie verhüllen sich, machen sich klein, akzeptieren ihre Rolle als Untergebene. Wenn ich heute im Jahr 2021 um mich schaue, sehe ich mehr denn je davon. In diesem Zusammenhang auch aktuell das Thema „häusliche Gewalt“ – ausgeübt von Männern, die gegen ihre Frau und Kinder die Hand erheben und sie kaputt machen.

Liebe Menschen, ich unterstütze niemals einen Mann, der einer Frau nicht mit Respekt, Achtung und Rücksicht begegnet. Ich werde mich niemals einem Mann unterwerfen und niemals einen Mann in meinem Haus dulden, der mir sagt, was ich wann, wie, warum zu tun oder auch nicht zu tun habe. Ich werde mir niemals vorschreiben lassen, was ich auf der Straße für Kleidung trage und ich werde auch nie mehr mit jemandem ein Wort wechseln, der sich als Boss, Chef, Oberhaupt der Familie sieht und den dicken Max spielt. Keine Religion und keine Kultur der Welt hat das Recht, die Freiheitsrechte und die Menschenrechte von Frauen einzuschränken und mir ist es – gelinde gesagt – scheißegal, welche Religion oder welche Bevölkerungsgruppe mit welchen uralten Traditionen das sind.Tatsache ist, Frauen werden NICHT gleichberechtigt behandelt, unterdrückt und auf eine gewisse „erlaubte Art“ ein Leben lang gezwungen, sich klein zu verhalten, folgsam zu sein und ihrem „Chef“ zur Verfügung zu stehen. Ob all diese Frauen das wirklich wollen, wage ich zu bezweifeln. So, das musste mal raus – behandeln Sie ihre Frau gut und achten Sie sie – wie es sich in einer modernen Zivilisation gehört. Das Wort Patriarchat ist für mich so in etwa wie das rote Tuch eines Toreros….olé.

© Petra M. Jansen

http://literatourpoetictext.blogspot.com/

Die Behörden in Belarus haben ein Passagier-Flugzeug auf dem Weg von Griechenland nach Litauen zur Landung in der Hauptstadt Minsk gezwungen. Die Piloten der Ryanair-Maschine mit 170 Insassen an Bord wurden wegen eines mutmaßlichen Bombenalarms zum Beidrehen gedrängt, ein Militärjet eskortierte sie zum Flughafen.

An Bord war auch der im Exil lebende Blogger Roman Protasewitsch, ein erklärter Gegner des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Protasewitsch und seine Freundin wurde in Minsk festgenommen. Die Maschine setzte später ihren Flug mit den übrigen Passagieren fort.

Aus EU-Kreisen hieß es, die Europäische Union erwäge verschiedene Strafmaßnahmen gegen Belarus. Darunter sind Sanktionen gegen die Verantwortlichen des Vorfalls sowie ein Landeverbot für die belarussische Fluggesellschaft Belavia an allen EU-Flughäfen, wie es aus EU-Kreisen hieß. Zudem könnten demnach alle Überflüge von EU-Airlines über Belarus ausgesetzt werden.

Die weißrussische Exilopposition übte heftige Kritik. Es ist absolut offensichtlich, dass dies eine Geheimdienstoperation zur Flugzeugentführung war, um den Aktivisten und Blogger Roman Protassewitsch zu verhaften, kritisierte die im Exil lebende weißrussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja (derstandard.de). Ab dem heutigen Tag sei klar, dass sich niemand, der über Weißrussland fliegt, in Sicherheit wiegen könne, sagte sie.

Oppositionspolitiker Pawel Latuschko ergänzte, dass dem Blogger in seiner Heimat die Todesstrafe drohe. Er forderte eine sofortige internationale Aufklärung des Zwischenfalls und eine Untersuchung, ob der internationale zivile Flugverkehr über Belarus einstweilen eingestellt werden soll.

Die belarussischen Behörden hatten den 26-jährigen Lukaschenko-Gegner im vergangenen November auf die Liste der an terroristischen Aktivitäten beteiligten Personen gesetzt. Über Nexta waren nach der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl in Belarus im vergangenen August hunderttausende Demonstranten mobilisiert worden. Die monatelang andauernden Proteste hatten sich später abgeschwächt. Die Sicherheitskräfte waren gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen, mehrere Demonstranten wurden getötet, es gab Massenfestnahmen und Folter von Inhaftierten. Mehr als 400 Demonstranten wurden zu Haftstrafen verurteilt (n-tv.de).

Die Kriminalpolizei ermittelt

Nach dem Weiterflug und der Landung in Vilnius haben die litauischen Behörden Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius sei eine Voruntersuchung wegen der Entführung eines Flugzeugs eingeleitet worden. Durchgeführt werde sie von der Kriminalpolizei des baltischen EU- und Nato-Landes (srf.ch).

Cancel Culture – Was ist das eigentlich?!

Cancel Culture taucht als Schlagwort in Debatten immer häufiger auf. Die einen beklagen sich darüber, die anderen behaupten Cancel Culture gebe es gar nicht.

Cancel Culture bezeichnet den Versuch, ein vermeintliches Fehlverhalten, beleidigende oder diskriminierende Aussagen oder Handlungen – häufig von Prominenten – öffentlich zu ächten (ndr.de). Es wird zu einem generellen Boykott dieser Personen aufgerufen. 

Es ist daher umso wichtiger, dass deutsche Intellektuelle und Entscheidungsträger nicht den gleichen Fehler wie ihre amerikanischen Kollegen begehen. Bei der Cancel-Culture geht es nämlich nie nur um den Einzelnen. Wenn sich das Prinzip, dass ein paar Aktivisten einen Künstler oder Schriftsteller für unakzeptabel erklären können, einmal etabliert, dann verengt sich der öffentliche Diskurs rapide.

Cancel Culture, das ist der Titel für eine politische Gefahr: das systematische Abdrängen, Diffamieren und Aussortieren missliebiger Positionen und Personen. Im Zweifelsfall zerstört es Karrieren, jedenfalls aber verengt es eine offene Debatte. Als bevorzugter Schauplatz des Cancelns gelten die Universitäten. Ein neugegründetes Netzwerk Wissenschaftsfreiheit wendet sich seit einiger Zeit (br.de, 16.02.2021) dagegen, Forschung und Lehre weltanschaulich zu normieren“.

Cancel Culture quasi als neue Ideologie, Denkgesetz.

Selbst bei Religionen kann man beobachten, dass – wenn sie verpflichtend sind, etwa als Staatsreligion – sie zur Ideologie mutieren. Gehirnwäsche, Maulkorb … Das hat mit Religionsfreiheit nichts mehr zu tun. So auch bei Cancel Culture: Wer zieht die Fäden? Was sollen wir denken, wem sollen wir glauben? Mit Meinungsfreiheit hat dieses Bashing nichts mehr zu tun.

Es ist wieder allzu einfaches Schubladendenken, vielleicht auch Erziehung zur Denkfaulheit. Es muss ja schwarz sein, wenn es nicht weiß ist. Grau ist nicht denkbar, viel zu kompliziert … Unter dem Strich: der Niedergang der Debattenkultur!

Berichte über umgeworfene Statuen, mediale Anprangerungen in aller Öffentlichkeit und spontan organisierte Proteste erwecken offenbar bei vielen den Eindruck, es gäbe eine neue Form von linker Aggression in der Gesellschaft.

Richtig ist: In den letzten Monaten und Jahren werden viele überfällige Debatten in einer größeren Öffentlichkeit verhandelt (dw.com). Nur dass sie ihren Ursprung auf einer neuen Plattform, nämlich den sozialen Medien, haben – und damit auch eine viel größere, internationale Reichweite.

Mit dem politischen Modewort Cancel Culture wird derzeit in Deutschland versucht, etwas zu einem aktuellen Phänomen hochzustilisieren, was in Wahrheit gar nicht neu ist. In ihren jeweiligen Echokammern ereifern sich immer wieder Feuilletonisten in der Presse über die emotionale Intensität bestimmter Proteste, anstatt in eine inhaltliche Diskussion einzusteigen oder beide Seiten zum Gespräch einzuladen.

Auf diese Weise werden eher Weltuntergangspropheten und Kulturpessimisten befeuert. Solche medialen Scheingefechte lenken von berechtigten Debatten über Inhalte ab.

Nota bene: Unfaire und lautstark aggressive Proteste gegen andersartige Meinungen gab es schon immer – von Links wie von Rechts. 

Sirenen heulen, Raketen am Himmel. Viele werden von der Abwehr abgefangen, aber wenige erreichen doch ihr Ziel.

Krieg, Leid …. Es geht um Boden und Geschichte. Krieg als Mittel der Politik?

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt.

Nach dem massiven Raketenangriff militanter Palästinenser auf den Großraum Tel Aviv hat Israels Militär seine Attacken auf die Hamas im Gazastreifen verstärkt. Die israelische Luftwaffe beschoss dort das Haus von Jihia al-Sinwar, Chef des politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen. 

Israels Militär hatte der Führungsriege der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas zuvor mit gezielter Tötung gedroht. Militante Palästinenser hatten in der Nacht den Großraum Tel Aviv sowie weitere israelische Ortschaften abermals massiv mit Raketen beschossen. Seit Beginn der Eskalation am Montag sind nach Armeeangaben rund 2.900 Raketen auf Israel abgefeuert worden (faz.net).

Man ist bestürzt über die steigende Zahl von zivilen Opfern, einschließlich des Todes von zehn Mitgliedern einer Familie, darunter Kinder, nach einem israelischen Luftangriff auf das Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza. UN-Generalsekretär Guterres erinnere alle Seiten daran, jeder willkürliche Angriff auf zivile und mediale Strukturen verstoße gegen das Völkerrecht.

Was kann man tun? Leider nicht allzu viel, aber ein erster Schritt wären ernst gemeinte Solidarität und eine besondere Klarheit der Sprache. Man ist kein Sprachpolizist, wenn man bei dem blutigen Drama in Nahost präzise auf die richtigen Worte achtet. Bekanntlich ist die Wahrheit das erste Opfer in einem Krieg, und sie stirbt leider meist durch die Waffe Sprache“ (waz.de).

Selbstverständlich darf und muss Israels Regierung für Fehler in der Siedlungspolitik und für viele Probleme in Gaza und im Westjordanland kritisiert werden. Aber nichts davon darf als Relativierung herhalten, wenn es darum geht, den feigen Angriff auf die Bevölkerung zu verurteilen.

Die „unteilbare Hauptstadt“

Jerusalem und der Status der Stadt als Ganzes spielen eine zentrale Rolle im gesamten Nahostkonflikt. Der Tempelberg ist für Juden und Muslime gleichermaßen von herausragender Bedeutung. Hier befindet sich die Al-Aqsa-Moschee – für die islamische Welt die drittwichtigste Moschee nach der al-Harām-Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina. Außerdem befindet sich hier der Felsendom, in dessen Zentrum der Fels steht, von dem Mohamed aus seine Himmelfahrt angetreten haben soll.

Israel betrachtet die „Heilige Stadt“ als ewig unteilbar. Im sogenannten Jerusalem-Gesetz, das 1980 vom israelischen Parlament verabschiedet wurde, heißt es an zentraler Stelle: „Das vollständige und vereinigte Jerusalem ist die Hauptstadt Israels.“ Die Palästinenser beharren ihrerseits auf den Ostteil der Stadt, der im Falle eines zukünftigen palästinensischen Staates auch Hauptstadt sein soll.

Vor Ort erzählen Menschen ihre Geschichten, und man fühlt mit beiden (SPON). Dieser Konflikt ist so alt und verworren, so schmerzhaft und erscheint so unlösbar, dass es einen innerlich zerreißt.