Lieber Pierre,

zuerst ein Zitat von Benjamin Franklin „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ Gibt es nun die absolute Freiheit oder geht sie im Zweifelsfall zu Lasten der kollektiven Gemeinschaft? Gute Frage, an der sich Philosophen weltweit schon die Zähne ausgebissen haben. Für mich persönlich bedeutet Freiheit, dass ich die Wahl habe zwischen einem „Ja“ und „Nein“ und mir Überlegungsspielraum gewährt wird. Freiheit ist sehr individuell und jeder hat eine andere Vorstellung davon. Selbstbestimmung beginnt dort, wo wir unsere Freiheit auch wirklich verstehen und die Möglichkeiten nutzen, diese Wahl anzuwenden. Allerdings gibt es nicht nur die Freiheit des Individuums sondern auch eine Freiheit des Allgemeinwohls. Die eigene Freiheit darf der Gesellschaft keinen Schaden zufügen. Lange Diskussionen über das alles, lieber Pierre und hier dürften viele Menschen ihre Gedanken dazu beitragen. Es ist eben ein stark philosophisches Thema.

Wenn wir in der Lage sind, bei Zwangshandlungen „nein“ zu sagen und bei positiven Möglichkeiten „ja“, dann empfinden wir unsere Freiheit als wahre Freiheit. In der westlichen Welt sind Freiheiten im Grundgesetz verankert. Dazu gehören u.a. Redefreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Bewegungsfreiheit  etc. und selbstverständlich für uns hier die Möglichkeit, frei in ferne Länder zu reisen, auszuwählen, was wir beruflich machen möchten, entscheiden zu können, was wir essen und mit wem oder wie wir unsere Freizeit verbringen möchten. Endlos wären nun die Definitionen, wo beginnt das Ganze und wo endet es, aber eines ist klar: Die Freiheit, die wir uns selbst nehmen, müssen wir auch jedem anderen einräumen sonst wäre es ungerecht mit fatalen Folgen.

Ich spreche heute nicht über die einzelne „Unfreiheit“ unseres Lebens und doch stimmt es – es ist uns tatsächlich nicht möglich, ohne größeren finanziellen Aufwand, einfach wegzusterben. Wer nichts hat, wird auch nicht ordentlich fein begraben und so ist es mit dem gesamten Leben. Hast du eine schlechte Ausbildung, wird es nichts mit dem Luxusleben oder andersrum: Sehr reiche Menschen haben so viel Luxus erreicht und alle Freiheiten, sich mit schönen Dingen zu umgeben, denn sie können sich wirklich alles leisten. Aber sind sie tatsächlich freier? Bestimmt nicht. Schau dir Donald Trump an. Die Freiheitsstatue – ein Geschenk der Franzosen – stand für die Attribute „frei“ und „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Passt irgendwie nicht mehr ganz zu „America First“ mit einem geistig beschränkten Egomanen als Präsidenten, der weder Umweltschutz noch Menschenrechte achtet.

Lieber Pierre, die Jugend schaut sehr offen in die Zukunft und ich konnte bei den vielen Studenten der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt nur ganz wenige „Dunkelseher“ entdecken. Für sie bedeutet das Leben Aufbruch, Austausch der Kulturen, freies Reisen als Backpacker, Plausch im Schrebergarten mit Jedermann und ein reger, internationaler Austausch (über die Universitäten). Währenddessen glauben die hirnamputierten Nazi-Anhänger an ein „Heil-Deutschland“, was uns an den Rand der globalen Abschottung und des Untergangs bringen würde.

Ich nehme mir die Freiheit einfach mal DANKE zu sagen für die vielen schönen Momente meines Lebens und die wunderbaren Erfahrungen mit Menschen aller Nationen. Das Leben ist herrlich und man sollte nicht so dogmatisch mit allem umgehen, was uns die – hier in Deutschland eher negativ angehauchten – Medien berichten. Gehen wir raus, dann erleben wir durchaus eine freundliche und zuvorkommende Welt mit vielen Menschen, die sehr glücklich sind. Nicht alles, was uns ständig in den Medien „vorgesetzt“ wird, ist richtig. Der Deutsche generell neigt zum Gartenzaun-Denken, zur Vorsichtshaltung, unflexiblem Sicherheitsdenken und bloß keine spontanen Quatsch-Ideen mit Risiko. Schade, denn genau darin liegt die Freiheit… diese rasante und spannende Fahrt mitzumachen, das Positive darin zu erkennen und individuell zu nutzen. Interessant ist auch, dass eben genau diejenigen, die in Freiheit leben und sein dürfen, am meisten zu meckern haben. Wir müssen dringend über den Tellerrand blicken und uns tatsächlich ein realistisches Bild von der „Freiheit“ in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten, in anderen Kulturen machen, die – gemessen an unseren westlichen Maßstäben – deutlich mehr zu kritisieren haben. Freiheit bedeutet noch lange nicht, dass wir auch alle gleich frei sind. Das wäre dann der „Human Dream.“ J

 

Einen herzlichen Gruß,

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Und er war laut.

Weil ihn sonst niemand hörte.

Dankeschön.

Gesenkter Blick. Rastlos. Kratzbürste.

Mann, was ein Klotz!

Er musste stampfen.

Weil ihn sonst keiner hörte.

Am Anfang stand der Wille.

Die Änderung ließ auf sich warten.

Drehte sich um sich selbst.

Rotierte um seine üblen Gedanken.

Und ließ sie alle leiden.

Gingen ihm auf die Nerven.

Sie alle.

Sie alle waren Dreck.

Er selbst nicht.

Unsicher, unruhig, ungehobelt.

Mann, tu´ endlich was!

Tu´ was, sonst tut es dich.

Gehetzter Blick, fahrige Gesten.

Was bist du für eine Nervensäge!

Unerträglich.

Erträgst dich selbst nicht.

Und er ist laut.

Unglaublich, unerträglich laut.

Stapft wie eingesperrt.

Klar, der eigene Knast.

Selbstgeschaffen.

Und keinen Mut,

den zu verlassen.

Du Arschloch!

Lautes Arschloch.

Hebe deinen Hintern

und fang an.

Leise Töne

zeigen dir die Höhe,

die Schönheit

des Lebens.

Er ist laut.

Trotzdem hört ihn niemand.

Er war ja nicht da.


© Petra M. Jansen

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Natur, der Segen der Natur. Inmitten von Hektik, Schnelllebigkeit und Stress sehnen wir uns nach der Ruhe der Natur. Ach Natur, du wundervolle Schönheit, die uns Luft zum Atmen gibt. Die uns Kraft zum Tanken gibt und die uns beflügelt in ihrem Glanz von Tau, Sonnenstrahl und Eiskristall. Aber wehe, wenn… du nur noch Natur siehst und vielleicht gar kein echtes Naturkind bist. Zu viel Natur und dir stockt der Atem. Zu viel Natur kann unerträglich sein und zu viel Stille ist zu viel des Guten. Geht das überhaupt? Ja, es geht. Wenn du nichts anderes mehr siehst als Gräser, die sich im Winde biegen, Insekten, die sich im Flug begatten und Baumwipfel, in denen die Amselpärchen ihre Nester bauen, dann zweifelst du irgendwann, ob das der richtige Ort für einen lebendigen Menschen ist. Dauerhaft! Es geht nicht um einen Spaziergang und es geht nicht um ein Picknick am Waldesrand und einen Ausflug am Bach entlang, an dem du Kieselsteine mit den Zehenspitzen umdrehst. Es geht darum, wie viel Natur tatsächlich auszuhalten ist, wenn man genau mittendrin wohnt. Wenn es abends stockdunkel ist, du die Brunftzeit mithören kannst, du das Kacken des Habichts hörst und den Furz einer Schnecke. Dein Umfeld ist das Zwitschern und der Wind, ab und an ein verirrtes Flugzeug eines Sportfliegers und ganz weit, weit in der Ferne kannst du die Zivilisation erahnen. Ist das der Ort, an den du dich gesehnt hast? Menschen sind hier nirgends, der nächste Nachbar nächstens in 400 m Abstand, versteckt hinter hohen Hecken, die Jalousien stets geschlossen und du wunderst dich, welch Geisterhand über Nacht die Mülltonnen an die Straße gestellt hat. Kinder? Ja, irgendwo müssten sie sein, aber wo? Leben? Irgendwo ja, das menschliche zumindest. Das Tierische kannst du bis zum Erbrechen beobachten und kennst die Balzzeiten sowie die Eierlegezeiten mittlerweile auswendig. Führst Selbstgespräche… oder solltest du besser den Baumstamm umarmen und ihm zurufen: „Himmel, schenke mir einen Adam (eine Eva), damit ich weiß, dass ich nicht der einzige Überlebende bin.“ Ja, zu viel Natur, das kann´s tatsächlich geben. Du glaubst es nicht? Dann probiere es aus, als ehemaliger Großstadtmensch oder einfach nur als ein noch lebender Mensch mit ganz normalen Bedürfnissen nach Mitmenschen, nach Freunden, nach jemandem, mit dem du reden kannst. Inmitten der wundervollen Natur redet die Natur. Und sie tut es gut, sofern man Muße hat, ihr dauerhaft zuzuhören, ein Eremiten-Dasein frei gewählt hat oder sich zum Sterben zurückziehen möchte. Ein Geschenk, aber nur, wenn du frei wählen kannst, wie lange du Entspannung und Ruhe brauchst. Die langweiligste Form des Lebens, wenn du nichts anderes mehr siehst als grüne Wiesen, Hummeln und Schmetterlinge und du nicht mal weißt, ob der Postbote noch kommt oder ob man dich bereits abgeschrieben hat. Guten Tag, Zivilisation ich komme!

 

© Petra M. Jansen

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Es ist das Stückchen Kuchen, das du dir heute gönnst. Die feine Tasse Kaffee dazu und einen kleinen Moment des Ruhens. Es ist die Aufgeräumtheit deiner Wohnung, die Wärme deines Bettes und der flackernde Schein des warmen Kerzenlichts, das dich glücklich macht. Stabiler Halt in der haltlosen Welt, die zerbricht wie der Krug des Brunnens. Du erinnerst dich? Der Herzschlag verlangsamt sich, ein Lächeln auf deinem Gesicht.

Die kleine Kleinigkeit ist es doch immer. Im Großen und Ganzen sind es wirklich die Kleinigkeiten. Die seidige Falte deiner Bettdecke, die Wärme des Ofens im Winter, der du dich hingibst. Raumgefühl. Zeitgefühl. Glücksgefühl.

Es ist das kleine bisschen Geordnet-Sein und das Wissen um dein vorhandenes Abendessen. Die nächsten Tage schaffst du das, es reicht bis Freitag. Glücksgefühl. Sicherheit. Vertrautheit. Es könnte schlimmer kommen. Es kann immer schlimmer kommen. Und es kann immer schlimmer als schlimmer kommen. Du überlebst mit deiner Kleinigkeit, lehnst dich entspannt zurück und liebst die einzige Blume in deiner Vase.

Es ist der Nebel über den Wäldern, der dich gefangen hält. In den Gedanken, dass deine Freunde keine Freunde sind. Der Gedanke, dass sie es niemals wirklich waren. Der Hohn, wenn sie dich ansehen und sagen, dass sie so denken wie du. Egal. Du hast die Kleinigkeiten. Du hast das Vertrauen, dass du überlebst. Bis Freitag auf jeden Fall. Und danach bestimmt noch weiter.

So sind es Kleinigkeiten. Stückchen für Stückchen, immer kleine Schritte, die dich letztendlich glücklich machen und eines Tages, eines Tages… sind es wieder die Kleinigkeiten, die dir einfallen, wenn du weinst.

Du kannst nicht, du willst nicht. Aber es waren doch nur Kleinigkeiten!? Egal. Deine kleine Welt ist voll. Da ist kein Platz für erbärmliche Kleinigkeiten, wo du doch die kleinen Schritte geliebt hast und gegangen bist. Niemand, aber auch niemand kann so viel Achtung in sich finden.

Noch eine Tasse Kaffee?

 

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es ist es ein Vergnügen, auf Wohnungssuche zu gehen – sofern es nicht im tiefsten Hinterland ist, wo niemand mehr einen Job bekommt, außer als Landwirt oder im geheimen Waldbordell hinter den Bergen. Dort, wo die sieben Zwerge einst schon Schneewittchen den Hof gemacht haben.

Aber so ist es. Wohnungsofferten in sämtlichen Tageszeitungen und allen Immobilienportalen durchgewühlt und garantiert reichen Sie sich beim Besichtigungstermin nach dem Schlange stehen die Türklinke mit etwa 200 anderen Interessenten in die Hand. Bakterien inklusive. Und – wenn es überhaupt so weit gekommen ist – dass Sie eine passable, bezahlbare Wohnung gefunden haben, heißt das ja noch lange nicht, dass sie a) noch frei ist und b) SIE der Mieter sind, der erwünscht ist. Was so gar nicht mehr erwünscht ist, sind tierliebe Raucher, die gerne mal gesellig in netter Runde ein Grillfest schmeißen. Klar, im Eigentum geht alles, aber in einer Mietwohnung? OK, haben Sie Hunde? Nein, das geht nicht, die bellen. Haben Sie Kinder? Hm, das geht natürlich, aber nur, wenn sie brav erzogen sind und nicht im Treppenhaus rumplärren. Katze? Das geht, aber die darf nicht raus, oder? Die Leute in Parterre mögen es nämlich nicht, wenn die Katze(n) da vielleicht über die Terrasse in die Wohnung kommen. Rauchen Sie? Oh nein! Also das geht gar nicht, die Parteien über Ihnen … Sie verstehen? Das wäre eine Belästigung, die wir nicht zulassen können. Sie sind aber sicher ruhig, oder? Na klar, wir sind alle ganztägig schlafende oder arbeitende Marionetten, die weder den Mund aufmachen noch schreien oder Party feiern, wir laufen auf Zehenspitzen durch unsere Katakomben und schlucken alles 🙂

Aber Sie können die Wohnung selbstverständlich haben, wenn Sie uns mal die Schufa-Auskunft, eine Vermieter-Beurteilung, ihre Steuererklärung oder Verdienstbescheinigungen zukommen lassen und bitte eben mal kurz die Selbstauskunft ausfüllen würden (die ist nebenbei gesagt, gerade mal 6 DinA4 Seiten lang und ein Klacks, wenn man bedenkt, welches „Schmuckstück“ Sie da beziehen könnten). Weiter also. Tapfer. Und nur nicht die Geduld verlieren, schließlich wartet dort draußen noch eine Horde auskunftswilliger Großverdiener. Allesamt sauber, adrett, ohne Anhang und absolute Öko-Fritzen mit Putzwahn. Gegen diese Ideale nun anzustinken und es denen zu zeigen, dass Sie nicht minder qualifiziert und angepasst sind, lässt Sie brav den Atem anhalten und Ihre bösen Worte versacken im Hals. Na also, geht doch.

Nun ist es vielleicht endlich soweit. Sie fühlen sich wie nach einem Militäreinsatz oder nach dem Drill in einem Survival-Camp, aber Aufgeben ist nicht. Für „günstige“ 600 Euro + Nebenkosten, die dann noch ca. 1/3 der Nettomiete on top sind, dürften Sie bald in einem Palast wohnen. Großzügige 62 qm mit kleinem Balkon, aber idealer Autobahnanbindung, um „ökonomisch-postum“ Ihr Benzin zu verblasen, damit Sie an Ihre Arbeitsstelle kommen (aus Platzgründen durften Sie schon ins Umland ausweichen). Kämen dann noch 25.- Euro hinzu dafür, damit Sie Ihre Karre parken dürfen und der Abstand für diverse olle Schrankeinbauten und eine in die Jahre gekommene Küchenzeile (beides eher reif für den Sperrmüll als brauchbar). Aha. Ist das nix? Endlich ist alles unter Dach und Fach, Sie haben sich die Hacken abgelaufen, jede Menge Papierkram ausgefüllt, sich zum transparenten Menschen gemacht, alle Auskünfte erteilt, bei denen jeder Datenschützer laut schreien würde, fühlten sich zeitweilig wie der Bettler, der um Unterschlupf bittet, aber… Sie haben unendlich viel neue Inspiration bekommen und wissen genau, worauf´ s ankommt. Bei der ganz normalen Suche nach etwas, was jedem Menschen zusteht und bei dem die Preise und Konditionen derart explodiert sind, das es einem schlecht wird. Aber eine einfache Hütte im Wald bauen oder zelten ist leider auch verboten. Tja, viel Glück bei der Wohnungssuche und sollten Sie eine hübsche, bezahlbare Bleibe haben: herzlichen Glückwunsch!


© Petra M. Jansen

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Es kommt der Moment, da bist du Stimmungsschwankungen unterworfen. Nichts Schlimmes, es gehört dazu. Weit entfernt von Depression und Borderline-Shit, trotzdem geht es dir heute nicht so wie sonst. Spaß haben? Geht nicht. Lachen? Nur bedingt. Stattdessen kreisen deine Gedanken um Unmögliches. Dinge, die vielleicht nie passieren werden und irgendwie schon längst passiert sind. Deine Fresse zeigt dir heute deine Laune. Gott sei Dank, bist du authentisch und ein echter Kerl. Wahnsinn, was uns unsere heilige und geheiligte Psyche suggeriert. Kurz vor dem inneren Untergang sieht morgen die Welt ganz anders aus. Hormone sind es sicher nicht, es mag das Wetter sein – auf das wir nur allzu gerne alles schieben, was unerklärbar ist. Ach was, geht wieder vorbei… ich muss funktionieren. Auf Teufel komm raus musst du tun, was sie von dir erwarten. Musst du nicht, ganz und gar nicht! Gönne dir diesen melancholischen Out-Moment, in dem du Kreatives erschaffen wirst, wie nie zuvor. Vogel Strauß Taktik mit Fluchtreflex, das kann schon sein. Was dabei herauskommt, aus deiner selbstgewählten Stille ist der Laut des Menschen. Der Ton, der befruchtet und wundervolles Neues rauskotzt. Genau das ist das Wort: Du fühlst dich zum Kotzen und hast nicht verstanden, dass Slow Motion zu dir gehört. Jeder verlangt etwas, du blockierst. Viel zu viel Gedöns da draußen, der wahre Hype auf die Sinne. Sinnvoll ist das nicht. Es trägt die Stille die Töne der Höhe, der Thron der Ruhe ist deine Muse. Und du tust es richtig,  in der Selbstreflexion liegt der Mut. Partystimmung ist für Gehetzte, der Gewinner ist stets konzentriert und vorbereitet auf seinen Sieg. Also los, genieße dein Schneckenhaus. Was du im Leid erschaffst ist der Sieg der kriegerischen Dämonen, denen du ins Gesicht lachst und wieder mal aus dem Tal heraus etwas Wundervolles erschaffen hast. Ruhe ist Kraft. Stille ist die Königsdisziplin. Besteige den Thron, denn du hast gesiegt.

 

© Petra M Jansen

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Du verletzt bevor es dazu kommt, vielleicht dich zu verletzen. Eines Tages könnte es sein, das es so ist. Du tust es bereits in einer Art und Weise, die gleich vorbeugend die Schranken setzt. Was hat sie dir getan? Angst? Hast du Angst vor dir selbst? Schlüpfrig entschlüpft ins Ungewisse, was du eigentlich schon kennst. Plötzlich die woanders aufkeimende knisternde Liebe erkannt. Ach ja? Spannend, zu sehen, wann die Rauchzeichen erlöschen, bevor sie ein fackelndes Feuer entfachen konnten. Du verletzt, weil man gar nicht dazu kommt, etwas zu entdecken, was sich lohnt, entdeckt zu werden. Willst auf Biegen und Brechen zeigen, dass du der Tatsache ausweichen kannst, die so tief schon in deine Seele gepresst ist, dass du flüchtest. In die Arme von einer selbsterschaffenen Farce. Freundschaft ist keine Liebe. Liebe erhebt sich in deinem Bauch. Sie fragt nicht nach Sinn, sie fragt nicht nach Verstand, sie fragt nicht danach, ob es passt oder nicht. Liebe ist. Sie ist einfach. Anziehung ist. Leidenschaft ist. Verliebtsein ist. Nichts kann das ersetzen und nicht einmal deine Angst, dem entfliehen zu wollen, wird dies ersticken. Wenn es so ist, dann ist es so. Mittenrein ins Herz. Und fühlt sich da wohl. Verlangt nach Mehr, verlangt nach Fühlen, Wärme und Gespräch. Deine Phantasie zeigt dir den Weg, den du gehen sollst, deine verdammte Angst lässt dich stolpern. Und du verletzt, was du nicht verletzten wolltest. Schiebst einen Riegel vor, bevor der Zug ins Rollen kam. Scheiß drauf. Angsthase. Unentschlossenes Ding. Fracksausen. Deine Art der Wahrheit ins Gesicht zu schauen? Getreten und platt? Dein Weg – ein Irrtum aus Schiss vor der reißenden Flut. Chapeau! Gut gemacht.

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

soll ich nun empathisch oder rational reagieren? Es fällt mir in jeder Hinsicht schwer, bin ich doch geprägt von einer außenordentlich großen Sympathie und Freundschaft zu dir. Dennoch, wir verkehren hier publizistisch und dieser Funktion werde ich gerecht werden. Betrachte ich die Psyche als elementaren Halt unseres Daseins, komme ich nicht an den negativen Konsequenzen vorbei, die die Macht der nicht wahrgenommenen Gefühle haben können. Ohne Gefühlsresonanz erleben wir eine starre, stumme, nichtssagende Welt, in der Musik keine Melodie hat, Filme keine Farbe haben und unsere Wahrnehmung blass ist, von reiner Ratio gesteuert. Es fehlt die Brücke zum Leben. Gefühle sind wie Gespenster, man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man riecht sie nicht, aber sie geben uns alles. Stimmt nun irgendwo die Balance nicht und liegt eine emotionale psychische Störung vor, sucht der Mensch einen Anker zum Festhalten und Kompensieren der nicht vorhandenen Dinge. Wir verdrängen, vertuschen, neigen zu Überarbeitung, Völlerei, Drogenkonsum und exzessivem Leben, was uns selbstzerstörerisch unabdingbar eines Tages tatsächlich zerstört. Da liegt also der Hund gegraben und zweifellos dienten der Aktivismus und die Kreativität der damaligen KZ-Häftlinge zum Kompensieren ihres Weges in den Tod.  Die Kreativität ist somit ein Puffer und tritt an die Stelle der verdrängten Gefühle. Ein Bespiel sind Menschen, die unter Schmerzen leiden und sich genau deswegen behandeln lassen. Sie gehen zum Arzt und lassen sich wegen Krankheit und Schmerzen behandeln, dabei ist es die Psyche, die sie überhaupt erst krank werden lässt oder vielmehr eventuell vorhandene Leiden verschlimmert bzw. ausweitet. Ich bin kein Psychologe, lieber Pierre, aber wann immer ich Menschen begegnete, die extrem gestresst wirkten, deren Gesundheitszustand permanent schlechter wurde, die in manisch-depressive Phasen verfallen, ist eines klar: sie haben ein offensichtliches psychisches Problem. Selbstmitleid wird nicht zugelassen (ich bin stark!), Ängste werden nicht ausgesprochen (ich bin stark!), Leistungsrückgang wird abgelehnt (ich war immer stark!) usw. Damit ist der erste Domino-Stein angeschubst, der eine ganze Kette weiterer Steinchen zu Fall bringen wird – unausweichlich, so wie der menschliche Körper eine Kombination aus Realität und Psyche ist. Beides in Harmonie wäre der Idealfall, aber um Gefühle zu akzeptieren, bedarf es Mut. Die Angst vor unseren inneren Gefühlen ist mächtig. So mächtig, dass wir sie oftmals nicht sehen und wahrnehmen wollen. Im Alltag geht es schnell, dass wir an unseren Gefühlen vorbei leben. Menschen leben, als ob sie neben sich selbst her lebten. Man folgt dem, was man gelernt hat, man tut das, was andere erwarten, man erfüllt seine Pflichten, wie man es immer getan hat usw. – dabei fühlen wir selten in uns hinein, wo wir wirklich stehen und was wir wirklich sind und wollen.

Lieber Pierre, wir wollen natürlich – speziell im künstlerischen Bereich – unangepasste und rebellische Menschen, die abseits der Norm denken und ihren eigenen Weg selbstbewusst vertreten. Ein Kind ist noch nicht in der Lage, seine Wut zu steuern und damit vernünftig umzugehen. Aber einen kleinen brüllenden Tyrannen kann man keinem Elternteil zumuten, bei aller Liebe zu Kindern. Selbstverständlich dürfen die Kleinen frei ihre Meinungen äußern, aber sie sollten auch den Respekt und die Rücksichtnahme ihren Eltern zuliebe erlernen. Ein tobendes Kind, das sich schreiend auf dem Boden wälzt ist kein schöner Anblick, wenn wir ehrlich sind. Wir bekommen mehr Freiheiten, wenn wir gelernt haben, damit umzugehen und das darf nicht auf Kosten anderer Personen sein. Das ist beileibe keine Zwangsmaßnahme, aber jedes Kind wird in der Gesellschaft ganz schnell auf die Schnauze fallen, wenn es keinerlei Umgangsregeln beherrscht. Und je besser diese sind, umso mehr Freiheit wird möglich sein. Der Vergleich zu einem Hund mag in diesem Fall vielleicht nicht so glücklich gewählt sein, aber ein Hund, der gelernt hat, beim Auslauf zu seinem Herrn zurückzukehren, wird mehr Freiheit im Freilauf haben als einer, der niemals gehorcht und dadurch gezwungen ist, stets an der Leine zu laufen. Das meinte ich, lieber Pierre 😉

Wo auch immer wir ansetzen, dürfen wir nie vergessen, dass es die Emotionen sind, die uns menschlich ausmachen und Gefühle dürfen niemals Nebensache sein. Dann quittiert uns unser Körper, dass da etwas gewaltig schief läuft. Eine Welt, in der nur FAKTEN als verlässlich gelten, haben nicht greifbare Gefühle wenig Platz. Obwohl wir das wissen, zeigen die steigenden Zahlen der psychosomatischen Erkrankungen und der psychischen Therapien, dass unsere heutige Welt als nicht natürliche Lebensgrundlage die Wurzel des Übels ist. Gefühle sind Bestandteil unseres Lebens und wenn wir Aktivismus benötigen, um uns zu spüren, lohnt es sich, ernsthaft an die Seele zu gehen und professionelle Hilfe zu suchen bevor das Umfeld darunter leiden muss oder infiziert wird.

Ich ehre Dich sehr und wünsche dir noch viele kreative und glückliche Momente, liebe Pierre.

 

Eine liebe Umarmung aus Frankfurt,

 

Petra

 

Petra M. Jansen

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