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Hey, galanter Mann!

Hey, charmantes Weib!

Schleichen wir um den Brei herum?

Willst besitzen und so gar nichts dafür tun?

Jeder Tag ein neuer Tag,

jeder Tag eine neue Sache.

Das Leben ist Bewegung und Veränderung.

Wir treten nicht auf der Stelle.

Du sagst nichts?

Denkst, jeder muss dich fühlen?

Wie kommst du bloß darauf?

Wer hat dir dein Gehirn verdreht?

Und wer gab deinem Menschsein so viel Makel?

Ich verstehe nicht, was du wirklich willst.

Sprich das aus, dann klappt´s vielleicht.

Not ist am wahren Worte,

sonst spricht keiner –

gar nicht mehr.

 

Hey, mein Freund!

Spielen wir Nachlaufen?

Das ist Kindergarten.

Was also willst du?

Was verlangest du?

Keine Antwort.

Schon wieder keine Antwort!

Weiter geht es so rum aber nicht.

Wir reden an uns vorbei.

Reden stets Einheitsbrei

und nichtssagendes Einerlei,

reduziert auf ein knappes „Hi“.

Fehlt noch der alte Neandertaler-Wigwam-Schrei,

denn du bist schön…

unglaublich schön…

wieso knien sie denn nicht nieder?

Marionetten sind halt schon tot

und

Puppenspieler ausgestorben.


 © Petra M. Jansen

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Rostra-Ausrufezeichen

wenn fehlgeleitete Symptome eine Tragödie hervorgerufen haben, sollte nicht n u r sie der Mittelpunkt sein sondern immer auch die Ursachenforschung. Wir schieben vieles auf „menschliches Versagen“ und übersehen dabei, dass wir selbst die Gesellschaft sind, die dieses auslöst! Medien spulen immer wieder das Gleiche ab – zweifellos überall Tragödien, aber nichts im Vergleich zu den weltweiten Kriegen, Menschen, die verhungern, irgendwo massenhaft verrecken. Massen-Hype auf BILD-Niveau hat bisher niemandem geholfen, außer der trägen Masse Futter zu liefern für polierte, geschliffene, sensationsgeile Gehirne. Aufwachen! WIR sind die Gesellschaft und der Verursacher solcher Tragödien und stehen jeder einzeln auch in der Verantwortung.

Therapien sind eine erprobte Art und Weise, die Abgründe der menschlichen Psyche zu erforschen. Manchmal gelingt es und manchmal bleibt es an der Oberfläche stecken. Es gab immer schon empfindsame Menschen, die es sehr schwer hatten und in früheren Zeiten war das oft noch weitaus schlimmer – es geriet nur nicht an die Öffentlichkeit. Heute sind psychisch Angeschlagene überall und es ist schon fast so, als ob wir unnormal wären, wenn wir nicht mindestens eine Neurose, manisch-depressives Verhalten, Borderline, krankhafte Zwangshandlungen, Burn Out oder Ähnliches haben. Das gibt den Freischein zum Ausruhen oder für die Tatsache, seine Entscheidungen n i c h t umzusetzen oder eine klar definierte Stellung zu beziehen. Ich will eine psychische Erkrankung nicht verleugnen, aber wer sagt, dass das Leben nur ein Paradies sein muss? Mal abgesehen von den Irren, die den zu vögelnden Jungfrauen im Paradies nach hecheln bevor sie sich in die Luft sprengen. Unsere Erwartungshaltung ist absurd und realitätsfremd. Tod, Probleme, schlechte Gefühle, Frustrationen, Müdigkeit, Versagensängste, Trägheit – all das gehört zum Leben dazu, aber w i r werten es als „krank“. Der Rest der Welt darf gefälligst weitermachen und sich dem alltäglichen Dauerstress weiterhin aussetzen. Der „Kranke“ findet Entschuldigungen für sein schlappes Dasein und den nicht vorhandenen Kampfgeist, es mit Problemen (oft selbst geschaffen) aufzunehmen. Mögen die Menschen da draußen das hart finden… aber kämpfen sie sich durch´s Leben mitsamt den Auf und Ab´s, mitsamt dem Unglück, mitsamt der Trauer oder schwerwiegenden Problemen. Wer das tut, entscheidet selbst, wie man damit umgeht und niemand erwartet, dass jeden Tag die Sonne scheint. Wir sind verwöhnt, denke ich, uns geht´s zu gut. Wir wollen stets den gleichen GLÜCKS-Zustand und darin liegt die Crux – es gibt ihn nicht! Verzweiflungstaten und Tragödien, bei denen Menschenleben geopfert werden, sind in meinen Augen Taten eines innerlich schwachen Menschen, der die unrealistische Vorstellung hat, alles müsse perfekt sein und man müsse jederzeit funktionieren und es allen Recht machen. Unsinn! Niemand muss dauerhaft Höchstleistungen vollbringen, aber er muss lernen, seine Grenzen zu erkennen und vernünftig eine Balance zu finden, damit keine innere Überforderung entsteht, die final zum Kurzschluss führt.

Auf der Psychocouch hat man dann endlich d e n inneren Feind gefunden, den es gilt, mit allen Mitteln zu bekämpfen anstatt ihn zu akzeptieren. Na, endlich hat man den Grund für das eigene Waschlappen-Dasein gefunden!  Da könnte der Glaube an den lieben Gott eventuell helfen, aber ein realistischer Blick auf die Tatsache, dass Leben nicht immer reibungslos verläuft und auch oft von sehr schlechten Emotionen begleitet wird, dürfte hilfreicher sein. Also Arsch hoch und kämpfen für das was wir sind: Menschen mit Fehlern und Schwächen, die sich auch mal elend fühlen dürfen – das ist durchaus legitim. Heute lustig, morgen traurig, übermorgen lala, so ist das Leben eben.

Bei mir klingeln immer wieder die Glocken, aber nicht die von Jesus´  Auferstehung. Jesus ist gestorben, er ist tot und an den lieben Gott glaube ich nicht – auch nicht an Allah oder sonstige, schräge Gottheiten. Ich glaube an das Leben und ich glaube an die Kraft, die hinter einem positiven Denken steht. In der Natur verkümmert das, was nicht lebensfähig ist und geht unter. Allerdings nehmen die Tiere nicht noch 150 ihrer Artgenossen mit ins Jenseits, das unterscheidet uns. Amen.

 

© Petra M. Jansen

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Und er war laut.

Weil ihn sonst niemand hörte.

Dankeschön.

Gesenkter Blick. Rastlos. Kratzbürste.

Mann, was ein Klotz!

Er musste stampfen.

Weil ihn sonst keiner hörte.

Am Anfang stand der Wille.

Die Änderung ließ auf sich warten.

Drehte sich um sich selbst.

Rotierte um seine üblen Gedanken.

Und ließ sie alle leiden.

Gingen ihm auf die Nerven.

Sie alle.

Sie alle waren Dreck.

Er selbst nicht.

Unsicher, unruhig, ungehobelt.

Mann, tu´ endlich was!

Tu´ was, sonst tut es dich.

Gehetzter Blick, fahrige Gesten.

Was bist du für eine Nervensäge!

Unerträglich.

Erträgst dich selbst nicht.

Und er ist laut.

Unglaublich, unerträglich laut.

Stapft wie eingesperrt.

Klar, der eigene Knast.

Selbstgeschaffen.

Und keinen Mut,

den zu verlassen.

Du Arschloch!

Lautes Arschloch.

Hebe deinen Hintern

und fang an.

Leise Töne

zeigen dir die Höhe,

die Schönheit

des Lebens.

Er ist laut.

Trotzdem hört ihn niemand.

Er war ja nicht da.


© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

ich sauge und sauge Nachrichten auf und werde langsam süchtig. Unentwegt schaue ich auf mein I-Phone um zu erfahren, was die Zeitungen berichten, ob mir Facebook-Freunde eine Bemerkung geschickt haben oder die Suche nach meinen Mails, die meistens belanglos sind. Nein, ich benötige kein Viagra, keine billige Krankenversicherung und keinen Verdienst von mehr als 5000.- Euro pro Tag. Man wird ständig mit Mist überworfen und dafür sollte man dankeschön sagen. Ich merke schon, dass ich nicht nur mental von dieser Flut erfasst werde, auch physisch fühle ich mich schlecht, wenn zum Beispiel der Server nicht will oder wenn die Technik streikt und das ist mehr als bedenklich. Ich versuche die sozialen Netzwerke zu benutzen, um das zu schreiben, was mich so berührt und meine Texte werden gelesen. Vielleicht von Menschen, die genauso wie ich, den Entzug befürchten. Das Schlimme dabei ist, dass die Empfangsgeräte nicht 1t wiegen. Warum? Weil man sie sonst nicht überall mit sich schleppen könnte. Haben sie es schon mit einem tonnenschweren Handy versucht? Nein, ich bin keineswegs bescheuert, aber wenn ich alle – mich inbegriffen – auf das Display blicken sehe, frage ich mich, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben. Sehr wahrscheinlich nicht! Auf jeden Fall erspart uns das Netz, eine hübsche Frau anzusprechen und sie zu einem Date zu bitten. Alles geschieht digital, selbst der Liebesakt, den ich besser als Porno bezeichnen würde. Eine widerliche Lutscherei, die kein Ende findet… Schwamm drüber. Ich bin keineswegs gegen die neue Technik und genieße sie auch, aber man sollte, wie es bei einem Gourmet üblich ist, sparsam damit umgehen. Das versuche ich meinem Enkel einzutrichtern, aber er grinst mich an. „Fang selbst damit an und komm´ dann mit deinen blöden Sprüchen“  und leider muss ich ihm Recht geben. Die digitale Welt ist eine digitale Droge, die uns digitale Sensationen bringt, die nur als Ziel haben, uns total zu digitalisieren. Wir sind Sklave unserer Technologie geworden und bringen es nicht mehr fertig, frei zu denken.

Der andere digitale Alptraum ist, dass ich überall auf dieser Welt durch mein Handy geortet werden kann. „Du brauchst es nicht an zu haben, so bleibst du inkognito“ aber ist das so sicher, wie behauptet wird? Ich habe meine Bedenken und noch was: Warum hätte ich ein Handy, wenn es nur ausgeschaltet wäre? Ich möchte schon erreichbar sein, weil ich Angst habe, einem wichtigen Anruf zu entgehen. Wir dachten, dass uns die Technik die Emanzipierung bringen würde, aber das Gegenteilige ist der Fall. Wir sind zu Saugmaschinen geworden, die ständig einen Hype brauchen, um glücklich zu sein – wenigstens glauben wir es. Was erschreckt mich, wenn ich mich in einem Spiegel anschaue? Meine Fresse hat sich nicht so sehr geändert, aber ich habe das Gefühl, es mit einem Menschen zu tun zu haben, der es nicht mehr verträgt, alleine zu sein. Ist das der Grund, dass ich ständig auf meinem I-Phone tippe? Habe ich verlernt, die Umwelt anzuschauen? Den Frühling zu genießen? Würde ich nicht mich nicht gerne mit meiner Frau unterhalten? Ja… auch über Belangloses, aber dieser lästige, halb-gefressene Apfel macht mir einen Strich in die Rechnung. Ich muss immer wieder auf ihn schielen, ihn wahrnehmen und wenn ich das nicht das nicht tue, das lästige Kikeriki. Zu Befehl! Meistens ist es mein Handy-Anbieter, der von tollen neuen Angeboten spricht und sie mir unterjubeln will oder Callcenter in Kanada oder Indien, die mir berichten, dass mein Microsoft-Programm krank sei. Eine Netzbearbeitung würde die beste Therapie sein – das nur mit dem Ziel, meine Bankkonten abzuzocken. Würde ich jetzt in der Natur ohne Netz dasitzen, würde ich endlich Ruhe haben. Eine Illusion, denn ich würde mir ständig sagen, dass mir eine lebenswichtige Nachricht entgangen ist. Ich würde nervös hin

und her laufen, die Kühe verdammen, die sich fragen würden, mit welchem Idioten sie es zu tun haben. Wäre ich Wiederkäuer, bräuchte ich mir keinen Kaugummi zu kaufen und vielleicht, was viel wichtiger wäre, könnte ich auf das Handy verzichten. Ich denke, dass er an der Zeit wäre mich zu entschleunigen und wieder die Erkenntnis zu gewinnen, dass es nur ein Leben gibt und das man es auch ohne digitalen Zwang verbringen kann. Ich wurde von meiner virtuellen Wolke heruntergestoßen. Eine Bekannte fragte mich telefonisch, wie sie sich verhalten sollte, da sie von Angstzuständen belagert wird. Ich gab ihr den Rat, unter Menschen zu gehen und mit ihrer Einsamkeit endlich zu brechen. „Wer sollte mich schon sehen wollen?“ Ich wusste, dass ihre Außenwelt nur aus Facebook-Freunden bestand, schon ein paar Mal hatte sie im Netz ihren Selbstmord angekündigt. Die User nahmen es ihr übel. Sie hatten sich nicht die Frage nicht gestellt, wieso es soweit kommen konnte. Von Haus her ist sie eine Frau, die sich durch ein Trauma abgeschottet hat und nur selten ihre Wohnung verlässt. Das nehme ich an, da sie nie  mit mir darüber offen gesprochen hat. Da sie gehemmt ist, ist es ihr Recht, mit der Umwelt nur digital kommunizieren zu können, aber dabei vereinsamte sie immer mehr. Die Leute, mit denen sie kommunizierte, sind anonym und vielleicht ist es nicht ihr richtiger Name, der auf dem Bildschirm angedeutet wird. Sie hat – wenn es ihr ein wenig besser geht – Hemmungen, sich zu sehr zu öffnen, mit der Angst seelisch missbraucht zu werden und in Krisen verliert jedes Maß. Ich wäre schon zu ihr gefahren aber sie wollte mir nicht sagen wo sie wohnte und was der Grund ihrer völligen Isolation ist. War es in Europa oder anderswo? Ein Hilferuf, aber was tun wenn jemand sich hinter der Scheibe ihres Computers verschanzt? Die Gestalten, die sie anspricht sind irgendwie nur Schatten, ich bereits auch! Hier sehe ich wie trügerisch die Behauptung ist, dass wir uns in einer Welt der ständigen Kommunikation befinden. Sie ist vielleicht digital greifbar, aber sie verfliegt, wenn man sie anpacken will und wenn es den Tod bedeuten könnte, wie es hier der Fall ist, verdammt man diese ganze Technik. Es müsste einfach jemanden geben, die sie an die Hand und in die Arme nimmt – nicht mehr und nicht weniger. Hinter dem Bildschirm bleibt aber alles aseptisch und nicht greifbar. Ich könnte fluchen und mit einem Tritt meine Geräte vernichten, tue es aber nicht – aus Angst noch einsamer zu sein und jetzt wird mir bewusst, in welcher Armut wir leben. Die einfachsten Gesten der Empathie werden als Angriff betrachtet. Ist das der Fortschritt?

 

In diesem Sinne, eine herzliche Umarmung,

Pierre

//pm

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Lieber Pierre,

die Antwort der psychisch Verdrehten direkt aus einem aktuellen Internet-Fall, bei dem man sich entweder gleichgültig mit den Worten „mit so einem Quatsch beschäftige ich mich nicht“ oder aber nachdenklich widmen kann. Wie du mich kennst, lieber Pierre, beobachte ich Menschen sehr gut und lese immer wieder zwischen den Zeilen. Es sind die Signale, die sie unterbewusst aussenden und oftmals ist den Sendern ihr eigenes psychisches Dilemma nicht klar.

Ein ausgewanderter Tscheche lebt seit 17 Jahren der Arbeit wegen in den Staaten – zuerst legal eingewandert, jetzt illegal. Im Internet tauchte er sehr dezent auf, hatte recht wenige Kontakte in seiner Liste und kam über die Musik auf meine Seiten. Erst passierte nichts, nach einigen Wochen kam eine private Nachricht „Hallo, ich traute mich zuerst nicht, aber dein Musikgeschmack ist klasse.“ Nichts Schlimmes bis dahin also und keinerlei Grund, unhöflich zu sein, richtig? Wir Spürnasen schauen aber immer, welche Informationen wir über andere Menschen im Netz bekommen können, da war nichts Auffälliges. Ok, ein Facebook-Profil, ein MySpace-Profil und ansonsten nur Musik. Genau dort hätte ich ansetzen sollen – jetzt bin ich schlauer. Hätte ich auf die Auswahl der Titel und der jeweiligen Lyrics geachtet, wäre mir sehr schnell aufgefallen, dass es sich um einen depressiven, innerlich schwer verletzten Mann mit einer tiefen Trauer handelt. Es ging also weiter: Die nächsten Nachrichten waren sehr direkt, er sprach sofort von Liebe, von heiraten und er wolle mein Mann sein. Na, wer kauft denn die Katze im Sack? Er lud ein, wolle viel arbeiten für das Ticket und mit mir ein Rock-Festival besuchen, eine Einladung im Restaurant mit Blumen, ganz romantisch… also die gesamte Bandbreite der dämlichsten Verführung, die ich kenne. Wer reist in Gottes Namen ans andere Ende der Welt, um einen fremden Mann zu besuchen? Kommen wir zur Psyche: Es kamen Einladungen zu Video-Chats und eine davon nahm ich mal an, ich hatte das bis dato noch nie gemacht. Überraschenderweise war er tatsächlich real, eigentlich recht attraktiv und wirkte aufgeschlossen und lustig. Hatte so jemand es nötig, Damen im Internet kennenzulernen? Er sprach von tiefer Verletzung, weil ihn seine Freundin verlassen hatte und auf meine Frage, wieso er so wenige Kontakte und ausnahmslos Frauen hatte, war seine Antwort, er wolle seiner Ex-Freundin eins auswischen, weil er wüsste, dass sie ihn beobachtet. Kindergarten pur. Nun ging es weiter mit „du hast einen besseren Mann verdient als mich“, „ich bin ein Nichts und arm“, „ich gehe, lass dich in Ruhe“, „ich belästige dich nicht mehr“, „du fehlst mir“, „ich liebe nur dich“ – immer im Wechsel mit starken selbstzerstörerischen Zweifeln, dass er eine Null sei. Warum, lieber Pierre, sollte ich mich für eine Null interessieren? Es war die Mitleidsschiene, die Freundesschiene, die Tränendrüse, das Versprechen, die Hoffnung und vieles mehr in kurzer Zeit und einer ständigen Schwankung unterworfen. In den Titeln seiner Songs lag die Geschichte, er wollte zerstören. Nach und nach jede Lady, die irgendwie in Frage kam, zerstören, beleidigen, traurig machen, locken und sofort abblitzen lassen. Ob es eine Borderline-Störung ist, kann ich nicht beurteilen, aber das ist definitiv psychisch krank. Nach einem Tag meiner Abwesenheit im Netz wurde ich erschlagen von Trauer, Liebesschwüren, Fotos, Zuneigung/ Abwendung und ich will es als eine durchlebte, nachgelebte, eigene Geschichte beschreiben, die zur psychischen Verarbeitung offenbar den Prozess „Gleiches mit Gleichem vergelten“ braucht. Für jeden normalen Menschen sind diese Zuckerbrot und Peitsche-Allüren indiskutabel und man distanziert sich sofort. Hier ist klar, dass ein Mann derart verletzt ist, dass er nicht in der Lage ist, zu differenzieren oder zu verzeihen und anderen Menschen gleiches vergiftetes Unheil bringen möchte – und das eben virtuell (wahrscheinlich ebenso real). In den Songs war die Rede von „Mein Tod“, „Blutende Seele,“ „Phoenix und Auferstehung“, „Hass“, „Black Soul“, „Schmerz“ und genau in der Reihenfolge wie auch die Nachrichten ankamen. Jeder Song, der bei ihm auftauchte, passte zu der Nachricht, die bei mir ankam. Möge diese Seele eines Tages in sich Ruhe finden. Lieber Pierre, damit wollte ich dir sagen, dass es tagtäglich solche Situationen gibt, in denen Menschen sich selbst betrügen, ausweichen und Ersatzhandlungen, die durchaus selbstzerstörerisch als auch fremdzerstörerisch sein können, passieren. Dieser Mann will andere Menschen ebenso unglücklich machen, wie er selbst ist und setzt das auch tatsächlich um, jedenfalls versucht er es. Sollte sich vielleicht wirklich eine Dame in ihn verlieben, wird sie die ganze Bandbreite der starken Verletzungen spüren, gedemütigt werden und am Ende traurig sein. Damit hat er seine kranke Psyche ins Gleichgewicht gebracht – vorübergehend. Er ist ein Mann der Dunkelheit, der Depression und der inneren Verzweiflung. Etwas, was mir nichts anhaben kann, aber bedauerlicherweise eventuell anderen.

 

Es grüßt das Licht,

eine herzliche Umarmung

 

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

du weißt, wie schwer ich es mir mit dem positiven Denken mache. Ich scheue mich, in meinen Schriften den Eindruck zu vermitteln, dass man mit schönen Worten, das Leben besser gestalten könne. Zugegeben – sie spielen eine Rolle, aber man sollte sich ihrer Wertigkeit bewusst sein. Sie haben nur eine Bedeutung, wenn ich sie zu meiner empfundenen Wirklichkeit konfrontiere, denn nur dann kann sich zeigen, ob sie Bestand haben oder nicht. Das zu tun, wenn man von bösen Gedanken angegriffen wird, kann einer Vergewaltigung gleichgestellt werden und dennoch sollte man den Humor bewahren. Das tue ich mit einer guten Dosis Ironie, wie es die folgende Kurzgeschichte darlegt:

Der Herr Jodler

Alpiner-Kitsch ist Bestandteil der alpinen Welt und wenn es gewaltig „alpelt“ geht es nicht ohne den Jodler und das Alphorn, denn ohne sie gäbe es keine Alpen. Stellt ihr euch Seeleute-Gesänge in diesem Ambiente vor? Da müsste schon die Titanic auf der Alm versunken sein. „Du Nonno, ich will Jodler werden!“ War das besser als Busfahrer, Feuerwehrmann oder Zahnarzt? Eine tiefgreifende Frage. „Ich werde mich bei der Agentur für Arbeit erkundigen.“ Der Beamte, der sich sonst langweilte und immer wieder auf seine Uhr schaute, um nach Arbeitsschluss seine Uschi auf der Lustwiese zu ficken, hob die Wimper mit höchstem Interesse. „In der Tat, Herr Nonno, dieser Markt ist in Berlin noch unerforscht und ich denke, dass es gute Voraussetzungen gäbe, neue Arbeitsplätze zu kreieren – allerdings müsste ein Berg her.“ Ein Jodler ohne Berg war in seinen Augen ein Unding, deshalb wäre es dringend notwendig, ein Massiv auf das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof zu errichten. Piz Berlin! „Somit Herr Staatsdiener, würden Sie den Verdienstorden 1. Klasse verliehen bekommen.“ „Der Haken dabei ist, dass es Senner mit ihren Schafen geben müsste, denn ohne sie kann nicht gejodelt werden.“ Keineswegs empfand er das als eine Behinderung, nur eines störte ihn: Die Wölfe, die sich bereits um Berlin angesiedelt hatten, hatten Appetit auf Jodler. „Kein Problem, Rotkäppchen wird sich freuen. Sie hat es satt, sich für einen sauren Sekt flach legen zu lassen. Lieber gefressen werden, als Bauchkrämpfe zu erleiden.“

Ob du glaubst oder nicht, solche Geschichten helfen mir über die Runde und wenn ich sie schreibe – mehr als 200 habe ich vorigen Herbst verfasst – denke ich nicht mehr an die ganze Scheiße, die uns umgibt. So gesehen ist das Schreiben meine Stütze in dem grauen Alltag, dem wir ausgesetzt sind und außerdem passiert ein Wunder. Als Schmerzpatient hat sich meinen Alltag schwer verschlechtert. Wenn ich am Laptop sitze, verschwinden meine Plagen wie durch ein Wunder und ist der Beweis, wie subtil das Gehirn funktioniert, birgt aber auch die Gefahr, dass man davon süchtig wird. Wenn ich zwischen 4 und 5 durch quälende Krämpfe aufwache, arbeite ich lieber, als Schafe zu zählen und schreibe ich lieber viel Blödsinn, um mich bei Laune zu halten. So gesehen ist meine Kreativität auch unter einem therapeutischen Standpunkt zu sehen und das auch wenn der Twitter-Virtuose Donald Trump mir das Leben madig macht! Ich glaube, liebe Petra, dass das das Einzige ist, was mir über die Runde hilft.

 

In diesem Sinne.

Ich umarme dich,

 

 Pierre

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Liebe Petra,

die Erfahrungen, die ich mit dem physischen Schmerz mache, veranlassen mich, darüber zu schreiben. Wie du weißt, bin ich der Gicht und einigen anderen Scheußlichkeiten ausgesetzt und finde dennoch die Möglichkeit, das Leben von seiner sonnigen Seite zu betrachten. Es ist schon faszinierend wie der Kopf arbeitet. Wenn ich nichts tue, werde ich total von diesen Widrigkeiten beherrscht und die ganze Konzentration richtet sich nur nach dem Leiden. Sobald ich etwas tue, schaltet meine Birne um und beweist, dass uns die Psyche total beherrscht. Es stellt sich die Frage, wie manipulierbar der Mensch ist. Autosuggestion ist keine armlose Sache. Wenn es mein Kopf zulässt, so zu reagieren, wie ich es will, wird er auch für eine andere Einflussnahme zugängig sein – das macht mich schon madig und zeigt, dass jemand – wenn er die Kunst der Gehirnwäsche beherrscht – großen Schaden zufügen kann, denn dieses Phänomen gilt auch für die Gesellschaft.

Heute befinden wir uns in Europa im Ballsaal der Titanic und wir versuchen uns einzureden, dass alles wie immer am Schnürchen läuft. Die Dämonen, die uns umgeben, versuchen wir durch den Materialismus fernzuhalten. Nein, wir wollen nicht einsehen, dass wir machtlos sind. Einmal wieder wird uns die Depression eingeflößt, das hat schon Methode. Wer sich immer schlechter in seine Haut fühlt, neigt dazu, sich total gehen zu lassen. Wir sehen den Schnellzug auf uns zukommen, aber kommen vom Geleise nicht weg. Wie angestarrt warten wir auf das ultimative Ereignis. Diese Lähmung ist uns eingetrichtert worden. Wenn die Medien tagein, tagaus nur Hiobsbotschaften vermitteln, werden wir konditioniert. Das war schon immer so, mit der Differenz, dass früher die Information nicht so verbreitet war. Heute wissen wir alles und zwar sofort. Diese Tatsache erdrückt uns und versetzt uns in einer Art Fatalismus, den ich mit dem Selbstmord gleich stellen würde.

Wie soll ich mich entfesseln? Endlich wieder atmen und einen Hauch Freude finden? Ich habe  mich entschlossen „schön-Wetter“ zu propagieren, aber ohne blind zu sein. Ich weiß genau wie es mit uns allen steht und auch, wenn ich mir sage, dass ich Jahrzehnte gut gelebt habe, kann ich nicht ignorieren, dass das Damokles-Schwert über uns schwebt und dass wir in einem Nu, wie 1914, in eine Katastrophe gedrängt werden könnten. Solche Phänomene scheinen in unsere Gesellschaften tief verankert sein. Bedeutet das, dass wir nicht in der Lage sind, das Glück zu genießen und dass wir immer wieder alles zerstören, was wir mühselig aufgebaut haben? Dass der Wiederanfang ein biologisches Gesetz ist? Kann das nicht auf einer humaneren Art geschehen? Sehr wahrscheinlich nicht. Ohne Tabula Rasa scheint es keine Evolution zu geben und dieses Gesetz scheint unüberbrückbar zu sein. Vielleicht zeigt es, dass der Tod immer die letzte Instanz ist und nicht das Leben, wie es so scheint!?

Liebe Petra, wie du weißt, halte ich nicht allzu viel vom positiven Denken. Warum? Es muss wirklich von uns allen als einen Segen empfunden werden und nicht als eine Zwangsübung, die uns von Manipulatoren eingetrichtert wird. Leider ist es zu sehr der Fall, wenn man das Seminarangebot vom Management beobachtet. Die gute Laune soll nur dem Business dienen, nicht aber dem seelischen Gleichgewicht. Es geht hier keineswegs um den Menschen, er ist Nebensache. Für mich eine unerträgliche Darbietung, die ich moralisch verwerflich finde und – auch, wenn mein Gehirn sich leicht etwas einreden lässt – werde ich das nicht zulassen. Wie du siehst, Gicht kann zu allem führen, auch zum Nachdenken. Es ist heute Sommer in Frankreich, wenigstens was den Himmel angeht.

 

Alles Liebe aus dem Land der Genießer.

Pierre

//pm

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Du verletzt bevor es dazu kommt, vielleicht dich zu verletzen. Eines Tages könnte es sein, das es so ist. Du tust es bereits in einer Art und Weise, die gleich vorbeugend die Schranken setzt. Was hat sie dir getan? Angst? Hast du Angst vor dir selbst? Schlüpfrig entschlüpft ins Ungewisse, was du eigentlich schon kennst. Plötzlich die woanders aufkeimende knisternde Liebe erkannt. Ach ja? Spannend, zu sehen, wann die Rauchzeichen erlöschen, bevor sie ein fackelndes Feuer entfachen konnten. Du verletzt, weil man gar nicht dazu kommt, etwas zu entdecken, was sich lohnt, entdeckt zu werden. Willst auf Biegen und Brechen zeigen, dass du der Tatsache ausweichen kannst, die so tief schon in deine Seele gepresst ist, dass du flüchtest. In die Arme von einer selbsterschaffenen Farce. Freundschaft ist keine Liebe. Liebe erhebt sich in deinem Bauch. Sie fragt nicht nach Sinn, sie fragt nicht nach Verstand, sie fragt nicht danach, ob es passt oder nicht. Liebe ist. Sie ist einfach. Anziehung ist. Leidenschaft ist. Verliebtsein ist. Nichts kann das ersetzen und nicht einmal deine Angst, dem entfliehen zu wollen, wird dies ersticken. Wenn es so ist, dann ist es so. Mittenrein ins Herz. Und fühlt sich da wohl. Verlangt nach Mehr, verlangt nach Fühlen, Wärme und Gespräch. Deine Phantasie zeigt dir den Weg, den du gehen sollst, deine verdammte Angst lässt dich stolpern. Und du verletzt, was du nicht verletzten wolltest. Schiebst einen Riegel vor, bevor der Zug ins Rollen kam. Scheiß drauf. Angsthase. Unentschlossenes Ding. Fracksausen. Deine Art der Wahrheit ins Gesicht zu schauen? Getreten und platt? Dein Weg – ein Irrtum aus Schiss vor der reißenden Flut. Chapeau! Gut gemacht.

 

© Petra M. Jansen

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