Viele Jahre wurden auf diesem journalistischen und literarischen Magazin – das einst aus dem „Kwalae-Verlag/ Kwalae-Magazin“ nach einer notwendigen Umstrukturierung entstand – die Meinungen, Inspirationen, politischen Denkansätze, sozialen Themen, Lyrik, Prosa und interaktiven Dialogkolumnen verschiedener Autoren publiziert. Die Herausgeber des rostra.magazins waren von Beginn an Pierre Mathias Berger (Journalist, Regisseur BR-/ ARTE, BBC u.a., München + Berlin) sowie Petra M. Jansen (Musikjournalist, sozialkritische Schriftstellerin, Kommunikations- und Medien-Fachfrau, seit 2023 Sozialpädagoge in der Jugendhilfe (Frankfurt am Main). Im Jahr 2020 musste Pierre Mathias seine Mitarbeit leider einstellen und das Magazin lag nunmehr in der alleinigen Verantwortung von Petra M. Jansen. Die Beiträge des rostra.magazins wurden konstant sehr viel gelesen und haben eine hohe Reichweite erzielt, dafür danken wir unseren Leserinnen und Lesern, die zu unserem Erfolg maßgeblich beigetragen haben. Wir bedanken uns auch für die langjährige Mitarbeit des Juristen und Autors Thomas Dietsch, der wöchentlich sehr interessante Artikel in seiner Rubrik „Thomas Gartenzaun“ publizierte.

Alles hat seine Zeit“, sagte Thomas als ich ihm letzte Woche mitteilte, dass ich das rostra.magazin aus zeitlichen und beruflichen Gründen nicht mehr weiterführen werde. Keinen Moment der gemeinsamen Zusammenarbeit möchten wir missen und vielleicht lasse ich es in einigen Jahren wieder aufleben. Aktuell konzentriere ich mich vollkommen auf meine soziale Arbeit und tue nun auch endlich beruflich das, was mir seit Jahren ein Herzenswunsch war – nicht nur über soziale Dinge schreiben, sondern sie auch tun!

Das rostra.magazin wird weiterhin online im Netz bestehen bleiben und alle Veröffentlichungen werden jederzeit abrufbar und lesbar sein. Liebe Leser, ein großes Dankeschön an Ihre Treue und wir freuen uns, wenn Sie trotzdem mal wieder bei uns reinschauen und das Eine oder Andere erneut lesen.

DANKESCHÖN!

 

Petra M. Jansen

Wir alle üben uns in Toleranz und geben unser Bestes, fremde Kulturen und gesellschaftliche Regeln zu akzeptieren und Verständnis für uns oft fremd erscheinende Ansichten zu zeigen. Auch ich tue das und wertschätze durchaus, dass jedes Volk und jeder Mensch andere Rituale und Gebräuche pflegt, doch – bei aller Liebe zum Miteinander – stoße auch ich irgendwann an meine Grenzen. Ein westlich, freiheitsliebender, aufgeklärter Mensch – ausgestattet mit, sagen wir mal, normaler Intelligenz – hat schon begriffen, dass unsere Erde an Überbevölkerung leidet und dringend eine Geburtenkontrolle in einigen Ländern erforderlich macht. Nun gibt es Religionen und Kulturen, in denen misst sich die Rolle und Stellung der Frau innerhalb der Familie an der Anzahl der Kinder, die sie gebärt. Je mehr Kinder, desto höher steigt sich im Rang innerhalb der Sippe. Was tut der Mann? Er vögelt wie ein Stier, streut seinen Samen und vermehrt sich unkontrolliert. Spaß hat er dabei zweifellos, darauf ist er auch noch stolz – schließlich hat er sich als Zuchthengst bewährt. Er ist stolz darauf, seine Gattin erfolgreich begattet und sie – in meinen Augen – zur Geburtsmaschine degradiert zu haben. Und bedingungslos folgen muss sie ihm nun auch, darf vielleicht sogar nicht einmal mit anderen Männern sprechen. Sie hat sich in dem System des Patriarchen unterzuordnen, ihre Rolle ist ganz klar die Familie, Aufzucht der Kleinen, Haushalt und eben vögeln…so lange sie fruchtbar ist. Arme Sau! Die weiblichen Nachkommen dieser Gruppen haben es schwer, werden oft in sehr jungen Jahren direkt weiter verheiratet, und ob sie den Kerl nun wollen oder nicht, ist egal. Ich fragte letztens eine Mutter: „Wo ist denn deine Tochter? Die, die gerade studiert?“ Sie lachte und sagte: „Mann geholt, jetzt in Deutschland nach Sprachtest. Jetzt Mann da. Nix studieren. Mann da. Mann geht vor. Kinder kriegen.“ Oha.

Ich sah die junge Dame kurz danach zum Abholen ihres Mannes. Verhüllt. Es dauerte eine Weile bis ich sie überhaupt erkannte. Mein Erschrecken oder Mitleid konnte ich verbergen.

Anderes Beispiel: Er hat das alleinige Sagen, sie hat den Mund zu halten. Kinder haben sie reichlich, die Großen kümmern sich um die Kleinen und – wie das so ist – dürfen die Jungs raus, die Mädchen nicht. Ab der Menstruation gelten sie „unten rum“ als unrein und sie dürfen während ihrer Menstruation nicht gemeinsam am Tisch mit den anderen Familienmitgliedern essen. So lange sie menstruieren, haben sie sich zurückzuhalten. OK, was habe ich da nun falsch verstanden? Diese Mädchen sollen später einem alleinigen Mann dienen, ganz viele Kinder bekommen und ihm und seinem Trieb uneingeschränkt zur Verfügung stehen? Auch während und nach der Geburt gilt die Frau als unrein…aha. Hat sie sich denn nicht IHM hingegeben, die Liebe ausgelebt und schenkt sie ihm nicht das Schönste, was es gibt? Neues Leben, ein Kind? Wird sie dafür nun bestraft und als unrein betrachtet? Eigenartig. Irgendwas stimmt da nicht an der Rollenverteilung. Eine Frau, die einem Mann ein Kind schenkt, gehört belohnt, bewundert, angehimmelt. Sie ist das Größte und Kostbarste und sie hat verdient, dass man ihren Schmerz begleitet, statt sie als werfende Sau zu betrachten. Überhaupt ist diese gesellschaftliche Regel mancher Religionen und Kulturen nicht nachvollziehbar. Für ihren Mann hat sie zu befolgen, was er befiehlt und möchte – für andere darf sie nicht mal Hosen anziehen (langer Rock, der alles bedeckt) muss ihre Reize verstecken, weil die kein anderer Mann sehen darf. Geht´s noch? Hoch lebe das Patriarchat – ein ganz großes Elend.

Seit Jahren bin ich Mitglied bei Amnesty International und viele wirklich gute Dinge zum Schutz von Menschenrechten und gegen Diskriminierung sind an die Öffentlichkeit geraten und positiv umgesetzt worden. Gerade bei der Rolle der Frauen, die in vielen Ländern und Religionen/ Kulturen menschenunwürdig behandelt werden. Ihr Leben gleicht einem Gefängnis und ist der straffen Hierarchie einer von Männern dominierten und gelebten Welt untergeordnet. Sie wehren sich oft nicht, weil sie schlecht gebildet kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder schlichtweg die nackte Angst vor Verdammung, Bestrafung und Ächtung verspüren. Sie verhüllen sich, machen sich klein, akzeptieren ihre Rolle als Untergebene. Wenn ich heute im Jahr 2021 um mich schaue, sehe ich mehr denn je davon. In diesem Zusammenhang auch aktuell das Thema „häusliche Gewalt“ – ausgeübt von Männern, die gegen ihre Frau und Kinder die Hand erheben und sie kaputt machen.

Liebe Menschen, ich unterstütze niemals einen Mann, der einer Frau nicht mit Respekt, Achtung und Rücksicht begegnet. Ich werde mich niemals einem Mann unterwerfen und niemals einen Mann in meinem Haus dulden, der mir sagt, was ich wann, wie, warum zu tun oder auch nicht zu tun habe. Ich werde mir niemals vorschreiben lassen, was ich auf der Straße für Kleidung trage und ich werde auch nie mehr mit jemandem ein Wort wechseln, der sich als Boss, Chef, Oberhaupt der Familie sieht und den dicken Max spielt. Keine Religion und keine Kultur der Welt hat das Recht, die Freiheitsrechte und die Menschenrechte von Frauen einzuschränken und mir ist es – gelinde gesagt – scheißegal, welche Religion oder welche Bevölkerungsgruppe mit welchen uralten Traditionen das sind.Tatsache ist, Frauen werden NICHT gleichberechtigt behandelt, unterdrückt und auf eine gewisse „erlaubte Art“ ein Leben lang gezwungen, sich klein zu verhalten, folgsam zu sein und ihrem „Chef“ zur Verfügung zu stehen. Ob all diese Frauen das wirklich wollen, wage ich zu bezweifeln. So, das musste mal raus – behandeln Sie ihre Frau gut und achten Sie sie – wie es sich in einer modernen Zivilisation gehört. Das Wort Patriarchat ist für mich so in etwa wie das rote Tuch eines Toreros….olé.

© Petra M. Jansen

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Da gibt´s jetzt auf Twitter den Hashtag „#kiffersindkeinelooser“ und ich musste erst einmal laut lachen über all den Unfug, der da geschrieben steht. Leute, Kiffer s i n d Looser! Sie sind nichts weiter als Drogenkonsumenten, die glauben cool zu sein und sich für einen Moment aus der Realität weichspülen oder wegschießen wollen. Ich kann Kiffen absolut nicht für harmlos einstufen, denn oftmals ist das Kiffen die Einstiegsdroge in eine Welt der härteren Sachen. „Just for fun“, „einfach mal ausprobieren“, „ist doch nicht so schlimm“, „haben wir doch alle früher mal getan“, so die Ausrede derer, die noch nicht erkannt haben, dass Kiffen antriebslos, träge und perspektivenlos macht und bei längerem Gebrauch eine psychische Abhängigkeit nach sich zieht. Ziele werden nicht mehr verfolgt, klare Wege verschwimmen und das Ganze ist obendrein absolut uncool.

Früher drehte der Joint die Runde und jeder zog mal dran, oder an der Bong (Herpes Zoster, Hepatitis und heute Covid-19-Viren inklusive). Die Jugend hat anscheinend auch heute nichts Besseres zu tun als sich den Kopf zu benebeln mit Marihuana, aber die Zeiten der Hippie-Ära sind lange vorbei. Erinnern wir uns noch an die Kommunen, in denen Gruppensex im süßlichen Nebel der Marihuana-Schwaden Up to Date war?

Auf Twitter versuchen sich die User eine weiße Weste anzuziehen und rechtfertigen sich mit Top-Berufswerdegängen und zu was sie es im Leben gebracht haben  – trotz Kiffen. Mag sein, dass der eine oder andere die Kurve kriegt und es bei ab und an bleibt. Bei der Mehrheit der Kiffer jedoch wendet sich das Blatt recht schnell und ihre Toleranzentwicklung spricht Bände. Sie müssen nicht mehr nur mal am Wochenende im Freundeskreis einen Joint durchziehen, sondern er wurde zum (mehr-)täglichen Begleiter – sogar schon vor dem Frühstück. Wie das so ist bei Drogen – sie alle verlangen im Belohnungs-Gehirn nach positivem Feedback und einer Dosissteigerung.

Ich höre immer wieder „Die Holländer haben es legalisiert und auch keine Probleme“. Das stimmt so nicht, denn ich habe gute Freunde in Holland nach der realen Zahl gefragt und bekam immer wieder die gleiche Antwort: Holland hat exakt das gleiche Drogenproblem wie andere Länder und Städte auch. Da ist nicht von „überlegtem Konsum“ die Rede und nicht davon, dass jedermann Herr über seine Sucht ist.

Nun können die auf Twitter schreiben und posten was sie wollen – Kiffer ist Kiffer und Kiffer ist Looser! Und darauf stolz sein, dass man noch einigermaßen einen Job machen kann und auch sonst nicht kriminell geworden ist, ist Schönrederei. Wer keine Realitätsflucht sucht, wird auch nicht kiffen und auch nicht dafür anfällig sein. Mögen es die Freundeskreise sein, schlechte Perspektiven, die Lust auf einen Kick, mangelndes Selbstwertgefühl oder Probleme mit dem realen Leben – es steht immer eine tiefere, ernste Angelegenheit dahinter, ob jemand kifft oder die Finger davon lässt.

Für mich ist jeder Kiffer ganz klar eine Niete, ein Versager, ein echter Looser. Denn er hat nicht begriffen, dass diese Substanz antriebslos macht und bei Absetzen für ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden sorgt. Meist psychisch. Meist bis zur tiefen Depression. Meist allerdings steigen viele Kiffer auf eine Steigerung um und es bleibt nicht dabei. Wer dann noch davon redet, dass er kein Looser ist, verdrängt die offensichtlichen Tatsachen und ist weit entfernt davon, ein drogenfreies Leben zu führen und auch Marihuana ist eine Droge. Und was für eine! Zu unterschätzt bei den Konsumenten, aber stets präsent bei späteren Drogentherapien. Aber wer gibt schon gerne zu, dass er süchtig ist und es alleine nicht schafft, von dem Dreck loszukommen? Das sieht nur der „Gewinner“, während der kiffende Looser sich noch einbildet, er sei erfolgreich und alles gar nicht so schlimm, was zweifellos ein großer Irrtum ist. Fazit: Kiffen ist nur etwas für Verlierer und echte Looser (und natürlich erwarte ich keine positiven Reaktionen von den umnebelten Kiffern, die kichernd oder abgedriftet in der Ecke hocken und weiter träumen).

 

© Petra M. Jansen

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Es war eine kurze Momentaufnahme eines an die Wand geschraubten, schief hängenden Magnetboards mit zahllosen Fingerabdrücken, aufgehängt über der vergilbten Kabelleiste des Frühstücksraums, in dem niemand mehr mit Appetit frühstücken wollte. Der klebrige, weiße Kühlschrank zitterte im zehn Minuten Takt so lange bis die darauf liegende Sechser-Steckdosenleiste auf dem Industriebetonboden donnerte und zerbarst. In der Ecke sammelte ein abgewetztes Stahlregal wahllos billige Steinguttassen, in denen klebrige Löffel steckten. Dazwischen irgendwelches Besteck, vergilbte Wegwerfservietten und Zucker in langgestreckten Papiertütchen wie man sie vom Italiener beim Espresso kannte. Was die vollgestopfte Restmülltonne direkt neben der Mikrowelle und dem Wasserkocher zu suchen hatte, blieb unbeantwortet. Draußen flatterte Trockeneis-Schnee am Fenster vorbei – es waren sonnige 25 Grad und Frühling. Er schaute sich um: Die Cappuchinore stand vergessen ohne Kanne und Behälter auf einer ausrangierten Push Up-Tonne, daneben der Plastikbehälter für die Einmal-Wegwerftücher zum Rausziehen, damit man wenigstens kurz das Gefühl hatte, man könne mit der Reinigung das Vergammeln beseitigen.

Die alten Kacheln, lieblos an die Wand geklebt, haben ebenso bessere Zeiten verdient wie der Seifenspender, aus dem stündlich so viel Flüssigseife tropfte, dass es jeden, der ans Becken kam, garantiert auf die Fresse legte. Fünfzig Cent – abgezählt in Münzen – hatten sie zu zahlen für einen irrsinnig heißen „Coffee To Go“, an dem sie sich die Finger verbrannten und der ebenso schnell abkühlte, wie er aus der Maschine heraus gepresst wurde. Sechs Tassen pro Tag, ganz normal. Macht drei Euro mal fünf und schon waren sauer verdiente sechzig Euro pro Monat im Eimer.

Immerhin funktionierte der Durchlauferhitzer unter dem nach Abwasser und Gully riechendem Handwaschbecken. Aber wieso kamen die Putzfrauen eigentlich jede Woche und reinigten seit Jahren nie den darüber hängenden Spiegel, in dem sich keiner der Arbeiter mehr erkennen konnte vor lauter Dreck? Sie liefen auf abgewetztem Betonboden, der sich seiner selbst schämen würde, wenn er es denn könnte. Wie viele Milliarden Tritte er schon bekommen hatte, ließ sich an seinem erbärmlichen Zustand ablesen.

Sie wollten das Fenster öffnen, aber der Alurahmen klebte vor so viel Atem auf seinem Leib derart fest, dass sich keines öffnen ließ, um ein wenig frische Luft in den stickigen Raum zu lassen. Es gab einige Rundtische, an denen sie sitzen konnten, sofern sie die schmerhaften Stiche im Steißbein nach spätestens zehn Minuten ignorierten. Notfallplan Physiotherapeut. Alles war eklig abgenutzt und schmutzig in dem alten Industriegebäude, dessen Glanzzeiten schon lange vorbei waren. Wer wollte denn eine verrostete, marode, bankrotte Bude mit überalterter Technik, die nicht nur optisch um Hilfe schrie als auch buchhalterisch? Das Missmanagement war offensichtlich.

Er blickte in den Hof, in dem sich viele Pfützen sammelten und den Mückenlarven Raum zur Vermehrung bot. Da stand der verrostete Container, daneben die vollen Mülltonnen, in die nachts Ratten krochen um die Reste der Butterstullen der Arbeiter zu fressen. Nichts, rein gar nichts erinnerte an die Zeit vor über dreißig Jahren, in denen er Gewinnbeteiligung und sonstige Gratifikationen bekommen hatte. Noch drei Monate Insolvenz-Überbrückungsgeld und er gehörte ebenso zum verrotteten Inventar wie alles, was um ihn herum stand.

Während er seine Pausen-Zigarette ausdrückte, kamen die Geschäftsführer mit dem Insolvenzverwalter vorbei. Er wusste es. Er kannte die großen Limousinen der Chefs, denen es gut ging und die bald wieder irgendwo anders die Zügel in die Hand nehmen würden. Sogar in Aufsichtsräten sitzen würden und garantiert nichts aus ihren Fehlern gelernt hatten.

Er ging rein. Seine Schichtpause war zu Ende. Morgen kommt die Nacht.

 

© Petra M. Jansen

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Ein Tag ohne Wecker!

Stimmt nicht ganz,

die Katze weckt mich.

Außerhalb der Decke:

Es ist kalt!

 

Benötige den Wachmacher.

Schreite in die Küche,

nehme die Kaffeekanne.

Gieße eine Tasse voll.

Er ist kalt!

 

Kaffeemaschine brodelt.

Wölkchen ziehen davon.

Schalte den Fernseher ein,

sehe den Wetterbericht:

Es ist kalt!

 

Menschen leiden unter Einsamkeit,

andere unter ihrem Zorn.

Schritte aufeinander zuzugehen

hieße Gefühle zeigen.

Es ist kalt!

 

Politik prägt den Alltag.

Länder und ihre Probleme …

Beziehungen sind schlecht,

wie vor 1990, sagt man.

Es ist kalt!

 

Muss zur Arbeit.

Sprung unter die Dusche.

Der Hahn ist auf,

das Wasser kommt.

Es ist kalt!

 

Der Wagen springt nicht an,

was ich auch immer tue.

Mehrfaches Drehen des Schlüssels,

der Motor mag mich nicht.

Er ist kalt!

 

Komme zu spät ins Büro,

man glotzt mich an.

Was kann ich dafür?!

Chef schon da, was sonst!

Es ist kalt!

 

Sehe die Schneeflocken,

jenseits des Fensters.

Weihnachten naht,

der Winter kommt.

Ja, es wird kalt!

 

 

Liebe Petra,

und jetzt spielt der französische Philosoph Alain Finkielkraut auch noch verrückt. Schon eine merkwürdige Welt in der Sex nur noch ein Synonym von Gewalt zu sein scheint. Haben wir nur noch mit Impotenten zu tun?

Verbale oder reale Vergewaltigung?

Als der Philosoph Alain Finkielkraut in einer Talkshow äußerte: „Ich sage den Männern, vergewaltigt die Frauen. Jede Abend tue ich das Gleiche mit meiner Gattin!“ Auch wenn es polemisch gemeint ist, hat diese Aussage in Frankreich für Wirbel gesorgt. Die Feministin Caroline de Haas hat behauptet, dass er Roman Polanski, der zahlreichen Frauen belästigt hätte, unterstützt. Der Filmregisseur wurde in den USA verurteilt, mit dem Verdacht, sexuelle Handlungen mit einem Mädchen gehabt zu haben. Deshalb kehrt er seit Jahrzehnten nicht mehr nach Amerika zurück, wo er im Knast landen würde. Valentine Monnier, ein früheres französisches Model, hat ihm vorgeworfen, sie 1975 sexuell angegriffen zu haben und das einige Tage vor der ersten Ausstrahlung von „J‘accuse!“, ein Streifen über den Fall Dreyfus. Der 83jährige widersprach dem, aber alle Termine wurden daraufhin abgesagt. Unter diesen Umständen finde ich den Satz von Alain Finkielkraut völlig deplatziert und kann mir schon vorstellen, was ihn dazu bewegt hatte, solch einen Ausbruch zu wagen. Manchmal hat man den Eindruck, dass immer mehr Prominente somit angegriffen werden, um sie irgendwie loszuwerden und dass jedes kleinste Zeichen einer Zuneigung zur Sünde wird. Beim Fall Polanski, wie es die Presse wiedergegeben hat, trifft dies nicht zu. Es gibt zu viele Beweise, um das Gegenteilige zu behaupten und das war keine Bagatelle. Um jede Art von Hexenjagd zu vermeiden, sollte jeder Verdacht persönlich recherchiert werden und wenn es zu konkreten Indizien kommt, sollte eine Anzeige erfolgen. Was ich aber negativ finde, ist das Ganze als eine gesellschaftliche Plage zu stilisieren. Es wäre dringend nötig, die Lage generell zu definieren, um dann wirklich wirken zu können. Ich weiß, es ist äußerst schwer dies nicht emotional zu betrachten, aber keine Diskussion sollte tabu sein. Wollte der Philosoph Finkielkraut das äußern? Ich weiß nicht, welcher Geist ihn gebissen hat!

Die soziologischen und historischen Gründe des Frauenaufstandes

Die Frauen wurden und werden häufig wie Leibeigenen unterdrückt und misshandelt. Ein Zustand, der für mich unerträglich ist. Ich verstehe nicht, wie Männer so mit den Müttern ihrer Kinder umgehen können und wieso noch heute zahlreiche Wesen von den Machos umgebracht werden. Unter dieser Prämisse ist es sehr wohl verständlich, dass die Wut sehr groß und dass selbst ein Gefühl der Rache nicht auszuschließen ist. Das zeigt, dass auf diesem Sektor noch fast alles zu machen ist. Anstatt Männer vor Gericht zu zerren, wenn es zu spät ist, sollte festgestellt werden, was im Vorfeld zu tun ist. Ich denke, dass solche Auswüchse in der Mehrzahl an einer verfehlten Erziehung liegen. Es wäre die Rolle der Eltern, ein gutes Beispiel zu zeigen, immer respektvoll gemeinsam umzugehen, auch wenn der Segen schief hängt. Ist das zu machen, wenn die Emotionen jederzeit explodieren könnten? Können Aggressionen alleine durch Vernunft abgewandt werden? Dies ist fast nicht machbar. Die Kids befinden sich auch unter Strom, wenn die Eltern auseinandergehen, deshalb ist es notwendig, in einem Land, in dem mehr als 50% der Ehen kaputt gehen, dass Lehrer und Erzieher diese Problematik in der Schule thematisieren. Man könnte durchaus annehmen, dass man durch Rollenspiele zu mehr Erkenntnissen kommt, aber es müsste zuerst definiert werden, was Liebe ist. Ist es nicht vor allem der Grundstock zu einer respektvollen Lebensgemeinschaft und der Versuch mit dem Partner oder der Partnerin das Leben zu meistern? Ich würde zuerst pragmatische Argumente herauspicken um die Vorteile einer partnerschaftlichen Bindung zu definieren und im ersten Abschnitt eines Unterrichtes, den Sinn und den Unsinn einer Annäherung darstellen. Dies um den Kids klarzumachen, wie eine Existenz zu zweit aussehen sollte und was zu beachten ist, um Spannungen zu mildern. Dass Aggressivität zustande kommt, weil für viele nicht klar ist, was eine Bindung bedeutet und vielleicht auch hervorzubringen, was der Geist der Familie ausmachen sollte. Das heißt, nicht bei dem kleinsten Konflikt das Handtuch zu werfen.

L‘éducation sentimentale, der Roman eines jungen Mannes

Gustave Flaubert hat bewiesen, wie feinfühlig er die Psyche der Menschen analysiert. Es geht vor allem um Gefühle und wie man mit denen umgeht, ganz speziell wenn es um Mann und Frau geht. Wenn sich eine Liebschaft anbahnt, ist man zuerst blauäugig, hat den Hang schwärmerisch zu werden. Man sieht nur die Sonnenseite des Verhältnisses. Jede Art von Hürde wird bewusst beiseitegeschoben, weil sie als Hindernis zur Vollendung der Liebe betrachtet werden. Das könnten sie in der Tat sein, aber besser vorher als danach. Sehr schnell erweist sich, dass die Interessengemeinschaft nicht vernachlässigt werden darf, dass die Zuneigung sehr wohl mit konkreten Fragen verbunden ist. Es ist klar, man möchte nicht, dass die Schmetterlinge den Bauch verlassen und dass man sehr wohl die Realität nicht vernachlässigt. Da wären wir beim zweiten Teil der Aufklärung angekommen. Zuerst sollten Knaben und Mädchen sich besser kennenlernen. Es herrscht viel Unwissen über die Charakterzüge innerhalb der Geschlechter. Welcher Zusammenhang ist zwischen den Körper und dem Mentalen zu machen? Wie kann man eine Symbiose von beidem fördern und ein Zusammenschweißen hervorbringen? Wenn Einklang in uns herrscht, führt das zu einer Stabilisierung der Gefühle. Sie müssen auf dem Weg zur Vollendung vorhanden sein, um eine zwischengeschlechtliche Beziehung in Betracht zu ziehen. Ich denke, dass viele Vergewaltigungsfälle davon resultieren. Der Aufbau von Gefühlen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und daher zu Ungeduld führen. Irgendwie zu einer Art Wut, die verursacht wird, wenn man nicht unbedingt willkommen ist. Das heißt, der notwendige Rhythmus ist nicht vorhanden. Die Jungen – vor allem – sollten erfahren, wie die Mädchen ticken. Es gibt durchaus Muster, an die man sich halten kann. Umgekehrt sollten die Mädchen keine Provokation anzetteln, was auch der Fall sein kann, denn sehr oft ist es der Frust, der zur Vergewaltigung führt, nicht die Lust.

Der Liebesakt als Waffe

Sie ist ambivalent und durchaus zweigeschlechtlich anwendbar. Man kann sich gegenseitig vernichten. Das geschieht bei manchen Männern, in dem sie Damen sexuell angreifen. Sie sind viel weniger subtil als Frauen, die den Hang zur Ironie haben und die Worte anwenden, die töten können. Auf der einen Seite handelt es sich in vielen Fällen um physische Angriffe, auf der anderen Seite um seelische Torturen. Wenn eine Frau einen Mann angreift, indem sie ihn als impotent darstellt, kann es durchaus negative Konsequenzen haben. Damit ist nicht zu spaßen, weil es letztendlich zur Vergewaltigung oder zum Selbstmord führen kann. Ich will keineswegs die Angriffe entschuldigen, deren Opfer viele Frauen sind, aber in der ganzen Diskussion, die wir heute erleben, fehlt mir diesen  Aspekt, der auch zur Bekämpfung der Vergewaltigung jeder Art gehört. Nur mit Hilfe offener Gespräche, kann es möglich sein, diese Welle an Scheußlichkeiten besser in den Griff zu bekommen – umso mehr, wenn es im Schulalltag geschieht. Es ist erforderlich, dass nicht der Biolehrer aufklärt sondern Sexualpsychologen, die mit der Materie bestens vertraut sind. Anders zu handeln wäre genauso absurd, wie einen Klempner ein Symphonie-Orchester ohne Ausbildung dirigieren zu lassen. Es ist nicht sinnvoll die Zeitungen oder die Sendungen mit Horrornachrichten zuzupflastern, wenn keine umfangreiche Aufklärung stattfindet und es wäre aufrichtig, wenn die Me-too-Bewegung dies fördern würde. Es reicht bei weitem nicht aus, die Vergewaltiger in den Knast zu stecken. Wir müssen mehr für die Kids in Sachen Sexualerziehung agieren und auch die Eltern in die Verpflichtung ziehen bzw. sie ermuntern, sich mit dieser heiklen Frage zu befassen, egal ob Bub oder Mädel.

 

Das Gedicht

 

Ich bin ganz durcheinander, sagt das Mädchen.

Macht mir die Pubertät zu schaffen, fragt sich der Junge.

Ich hätte schon Lust, aber mit dem Richtigen, sagt sie.

Warum errötet sie, wenn wir uns treffen, fragt er.

Er sollte sich den Mut nehmen, mich in seine Arme zu schließen!

Ich will aber keine Abfuhr erleben, sagt er sich.

Habe ich es mit einem Weichei zu tun? Eine heikle Frage.

Warum ist sie so zickig? Manchmal so abwertend, meint er.

Pass auf, wenn du dich nicht rührst, fliegen die Schmetterlinge weg.

Sieh Paul, sie macht mich an, sagt er zu seinem Freund.

Greif zu, ich stelle dir meine Bude zur Verfügung, antwortet er.

Soll ich, sag? Ich habe Angst voll daneben zu sein.

Die Typen sind doch noch unreif, sagt sie.

Deshalb mache ich meinen Lehrer an, antwortet Susanne.

Hast du mit ihm gepoppt, fragt die Freundin.

Er hat mich in die Besenkammer gezerrt, flüstert sie ihr.

Und wie war es, hat es du wenigstens Spaß dabei?

Galaktisch war es, erzählt ihr ihre Freundin.

Was hat er dir gesagt? Schweinereien zugeflüstert?

Er hat behauptet, dass ich seine kleine Maus sei.

Warum erzähle ich ihr diesen Blödsinn, fragt sie sich.

Was ist dir passiert? Bekamst du eine gute Note?

Sein Penis, ein Traum, mehr brauche ich dir nicht zu sagen.

Werde ich Jungfrau bleiben? Das quält sie.

Eines Tages kam die Polizei in die Schule und nahm den Lehrer fest.

Das wurde zum Thema auf den Schulhof. Es wurde gesagt, dass

er beschuldigt wurde, ein Mädchen vergewaltigt zu

haben. „Susanne, weißt du mehr darüber?“ fragte die Freundin.

Sie wurde knallrot und suchte das Weite. Hatte er sie ohne ihren

Willen angegriffen? Eines war sicher, sie bekam

nicht die gute Noten, die sie erpressen wollte. War es

sie, die der Staatsanwaltschaft einen anonymen Brief sandte?

Da er das Gegenteilige nicht beweisen konnte, wurde er gefeuert.

Ein Vorkommen, dass sich immer mehr wiederholt. Fazit: Heute ist

ratsamer Klempner zu werden als Lehrer. Man bekommt es in

der Regel mit älteren Ladys zu tun.

 

Einmal wieder plagen mich die Schmerzen.

 

Ich wünsche dir alles Liebe und umarme dich!

 

Pierre

//pm

Liebe Petra,

wie du siehst, habe ich andere Gedanken als nur die große Politik. Es geht immer wieder um Menschen und die Gefühle, die nicht immer klar sichtbar sind. Wie du sehen wirst, befürchte ich, dass die Dogmatiker immer mehr das Sagen haben werden und uns total einengen wollen.

Ich bin verärgert

Dass das klar gestellt ist, ich bin gegen jeden sexuellen Angriff – egal, von wem er kommt. Es kann nicht sein, dass sich ein Mann berechtigt fühlt, mit einer Frau alles zu tun, was ihm durch den Kopf geht und es war gut, dass die MeToo-Bewegung solch ein Verhalten anprangert. Aber das darf nicht zur Hexenjagd werden, wie es sich bei Plácido Domingo erweist. Er hat nicht verneint, dass er gerne flirtet und dass er seine damalige Position nutzte, um einen besseren Zugang zu den Frauen zu haben. Das ist zwar kritikwürdig, aber das geschah in den 90ziger Jahren und seitdem wurden keine ähnlichen Vorfälle bekannt. Hätten seine Kolleginnen damals geklagt, wäre es glaubwürdiger gewesen. Ich kannte den Opernbetrieb ganz gut. In den 60ziger Jahren war es üblich, dass jeder Theaterdirektor einen Diwan in seinem Büro hatte, um sich zu entspannen, angeblich. Jede Dame seines Geschmackes, die ein Engagement haben wollte, musste den Umweg über die Liege machen, um den Vertrag unterschreiben zu können. Szenen wie bei Georges Feydeau waren Alltag. Diese Hurerei finde ich widerlich, aber viele Sängerinnen, Tänzerinnen oder Schauspielerinnen betrachteten diese Schäfer-Stunden als üblich. Natürlich muss das entschieden bekämpft werden, aber nicht Zweijahrzehnte später, wie es bei Domingo der Fall ist. Diese Gangart ist ein tolles Instrument, um Menschen kaputt zu machen und gerade das ärgert mich unheimlich. In meiner Umgebung wurden somit Existenzen kaputt gewalzt. In dem Fall, an den ich denke, war es reine Verleumdung, alles erwies sich als falsch. Ich befürchte, dass solche Praktiken immer gängiger werden und das menschliche Zusammenleben, zu einer Qual werden könnte. Manchmal wäre ein wenig mehr Offenheit wünschenswert.

Ständig in Gefahr sein

Wenn ich die Me-Too-Bewegung  ernst nehme – und das tue ich – gibt es Berufe, die man nicht mehr ausüben dürfte. Schauspieler-Sein scheint mir sehr gefährlich zu sein. Sollte man in einer Szene seine Partnerin zu stark an sich drücken, kann das durchaus als Anmache betrachtet werden und as Gleiche gilt beim Film-Kuss. In diesem Fall gibt es nur zwei Lösungen: Entweder man verbietet per Gesetz, dass solche Szenen, sei es im Theater oder im Kino, gespielt werden dürfen oder die Schauspielerei wird staatlich verboten. Es wäre toll, dass Shakespeare vor Gericht ziehen müsste, um als mieser Anreger von Pornoszenen, wie bei Romeo und Julia, lebenslang den Knast beziehen müsste. Natürlich wäre ich auch ein Anreger einer neuen Bücherverbrennung. Liebe Freunde, was ich hier schreibe ist Satire, also bitte keine Zensur! Was ich hier ausdrücke ist ein Zeichen meines Zorns, was die Dogmen von MeToo angeht. Spaß beiseite, wer kann als Schauspieler noch sicher sein, dass man sein Spiel nicht für ein böses Grapschen hält? Und wer es böse meint, kann dazu beitragen, dass ein Kollege arbeitslos wird, indem Märchen erzählt werden, einfach um ihn los zu werden. Die Anhänger dieser Bewegung, sollten sich die Frage stellen, ob das Gefühlsleben sich so gestalten lässt? Das würde bedeuten, dass jeder, der eine Liebeserklärung macht, angeklagt werden kann und dasselbe gilt für den Geschlechtsverkehr. Jede Frau kann nachträglich behaupten, dass sie vergewaltigt worden ist, wenn sie einfach ein Mannsbild loswerden will. Auch solche Fälle habe ich gekannt, die zur Vernichtung des unschuldigen Angeklagten geführt haben. Das Ganze fördert die Denunzierung und in solch einer Gesellschaft möchte ich nicht leben.

Und wo steckt die Liebe?

Ich sage es ganz ehrlich, die Dogmatiker töten die Liebe. Wenn jede Zuwendung als Angriff betrachtet wird, sollte man sich kastrieren lassen und wenn es um die Frauen geht, wäre eine Sterilisation auch angebracht. Ich habe mir die Hölle von Dante so vorgestellt. Lauter hübsche Jungfrauen mit zugenähtem Geschlecht. Nein, ich bin kein alter Bock, der seine sexuellen Gefühle hier schriftlich ausdrücken möchte, eher ein Mensch, der über die heutige Boshaftigkeit sehr traurig ist. Was passiert ist eine Generalisierung, die nur Unrecht mit sich bringt? Klar, ein Monster wie Harvey Weinstein soll die totale Härte der Justiz erfahren, aber er kann nicht als Maßstab für das Benehmen der ganzen Männerwelt betrachtet werden. Ich finde, dass der Absolutismus des Me Too ganz gut in unsere autoritäre Welt passt, bei der leichtfertig Menschen verfolgt werden, die man loswerden will. Ich weiß, dass ich sehr massiv reagiere aber das sollte gesagt werden. Der Mann ist nicht von Geburt an nur ein Schwein! Ich befürchte, dass es unseren Töchtern eingeimpft wird. Ich hatte eine Reportage über die Vernichtung eines Vaters in einem Scheidungsfall gedreht. Die Mutter behauptete, dass er ihre Tochter als Baby missbraucht hätte. Seine Gattin wollte damit Kapital schlagen und ihn fertig machen. Der ständigen Erpressung, der er ausgesetzt war, machte ihn zum Invaliden. Natürlich muss jeder Missbrauch verfolgt werden, aber es muss auch gesagt werden, wie man die Wahrheit manipulieren kann. Ich würde begrüßen, wenn die Me-Too-Anhängerinnen auch über solche Missständen berichten würden.

Liebe kann nicht nur platonisch sein

Die schiere Wahrheit hat uns eingeholt. Die Vorstellung, dass die ideale Liebe nur platonisch sein kann, ist einfach an den Fakten zerbrochen. Ich möchte hier über die Missbrauchsfälle schreiben, die dabei sind, die Kirche zu vernichten. Egal ob Kind oder Erwachsene, innere Gefühle sind eng mit dem Körperlichen verbunden. Das wurde uns angeboren und ist keineswegs trennbar, was die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, die 1669 in Paris veröffentlicht wurden, bestätigen. Eine sinnliche Korrespondenz, die uns anregen sollte umzudenken. Was will ich damit sagen? Der Sex ist untrennbar von der Seele zu betrachten. Hier sollte man sich erzieherische Gedanken machen und nicht ständig Trennungslinien ziehen. Es geht um eine Symbiose, die für mich das Leben bedeutet. Ich denke, dass viel Brutalität durch die Wortlosigkeit entsteht und dass die Menschen derart gehemmt sind, dass sie sich nicht, wie König David  im hohen Lied, offen darstellen. Sehr oft sind die Vergewaltiger total gehemmte Menschen, die sich nur durch Gewalt ausdrücken können, die jedes intimen Worts vermeiden, aus Angst sich zu blamieren. Um konstruktiv gegen den Missbrauch zu kämpfen, fände ich gut, dass Me-Too sich mit der Erziehung befasst, neue Wege der Aufklärung anregen sollte. Nur mit der Keule zu hantieren – so berechtigt sie auch in vielen Vorgängen ist – wird auf lange Zeit nichts nützen. Die Kinder müssen endlich angesprochen werden, um vor der Liebe kein Tabu entstehen zu lassen als etwas Verbotenes. Das wäre ein höchst wichtiger Beitrag zu mehr Eintracht.

 

 Das Gedicht

 

Liebe als Dogma zu bezeichnen,

führt zum Tod der Gefühle, letztendlich

zur Gewalt. Das „Ich“ derart auf Grund

der Sexualität zu symbolisieren ist

Willkür, Sex-Faschismus, der nur an Hand

de Virilität eingestuft wird, nicht auf Grund

der Sensibilität, die eines Paares zum

Paradies führen sollte. Barsche Handlungen,

die mit Recht von Me-Too angeprangert

werden, die die Liebe in den Dreck ziehen,

die sie als anrüchig erscheinen lassen und

doch ist sie ein Geschenk Gottes!

 

Alleine der Geistesaustausch reicht nicht aus.

Er muss innerlich empfunden werden und

durch eine absolute Nähe gestärkt werden.

Die Haut streicheln, sie in sich durch die Hand

zu verinnerlichen. Der sanfte und erotischer

Geschmack des Kusses auf sich wirken zu

lassen, ihn als Zeichen des Unendlichen

empfangen zu können. Und das Eindringen

als Apotheose, die die Liebe als unsterblich

erscheinen lassen sollte. Spielt sich das so ab?

Nein, weil sie immer mit dem Makel des Totes

konfrontiert wird, was zur Gewalt führt.

 

Und jetzt steht er da, wie ein begossener Pudel.

Da er keine passende Worte fand, um seinen Trieb

auszudrücken, wurde er handgreiflich. Da

er nicht lieben kann, glaubt er den Macho spielen zu

müssen. Ein Mann, der in der Wüste steht, der unfähig

ist eine Zuwendung zu erfahren, der zum Grapscher

wird, was ihn völlig banal macht. Merkt er nicht,

dass er seine Würde somit weggeworfen hat,

dass er nur schwanzgesteuert ist? Und das er

somit verdorrt, ohne sich darüber bewusst zu

sein. Vielleicht der wahre Grund, dass er sich

in seiner Zelle erhängt hat.

 

Alles Liebe Petra.

Trotz Me-Too umarme ich dich!

 

Pierre

//pm

 

 

Liebe Petra,

es rumort in mir. Hier was mich quält:

Ist Eugenik bei den Bienen angebracht?

Ich habe gerade einen Artikel gelesen, in dem eine Aussage des amerikanischen Bienenforscher Thomas Seeley weitergegeben wurde, in der er behauptet, dass sich – im Staat New York 90.000 wild lebende Bienenkolonien – durchaus gegen die Angriffe der Milben wehren und als gesund betrachtet werden können. Für ihn ist das der Beweis, dass sie in der Lage sind, sich selbst zu retten. Sie hätten das 50 Millionen Jahre gepackt, warum sollten sie jetzt sterben? Ihr inneres Ökosystem wäre total anpassungsfähig, auch gegen die Pestizide oder andere Chemikalien. Daran habe ich meine Zweifel, wenngleich sich in Tschernobyl die Natur mit der Radioaktivität arrangiert hat. Wenn man Thomas Seeley glaubt, müssten wir hinnehmen, dass enorm viele Bienen zuerst sterben werden, bevor ein Neubeginn überhaupt in Gang gesetzt werden könne. Somit wäre die Grundversorgung der Milben beeinträchtigt und auch sie würden sterben. Nur die stärksten Bienen würden überleben. Normalerweise passen die Schädlinge sehr auf, dass sie die Stöcke nicht vernichten. Das war der Fall als die Milben nur in Asien vorhanden waren. Sie konnten in einem normalen Verhältnis mit ihren Gastgebern leben und schadeten sich gegenseitig nicht. Als sie nach Amerika und Europa auswanderten, war die enorme Quantität an Imkereien der Anlass, dass sie ihr Gleichgewicht verloren und alles auf ihrem Wanderzug vernichteten. Sie mussten keine Rücksicht auf die Stöcke nehmen, da sie sich wie in einem Selbstbedienungsladen befanden. Das erinnert mich sehr wohl an die Menschen. Wird uns das Gleiche passieren, wenn wir uns immer weiter vermehren?

Was Thomas Seeley schreibt, versetzt mich in Angst und Bange!

Was der Bienenforscher im Rahmen seines Gebietes feststellt, wäre eine schiere Katastrophe, wenn es um die Menschen geht. Eigentlich würden die Thesen der Eugeniker sich bestätigen, was für mich eine schreckliche Vision wäre. Das würde bedeuten, dass es ein enormes Menschensterben geben müsste, um unseren Planet und seine Lebenswesen zu retten und das wäre nur mit Kriegen, Vernichtungslagern oder dem Auslassen von jeglicher medizinischer Versorgung, mit dem Ziel die Lebensdauer zu verkürzen, zu erreichen. Die Kindersterblichkeit müsste sich drastisch erhöhen. Diese Vorstellung ist mir völlig zuwider. Das wäre für mich die Erkenntnis, dass der Fortschritt, wie wir ihn betrachten, völlig daneben liegt. Thomas Seeley hat sicherlich total recht mit seinen Behauptungen, aber das würde bedeuten, dass Milliarden von Menschen frühzeitig sterben sollten, um Platz „den Zeugungs-Tüchtigen“, diejenige die wertvolle Spermas besitzen, Platz zu lassen, die anderen sollen gefälligst krepieren. Das mag ein Gesetz der Natur zu sein, aber es widerspricht jeder religiösen Ethik. Das würde bedeuten, dass es gut wäre, dass ein Teil der Menschheit verhungert oder im Mittelmeer ertrinkt. Hitler und seine Jüngern lassen grüßen. Es schaudert mich, wenn ich daran denke.

Ist die Passivität, was die Klimaerwärmung angeht, Selbstmord?

Es mag sein, dass der Mensch durchaus fühlt, dass er sich teilweise selbst vernichten muss, um das Leben auf diesem Planet zu erhalten. Nur so ist heute das Verhalten einer großen Mehrheit unter uns zu verstehen. Wir sind dabei, an unserem Ast, auf dem wir sitzen, heftig zu sägen und wissen sehr genau was uns blüht, aber haben nicht die Kraft uns gegen diesen fatalen Trend quer zu stellen. In diesem Fall wäre Donald Trump der Vorbote des gewaltsamen Todes, der uns droht. Er führt das aus, was ich die negative Evolution der Menschheit nenne. Wie Hitler hat er die Vorstellung, dass er alleine sein Volk vor dem totalen Niedergang retten kann u nd das tut er instinktiv, indem er den ganzen Fluch beschleunigt. Da wären wieder bei den Bienen, die sehr wohl spüren, dass Milliarden unter ihnen sich opfern müssen, um ihre Art zu retten. Ich denke, dass der Klimawandel die Funktion des Killers einnehmen und für eine neue Ordnung sorgen wird. Es droht uns eine neue biblische Sintflut, machen wir uns nichts vor, Vater Noah wird ganz schön viel zu tun haben, um ein Paar Prachtexemplare zu retten. Es würde mir nicht gefallen, dass er den Namen Donald Trump trägt. Was sich abspielen wird, kann nur in eine dicke Katastrophe führen und wir werden sie nicht aus eigener Kraft vermeiden können. Er tut mir leid solch eine Botschaft Greta weiterz leiten, aber es gibt Dinge, die in göttlicher Hand liegen, wie die Vernichtung von Feldern durch die Heuschrecken. Wir sind, ob wir es wollen oder nicht, in einem Fluch-Modus.

Der Andere muss blechen, nicht ich.

Es geht um das Überleben, dabei soll immer der Andere das Opfer sein. Niemand ist bereit, selbst das Handtuch zu werfen, was normal ist. Anstatt eine Situation gemeinsam zu meistern, werden Anschuldigungen ausgesprochen, die völlig überflüssig sind. Dieses Phänomen erleben wir zurzeit und das bringt die ganze Menschheit in größte Gefahr. Warum kommt es dazu? Weil es keine Antwort gibt, was die Demographie angeht. Wenn die Weltbevölkerung sich weiter so rasch entwickelt, gibt es keine andere Lösung als den größten Genozid, der die Welt erlebt hat, zu provozieren, um die Bevölkerung zu halbieren. Das ist nicht akzeptabel, weil es Mord ist. Die Europäer haben gesehen, wohin es führen kann. Der totale Horror. Es gibt einen guten Grund, verzweifelt zu sein. Können wir einfach hinnehmen, dass Millionen Menschen von Naturkatastrophen in den Tod gerissen werden? Nein, weil es nicht unserer Ethik entspricht. Hilfe ist ein Gebot Gottes. Wäre es also möglich, die Menschen dazu zu bewegen weniger Kinder auf die Welt zu  setzen? Das Beispiel China hat gezeigt, dass eine Geburtsbremse nicht funktioniert. Obendrein macht die Kirche alles, um eine vernünftige Familienplanung zu verhindern! Wenn man sie zu den gegenwärtigen Problemen anspricht, hat sie keine Antwort. Von einer Fügung Gottes zu sprechen ist heute nicht hinnehmbar. Zieht sie es vor, dass Kriege angezettelt werden und dass Millionen Menschen elend sterben? Ganz schön feige solch eine Haltung.

 

Das Gedicht

Nein, ich habe es mir schwer gemacht

heute diese Texte zu schreiben, weil ich

den Eindruck habe, dass die Welt sich am

Abgrund befindet und dass wir

Menschen, keine Lösungen anzubieten

haben. Ich liebe zu sehr das Leben,

um meine Gefühle zu verbergen. Es

geht mir darum mit mir ehrlich zu sein

und das zum Ausdruck zu bringen, was

sich tief in mir abspielt. Eine Mischung

von irrationaler Hoffnung und Verzweiflung!

Und doch soll es weiter gehen… oder?

 

Nein, ich fand mich verpflichtet offen

zu schreiben, was ich auf der Seele

habe. Ich verurteile jede Art von

Manipulation, was die Natur angeht.

Haben wir sie so krank gemacht, dass

sie sich rächen wird? Uns letztendlich

zum Teufel zu schicken? Bei mir wäre es

egal, aber ich denke an all diese Kinder,

die unsere Schuld tragen werden, ohne

etwas angestellt zu haben. Es ist sinnlos

Gott anzuflehen, wenn wir für unseren

Sünden nicht gerade stehen!

 

Rette sich wer kann, diese Schreie höre ich

endlos und sie verursachen bei mir

Ekel, weil sie sich nur auf uns richten.

Keine Nachsicht für den Mist, den wir

verursacht haben. „Gott ist mit uns!“ Ist er

das wirklich? Solange wir alles platt walzen,

können wir nicht erwarten, dass ein Spross,

die Erde durchbricht. Nicht wie in Tschernobyl,

wo junge Bäume den Beton zerbrochen haben.

Soll es so weit kommen, um zu erreichen, dass

endlich Hoffnung in uns aufkommt? Sollen

wir verseucht werden, um uns endlich zu besinnen?

 

Trotz allem liebe ich das Leben, Petra.

 

Ich wünsche Dir alles Gute!

Umarmung!

 

Pierre