Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Doch heute schwimmen in jedem Quadratkilometer der Meere hunderttausende Teile Plastikmüll. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. Drei Viertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik, konkret gelangen jedes Jahr 4,8 – 12,7 Millionen Tonnen Plastik (wwf.de, 15.01.2020) in die Meere. Dieses Plastik ist ein ständig wachsendes Problem und kostet jedes Jahr zehntausende Tiere das Leben. Denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere Hundert bis Tausende
an Jahren vergehen. Bis dahin zerfällt es lediglich in immer kleinere Partikel. Diese kleinen, festen und wasserunlöslichen Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden Mikroplastik genannt. Wenn wir heute barfuß einen Strand entlang laufen, haben wir neben den Sandkörnern meist auch viele feine Mikroplastikpartikel unter den Füßen. Nicht nur physische Gefahren lauern. Bei den Zersetzungsprozessen werden gefährliche Inhaltsstoffe wie Bisphenol A, Phtalate oder Flammschutzmittel freigesetzt, die sich in der Nahrungskette anreichern und nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen beeinflussen können. Auch sind in der Langzeitfolge schädliche Auswirkungen auf den Menschen (nabu.de) nicht auszuschließen. Eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit: Im Pazifik wird ein Gebiet aus Plastikmüll untersucht, das größer ist als Indien. Strömungen halten die gigantische Müllmenge fest. Der „siebte Kontinent“ liegt im Pazifischen Ozean. Das gigantische Gebiet ist noch
weitgehend unerforscht. Und es besteht ausschließlich aus Müll. Vor allem aus Plastikabfällen, die von den Küsten und aus Flüssen in die Gewässer zwischen Kalifornien und Hawaii getrieben werden. Ein riesiger Wirbel hält den Müll dort fest. Der französische Forscher Patrick Deixonne war während einer Rudertour im Jahr 2009 auf die Abfall-Anhäufung in Pazifik gestoßen.

Was geht hier ab?! Die Recyclinglüge? Nicht nur hinsichtlich der Quote des Recyclings wird geschummelt. Unsere Politiker ergehen sich auch gerne in Wortspielereien. So wird statt Recycling” gerne das Wort Wiederverwertung” genutzt. Der Bürgerschaft fällt es oft gar nicht auf, denkt man doch, der Lokalpolitiker wolle nur ein deutsches Wort statt des Englischen nutzen. Weit gefehlt! Der Wahnsinn hat Methode. Eine Wiederverwertung kann auch Verbrennung bedeuten, bei der ein kleiner Anteil Strom und eine ordentliche Menge an Fernwärme produziert und in den Kreislauf eingespeist werden kann. Die Menge an Strom ist allerdings gering. Und auch der Weiterverkauf an sogenannte Drittverwerter im Ausland gilt immer noch als Wiederverwertung – ob legal oder nicht. So gelangt deutscher Müll an tropische Strände in fernen Ländern, in denen er in den allermeisten Fällen auf illegalen Deponien am Rande verarmter Siedlungen abgelagert wird. Wir ersaufen im Dreck, mit uns die Tiere, Pflanzen und unser Globus. Ich habe keine Lösung …
Aber die Frage, die sich allen Ernstes stellt: Ist es zu spät ob der riesigen Mengen Plastikmülls? Laufen wir sehenden Auges gegen die Wand? Wenn nicht jetzt, wann reißen wir das Ruder herum? Es wird steil auf der Talfahrt …

Nicht lange her, da hörte ich im Radio, es solle jemand die These aufgestellt haben, „Wandel durch Handel sei die größte Dummheit seit dem Sozialismus“. Wer auch immer das gesagt hat, das Fundament der Behauptung bleibt zu prüfen. Das Narrativ des Sozialismus ging im letzten Jahrhundert schon schief, bedarf hier keiner weiteren Untersuchung. Wandel durch Handel … was Russland angeht, ging auch diese Erzählung in unserer Zeit schief. Liegt das an dem Konstrukt der Idee Wandel durch Handel? Ich meine: nicht unbedingt! Das Vertrauen in die transformierende Kraft der Ökonomie speist sich aus verschiedenen Quellen. Eine Sicht lautet, dass der globale Handel ein Wohlstandsmotor sei und niemand gemeinsame Gewinne aufs Spiel setze. In einer globalisierten Welt sollten Staaten also aus Eigeninteresse immer enger zusammenarbeiten. Internationale Institutionen bieten dafür den stabilen Rahmen. Eine andere Lesart betont den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem und politischem Liberalismus. Kurz: Wo die ökonomische Freiheit Wurzeln schlägt, trägt die politische Freiheit Früchte. Selbst Diktaturen geraten durch die Spielregeln der Weltwirtschaft unter Anpassungsdruck, weil auch sie geistiges Eigentum schützen und Eigentumsrechte wahren müssen. Gleichzeitig fördern Unternehmertum und Wohlstand eine selbstbewusste Mittelklasse, die politische Teilhabe und Rechte einfordern dürfte.Es gibt zahlreiche Varianten der Denkfigur des Wandels durch Handel, etwa Wandel durch Verflechtung oder Modernisierungspartnerschaft. Sie alle gehen auf eine Formel Egon Bahrs zurück, mit der dieser 1963 bei einer Tutzinger Rede das Konzept der Neuen Ostpolitik eingeführt hatte: Wandel durch Annäherung. Wie am Anfang des dritten Absatzes festgestellt, basiert Handel auf Vertrauen. Herr P. im Lande R. hat es, auf deutsch gesagt, versaut. Herr P. und seine Mannen
lügen, wenn sie den Mund öffnen. Ich habe in den Monaten vor dem 24. Februar gut 40-50mal gelesen und gehört, es habe (nie) eine Absicht bestanden, in die Ukraine einzumarschieren. Was das Budapester Abkommen angeht, nimmt P. den Vorteil, nunmehr im Besitz der dortigen Atomwaffen der Sowjetunion zu sein, gerne an. Die Verpflichtung, unter anderem von Russland, den Bestand des ukrainischen Staates zu schützen gegen Aggression von außen, ja, das hat man „vergessen“ …

Energielieferverträge abzuschließen – Zahlung des Öls oder Gases in US-Dollar oder Euro – und dann den Hahn zuzudrehen, ist schlichtweg Vertragsbruch. An eine per Dekret (wes Geistes Kind ist P.?) verordnete Zahlung in Rubel ist für uns selbstverständlich nicht binde nd.Wandel durch Handel: Unser ehemaliger Partner lügt und betrügt! Es wird wahrscheinlich für gut zwanzig Jahre keinen Handel mit Russland geben; das Vertrauen ist weg! In der zivilisierten Welt werden täglich durch Kooperation Win-Win-Situationen geschaffen, gerade durch Handel. Ein Aggressor passt nicht ins Konzept. Daran ändert auch das Geschwafel nichts, „der Westen hätte doch …“.
Es lag nicht am Westen, Wandel durch Handel hat seinerzeit unter den Erzfeinden Frankreich und Deutschland mit Gründung der Europäischen Gemeinschaften auch funktioniert. Der Störenfried sitzt ostwärts …

Der Duden definiert Promiskuität als eine psychische Störung, bei der häufig wechselnder Sexualkontakt mit verschiedenen Partnern stattfindet und langfristige Bindungen oft nicht von Dauer sind. Es geht umgangssprachlich also um „Männer- oder Frauen-geile Menschen“, die erst aufleben, wenn sie Geschlechtsverkehr erleben und sich dadurch erhaben, selbstbewusst und gewollt fühlen. Das genau ist das Problem – in Wahrheit steckt dahinter eine schwere psychische Erkrankung (teilweise bipolar). Menschen fühlen sich nur dann vollwertig und komplett, wenn es einen Mann oder eine Frau an ihrer Seite gibt. Alleine sind sie nichts und fühlen sich nicht vollwertig, innerlich minderwertig. Mit echter Liebe hat das Ganze nichts zu tun, obwohl sich die Betroffenen das einbilden. Nicht selten schlagen diese Personen über die Stränge und treiben es nicht nur mit einem Partner sondern mehreren oder sind noch verheiratet und suchen sich in kürzester Zeit einen Ersatz-Geschlechtspartner. Auffällig ist, dass die Betroffenen – in Zeiten eines vorhandenen Sexpartners – extrem laut, überdreht und anderen gegenüber rücksichtslos agieren (die sind verständlicherweise genervt und müssen sich bemühen, nicht unangemessen zu reagieren). Es spielt nichts mehr eine Rolle außer der neue Partner, mit dem die gesamte Freizeit verbracht wird. Andere soziale Kontakte werden vernachlässigt, ausgegrenzt oder gar als Feinde betrachtet, die in ihren Augen ohnehin nur neidisch sind und ihnen nichts gönnen. Ob es schlichtweg lächerlich oder einfach nur traurig ist, wenn aus einer fast 60jährigen über Nacht ein überdrehter Teenager wird, der sich wie eine läufige Hündin oder brünstiger Bulle verhält und sich jeglichem Ballast entledigt, der einer neu errungenen Liebessucht im Wege steht, steht als Frage im Raum. Für Betrachter von außen wirkt das Ganze extrem befremdend, aber die Sex-gierigen Menschen merken nichts mehr, außer, dass sie sich übermäßig sexy fühlen und sich rücksichtslos alle Rechte nehmen, die ihnen ihrer Meinung nach unbedingt zustehen. Schließlich sind sie unwiderstehlich und die Welt soll sehen, wie umwerfend sie sind. Das Tragische ist nicht nur die Unterwürfigkeit, die sie in ihre Liebesaffären stecken und ein Verhalten wie eine Klette zeigen (der/ die wird pausenlos bombardiert und man kann nicht mehr ohne) sondern, dass auf das Hoch garantiert ein Absturz in das Tief – die Depression – folgt. Wissenschaftlich widmete man sich schon oft diesem Thema, um dem Trauma als Auslöser, der genetischen Disposition oder den psychischen Auswirkungen näher zu kommen. Früher war Vielmännerei oder Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern in kurzer Zeit oder Verkehr während einer noch geschlossenen Ehe verboten und wurde streng bestraft. In unserer heutigen, aufgeklärten Gesellschaft scheint alles möglich, doch die Toleranz hat hier seine Grenzen und ein Mensch, der unmoralisch seine „Geilheit“ zur Schau stellt, wird nicht respektiert. Gleichstellung hin oder her – schnell hat eine Frau den Ruf einer Hure, der Mann taugt leider auch nichts. Fest steht: In den Familien Beziehungssüchtiger waren die Grenzsetzungen und Erfahrungen emotionaler Art nachweislich sehr rigoros, extrem und mit starren moralischen Normen oder zu hohen Anforderungen geführt. Vielleicht spielte sogar eine harte, streng religiöse Erziehung eine Rolle, unter der die erwachsenen Beziehungs- und Sex-süchtigen unterbewusst immer noch leiden und durch ihr extremes Verhalten nun versuchen, zu kompensieren. Wenn sie gar keinen Partner finden, probieren sie es rastlos über Internet-Portale, Anzeigen oder via Partnerbörsen – Hauptsache sie bleiben nicht alleine (denn dann fühlen sie sich nicht). Alleinsein ist für diese Menschen unerträglich und sie verfallen oftmals in einen wilden Aktivismus, Kaufrausch oder andere Zwangshandlungen, um nicht in eine depressive Stimmung abzurutschen.

Der Preis ist hoch. Diese Menschen gehören dringend in eine psychologische Behandlung, damit sie nicht noch mehr Unheil anrichten (bei sich selbst oder auf sie hereingefallene Partner).

Untersuchungen haben ergeben, dass bei der sexuellen Betätigung nicht nur Sexualhormone ins Blut ausgeschüttet werden, sondern auch Neurotransmitter im Gehirn wie Dopamin, Serotonin und endogene Opiate wie Endorphine und Enkephaline. Diese gehören zum zerebralen Belohnungssystem des Menschen und können unter anderem eine Angst-abbauende, schmerzstillende, Euphorie erzeugende Wirkung haben . Genau das passiert im Hirn der betroffenen Dauer-Beziehungssüchtigen und erklärt, warum sie so unendlich überdreht, laut oder rücksichtslos sind und sich für unwiderstehlich halten ((bei einer psychischen Störung – wie hier genannt – funktionieren diese Mechanismen ohne Medikamente nicht mehr – bipolar/ manisch/ depressiv. Die verschiedenen Abarten und Zwangshandlungen der Betroffenen sind sichtbare Auswirkungen).

Leider passiert das auf Kosten anderer Menschen in ihrem Umfeld, die wahrscheinlich erst mal eine Weile brauchen, um überhaupt zu realisieren, dass die betroffenen Personen tatsächlich psychisch sehr krank sind und dringend Hilfe benötigen. Doch, wer von ihnen will das schon hören, wenn sie sich gerade in Jubellaune befinden oder in einer manischen Euphorie-Phase Bäume ausreißen könnten? Sicher ist: Eine solide Basis für zwischenmenschliche Beziehungen ist das nicht. Absturz, Trennung und erneutes Leid sind vorprogrammiert. Immerhin gibt’ s Pillen. Amen.

© Petra M. Jansen

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Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen »pentēkostē hēméra«, was sich mit der fünfzigste Tag übersetzen lässt. Der Zeitraum von fünfzig Tagen wurde aus der jüdischen Tradition übernommen. In der Apostelgeschichte (2,1 – 41) des Neuen Testamentes wird erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger ausgegossen wurde, als sie sich zu eben jenem jüdischen Pfingstfest in Jerusalem versammelt hatten. Das Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche angenommen, sodass es als Geburtstag der Kirche gesehen werden kann.
Erstmals fand Pfingsten als christliches Fest im Jahre 130 n. Chr. (vivat.de) Erwähnung. Das Pfingstereignis wird in der Apostelgeschichte so erzählt, dass sprachlich Bezüge zu dieser Gesetzgebung am Sinai entstehen. Laut der Bibel ist es die Aufgabe des Heiligen Geistes, zwischen Mensch und Gott zu vermitteln. In Deutschland wird der Feiertag mit besonderen Pfingstbräuchen begangen. Dazu zählen Prozessionen, Pfingstfeuer oder das Aufstellen von Pfingstbäumen. Auch der Pfingstochse spielte in den Bräuchen einmal eine wichtige Rolle. In ländlichen Gebieten war es bis ins 19. Jahrhundert üblich, das Vieh zu Pfingsten auf die Weide zu führen – nach dem Winter das erste Mal im Jahr. Dafür schmückten die Bauern ihren kräftigsten Ochsen mit Blumen und Bändern. Das Feuer hat an Pfingsten gleich mehrere Bedeutungen. Zum einen war es früher oft ein Brauch an Pfingsten ähnlich wie an Ostern ein Feuer zu veranstalten, um den Winter zu vertreiben. Es steht zu erwarten, dass dieser Brauch heidnischen Ursprungs ist und mit in die jüdischen bzw. christlichen Bräuche Einzug fand. Zum anderen soll das Feuer allerdings auch für die Erleuchtung durch den heiligen Geist stehen oder alternativ dafür, dass die Jünger die Botschaft der Kirche mit Feuer und Flamme, also begeistert, in die Welt getragen haben.Ein Mai- oder Pfingstbaum ist ein hoch und gerade gewachsener Baumstamm, der ringsum geschält ist. Häufig ist der Stamm bunt bemalt oder mit Krepppapier umschlungen. An der Spitze ist ein grüner Kranz angebracht, der meist aus Nadelzweigen besteht und mit bunten Bändern verschönert ist. Er wird typischerweis e- oft schon am 1. Mai – auf einem zentralen Platz in der Gemeinde aufgestellt. Diese Tradition soll es bereits seit dem 13. Jahrhundert geben. Der Ursprung ist aber nicht ganz geklärt. Eine Theorie besagt, dass sich dahinter ein alter germanischer Brauch verbirgt. Möglicherweise verehrten die Germanen ihre Waldgottheiten, indem sie nach der Walpurgisnacht im Mai einen geschmückten Baum aufstellten. Andere Theorien reichen bis in vorchristliche Zeit zurück. Schon damals wurden Bäume als Symbol der Fruchtbarkeit und des wiederkehrenden Frühlings verehrt Kurios: In Hergisdorf in Sachsen-Anhalt wälzen sich alljährlich einige Männer im Schlamm beim sogenannten „Dreckschweinfest“. Dem skurrilen Pfingstbrauch folgend ziehen sie anschließend weiße Hemden über und begrüßen peitschenknallend den Frühling. Die „Dreckschweine“ gelten als Symbol für die kalte Winterzeit (t-online.de), die es zu vertreiben gilt.

Die Bundesrepublik, vor allem die Regierung, verzettelt sich in Kleinigkeiten, in einer Fehde mit dem ukrainischen Botschafter in Berlin etwa oder in einer Debatte, woher die Munition für den als Rüstungshilfe an Kiew vorgesehenen Gepard-Panzer kommen soll. Das alles wirkt unendlich kleinkariert. Bundeskanzler Scholz sieht nicht wie Präsident Biden den strategischen Gewinn, den der Krieg verspricht. Er geht aber auch nicht wie Macron beherzt gegen die aus nationaler Optik bestehenden Risiken vor. Die Ampel-Koalition wird stattdessen getrieben von den Oberflächlichkeiten des Tages, von offenen Briefen deutscher Intellektueller beispielsweise, die kein Jota an Verlauf und Ausgang des Krieges ändern. Ein bisschen Gratis-Pazifismus geht immer, solange die USA und die NATO die Sicherheit garantieren. Mit dieser Haltung setzten Politiker aller Parteien den Wunsch der Volksmehrheit um. Viele Menschen in Deutschland haben vor ihre Türe ein Schild mit der Aufschrift Bitte nicht stören!“ (nzz.ch) gehängt. Sie wollen in Ruhe gelassen werden von den Zumutungen der Weltpolitik. Putin, der Störenfried, erinnert
daran, dass dies eine Illusion war.Die Russen sind derzeit im Vormarsch. Was wäre, wenn die ukrainische Regierung kapitulierte? Der völkerrechtswidrige, barbarische Angriff Russlands ist – bezogen auf das 21. Jahrhundert – eine geistig rückständige Aktion. Wenn man Medien und Mitmenschen zum Thema hört, erscheint die militärische Option für die Ukraine als die einzig mögliche und richtige. Man müsse sich wehren, wenn man angegriffen wird. Was im Umkehrschluss suggeriert: Ohne Militär wehrt man sich nicht. Wir laufen Gefahr, dass Russland die ukrainische Bevölkerung im Falle eines eigenen Sieges für seine Zwecke quasi „versklavt“. Ende der Fahnenstange?! Nein! Wir brauchen alternative Denkmuster, das des gewaltlosen Widerstandes nach Gandhi
zum Beispiel ist schon nicht mehr so neu. Die Ukraine muss ukrainisch bleiben! Aufgrund moderner Technologie gibt es viele Möglichkeiten, den Russen weiter Paroli zu bieten. Hacker könnten IT-Infrastruktur lahmlegen, über Social-Media-Kanäle könnte man Soldaten Desertier-Möglichkeiten vermitteln. Man könnte Flächenstreiks organisieren oder die Arbeitskraft subversiv gestalten, indem die Arbeitenden unbrauchbare Produkte herstellen. Man könnte
Straßen blockieren, massenhaft das Zahlen der Steuern oder der Stromrechnung verweigern, Konsum boykottieren und so Wirtschaftskreisläufe unterbrechen. Es würde darum gehen, mit kleinen und großen Aktionen die Besatzung am Regieren zu hindern, Step by Step! Wir dürfen nicht sklavisch an der militärischen Option festhalten; man kann jene auch flankieren, es gibt auch nach dieser noch Alternativen. Die Russen mögen vordergründig Gebiete einnehmen. Können sie diese auch dauerhaft halten? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Osteuropa nach 45 Jahren freigegeben, inklusive der ehemaligen DDR.In Afghanistan war nach 10 Jahren Schluss … Die Russen können nur Masse und brutal. Das Verwalten der besetzten Gebiete kostet Geld, verlangt Organisationstalent.
Beides hat Putin offensichtlich nicht …

Reichsaußenminister Walther Rathenau wird von der Organisation Consul ermordet. Das britische Völkerbundsmandat für Palästina beginnt. Mit dem Marsch auf Rom der Schwarzhemden von Benito Mussolini beginnt die faschistische Herrschaft in Italien. Howard Carter entdeckt das Grab von Tutanchamun …
Hundert Jahre her ist das. Heute: 2022. Wie geht es uns? Hatten die Menschen damals unsere Sorgen? Schlimm heutzutage: Klimawandel, ja, sagen wir zum Teil schon Klimakatastrophe. Diese in Vergessenheit geraten aufgrund des dritten Jahres mit Corona. Egal, ob wir Corona überstanden haben, das wird sich im Herbst zeigen. Die
Affenpocken sind schon unterwegs …
Ja, und last but not least: Putins „Blitzkrieg“ in der Ukraine, der jetzt fast schon drei Monate währt mit all dem Leid und der Zerstörung. Was ist schlimmer: die heutige Situation oder die vor 100 Jahren? Kann man das überhaupt vergleichen? Vergleichen ja, gleich ist die Situation natürlich nicht. Im Jahr 2122 wird es wieder anders sein, wenn es uns Menschen dann noch gibt.

Einige Ausschnitte für April 1922
Beginn der Konferenz in Genua
Größtes Kino Deutschlands wird in Köln eröffnet
Rapallo-Vertrag zwischen Russland und Deutschland Mai 1922
Vertrag über den Korridor Polen und Deutschland wird geschlossen
Der Deutsche Evangelische Kirchenbund wird geschlossen
Wassily Kandinsky wird Lehrer am Weimarer Bauhaus

1922 begann mit einer Papstwahl. Nach dem Tod von Benedikt XV. wurde der Erzbischof von Mailand, Kardinal Ratti, zum neuen Kirchenoberhaupt gewählt. Unter dem Namen Pius XI. trat er sein Amt an. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion wählte ebenfalls: Josef Stalin wurde ihr Generalsekretär. Kurze Zeit später kam es zwischen Russland und Deutschland zur Unterzeichnung des besagten Vertrages von Rapallo. Trotz aller Machtbefugnisse, die Adolf Hitler in der NSDAP zugestanden worden waren, hatte er in diesem Jahr den Bogen überspannt. Seiner aufrührerischen Äußerungen wegen musste er eine vierwöchige Haftstrafe antreten. Von großer Tragweite war die offizielle Gründung der Sowjetunion. Der Text des Deutschlandliedes, das Reichspräsident Friedrich Ebert zur
Nationalhymne des Deutschen Reiches erklärte, hatte bereits einen bitteren Beigeschmack: „Deutschland, Deutschland über alles…“.

1922, eine Interimszeit. Weimar, Demokratie, neue Hoffnungen. Und dennoch, wie oben gesehen: der Samen für die zukünftige Katastrophe begann bereits zu keimen. Naivität, Dummheit? Die Deutschen kamen aus dem Kaiserreich, die die Ahnung hatten in der Politik – bzw. hätten haben können – waren preußische Junker und Lobbyisten. Wer kurzfristig nicht mehr zeitgemäße Pfründe sichern möchte, zahlt mittel- bis langfristig mit einer Katastrophe. Gerade im Ukrainekrieg brauchen wir heute Fingerspitzengefühl.

Hast Du gerade auch das Gefühl, überfordert zu sein? Die Coronakrise begleitet uns seit zwei Jahren und nun findet auch noch ein Krieg mitten in Europa statt. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat sich die Stimmung im Land deutlich verändert. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es auf dem europäischen Kontinent keine Kriege in diesem Ausmaß mehr und das hat auch Auswirkungen auf die Befürchtungen der Bevölkerung. In anderen Weltregionen gibt es auch schon seit Längerem Krisen und Konflikte. Nach über zwei Monaten Krieg wiederholen sich die Bilder der Flüchtenden, der verkohlten Fassaden in Städten, deren Namen viele bisher gar nicht kannten. Das kann noch Monate so gehen. Gespendet hat man schon, demonstriert auch. Diskussionen kreisen stets um dieselben Themen. Nato nein, Hilfe ja, Putin furchtbar, Russlands Kultur bedeutend, die Bevölkerung leider irregeleitet. Was soll man schon machen? Einkaufen, Kochen, Umschalten von Nachrichten auf Spiel- oder Naturfilm. Daher kann man nur hoffen, dass nichts aus Versehen geschieht, das kann in einem Krieg jederzeit vorkommen. Was die Atomwaffen betrifft: Wir haben in einer Art Apokalypse-Blindheit gelebt und das Vorhandensein dieser Waffen verdrängt. Wir haben so gelebt, als ob da nichts passieren könnte. Man kann wirklich nur hoffen, dass Drohungen in diese Richtung Bluff sind und dass nichts geplant wird. Dass das Ziel „nur“ ist, den Westen abzuschrecken. Sicherlich können wir uns mit taktischen Überlegungen beruhigen, dass Putin nicht das Land verseuchen würde, dass er einnehmen will. Ob das so kommt, wissen wir nicht. Die Angst ist real …
Demonstrieren gehen, mit Geld helfen oder indem man Wohnraum zur Verfügung stellt. Große Demonstrationen beeindrucken. Es gibt uns allen das Gefühl, nicht allein zu sein – und wer weiß, vielleicht gibt es auch in Russland Menschen, die es mitbekommen. Man soll Menschen unterstützen, soweit einem das möglich ist. Es geht nicht darum, sich bis zum Burnout völlig aufzuopfern. Aber indem wir jetzt andere unterstützen, helfen wir auch uns selbst. Im Hinterkopf aber bleibt dieses Gefühl der Ohnmacht, nicht genug getan zu haben oder tun zu können. Emotionen wie Hass erwachsen aus Angst: Wie kann Putin es wagen, die Welt zu tyrannisieren?! Wie oft ertappe ich mich dabei, diese Endlosschleife immer und immer wieder anzuschauen ob des Entsetzens, was gerade bei unseren Nachbarn passiert. Dabei soll ein bewusster Umgang mit Medien helfen können, einen Weg aus der Angst zu finden. Wenn man sich regelmäßig und seriös über aktuelle Geschehnisse informiert, könne das das Gefühl von Überwältigung und Überforderung reduzieren. Die Dosis spiele hier eine wichtige Rolle: exzessiver Medienkonsum hält uns in einer Daueranspannung (Dr. Jörg Angenendt, uniklinik-freiburg.de, 18.03.2022). Zusätzlich sei es wichtig, auch den positiven Nachrichten bewusst Aufmerksamkeit zu schenken. Das kann die Angst mildern, weg ist sie nicht. Wir beschwören die Normalität. Menschen suchen Ablenkung, stürzen sich in Arbeit oder in ihre Hobbys, um nicht ständig an den Krieg denken zu müssen. Die Angst bleibt im Hintergrund virulent, solange der Krieg andauert.

Blickt man auf die aktuellen Debatten über das postfaktische Zeitalter, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die politische Lüge ein komplett neues Phänomen sei. Tatsächlich aber sind Lügen in der Politik ein Dauerbrenner, man denke etwa an Watergate (1970er Jahre), die Barschel-Affäre (1980er), den Lewinsky-Skandal (1990er) oder an die Begründungen für den Irak-Krieg (2000er). Das veranschaulicht auch eine Umfrage von 1998: Bereits damals unterstützten 57 Prozent der Befragten in Deutschland die Aussage Die Politiker scheuen sich nicht, Tatsachen zu verdrehen oder zu beschönigen, um dadurch die Wahlen zu gewinnen“ (Stefan Marschall für „Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de“). Politische Kommunikation ist in erster Linie strategische Kommunikation. Es geht im
politischen System nicht um das Finden von Wahrheit, sondern um die Machtfrage (Niklas Luhmann).

Geheimhaltung und Täuschung – was die Diplomaten Diskretion oder auch die arcana imperii, die Staatsgeheimnisse, nennen –, gezielte Irreführungen und blanke Lügen als legitime Mittel zur Erreichung politischer Zwecke kennen wir seit den Anfängen der überlieferten Geschichte. Wahrhaftigkeit zählte niemals zu den politischen Tugenden, und die Lüge galt immer als ein erlaubtes Mittel in der Politik. Wer über diesen Sachverhalt nachdenkt, kann sich nur wundern, wie wenig Aufmerksamkeit man ihm im Laufe unseres philosophischen und politischen Denkens gewidmet hat (humanistische-union.de): einerseits im Hinblick auf das Wesen des Handelns und andererseits im Hinblick auf unsere Fähigkeit, in Gedanken und Worten Tatsachen abzuleugnen. Diese unsere aktive, aggressive Fähigkeit zu lügen unterscheidet sich auffallend von unserer passiven Anfälligkeit für Irrtümer, Illusionen, Gedächtnisfehler und all dem, was man dem Versagen unseres Denkens anlasten kann. Die eigentlichen Lügen sind dabei nur ein Teil des Problems; das größere ist das Verwischen der Wahrheit hinter „Bullshit“ (Harry G. Frankfurt, On Bullshit, Princeton 2005) bereits Ende der 1980er Jahre analysierte. Wer lügt, muss die Wahrheit kennen, die Tatsachen als Referenzsystem im Auge behalten. Damit behält die Wahrheit letztendlich ihre Gültigkeit. Dem „Bullshitter“ hingegen, und das hält Frankfurt für wesentlich, ist die Wahrheit gleichgültig; er nimmt es mit ihr und den Fakten einfach nicht genau. Ihn interessiert nicht, wie es in „Wirklichkeit“ ist. Ihn interessiert nur, mit seinen Behauptungen durchzukommen. Er biegt sich alles so hin, wie er es braucht, um zu kaschieren, was er im Schilde führt. Er verwischt die Tatsachen als Referenz und untergräbt damit die politische Kultur einer Demokratie, die auf die Unterscheidung von wahr und falsch angewiesen ist. Es gibt wohl keinen Fall, bei dem die Politik als Vollstrecker absoluter Wahrheiten auftritt, seien sie religiöser, wissenschaftlicher oder weltanschaulicher Provenienz. Das bedeutet keineswegs, dass der Unterschied von Wahrheit und Lüge im Bereich des Politischen irrelevant wäre. In der politischen Auseinandersetzung geht es um begründete Meinungen. Sie beruhen auf der unterschiedlichen Bewertung von tatsächlichen Ereignissen und Sachverhalten, also von „Tatsachenwahrheiten“. Den Unterschied zwischen Tatsachen und Meinungen zu verwischen ist „nicht weniger schockierend als die Resistenz der Menschen gegen die Wahrheit überhaupt“, soweit sie ihnen nicht in den Kram passt (Hannah Arendt, Wahrheit und Politik).Innerhalb des Bereichs menschlicher Angelegenheiten (hegt) jeder Anspruch auf absolute Wahrheit, die von den Meinungen der Menschen unabhängig zu sein vorgibt, die Axt an die Wurzeln aller Politik und der Legitimität aller Staatsformen“ (a.a.O.). Zum Nachdenken … Schönen Nachmittag!