Da kreischt er wieder. Täglich um die gleiche Uhrzeit erschreckst du dich, er bekommt sicherlich jetzt sein Futter. So ein Papagei hat was, vor allem im häuslichen Käfig, wo er vom Fliegen träumen darf. Bunt, anmutend, exotisch. Genau das Richtige für deine kleine Hütte, in der du vom Urwald träumst. Er sitzt, er putzt sich, er schüttelt sein Gefieder und kann dir gar nicht sagen, wie glücklich er ist, bei dir zu sein. Jeden Tag exakt zur gleichen Zeit gleicht sein aufgeregtes Gekreische in etwa dem markerschütternden Schrei, als ob man eine Gans langsam stranguliert. Flattert er noch oder ist er schon an seinem Gekrächze erstickt? Fünf Minuten lang hält er die gesamte Nachbarschaft in Atem und nun weiß jedermann, der Besitzer ist ein braver Kerl, der sich wirklich um sein Tierchen sorgt. Ehrlich? Dabei könnte man fast denken, es sei ein Tierquäler. Immerhin hat er den großen Exoten illegal irgendwie von einem Schmuggler, darüber darf er aber ganz bestimmt nicht reden. Wahrscheinlich ist er furchtbar besorgt und nimmt seinen Hausgenossen auch mal auf die Schulter?! Na also, ein wahrer Tierfreund, wer dem königlichen Ara auch mal einen Blick durch´ s Fenster auf die stark befahrene Gasse gönnt. Besser könnte es dem Urwaldbewohner kaum gehen, wo er nun satt und betüttelt wurde. Ja, es ist immer wieder schön, wenn direkt nebenan ein echter Tierliebhaber mit großem Ego wohnt, der seinen Ara mit einem Schoßhund verwechselt. Kille, kille… (er tätschelt artig die Federhaube und zieht schnell die Hände weg, sonst wäre der Finger ab). Ich liebe die abendlichen Rituale, die man als Papagei-Beobachter von Gegenüber gezwungenermaßen miterleben muss! Und sei es auch nur, um klammheimlich Mordgelüste zu entwickeln und tatsächlich ohne schlechtes Gewissen Pläne schmiedet, wie der kreischende Ara nach einem gezielten Griff erwürgt am Boden liegt oder wie man den Besitzer genau dann in ein spannendes Gespräch verwickelt, wenn der 1,5 x 1,5 m-Käfig geöffnet und das Fenster weit offen stand. Flieg Vögelchen, flieg´… aber dummerweise kann der Flatterer gar nicht mehr flattern. Dem wurden die Flügel gestutzt. Schade… majestätische Anmut sieht anders aus.

 

© Petra M. Jansen

 

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Lieber Pierre,

was einem so manchmal bei einem Spaziergang durch den Kopf geht, sind ja oft die täglichen Geschehnisse, die aktuellen Tagesnachrichten, das Sinnieren über Gut und Schlecht, die reflektierenden Gedanken von früher, jetzt und heute. Sicher sind es Provokationen, die mit reiner Absicht gestreut wurden und – obwohl bereits früher schon diskriminierende Äußerungen Gaulands kurz danach als Banalität oder „nicht so gemeint“  abgetan wurden –  um seine herausgeschleuderten Boshaftigkeiten zu relativieren, klebt der Nährboden für rassistisches Gedankengut fest an der Basis und lässt sich nicht mehr entfernen. Entrüstet  nehmen die Parteien Stellung, zeigen offenkundig, dass Gaulands Ton und Worte nicht akzeptabel und hinnehmbar sind. Bereits mehrfach ist der AFD-Fraktionschef wegen Volksverhetzung aufgefallen, musste sich aber nicht verantworten, die Staatsanwaltschaft Mühlhausen stellte 2018 die Ermittlungen ein. Gauland sagte „man solle die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz in Anatolien entsorgen“ und gab kurz darauf zu, das sei offensichtlich doch etwas zu hart gewesen. Nun also geht es weiter, aber jetzt sitzt dieser böse Mann schon im Bundestag. Unter dem Mantel des Schutzes der freien Rede, macht er also munter weiter – höchst unbeeindruckt von Merkels Rügen und auch den Mitgliedern anderer Parteien.

Wer den Holocaust relativiert, die Ära des Hitler-Regimes als „Vogelschiss“ bezeichnet, gegen dunkelhäutige Nationalspieler hetzt und den Stolz auf deutsche Soldaten in den Himmel hebt, dem darf auch ruhig mal die Badehose geklaut werden. Klar, Diebstahl ist strafbar und auch nicht die feine Art, aber ist denn Gauland einer der feinen Art? Schmunzelt ruhig darüber, liebe Leute, dem darf auch mal die Buxe entwendet werden, wenn er schon ungestraft seinen hetzerischen Diskurs weiter betreiben darf und sich zwar alle Politiker aufregen, aber diesem verbitterten Mann keiner den Mund verbietet.

Gauland sieht auf den Fotos böse aus, der sieht aus, wie einer, der keinen Spaß mehr am Leben hat und er trägt sehr frustrierte Züge und Linien in seinem Gesicht, so jedenfalls erscheint es mir beim Anblick seiner Fotos. Ein alter, böser Mann, den ich sehe. Und einer, der nicht an die jungen Menschen denkt, nicht an die vielen weltoffenen Studenten, die sich mit allen Nationen friedlich austauschen, sich gegenseitig besuchen und zusammen arbeiten.  Er hat ein Alter erreicht,  in dem man vielleicht nicht mehr so viele Ziele und Wünsche hat – außer dem, zerstörerisch und ketzerisch zu sein und das böse Gedankengut in die Gesellschaft zu streuen. Dabei hat er aber vergessen, dass viele junge Menschen gar nichts mehr mit dem Nazi-Quatsch anfangen können oder wollen, sie haben es nie erlebt und sie betrachten dieses Kapitel als kontraproduktiv zu einer internationalen Völkergemeinschaft.

Tja, lieber Pierre, Boshaftigkeit zerstört und er ist nichts weiter als ein Zerstörer – ohne Blick auf die Zukunft.  Rechtspopulisten möchten uns alle gerne ins internationale Abseits katapultieren und zu ihrem deutschen Inzest-Ideal mit geschlossenen Grenzen zurückkehren. Aber geht Gott sei Dank nicht und ich habe auch keine Lust auf Knast im eigenen Land sondern auf eine offene Welt, in der wir uns austauschen, respektieren und jeder von jedem lernen kann. Diese derzeitigen Einzelfälle (Mord, sexuelle Übergriffe, Attentate) werden in den Medien derart hoch-gepushed, dass sie als Nährboden für solche rassistischen Äußerungen, wie Gauland es tut, dienen. Da liegt es nun auch an der Berichterstattung, den Dokumentationen, den Nachrichten, den Medien allgemein, dass klar wird, dass es sich wirklich um eine MINDERHEIT handelt und beileibe nicht um alle. Gehe ich durch Frankfurt, sehe ich ein bunt gemischtes Völkchen, interessante Menschen und ein tolles Multikulti, welches meine Heimatstadt zu einer liebenswerten Stadt macht. Gaulands haben da nix zu suchen, vielleicht ist er halt doch in Potsdam besser aufgehoben – hier würden sie ihm mehr wegnehmen als die Badebuxe.

Liebe Leute, lieber Pierre….das Gesicht von Gauland und auch von Mr. Trump, schauen Sie es sich bitte genau an. Was sehen Sie? Ich sehe zwei alte, böse, verbitterte Männer, die alles andere sind als vertrauenswürdige Politiker, denen das Volk am Herzen liegt und die an unsere Jugend denken. Ich sehe zwei alte Männer, bei denen irgendwas im Leben verdammt schief gelaufen ist, die vergiften und zerstören wollen und jedes Mittel dazu nutzen, das sich ihnen bietet.

 

Herzliche Grüße aus der weltoffenen Mainmetropole,

 

 Petra

 © Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

hier ein Überblick, was dein alter Kumpel am letzten Sonntag so gemacht hat, um ein Ziel zu erreichen, der als kleiner Schritt betrachtet werden kann. Mein Leben heute ist eine Ansammlung von winzigen Etappen, aber siehe da, sie machen mir auch Spaß. Sei es der Spaziergang, die Schreibe oder nur Quatsch im TV zu sehen. Also los:

Der Waldspaziergang.

Letzten Sonntag habe ich nach mehr als anderthalb Jahren, zum ersten Mal einen kleinen Waldspaziergang gemacht. Mit meinem Freund Georg sind wir bis in die Hirschau – in München – gefahren und ab da, habe ich mit dem Rollator eine lange Strecke hinterlegt. Ich hatte zwar Schmerzen, aber das Leben holte mich ein. Die Bäume, die Kinder, die in den Bach tauchten und ihre Eltern, die sich sonnten. Das war die Stelle, an der meine Frau und ich mit unserer Tochter, als sie klein war, am Sonntag spazieren gingen. Ein Rückblick auf 47 Jahre Ehe. Ich war auf einmal innerlich ganz ruhig. Die Natur wieder so zu erleben, war eine Freude, die ich kaum ausdrücken kann. Auf der einen Seite hatte ich Angst, diesen Schritt emotional zu wagen, auf der anderen Seite wurde mir bewusst, dass das, was ich erlebte, nur die Ruhe vor dem Orkan sein konnte. Am Vortag hatte Alexander Gauland vor der Nachwuchsorganisation der AfD gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Ich wollte darüber mit Georg nicht sprechen, weil ich diesen schönen Tag nicht durch solche Fäkalien verderben lassen wollte. Aber mit Abstand empfinde ich die Pflicht darüber zu schreiben, Petra das belastet mich!

Alexander Gauland und der Vogelschiss!

Wenn man bedenkt, dass diese infame Aussage von einem Menschen stammt, der sich als Wertkonservative betrachtet. Der Co-Chef der AfD-Fraktion im Bundestag war Mitglied der CDU in Frankfurt am Main. Er war Chef der Staatskanzlei, als Walter Wallmann  Ministerpräsident des Land Hessens gewesen war. Er war für seine Kultur und für sein vornehmes Benehmen über die Grenzen seiner Partei hoch angesehen. Er arbeitete auch im Presse-Wesen (FAZ). 2013 verließ er die CDU und driftete immer mehr nach rechts. Dann wurde er bekannt für seine polemischen Sprüche im Dienste der AfD. Mit dem Spruch:  „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“, erinnert es mich an die Aussage von Jean-Marie Le Pen, als er sagte, dass der Holocaust nur ein Detail der Geschichte sei. In der schon angespannten Lage in Deutschland, wo wieder Judenhass aufkommt, ist das infam. Nicht nur, wie es gerne verkauft wird, seitens der Migranten aus den arabischen Ländern in Sachen Palästina, aber von einer Menge Neonazis. Die können sich auf Alexander Gauland, wie übrigens auch auf den Philosoph Martin Heidegger, der die Ermordung von Millionen Juden in Frage stellte, beziehen. Während meiner Promenade im Wald, fragte ich mich, ob die Menschen, die ich traf, davon Notiz genommen hätten. Vielleicht wollten sie das – wie ich – unterdrücken. Gott sei Dank, war das Entsetzen bei allen Parteien sehr groß, dass der Mief der 20-er-Jahre und des Beginns der Dreißiger, wieder auftaucht. Wenn dies der Ausdruck der freien Meinung ist, ist das eine schöne Scheiße.

Am Abend vor dem Fernsehen.

Am Abend saß ich vor dem Fernseher. Per Zufall sah ich eine Reportage über das jüdische Leben in Deutschland. In einigen der Interviews war Angst zu verspüren, dass die Befragten auf der Straße angegriffen werden könnten. Wie in Frankreich auch, haben diese Reaktionen, die herzlose Politik des Staates Israels, als Zündstoff hervorgerufen. Manchmal stammt der Antisemitismus aus den Kreisen der islamischen Migranten, die in Deutschland oder auch in Frankreich leben – aber bei weitem nicht n u r. Es wurde dabei eine Initiative vorgestellt, die meine Tochter gut kannte. In Berlin hatte ein junger liberaler Jude einen Gesprächskreis ins Leben gerufen, in dem junge Juden und Muslime sich regelmäßig treffen, zusammen reden, aber auch ihre Freizeit zusammen verbringen. Natürlich sind auch Christen dabei. Und siehe da, es klappt so gut, dass sich tiefe Freundschaften gebildet haben. Sie hatten etwas was sie verband, die tiefe Abneigung der Politik von David Netanyahu. Der rote Faden an den man sich verhält, ist, die Religion nicht mit der Politik zu vermengen. Man kann die Haltung Israels sehr kritisieren, aber ohne antisemitische Sprüche loszulassen. Übrigens sind die muslimische Schwestern und Brüder auch Semiten. Man kann nur begrüßen, dass solch eine Solidarität auch möglich sein kann, wenn der Wille da ist.

Die Klaustrophobie in seinem eigenen Körper erleben.

Bis zu meinem Waldspaziergang, hatte ich mich irgendwie an meinen Zustand gewöhnt. Ich hatte mein intellektuelles Engagement als Herausforderung angenommen, um mehr oder weniger meinen Mangel an Mobilität durch Gedanken und die Schreibe zu kompensieren. Eine Zeit lang kann es irgendwie klappen, aber letztendlich ist das die Schöntuerei einer Lage, die für mich immer eingeschränkter wurde. Langsam überfällt mir die Müdigkeit und parallel dazu, das Gefühl, dass meine Ideen, wie in einem Vogelkäfig eingesperrt sind. Zuerst um dieses Korsett zu brechen, unternahmen wir Autofahrten durch schöne Landschaften, aber das war mehr oder weniger Augenwischerei. Es wurde mir klar, dass es einen riesigen Unterschied gibt, zwischen „sich bewegen zu lassen“ und selbst seine Beine in Anspruch zu nehmen. Trotz Schmerzen und den Rollator, klappte dieses Experiment. Ich habe mir vorgenommen es so oft wie möglich zu wiederholen, um mich entfesseln zu können. Jetzt weiß ich, dass  die Mobilität kein leeres Wort ist und dass alles getan werden muss, um sie zu steigern. Ich nehme in meinem Haus die Treppen in Kauf und trage mein „Foltergerät“ – das verdammt schwer ist – um meine Wohnung zu erreichen, aber das ist der Preis, um mich immer mehr zu bewegen und dabei auch Spaß zu haben. Das geschah am 3. Juni 2018, vielleicht eine Kehrwende, was meine Schmerzen angeht und jetzt bin ich müde. Zeit, ein wenig Erotik in meinen Träumen wieder zu finden.

 

Ich umarme dich,

 

Pierre

//pm

Die allererste Frage an dich wäre, wohin willst du eigentlich? Was willst du erreichen? Was ist denn überhaupt dein Ziel? Kannst du diese Frage beantworten? Du schwimmst also einfach so und lässt dich überraschen, weil dein „geschriebenes Buch im Himmel“ es ohnehin schon bestimmt hat? Karma und so? Nein, dein Glaube in allen Ehren, aber die Realität sieht anders aus. Egal, was du tust und ganz egal, wer du bist… definiere stets dein Ziel. Und nicht auf eine Art, die dich garantiert frustrieren wird, weil dein Ziel mit deinen Fähigkeiten und Bedingungen nicht zu schaffen wäre. Aber wenn du gar keines hast und dich einfach treiben lässt, spricht das zwar für deinen Idealismus aber so richtig vorwärts kommst du damit nicht. Manchmal siehst du dein Ziel vor Augen und es verändert sich. Sicherlich, es darf sich auch verändern… aber niemals darf es vergessen werden. Ohne Ziel, kein glücklicher Mensch. Ohne Ziel, kein Weg dorthin, über den man immer sagt, er alleine sei das Ziel, aber so ganz stimmt das nicht. Dein Ziel erreichst du durch lauter kleine Stufen, viele kleine Schritte, aber deine Beharrlichkeit, dein Durchhaltevermögen, deine Kontinuität und dein Fleiß lassen es zu einem erreichbaren Ziel werden. Und wenn es so ist, bist DU glücklich. Daher immer die erste Frage: „Wohin willst du? Was ist es, das dich treibt?“ Ach wie? Da treibt nichts? Du bist zufrieden, indem du auf der Stelle trittst? Das glaubt niemand, auch nicht DU. Jeder hat ein Ziel, vielleicht liegt es darin, freundlicher zu werden, ein wenig abzunehmen, deine Hütte zu renovieren…egal, aber es ist dein Ziel. Rudere nicht haltlos herum, nimm die Signale in die Hand und erwarte niemals Wunder. Glaube nicht an Karma, dein vorbestimmtes Schicksal, dem Orakel oder irgendeinem Quacksalber der Esoterik, der entweder im Rauch seiner Joints umnebelt ist oder an der harten Realität scheitert oder aber dir die Kohle aus der Tasche ziehen will. Glaube an dein Ziel, an dich und n u r an dich. Niemand sonst wird´s richten, vielleicht ein Quäntchen Glück, das jeder braucht aber die tatsächliche Bewegung bist du selbst. Übrigens ist die Ablenkung durch digitale Medien nicht förderlich, weder Handy noch Social Media-Geplapper oder der weichgespülte Medien-Mist im Fernsehen. Sie machen dich schwach, leiten deine Gedanken und deine Motivation in eine steuerbare Richtung und nehmen dir den Schub, den du brauchst, um dich und deine Ziele zu erkennen und schließlich auch zu erreichen. Zeige dem bewusst „gesteuerten Leben“ den  Mittelfinger und konzentriere dich auf dein Ziel. DU selbst wirst es dir danken. Und wenn du ganz viel Glück hast, trägt deine Fokussierung eines Tages Früchte und du machst nicht nur dich sondern auch viele andere Menschen mit deinem Ergebnis glücklich, versuch´s doch einfach mal…

 

© Petra M. Jansen

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Mit dem Wort, mit der Erfindung von Schriften, mit der Entstehung der Sprache entstand das Versprechen. Entstand im wahrhaftigen Sinn des Wortes überhaupt erst eine Kultur und somit eine kulturelle Entwicklung des Menschen. Nun also mit dem Wort begann es. Bin ich manchmal nicht der Liebhaber der vielen Worte im realen Leben, so sind sie mir die Liebsten unter den Errungenschaften. Man weiß herrlich genau woran man ist, oder etwa nicht? Wissen steht niedergeschrieben in Worten, Lehren lernten sich weiter aus Worten, Worte bilden Geschichte. Und sie bilden Geschichten, wie wir wissen. Nichts, rein gar nichts ist mächtiger als das Wort. Keine Musik (außer instrumental) ohne Worte (Lyrik), keine Filme, keine Texte, keine Kunst, kein menschliches Miteinander. Worte, es sind ja nur Worte…nö, sie sind Grundstein realer Kulturen.

Das Wort dreht sich in deinem Mund, das Wort setzt den endgültigen Siegel unter deinen Vertrag der Zukunft, das Wort katapultiert dich in die Sicherheit, in den Abgrund und überall hin. Was könnte mächtiger sein als das Wort? Nichts. Mehr Respekt also gegenüber dieser Kostbarkeit, die mehr bewegt als alles andere. Kein Fortschritt, keine Wissenschaft, keine Mondladung, aber auch kein Krieg. Naja, ich wollte nur mal klar stellen, dass jeder, der sich beruflich oder auch privat mit dem Wort auseinandersetzt und von Worten umgeben ist (geht ja nicht anders) auch verstehen muss, wie bedeutend eigentlich das Wort so wirklich ist. Es denkt ja heute kaum noch jemand darüber nach, deshalb mein Plädoyer für die Sprache und seine Wortspiele, die manche so hervorragend beherrschen, dass einem die Spucke wegbleibt. Gibt´s ja…wie so vieles, aber immer sind es die Worte, die gebraucht und missbraucht werden.

„Nehmen sie mich beim Wort. Mein Wort gilt. Oder ich spreche es nicht, “ wären meine Worte, deren Inhalt stets überprüft werden will. Allzu oft versprochen und gebrochen? „Ein Versprechen brechen, ist ein Verbrechen! Geben sie ihr wahres Wort nur dann, wenn es die Wahrheit ist,“ wäre mein Wunsch. Klar, ein Idealist, ein Träumer, ein surreal denkender Mensch? Leider auch wahr, aber dazu gibt es eben Worte. Worte, die analysieren, niederschmettern, verurteilen, beurteilen, abwägen, entscheiden. Wie auch immer sie es drehen und wenden, bedenken und drum herum rennen – es ist immer das Wort. Nur ein Wort, mehrere Worte…   

Und was unsere deutsche Sprache anbelangt: Im Internet fällt mir erschreckend oft auf, dass Deutschsprachige sich dem allgemeinen englischen US-Kauderwelsch anpassen und dabei ihre eigene Sprache schier verleugnen. Schade, wenn man seine eigene Kultur untergräbt und seine eigene Sprache verstecken will.

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

ein Volk am Rande des kollektiven Nervenzusammenbruchs? Nahezu gestresst hetzend in den garantiert kommenden „Burn Out“ oder mindestens in eine narzisstische Persönlichkeitsstörung? ADHS oder doch besser gleich Borderline oder gar Depressions-Geplagter mit Suizid-Neigung? Es scheint so, dass wir sensibler geworden sind, die psychischen Erkrankungen Oberhand nehmen und wir schon beim der kleinsten Stimmungsschwankung glauben, wir seien nun auch so ein „Psycho.“ Lieber Pierre, ich nehme dieses nicht greifbare, aber real existierende Krankheitsbild ernst und weiß, wie schwer es ist, sich aus eigener Kraft aus den Fesseln seiner schreienden Psyche zu befreien – ohne jedoch in irgendeiner Weise ebenfalls daran zu leiden. Meist liegen die Gründe in einer traumatisierten Kindheit, in der diese Menschen schlechte Erfahrungen gemacht haben, die sie z. B. nur mit einer „Abspaltung“ kompensieren können. Ich gehe nicht auf die Ursachen ein und auch nicht mit echtem Verständnis an dieses Thema.  Zu viele Leute habe ich kennengelernt, die nicht richtig ticken, unter maßloser Selbstüberschätzung leiden, notorische Lügner sind, psychopathische Züge tragen, unter einem kranken Selbstwertgefühl leiden oder ADHS Patienten sind und es ist entsetzlich anstrengend, mich in sie hinein zu versetzen. Ich kann es nicht, Pierre! Es gelingt mir nicht, mir fallen stets ihre Stolpersteine auf, die Barrieren, die Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankungen, sofern sie eine haben. Bipolar ist ein Begriff, der nicht eindeutig abzugrenzen ist, so fallen einige anders definierte Störungen auch in diesen Bereich. Nähe, Angst, Locken, Wegschicken…Hin und Her, zu viel, zu wenig usw. – was auch immer die Ursachen sind, ich mag mich damit nicht umgeben, es fühlt sich an wie ein Mühlstein um den Hals. Wenn nun der eine oder andere Leser sagen könnte, ich sei oberflächlich und hart mit meiner Einstellung, dann sage ich: „Sie mögen kreativ und faszinierend sein, aber anstrengend, fordernd und oft erdrückend.“ Es tut mir leid, aber das ist meine Erfahrung und ich habe reichlich davon z.B. jemandem mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die zu exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum geführt hatte. Zu Leuten, die so nervös vor mir herum zappelten, dass ich selbst schon angefangen haben, zappelig zu werden. Sie verfolgten keine klare Linie, sprangen von einem Gedanken zum nächsten, hatten teilweise ein immenses, unstillbares Bedürfnis nach Sex und dem ganz besonderen Kick und vieles mehr. Für mich ist das tatsächlich alles viel zu viel oder auch zu träge, düster (wenn Depressionen die Ursache sind), sie ziehen einen runter oder mit in ihren Sog. Darauf habe ich keine Lust, mag vermessen klingen, aber es raubt Kraft und Energie (Autismus ist hier ausdrücklich nicht angesprochen!).

Lieber Pierre, meine Empathie endet hier sicher nicht und all diese Menschen tun mir wahrhaftig leid, aber es gibt eben auch eine Reihe von Leuten, die keine psychischen Störungen haben, lebensbejahend sind, motiviert, engagiert und deren Emotion im Einklang mit sich selbst ist…ja, die gibt es! Gott sei Dank gibt es sie, sonst wären wir in Deutschland allesamt Dauergast auf der Psycho-Couch.  Vielleicht sagst du jetzt „Jeder hat irgendwas“, kann sein… aber nicht bei jedem hat die fehlgeleitete Psyche so starke Auswirkungen auf die Gesundheit, das Leben und die Motivation. Psychologen mögen vielleicht ihr Handwerk verstehen, aber auch hier gibt es viele, denen ich raten würde, selbst einen zu konsultieren bevor sie auf ihre Patienten losgehen. Bei einigen Menschen, die ich in der Vergangenheit kennengelernt habe, wurde mehr Schaden angerichtet als ihnen geholfen werden konnte und einige bekamen eine wahre Gehirnwäsche, die ihnen sämtliche Emotionen wegradierte. Vor mir standen schon „kurierte“ Zombies, die zwar eine klare, realistische Einschätzung und einen persönlichen Leitfaden durch ihr Leben bekamen, aber sie wirkten erschreckend seelenlos und gefühlskalt. 15 Jahre Therapie lagen hinter einem Mann, bei dem sich tatsächlich nichts geändert hatte…er wusste nun um seine psychische Erkrankung, er war ja nun ausreichend analysiert worden, wie sie sagten, aber geholfen hat es ihm nicht. Stattdessen rebellierte der Körper, der gesamten Organismus war ein seelischer Hilferuf, der nach den 15 Jahren stärker war denn je und ich bin sicher, dieser Mann wird es niemals schaffen, einen Weg zu gehen, der für mich sehr einfach wäre, ganz einfach….nur er selbst kennt ihn nicht, obwohl er ihn kennt. Tja, die Psyche…

 

Eine herzliche Umarmung,

 

Petra

© Petra M. Jansen

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Was gilt der Mensch ohne Attraktivität? Reden nicht alle ins gleiche Rohr pustend davon, wahrer Glanz und Schönheit kämen von innen? Und sind es nicht genau diejenigen, die als erstes ihre Fettfingerchen nach den Leckerbissen ausstrecken? Ist nun der Afghane mit seinem Samtkleid, das im Wind weht, Vorzeigeobjekt oder vielleicht doch die unrasierte Mischung aus Bulldogge und Rehpinscher? Empirische Auswertungen liefern die niederschmetternden Ergebnisse: Chefs stellen tatsächlich lieber gutaussehende und hochgewachsene Menschen ein. Ihnen wird von vorneherein Kompetenz, Intelligenz und Attitude nachgesagt und natürlich stimmt das nicht immer. Wir betonen zwar, dass wir Kopfmenschen sind und Charme, gepaart mit Humor, jeden Menschen attraktiv erscheinen lassen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Schönheit um jeden Preis, lautet das Motto unseres Jahrhunderts und wer der Idealnorm nicht entspricht, wird gerne mal kurzerhand ausgetauscht. Modischer Verschleiß auf Human-Ebene. Die Erwartungshaltung ist sehr groß, die Anforderungen ebenfalls und dafür wird nahezu alles getan, wenn man es sich leisten kann. Spritzen, Spitzen, Notfallplan, alles dran, alles falsch. Wohin bloß mit dem Doppelkinn, wohin nur mit dem Haarausfall? Verdammter Mist, du musst was tun! So will dich doch keiner haben! So gehen wir innerlich deprimiert, höchst verunsichert und ängstlich ins Gespräch und hoffen, dass der Geist wenigstens mitmacht, sonst hinterlässt man eine blasse Spur. Ideale, Idole, Stars und Illustrierte zeigen uns den Blick auf das, was wir nicht sind. So stopfen wir weiterhin den Kuchen in uns rein, kapseln uns ab auf´s Sofa und tun so als ob wir wahre Helden sind. Es ist die Angst, nicht zu genügen. Diese Angst sitzt uns wie ein Dämon im Nacken, der uns zuflüstert, dass wir so unglaublich hässlich sind. Geschafft! Die Medien haben es geschafft, die Filmindustrie, all die Menschen, die von Natur aus beschenkt wurden, die aber beileibe nicht die Allgemeinheit sind. Und so hetzt du weiter…träumst von Schönheit und einem faltenfreien Leben, verarschst dich, indem du stets schlaues Zeug von dir gibst. Damit wenigstens etwas von dir hängenbleibt, am Aussehen kann´s ja nicht liegen. So, du armes Schwein, heb dein Glas und proste dir vor dem Spiegel zu. Die Heilige Fresse ist nicht gelungen, dafür aber dein reines Herz.

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

ja so ist es, wer sich stets mit Negativmeldungen und negativen Dingen auseinandersetzt, wird seine Motivation verlieren und genau das ausstrahlen, was er fühlt und ihn umgibt. Es ist keineswegs ein Leugner oder eine Vogel-Strauß-Taktik, wer den Kopf frei macht und sich den eher angenehmen Meldungen oder Geschehnissen widmet. Täglich erreichen neue Hiobs-Botschaften die Bevölkerung, es geht von Todesschüssen vor einer Bäckerei in Fulda, über ein 7-monatiges Baby, das vom Familien-Stafford-Terrier tot gebissen wurde (der zweite Fall in dieser Woche mit drei Toten durch Kampfhund-Attacken) bis zur Syrienkrise und Trumps aggressiven Drohungen des unmittelbar bevorstehenden Bomben-Einsatzes. Ach ja, die Russen habe ich vergessen, mit ihrem tatsächlich noch nicht 100% bewiesenem Giftgasanschlag in Großbritannien, oder wieder einmal das Kopftuchverbot für Minderjährige an deutschen Schulen. Weiß Gott keine heile Welt, aber ich bleibe bei meiner Bitte an dich, die ich abends am Telefon aussprach. Nehmen wir ein Beispiel aus dem direkten Umfeld: Alte Menschen verbringen ihren Lebensabend oft vor dem Fernseher und sehen Mord, Krieg, Totschlag, Raub, Aggression…das schürt in ihnen die nackte Angst. Sie sitzen da, haben vielleicht noch den zweiten Weltkrieg in Erinnerung und trauen sich vor lauter Angst kaum noch auf die Straße. Auch haben sie die ständige Angst, was aus den Kindern und Enkelkindern werden könnte – bei der Weltlage. Lieber Pierre, diese Angst-Macherei findet in Deutschland einen sehr fruchtbaren Nährboden, denn wir sind wahrlich eine Angstnation.

Ich erlebe es immer wieder, dass sich negative Assoziationen weiter fortsetzen und die Familien, in denen eine negative Stimmung mehr vorherrscht als eine positivere Betrachtung der gleichen Dinge, haben mehr Pech und dort passieren auch messbar verstärkt negative Ereignisse. Alles, aber auch alles ist eine Grundeinstellung und sie bewahrheitet sich. In jeder Scheiße findest du einen positiven Ansatzpunkt, das kann niemand bezweifeln. Bei einigen Dingen brauchen wir nicht nachzudenken, sie werden ohnehin ohne unser Zutun oder unsere Befragung geregelt. Wir sitzen drin im Boot und wenn es untergeht, gehen wir vielleicht sogar mit unter, aber dann werde ich immer noch sagen: „Es könnte immer alles noch viel schlimmer werden und es gibt immer etwas Schlimmeres als schlimm. Aber es gab etwas Gutes und das Gute nehme ich mit. Helau!“ Faschingsstimmung als Galgenhumor? Kann sein, wenn man es so interpretieren mag, aber ich bin durchaus gut informiert, belesen und habe keine rosarote Brille auf.  Doch ich arbeite mit klarem Blick auf die unangenehmen Tatsachen um uns herum und dem festen Willen, alles dagegen zu tun, was mit meiner Arbeitskraft und in meinem Umfeld möglich ist, um einen Gegenpol zu setzen. In die gleiche Jammerlaune zu verfallen und demotiviert mit den Wölfen zu heulen, ist nicht meine Art. Meine angeborene Positivität ist und bleibt ungebrochen, sie wird niemals aufhören und mich auch nie verlassen, denn sie ist ein Teil meines Charakters. Schreiben, lehren, aufklären und meinen Söhnen die Angst vor der Zukunft nehmen, das ist meine Aufgabe. Wir können nicht die Retter der Welt sein, aber ein Stückchen dazu beitragen, indem wir Menschen aufmuntern, informieren, etwas zum Lesen geben oder ein wenig Hoffnung schenken –  in einer Welt in Schieflage, in der sie dringend etwas Positives hören müssen!

 

Gut auf, lieber Pierre

und herzliche Grüße aus Frankfurt,

 

Petra

© Petra M. Jansen

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