Lieber Pierre,

mit etwas Verspätung kommt nun heute meine Antwort zu deiner Ansicht, was Männer im Vergleich zu Frauen tun oder wie sie immer noch handeln. So ganz gehe ich nicht in allen Punkten konform mit dir, denn ich stelle sehr oft fest, dass eigentlich der Mann der Verunsicherte ist und Frauen sich durchaus seit Jahren an die Spitze der Politik, Industrie und des Managements gearbeitet haben. Auch ist das Wort „Emanzipation“ nicht nur ein leeres Wort, es findet tatsächlich statt. Vielmehr empfinde ich es in meinem beruflichen und privaten Leben so, dass ich es mit Pfeifen zu tun hatte, die gerne nach meiner Pfeife tanzten. Sei es um mir zu gefallen oder einfach nur um des lieben Friedens willen. Angewärmte Handtücher vor meiner Nase, wenn ich aus der Dusche kam und ständiges Fragen, ob auch alles so richtig sei und wie ich es gerne hätte – und das kann einer Frau ganz schön auf die Nerven gehen.

Die andere Seite des Mannes sind die harten Brocken, die Frauen schlagen und unterdrücken, sich an Schwächeren vergreifen oder herablassend auf eine Frau blicken und sie belächeln. Tatsächlich sind das starke psychische Schädigungen und eine oft selbst erfahrene Gewalt oder emotionale Misshandlung in jungen Jahren. Lassen wir aber nun den Hass und die psychischen Erkrankungen weg, so haben Männer es heute nicht immer einfach. Sie wissen nicht genau mit einer charakterstarken Frau, die ihren eigenen Kopf hat, umzugehen. Sollten sie nun der „harte Kerl“ sein, der sie erbarmungslos über den Küchentisch zieht? Oder sollten sie schroff wirken, in der Hoffnung, dass sie nie das Interesse verliert, um ihn letztendlich doch noch zum Weichei machen zu wollen? Nein, lieber Pierre – ich möchte kein Mann sein und ich habe so viele unterschiedliche Charaktere und Nuancen der Männer kennengelernt, dass ich mich heute nicht mehr unbedingt danach sehne, einen davon in mein tägliches Leben zu integrieren. Bin ich nun eine Emanze, wenn ich als Frau selbst in der Lage bin, auf mich aufzupassen und es mir gelingt, mein Leben finanziell zu meistern? Für das bisschen Sex die geliebte Unabhängigkeit (wahrscheinlich der blanke Egoismus) aufgeben und Kompromisse machen? Das muss in der Tat gut überlegt sein, aber wenn du jetzt von Liebe sprichst, lieber Pierre, dann sage ich dir die traurige Wahrheit… die echte Liebe ist unglaublich schwer zu finden und das sehen leider immer mehr Menschen so. Insofern hat es ein Mann also auch wirklich schwer und manch einer bemüht sich vergeblich und ist auf halber Strecke verhungert. Aber so ist es eben auch – der Mann ist also nicht in jedem Fall der Bestimmende und das Oberhaupt der Frau, wie du siehst. Frauen machen es Männern nicht immer leicht, jedenfalls nicht in unserer westlichen Gesellschaft. Anders sieht es in anderen Kulturen aus, da gebe ich dir Recht. Doch wir beide leben hier und dann muss fairerweise eben auch erwähnt werden, dass es durchaus auch Frauen gibt, die Männer misshandeln, sie erniedrigen und unterdrücken. Das Bild vom starken Geschlecht MANN ist längst überholt und d a s starke Geschlecht (maskulin) gibt es so einfach nicht. Stark können sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen sein und so oder so gibt es Abwertungen in beide Richtungen. Mir tun ehrlich gesagt die Männer manchmal leid, wenn man ihre Unsicherheit bemerkt, die unverhohlene Bewunderung zur Frau und dann wissen sie nicht, ob sie superschlau, charmant, lustig oder reserviert sein sollen und ob sie mit einer Blume oder einer Einladung vor dir stehen oder ganz dreist einfach direkt auf dich losgehen sollen. Es entlockt mir ein ehrlich gemeintes Lächeln und ich liebe sie, die Männer. Ehrlich, ich liebe sie wirklich von Herzen und jeden einzelnen, der mir das Leben schwer oder froh gemacht hat, es waren schöne Erfahrungen. Vielleicht hatte ich einfach Glück oder habe stets die richtige Wahl getroffen, aber – bis auf ein einziges Mal und das endete mit Polizeigewahrsam – ist mir nichts Schlechtes mit Männern widerfahren. Ich nehme bewusst Abstand von der klassischen Mann-Frau-Rolle und davon wie man als Frau oder als Mann zu sein oder zu handeln hat. Für mich gibt es nur Mensch und irgendwie finde ich in beiden Geschlechtern feminine und maskuline Züge und bei beiden Geschlechtern gute und schlechte Eigenschaften. Außerdem gibt es nun das dritte Geschlecht „diverse“ und es wurde wirklich Zeit, dass diese Diskussion um klassische Gender-Rollen endlich aufgegeben wurde. Die neue Kategorie lautet „MENSCH“ und das ist gut so.

 

Mit herzlichen Grüßen

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Es gibt tatsächlich Leute, die behandeln andere Menschen wie Luft und sind davon überzeugt, die seien durchsichtig. Sie schauen leer ins Leere, tun so als ob da niemand sei und das in einer Zeit, in der gegenseitiger Respekt und akzeptables Sozialverhalten mittlerweile bei jedem angekommen sein sollte. Wie schaffen diese Menschen eigentlich ihren täglichen Job? Sitzen sie vielleicht mit der gleichen muffigen Fresse hinter ihrem Telefon, Computer oder Aktenberg und sind sich nicht ein klein wenig darüber bewusst, dass sie einem unsympathischen Eiszapfen gleichen? Sollte das cool sein? Oder soll das dem Gegenüber unmissverständlich klarmachen, er/ sie sei Luft und völlig überflüssig? Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen, ob solche Leute sich für etwas Besseres halten, arrogant und hochnäsig sind oder im Grunde voller Komplexe und einfach mit allem unzufrieden – es soll ja viele Gründe geben, warum man so ein Kotzbrocken wird. Trifft man Ignoranten auf dem Gang, erwarten sie, dass sie zuerst gegrüßt werden und erst dann! sehen sie sich veranlasst, widerwillig ein kurzes, schweigendes Kopfnicken in deine Richtung zu werfen, aber mehr ist nicht drin. Sie gehen die Treppe hoch, sehen dich kommen und knallen dir mit Sicherheit die Tür vor der Nase zu. Oder sie drücken ihre Kippe fast vor deinen Füssen aus und schauen durch dich hindurch, sehen nur ihr eigenes Spiegelbild in der Scheibe. Komische Leute gibt es mit einem widerwärtigen Verhalten und ich bin sicher, jeder kennt solch einen ungehobelten Klotz. Gehen diese Ignoranten morgens zum Bäcker und bestellen Brot und Brötchen, ohne „Hallo“ oder „Guten Tag“ zu sagen? Arroganz ist keine gute Eigenschaft, Ignoranz auch nicht und herablassendes Verhalten ein echtes Armutszeugnis. Wer nun diese Menschen s o erzogen hat, der sollte strafrechtlich verfolgt werden, denn in der Erziehung ist zweifellos einiges schief gelaufen, sonst gäbe es diese unhöflichen – asozialen – Charakter-Ruinen nicht. Die Unzufriedenheit, die sich in ihrem Leben angestaut hat, darf aber niemals ein Freischein sein, seine Mitmenschen derart beschissen zu behandeln. Sicher möchte man manchmal direkt vor ihre abweisenden Gesichter göbeln, sie schütteln und wünscht  sich heimlich, dass das Pech wie die Pest an ihnen haften bleibt und wir wissen genau, dass man für Erdrosseln mit anschließendem Erstickungstod in den Bau wandern muss. Aber das alles ist der Schädling der Gesellschaft nun wirklich n i c h t wert.

 

© Petra M. Jansen

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 … mit der Heuchelei und dem täglich, sich wiederholendem Einheitsbrei. Lass gut sein mit deinem Honig, den ich nicht abschlecken kann, der klebt und pappt wie eine Zecke, die sich in mein Fleisch gebissen hat. Vergiss es, ich bin nicht was du brauchst und bin niemand, der dir glaubt. Stelle alles in Frage und bin gewohnt, alleine zu gehen. Sich nicht unterzuordnen, nicht anzupassen, nicht zu greifen, nicht zu fassen. Nicht zu fassen!? Ja, wo gibt´s denn sowas, wo sich jeder doch in der heimeligen Zweisamkeit arrangiert, damit bloß die Wogen glatt gebügelt sind? Lass gut sein mit deinen gut gemeinten Ratschlägen, wie man was, wie, warum und wieso anders machen kann und muss. Vielleicht soll es so sein? Kann doch sein, dass der Individualismus über allem steht? Nicht verständlich, dass ein gesunder Mensch den Weg des einsamen und klugen Wolfes wählt ohne auch nur annähernd an einer Nähe-Distanz-Störung zu leiden oder völlig plemplem zu sein? Lass gut sein mit deinem süffisanten Lächeln, dass man doch noch eines Besseren belehrt werde, eines Tages. Und lass gut sein mit deinen dämlichen Sprüchen über irgendwelche Gebote, Verbote und wie-soll-es-denn-sein. Lass es einfach, jemanden umzukrempeln und den Stempel der Etikette aufzudrücken. Es funktioniert nicht alles wie gewünscht und mag es dir auch etwas noch so quer und unverständlich erscheinen, so lass es einfach, das ändern zu wollen. Lass es einfach, lass Menschen wie sie sind. Lass einen Einsiedler einsiedeln und lass einen anderen anders sein – er will es so.

Lass gut sein mit deinen verzogenen Mundwinkeln, die ein Lächeln andeuten um mir mit verbissenem Blick heimlich ein Speer in die Rippen zu stoßen. Lass es mit der dummen Höflichkeit, wenn dir der Sinn nach Krieg steht. Lass es raus und lass es einfach, dieses falsche Spiel um die Freundschaft oder um der Ruhe willen. Vergiss es einfach, denn dein Gesicht spiegelt den Dämon, der in deiner Fresse sitzt. Und dich ausspuckt, weil selbst dieser so viel Überheblichkeit nicht vertragen kann. Lass die Leute wie sie sind, lass sie machen – sie tun es sowieso.

Lass gut sein mit dem Mitleid, das dich überfällt, wenn du von einem für dich „armseligen, verpassten Leben“ erfährst. Mit Sicherheit ist man glücklich und der eigene Ruhepol, den nichts zum Wanken bringen wird. Geerdet, mittendrin im Leben und wohlwissend wohin man will. Lass es also, wie eine Fahne im Wind deine Ansichten zu ändern, damit man dich überhaupt erst mal sieht. Lass es, den Querdenker zu sortieren und lass es, den Weisen zu korrigieren. Wer gelassen ist, hat einen freien Blick. Und der mag dir sicher anders, fremd und ungewohnt erscheinen, aber er ist bestimmt weit, weit offener als du sehen kannst.

 

© Petra M. Jansen

 

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Lieber Pierre,

wenn man Napoleon einfach den Kopf abschlägt, ist die Geschichte irgendwie verunreinigt, nicht wahr? Da kann selbst der Triumph-Bogen nicht mehr triumphieren und das stinkt gewaltig nach Instrumentalisierung des einfachen Mannes, der mal seinen Frust loswerden will und – ohne es zu ahnen – wird aus der kämpferischen Hummel in gelber Weste eine gefährliche Hornisse der Links- und Rechtsextremisten. Sie wissen gar nicht wie ihnen geschieht und Schwups ist der Pöbel mittendrin in einem fast-Bürgerkrieg, der mit der reinen Benzinpreiserhöhung vom Ursprung rein gar nicht mehr zu tun hat. Hach ja, und die Italiener hauen auch in dieser Kerbe und haben schon ihr eigenes Land nicht nur in Grund und Boden gewirtschaftet sondern auch noch fremdenfeindlich gestimmt. Ob ich dahin noch in den Urlaub fahre, lasse ich mal dahin gestellt.

Es ist wie es leider ist, lieber Pierre, Europa schaut zu und dabei braucht dieser mutige französische Präsident dringend Hilfe von außen um diesem Irrsinn ein deutliches Ende zu setzen. Zugeständnisse? Zwangs-Rückschritt aufgrund von Gewaltaktionen? Lassen wir das gelten und schauen weg, ist es in Deutschland nicht weit entfernt von einem weiteren Gelbwesten-Gehetze des Volkes, die allzu gerne auch dann wieder von Fundamentalisten missbraucht werden. Irgendwie ist das so wie mit einer Kultur, die man anlegt und wartet, bis der Pilz Sporen bildet, wächst und sich ausbreitet. Ob der dann giftig ist, interessiert zunächst offenbar niemanden. Erst mal zuschauen, wachsen lassen und sehen was dabei rauskommt.

Ja, schauen wir alle weg, wird besser sein – bloß nicht einmischen, wenn jemand dem Volke klarmacht, dass es keinen Wohlstand und keine Honoration für Faulheit gibt. Wir sind viel zu verwöhnt, es war zu lange das Paradies auf Erden und es demonstrieren diejenigen, die in der Welt des kleinen Mannes leben. Sie halten sich für die Verlierer des Lebens und haben 2017 auch nicht für  Macron sondern für die Populisten vom rechten und linken Rand gestimmt. Es geht ihnen um eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse und um einen Ausgleich des „sozialen Bruchs“. Dringender denn je der Appell an die Politiker Europas, den Menschen berufliche Perspektiven zu geben, der drohenden Altersarmut etwas entgegenzusetzen, die Arbeitslosigkeit weiter zu verringern und dem Niedriglohnsektor weitere Zugeständnisse zu machen. Vielleicht ist das viel diskutierte Modell des bedingungslosen Grundeinkommens eine gute Lösung oder aber eine deutlich höhere Besteuerung der Großverdiener, was wiederum dem Topf der unteren Einkommensklassen gutgeschrieben würde? In jedem Fall muss ein neues Modell her, damit alle Menschen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben bekommen und somit ihre Unzufriedenheit kein weiteres Ventil benötigt. Wären da bloß nicht die fleißigen Chinesen, die alles billiger und besser machen, aber das wäre eine andere Geschichte (sie kaufen ohnehin alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist und Frau Merkel schaut zu).

Aber wir müssen wissen, dass wir ein reiches Europa sind und die Möglichkeiten durchaus verfügbar sind, neue gesellschaftliche Wege zu gehen und das soziale Ungleichgewicht zu vermeiden – vorausgesetzt die  jeweiligen Regierungen wollen das auch wirklich. Die breite Masse hat das Vertrauen in die Politik verloren, fühlt sich nicht ernst genommen. Es muss ein sofortiges Umdenken erfolgen oder der Unmut wächst weiter und die sozialen Medien tun mit der Hetze der Leute ihr Übriges.

Gewalt führt nicht zu konstruktivem Austausch und erzeugt eine äußerst schlechte Stimmung und doch sind es ernstzunehmende Probleme der normalen Bürgerschicht, die damit überhaupt erst angefangen haben. Aber, lieber Pierre, das alles ist nicht n u r auf dein Frankreich beschränkt – es ist ein genereller Angriff auf ein freies und starkes Europa! Insofern ein absolutes Muss, dass Macron unterstützt wird und ebenfalls ein Muss, dass niemand mehr wegschauen darf. Darüber dürften wir uns alle im Klaren sein, dass es diesen Unrat von Neofaschisten, Rechtspopulisten und Fundamentalisten nicht geben darf und jeder Einzelne von uns das aufhalten muss. Frei nach dem Motto „Wir wollen Europa!“ Chapeau Frankreich.

 

© Petra M. Jansen

 

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alle Jahre wieder – gerade erst ist es vorbei – und die städtischen Energieversorger freuen sich über den rapiden Anstieg der Stromkosten, die sie für den Dezember nachbelasten dürfen. Heilige Scheiße!? Kann das wahr sein, dass die Nachzahlung so derart üppig ausgefallen ist? Macht ja nichts, ist schließlich alles im Namen des Jesuskindes, über dessen Existenz wir heute noch zweifeln dürfen. Die Heilige Nacht hat also erneut den Konsumenten-Quatsch wiederbelebt, gekauft wird schließlich jeder Schrott. So schmücken blinkende Plastik-Fernost-Importe und geschmacklose LED-Lichtermeere den Balkon, quasi jede Ecke und es bleibt kein bisschen Platz für das ökologische Bewusstsein. Eine schöne Bescherung, wahrhaftig. Da ist er wieder, der grün-blau-orange zitternde Kunststoff-Stern aus dem Discounter bei dem man nachts – wenn alle schlafen – schnell das Bedürfnis bekommt, dieses „christliche Rotlicht-Milieu“ zu verlassen und sich auf eine dunkle Lichtung mit echtem Sternenhimmel zu setzen. Die Heilige Nacht ist ja nur der Höhepunkt, bereits vier Wochen vorher blinkt es hektisch im Sechszehnteltakt und du bist schon so marode im Hirn vom Hinschauen, dass du dir ganz sicher bist – besinnliche Gefühle kommen bei dir so jedenfalls nicht auf.

Also schnellstmöglich rein in die heimelige Hütte, Rollladen runter, ein wenig Kerzenschein und das sinnlichen Gefühl von warmer Romantik mit Bratapfelduft in deinem Herzen. Mit Umweltbewusstsein haben der Kunstschnee, die bunten, flatternden Rehkitze oder der blitzende Weihnachtsmann mit Schlitten absolut nichts zu tun, eher mit Geschmacklosigkeit, Rücksichtslosigkeit und gequälten Augen. Die Jahrmarkt-Redlight-Destrict-Stimmung zeugt von geistiger Einfältigkeit, falscher Christlichkeit, gründlich missverstandenem Brauchtum der Weihnachtszeit und wäre ich nun ganz bösartig, würde ich sagen: Primitiver Taiwan-Scheiß – bei jedem der Ihnen bekannten regionalen Discounter oder Online-Ramsch-Händler verfügbar (aber nur zur Adventszeit).

Stille Nacht, heilige Nacht…. es darf geblinkt werden, bis einem die Augen rausquellen. Übrigens: Ich habe dieses Jahr auf Einpackpapier, Folien und Schleifen verzichtet. Und geblinkt hat´s drinnen und draußen auch nicht. Aber ich hatte Zeit. Zeit mit den liebsten Menschen, die ich habe und genau für diesen Moment steht Weihnachten. Liebe.

Amen.

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

Chekatt ist tot. Er nahm unschuldige Menschen mit in seinen psychisch kranken Wahn des großen Gottes, der Fanatismus hat wieder einmal bitterböse zugeschlagen. Ein gefundenes Futter für die Rechtspopulisten, zumal dies auf einem weltbekannten Weihnachtsmarkt stattgefunden hat. Berlin, Straßburg, Nizza und so weiter. Und immer sind es terroristische Akte, die niemals – mit keiner Präventionsmaßnahme und durch nichts – vorhergesagt  oder verhindert werden können. Umso schlimmer, wenn es in die christlich-besinnliche Weihnachtszeit trifft, in der diese Familien ihre Liebsten verloren haben. Doch, was bleibt mir übrig, zu sagen? Es wird wieder geschehen, vielleicht an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Es macht es nicht einfacher, unsere muslimischen Mitbürger zu akzeptieren und zu mögen, obwohl wir denen gegenüber sehr ungerecht sind, die damit nichts zu tun haben und tatsächlich hilfesuchende Menschen sind, die unsere gesellschaftlichen Regeln anerkennen und mitnichten radikalisiert sind. Wir sprechen hier im Falle der Attentäter immer – und zwar ohne Ausnahme – um psychisch gestörte Menschen, die ihre Religion grundsätzlich missverstehen, denn das hat nichts mit Allah zu tun und auch nichts mit irgendeinem Gott oder dämlichen Jungfrauen, die man im Himmel vögeln kann. Es sind kranke, hasserfüllte Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen. Leider führen solche Taten eben tatsächlich zu einer Pauschalierung bezüglich der Ausländerfeindlichkeit in unserem Land und in Europa generell. Wir sind ein starkes Land und das Feindbild im Westen, das – in Augen der radikalisierten Islamisten – auszurotten gilt. Da haben wir es wieder, lieber Pierre… Hass und Feindseligkeit, Unwissen und Gier, wir drehen uns im Kreis. Wundert es uns, wenn wir vor unserer Haustüre den Arbeiter sagen hören: „Die sollen alle gehen, wir wollen die nicht. Sie vergreifen sich an unseren Frauen, an unserer Gesellschaft… sind alle Dreck.“ Das hört man tatsächlich, erschreckend und trotzdem präsent, denn es geht um Angst. Die Menschen haben Angst um ihre Sicherheit, sie haben Angst, dass es nicht so bleibt, wie es ist und wir den Feind in unser Land geholt haben. Dabei vergessen sie natürlich, dass nur ein sehr geringer Teil wirklich straffällig wird und tatsächlich nur ein sehr geringes Ansteigen der Kriminalitätsstatistik zu verzeichnen ist. Die Medien tun übrigens ihr Übriges, das mal am Rande. Anstatt eine positive Stimmung aufkommen zu lassen, schüren sie noch mehr Angst und zeigen vermehrt negative Ereignisse als positive.

Weihnachtszeit, heilige Zeit, heile Zeit? Es wird Zeit, dass wir grundsätzlich Regeln für ein Miteinander der Völkervielfalt setzen und zwar nach unseren Regeln. Es wird Zeit, dass wir scharf gegen Verbrecher vorgehen, die Stimmen unseres Volkes aufnehmen und dennoch dem Rechtspopulismus und dem damit aufkeimenden Verfall der demokratischen Ordnung die rote Karte zeigen. Neonazis braucht niemand, fundamentalistische Gedanken auch nicht – aber eine klare Strategie, wie wir gegen Attentäter und Gewaltakte wider unseres Volkes, umgehen. Genau das taten sie in Frankreich und fassten den Täter, der dieses Unheil anrichtete. DAS sollte den Leuten klar sein, dass niemand in Europa ungestraft davon kommt und genau DAS sollten die Menschen erkennen, bevor sie pauschal auf alle Moslems losgehen und rassistisches Gedankengut streuen. Dennoch liegt eine große Aufgabe vor uns, es wird uns allen noch viel abverlangt werden und das Ende von Terroranschlägen oder Attentaten ist nicht in Sicht. Das liegt schlicht und einfach daran, dass Menschen auf der ganzen Welt generell auch das Böse in sich tragen und wir diesen Hass niemals wirklich überall stoppen können. Damit müssen wir leben und uns darüber im Klaren sein, dass es niemals und nirgendwo eine wirklich sichere Situation geben wird. So sind Menschen eben.

 

Frohe Weihnachten aus Frankfurt,

Petra

 

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Liebe Petra,

wie du es dir vorstellen kannst, sehe ich mit großer Furcht was sich in Frankreich ereignet. Wir stehen leider vor einem Bürgerkrieg, wenn nicht rasch eine Lösung gefunden wird. Hier ein paar Gedanken zu der dortigen Lage:

Die Krawallmacher sind die Sieger.

Man muss die Lage so beurteilen, wie sie ist. Der Schwarze-Block hat in Frankreich gesiegt. Die Gewalt hat sich für die Gilets Jaunes gelohnt, da Emmanuel Macron kapitulieren musste. Diese Erkenntnis ist sehr schwer für mich zu akzeptieren, denn das würde bedeuten, dass der Verfall der Demokratie überall im Gange ist. Wenn der Mob siegt, werden die Neonazis wieder auftauchen und wir sind auf dem guten Weg zur Diktatur. Waren es nicht die SA in der Weimarer Republik, die Hitler den Weg zur Macht ebneten? Es könnte sich so auch in Frankreich abspielen, wenn der Élysée-Palast sich weiter einschüchtern lässt. Die Lage kann nur korrigiert werden, wenn die Regierung zu unkonventionellen Methoden greift. Es wäre vielleicht die beste Karte, die volle Demokratie zu wagen und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Basis an den notwendigen Maßnahmen, die getroffen werden müssen, aktiv teilnimmt. Das würde konkret bedeuten, dass der Präsident den Räten Vorschläge macht, die im ganzen Land tagen und die von denen modifiziert werden könnten. Es können aber auch Initiativen von unten gemacht werden, die als Vorlage für neue Gesetze dienen könnten. Ich beziehe mich auf das schweizerische Modell, das bis heute sich bewährt hat. Niemand könnte dann sagen, dass er nicht an Entscheidungen beteiligt ist – jeder Franzose hätte das Recht, in den Räten aktiv zu sein.

Schadenfreude wäre nicht angebracht.

Was in Frankreich passiert, könnte sich auch schnell in Deutschland entwickeln. Wenn durch die verrückte Politik von Donald Trump – was die Zollgebühren anbelangt – die Wirtschaft einen Knick bekommt, wäre es aus mit der Ruhe und man kann sich sehr leicht vorstellen, dass es auch hier eine Bewegung, wie die Gilets Jaunes geben könnte. Die politische Lage ist derart labil, dass es keine Garantie für die Stabilität gibt. Alles geht heute so schnell, dass man kaum ahnen kann, was passieren könnte. Als Beispiel kann man 1913 nehmen. Niemand hätte den 1. Weltkrieg voraussehen können. Den Leuten ging es relativ gut und auf einmal änderte sich alles. Millionen Tote waren die schreckliche Rechnung, deshalb warne ich davor, die Situation in Europa auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir dachten bis vor kurzem, dass Emmanuel Macron ein Fels in der Brandung sei, aber es hat sich erwiesen, dass dies nicht der Fall ist. Sollte er scheitern, wäre in der EU alles möglich. In Deutschland droht – bis zum Ende der Ära Merkel – alles den Bach runter zu gehen und schon die ersten Schwächen in der Industrie lassen sich blicken. Bei Bayer ist die Rede von zahlreichen Entlassungen. So wird es auch bei der Autoindustrie sein, wenn sie sich auf E-Autos umstellt. Man spricht heute von einem Verlust von 100.000 Stellen und wenn man die Werkstätten dazu rechnet, wird die Zahl noch viel größer sein. Die Jahre der fetten Kühe scheinen endgültig vorüber zu sein.

Was können wir selbst leisten?

Es wäre unverantwortlich, sich von der Gewalt leiten zu lassen. Jeder sollte daran denken, welche Vorteile er bis heute hatte, mit dem, was die Demokratie uns gebracht hat. Es kann nicht möglich sein, alles wegzuschmeißen und den Populisten Vertrauen zu schenken, weil sie ganz einfach große Sprüche von sich geben. Wer glaubt, dass es ihm besser gehen würde, irrt sich gewaltig. Es ist höchste Zeit sich zu besinnen und sich der Realität zu fügen. Ich halte gar nicht von Protestwählern, die einfach die Diktatur bejahen, um der Demokratie eins auszuwischen. Wir wissen allzu gut, was daraus entstanden ist. Es ist dringend nötig, dass  wieder überall der Dialog stattfindet, mit dem Bewusstsein, dass die Politik darauf angewiesen ist. Den Kopf in den Sand zu stecken nützt wahrhaftig nichts. Es ist sehr schwer. für mehr Vernunft zu plädieren, wenn man Wut im Bauch hat und doch wäre es die einzige Lösung, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Es wäre deshalb wichtig, dass die Leute miteinander sprechen, zuhören und auch andere Meinungen akzeptieren. Ich weiß, das ist sehr idealistisch, aber gibt es andere Lösungen als sich gegenseitig zu beraten? Es wäre einen Versuch wert. Das Beispiel Frankreich stimmt mich zurzeit sehr skeptisch, weil die Maschinerie der Gewalt sehr schwer anzuhalten ist. Die nächsten Wochen werden uns vielleicht eine bessere Antwort geben, das ist zu hoffen.

Ehrlichkeit macht sich nicht bezahlt.

Die Europawahl könnte der Anlass sein, uns neu zu definieren und es wäre zu primitiv, alles was schlecht läuft, darauf zu beziehen. Brüssel ist nur ein Teil des Problems. Es geht vielmehr darum, dass die Parteien seit Jahrzehnten alles getan haben, um die wahren Schwierigkeiten zu benennen. Hiobsbotschaften, sind kein Wählermagnet. Es wurde immer wieder verschleiert, schöngeredet und die Bescherung haben wir heute. Emmanuel Macron war zu ehrlich für einen normalen Politiker. Er hat immer gesagt, wo der Schuh drückt und dass das Volk schwere Jahre mitmachen würde, um die Lage wieder teilweise ins Lot zu bekommen. Das bedeutet tiefe Einschnitte im Familienbudget. Das ist die Realität, wenn man überschuldet ist und dadurch die Staatskassen leer sind, es gibt leider nichts mehr zu verschenken. Aber wie haben es die anderen Präsidenten gemacht? Sie haben auf Pump gelebt und heute muss die bittere Rechnung bezahlt werden. Die dicke Zinszurückzahlung verhindert wahre Reformen in den Griff zu bekommen, so die Realität. Eine sehr bittere Erkenntnis, die heute hundert Tausende von Menschen in die Straßen führen. Sie können laut schreien, Monumente verschmieren, Feuer anlegen, aber deswegen wird sich die Lage keineswegs verbessern. Das ist die Erkenntnis, die wir aus der Revolte der Gilets Jaunes heute ziehen können. Wahrhaftig eine Sackgasse!

Es regnet in München… auch in meinem Herz.

 

Alles Liebe

Pierre

 

//pm

Du strebst nach Sicherheit? Dein heimeliges Häuschen warm, gefüllt von Liebe, Geborgenheit, ein sicherer Ort deiner Seele? Vergiss es! Es gibt heutzutage keine Sicherheit. Wirtschaftlich, politisch, privat – nichts ist sicher, wenn du es mit Menschen zu tun hast. Sicher ist sicherlich deine Angst um deine Sicherheit und sicher ist auch die Tatsache, dass wir und nichts unendlich sind. Das irrsinnige Streben der Deutschen nach Sicherheit ist zum Kotzen. Wie schnell ist der gut bezahlte Job weg, wenn du zum alten Eisen gehörst und wie vergänglich ist deine Beziehung? Es gibt keinerlei Sicherheit und deshalb ist unser extremes Bedürfnis nach Sicherheit auch mit Sicherheit Blödsinn. Unlängst haben uns die politischen Ereignisse in Paris die Sicherheit genommen, dass wir gemütlich in einem Café sitzen können oder ein Rockfestival besuchen. Kaum haben wir die Kohle ein wenig zinsbringender angelegt, kommt garantiert das Schreiben, dass der Zins leider nun nur noch bei 0,01% liegt. Mit Sicherheit aber profitieren weiterhin die Finanzinstitute und Banken, die uns abzocken und mit unserem sicheren Geld wirtschaften. Die Drecksäcke waren schon immer schlau. Sicherheit? In den sicheren Armen der Liebsten angekommen und ausgebreitet, stellst du fest, dass du nicht der Einzige bist, den sie mit Sicherheit belügt. Und sind die heimischen Katakomben wirklich sicher? Wie die neueste Statistik bewiesen hat, gibt es in Deutschland aktuell alle 1,5 Sekunden Wohnungseinbrüche, die mit Sicherheit nicht alle aufgeklärt werden können – Tendenz steigend. Reisen wir sicher durch die Welt mit dem sichersten Verkehrsmittel, dass es gibt? Es könnte sein, dass genau dieses – mit allen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattete Flugzeug – einen höchst unsicheren, psychologisch desolaten Piloten hat, der es zum Absturz bringt oder genau dieser Jet wird von der IS bombardiert. Was also ist schon sicher?

Sicher ist, dass die Versicherungen mit unserem Sicherheitsbedürfnis einen Haufen Geld verdienen und sicher ist auch, dass mit der Angst vor der Altersarmut Profite gemacht werden. Was mit Sicherheit passiert, ist, dass wir derzeit höchst verunsichert die Weltlage beobachten und keinerlei Sicherheit mehr haben. Eine vorgegaukelte Sicherheit ist unser erspartes Altersgeld, unsere Immobilien, unser Zuhause. Stimmt das denn? Mit Sicherheit nicht, denn die Gefahren steigen und es gibt heute kaum ein solides Geschäft, bei dem wir nicht über den Tisch gezogen werden. Der Abgasskandal von VW zeigte unlängst ebenfalls deutlich, wie die Verbraucher verarscht werden. Sie wollten etwas Gutes tun und hatten ein sicheres Gefühl bei dem Führen eines abgasfreundlichen, sparsamen Autos. Sicherheit bedeutet gar nichts und alles, was bisher sicher erschien, steht entweder später auf wackeligen Beinen oder hat sich mit Sicherheit nicht bewährt. Das extrem hohe Sicherheitsbedürfnis des Menschen zwingt sie, ungewohnte Bahnen nicht! auszuprobieren und lieber auf Nummer sicher zu gehen, als sich rebellisch gegen die Norm zu stellen. Das führt zu einem „auf-der-Stelle-Treten“ und man kann mit Sicherheit sagen: Das hilft niemandem weiter und führt mit Sicherheit weder zu einem beglückenden Gefühl noch zu neuen Wegen. Im Zeichen der Sicherheit stagniert und stolpert vieles, was mit Sicherheit großartig wäre. Überraschungen übrigens nahezu ausgeschlossen. Sicherheit ist eine Farce. Es gibt sie nicht. Scheiß auf die Sicherheit! Die einzige Sicherheit, die wir haben, ist die, dass wir alle endlich sind und mit Sicherheit eines Tages in der Kiste landen werden. Und seien sie versichert: auch dort gibt es keinerlei Sicherheit vor Wurmfraß und  Verwesung. J

 

© Petra M. Jansen

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