Rostra-Ausrufezeichen

Wenn das – was in der eigenen Region als DIE paarungswilligen und höchst interessanten Leute vorgeschlagen wird – ein guter Durchschnitt sein soll, frage ich mich, ob man lieber kotzen, heulen oder schweren Herzens akzeptieren sollte, dass der (von Tinder angebotene) „Durchschnitt“ nach ganz unten abgesackt ist. „Hast du schon den Ritchie aus Sachsen-Anhalt?“, fragte meine Kollegin, offenbar ein wenig angepisst, weil sie heute noch keinen Matsch, äh kein Match bekommen hat. Nach links gewischt, ist weg. Nach rechts gewischt, könnte einen Wisch mit dem Taschentuch nach getanem Wichs bedeuten. Aha, da haben wir´s! Reduktion auf die animalischen Triebe des Menschen. Ich sehe nur Köpfe mit – nach unten abgeschnittenen – Hälsen und Damen, die ihre Vollpolster-Brüste mit dem Charme einer Elefantenkuh zur Schau tragen. Ja, von rechts nach links gewischt und das Ego des Unbekannten bekommt eins gewischt. Unwiderruflich weg damit, so ist´s recht, geistige Hohlheit inbegriffen. Das ist die Wegwisch-0-Werte-App auf höchst fragwürdigem Niveau, aber kann man das hier überhaupt erwarten? Facebook-Profilbilder sind der direkt verknüpfte Weg ins Paradies der endlosen Vögelei mit Ekel-Touch. So kann man sich bei Fxxxbook schon mal vorher anschauen, was Tinder dann lieber in Badehosen und tiefem Dekolleté anzeigt. „Nur aus beruflichen Gründen hier“, so lautet die Standardausrede der erwischten Wischer-Kollegen. Verwichst aber auch. Upps… verflixt aber auch – erwischt! Wie konnte das passieren? Die garantierte Peinlichkeit ist das einzig Wahre an der virtuellen Sex-Dating-Börse.

„Also, auf „Dirty Sex“ stehe ich nicht“, lautete der Slogan eines Araberhengstes. Nein? Eigenartig, gerade die wissen doch nicht wohin mit ihren überquellenden Eiern. „Besser du hasst mich für das, was ich bin, als für das, was ich nicht bin“, so der platte Spruchaustausch oder „Carpe Diem – Carpe Noctem“. „Ich hasse so ziemlich alles, sei also froh, wenn DU nicht dazu gehörst.“ Öhm, danke! Auch gut: “Ich bin kein Passwort, wo du drei Chancen hast“. “Besser ein Quickie als Schicki Micki“ oder solche idiotischen Textsprüchlein aus dem Netz, wie „ich bin tausend Mal durch die Hölle gelaufen, da kommt´s auf das eine Mal auch nicht mehr an“ und „entscheidend ist, wie oft du wieder aufstehst, wenn das Leben dich hundertfach zu Boden gedrückt hat“, blablabla. Gibt´s noch mehr solcher geistreichen Aushängeschilder für die offenkundige Blödheit? Damit es auch beim letzten ficksüchtigen Idioten auf „Love-Tinder“ angekommen ist: Zur klugen Vermehrung der menschlichen Rasse taugt dieses genetische Erbgut nix, aber für ein schnelles Abladen des Penis-Frustes langt´ s allemal“.

Ich muss lachen bei den ganzen Badehosen-Trägern und weiblichen Schmollmündern, die sich vor die Handy-Linse geschoben haben, damit die Matches hoffentlich zum Erfolg auf den nächsten Parkplatz oder ins Apartment führen. Tipp: 100x knipsen ergibt das passende Bild und stets von schräg oben ansetzen, das macht allgemein etwas schlanker. Kondomverwendung ist ebenso ratsam wie notwendig und empfehlenswert wäre die Vorlage eines aktuellen HIV-Testergebnisses bevor es zur Sache geht. Vergessen die halt immer – vor lauter Lust auf den garantiert zu erwartenden nächsten Frust.

Der nächste Vorschlag war ein Angegrauter, der wohl noch kräftig im Saft stand, wenn ich seiner Aussage „bei mir kracht die Hose“ glauben darf. Nur zum Spaß match-te ich den mal und bekam sofort ein Ganzkörperfoto (bestimmt hängen die Glocken heute tiefer). „Süße, was mag denn deine Muschi besonders gerne?“ „Sanftes Lecken, immer stärker… und DU kannst mich echt mal am Arsch lecken!“ Das waren meine letzten Worte bevor ich diesen perversen Schmodder löschte. Morgen gehe ich in den Baumarkt J

Hohes Suchtpotential bei dieser Dating-App für Handy-User und für verferkelte, anonyme, frustrierte oder emotional verdrehte Leute, die es nicht schaffen, auf normalem Weg einen Partner zu finden. Kontaktscheu und alleine sitzen sie zu Hause und wischen sich die Phantasie ihres Begehrs digital in die Hütte. Fehlanzeige! Es wird nicht kommen, was sie sich erhoffen. Vielmehr fallen sie auf eine virtuelle Kontaktschmiede rein, beuten ihre Emotionalität aus und werden zum sexuellen Spielball von vielen. Promiskuität kann hier hemmungslos ausgelebt werden, das machen ja schließlich alle. Alle? Nein, sicher nicht. Für einen Menschen, die sich selbst achtet, gesunden Stolz und ein gefestigtes Gefühl zu sich selbst besitzt, ist das großer Mist. Was um Himmels Willen die Leute auf solch eine hirnrissige Plattform bringt, ist für mich nicht nachvollziehbar und ich muss auch nicht alles gut finden, was der Singlebörsen-Markt hergibt. So verdammt einsam kann man eigentlich gar nicht sein und die Grenzen liegen bei mir dort, wo der gute Geschmack, die Ethik, der Anstand und der Selbstrespekt mit Füßen getreten werden. Love me Tinder, love me true, all my dreams fulfilled. Really?

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

heute ist der Tag der Deutschen Einheit. Ein Feiertag. Was gibt´s da zu feiern? Feiern wir den „Sachsentag“, der uns am 24.09. einen waschechten Denkzettel einer aufkeimenden, rechtspopulistischen Republik im Osten serviert hat? Ein kleiner Teil unseres Landes, in dem manch sächsischer Landsmann es offenbar nicht geschafft hat – den Aufsprung auf den Aufschwung? Der Hängengebliebene? Der Enttäuschte? Der Wutbürger? Der Frustrierte? Der Hirnlose? Der übriggebliebene Nazi-Propagandist? Der Unfreie? Viele Ausdrücke würden passen für das, was ganz und gar nicht passt. Sicherlich spreche ich nicht von allen, aber vor den wenigen Ausnahmen schüttelt sich sogar die faktische Statistik und erbricht würgend auf die Gasse. 60%! Sechzig Prozent (ausgeschrieben), da muss man sich mal in seinem Hirn straff bügeln und jeden einzelnen Punkt mit einem fetten, roten Kreuz markieren. Zum Gedenktag an einen Tag der Einheit, die noch lange nicht vereint ist. So scheint es, denn es ist der Kotzbrocken der Nation und nichts anderes. Willkommens-Kultur gab es auch einst für die eingesperrten Menschen der damaligen DDR und wir haben sie sehr willkommen geheißen! Der Dank dafür ist die AFD mit einer Stärke in Sachsen, sodass wir doch gerne jedem ausländischen Reisenden dieses wunderschöne, idyllische Teilchen unseres Landes wärmstens empfehlen würden, nicht wahr? Sind sie es eigentlich nicht gewohnt, mit ihrer demokratischen Freiheit vernünftig umzugehen? Ist der Hass tatsächlich so stark, dass sie Fremdartiges angreifen, vor Anzünden und Niedertracht nicht zurückschrecken oder gar tatsächlich ein Reich aufleben lassen, dass  – mit Recht – als eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte eingegangen ist? Wie begegnen wir nun diesen 60%, die unser Land in den Schmutz ziehen? Erzeugt ihr Hass nicht Gegenhass? Sind sie sich bewusst, dass sie sich damit die Wut und das Unverständnis der Republik sichern? Ihnen ist es egal, was Demokratie und Menschenrechte bedeuten, aber dem Rest der Welt eben nicht!

Lieber Pierre, darum geht es. Der Großteil der Menschen will ein starkes Europa und eine gesunde, international ausgerichtete Perspektive für die heranwachsenden Generationen. Diese Leute ziehen also am gleichen Strang und eine andere Lösung gibt es nicht. Sollte mein Land eines Tages ein Land der Unterdrückung werden, der Diskriminierung oder der Rechtspopulismus zunehmen, verlasse ich es – wie so viele andere gut ausgebildete und gebildete Menschen. Wer mag schon Unterdrückung, Diktatur und rassistisches Herrschertum? Niemand… bis auf diejenigen, die nicht wissen, was sie wirklich tun. Menschen und Frieden? Lachen wir mal laut, denn das war nie der Fall und wird niemals auf Dauer der Fall sein. Eine kämpferische, egoistischere und zerstörerische Kraft als den Menschen gibt es nicht. Die Natur und Zeit wird uns verkraften. Wir aber werden unseren Hass mit allem, was da dran hängt, nicht verkraften. Feiern wir also ruhig weiter den Tag der Deutschen Einheit – ein Tag, der für mich keine Einheit aufzeigt und auch keine Einheit ist. Mögen es mir bitte diejenigen verzeihen, die sich hier nicht einreihen dürfen oder können… und speziell in Sachsen: Leute, arbeitet daran, dass eure 60% die Klappe halten und sich wie zivilisierte Menschen verhalten! In Sachsen gilt: Raus aus der Scheiße, rein in die Scheiße! Übrigens hat sich geistige Inzucht schon früher als fatale Sache erwiesen. Fast hätte ich´s vergessen: Im Ruhrpott brodelt´ s auch – dort, wo in eigenartigen Betonbehausungen dicke Leute leben, die den ganzen Tag rauchen, dummes Zeug schwätzen und nach der Hauptschule irgendwie nix Gescheites mehr auf die Beine gestellt haben. Liegt vielleicht doch irgendwie an der (Aus)Bildung und Hirnmasse, was meinst du, Pierre?

 

Weltoffene Grüße aus der internationalen Finanzmetropole mit einem der größten Flughäfen der Welt. Hach, wohin reise ich jetzt bloß? Afrika, Indien, Asien?

 

Petra

 

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Lieber Pierre,

das ist ein interessantes Thema, das du aufgreifst und ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht bzw. versucht, mich in die Psyche eines Suizid-Attentäters einzufühlen. Zuerst einmal der grundlegende Fakt, dass es terroristische Akte schon seit Menschengedenken gibt und die Menschheit heute mit Sicherheit kein bisschen menschlicher geworden ist. Moderne Gesellschaftsmodelle, in denen Ethik, Gewissen, Wahrheit, Toleranz und Rücksichtnahme Usus sein sollten, versagen und nahezu täglich entsetzen uns Nachrichten über Selbstmordattentate und terroristische Gewalttaten. Nichts Neues, wenn man zurückschaut, denn immer hat es eines zur Grundlage: Der Gesellschaft und Menschheit unverhofft brutal ins Gesicht zu schlagen und zwar mit absoluter Aufmerksamkeitsgarantie der gesamten Weltöffentlichkeit. Und da haben wir einen entscheidenden Punkt: Aufmerksamkeit und eine Art Katapult in die märtyrerhafte Unsterblichkeit. „DAS kann die Welt nicht übersehen! MICH wird die Welt nie vergessen! Sie schauen ALLE hin!“, könnten die Gedanken der Täter sein.

Einen Suizid-Attentäter als reinen Irren oder psychisch Kranken zu verurteilen, wäre zu einfach, denn es spielen mehrere Faktoren eine Rolle und erst das Zusammenspiel verschiedener Basiselemente lassen einen Menschen zum Selbstmord-Terroristen werden, der eine immense Lust am Töten einer möglichst großen Gruppe von Leuten hat. Es scheint, das – unter gewissen Bedingungen – in fast jedem Menschen die Fähigkeit schlummert, solch grauenvolle Dinge zu tun, denn von jung bis alt und ohne eingrenzbaren gesellschaftlichen Stand, gibt es ihn nicht… D E N speziellen Täter, der sich durch a) und b) auszeichnet. Die Grundlage ist auch nicht rein religiös zu sehen, wenngleich Gottheiten und religiöse Ideologien den Schlachtruf begleiten.

Du hast schon Recht, lieber Pierre, es ist eine innere Frustration, Wut, ein aufgebautes Feindbild, die Perspektivenlosigkeit, eine Haltlosigkeit in ethischen, familiären und gesellschaftlichen Angeln und ebenso eine hasserfüllte Haltung gegenüber dem Feindbild Westen. Daran sind wir allerdings nicht ganz unschuldig, wenn wir ehrlich sind. Schlechte Bedingungen, Krieg, Arbeitslosigkeit, Gewalt in den Heimatländern und viele andere Gründe spielen ebenso eine große Rolle. Frei nach dem Motto „Hier bin ich ein Nichts, hier spürt mich niemand, ich bin Mensch zweiter Klasse, unser Leben ist eh verkackt… usw. lassen einen jungen Mann Amok laufen, denn am Ende ihrer schrecklichen Taten haben sie die Garantie, dass sich JEDER erinnern wird und JEDER hinschaut und – wenn nun auch die religiöse Einstellung eine Rolle spielt – ist es der direkte Weg ins Paradies. Ein Leben jenseits dieses beschissenen Lebens in ihren Augen.

Die Bereitschaft junger Menschen, sich einer Terror-Organisation anzuschließen hat u.a. auch damit zu tun, dass sie schwer traumatisiert sind, aufgewachsen in Ländern, in denen sie politischer Gewalt ausgesetzt sind (vielleicht Jahrzehnte), zahlreiche Demütigungen und Verluste erlitten haben und keinen Sinn in ihrem Leben sehen. Sie haben keine gute Vorbildfunktion, an der sie sich orientieren können und manchmal ist der Hass sogar so stark, dass der eigene Vater oder ein Familienmitglied, welches sich in unsere Werte integriert und anpasst, der Feind ist, gegen den sich die Aggression richtet. „Mein Vater ordnet sich unter… er ist eine Puppe des Westens. Pfui, verachtenswert!“, wäre einer der möglichen Gedanken. Auch hier ist für diese jungen Menschen keine Vorbildfunktion, sie sehen den Vater als labilen Waschlappen, der seine eigene Kultur und die Werte seines Volkes beschmutzt. Ja, sie sind bereit, sich selbst zu opfern und besitzen keine Identität. Ihre Orientierung ist haltlos, ziellos, sinnlos. Der Ausweg ist, sich einer Gruppe anzuschließen, in der man was ist und einen besonderen Wert bekommt. Interessanterweise würden sich die Drahtzieher niemals selbst in die Luft sprengen oder an die Front gehen, sie bleiben im Hintergrund und suchen ihre willenlosen Opfer im Internet oder rekrutieren sie mit anderen Versprechungen. Wer „ausgewählt“ wird, gehört dazu und man kümmert sich… mit dem Ziel, der verhassten West-Welt einen Dolch ins Herz zu stechen. Tragische Wiederholung der Geschichte der Menschheit, die noch niemals Frieden gefunden hat und auch niemals wird. Suizid-Terroristen sind verlorene Zombies, denen man nie einen Sinn im Leben gegeben hat, die nie das Gefühl hatten, gebraucht zu werden, geehrt zu werden und geliebt zu werden. Junge Menschen, die ihre Erlösung und Aufgabe darin sehen, weiterhin Hass und Angst zu säen… so wie sie selbst es gewohnt sind. Kinder und Jugendliche sind das Produkt ihrer Gesellschaft und Werte. Wir dürfen dabei natürlich weder die Vorbilder vergessen, die in den Augen der Radikalen versagt haben noch diejenigen, die ihren eigenen Hass und ihre Wut in die Wiege des Kindes gelegt und weitervererbt haben. Beides ist richtig und beides ist eine der Grundlagen, warum junge Menschen (und es sind in der Regel junge Männer) zu Suizid-Terroristen werden. Sie haben niemals gelernt, wer ihr Gegenüber wirklich ist und was Mensch-Sein bedeutet. Schlimm nur, dass sie ihre Religion allzu oft für brutale Terrorakte missbrauchen und vergewaltigen, die sicher nicht schuld ist – sondern immer n u r der Mensch selbst! Doch wir sind im Herzen immer noch Krieger und gar nicht so weit entfernt vom Neandertaler, wie wir immer glauben, stimmt´s lieber Pierre?

Eine Annahme, dass diese schrecklichen Dinge weniger werden könnten, ist eine Utopie und es gibt Gesellschaften und Kulturen, die sich nicht verbinden lassen. Zivilisation ist einfach nur ein moderner, geschaffener und idealisierter  Begriff der westlichen Welt. Doch schaut man auch hier hinter die Fassade der aufgeblasenen Wohlstands-Menschen, lege ich nicht meine Hand dafür ins Feuer, das – unter bestimmten, schlechten, gefährlichen, extremen Situationen – der Hass ebenso ausgelebt würde. Nur haben wir die besseren Karten, was die Aufzucht unserer Jungen anbelangt und dürfen danke sagen, dass wir noch! in relativem Frieden und in Freiheit leben können. Fraglich, wie lange – in einer Welt, in der 1% der Bevölkerung reich sind, die anderen arm und ärmer… und wenn dem bestehenden Materialismus nicht Grenzen gesetzt werden, bleibt umso mehr Unzufriedenheit, Frustration und Hass.

Schaffe eine gesunde Grundlage für die Entwicklung der zukünftigen Generationen und es könnte entspannter werden. Aber ich träume wieder mal…

 

in diesem Sinne,

eine herzliche Umarmung

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

Gewalt ist kein akzeptables Mittel für politische Auseinandersetzungen und hier gilt null Toleranz! Niemand braucht niemandem die Schuld zuzuschieben oder gar Herrn Scholz verantwortlich zu machen und auch sonst niemandem. Wer hier einzig und alleine die Schuld trägt, sind radikale Extremisten und gewalttägige Randalierer, die jeden Anlass genommen hätten, um ihre blanke Wut loszuwerden. „Welcome To Hell“ lautet der Schlachtspruch derer, die nur blind zerstören wollten, ohne konstruktiv zu sein. Verwerflich und verabscheuungswürdig! Und es gibt kein „aber“ oder „oder“ – es gibt n u r ein klares Nein zu jeglicher Form von Gewalt. Wir konnten alle beobachten, dass in keinem der aufgetauchten Videos oder Live-Übertragungen Polizisten als erstes Gewalt ausübten, im Gegenteil. Dieses Ausmaß an linksgerichteter Krakele, die selbstverständlich auch rechtsradikales Gesocks und den kriminellen Pöbel anlockt, ist nicht hinnehmbar und stellt die demokratische Ordnung in Frage. Dagegen muss ein eindeutiges, schmerzliches Signal gesetzt werden. Absolut lächerlich von einer Provokation seitens der Polizei zu sprechen – diese Menschen haben für unsere Sicherheit ihr Leben riskiert. Das muss man mal klar sagen und die Schuldigen sind alle, die sich bewusst unter friedliche Demonstranten gemischt haben, um den G20 Gipfel zu einem Ort des Terrors zu machen. Anders kann ich es nicht nennen, was da angerichtet wurde und ich schäme mich, wenn das unsere eigenen Landsleute waren.

Wie viele Gewalttäter, die solche fürchterlichen „Protestaktionen“ machen, kann eine Demokratie vertragen? Die Frage stellt sich mehr denn je, wenn man Revue passieren lässt, was in den vergangenen Tagen in Hamburg ablief. Der Staat muss ganz eindeutig für Ordnung sorgen, um den Bürger zu schützen und sie taten ihre Arbeit gut. Das Vermummungsverbot ist der Schritt in die richtige Richtung und ein striktes Durchgreifen unabdingbar. Niemand würde etwas sagen, wenn Demonstranten ihrem Unmut friedlich Ausdruck verleihen, aber Gewaltakte dieser Kriminellen sind verboten. Das ist blanker Hass von Leuten, die sich selbst hassen! Ich fordere ein noch härteres Durchgreifen, die Linksradikalen/ Rechtsradikalen nehmen ihrerseits auch keine Rücksicht. Bürgerkrieg mitten in Deutschland? Soweit ist es noch nicht, aber wenn nicht ein klares, kompromissloses  Durchgreifen gegen diese Form von freigesetzter Gewalt garantiert wird, sind wir am Arsch…  und das bedroht unsere Demokratie mehr als uns lieb ist.

Harte Strafen für Terrorakte dieser Art – anders kann ich das, was beim G20 abgelaufen ist, nicht nennen. Es wäre an jedem anderen Ort auch damit zu rechnen gewesen und hier sind Radikale am Werk, die rücksichtslos zerstörerisch sind. Ob etwas vertuscht wird, kann ich ohne eingehende Recherche nicht sagen, lieber Pierre – wenn aber eines deutlich geworden ist, dann, dass wir in eine unruhige Zeit schlittern und mehr denn je zu Frieden und Wahrung unserer freiheitlichen, demokratischen Interessen aufrufen müssen. Was einem friedlichen Zusammenleben im Wege steht, sofort platt machen und in die Schranken verweisen – und zwar wesentlich konsequenter als bisher. Hut ab vor den Polizisten in Hamburg, die gute Arbeit geleistet haben!

 

Herzlichste Grüße aus der weltoffenen Stadt am Main,

 

Petra

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wenn fehlgeleitete Symptome eine Tragödie hervorgerufen haben, sollte nicht n u r sie der Mittelpunkt sein sondern immer auch die Ursachenforschung. Wir schieben vieles auf „menschliches Versagen“ und übersehen dabei, dass wir selbst die Gesellschaft sind, die dieses auslöst! Medien spulen immer wieder das Gleiche ab – zweifellos überall Tragödien, aber nichts im Vergleich zu den weltweiten Kriegen, Menschen, die verhungern, irgendwo massenhaft verrecken. Massen-Hype auf BILD-Niveau hat bisher niemandem geholfen, außer der trägen Masse Futter zu liefern für polierte, geschliffene, sensationsgeile Gehirne. Aufwachen! WIR sind die Gesellschaft und der Verursacher solcher Tragödien und stehen jeder einzeln auch in der Verantwortung.

Therapien sind eine erprobte Art und Weise, die Abgründe der menschlichen Psyche zu erforschen. Manchmal gelingt es und manchmal bleibt es an der Oberfläche stecken. Es gab immer schon empfindsame Menschen, die es sehr schwer hatten und in früheren Zeiten war das oft noch weitaus schlimmer – es geriet nur nicht an die Öffentlichkeit. Heute sind psychisch Angeschlagene überall und es ist schon fast so, als ob wir unnormal wären, wenn wir nicht mindestens eine Neurose, manisch-depressives Verhalten, Borderline, krankhafte Zwangshandlungen, Burn Out oder Ähnliches haben. Das gibt den Freischein zum Ausruhen oder für die Tatsache, seine Entscheidungen n i c h t umzusetzen oder eine klar definierte Stellung zu beziehen. Ich will eine psychische Erkrankung nicht verleugnen, aber wer sagt, dass das Leben nur ein Paradies sein muss? Mal abgesehen von den Irren, die den zu vögelnden Jungfrauen im Paradies nach hecheln bevor sie sich in die Luft sprengen. Unsere Erwartungshaltung ist absurd und realitätsfremd. Tod, Probleme, schlechte Gefühle, Frustrationen, Müdigkeit, Versagensängste, Trägheit – all das gehört zum Leben dazu, aber w i r werten es als „krank“. Der Rest der Welt darf gefälligst weitermachen und sich dem alltäglichen Dauerstress weiterhin aussetzen. Der „Kranke“ findet Entschuldigungen für sein schlappes Dasein und den nicht vorhandenen Kampfgeist, es mit Problemen (oft selbst geschaffen) aufzunehmen. Mögen die Menschen da draußen das hart finden… aber kämpfen sie sich durch´s Leben mitsamt den Auf und Ab´s, mitsamt dem Unglück, mitsamt der Trauer oder schwerwiegenden Problemen. Wer das tut, entscheidet selbst, wie man damit umgeht und niemand erwartet, dass jeden Tag die Sonne scheint. Wir sind verwöhnt, denke ich, uns geht´s zu gut. Wir wollen stets den gleichen GLÜCKS-Zustand und darin liegt die Crux – es gibt ihn nicht! Verzweiflungstaten und Tragödien, bei denen Menschenleben geopfert werden, sind in meinen Augen Taten eines innerlich schwachen Menschen, der die unrealistische Vorstellung hat, alles müsse perfekt sein und man müsse jederzeit funktionieren und es allen Recht machen. Unsinn! Niemand muss dauerhaft Höchstleistungen vollbringen, aber er muss lernen, seine Grenzen zu erkennen und vernünftig eine Balance zu finden, damit keine innere Überforderung entsteht, die final zum Kurzschluss führt.

Auf der Psychocouch hat man dann endlich d e n inneren Feind gefunden, den es gilt, mit allen Mitteln zu bekämpfen anstatt ihn zu akzeptieren. Na, endlich hat man den Grund für das eigene Waschlappen-Dasein gefunden!  Da könnte der Glaube an den lieben Gott eventuell helfen, aber ein realistischer Blick auf die Tatsache, dass Leben nicht immer reibungslos verläuft und auch oft von sehr schlechten Emotionen begleitet wird, dürfte hilfreicher sein. Also Arsch hoch und kämpfen für das was wir sind: Menschen mit Fehlern und Schwächen, die sich auch mal elend fühlen dürfen – das ist durchaus legitim. Heute lustig, morgen traurig, übermorgen lala, so ist das Leben eben.

Bei mir klingeln immer wieder die Glocken, aber nicht die von Jesus´  Auferstehung. Jesus ist gestorben, er ist tot und an den lieben Gott glaube ich nicht – auch nicht an Allah oder sonstige, schräge Gottheiten. Ich glaube an das Leben und ich glaube an die Kraft, die hinter einem positiven Denken steht. In der Natur verkümmert das, was nicht lebensfähig ist und geht unter. Allerdings nehmen die Tiere nicht noch 150 ihrer Artgenossen mit ins Jenseits, das unterscheidet uns. Amen.

 

© Petra M. Jansen

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Und er war laut.

Weil ihn sonst niemand hörte.

Dankeschön.

Gesenkter Blick. Rastlos. Kratzbürste.

Mann, was ein Klotz!

Er musste stampfen.

Weil ihn sonst keiner hörte.

Am Anfang stand der Wille.

Die Änderung ließ auf sich warten.

Drehte sich um sich selbst.

Rotierte um seine üblen Gedanken.

Und ließ sie alle leiden.

Gingen ihm auf die Nerven.

Sie alle.

Sie alle waren Dreck.

Er selbst nicht.

Unsicher, unruhig, ungehobelt.

Mann, tu´ endlich was!

Tu´ was, sonst tut es dich.

Gehetzter Blick, fahrige Gesten.

Was bist du für eine Nervensäge!

Unerträglich.

Erträgst dich selbst nicht.

Und er ist laut.

Unglaublich, unerträglich laut.

Stapft wie eingesperrt.

Klar, der eigene Knast.

Selbstgeschaffen.

Und keinen Mut,

den zu verlassen.

Du Arschloch!

Lautes Arschloch.

Hebe deinen Hintern

und fang an.

Leise Töne

zeigen dir die Höhe,

die Schönheit

des Lebens.

Er ist laut.

Trotzdem hört ihn niemand.

Er war ja nicht da.


© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

man sagt ja „Träume sind dazu da, gelebt zu werden“, aber ich fürchte, deine idealistische Vorstellung von einer „Ent-Knasterung“ der alten Strukturen in der Politik ebenso wie auf dem Arbeitsmarkt, sind die wünschenswerten Vorstellungen eines sozial engagierten Bürgers, der genau dort leider auf der falschen Seite steht, wo ein Großteil der Bevölkerung dir gerne die Hand reichen wird – ich inklusive. Chapeau! Mehr Idealisten und weniger demokratische Alt-Säcke, ein Aufmischen der Parteien und eine sofortige Straffung und Umstrukturierung des Arbeitsmarktes sind einige Punkte von vielen, die erneuerungswürdig wären. Aber wie es so ist, lieber Pierre, sind die Politiker unter Druck der Industriekonzerne, die gerne mit Auslagerung der Betriebsstätten ins Ausland drohen – sollte der Lohn hier zu teuer werden und man als Folge davon nicht mehr konkurrenzfähig bleiben. Wir wissen doch alle, dass den Politikern die Hände gebunden sind, mögen sie heißen, wie sie wollen. Was die Grünen ausmacht ist ihr deutliches Engagement bei ökologischen Fragen, Umweltbewusstsein, soziale Gleichstellung, Beendigung der Massentierhaltung, erneuerbare Energien, ihre Haltung zur Flüchtlingskrise etc. und (früher) die Turnschuh-Rebellion auf dem Drahtesel. Sie haben in einigen Bundesländern eine Schlappe eingesteckt, die zu erwarten war, weil eigentlich wirklich niemand so recht weiß, in welchem Brei sie rum rühren und wo tatsächlich ihre Aussagekraft und Stärke liegen. Das Bundestagswahlprogramm liegt noch nicht mal genau fest bisher. Selbst schuld, wenn Anpassung dem Individualismus weicht, obwohl Cem Özdemir ein außerordentlich sympathischer Politiker mit deutlichen Ansagen ist, was ich persönlich sehr schätze! Der gesetzliche Mindestlohn ist für die Bundestagswahl 2017 u.a. eines der Punkte mit denen die Grünen punkten wollen, aber den gibt es bereits. Was ist möglich und tragbar in einem Staat, der selbst hoch verschuldet ist? Es ginge noch viel weiter in meinen Augen: Befristete Arbeitsverträge (keiner legt mehr sich fest), junge Arbeitnehmer und Familien können nicht mehr planen, weil viele Stellen auf 12 Monate mit eventueller Verlängerungsfrist angelegt sind. Teilzeitstellen und die unglaublich vielen geringfügig Beschäftigten tragen auch nicht zu einer verlässlichen Organisation und Bereitschaft zur Investition bei. Deutschland muss sich seiner Qualität, Zuverlässigkeit und Professionalität bewusst sein und diese Top-Leistung, die weltweit geschätzt wird, muss bezahlt werden. „Made in Germany“ war einst ein Gütesiegel, für das Menschen in aller Welt Geld ausgegeben haben und dafür gerne tiefer in die Tasche griffen. Mag das eine idealistische Vorstellung von mir sein, aber wir müssen uns unserer Stärke bewusst sein, unsere Technologien teuer verkaufen und damit werben, dass das Qualitätsprodukt aus Deutschland nach wie einen besonderen Wert hat. Automobilkonzerne und Nobelmarken wir BMW, AUDI, PORSCHE, DAIMLER sind Marken im Hochpreissegment und werden international geschätzt. Immer hinterher hecheln und sich im Preis drücken lassen, führt zu Qualitätsverlust oder geht auf Kosten der Arbeitnehmer. Das schon lange diskutierte und in Finnland gerade als Pilotprojekt gestartete bedingungslose Grundeinkommen wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, aber ob das in Deutschland auch umsetzbar sein wird, steht im Raum. Fakt ist: Wenn die Beschäftigten sich höher verschulden und ihre normalen Bedürfnisse nicht mehr aus ihrer Arbeit heraus bestreiten können, wird so oder so der Staat einspringen müssen. Die Zahl der Überschuldungen und Privatinsolvenzen steigt stetig und irgendwann ist die Spirale überdreht, das geht gar nicht anders. Man kann nicht immer nur alles hoch schrauben und erwarten, dass es ewig so weiter geht. Wir dürfen auch nicht seelenruhig zusehen, wie sich einige wenigen Top-Manager oder Wirtschaftsbosse oder auch die Politiker die Taschen vollstopfen und so tun, als ob sie das alles nicht interessiere. Ich will nicht ausschließen, dass diese Unzufriedenheit (eine Kombination aus vielen anderen Punkten mehr) in eine Rebellion bzw. Bürgeraufruhr münden kann – auszuschließen ist das wahrlich nicht.

Zurück zu den Grünen und deiner Abwendung von zukunftsweisenden Dingen, lieber Pierre. Wenn wir aufhören, konstruktive Gedanken zu streuen und unsere positive Hoffnung begraben, ist das das Ende der Fahnenstange. Wir beide haben nicht die Macht, politisch wirklich etwas zu verändern, aber wir können unseren Leserinnen und Lesern eine gute Information bieten und eine Basis, über den einen oder anderen Punkt nachzudenken. Die Vogel -Strauß-Taktik ist kontraproduktiv und dagegen wehre ich mich – so fatal es auch ist, dass uns auch die täglichen Medien mehr Negativmeldungen um die Ohren hauen, statt andersrum. Genau das ist aber ein gewolltes Prinzip! Denke mal darüber nach, lieber Pierre, warum wir nur noch mit negativen News zugeschissen werden. Deutschland – ein Land, in dem es wichtiger ist, dumme Selfies auf Facebook zu veröffentlichen –  als sich um die Zukunft unserer Kinder zu kümmern?  Ich staune halt immer wieder über die weichgespülten, anspruchslosen und egozentrischen Menschen, die nun bald in 2017 ihre Stimme abgeben werden und aus Scheissdreck A, B, C oder D auswählen können.  Also dann…. dieses Jahr ist das Jahr der Wahl, wählen wir das geringere Übel. Uns bleibt bei genauer Betrachtung ja eigentlich gar keine Wahl 😉

 

Meine herzlichsten Wünsche,

 

Petra

© Petra M. Jansen

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Reden wir nicht von den Arbeitnehmern, die in höheren Etagen beschäftigt sind. Mein Augenmerk gilt heute den vielen geringfügig Beschäftigten und Angestellten, die eine harte körperliche Arbeit verrichten und deren Lohn in keiner gesunden Relation zu ihrem Einsatz steht. Dass Pflegepersonal, Krankenpfleger, Altenpfleger, Kindergärtner und viele andere unterbezahlt sind, ist bekannt und wird in den Medien mehrmals täglich diskutiert. Händeringend wird nach Nachwuchs gesucht, aber so lange sich das Verhältnis von Arbeitseinsatz und Leistung nicht im Gehalt widerspiegelt, wird es in diesen Berufen nur wenig Änderung geben. Wer hat schon Lust auf harte und gesundheitsschädliche Schichtarbeit, die nach einigen Jahren mit Sicherheit ihren körperlichen Tribut fordert, wenn die Kohle am Monatsende so wenig ist wie es im Moment der Fall ist? Auch Bauarbeiter sind harten Bedingungen ausgesetzt (aber da stimmt zumindest die Bezahlung) und viele andere Berufstätige mehr.

Schnuppert man einmal hinter die Kulissen einiger Betriebe, fallen die schlecht gelaunten und missmutigen Gesichter der Angestellten auf und man darf sich berechtigterweise fragen „Was läuft hier schief?“ Schlechte Beratung – weil dafür schlichtweg keine Zeit ist – und muffige Antworten, das ist leider oft die Realität. Dabei gebe ich nicht unbedingt den Menschen die Schuld, obwohl einige davon sicher absolut ungehobelte und unfreundliche oder vom Leben gebeutelte Leute sind. Vielmehr darf man feststellen, dass hier wochenlang mehr als 10 Stunden täglich gearbeitet werden und am Jahresende über 120 – 180 Zusatzstunden auf dem Zettel stehen. Akkordarbeit! Saisonale Engpässe im Personal werden nicht mit Aushilfen gestopft sondern mit einer Dauerbelastung des bestehenden Festpersonals, das auf dem Zahnfleisch kriecht. Zusammenbruch vorprogrammiert, ebenso eine hohe Ausfallquote wegen Krankheit. Das Unternehmen selbst ist kaum interessiert an dem Verschleiß seiner Beschäftigten – sie können ja beliebig ausgetauscht werden. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, ist verschlissen und so werden eben kurzerhand neue Mitarbeiter eingestellt. Kleine Abfindung und der Fall ist erledigt. Es geht wie immer um Profit und um einen möglichst hohen Abverkauf der Waren und die Geschäftsleitung der Konzerne gibt klare Anweisungen, welche Mengen in welcher Zeit auf den Ladentisch geschafft werden müssen. Unter welchen Bedingungen das erfolgt, interessiert in der obersten Chefetage niemanden. Traurige Wahrheit vieler Unternehmen, speziell der Ketten oder Franchise-Firmen, die straffe Hierarchien und ebenso straffe Tempovorgaben haben. Handelt es sich um verderbliche Ware, muss der Warenumschlag umso schneller erfolgen und die Beschäftigten müssen einen Zahn zulegen. Krankheiten wie Burn Out, Rückenschmerzen, Kreislaufzusammenbruch, Überbelastung der Gelenke, Herzinfarkte und vieles mehr sind die Auswirkungen der modernen Sklavenhaltung. Anders kann ich es nicht nennen, wenn Menschen ihr Bestes geben, das nicht genug ist und sie vor Erschöpfung und Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, zusammenbrechen. Wie ein alter Gaul, der unter den Taglasten zusammenbricht… das sind Arbeitsbedingungen in einigen Berufen, die dringend an den Pranger gehören. Dabei wissen wir alle, dass die oberste Etage mehr als ausreichend verdient, die Unternehmen schwarze Zahlen schreiben und es ein Leichtes wäre, in Stoßzeiten oder saisonal anstrengenden Zeiten, Personal aufzustocken, um ein wenig Entlastung in den Ablauf zu bringen. Wer das nun viele Jahre durchhält, hat einen Orden verdient und meinen allerhöchsten Respekt, denn es gibt auch einfachere Jobs.

Den Politikern ist es durchaus bekannt, dass viele Arbeiter-Jobs unterbezahlt sind, aber die Antwort auf mehr Lohn ist immer die gleiche: „Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben, die Kosten im Ausland sind deutlich geringer als in Deutschland…“. Aber wir leben in Deutschland und diese Menschen arbeiten für deutsche Unternehmen! Was wäre, wenn sie alle einmal ihre Arbeit niederlegen würden? Hätte man dann begriffen, dass es so nicht weitergehen kann? Während in einigen unnützen Jobs (Management, Coaching und viele andere Berufe, die kein Mensch braucht) die Gehälter explodieren, sind es genau diejenigen, die harte und sinnvolle Arbeit für uns alle machen und am Minimum krebsen. Das muss geändert werden und zwar dringend. Schauen Sie sich um bei all den Kassiererinnen, Verräumern von Waren, Sozialberufen, Gärtnern, Dienstleistern, die so wichtig sind wie die Bienen zum Bestäuben. Wundert es also noch, wenn wir schlecht gelauntem Personal gegenüberstehen? Teilweise sogar ohne Weihnachtsgeld, ohne Urlaubsgeld, ohne mal ein nettes Wort oder eine Motivation seitens der Geschäftsleitung.

Ich sage nicht, dass es überall so ist, aber wenn man tatsächlich einmal einen kleinen Blick hinter die schöne Verkaufswelt wagt, wird man fündig. Im negativen Sinn und dort, wo man es am wenigsten erwarten würde – lassen einen die Produkte ins Träumen geraten und dient doch nach außen alles unserem Wohlbefinden, der Ästhetik und unserem Wunsch nach einem gemütlichen Zuhause. Auf Kosten der Mitarbeiter? Billigpreis-Politik der Ketten auf dem Rücken der Angestellten? Nein danke. Da bezahle ich lieber einige Cent oder Euro mehr und weiß, dass es den Leuten, die mich bedienen, gut geht, sie fair behandelt werden und leistungsgerecht bezahlt. Fazit: Kaufen sie besser nicht dort ein, wo die Mitarbeiter völlig geschafft und übel gelaunt wirken. Bezahlen Sie einige Cent mehr für eine anständige Behandlung und Bezahlung der Beschäftigten. Sie kaufen doch auch sonst kein verdorbenes Fleisch, oder? 😉

 

© Petra M. Jansen

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