Es ist alles nicht mehr so,

Wie es einmal war.

Was ist mit unseren Gewohnheiten,

Wo sind sie hin?

Es treibt einen schon in den Wahnsinn!

Schriebst Du früher einen Brief an Oma,

Bist Du heute schon irritiert

Über den Empfang eines Umschlags mit Marke.

Was soll ich damit?

Mein E-Mail-Postfach ist auch schon voll!

Die Musik …

Im Schrank ruht die Sammlung der Platten.

Der CD-Ständer ist voll.

Und damit nicht genug,

Jetzt gibt´s Downloads, die Jugend!

Die Siebziger!

Das dritte Programm, welch Luxus!

Die Fernsehwelt war noch schwarz-weiß.

Und das Bild zum Sendeschluss.

Heute streamen wir morgens um Viere.

Was taten wir damals, im Stau?!

Die nächste Telefonzelle …

Hast Du mal zwanzig Pfennige?

Ich komme später!

Wenn das Handy nur mal schweigen würde!

Hast Du Dich verfahren?

Wo ist der Atlas? Wo sind wir?

Du sagst an, ich fahre.

Kannst Du Karten lesen?

Biegen Sie in 300 Metern rechts ab!“

Ich will nicht, dass jeder weiß,

Wo ich gerade bin.

Facebook fragt: „Was machst Du gerade?“

Mein digitales Ich ist anders.

Im Laptop sind alle meine Freunde drin.

Schau auf die Plätze in der Stadt,

Leben pur! Und Lärm …

Heute schaut ein Jeder auf das kleine Gerät.

Kein Ton! Vielleicht ein Klick-Klick-Klick …

Schick mir eine Nachricht, bin neben Dir!

Leute, es ist Wahnsinn!

Wir kommen nicht mehr und gehen,

Wir stehen, nur die Umwelt bewegt sich.

Gehöre ich noch mir selbst?!

Oder schon längst irgendeinem Anderen?

US-Präsident Biden attackiert Russlands Staatschef ungewohnt offen, die EU verhängt Sanktionen gegen chinesische Beamte.

Es waren zwei historische Ereignisse kurz nacheinander. Die EU hat zum ersten Mal seit 30 Jahren wegen der Verletzung von Menschenrechten Sanktionen ausgesprochen, gegen hochrangige Beamte der Volksrepublik China. Weil im Nordwesten des Landes, in der Region Xinjiang, bis zu drei Millionen Angehörige der uigurischen Minderheit in Lager gesperrt wurden.

Die Rüstungsexporte sind weiterhin auf einem hohen Niveau, die Militärhaushalte steigen weiter, die Rüstungsindustrie boomt und die Rüstungskontrollverhandlungen stecken in einer Sackgasse. Angesichts der verstärkten geopolitischen Rivalitäten erleben wir das Gegenteil von einem „Vorstoß für Frieden und Versöhnung“. Wir stehen am Anfang eines neuen Wettrüstens und möglicherweise auch am Beginn eines neuen Kalten Kriegs.

Die Auseinandersetzungen sind vielleicht weniger militärischer als mehr technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Natur. Ein Wettrüsten und Wettrennen im vielfachen Sinne hat begonnen (nzz.ch, 29.03.2021). Wer wird die erste Supermacht der künstlichen Intelligenz sein? Wer die erste dekarbonisierte Wirtschaft und Gesellschaft? Wer wird die Infrastruktur der Zukunft dominieren? China oder die Vereinigten Staaten unter Joe Biden?

Knapp drei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlebt die Welt eine Neuauflage des Kalten Krieges. De facto ist er seit gut einem Jahrzehnt in Gang, nachdem das wirtschaftlich wiedererstarkte Russland den USA außen- und sicherheitspolitisch die Stirn zu bieten begann. Im Unterschied zum alten Kalten Krieg von 1947 bis zur Wende 1989 freilich findet der neue zu einem beträchtlichen Teil – wie ausgeführt – auf der wirtschaftlicher Ebene statt.

Das war früher weniger der Fall. Die planwirtschaftliche Sowjetunion und die kapitalistischen USA veranstalteten vorrangig einen Wettlauf der Systeme und Ideologien (welt.de, 05.08.2019)

Die Corona-Pandemie hat die Aufmerksamkeit von den Interessenkonflikten abgelenkt. Von COVID-19 in Mitleidenschaft gezogenen Länder und müssen sich auf die Bewältigung der Gesundheitskrise im eigenen Land konzentrieren. Die Außenpolitik rückt in den Hintergrund. 

Es gibt eine Bedrohung für Freiheit und Demokratie; aber sie lässt sich nicht mehr einfach in einem gegnerischen Block oder System verorten. Diese Bedrohung ist der neu erwachte Nationalismus, geschürt von Populisten; destruktiv, hasserfüllt, aggressiv will er Eigeninteressen auf Kosten anderer durchsetzen. Nationalismus treibt die führenden Politiker an, ist in Peking und Washington ebenso zu Hause wie in Moskau.

Es scheint, als befänden wir uns wieder mittendrin in längst vergessenen Zeiten, aber unter neuen Vorzeichen. Nach der Annexion der Krim, der Ukraine-Krise und Putins militärischer Intervention in Syrien sprechen Diplomaten offen von einer Rückkehr des Kalten Krieges zwischen dem Westen und Russland. 

Diesmal aber, so scheint es, erleben wir eine neue Ära, einen Cyberkrieg oder einen Kalten Krieg 2.0. – anders im Charakter, aber potenziell genauso bedrohlich, wenn nicht sogar bedrohlicher. Im Kalten Krieg 2.0 gibt es keine klaren Regeln ... (cicero.de, 26.10.2016).

Wir sprechen heute von „Ostern“. Das feiern wir seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten. Was hat es damit auf sich, warum sagen wir „Ostern“?

In den meisten europäischen Sprachen ist der Ursprung des Namens für das Osterfest eindeutig: Ob französisch paques, italienisch pasqua, schwedisch paskdagen oder Niederländisch pasen: Alle diese Bezeichnungen leiten sich vom jüdischen Pessach ab, dem Fest, an dessen Vorabend sich der Bibel nach die Kreuzigung Jesu ereignete. Woher aber kommt der Name Ostern?

Ein Blick in die Vergangenheit:

Die älteste Bezeichnung für Ostern Eostro geht auf das 8. Jahrhundert zurück (planet-wissen.de) und lässt sich mit Morgenröte übersetzen. Eostro leitet sich vom indogermanischen Wortstamm ausos ab, das im Griechischen zu eos – Sonne – und im Lateinischen zu aurora – Morgenröte – wurde.

Ja, da lagen wir wohl falsch, wenn wir an „Ostara“ dachten. Mit ging es auch so. Die weit verbreitete Annahme, Ostern beziehe sich auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara, ist nicht bewiesen. Vielmehr steht dahinter die landläufige Vorstellung, Ostern müsse eine heidnische Entsprechung haben und sich auf eine solche Figur zurückführen lassen.

Honorius Augustodunensis (12. Jh.) leitet Ostern von von Osten ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. Somit leitet sich von dem lateinischen alba, in albis (im Sonn von „bei Sonnenaufgang“, althochdeutsch zu den ostarun ab,- wohl auf dem Hintergrund von Mk 16,2.

Nach Knobloch (theology.de) steht das Wort Ostern im Zusammenhang mit der christlichen Benennung der Osterwoche als albae paschales (österlich weiße Kleider der Neugetauften. Die Kurzform albae wird als Plural von alba – Morgenröte – verstanden und mit dem althochdeutschen Wort eostarum übersetzt.

In den romanischen Sprachgebieten lässt sich die Verbindung zum Passahfest in dem Wort für das Osterfest finden (französisch: paques).

Andere, wie der Deutsche Sprachforscher Jürgen Udolph, verknüpfen den Namen eher mit dem nordgermanischen Begriff austr“ (wissen.de) – begießen. Demnach war es auch in vorchristlicher Zeit in Nordeuropa üblich, die Neugeborenen mit Wasser zu beträufeln und so zu segnen. Im Christentum wurde die Bezeichnung dafür übernommen, weil die Taufe auch ein zentraler Teil vieler christlicher Osterfeiern war. Diese These ist allerdings umstritten, da die vorchristliche Taufe nur in Skandinavien verbreitet war und zudem im Althochdeutschen für die Taufe eher das Wort „toufan“ verwendet wurde.

Nach altem Brauch fällt Ostern immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond (nach gregorianischem Kalender frühestens der 22. März und spätestens der 25. April), was auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 endgültig festgelegt wurde. Den Vollmond deutet der hl. Ambrosius von Mailand (339-397) als ein Symbol für die Fülle der göttlichen Liebe (vivat.de).

Viele Begriffe, viele Erklärungsversuche … Was bleibt, ist ein Hase, der die Eier bringt; sehr zur Freude der Kinder.

Vielleicht auch im Gedenken:

Frohe Ostern!

Schon seit frühester Zeit wird dem Ei eine besondere Symbolkraft zugewiesen. Das Ei galt in den antiken Kulturen und Religionen als ein Symbol für die Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. In einigen Kulturen wurde es sogar als Ursprung von Mensch und Welt angenommen.

Im Christentum wurde diese symbolische Deutung des Eies aufgenommen und mit der Segnung der Ostereier weiterentwickelt. Hier steht die unversehrte Hülle des Eies nun einerseits für die Auferstehung Jesu: Wie das Küken die Schale durchbricht, so kommt Jesus lebend aus dem Felsengrab. Deshalb diente das Ei bei den frühen Christen auch als Grabbeigabe. Andererseits verweist das Ei oft im Hintergrund oder als Randmotiv auf Marienbildern auf die jungfräuliche Geburt Jesu.

Um nun aber als schlichtes Ei zum Osterei zu werden, hat es dann doch noch bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts gedauert.

Warum die Eier dann im Laufe der Zeit immer farbiger wurden, lässt sich nicht eindeutig belegen.

Hübsch ist aber der weit verbreitete Gedanke, dass die Eier, die trotz der Fastenzeit/Karwoche weiterhin von fleißigen Hühnern gelegt, aber nicht gegessen werden durften, wegen der besseren Haltbarkeit vorsorglich gekocht und zur Unterscheidung von frischen Eiern rot“ (navigator-allgemeinwissen.de) gekennzeichnet wurden – woraus sich in der Folgezeit das Eieranmalen in bunten Farben entwickelte.

Eine andere Theorie (worldsoffood.de) aus der griechisch-orthodoxen Tradition hat eine äußert kuriose Erklärung für das Eierfärben. Maria Magdalena lief nach der Auferstehung Christi zum römischen Kaiser und berichtete ihm von diesem Wunder. Dieser wollte aber nichts davon wissen und glaubte ihr nicht. Der Kaiser sagte, dass Jesus so wenig auferstanden sei, wie die gelegten Eier, die vor ihm lagen, eine rote Schale hätten. Und siehe da – genau in diesem Moment färbten sich die Eier rot.

In der Wohnung, im Garten, im Park – Ostereier verstecken gehört ebenso zum Osterfest wie das Färben oder Basteln im Vorfeld. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich? Angeblich ist diese Tradition heidnischen Ursprungs. Denn: Um die Frühlingsgöttin Ostara zu ehren, wurden Eier verschenkt. Sie gelten von jeher als Zeichen der Fruchtbarkeit. Der Kirche missfiel dieser Brauch und verbot den Brauch. Die Folge: Die Eier wurden nun heimlich verschenkt, sprich versteckt.

Auch in einem anderen Bereich haben Ostern und Eier eine Verbindung: Im Mittelalter entrichteten Bauern ihrem Grundherrn den sogenannten „Zehnt“, eine zehnprozentige Steuer (sat1.de), in Form von Eiern. Allerdings nur im Frühjahr, denn dann waren die Hennen besonders legefreudig. Dieser Brauch fiel irgendwann weg, was sich bis heute hingegen hält: Eier gibt es um Ostern in Hülle und Fülle.

Hasen legen keine Eier … Aber er bringt sie, der Osterhase.

Die Geschichte um Langohr und seine Bedeutung ist aber wieder ein anderes Kapitel.

Frohe Ostern an alle!

Polens Verfassungsgericht ist seit Jahren nur noch der verlängerte Arm der Regierungspartei PiS, das Oberste Gericht ist auf dem Weg dorthin weit fortgeschritten. Schon urteilen dort neben alten, legal ernannten und unabhängig urteilenden Richtern 43 politisch kontrolliert ernannte, linientreue Richter einschließlich der selbst rechtswidrig ins Amt gekommenen Gerichtspräsidentin Małgorzata Manowska. Im September 2020 erklärten Richter (zeit.de, 02.03.2021) einer vom EuGH Monate zuvor verbotenen, weil politisch abhängigen Disziplinarkammer am Obersten Gericht, ein Grundsatzurteil des EuGH zum Rechtsstaatsabbau in Polen vom 19. November 2019 könne nicht für bindend auf Grundlage der polnischen Rechtsordnung angesehen werden.

Die Grundprinzipien der Rechtsstaatlichkeit und des Zugangs zu einer unabhängigen Justiz gelten ausnahmslos für alle Mitgliedstaaten. Angesichts der großen Krisen von Brexit bis zur Corona-Pandemie besteht die Gefahr, dass die fortschreitende polnische Justizreform in den EU-Staaten nicht die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient.

Für die Regierung in Warschau mag dies von Vorteil sein. Sie hat ja öffentlich erklärt, dass Polen nicht unbedingt an die Entscheidungen des EuGH gebunden sei. Für die Rechtsstaatlichkeit innerhalb der Europäischen Union ist die sogenannte Justizreform in Polen eine ernste Bedrohung.

Denn wenn auch in anderen EU-Ländern Regierungen mit einer ähnlichen politischen Ausrichtung wie die PiS-Partei an die Macht kämen, wäre die unabhängige Justiz in der gesamten EU in Gefahr. Wenn jeder Mitgliedstaat beginnen würde, den EuGΗ systematisch zu ignorieren, hätten die europäischen Werte für die EU selbst keine Bedeutung mehr.

Am Ende vergisst die polnische Regierung im Streit mit der EU etwas sehr Wichtiges: Die Implementierung europäischen Rechts und die Einhaltung von EuGH-Entscheidungen ist weder eine Geschmackssache noch eine Frage der Wahl nach eigenem Ermessen. Es ist eine Verpflichtung, die sich aus dem freiwilligen (dw.com) EU-Beitritt ergibt.

Deshalb fürchtet die polnische Regierung auch eine jüngst mit qualifizierter Mehrheit beschlossene Bindung von EU-Zahlungen inklusive Corona-Hilfsgeldern an rechtsstaatliche Prinzipien. Sind diese nicht gegeben, dann können EU-Gelder gekürzt oder gar insgesamt verweigert werden.

Ob es bei den systematischen Rechtsstaatsverstößen in Ungarn und Polen dann aber auch wirklich zu einer Mittelkürzung für diese Länder kommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Hürden sind extrem hoch: In jedem einzelnen Fall muss die EU-Kommission beweisen, dass ein spezifischer Verstoß auch die rechtmäßige Verwendung von EU-Geldern verhindert. Viele Rechtsstaatsverstöße werden damit von vornherein nicht erfasst. Aber mehr war politisch nicht drin. Dabei wird EU-Recht immer häufiger gebrochen, neuerdings auch in Slowenien.

In Wahrheit ist die neue, mit großem Getöse angekündigte Daumenschraube bei Rechtsbrüchen ein Placebo. Es ist bitter: Die Rechtsgemeinschaft EU wird auch künftig bei Fehlverhalten gegen ihre eigenen Fundamente ziemlich machtlos bleiben.

Als George Kennan – amerikanischer Diplomat – am 17. März 2005 verstarb, war er längst zu einem der einflussreichsten Karrierediplomaten der USA geworden. Wenige Diplomaten seines Landes haben die außenpolitische Strategiedebatte so intensiv beeinflusst, wie es ihm gelungen war. Nicht zu Unrecht betrachten viele Historiker ihn als einen der Väter des (vermeintlich) westlichen Sieges im Kalten Krieg. Aber die Grundthemen seiner historischen Mission sind heute die gleichen wie vor 75 Jahren: Wie sollen die USA mit einem kommunistischen, diesmal überdies auch noch ökonomisch außerordentlich erfolgreichen Herausforderer umgehen, und wie lässt sich Demokratie zu Hause und auf globaler Ebene stabilisieren?

China hat als Reaktion auf Sanktionen wegen der Unterdrückung der Uiguren am Samstag auch Strafmaßnahmen gegen Politiker aus den Vereinigten Staaten und Kanada verhängt. Betroffen von dem Einreiseverbot sind zwei Mitglieder der amerikanischen Kommission für internationale religiöse Freiheit, Gayle Manchin und Tony Perkins, sowie der kanadische Abgeordnete Michael Chong und der kanadische Menschenrechtsausschuss (faz.net).

Zuvor hatten nach der Europäischen Union und Großbritannien auch die Vereinigten Staaten und Kanada Sanktionen gegen China wegen des Vorgehens gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang verhängt. 

Die Konfliktlinien zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China nehmen immer schärfere Konturen an. Die USA setzen hierbei primär auf strategische Partnerschaften, China hingegen auf ökonomische Bindungen. Die Frage ist, was sich am Ende als wirkmächtiger erweist.

Die Chinesen wähnen die Geschichte auf ihrer Seite. Sie bauen darauf, dass das Gros der Staatenwelt die universellen Werte ablehnt, die Amerika verficht, und auch die Regeln nicht länger anerkennt, die von der westlichen Minderheit für die Weltordnung gesetzt worden sind. Sie verlassen sich darauf, dass Chinas Wirtschaftsleistung vor dem Ende des zwanziger Jahrzehnts die amerikanische übertreffen wird und das Reich der Mitte bis 2035 (zeit.de) technologische Dominanz in allen wesentlichen Sektoren einschließlich der Künstlichen Intelligenz erlangt. 

Allzu sicher fühlen sollten sich transatlantische Partner nicht, dass die USA ihre einstige Führungsrolle mit voller Kraft ausüben können. Schon früh in der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden zeichnet sich ab, dass er seinen Ansprüchen als Multilateralist nur zum Teil gerecht werden wird.

Das liegt zum einen an globalen Umständen, die jenseits von militärischen Konflikten schnelle Reaktionen erfordern. Doch die Welt verändert sich schneller, als Institutionen wie die NATO oder Formate wie G7 Schritt halten. Im Kampf gegen das Coronavirus herrscht „Impfstoffnationalismus“ (handelsblatt.com), und in der Abwehr von Cyberterrorismus zaudern die USA und Europa mit einer gemeinsamen Strategie, obwohl beide Kontinente betroffen sind.

Die eigene Stärke sollte Grundlage für machtpolitische Dominanz bleiben. Die kompromisslose Verfolgung nationaler Interessen und die Pflege von Allianzen sollten helfen, Verwerfungslinien im politischen System Chinas, insbesondere die Politik des Präsidenten zu benennen und zu kritisieren, ohne China als Ganzes anzugehen.

Es war immer die Frage:

Was wäre gewesen, wenn …?“

Versäumt und vorbei?

It´s all over!

Chance verpasst, oder?!

Es ist nie zu früh,

Immer zu spät!

Du stehst in der Tür,

Und es hält Dich zurück.

Was mag es sein?

Der Sommer der Verrückten.

Das ist lange her!

1969, die Zahlen sind anders.

Give peace a chance!“,

riefen sie seinerzeit.

Es war bunt und unbeschwert.

Wo sind sie alle hin?

Wir sitzen hier in unserem

Kleinbürgerlichen Milieu …

Und hoffen! Auf was oder wen?

Wir warten bis der Wecker klingelt

Und die Jalousien runtergehen.

Warten auf Godot

Oder wen auch immer.

Nur Hoffnung? Beweg Dich!

Die Erlösung ist weit weg,

Die Sünde ist nah.

Wir kennen sie beide,

Seit Urzeiten gepredigt.

Alles falsch!

Schöpfer kommt von „Schöpfen“.

Aus was schöpft er,

Aus welcher Quelle?!

Sie sprudelt immerzu,

Sind wir doch längst dran vorbei.

Blick aus dem Fenster,

Laubloser Baum im Wind.

Der Frühling wird kommen,

Mit ihm die Blumen.

Es ist in uns …

China hat sein Wort gebrochen …

1997 war das Jahr, in dem Großbritannien die ehemalige Kronkolonie an China zurückgab. Unter der Prämisse „Ein Land, zwei Systeme“ wurde den Menschen damals versprochen, dass sie ihre Freiheitsrechte und Autonomie auch unter chinesischer Führung noch lange behalten würden.

Peking unterwanderte die Verabredung, zuletzt griff es hart gegen die Demokratie-Bewegung in der Sonderverwaltungszone durch. Am 30. Juni letzten Jahres gipfelte das in dem neuen Sicherheitsgesetz, das de facto jede politische Verfolgung legitimiert. Weitere Maßnahmen folgten.

In Hongkong lebten Chinesen viele Jahre lang mit Freiheitsrechten nach demokratischen Standards. Die wenigsten können sich ein Leben ohne das vorstellen. 

Das sogenannte Nationale Sicherheitsgesetz hat den Brain Drain (tagesschau.de, 31.01.2021) aus Hongkong beschleunigt. Das Gesetz vom vergangenen Sommer ist der bislang weitestgehende Eingriff Pekings in die Autonomierechte der Stadt – und erlaubt deutliche Einschränkungen der Freiheitsrechte. Viele Menschen machen sich daher Sorgen um die Zukunft. 

International gab es scharfe Kritik am sogenannten Sicherheitsgesetz. Am weitesten geht Großbritannien mit den Einwanderungserleichterungen. Wer vor der Rückgabe Hongkongs an China – also vor 1997 – geboren ist, hat neben einem Hongkonger Reisepass auch Anspruch auf einen sogenannten BNO – einen britischen Überseepass.

Bislang waren damit nur kurze Besuche in Großbritannien erlaubt. Jetzt aber dürfen BNO-Inhaber bis zu fünf Jahre dort leben und arbeiten. Danach steht einem Antrag auf Einbürgerung nichts mehr im Wege. Wir erfüllen damit unsere historische Verantwortung gegenüber den Menschen in Hongkong“ (Dominic Raab, britischer Außenminister, Januar 2021).

China hat scharfe Kritik an einem britischen Einwanderungsprogramm geübt, das Hongkongern einen dauerhaften Aufenthalt im Vereinigten Königreich ermöglicht. Großbritannien versuche, eine große Zahl an Hongkongern zu britischen Bürgern zweiter Klasse zu machen (faz.net, 29.01.2021).

Die Regierung in London hat sich also entschlossen, nicht bloß diplomatisch zu protestieren, sondern sich etwas einfallen zu lassen. Wegen der kolonialen Vorgeschichte besitzen etwa 350.000 Hongkonger Pässe als britische Übersee-Bürger, und mehr als zweieinhalb Millionen (zeit.de, 10.07.2020) haben Anspruch auf diesen Status. Damit war normalerweise nicht das Recht auf Ansiedlung im Vereinigten Königreich verbunden.

Zwischen Loyalität und Rebellion schwanken die Hongkonger. Pekings Griff nach der ehemaligen Kronkolonie hat die Metropole zur Frontstadt zwischen den Blöcken, zwischen China und der westlichen Welt gemacht. Joshua Wong, einer der bekanntesten Führer der Demokraten, spricht von einem neuen Berlin“ (SPON).