Lieber Pierre,

mit etwas Verspätung kommt nun heute meine Antwort zu deiner Ansicht, was Männer im Vergleich zu Frauen tun oder wie sie immer noch handeln. So ganz gehe ich nicht in allen Punkten konform mit dir, denn ich stelle sehr oft fest, dass eigentlich der Mann der Verunsicherte ist und Frauen sich durchaus seit Jahren an die Spitze der Politik, Industrie und des Managements gearbeitet haben. Auch ist das Wort „Emanzipation“ nicht nur ein leeres Wort, es findet tatsächlich statt. Vielmehr empfinde ich es in meinem beruflichen und privaten Leben so, dass ich es mit Pfeifen zu tun hatte, die gerne nach meiner Pfeife tanzten. Sei es um mir zu gefallen oder einfach nur um des lieben Friedens willen. Angewärmte Handtücher vor meiner Nase, wenn ich aus der Dusche kam und ständiges Fragen, ob auch alles so richtig sei und wie ich es gerne hätte – und das kann einer Frau ganz schön auf die Nerven gehen.

Die andere Seite des Mannes sind die harten Brocken, die Frauen schlagen und unterdrücken, sich an Schwächeren vergreifen oder herablassend auf eine Frau blicken und sie belächeln. Tatsächlich sind das starke psychische Schädigungen und eine oft selbst erfahrene Gewalt oder emotionale Misshandlung in jungen Jahren. Lassen wir aber nun den Hass und die psychischen Erkrankungen weg, so haben Männer es heute nicht immer einfach. Sie wissen nicht genau mit einer charakterstarken Frau, die ihren eigenen Kopf hat, umzugehen. Sollten sie nun der „harte Kerl“ sein, der sie erbarmungslos über den Küchentisch zieht? Oder sollten sie schroff wirken, in der Hoffnung, dass sie nie das Interesse verliert, um ihn letztendlich doch noch zum Weichei machen zu wollen? Nein, lieber Pierre – ich möchte kein Mann sein und ich habe so viele unterschiedliche Charaktere und Nuancen der Männer kennengelernt, dass ich mich heute nicht mehr unbedingt danach sehne, einen davon in mein tägliches Leben zu integrieren. Bin ich nun eine Emanze, wenn ich als Frau selbst in der Lage bin, auf mich aufzupassen und es mir gelingt, mein Leben finanziell zu meistern? Für das bisschen Sex die geliebte Unabhängigkeit (wahrscheinlich der blanke Egoismus) aufgeben und Kompromisse machen? Das muss in der Tat gut überlegt sein, aber wenn du jetzt von Liebe sprichst, lieber Pierre, dann sage ich dir die traurige Wahrheit… die echte Liebe ist unglaublich schwer zu finden und das sehen leider immer mehr Menschen so. Insofern hat es ein Mann also auch wirklich schwer und manch einer bemüht sich vergeblich und ist auf halber Strecke verhungert. Aber so ist es eben auch – der Mann ist also nicht in jedem Fall der Bestimmende und das Oberhaupt der Frau, wie du siehst. Frauen machen es Männern nicht immer leicht, jedenfalls nicht in unserer westlichen Gesellschaft. Anders sieht es in anderen Kulturen aus, da gebe ich dir Recht. Doch wir beide leben hier und dann muss fairerweise eben auch erwähnt werden, dass es durchaus auch Frauen gibt, die Männer misshandeln, sie erniedrigen und unterdrücken. Das Bild vom starken Geschlecht MANN ist längst überholt und d a s starke Geschlecht (maskulin) gibt es so einfach nicht. Stark können sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen sein und so oder so gibt es Abwertungen in beide Richtungen. Mir tun ehrlich gesagt die Männer manchmal leid, wenn man ihre Unsicherheit bemerkt, die unverhohlene Bewunderung zur Frau und dann wissen sie nicht, ob sie superschlau, charmant, lustig oder reserviert sein sollen und ob sie mit einer Blume oder einer Einladung vor dir stehen oder ganz dreist einfach direkt auf dich losgehen sollen. Es entlockt mir ein ehrlich gemeintes Lächeln und ich liebe sie, die Männer. Ehrlich, ich liebe sie wirklich von Herzen und jeden einzelnen, der mir das Leben schwer oder froh gemacht hat, es waren schöne Erfahrungen. Vielleicht hatte ich einfach Glück oder habe stets die richtige Wahl getroffen, aber – bis auf ein einziges Mal und das endete mit Polizeigewahrsam – ist mir nichts Schlechtes mit Männern widerfahren. Ich nehme bewusst Abstand von der klassischen Mann-Frau-Rolle und davon wie man als Frau oder als Mann zu sein oder zu handeln hat. Für mich gibt es nur Mensch und irgendwie finde ich in beiden Geschlechtern feminine und maskuline Züge und bei beiden Geschlechtern gute und schlechte Eigenschaften. Außerdem gibt es nun das dritte Geschlecht „diverse“ und es wurde wirklich Zeit, dass diese Diskussion um klassische Gender-Rollen endlich aufgegeben wurde. Die neue Kategorie lautet „MENSCH“ und das ist gut so.

 

Mit herzlichen Grüßen

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Manchmal hast du Momente, Wochen, Monate, gar Jahre, in denen willst du nicht reden. Du willst einfach nicht reden, ohne dass es dir tatsächlich die Sprache verschlagen hat oder du in ein depressives Loch gefallen bist. Es ist dir einfach viel zu anstrengend, zu reden und auch viel zu aufwändig, dich irgendwie erklären zu müssen. Du hast in deinem Leben bereits immer wieder alles erklärt und hast das ständig von neuem getan. Zu viel geplappert, zu oft dargelegt, zu häufig diskutiert  und viel zu viel versucht, zu sagen. Und dann kommt der Tag, an dem du einfach nicht mehr reden willst. In deinem Kopf klingen deine Worte wie ein hallendes Echo, das von der Höhlenwand zurückgeworfen wird. Nur das Allerwichtigste wird ausgetauscht und dein Satz bleibt dir in der Kehle stecken. Du hast das Gefühl, du redest mit dir selbst mehr als mit allen anderen und doch bist weit entfernt davon, zu spinnen oder in der Psychiatrie zu landen. Du weißt genau, sie ducken sich, reden dir nach dem Mund oder sie sagen das, was du schon lange vorher weißt. Du setzt im Geiste ihre Antworten und Erwiderungen zusammen und hast das Puzzle schon beendet, ohne dass es je eine echte Anforderung für dich war. Was immer du sagen wolltest, sparst du dir und schweigst. Du sitzt da, denkst zu dir selbst, redest innerlich stets genau das fertig, was der andere gerade sagen will und dabei kommt kein Ton aus deiner Kehle. Du bist am Ende mit deiner Kommunikationsfähigkeit, magst nicht mehr sprechen, magst die Worte des anderen nicht hören. Niemand weiß, was du machst. Niemand weiß, wie du tickst und wenn einmal ein Wort deinem Munde entschlüpft, ist es höflich, unverbindlich, ausnahmsweise notwendig – aber bloß nicht mehr. Du redest nicht mehr, weil dir niemand helfen kann. Du sagst nichts mehr, weil du der Weisheiten überdrüssig bist. Was immer geredet würde, es würde zerredet. Und deshalb lässt du es. Dialoge werden zu Monologen – mit dir selbst. Die Gesellschaft hat dir nichts mehr zu sagen, du bist eine zurückgezogene, eingeigelte Egoisten-Sau, die keine Silbe mehr als erforderlich von sich gibt. Und solltest du mal einen Tag der erzwungenen Redseligkeit haben – weil es nicht anders geht – sitzt du abends auf der Couch, sehnst dich nach Ruhe und straffst höchst vorsorglich deine zukünftigen Sätze auf ein Minimum zusammen. Bloß nichts sagen, bitte nicht sprechen, lasst mich doch einfach in Ruhe – du willst nichts mehr sagen. Diese herrliche Ruhe, in der kein Mund sich öffnet und dir wieder mal einen beschissenen Tipp gibt, den du sowieso schon hundertfach ausprobiert hast. Sie sollen nichts mehr sagen, du willst nichts mehr sagen, also Schnauze halten! So kommt der Tag, an dem du mit verschlossenem Mund dasitzt und paradoxerweise aus so vielen verschiedenen Richtungen zu dir gesprochen wird und du nur eines magst: Dich verkrümeln, Knebel in ihren Mund stopfen und bloß nichts erklären müssen, was sie ohnehin nicht ändern und verstehen können. Es ist so, deine Sprachlosigkeit macht alle anderen unglaublich neugierig und je mehr du dich in dich selbst verkriechst, umso mehr sind sie hinter dir her und versuchen, dir nur einen einzigen, lausigen Ton zu entlocken. Und während du so schweigend um dich schaust, freust du dich auf einen unendlich langen Schlaf, der dir ganz viel Ruhe lässt. Und dann fragen sie wieder…  und bekommen ihre Antwort: Klappe zu. Denn Schweigen ist Gold.

 

© Petra M. Jansen

 

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Muss ich mich komfortabel fühlen, wenn ich von unbekannten Menschen aus der ganzen Welt scheinbar gemocht und hofiert werde? Muss ich meine innersten Gedanken mit Jedermann da draußen teilen und ihnen mitteilen, dass ich ein so unglaublich feinfühliger, spannender, starker, lustiger Mensch bin, der irgendwie keine Ecken und Kanten zu haben scheint? Muss ich wirklich heimlich hinter den öffentlichen Kulissen Privatfotos versenden, nur um mir zu beweisen (und dem Anderen sowieso), dass ich es Wert bin, beachtet zu werden? Und ist es tatsächlich mein Hauptgedanke, ob nun jeder sehen kann, wieviel Unterstützung ich für meinen „geistigen Output“ im Social Media bekomme, obwohl rein gar nichts von mir selbst geschaffen wurde? Ist es wirklich so, dass ich den Anschluss an das digitale Zeitalter verpasst habe, wenn ich nicht mindestens WhatsApp, Instagram, Pinterest, Twitter, Facebook, Tumblr oder Google+ habe? Bin ich nicht völlig verknastert und völlig out, wenn ich all das nicht habe und nutze? Und absolut überholt, wenn ich nicht online mein Essen und meine Klamotten bestelle weil es so unglaublich bequem ist und ich meinen Arsch nicht mehr vom Sofa hieven muss? Dreht sich also mein gesamtes Dasein tatsächlich um das Thema virtuelle Kommunikation und mein positives Eigen-Feeling im Kreise der digitalen Welt? Ist es nicht eher so, dass das Ganze unendlich zeitraubend oder eher etwas für gelangweilte Nichtstuer, ist? Irgendwie schon, denn das alles sinnvoll und regelmäßig zu „bestücken“ kostet Zeit und wenn nicht die erwünschte Aufmerksamkeit zurück kommt, dann ist aber sehr schnell Schluss mit dem Selbstbewusstsein. Auch dieses virtuelle „Partner-Abklopfen“ ist ein völliger Unsinn, denn all die zahllosen Video-Chats oder Calls kosten ebenfalls nur kostbare Lebenszeit, die man besser mit Dingen ausfüllen sollte, die einen wirklich erfüllen. Damit meine ich natürlich auch die Damenwelt, die durch einen virtuellen Schwanz und getextete, warme Worte mit Sicherheit höchst unerfüllt bleiben dürfte. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will… je mehr im Internet und online gechattet und gepostet wird, umso spärlicher sieht es mit der Zeit für soziale Kontakte im normalen Leben aus. Die gehen nämlich dabei sogar flöten, wenn sich alles um die digitale Parallelwelt dreht, in der man lieber Video-Chats macht als sich persönlich zu treffen. Ich sehe z.B., dass sich „Streifenhörnchen A“ selbst so beschreibt, sie sei höchst emotional, romantisch, lieb, ideenreich und phantasievoll und ich frage mich, wieso gerade solche Leute niemals etwas Eigenes schaffen sondern stets vorgekaute Kost (von anderen) als eigenes Gedankengut hervorbringen. Täglich und über Jahre hinweg sind sie damit beschäftigt, möglichst viel positive Reaktion von wildfremden Menschen zu bekommen. Aufmerksamkeits-Defizit nennt man das in der Psychologie. Und davon gibt es so unendlich viele. Genauso viele kriegen privat nichts auf die Reihe und klopfen schon mal mit Video-Chats im Vorfeld ab, ob sich die Reisekosten um den Globus lohnen würden. Heile Welt, geile Welt, verdrehte Welt…in der ich den Anschluss nur allzu gerne verpasse, weil ich Besseres zu tun habe. Und zwar sehr real, mit Haptik, Anfassen, Sehen, Riechen, Sprechen, Fühlen und der herrlichen, wahrhaftigen Nähe anderer Menschen in meinem Umfeld. Social Media, ja – und absolut notwendig für Unternehmen, Online-Shops und als Werbefläche, aber privat ist das alles reichlich umständlich, denn wer hat schon das nötige Kleingeld um mal eben 2.000 Kilometer in den Norden/ Süden zu fliegen, um dann letztendlich vielleicht feststellen zu müssen, dass rein gar nichts passt?! Der Zauber des Entdeckens geht verloren, mühsam hat man sich monatelang verzehrt nach einer Person, bei der einer von beiden schließlich entscheiden muss (wenn es denn Liebe werden könnte), in eine andere Welt zu ziehen und vielleicht sogar ohne Sprachkenntnisse dort finanziell überleben muss. Wenn´s mit dem Geld nicht klappt, hängt leider oft auch der Haussegen schief und die Vorwürfe sind vorprogrammiert. Fazit der Überlegungen (und da gäbe es noch viele): Weniger online bedeutet MEHR Freizeit, in der a) die Chancen für beruflichen Erfolg und b) die privaten Möglichkeiten leichter umzusetzen sind. Ganz nebenbei ist das auch entspannend, tut der Seele gut und schafft Raum für eigene Ideen. Das wäre doch mal ein Ansporn, oder nicht?

 

© Petra M. Jansen

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Bei aller Hektik und einer ständigen Veränderung, gibt es Momente, in denen man feststeckt. Mittendrin. Hinein manövriert. Sumpf und aus. Nichts geht mehr und weiter schon gar nicht. Man hängt einfach so drin und versucht den Moment zu finden, an dem es anfing zu hängen. War das bei der nackten Wahrheit, die eigentlich keiner hören wollte? War es vielleicht bei einem der unzähligen unterschiedlichen Ansichten des Empfindens oder der Wahrnehmung? Oder einfach die gähnende Langeweile, die einen in die freundschaftliche Sackgasse getrieben hat? Wahrscheinlich von allem etwas und vor allem liegt die Crux oft bei dir selbst. Du bist nicht mehr bereit, dein Privatleben auszubreiten und dich mit oberflächlichem „Blabla“ auseinander zu setzen. Du wagst es nicht einmal, ehrlich zu sagen, wie du das so oder so siehst, weil du weißt, dass dein Gesprächspartner so gar nix kapiert. Und dich schon gar nicht. So hängst du also in der verbalen Gasse und langsam versackte das wilde Gewässer und wurde zum trägen Morast, in dem du höchstens noch ab und an ein Moorbad nehmen möchtest. So gehen die Dinge eben auseinander und du hängst wieder mal da und fragst dich, ob deine Ansprüche nicht vielleicht ein wenig zu hoch angesetzt waren. Oder ob du so eine Eleganz mit dir rum schlappst, dass die Hausmannskost kotzt. Egal, was und wie… und egal, wodurch, es passt nicht! Und das merkst du spätestens dann, wenn deine Neuigkeiten zum wiederholten Male so miefig alt sind, dass sie keiner wissen will. A b e r die neuesten Trends teilst du mit jemand anderem. Sensationsgeil wartet man also auf schräge Stories aus deinem Leben, artig Kopf nickend tut man so, als ob das Highlight des Tages der Morgenwecker war oder ob da noch was kommt? Naja, so ist es halt und wenn man spürt, dass die Sackgasse zum Wendekreis fast zu eng geworden ist, wird es Zeit, sich einen neuen Parkplatz zu suchen. Hoffentlich ohne geistigen Crash.

 

© Petra M. Jansen

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Du weißt, ich habe keine Geheimnisse.

Ich bin einfach ich.

Und ich liebe die alten Schlitten.

Schlitten schlittern dich direkt ins Leben.

Und ich liebe die alten Bäume, die Patina, den Rost.

Vielleicht viel mehr als mich.

 

Du weißt, ich sage Dinge.

Dinge, die ich nicht sagen will.

Und sage Dinge, die ich nicht sagen darf.

Und ich sage Dinge, die ich gar nicht bin.

Und immer doch bin ich einfach ich.

 

Du weißt, ich liebe den Duft des Windes.

Der mich trägt, wohin auch immer.

Und ich liebe es, zerstreut zu werden.

Wohin es mich auch treibt.

Du weißt, ich bin frei und unfrei.

Weil ich mich selbst gefesselt habe.

Auf dem Scheißhaufen eines wilden Lebens.

 

Du weißt, ich bin nicht glücklich.

Ich habe das Glück zu oft getreten.

Stets getreten, in die Fresse.

Dem Teufel ins Gesicht gelacht.

Und mir nichts dabei gedacht.

 

Du weißt, ich bin alt geworden.

Meine Patina sind meine Zweifel.

Nur du weißt, wie ich bin.

Und du weißt es nicht.

Und ich selbst wusste es tatsächlich nie.

 

Die Patina verzaubert meine marode Fassade.

Ich mag mich selbst nicht sehen.

Ich liebe alte Schlitten, ich liebe alte Bäume.

Die Patina, den Rost.

Und ich liebe noch so viele Dinge.

Über die ich gar nicht sprechen kann.

 

Dabei liebte ich so sehr den Wind.

Ich liebte alles mehr als mich.

Du sagst, der Zug ist abgefahren.

Und das… weiß ich schon lange.

Weißt du eigentlich, wie spät es ist?

 

© Petra M. Jansen

 

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Lieber Pierre,

früher war alles anders, früher war alles besser, früher… bis sie merken, dass früher auch nicht mehr ist und wie schnell das alles vorbei geht. Du sprichst die Grundregeln der Ethik und des menschlichen Zwischeneinanders an, was ich unglaublich wichtig finde. Immer wieder ertappt man sich dabei, dass man schwankt zwischen der bekannten Goldwaage und der puren Wahrheit. Es gibt ihn aber noch, den gegenseitigen Respekt. Zwar nicht in allen Kreisen der Gesellschaft, aber in meinen. In jeder Partnerschaft (privat wie beruflich) muss! der Respekt oben stehen und man darf nie den Humor vergessen, der so manches leichter überdenken und akzeptieren lässt. Ohne Humor gelingt auch nicht besonders viel.

Wir nennen vielleicht das Liebe-Betreiben heutzutage einfach salopp SEX, aber tief in uns drin schlummert die Sehnsucht nach Verschmelzen, dem Eins-Sein und der großen Liebe. Der Erregung, wenn man seinen Partner/ seine Partnerin anschaut, dieses grenzenlose Vertrauen, das man dem Anderen entgegenbringen sollte und die Fähigkeit, zu akzeptieren, dass jeder Mensch auch sein eigenes Ding machen muss. Natürlich gibt es Perversionen und Normen abseits des Akzeptablen, psychisch geschädigte Seelen, aber wir reden jetzt vom Durchschnitt. Ich gehe sogar noch viel weiter in dem Wunsch nach der körperlichen Liebe…. sie ist nur dann gut, wenn das mit Respekt und der gegenseitigen Wertschätzung des Partners (auf Augenhöhe) einhergeht. Es ist ein Verschmelzen der Sinne und ein vollkommenes Einlassen mit Haut und Haar… oder aber es driftet ab in die Welt des oberflächlichen Konsums, zu dem natürlich auch der SEX schon lange gehört. Außerdem ist es ein Riesengeschäft, eine wahre Goldgrube, das darf man dabei nicht außer Acht lassen und auch nicht die Tatsache, dass der Mensch im Sexuellen eine Art triebgesteuertes „Tier“ ist. Doch am Ende lässt auch der geilste Porno den Zuschauer wieder alleine zurück mit sich selbst, Hauptsache die Kasse klingelt.

Es hat sich tatsächlich gesellschaftlich sehr viel verändert und das geht an niemandem spurlos vorbei. Vielleicht haderst du täglich mit dir selbst, fragst dich, ob du nicht schon längst zum alten Eisen gehörst und deine Laune sackt in den Keller, wenn du verinnerlicht hast, dass die Welt offensichtlich aus Oberflächlichkeit, Missgunst und Kriegen besteht? Ausbeutung, Schnelllebigkeit, Kommerz, eine sich im Kreis drehende Politik, eine Überflutung durch die Medien und so weiter. Aber bei alledem – wieder einmal – lässt sich mit Humor und einem gesunden Verstand vieles richten. Die Diskussionen über gut und schlecht werden nie aussterben und nicht alles kann immer gleich gut sein, das waren wir selbst ja auch nicht. Es gibt enorme Fortschritte in unserem Zeitalter und natürlich bleibt die Entwicklung nicht stehen, der Mensch dreht sich mit. Dass er sich dabei oft um die eigene Achse dreht und mit Unverständnis, Wut, Hass, Neid und schweren psychischen Erkrankungen reagiert, dürfte uns ebenfalls klar sein. Das „zu viel“, „zu schnell“, „ich muss“ nagt an unserem Ego und wenn wir nicht überall mithalten können, schmeißen wir auch mal unsere Etikette und unsere ethischen Basisgedanken auf den Müll. Ich sage nicht, dass es gut ist, ich sage nur, d a s s es so ist und es liegt einzig alleine an uns, gegenzusteuern und uns Freiraum für die Reduktion, Selektion oder auch für das Besinnen zu erlauben. Vielleicht war die Entwicklung einfach nur so schnell, dass wir unsere Mühe haben, Schritt zu halten? Vielleicht war unser technisches Know-How so schnell, dass es uns bereits emotional überrundet hat? Was immer es ist und war, wir müssen damit leben lernen und zwar im Jetzt und so schön es ist, nach hinten zu blicken und darüber nachzudenken, wie es früher einmal war, so schön kann es – bei klugem Umgang mit der Neuzeit – die Perspektiven und Möglichkeiten von heute aufzugreifen und zu nutzen. Eine andere Wahl dürften wir kaum haben.

Es gibt einen guten Weg, den du kennst, mein lieber Freund…. ein offenes Ohr haben für die Belange der Menschen, reflektieren, freundlich sein und natürlich auch durchaus kritisch und nicht alles fressen, was uns vorgesetzt wird. Und bei alledem nicht vergessen, dass wir Spaß und Freude erleben müssen,  am Ende immer die Hoffnung und der Wunsch nach Harmonie steht und ein bisschen Entspannung und Genuss dabei nie fehlen darf. Ich verdammter Idealist, was?

 

Eine herzliche Umarmung und meinen Glückwunsch

nach Frankreich,

 

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Gelangweilt von der Langeweile, du kannst den Trott nicht mehr ertragen und gehst auf die Flucht des Alltäglichen. Wieder einmal. Wie so oft. Wie immer. Periodisch und mit Sicherheit kommt der Moment, an den du die freischaufeln musst von alltäglichem Geplänkel und nichtssagendem Zeugs. Warum so unruhig, warum kannst du nie den Ort finden, an dem du Ruhe findest? Gewöhne dich daran, je schneller desto besser. Nimm es wie du bist und vertrage rastlose Änderungen, denn du bist ein Vagabund des Lebens. Niemand kann dich lange halten und nichts, nicht einmal die große Liebe deines Lebens, wird dich davon abhalten der ewigen Langeweile zu entfliehen. Es ist sinnlos, das jemandem zu erklären, sie spüren nur deine Energie. Zapfen dich an wie einen Hahn, aus dem dauerhaft kristallklare Positivität fließt, die ihnen ihr verrostetes Dasein so herrlich süß versüßt. Daran hast du dich schon gewöhnt. Du kennst das alles. Es sind immer nur Etappen, immer nur ein Moment des Momentes, der dich fasziniert. Dann geht es weiter und niemand kann dich halten. Sie schütteln den Kopf über dein Zigeunerleben, stets die Kisten neben dir gepackt. Es ist die Fortentwicklung, die du brauchst und das niemals wissen, was dich erwartet. Weißt du es, spürst du den Strick um deinen Hals, der dir die Kehle zuschnürt und dich auf dem Rücken zappeln lässt wie einen halbtoten Käfer. Es ist die Nase im Wind, die dir den Duft des Abenteuers zeigt. Es ist die Nicht-Wiederholung und es ist die Nicht-Sicherheit, die dich lockt. Unabdingbar. Du hast keine Chance, gewöhne dich also dran. Sage niemals, du wirst sesshaft – du wirst es nicht. Verspreche niemals die Liebe auf ewig – du willst das nicht. Sage niemals, dass es dieses Mal wahrhaftig ist – du wirst eines Besseren belehrt. Gebe niemals die Möglichkeit der Freiheit auf, dann stirbst du. Und beneide niemals Menschen, die zufrieden sind mit ihrer kleinen Welt. Du bist das nicht und du weißt es. Auch andere wissen es nur zu genau, aber sie spüren nicht wirklich deine Unruhe, die dich stets nach vorne treibt. Dein äußeres Spiel ist die Lebendigkeit, das Leben. Und du lebst es, und wie! Das „Ich-könnte-wenn-ich wollte“ mag jedem anderen reichen. Du willst nicht wissen, wie es wäre, wenn du könntest. Du willst mit jeder Faser deiner Seele spüren, wie es ist, was da auf dich wartet. Der Konjunktiv war noch nie deine Stärke, höchstens das Jetzt. Aber noch mehr als höchstens ist es das Zukünftige. Und sei es nur, weil dich wieder mal der Hafer sticht. Der unruhige Geist schafft Geistvolles und n u r der Geistvolle wird etwas verändern und bewegen. Die Masse tritt auf der Stelle, zwingt sich tagein tagaus ins gleiche beschissene Korsett, damit die Miete auch bezahlt ist. Du riskierst Obdachlosigkeit, du weißt, dass du im Alter eine arme Sau sein wirst, aber du bleibst ein Streuner. Und nun schau hin: Sind Rassehunde die Beliebten? Oder sind es vielleicht doch die kleinen Streuner, bei denen man nie genau weiß, wie sie sind, was sie sind und womit sie einen überraschen?

Ich liebe die Vagabunden, die Streuner und das mit vollem Risiko.

 

© Petra M. Jansen

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Die Gassen sind voll, der Rand gibt auch nicht mehr viel her.

Die zweite Reihe ist schon ausgebucht.

Sie kommen und bringen, sie hupen und drängen.

Internethandel ist der neue „Bequemismus“,

Egoismus übertrumpft die Faulheit.

Musst gar nicht raus, um deinen Kaufrausch zu befriedigen.

Konsumscheiß landet kostenfrei vor deiner Tür.

Wo ist der nächste Sperrmüll?

Der Dachboden quillt bereits über, wohin soll bloß all der Kram?

Prospekte verlocken deine innerliche Vollendung.

Bist im Lot, wenn du was Neues hast.

Da parken sie, die Kurierdienste. Die Pakete sind fast immer 30 Kilo schwer.

Ach, wie einfach.

Kein Parkhaus und nichts suchen müssen.

Die Strafzettel kriegt nun auch ein anderer.

Du bist nicht schuld am Straßenchaos, hast ja nur auf die Tastatur gedrückt.

Mit einem Klick rollen sie, sie rollen haufenweise durch die Städte.

Parkt die Post-Karre etwa neben deinem kleinen Garten?

Entsetzen! Ja, kann der denn nicht woanders stehen?

Viel zu nah dran an deinem Ruheörtchen, der steht viel zu eng.

Anonym bestellt und geliefert ohne Intimität.

Bist du etwa nicht daran beteiligt?

Jeder darf sein Auto haben und alle gehen nicht mehr zu Fuß.

Auf´ s Rad geht´s nur bei schönem Wetter und wetten, dass es heute regnet?

Als drauf, auf die raren Plätze.

Zweite Reihe, dritte Reihe, verstopfte Gasse.

Kein Vorwärts und kein Rückwärts, Atemschutzmaske inklusive.

Bestell schön weiter von zu Hause aus, das ist sowieso viel bequemer.

Sei einfach faul, sei einfach sorglos – dein Paket kommt morgen sicher an.

Dafür kannst du dir auf die Schulter klopfen,

gut gemacht!

Du hast endlich einmal mitgedacht!

 

© Petra M. Jansen

 

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