Mit dem Wort, mit der Erfindung von Schriften, mit der Entstehung der Sprache entstand das Versprechen. Entstand im wahrhaftigen Sinn des Wortes überhaupt erst eine Kultur und somit eine kulturelle Entwicklung des Menschen. Nun also mit dem Wort begann es. Bin ich manchmal nicht der Liebhaber der vielen Worte im realen Leben, so sind sie mir die Liebsten unter den Errungenschaften. Man weiß herrlich genau woran man ist, oder etwa nicht? Wissen steht niedergeschrieben in Worten, Lehren lernten sich weiter aus Worten, Worte bilden Geschichte. Und sie bilden Geschichten, wie wir wissen. Nichts, rein gar nichts ist mächtiger als das Wort. Keine Musik (außer instrumental) ohne Worte (Lyrik), keine Filme, keine Texte, keine Kunst, kein menschliches Miteinander. Worte, es sind ja nur Worte…nö, sie sind Grundstein realer Kulturen.

Das Wort dreht sich in deinem Mund, das Wort setzt den endgültigen Siegel unter deinen Vertrag der Zukunft, das Wort katapultiert dich in die Sicherheit, in den Abgrund und überall hin. Was könnte mächtiger sein als das Wort? Nichts. Mehr Respekt also gegenüber dieser Kostbarkeit, die mehr bewegt als alles andere. Kein Fortschritt, keine Wissenschaft, keine Mondladung, aber auch kein Krieg. Naja, ich wollte nur mal klar stellen, dass jeder, der sich beruflich oder auch privat mit dem Wort auseinandersetzt und von Worten umgeben ist (geht ja nicht anders) auch verstehen muss, wie bedeutend eigentlich das Wort so wirklich ist. Es denkt ja heute kaum noch jemand darüber nach, deshalb mein Plädoyer für die Sprache und seine Wortspiele, die manche so hervorragend beherrschen, dass einem die Spucke wegbleibt. Gibt´s ja…wie so vieles, aber immer sind es die Worte, die gebraucht und missbraucht werden.

„Nehmen sie mich beim Wort. Mein Wort gilt. Oder ich spreche es nicht, “ wären meine Worte, deren Inhalt stets überprüft werden will. Allzu oft versprochen und gebrochen? „Ein Versprechen brechen, ist ein Verbrechen! Geben sie ihr wahres Wort nur dann, wenn es die Wahrheit ist,“ wäre mein Wunsch. Klar, ein Idealist, ein Träumer, ein surreal denkender Mensch? Leider auch wahr, aber dazu gibt es eben Worte. Worte, die analysieren, niederschmettern, verurteilen, beurteilen, abwägen, entscheiden. Wie auch immer sie es drehen und wenden, bedenken und drum herum rennen – es ist immer das Wort. Nur ein Wort, mehrere Worte…   

Und was unsere deutsche Sprache anbelangt: Im Internet fällt mir erschreckend oft auf, dass Deutschsprachige sich dem allgemeinen englischen US-Kauderwelsch anpassen und dabei ihre eigene Sprache schier verleugnen. Schade, wenn man seine eigene Kultur verleugnet und seine eigene Sprache verstecken will.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

 

Was gilt der Mensch ohne Attraktivität? Reden nicht alle ins gleiche Rohr pustend davon, wahrer Glanz und Schönheit kämen von innen? Und sind es nicht genau diejenigen, die als erstes ihre Fettfingerchen nach den Leckerbissen ausstrecken? Ist nun der Afghane mit seinem Samtkleid, das im Wind weht, Vorzeigeobjekt oder vielleicht doch die unrasierte Mischung aus Bulldogge und Rehpinscher? Empirische Auswertungen liefern die niederschmetternden Ergebnisse: Chefs stellen tatsächlich lieber gutaussehende und hochgewachsene Menschen ein. Ihnen wird von vorneherein Kompetenz, Intelligenz und Attitude nachgesagt und natürlich stimmt das nicht immer. Wir betonen zwar, dass wir Kopfmenschen sind und Charme, gepaart mit Humor, jeden Menschen attraktiv erscheinen lassen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Schönheit um jeden Preis, lautet das Motto unseres Jahrhunderts und wer der Idealnorm nicht entspricht, wird gerne mal kurzerhand ausgetauscht. Modischer Verschleiß auf Human-Ebene. Die Erwartungshaltung ist sehr groß, die Anforderungen ebenfalls und dafür wird nahezu alles getan, wenn man es sich leisten kann. Spritzen, Spitzen, Notfallplan, alles dran, alles falsch. Wohin bloß mit dem Doppelkinn, wohin nur mit dem Haarausfall? Verdammter Mist, du musst was tun! So will dich doch keiner haben! So gehen wir innerlich deprimiert, höchst verunsichert und ängstlich ins Gespräch und hoffen, dass der Geist wenigstens mitmacht, sonst hinterlässt man eine blasse Spur. Ideale, Idole, Stars und Illustrierte zeigen uns den Blick auf das, was wir nicht sind. So stopfen wir weiterhin den Kuchen in uns rein, kapseln uns ab auf´s Sofa und tun so als ob wir wahre Helden sind. Es ist die Angst, nicht zu genügen. Diese Angst sitzt uns wie ein Dämon im Nacken, der uns zuflüstert, dass wir so unglaublich hässlich sind. Geschafft! Die Medien haben es geschafft, die Filmindustrie, all die Menschen, die von Natur aus beschenkt wurden, die aber beileibe nicht die Allgemeinheit sind. Und so hetzt du weiter…träumst von Schönheit und einem faltenfreien Leben, verarschst dich, indem du stets schlaues Zeug von dir gibst. Damit wenigstens etwas von dir hängenbleibt, am Aussehen kann´s ja nicht liegen. So, du armes Schwein, heb dein Glas und proste dir vor dem Spiegel zu. Die Heilige Fresse ist nicht gelungen, dafür aber dein reines Herz.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

Von Stutenbeisserei und anderem Trockenpflaumen-Schiss kann man gar nicht genug haben. Schon morgens früh hängt die Fresse gewölbt nach unten. Von Lachfaltenspuren keine Spur, nicht einmal bei genauer Suche mit der Vergrößerungsbrille auf der Nase. Gibt´s natürlich überall, werden sie sagen, aber es gibt Orte, an denen die bissigen Stuten vermehrt auftreten. Humor? Fehlanzeige, gibt es nicht. Stoisches Geschleime bei Chefs und Vorgesetzten ist allerdings garantiert und immer wieder beeindruckend, wie der Wind den verlogenen Dreck genau dorthin pustet, wo keine Lunte gerochen wird. Es geht ja schließlich um ganz andere Dinge als um das Zwischenmenschliche und Respektvolle – Hauptsache es läuft nicht einer davon und erträgt weiter diesen Rotz. Unsichtbare Eisberge mit spitzen Spitzen fein nach unten und innen drinnen gerichtet, aber man spürt sie deutlich und wenn´s dann rollt, dann sind es Gletschermassen mit Geröll, Schutt und Gepolter. Unerträglich diese humane Eiszeit und jeder scheint sie zu kennen. Teamwork, Warmherzigkeit, ein Lächeln… es könnte doch so verdammt einfach sein! Das weibliche Arschloch erkennst du daran, dass es früh morgens mit welkem Gesicht ohne einen eigentlich selbstverständlichen „Guten Morgen-Gruß“ auf dich zugerollt kommt und dir den gesamten Frust des eigenen beschissenen Lebens vor die Füße wirft. Du kommst nicht mal dazu, irgendwas zu sagen, da prasselt ein hasserfüllter Redeschwall, wie „auf dich kann man sich nicht verlassen. Warum hast du das nicht fertig gemacht? Wieso können die dich alle nicht leiden?“ usw. auf dich ein und du bist geschockt. Geschockt, weil das aus dem Nichts kam, ohne dass überhaupt etwas Fundamentales passiert wäre. „Naja“, deine schulterzuckende, beschwichtigende Antwort. „War eben nicht möglich.“ Aber gemeinsam hätte man es fröhlich pfeifend stemmen können, insofern? Genau. Da liegt der Köter begraben, der lausige, gemeine Angriff auf deinen sanften Seelenfrieden. Warum bloß so übel gelaunt, wenn die Sonne scheint, Lady? Zu wenig Trockenpflaumen gegessen? Sie sollen bei Verstopfung helfen…

Wir werden es nicht erfahren, was in diesen alten Klappergaul gefahren ist, aber so ist es mit den Stuten, die ihr Leben lang brav an der Trense gegangen sind und die Wild-Pferdinnen einfach nicht ausstehen können. Ganz einfach, weil ihr verkacktes Leben voller Neid und innerlichem Hass ist, das ein Ventil suchte und im schlimmsten Falle bist du es, den es trifft. Wirf´ also besser die Mähne in den Nacken, bäume dich auf und galoppiere in die Freiheit. Edle Stuten ticken anders.

 

© Petra M. Jansen

 

http://jansen-marketing.de

Stehst morgens im Dunkeln auf, tappst abends im Dunkeln ins Bett. Wo sind bloß deine Pillen? Kopfschmerz, Rückenleiden, Schultern und die Hüfte wie gelähmt. Lach bloß! Ein Lachen ist der Schlüssel zum Verkauf. Spielt keine Rolle, ob dir danach ist, ist so vollkommen egal. Du tust das, weil man es so erwartet, dabei gefriert dir deine Seele im Leib. Etiketten drauf, Rabatte raus, Sortiment gestrafft, deine Freizeit immer mehr gerafft. Wird alles an den Mann gebracht, 1A Qualität. „Made in China/ Taiwan“ wird schnell überpappt, wäre doch ein Wunder, wenn das liegen bleibt. Falls das Zeug zum Ladenhüter wird, geht´s ab in die Ecke, wo der Ramsch das Herz des Schnäppchenjägers Purzelbäume springen lässt. Na hoffentlich lässt der auch was springen, der gute Mann! Abgescannt schiebst du dir mal schnell einen Riegel Schokolade als Nervennahrung rein, sehen darf das aber keiner. Essen, Trinken, Rauchen unerwünscht, sonst klingelt´ s bei dir bald nicht mehr in der Kasse. Ach was, wir sind alle selber Kunden und wissen wie´s so geht. Freudig erwischen wir ein schönes Stück, ein kleines Stückchen Glück für unsere kleine Hütte. Brauchst du das denn überhaupt? Klar, wir sind die Konsumenten! Die schuften tagein tagaus hart am Limit, um das verdiente Geld wieder quer um den Erdball zu investieren. Ethik ist hier fehl am Platz, der König wird umgarnt, dass sich die Balken biegen. Für den König wird nur das Beste gut genug sein, also lach gefälligst! Du siehst heute blass aus, die Nacht war sicher schlaflos. Gedanken der Angst beschleichen dich, Sorge um deinen Arbeitsplatz. Dem du nichts mehr abgewinnen kannst, als zu hoffen, dass dein Körper noch lange mitmacht. Wenn nicht, bist du altes Eisen. Etwas Rost auf deinem Haupt und dein Platz in der sozialversicherten Gesellschaft ist ein Haufen Schrott. Also ran an die glückselige Botschaft, dass dein Kunde sich glücklich schätzen darf, von dir umgarnt zu werden. Weihnachten ist seit einem Tag vorbei und du verkaufst die Osterhasen. Zum Lachen diese wuscheligen Ohren, das Huhn legt schon seit letzten Sommer bunte Eier. Was also willst du? Ist doch alles in Ordnung, der Rubel rollt, die Produktion steht nie still. Deine Tränen, die du sorgsam verbirgst, weil du keinen Sinn in dem Unsinn siehst, sind nicht wichtig. Schluck die Pillen, nimm einen Happen Energie, schlaf dich aus. Morgen ist wieder ein Tag, an dem du Schrott zu Gold werden lässt. Und denk dran: Auch die Ärzte brauchen Nachschub.

 

© Petra M. Jansen

 http://jansen-marketing.de

Wenn das – was in der eigenen Region als DIE paarungswilligen und höchst interessanten Leute vorgeschlagen wird – ein guter Durchschnitt sein soll, frage ich mich, ob man lieber kotzen, heulen oder schweren Herzens akzeptieren sollte, dass der (von Tinder angebotene) „Durchschnitt“ nach ganz unten abgesackt ist. „Hast du schon den Ritchie aus Sachsen-Anhalt?“, fragte meine Kollegin, offenbar ein wenig angepisst, weil sie heute noch keinen Matsch, äh kein Match bekommen hat. Nach links gewischt, ist weg. Nach rechts gewischt, könnte einen Wisch mit dem Taschentuch nach getanem Wichs bedeuten. Aha, da haben wir´s! Reduktion auf die animalischen Triebe des Menschen. Ich sehe nur Köpfe mit – nach unten abgeschnittenen – Hälsen und Damen, die ihre Vollpolster-Brüste mit dem Charme einer Elefantenkuh zur Schau tragen. Ja, von rechts nach links gewischt und das Ego des Unbekannten bekommt eins gewischt. Unwiderruflich weg damit, so ist´s recht, geistige Hohlheit inbegriffen. Das ist die Wegwisch-0-Werte-App auf höchst fragwürdigem Niveau, aber kann man das hier überhaupt erwarten? Facebook-Profilbilder sind der direkt verknüpfte Weg ins Paradies der endlosen Vögelei mit Ekel-Touch. So kann man sich bei Fxxxbook schon mal vorher anschauen, was Tinder dann lieber in Badehosen und tiefem Dekolleté anzeigt. „Nur aus beruflichen Gründen hier“, so lautet die Standardausrede der erwischten Wischer-Kollegen. Verwichst aber auch. Upps… verflixt aber auch – erwischt! Wie konnte das passieren? Die garantierte Peinlichkeit ist das einzig Wahre an der virtuellen Sex-Dating-Börse.

„Also, auf „Dirty Sex“ stehe ich nicht“, lautete der Slogan eines Araberhengstes. Nein? Eigenartig, gerade die wissen doch nicht wohin mit ihren überquellenden Eiern. „Besser du hasst mich für das, was ich bin, als für das, was ich nicht bin“, so der platte Spruchaustausch oder „Carpe Diem – Carpe Noctem“. „Ich hasse so ziemlich alles, sei also froh, wenn DU nicht dazu gehörst.“ Öhm, danke! Auch gut: “Ich bin kein Passwort, wo du drei Chancen hast“. “Besser ein Quickie als Schicki Micki“ oder solche idiotischen Textsprüchlein aus dem Netz, wie „ich bin tausend Mal durch die Hölle gelaufen, da kommt´s auf das eine Mal auch nicht mehr an“ und „entscheidend ist, wie oft du wieder aufstehst, wenn das Leben dich hundertfach zu Boden gedrückt hat“, blablabla. Gibt´s noch mehr solcher geistreichen Aushängeschilder für die offenkundige Blödheit? Damit es auch beim letzten ficksüchtigen Idioten auf „Love-Tinder“ angekommen ist: Zur klugen Vermehrung der menschlichen Rasse taugt dieses genetische Erbgut nix, aber für ein schnelles Abladen des Penis-Frustes langt´ s allemal“.

Ich muss lachen bei den ganzen Badehosen-Trägern und weiblichen Schmollmündern, die sich vor die Handy-Linse geschoben haben, damit die Matches hoffentlich zum Erfolg auf den nächsten Parkplatz oder ins Apartment führen. Tipp: 100x knipsen ergibt das passende Bild und stets von schräg oben ansetzen, das macht allgemein etwas schlanker. Kondomverwendung ist ebenso ratsam wie notwendig und empfehlenswert wäre die Vorlage eines aktuellen HIV-Testergebnisses bevor es zur Sache geht. Vergessen die halt immer – vor lauter Lust auf den garantiert zu erwartenden nächsten Frust.

Der nächste Vorschlag war ein Angegrauter, der wohl noch kräftig im Saft stand, wenn ich seiner Aussage „bei mir kracht die Hose“ glauben darf. Nur zum Spaß match-te ich den mal und bekam sofort ein Ganzkörperfoto (bestimmt hängen die Glocken heute tiefer). „Süße, was mag denn deine Muschi besonders gerne?“ „Sanftes Lecken, immer stärker… und DU kannst mich echt mal am Arsch lecken!“ Das waren meine letzten Worte bevor ich diesen perversen Schmodder löschte. Morgen gehe ich in den Baumarkt J

Hohes Suchtpotential bei dieser Dating-App für Handy-User und für verferkelte, anonyme, frustrierte oder emotional verdrehte Leute, die es nicht schaffen, auf normalem Weg einen Partner zu finden. Kontaktscheu und alleine sitzen sie zu Hause und wischen sich die Phantasie ihres Begehrs digital in die Hütte. Fehlanzeige! Es wird nicht kommen, was sie sich erhoffen. Vielmehr fallen sie auf eine virtuelle Kontaktschmiede rein, beuten ihre Emotionalität aus und werden zum sexuellen Spielball von vielen. Promiskuität kann hier hemmungslos ausgelebt werden, das machen ja schließlich alle. Alle? Nein, sicher nicht. Für einen Menschen, die sich selbst achtet, gesunden Stolz und ein gefestigtes Gefühl zu sich selbst besitzt, ist das großer Mist. Was um Himmels Willen die Leute auf solch eine hirnrissige Plattform bringt, ist für mich nicht nachvollziehbar und ich muss auch nicht alles gut finden, was der Singlebörsen-Markt hergibt. So verdammt einsam kann man eigentlich gar nicht sein und die Grenzen liegen bei mir dort, wo der gute Geschmack, die Ethik, der Anstand und der Selbstrespekt mit Füßen getreten werden. Love me Tinder, love me true, all my dreams fulfilled. Really?

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

wenn fehlgeleitete Symptome eine Tragödie hervorgerufen haben, sollte nicht n u r sie der Mittelpunkt sein sondern immer auch die Ursachenforschung. Wir schieben vieles auf „menschliches Versagen“ und übersehen dabei, dass wir selbst die Gesellschaft sind, die dieses auslöst! Medien spulen immer wieder das Gleiche ab – zweifellos überall Tragödien, aber nichts im Vergleich zu den weltweiten Kriegen, Menschen, die verhungern, irgendwo massenhaft verrecken. Massen-Hype auf BILD-Niveau hat bisher niemandem geholfen, außer der trägen Masse Futter zu liefern für polierte, geschliffene, sensationsgeile Gehirne. Aufwachen! WIR sind die Gesellschaft und der Verursacher solcher Tragödien und stehen jeder einzeln auch in der Verantwortung.

Therapien sind eine erprobte Art und Weise, die Abgründe der menschlichen Psyche zu erforschen. Manchmal gelingt es und manchmal bleibt es an der Oberfläche stecken. Es gab immer schon empfindsame Menschen, die es sehr schwer hatten und in früheren Zeiten war das oft noch weitaus schlimmer – es geriet nur nicht an die Öffentlichkeit. Heute sind psychisch Angeschlagene überall und es ist schon fast so, als ob wir unnormal wären, wenn wir nicht mindestens eine Neurose, manisch-depressives Verhalten, Borderline, krankhafte Zwangshandlungen, Burn Out oder Ähnliches haben. Das gibt den Freischein zum Ausruhen oder für die Tatsache, seine Entscheidungen n i c h t umzusetzen oder eine klar definierte Stellung zu beziehen. Ich will eine psychische Erkrankung nicht verleugnen, aber wer sagt, dass das Leben nur ein Paradies sein muss? Mal abgesehen von den Irren, die den zu vögelnden Jungfrauen im Paradies nach hecheln bevor sie sich in die Luft sprengen. Unsere Erwartungshaltung ist absurd und realitätsfremd. Tod, Probleme, schlechte Gefühle, Frustrationen, Müdigkeit, Versagensängste, Trägheit – all das gehört zum Leben dazu, aber w i r werten es als „krank“. Der Rest der Welt darf gefälligst weitermachen und sich dem alltäglichen Dauerstress weiterhin aussetzen. Der „Kranke“ findet Entschuldigungen für sein schlappes Dasein und den nicht vorhandenen Kampfgeist, es mit Problemen (oft selbst geschaffen) aufzunehmen. Mögen die Menschen da draußen das hart finden… aber kämpfen sie sich durch´s Leben mitsamt den Auf und Ab´s, mitsamt dem Unglück, mitsamt der Trauer oder schwerwiegenden Problemen. Wer das tut, entscheidet selbst, wie man damit umgeht und niemand erwartet, dass jeden Tag die Sonne scheint. Wir sind verwöhnt, denke ich, uns geht´s zu gut. Wir wollen stets den gleichen GLÜCKS-Zustand und darin liegt die Crux – es gibt ihn nicht! Verzweiflungstaten und Tragödien, bei denen Menschenleben geopfert werden, sind in meinen Augen Taten eines innerlich schwachen Menschen, der die unrealistische Vorstellung hat, alles müsse perfekt sein und man müsse jederzeit funktionieren und es allen Recht machen. Unsinn! Niemand muss dauerhaft Höchstleistungen vollbringen, aber er muss lernen, seine Grenzen zu erkennen und vernünftig eine Balance zu finden, damit keine innere Überforderung entsteht, die final zum Kurzschluss führt.

Auf der Psychocouch hat man dann endlich d e n inneren Feind gefunden, den es gilt, mit allen Mitteln zu bekämpfen anstatt ihn zu akzeptieren. Na, endlich hat man den Grund für das eigene Waschlappen-Dasein gefunden!  Da könnte der Glaube an den lieben Gott eventuell helfen, aber ein realistischer Blick auf die Tatsache, dass Leben nicht immer reibungslos verläuft und auch oft von sehr schlechten Emotionen begleitet wird, dürfte hilfreicher sein. Also Arsch hoch und kämpfen für das was wir sind: Menschen mit Fehlern und Schwächen, die sich auch mal elend fühlen dürfen – das ist durchaus legitim. Heute lustig, morgen traurig, übermorgen lala, so ist das Leben eben.

Bei mir klingeln immer wieder die Glocken, aber nicht die von Jesus´  Auferstehung. Jesus ist gestorben, er ist tot und an den lieben Gott glaube ich nicht – auch nicht an Allah oder sonstige, schräge Gottheiten. Ich glaube an das Leben und ich glaube an die Kraft, die hinter einem positiven Denken steht. In der Natur verkümmert das, was nicht lebensfähig ist und geht unter. Allerdings nehmen die Tiere nicht noch 150 ihrer Artgenossen mit ins Jenseits, das unterscheidet uns. Amen.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

 

Reden wir nicht von den Arbeitnehmern, die in höheren Etagen beschäftigt sind. Mein Augenmerk gilt heute den vielen geringfügig Beschäftigten und Angestellten, die eine harte körperliche Arbeit verrichten und deren Lohn in keiner gesunden Relation zu ihrem Einsatz steht. Dass Pflegepersonal, Krankenpfleger, Altenpfleger, Kindergärtner und viele andere unterbezahlt sind, ist bekannt und wird in den Medien mehrmals täglich diskutiert. Händeringend wird nach Nachwuchs gesucht, aber so lange sich das Verhältnis von Arbeitseinsatz und Leistung nicht im Gehalt widerspiegelt, wird es in diesen Berufen nur wenig Änderung geben. Wer hat schon Lust auf harte und gesundheitsschädliche Schichtarbeit, die nach einigen Jahren mit Sicherheit ihren körperlichen Tribut fordert, wenn die Kohle am Monatsende so wenig ist wie es im Moment der Fall ist? Auch Bauarbeiter sind harten Bedingungen ausgesetzt (aber da stimmt zumindest die Bezahlung) und viele andere Berufstätige mehr.

Schnuppert man einmal hinter die Kulissen einiger Betriebe, fallen die schlecht gelaunten und missmutigen Gesichter der Angestellten auf und man darf sich berechtigterweise fragen „Was läuft hier schief?“ Schlechte Beratung – weil dafür schlichtweg keine Zeit ist – und muffige Antworten, das ist leider oft die Realität. Dabei gebe ich nicht unbedingt den Menschen die Schuld, obwohl einige davon sicher absolut ungehobelte und unfreundliche oder vom Leben gebeutelte Leute sind. Vielmehr darf man feststellen, dass hier wochenlang mehr als 10 Stunden täglich gearbeitet werden und am Jahresende über 120 – 180 Zusatzstunden auf dem Zettel stehen. Akkordarbeit! Saisonale Engpässe im Personal werden nicht mit Aushilfen gestopft sondern mit einer Dauerbelastung des bestehenden Festpersonals, das auf dem Zahnfleisch kriecht. Zusammenbruch vorprogrammiert, ebenso eine hohe Ausfallquote wegen Krankheit. Das Unternehmen selbst ist kaum interessiert an dem Verschleiß seiner Beschäftigten – sie können ja beliebig ausgetauscht werden. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, ist verschlissen und so werden eben kurzerhand neue Mitarbeiter eingestellt. Kleine Abfindung und der Fall ist erledigt. Es geht wie immer um Profit und um einen möglichst hohen Abverkauf der Waren und die Geschäftsleitung der Konzerne gibt klare Anweisungen, welche Mengen in welcher Zeit auf den Ladentisch geschafft werden müssen. Unter welchen Bedingungen das erfolgt, interessiert in der obersten Chefetage niemanden. Traurige Wahrheit vieler Unternehmen, speziell der Ketten oder Franchise-Firmen, die straffe Hierarchien und ebenso straffe Tempovorgaben haben. Handelt es sich um verderbliche Ware, muss der Warenumschlag umso schneller erfolgen und die Beschäftigten müssen einen Zahn zulegen. Krankheiten wie Burn Out, Rückenschmerzen, Kreislaufzusammenbruch, Überbelastung der Gelenke, Herzinfarkte und vieles mehr sind die Auswirkungen der modernen Sklavenhaltung. Anders kann ich es nicht nennen, wenn Menschen ihr Bestes geben, das nicht genug ist und sie vor Erschöpfung und Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, zusammenbrechen. Wie ein alter Gaul, der unter den Taglasten zusammenbricht… das sind Arbeitsbedingungen in einigen Berufen, die dringend an den Pranger gehören. Dabei wissen wir alle, dass die oberste Etage mehr als ausreichend verdient, die Unternehmen schwarze Zahlen schreiben und es ein Leichtes wäre, in Stoßzeiten oder saisonal anstrengenden Zeiten, Personal aufzustocken, um ein wenig Entlastung in den Ablauf zu bringen. Wer das nun viele Jahre durchhält, hat einen Orden verdient und meinen allerhöchsten Respekt, denn es gibt auch einfachere Jobs.

Den Politikern ist es durchaus bekannt, dass viele Arbeiter-Jobs unterbezahlt sind, aber die Antwort auf mehr Lohn ist immer die gleiche: „Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben, die Kosten im Ausland sind deutlich geringer als in Deutschland…“. Aber wir leben in Deutschland und diese Menschen arbeiten für deutsche Unternehmen! Was wäre, wenn sie alle einmal ihre Arbeit niederlegen würden? Hätte man dann begriffen, dass es so nicht weitergehen kann? Während in einigen unnützen Jobs (Management, Coaching und viele andere Berufe, die kein Mensch braucht) die Gehälter explodieren, sind es genau diejenigen, die harte und sinnvolle Arbeit für uns alle machen und am Minimum krebsen. Das muss geändert werden und zwar dringend. Schauen Sie sich um bei all den Kassiererinnen, Verräumern von Waren, Sozialberufen, Gärtnern, Dienstleistern, die so wichtig sind wie die Bienen zum Bestäuben. Wundert es also noch, wenn wir schlecht gelauntem Personal gegenüberstehen? Teilweise sogar ohne Weihnachtsgeld, ohne Urlaubsgeld, ohne mal ein nettes Wort oder eine Motivation seitens der Geschäftsleitung.

Ich sage nicht, dass es überall so ist, aber wenn man tatsächlich einmal einen kleinen Blick hinter die schöne Verkaufswelt wagt, wird man fündig. Im negativen Sinn und dort, wo man es am wenigsten erwarten würde – lassen einen die Produkte ins Träumen geraten und dient doch nach außen alles unserem Wohlbefinden, der Ästhetik und unserem Wunsch nach einem gemütlichen Zuhause. Auf Kosten der Mitarbeiter? Billigpreis-Politik der Ketten auf dem Rücken der Angestellten? Nein danke. Da bezahle ich lieber einige Cent oder Euro mehr und weiß, dass es den Leuten, die mich bedienen, gut geht, sie fair behandelt werden und leistungsgerecht bezahlt. Fazit: Kaufen sie besser nicht dort ein, wo die Mitarbeiter völlig geschafft und übel gelaunt wirken. Bezahlen Sie einige Cent mehr für eine anständige Behandlung und Bezahlung der Beschäftigten. Sie kaufen doch auch sonst kein verdorbenes Fleisch, oder? 😉

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

 

Natur, der Segen der Natur. Inmitten von Hektik, Schnelllebigkeit und Stress sehnen wir uns nach der Ruhe der Natur. Ach Natur, du wundervolle Schönheit, die uns Luft zum Atmen gibt. Die uns Kraft zum Tanken gibt und die uns beflügelt in ihrem Glanz von Tau, Sonnenstrahl und Eiskristall. Aber wehe, wenn… du nur noch Natur siehst und vielleicht gar kein echtes Naturkind bist. Zu viel Natur und dir stockt der Atem. Zu viel Natur kann unerträglich sein und zu viel Stille ist zu viel des Guten. Geht das überhaupt? Ja, es geht. Wenn du nichts anderes mehr siehst als Gräser, die sich im Winde biegen, Insekten, die sich im Flug begatten und Baumwipfel, in denen die Amselpärchen ihre Nester bauen, dann zweifelst du irgendwann, ob das der richtige Ort für einen lebendigen Menschen ist. Dauerhaft! Es geht nicht um einen Spaziergang und es geht nicht um ein Picknick am Waldesrand und einen Ausflug am Bach entlang, an dem du Kieselsteine mit den Zehenspitzen umdrehst. Es geht darum, wie viel Natur tatsächlich auszuhalten ist, wenn man genau mittendrin wohnt. Wenn es abends stockdunkel ist, du die Brunftzeit mithören kannst, du das Kacken des Habichts hörst und den Furz einer Schnecke. Dein Umfeld ist das Zwitschern und der Wind, ab und an ein verirrtes Flugzeug eines Sportfliegers und ganz weit, weit in der Ferne kannst du die Zivilisation erahnen. Ist das der Ort, an den du dich gesehnt hast? Menschen sind hier nirgends, der nächste Nachbar nächstens in 400 m Abstand, versteckt hinter hohen Hecken, die Jalousien stets geschlossen und du wunderst dich, welch Geisterhand über Nacht die Mülltonnen an die Straße gestellt hat. Kinder? Ja, irgendwo müssten sie sein, aber wo? Leben? Irgendwo ja, das menschliche zumindest. Das Tierische kannst du bis zum Erbrechen beobachten und kennst die Balzzeiten sowie die Eierlegezeiten mittlerweile auswendig. Führst Selbstgespräche… oder solltest du besser den Baumstamm umarmen und ihm zurufen: „Himmel, schenke mir einen Adam (eine Eva), damit ich weiß, dass ich nicht der einzige Überlebende bin.“ Ja, zu viel Natur, das kann´s tatsächlich geben. Du glaubst es nicht? Dann probiere es aus, als ehemaliger Großstadtmensch oder einfach nur als ein noch lebender Mensch mit ganz normalen Bedürfnissen nach Mitmenschen, nach Freunden, nach jemandem, mit dem du reden kannst. Inmitten der wundervollen Natur redet die Natur. Und sie tut es gut, sofern man Muße hat, ihr dauerhaft zuzuhören, ein Eremiten-Dasein frei gewählt hat oder sich zum Sterben zurückziehen möchte. Ein Geschenk, aber nur, wenn du frei wählen kannst, wie lange du Entspannung und Ruhe brauchst. Die langweiligste Form des Lebens, wenn du nichts anderes mehr siehst als grüne Wiesen, Hummeln und Schmetterlinge und du nicht mal weißt, ob der Postbote noch kommt oder ob man dich bereits abgeschrieben hat. Guten Tag, Zivilisation ich komme!

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de