Die Gazetten bringen sie, die Schlagzeile: „Südkorea und Nordkorea wollen bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang gemeinsam einmarschieren“!

Während der Spiele schweigen die Waffen. Das war schon in der Antike so. Der olympische Gedanke? Was steckt dahinter? Siegt doch der Geist des Sportes über knallharte Politik?!

Ihren Ursprung haben die Olympischen Spiele in Griechenland, im Ort Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Der Mythos besagt, dass der Halbgott Herakles die Spiele zu Ehren seines Vaters Zeus, des höchsten Gottes der griechischen Götterwelt, begründet hat. Historische Aufzeichnungen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus datieren die ersten Spiele auf 776 vor Christus. Zumindest gibt es bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehende Siegerlisten.

Bis in das Jahr 724 vor Christus bestanden die Spiele lediglich aus einem Stadionlauf. Stadion ist eine altgriechische Maßeinheit, die etwa 192,28 Metern entspricht. Mit den Jahren kamen immer mehr Sportarten hinzu.

Der christliche Glaube wurde populär und 380 nach Christus schließlich zur römischen Staatsreligion. Schlussendlich verbot der christliche Kaiser Theodosius die Olympischen Spiele im Jahre 394 nach Christus. Sie waren seiner Meinung nach ein heidnischer Kult.

Mehr als 1500 Jahre später, am 23. Juni 1894, wurde die Wiedereinführung der Olympischen Spiele beschlossen.

Coubertin wollte, dass die Olympischen Spiele unpolitisch und für jede Nation frei zugänglich sind. Damit sie nicht für politische Zwecke missbraucht werden können, erlaubte Coubertin im Eröffnungszeremoniell den jeweiligen Regierenden und Repräsentanten des Gastgeberlandes nur einen vorgeschriebenen Satz, um die Spiele zu eröffnen.

Das offizielle Symbol der Olympischen Spiele – die fünf miteinander verbundenen Ringe – entwarf Coubertin 1913. Die Ringe symbolisieren die fünf Kontinente.

Politisch motivierter Einfluss auf die Spiele ist in Korea ein besonders heikles Thema. Kim Jong-un, der Herrscher über den Nordteil der Halbinsel, wirkt skrupellos und zu fast allem entschlossen. Die Ankündigung des Landes in dieser Woche, nun doch eine Delegation zu den Winterspielen zu schicken, die am 9. Februar rund 80 Kilometer jenseits der Grenze in Pyeongchang im demokratischen Süden beginnen, hat deshalb wegweisende Bedeutung.

Sie stellt eine Sicherheitsgarantie für die Veranstaltung dar. Darüber hinaus nährt die Aussicht, die beiden Länder könnten bei der Eröffnungsfeier gemeinsam einmarschieren und im Frauen-Eishockey vielleicht sogar ein vereintes Team aufbieten, die Hoffnung, die Feinde könnten sich bald auch jenseits der Sportplätze näherkommen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees IOC frohlockt: „Dies ist ein großer Schritt vorwärts im olympischen Geist und im Geist der Resolution des olympischen Friedens“.

Olympischer Geist und Frieden. Große Worte! Aber es gibt auch Mahner. Kim Jong-un habe seine Extremsituation ausgereizt. Die Olympischen Spiele böten ihm nun eine wohlfeile Gelegenheit, um sich Südkorea scheinbar anzunähern und sich für eine kurze Zeit in die Völkergemeinschaft einzureihen, so Experten aus Sport und Politik. Der Gedanke, dass der olympische Geist ausgerechnet einen Diktator beseelt haben soll, der sonst gerne mit seinem Atomknopf droht, wirkt absurd. Wahrscheinlicher ist, dass Kim Jong-un die Spiele nur benutzt. Das hat Tradition: Frei von Machtinteressen sind die Wettkämpfe nie gewesen, selbst in der Antike nicht. Zwar wurde den Teilnehmern freies Geleit zugesichert, im Schatzhaus an der Wettkampfstätte in Olympia wurden aber auch erbeutete Waffen und Rüstungen ausgestellt, als Demonstration von Stärke.

Der Frieden war immer bloß scheinbar. Das Bild, dass der Sport den Frieden bringt, ist eines, nach dem wir uns sehnen. Entstanden ist es aber erst in einer Rückschau. Die angeblich friedensstiftende Wirkung der Olympischen Spiele ist eine Erfindung des Hellenismus, also der Griechenlandbegeisterung in der römischen Zeit.

Aber selbst der Gründervater war nicht frei von politischen Motiven. Seine Idee sollte „rebroncer la France“ – Frankreich nach dem verlorenen Krieg gegen Deutschland von 1870/71 wieder aufpolieren. Deutsche Archäologen hatten die Reste des antiken Olympia ans Licht gebracht. „Warum“, so fragte de Coubertin, „sollte Frankreich nicht Olympias alten Ruhm wiederbeleben“?

Nachdem der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un mit seinen Drohkanonaden scheiterte, warum sollte nicht auch er den Sport politisieren?!

Le gouvernement a décidé de ne pas construire l’aéroport de Notre-Dame-des-landes. Les écologistes ont ainsi obtenu gain de cause. Les terrains qui avaient été achetés par l’État seront rendus aux agriculteurs. Les terres occupées par les militants les plus acharnés devront être évacués. Cette décision est un signe évident que la présidence et le gouvernement veulent apporter un soutien à tous ceux pour qui la protection de la nature est un atout souvent plus important que les intérêts économiques de toute une région. C’était le but de Jean-Marc Ayrault d’assurer plus de pérennité au marché du travail. Il est démontré qu’un aéroport crée un grand nombre d’emplois nouveaux. Ce phénomène est très connu partout, où il est question de construire un nouvel aéroport. L’exemple le plus négatif actuellement, est l’énorme panne à Berlin, où on attend depuis des années son ouverture. À côté de l’envolée des prix de construction, il y a eu depuis des années un manque à gagner considérable. Aujourd’hui personne ne pourra dire, quand il pourra être mis en activité ? Peut-être plus de 10 ans plus tard ? Dans tout cela il y a eu de grandes faillites. Je ne sais pas exactement à quel point on peut mettre en parallèle le dépôt de bilan d’Air Berlin, la deuxième compagnie d’aviation de l’Allemagne, avec ce ratage complet des instances dirigeantes, mais cela a été sûrement négatif, d’autant plus que cet aéroport devait être le siège de cette compagnie. Weiterlesen…

Que la dépression, le burnout, ou le borderline puissent être considérés comme des maladies du travail est une bonne chose. Elles sont souvent provoquées par la pression exercée sur le personnel, de l’ouvrier jusqu’au cadre supérieur, qui est devenue parfois insupportable. L’obligation d’avoir du succès, mine la santé mentale des employés. En particulier la peur de ne pas atteindre les objectifs financiers, par exemple. Ces derniers sont étroitement liés à la garantie de l’emploi. Une épée de Damoclès qui menace constamment de s’abattre sur l’un ou l’autre. Beaucoup de personnes concernées sont complètement dépendantes des revenus venant du travail. Beaucoup d’entre-elles se sont endettées avec l’achat d’un appartement ou d’une maison individuelle. De la voiture jusqu’au mobilier, tout a été acheté à crédit. Au bout du mois il ne reste plus rien. Parler de réserves, serait presque pervers, à moins d’avoir bénéficié d’un héritage. Pas étonnant qu’au moindre incident tout menace de s’écrouler. Mettre aujourd’hui de l’argent de côté est une illusion. Le maintien d’un emploi peut être comparé à l’art d’un équilibriste, qui passe d’un côté de l’arène à l’autre sur une corde raide sans filet de retenue. Au moindre incident extérieur, il se trouve en danger de tomber. Et si cela devait arriver, il serait dans le meilleur des cas blessé. Weiterlesen…

Der wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilte ehemalige SS-Mann Oskar Gröning hat ein Gnadengesuch gestellt. Gröning wurde vom Lüneburger Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt. Seit dem Urteil im Sommer 2015 wehrt sich der 96-Jährige gegen den Haftantritt. Zuletzt war er Ende Dezember mit einer Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert.

Der Ex-SS-Mann ist haftfähig, bestätigte das Bundesverfassungsgericht und wies damit die Verfassungsbeschwerde Grönings ab. Weder das hohe Alter des wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilten Mannes, noch sein Gesundheitszustand reichten aus, um vom Strafvollzug abzusehen, so die Begründung. Das Landgericht Lüneburg und das Oberlandesgericht Celle hatten vor der Verfassungsbeschwerde einen Antrag auf Haftaufschub abgelehnt.

In der Verfassungsbeschwerde plädierte Gröning auf Haftunfähigkeit und verwies auf sein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Er werde durch einen Strafantritt aus seinem „sozialen Netz“ gerissen und durch die Inhaftierung die „bislang erfahrene Wertschätzung“ verlieren. Er fürchte, dass er körperlich und geistig abbaue und depressiv werde. Außerdem hatte der Anwalt in seiner Beschwerde auf die vom Grundgesetz garantierte Verhältnismäßigkeit gepocht. Demnach müsse ein Verurteilter eine realistische Chance haben, die Freiheit wiederzuerlangen. Die Verfassungsrichter hingegen bestätigten die bisherigen Urteile der Gerichte. In der JVA Uelzen stünden eine hauptamtliche Ärztin und ausgebildetes Sanitätspersonal zur Verfügung.

Der als „Buchhalter von Auschwitz“ bekannte Gröning war vom Lüneburger Landgericht im Juli 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilt worden. Gröning wurde verurteilt, ohne dass ihm eine konkrete Tötung nachgewiesen wurde. Allein durch seine Tätigkeit im Vernichtungslager Auschwitz habe er einen Tatbeitrag zum hundertausendfachen Mord geleistet, so die Richter. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil bestätigt. Seither ging es um die Frage, ob Gröning haftfähig ist.

„Gnade vor Recht!“, „Gnade walten lassen“, … Gnade ist nicht justiziabel, d.h. rechtlich nicht bewertbar. Das Gnadenverfahren aber ist in Deutschland ziemlich verrechtlicht. Das Gnadenverfahren ist Grönings letzte Chance, auf freiem Fuß zu bleiben. Alle Gerichte bis hoch zum Bundesverfassungsgericht haben gegen ihn entschieden. Fest steht: Im Erkenntnisverfahren haben die Gerichte Vorrang, Urteile kann man mit Rechtsmitteln angreifen. Erst hiernach kommt „Gnade“ überhaupt erst ins Gespräch.

Voraussetzung für ein Gnadengesuch ist die Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung. Ein Gnadengesuch ist form- und fristlos, d.h. kann mündlich oder schriftlich gestellt werden. Es kann durch den Verurteilten selbst oder durch ein von ihm beauftragten Anwalt gestellt werden. Einen Anspruch auf Entscheidung innerhalb einer bestimmten Frist gibt es nicht.

Wie bereits erwähnt, ist eine gerichtliche Überprüfung einer ablehnenden Gnadenentscheidung nicht möglich. Das hat das Bundesverfassungsgericht schon Ende der 1960er Jahre und nochmals 2001 entschieden.

Wer über das Gnadengesuch entscheidet hängt von dem Bundesland ab, in dem der Täter verurteilt wurde, ausgenommen die Fälle in denen der Bundespräsident zuständig ist.
In einem Gnadengesuch müssen alle Tatsachen vortragen werden, weshalb in Falle Grönings ausnahmsweise die von den Gerichten gefassten Entscheidungen im Wege der Begnadigung aufgehoben werden sollen. Gröning darf neben der Schilderung seiner eigenen Situation dabei die Opfer seiner Straftaten in seinen Argumenten nicht vergessen, da Strafe auch eine Form von Genugtuungsfunktion gegenüber den Opfern hat.

Der Ex-SS-Mann schildert in seinem Gesuch seine persönliche Situation, macht sein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit geltend. Er beruft sich auf seine bisher „erfahrene Wertschätzung“ und werde durch einen Haftantritt aus seinem „sozialen Netz“ gerissen“. Liest man die Argumente gesondert, sind diese nicht besonders griffig und begründen keine Sonderbehandlung Grönings. Seine Gesundheit und sein Leben sind im Gefängnis nicht schlechter versorgt als außerhalb. „Aus dem sozialen Netz“ wird jeder Verurteilte bei Strafantritt „gerissen“, und: „Wertschätzung“ ist ein relativer Begriff. Bei Verurteilung wegen Beihilfe zum 300.000-fachen Mord lässt sich über „Wertschätzung“ bei allem Anstand nicht mehr diskutieren.

Was – jedenfalls nach dem derzeitigen Stand der Veröffentlichungen – vollkommen fehlt, ist die Beschäftigung Grönings mit den Schicksalen seiner Opfer und deren Angehörigen.

Insgesamt bleibt festzuhalten: ein Gnadengesuch wird äußerst selten, insbesondere vor Strafantritt, positiv beschieden. In Grönings Fall wird dies wohl auch nicht anders sein.

Ce qui se passe dans l’empire carcéral est une réplique de ce qui se déroule dans la vie de tous les jours, mais dans un espace réduit. Un bouillon de culture avec tous ses aspects négatifs. Mais dans un tel environnement, il n’y a pas d’échappatoires. Tous les réflexes sont multipliés par mille, ce qui amène forcément des réactions violentes. Un pénitencier engendre de la haine. Je suis persuadé qu’il en serait de même si j’étais dans une telle situation. Contrairement aux camps de concentrations, la majorité des détenus ne sont pas forcément psychologiquement détruits, car dans la plupart des cas il y a une autre issue que la mort. Une société dans la société se forme et a ses propres lois. Celles d’un régime autoritaire, où les faibles doivent se soumettre aux quatre volontés des boss. C’est souvent aussi le cas des gardiens, qui voient dans de tels actes de soumission le seul moyen de se faire respecter. Les liens entre eux et ceux qu’ils doivent surveiller, sont souvent pour ceux qui comme moi observe de l’extérieur de tels comportements, difficiles à comprendre. Mais si on se penche un peu plus sérieusement sur ce je nommerais la cage aux bipèdes, on est obligé d’admettre que ce milieu étouffant est régi par la violence. Les gardiens eux aussi sont en quelque sorte mis sous tutelle. S’ils ne se conformaient aux règles édictées par les détenus, ils se retrouveraient dans un terrain perdu, avec tous les dangers que cela représente. Lorsqu’il y a surpopulation, comme c’est le cas en France, la moindre tension peut mettre le feu à la maison. S’il y a un accord tacite avec les boss, en principe la violence peut être contenue. Mais il y a aussi des détenus qui ne se soumettent pas aux règles virtuelles que j’ai évoquées. Ce sont les djihadistes qui ne se considèrent pas comme étant criminels, car leurs actions sont guidées par la volonté d’Allah. Ils se démarquent ainsi des détenus de droit commun. Il n’est pas étonnant qu’ils ne peuvent que survivre, dans un milieu, qui à priori leur est hostile, en exerçant de la violence. L’agression à l’arme blanche de trois gardiens par un détenu djihadiste ne m’étonne pas en suivant ce raisonnement. Weiterlesen…

Anläufe zur Demokratie in ehemaligen Kolonien des Westens gab es in neuerer Zeit nach dem zweiten Golfkrieg von 2003, im Arabischen Frühling seit 2010 und mit der Erhebung gegen den syrischen Diktator im Jahr 2011. Alle endeten im Chaos! Unter anderem wurden muslimische Bewegungen, die wie die Muslimbrüder in Ägypten die Wahlen gewonnen hatten, mit Gewalt an der Machtübernahme gehindert, was Terrorgruppen wie den 2014 proklamierten „Islamischen Staat“ förderte. Die Ressentiments der Muslime richten sich in erster Linie gegen den Westen, von dem sie sich seit über 200 Jahren gedemütigt fühlen. Wer die Reaktion der Deutschen auf die viel geringeren Zumutungen des Vertrags von Versailles 1919 kennt, sollte dafür Verständnis aufbringen.

Das Staatsversagen in den einstigen Kolonien hat nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Gründe, und wie bei der Entwicklung des Staates greifen auch hier koloniale Strukturen, Fehlentscheidungen postkolonialer Eliten und die Einflussnahme ehemaliger Kolonialmächte ineinander.

Südamerikanisches Silber, kongolesisches Uran oder arabisches Öl: Stets wurden die Kolonien auf Rohstoffproduktion für den Weltmarkt festgelegt und als Absatzmärkte für Fertigwaren betrachtet. Profite wurden von Privatleuten gemacht, während die politische Kolonialherrschaft fast immer ein Zuschussunternehmen blieb. Die Beteiligung einheimischer Eliten diente nicht zuletzt der Senkung der Herrschaftskosten. Kolonialismus wie Kapitalismus heißt private Profite bei Sozialisierung von Verlusten.

Verschärft wurde diese Entwicklung in den ehemaligen Kolonien durch Entscheidungen, die unabhängige Regierungen weitgehend aus freien Stücken getroffen haben, die sich aber im Nachhinein als Fehler entpuppten. So war im Boom der Jahre 1950 bis 1970 auch in Asien und Afrika der Optimismus groß. Man betrieb keine nachfragegerechte Industrialisierungspolitik, investierte in Prestigeobjekte, in den Ausbau der Militär- und Staatsapparate (Stellvertreterkriege mit entsprechenden Waffenmärkten, die die Rüstungsindustrie der ehemaligen Kolonialisten bedienten), bewertete die Landeswährungen zu hoch, vernachlässigte die Landwirtschaft und verschuldete sich im Ausland. Man erlag dem Charme des Booms.

In den 1970er Jahren war die Prosperität weltweit zu Ende. Zugleich explodierten die Energiekosten wegen der Erhöhung des Ölpreises durch das Kartell der Erdöl exportierenden Länder (OPEC). Der Finanzmarkt war von Petrodollar überschwemmt; krisengeplagten Ländern in Lateinamerika, Afrika und Asien wurden Kredite nun fast nachgeworfen. Die Schuldenfalle schnappte zu.

Ab den 1980er Jahren hatten die Länder keine andere Wahl mehr, als sich den Strukturanpassungsprogrammen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zu unterwerfen. Sanierungskredite gab es für den Preis einer Liberalisierung des Außenhandels und einer Abwertung der Landeswährung. Ferner mussten die Staatsbetriebe privatisiert und die Staatsausgaben reduziert werden – zumindest die für das Personal, für Waffen durfte auch weiterhin Geld ausgegeben werden. In der Folge erodierten vielerorts die ohnehin schwachen staatlichen Strukturen noch weiter.

Selbst unter den erschwerten Bedingungen der Schuldenkrise zeigte sich allerdings, dass der politische Wille in den einzelnen Ländern mitentscheidet und nicht das koloniale Erbe allein die Entwicklung bestimmt. So vollzog sich zwischen 1983 und 1990 überall in Lateinamerika ein Übergang zur Demokratie. In Afrika begann die Demokratisierungswelle 1990. Deren Ergebnisse lassen freilich häufig zu wünschen übrig. Demokratie als stabiles Erfolgsmodell hat sich außer in Indien bisher in keinem nachkolonialen Gemeinwesen bewährt und der moderne Staat als Ganzes nicht einmal dort.

Kolonialherrschaft eröffnete – bei allem Schrecken auch Freiräume. Sie brachte nicht nur Unterdrückung, sondern auch Befreiung von Fesseln der Tradition. Wirtschaftliche Chancen wurden genutzt, Frauen fanden neue Rollen, neues religiöses Leben blühte auf, weltweite Kontakte und globale Mobilität wurden möglich, und ein kritisches postkoloniales Denken entstand.

In diesem Zuge haben sich manche Länder nicht nur Importartikel wie das westliche Staatskonzept angeeignet, sondern auch die englische Sprache. Unsere Weltkultur ist demnach zwar europäischen Ursprungs, aber längst nicht mehr europäischen Charakters. Die europäische Unterwerfung der Welt ist nur noch historische Feststellung.

De facto wurden viele Länder bankrott in die Unabhängigkeit entlassen. Eine wesentliche Überlegung der Kolonialherren war, dass die Kolonien zu teuer geworden waren. Hingetrieben hatte uns vor über 200 Jahren die Gier nach billigen Rohstoffen und Arbeitskräften. Der Fluch der Ressourcen. Dann bekamen wir die Rechnung. Zahlen werden diese wohl auch die ehemaligen Kolonien. Wir müssen umdenken!

Gérard Collomb, le ministre de l’intérieur, a dit dans une interview accordée au Parisien, vouloir expulser au plus vite les réfugiés économiques afin de mieux recevoir tous ceux qui sont poursuivis politiquement. C’est exactement la même réflexion qui a lieu dans bien des pays de l’UE. À première vue cela peut avoir une certaine logique, mais en creusant un peu plus, on s’aperçoit assez rapidement que ce tri contient bien des contradictions. Dans beaucoup de cas il me semble assez compliqué de savoir à quelle catégorie appartient tel ou tel migrant. La faim n’est-elle pas un outil de répression concernant tous ceux qui ne se trouvent pas en position de force ? Je veux désigner les personnes en conflit avec leur régime, sans pour autant s’être fait remarquer dans la rue. Lorsqu’on a affaire à un gouvernement corrompu, la misère est à portée de main. Il est probable que l’argent dû au peuple file dans les poches de tous ceux qui sont proches du pouvoir. Il s’engendre une pauvreté que je qualifierais comme étant proche de la répression. La question est de savoir si cette misère a été déclenchée aussi pour des raisons politiques? Weiterlesen…

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Lieber Pierre,

es sind die Gedanken an Freude, Glück und an ein gesundes Leben, die wir uns zum Jahreswechsel gegenseitig wünschen. Was soll Reichtum und Wohlstand bedeuten oder auch ein sicherer Job, wenn du krank bist und dich nicht bewegen kannst? Verschlissen durch deine Arbeit oder durch deine eigenen psychischen Belastungen? Nur ein gesunder Mensch steht morgens auf und freut sich auf einen spannenden Tag und nur ein gesunder Hund wedelt seinem Herrchen freudig mit dem Schwanz entgegen. Ansonsten sitzt er in der Ecke und frisst nichts. Bist du gesund, steht dir die Welt offen und die Gesellschaft umarmt dich, gibt dir einen sinnvollen Platz in der sozialen Welt. Streikt dein Körper, streikt dein Mut und du fühlst dich ausgemustert, wertlos, überflüssig. Doch dein Geist gibt nicht auf, arbeitet bis zum letzten Atemzug – vorausgesetzt du leidest nicht an Demenz. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, alt zu werden und nicht umsonst gibt es den Satz „Zum Altwerden gehört Mut“, „Altwerden ist nichts für Feiglinge.“

Nehmen wir den klassischen Arbeiter, der in der Gehaltsstufe eher unten angesiedelt ist, dafür aber schleppen und schippen darf bis er im Rücken steif ist und unbrauchbar für die Welt, in der Geld mehr Glanz und Gloria innehat als ethische Werte. Alle schaffen für´ s liebe Geld, das – gestaffelt in Kompetenz und Hierarchien – von oben nach unten sortiert. Der Obere schafft für´ s Geld des Investors, den die ganz unten stehenden Ameisen einen Scheiß interessieren. Er gibt Druck an den Rangnächsten, der ihm untergeordnet ist und dieser wiederum an die Ameisen, die fleißig den Haupthaufen wegarbeiten. Und diese emsigen Kleinen reden sich auch noch ein, es sei der „Beruf, für den man alles gibt, den man lebt und glücklich sei, wenn der Rubel des Obergurus rollt. Der Oberguru sitzt derweil auf den Seychellen, schmaucht Pfeife, rührt in seinem Drink und vögelt eine schmucke Dame, die mindestens 25 Jahre jünger ist. Wenn du nun zu den Ameisen gehörst, bist du in deinen goldenen 50-ern kaputt geschafft, drehst dich nachts schlaflos um deine eigene Achse und knirschst bei jeder Bewegung. Doch der Kopf arbeitet stets weiter, du träumst immer noch von dem großen Coup, der Beförderung und der Entschleunigung deines täglichen Rotierens. Fehlanzeige! Der Körper streikt, du bist Alteisen und darfst die Hand aufhalten, wenn die monatliche Kohle vom Amt kommt. Dein Kuchen krümelt ein wenig, aber wen kümmert´ s? Sei immer schön bescheiden und habe stets Angst vor dem innerlichen Aufstand, die dich deinen Job kosten würde. Malochen, rackern, fleißig sein. Irgendwann bist du alt, der Rollator dein Begleiter und du hoffst, dass die Rente dich über Wasser hält. Klar, wenn du gesund wärst, könntest du einen 450-Euro-Job machen, aber… das Skelett macht nicht mehr mit.

Lieber Pierre, kleiner Trost: Es geht uns ausnahmslos allen so. Sei sicher, dass es auch diejenigen trifft, die ganz oben in der H(K)ackordnung stehen und sich auch mit Sicherheit ein besseres Leben ermöglichen konnten. Aber irgendwann werden auch sie krank und brauchen Hilfe. Sie haben alles erreicht und vielleicht ergattern sie einen der teuren, begehrten Plätze im betreuten Luxus-Appartement-Wohnen mit Pflegepersonal, das Deutsch spricht. Vielleicht aber auch nicht. Und was dann? Dann geht bekanntermaßen kein Cent mit in ihr Grab, kein Euro tröstet über die Tatsache, dass auch sie gebrechlich werden und das Zeitliche segnen. Ihre Kids profitieren garantiert und werden schon im Säuglingsalter angehalten, dem Konsum zu frönen, n u r nach dem Verdienst zu schauen (schließlich dreht es sich nur darum, damit du deine Kohle wieder für irgendeinen Schmodder re-investieren kannst) und schon beginnt ihr Kreislauf in einem System von Gedeih und Verderb.

Schmerzen hin, Schmerzen her…es ist Fakt, dass Menschen, die einer Extrembelastung ausgesetzt sind oder waren, krank werden, körperliche Leiden und – durch die Welt von Schnelllebigkeit und Stressfaktoren – zunehmend psychischen Schaden erleiden, weil niemand standhalten kann. Wir haben derart beschleunigt, die Produktivität stetig erhöht und alles soll sich kontinuierlich weiter in die Höhe schrauben. Das geht nicht, das kann nicht klappen und das wird es auch nicht. Wer immer nur hochschaut, kriegt´ s  im Genick und wer immer nur hochsteigt, kann runterfallen. Nimm also dein Leben und lass auch mal los, suche den Sinn in deiner Zeit und sei stolz auf deine Qualitäten. Ändere zur Not deine Gewohnheiten und wenn es sein muss, stell alles auf den Kopf und wage, was du dir sonst nie erlaubt hättest. Der Kopf redet sich oft gut, was dein Körper als Notbremse signalisiert. Tust du das alles nicht, wird der Schmerz dein weiterer Begleiter sein. Er begleitet etwas in dir und tut das so lange ohne Schonung bis du endlich tot bist. Erst dann schonst du gezwungenermaßen etwas, was schon lange deine Aufmerksamkeit, Verarbeitung und Schonung verdient hätte. Jetzt! hast du genug Zeit dafür und Geld ist hier so unwichtig wie der Furz einer Weinbergschnecke.

                

Meine allerbesten Wünsche,

Petra

© Petra M. Jansen

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