Liebe Petra,

und jetzt spielt der französische Philosoph Alain Finkielkraut auch noch verrückt. Schon eine merkwürdige Welt in der Sex nur noch ein Synonym von Gewalt zu sein scheint. Haben wir nur noch mit Impotenten zu tun?

Verbale oder reale Vergewaltigung?

Als der Philosoph Alain Finkielkraut in einer Talkshow äußerte: „Ich sage den Männern, vergewaltigt die Frauen. Jede Abend tue ich das Gleiche mit meiner Gattin!“ Auch wenn es polemisch gemeint ist, hat diese Aussage in Frankreich für Wirbel gesorgt. Die Feministin Caroline de Haas hat behauptet, dass er Roman Polanski, der zahlreichen Frauen belästigt hätte, unterstützt. Der Filmregisseur wurde in den USA verurteilt, mit dem Verdacht, sexuelle Handlungen mit einem Mädchen gehabt zu haben. Deshalb kehrt er seit Jahrzehnten nicht mehr nach Amerika zurück, wo er im Knast landen würde. Valentine Monnier, ein früheres französisches Model, hat ihm vorgeworfen, sie 1975 sexuell angegriffen zu haben und das einige Tage vor der ersten Ausstrahlung von „J‘accuse!“, ein Streifen über den Fall Dreyfus. Der 83jährige widersprach dem, aber alle Termine wurden daraufhin abgesagt. Unter diesen Umständen finde ich den Satz von Alain Finkielkraut völlig deplatziert und kann mir schon vorstellen, was ihn dazu bewegt hatte, solch einen Ausbruch zu wagen. Manchmal hat man den Eindruck, dass immer mehr Prominente somit angegriffen werden, um sie irgendwie loszuwerden und dass jedes kleinste Zeichen einer Zuneigung zur Sünde wird. Beim Fall Polanski, wie es die Presse wiedergegeben hat, trifft dies nicht zu. Es gibt zu viele Beweise, um das Gegenteilige zu behaupten und das war keine Bagatelle. Um jede Art von Hexenjagd zu vermeiden, sollte jeder Verdacht persönlich recherchiert werden und wenn es zu konkreten Indizien kommt, sollte eine Anzeige erfolgen. Was ich aber negativ finde, ist das Ganze als eine gesellschaftliche Plage zu stilisieren. Es wäre dringend nötig, die Lage generell zu definieren, um dann wirklich wirken zu können. Ich weiß, es ist äußerst schwer dies nicht emotional zu betrachten, aber keine Diskussion sollte tabu sein. Wollte der Philosoph Finkielkraut das äußern? Ich weiß nicht, welcher Geist ihn gebissen hat!

Die soziologischen und historischen Gründe des Frauenaufstandes

Die Frauen wurden und werden häufig wie Leibeigenen unterdrückt und misshandelt. Ein Zustand, der für mich unerträglich ist. Ich verstehe nicht, wie Männer so mit den Müttern ihrer Kinder umgehen können und wieso noch heute zahlreiche Wesen von den Machos umgebracht werden. Unter dieser Prämisse ist es sehr wohl verständlich, dass die Wut sehr groß und dass selbst ein Gefühl der Rache nicht auszuschließen ist. Das zeigt, dass auf diesem Sektor noch fast alles zu machen ist. Anstatt Männer vor Gericht zu zerren, wenn es zu spät ist, sollte festgestellt werden, was im Vorfeld zu tun ist. Ich denke, dass solche Auswüchse in der Mehrzahl an einer verfehlten Erziehung liegen. Es wäre die Rolle der Eltern, ein gutes Beispiel zu zeigen, immer respektvoll gemeinsam umzugehen, auch wenn der Segen schief hängt. Ist das zu machen, wenn die Emotionen jederzeit explodieren könnten? Können Aggressionen alleine durch Vernunft abgewandt werden? Dies ist fast nicht machbar. Die Kids befinden sich auch unter Strom, wenn die Eltern auseinandergehen, deshalb ist es notwendig, in einem Land, in dem mehr als 50% der Ehen kaputt gehen, dass Lehrer und Erzieher diese Problematik in der Schule thematisieren. Man könnte durchaus annehmen, dass man durch Rollenspiele zu mehr Erkenntnissen kommt, aber es müsste zuerst definiert werden, was Liebe ist. Ist es nicht vor allem der Grundstock zu einer respektvollen Lebensgemeinschaft und der Versuch mit dem Partner oder der Partnerin das Leben zu meistern? Ich würde zuerst pragmatische Argumente herauspicken um die Vorteile einer partnerschaftlichen Bindung zu definieren und im ersten Abschnitt eines Unterrichtes, den Sinn und den Unsinn einer Annäherung darstellen. Dies um den Kids klarzumachen, wie eine Existenz zu zweit aussehen sollte und was zu beachten ist, um Spannungen zu mildern. Dass Aggressivität zustande kommt, weil für viele nicht klar ist, was eine Bindung bedeutet und vielleicht auch hervorzubringen, was der Geist der Familie ausmachen sollte. Das heißt, nicht bei dem kleinsten Konflikt das Handtuch zu werfen.

L‘éducation sentimentale, der Roman eines jungen Mannes

Gustave Flaubert hat bewiesen, wie feinfühlig er die Psyche der Menschen analysiert. Es geht vor allem um Gefühle und wie man mit denen umgeht, ganz speziell wenn es um Mann und Frau geht. Wenn sich eine Liebschaft anbahnt, ist man zuerst blauäugig, hat den Hang schwärmerisch zu werden. Man sieht nur die Sonnenseite des Verhältnisses. Jede Art von Hürde wird bewusst beiseitegeschoben, weil sie als Hindernis zur Vollendung der Liebe betrachtet werden. Das könnten sie in der Tat sein, aber besser vorher als danach. Sehr schnell erweist sich, dass die Interessengemeinschaft nicht vernachlässigt werden darf, dass die Zuneigung sehr wohl mit konkreten Fragen verbunden ist. Es ist klar, man möchte nicht, dass die Schmetterlinge den Bauch verlassen und dass man sehr wohl die Realität nicht vernachlässigt. Da wären wir beim zweiten Teil der Aufklärung angekommen. Zuerst sollten Knaben und Mädchen sich besser kennenlernen. Es herrscht viel Unwissen über die Charakterzüge innerhalb der Geschlechter. Welcher Zusammenhang ist zwischen den Körper und dem Mentalen zu machen? Wie kann man eine Symbiose von beidem fördern und ein Zusammenschweißen hervorbringen? Wenn Einklang in uns herrscht, führt das zu einer Stabilisierung der Gefühle. Sie müssen auf dem Weg zur Vollendung vorhanden sein, um eine zwischengeschlechtliche Beziehung in Betracht zu ziehen. Ich denke, dass viele Vergewaltigungsfälle davon resultieren. Der Aufbau von Gefühlen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und daher zu Ungeduld führen. Irgendwie zu einer Art Wut, die verursacht wird, wenn man nicht unbedingt willkommen ist. Das heißt, der notwendige Rhythmus ist nicht vorhanden. Die Jungen – vor allem – sollten erfahren, wie die Mädchen ticken. Es gibt durchaus Muster, an die man sich halten kann. Umgekehrt sollten die Mädchen keine Provokation anzetteln, was auch der Fall sein kann, denn sehr oft ist es der Frust, der zur Vergewaltigung führt, nicht die Lust.

Der Liebesakt als Waffe

Sie ist ambivalent und durchaus zweigeschlechtlich anwendbar. Man kann sich gegenseitig vernichten. Das geschieht bei manchen Männern, in dem sie Damen sexuell angreifen. Sie sind viel weniger subtil als Frauen, die den Hang zur Ironie haben und die Worte anwenden, die töten können. Auf der einen Seite handelt es sich in vielen Fällen um physische Angriffe, auf der anderen Seite um seelische Torturen. Wenn eine Frau einen Mann angreift, indem sie ihn als impotent darstellt, kann es durchaus negative Konsequenzen haben. Damit ist nicht zu spaßen, weil es letztendlich zur Vergewaltigung oder zum Selbstmord führen kann. Ich will keineswegs die Angriffe entschuldigen, deren Opfer viele Frauen sind, aber in der ganzen Diskussion, die wir heute erleben, fehlt mir diesen  Aspekt, der auch zur Bekämpfung der Vergewaltigung jeder Art gehört. Nur mit Hilfe offener Gespräche, kann es möglich sein, diese Welle an Scheußlichkeiten besser in den Griff zu bekommen – umso mehr, wenn es im Schulalltag geschieht. Es ist erforderlich, dass nicht der Biolehrer aufklärt sondern Sexualpsychologen, die mit der Materie bestens vertraut sind. Anders zu handeln wäre genauso absurd, wie einen Klempner ein Symphonie-Orchester ohne Ausbildung dirigieren zu lassen. Es ist nicht sinnvoll die Zeitungen oder die Sendungen mit Horrornachrichten zuzupflastern, wenn keine umfangreiche Aufklärung stattfindet und es wäre aufrichtig, wenn die Me-too-Bewegung dies fördern würde. Es reicht bei weitem nicht aus, die Vergewaltiger in den Knast zu stecken. Wir müssen mehr für die Kids in Sachen Sexualerziehung agieren und auch die Eltern in die Verpflichtung ziehen bzw. sie ermuntern, sich mit dieser heiklen Frage zu befassen, egal ob Bub oder Mädel.

 

Das Gedicht

 

Ich bin ganz durcheinander, sagt das Mädchen.

Macht mir die Pubertät zu schaffen, fragt sich der Junge.

Ich hätte schon Lust, aber mit dem Richtigen, sagt sie.

Warum errötet sie, wenn wir uns treffen, fragt er.

Er sollte sich den Mut nehmen, mich in seine Arme zu schließen!

Ich will aber keine Abfuhr erleben, sagt er sich.

Habe ich es mit einem Weichei zu tun? Eine heikle Frage.

Warum ist sie so zickig? Manchmal so abwertend, meint er.

Pass auf, wenn du dich nicht rührst, fliegen die Schmetterlinge weg.

Sieh Paul, sie macht mich an, sagt er zu seinem Freund.

Greif zu, ich stelle dir meine Bude zur Verfügung, antwortet er.

Soll ich, sag? Ich habe Angst voll daneben zu sein.

Die Typen sind doch noch unreif, sagt sie.

Deshalb mache ich meinen Lehrer an, antwortet Susanne.

Hast du mit ihm gepoppt, fragt die Freundin.

Er hat mich in die Besenkammer gezerrt, flüstert sie ihr.

Und wie war es, hat es du wenigstens Spaß dabei?

Galaktisch war es, erzählt ihr ihre Freundin.

Was hat er dir gesagt? Schweinereien zugeflüstert?

Er hat behauptet, dass ich seine kleine Maus sei.

Warum erzähle ich ihr diesen Blödsinn, fragt sie sich.

Was ist dir passiert? Bekamst du eine gute Note?

Sein Penis, ein Traum, mehr brauche ich dir nicht zu sagen.

Werde ich Jungfrau bleiben? Das quält sie.

Eines Tages kam die Polizei in die Schule und nahm den Lehrer fest.

Das wurde zum Thema auf den Schulhof. Es wurde gesagt, dass

er beschuldigt wurde, ein Mädchen vergewaltigt zu

haben. „Susanne, weißt du mehr darüber?“ fragte die Freundin.

Sie wurde knallrot und suchte das Weite. Hatte er sie ohne ihren

Willen angegriffen? Eines war sicher, sie bekam

nicht die gute Noten, die sie erpressen wollte. War es

sie, die der Staatsanwaltschaft einen anonymen Brief sandte?

Da er das Gegenteilige nicht beweisen konnte, wurde er gefeuert.

Ein Vorkommen, dass sich immer mehr wiederholt. Fazit: Heute ist

ratsamer Klempner zu werden als Lehrer. Man bekommt es in

der Regel mit älteren Ladys zu tun.

 

Einmal wieder plagen mich die Schmerzen.

 

Ich wünsche dir alles Liebe und umarme dich!

 

Pierre

//pm

Liebe Petra,

wie du siehst, habe ich andere Gedanken als nur die große Politik. Es geht immer wieder um Menschen und die Gefühle, die nicht immer klar sichtbar sind. Wie du sehen wirst, befürchte ich, dass die Dogmatiker immer mehr das Sagen haben werden und uns total einengen wollen.

Ich bin verärgert

Dass das klar gestellt ist, ich bin gegen jeden sexuellen Angriff – egal, von wem er kommt. Es kann nicht sein, dass sich ein Mann berechtigt fühlt, mit einer Frau alles zu tun, was ihm durch den Kopf geht und es war gut, dass die MeToo-Bewegung solch ein Verhalten anprangert. Aber das darf nicht zur Hexenjagd werden, wie es sich bei Plácido Domingo erweist. Er hat nicht verneint, dass er gerne flirtet und dass er seine damalige Position nutzte, um einen besseren Zugang zu den Frauen zu haben. Das ist zwar kritikwürdig, aber das geschah in den 90ziger Jahren und seitdem wurden keine ähnlichen Vorfälle bekannt. Hätten seine Kolleginnen damals geklagt, wäre es glaubwürdiger gewesen. Ich kannte den Opernbetrieb ganz gut. In den 60ziger Jahren war es üblich, dass jeder Theaterdirektor einen Diwan in seinem Büro hatte, um sich zu entspannen, angeblich. Jede Dame seines Geschmackes, die ein Engagement haben wollte, musste den Umweg über die Liege machen, um den Vertrag unterschreiben zu können. Szenen wie bei Georges Feydeau waren Alltag. Diese Hurerei finde ich widerlich, aber viele Sängerinnen, Tänzerinnen oder Schauspielerinnen betrachteten diese Schäfer-Stunden als üblich. Natürlich muss das entschieden bekämpft werden, aber nicht Zweijahrzehnte später, wie es bei Domingo der Fall ist. Diese Gangart ist ein tolles Instrument, um Menschen kaputt zu machen und gerade das ärgert mich unheimlich. In meiner Umgebung wurden somit Existenzen kaputt gewalzt. In dem Fall, an den ich denke, war es reine Verleumdung, alles erwies sich als falsch. Ich befürchte, dass solche Praktiken immer gängiger werden und das menschliche Zusammenleben, zu einer Qual werden könnte. Manchmal wäre ein wenig mehr Offenheit wünschenswert.

Ständig in Gefahr sein

Wenn ich die Me-Too-Bewegung  ernst nehme – und das tue ich – gibt es Berufe, die man nicht mehr ausüben dürfte. Schauspieler-Sein scheint mir sehr gefährlich zu sein. Sollte man in einer Szene seine Partnerin zu stark an sich drücken, kann das durchaus als Anmache betrachtet werden und as Gleiche gilt beim Film-Kuss. In diesem Fall gibt es nur zwei Lösungen: Entweder man verbietet per Gesetz, dass solche Szenen, sei es im Theater oder im Kino, gespielt werden dürfen oder die Schauspielerei wird staatlich verboten. Es wäre toll, dass Shakespeare vor Gericht ziehen müsste, um als mieser Anreger von Pornoszenen, wie bei Romeo und Julia, lebenslang den Knast beziehen müsste. Natürlich wäre ich auch ein Anreger einer neuen Bücherverbrennung. Liebe Freunde, was ich hier schreibe ist Satire, also bitte keine Zensur! Was ich hier ausdrücke ist ein Zeichen meines Zorns, was die Dogmen von MeToo angeht. Spaß beiseite, wer kann als Schauspieler noch sicher sein, dass man sein Spiel nicht für ein böses Grapschen hält? Und wer es böse meint, kann dazu beitragen, dass ein Kollege arbeitslos wird, indem Märchen erzählt werden, einfach um ihn los zu werden. Die Anhänger dieser Bewegung, sollten sich die Frage stellen, ob das Gefühlsleben sich so gestalten lässt? Das würde bedeuten, dass jeder, der eine Liebeserklärung macht, angeklagt werden kann und dasselbe gilt für den Geschlechtsverkehr. Jede Frau kann nachträglich behaupten, dass sie vergewaltigt worden ist, wenn sie einfach ein Mannsbild loswerden will. Auch solche Fälle habe ich gekannt, die zur Vernichtung des unschuldigen Angeklagten geführt haben. Das Ganze fördert die Denunzierung und in solch einer Gesellschaft möchte ich nicht leben.

Und wo steckt die Liebe?

Ich sage es ganz ehrlich, die Dogmatiker töten die Liebe. Wenn jede Zuwendung als Angriff betrachtet wird, sollte man sich kastrieren lassen und wenn es um die Frauen geht, wäre eine Sterilisation auch angebracht. Ich habe mir die Hölle von Dante so vorgestellt. Lauter hübsche Jungfrauen mit zugenähtem Geschlecht. Nein, ich bin kein alter Bock, der seine sexuellen Gefühle hier schriftlich ausdrücken möchte, eher ein Mensch, der über die heutige Boshaftigkeit sehr traurig ist. Was passiert ist eine Generalisierung, die nur Unrecht mit sich bringt? Klar, ein Monster wie Harvey Weinstein soll die totale Härte der Justiz erfahren, aber er kann nicht als Maßstab für das Benehmen der ganzen Männerwelt betrachtet werden. Ich finde, dass der Absolutismus des Me Too ganz gut in unsere autoritäre Welt passt, bei der leichtfertig Menschen verfolgt werden, die man loswerden will. Ich weiß, dass ich sehr massiv reagiere aber das sollte gesagt werden. Der Mann ist nicht von Geburt an nur ein Schwein! Ich befürchte, dass es unseren Töchtern eingeimpft wird. Ich hatte eine Reportage über die Vernichtung eines Vaters in einem Scheidungsfall gedreht. Die Mutter behauptete, dass er ihre Tochter als Baby missbraucht hätte. Seine Gattin wollte damit Kapital schlagen und ihn fertig machen. Der ständigen Erpressung, der er ausgesetzt war, machte ihn zum Invaliden. Natürlich muss jeder Missbrauch verfolgt werden, aber es muss auch gesagt werden, wie man die Wahrheit manipulieren kann. Ich würde begrüßen, wenn die Me-Too-Anhängerinnen auch über solche Missständen berichten würden.

Liebe kann nicht nur platonisch sein

Die schiere Wahrheit hat uns eingeholt. Die Vorstellung, dass die ideale Liebe nur platonisch sein kann, ist einfach an den Fakten zerbrochen. Ich möchte hier über die Missbrauchsfälle schreiben, die dabei sind, die Kirche zu vernichten. Egal ob Kind oder Erwachsene, innere Gefühle sind eng mit dem Körperlichen verbunden. Das wurde uns angeboren und ist keineswegs trennbar, was die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, die 1669 in Paris veröffentlicht wurden, bestätigen. Eine sinnliche Korrespondenz, die uns anregen sollte umzudenken. Was will ich damit sagen? Der Sex ist untrennbar von der Seele zu betrachten. Hier sollte man sich erzieherische Gedanken machen und nicht ständig Trennungslinien ziehen. Es geht um eine Symbiose, die für mich das Leben bedeutet. Ich denke, dass viel Brutalität durch die Wortlosigkeit entsteht und dass die Menschen derart gehemmt sind, dass sie sich nicht, wie König David  im hohen Lied, offen darstellen. Sehr oft sind die Vergewaltiger total gehemmte Menschen, die sich nur durch Gewalt ausdrücken können, die jedes intimen Worts vermeiden, aus Angst sich zu blamieren. Um konstruktiv gegen den Missbrauch zu kämpfen, fände ich gut, dass Me-Too sich mit der Erziehung befasst, neue Wege der Aufklärung anregen sollte. Nur mit der Keule zu hantieren – so berechtigt sie auch in vielen Vorgängen ist – wird auf lange Zeit nichts nützen. Die Kinder müssen endlich angesprochen werden, um vor der Liebe kein Tabu entstehen zu lassen als etwas Verbotenes. Das wäre ein höchst wichtiger Beitrag zu mehr Eintracht.

 

 Das Gedicht

 

Liebe als Dogma zu bezeichnen,

führt zum Tod der Gefühle, letztendlich

zur Gewalt. Das „Ich“ derart auf Grund

der Sexualität zu symbolisieren ist

Willkür, Sex-Faschismus, der nur an Hand

de Virilität eingestuft wird, nicht auf Grund

der Sensibilität, die eines Paares zum

Paradies führen sollte. Barsche Handlungen,

die mit Recht von Me-Too angeprangert

werden, die die Liebe in den Dreck ziehen,

die sie als anrüchig erscheinen lassen und

doch ist sie ein Geschenk Gottes!

 

Alleine der Geistesaustausch reicht nicht aus.

Er muss innerlich empfunden werden und

durch eine absolute Nähe gestärkt werden.

Die Haut streicheln, sie in sich durch die Hand

zu verinnerlichen. Der sanfte und erotischer

Geschmack des Kusses auf sich wirken zu

lassen, ihn als Zeichen des Unendlichen

empfangen zu können. Und das Eindringen

als Apotheose, die die Liebe als unsterblich

erscheinen lassen sollte. Spielt sich das so ab?

Nein, weil sie immer mit dem Makel des Totes

konfrontiert wird, was zur Gewalt führt.

 

Und jetzt steht er da, wie ein begossener Pudel.

Da er keine passende Worte fand, um seinen Trieb

auszudrücken, wurde er handgreiflich. Da

er nicht lieben kann, glaubt er den Macho spielen zu

müssen. Ein Mann, der in der Wüste steht, der unfähig

ist eine Zuwendung zu erfahren, der zum Grapscher

wird, was ihn völlig banal macht. Merkt er nicht,

dass er seine Würde somit weggeworfen hat,

dass er nur schwanzgesteuert ist? Und das er

somit verdorrt, ohne sich darüber bewusst zu

sein. Vielleicht der wahre Grund, dass er sich

in seiner Zelle erhängt hat.

 

Alles Liebe Petra.

Trotz Me-Too umarme ich dich!

 

Pierre

//pm

 

Lieber Pierre,

mit der Gleichstellung der Geschlechter ist es in westlichen Ländern zwar kein Problem, dennoch klagen Politiker und Menschen immer noch über ein Ungleichgewicht bezüglich der Lohnzahlungen im Vergleich zu männlichen Kollegen. Da klafft ein Graben und nachweislich werden Mann und Frau, die in vergleichbaren Positionen arbeiten, nicht gleich bezahlt. Das muss sich ändern. In der politischen Führungsebene setzt Frau Merkel offensichtlich und auffällig auf eine weibliche Besetzung – ein Kontra-Statement?

Es steht tatsächlich nirgends geschrieben, dass irgendwelche Diskriminierungen oder Abwertungen von Frauen gestattet sind und das tut auch nicht der Koran, wie du richtig erkannt hast. Dennoch spielte die Frau schon in früher Zeit eine untergeordnete Rolle, lassen wir die starken Herrscherinnen, wie die Heldinnen, Königinnen, Cleopatra oder auch die legendären Amazonen von Dahomey/ Afrika u.a. außer Acht. Es gab viele einflussreiche, starke, harte, autonome und unangepasste Frauen in der Geschichte – das sollten wir bei der Betrachtung dieses Themas heute nicht vergessen.

Sexuelle Übergriffe sind immer ein verwerfliches, respektloses und brutales Inanspruchnehmen von Körper, Sex, erzwungene Aufmerksamkeit, die stets mit dem Ausüben von Macht und psychischer Fehlleitung zu tun haben. Kommen wir auf die Muslime zurück (auch hier bitte nicht verallgemeinern), so ist die Frau untergeordnetes Gebärinstrument und wird – bedingt durch den fatalen Männer-Ego-Wahn – bewusst klein gehalten. Der Mann hat das Sagen, die Frau hat die Klappe zu halten! Wir sehen dieses verrutschte Bild selbstverständlich bei Übergriffen auf unsere Frauen, wie z.B. in Köln geschehen. Frauen werden nicht ernst genommen, die Arbeit einer Lehrerin für Deutsch tut sich schwer, Gehör und Akzeptanz zu finden. So ist es, wie ich von befreundeten Pädagogen erfahren habe und es dürfte schwer sein, dass in den Griff zu kriegen, so lange der „Guru Papa“ in der Familie das Sagen hat und seinem Sohn die klare Ansage gibt, „Du hast auf Frauen nicht zu hören.“

Doch ich habe auch sexuelle Übergriffe von Frauen auf Männer erlebt und die sind weiß Gott nicht besser. Wenn man denkt, der Mann könne sich leicht wehren, so stimmt das nicht immer. Es gibt Mütter, die ihre Söhne missbrauchen und Frauen, die ihre Partner demütigen und verprügeln. Jegliche Art von emotionaler und sozialer Verrohung ist leider auch an der Tagesordnung, wenngleich nicht Usus.

Männer haben – lange nach der Neandertaler-Zeit – immer noch die Jagd-Gene in ihrem Blut und sind hormonell bedingt mit mehr Testosteron ausgestattet als Frauen. Das ist ihre Natur, die allerdings nicht gestattet, dass sie sich an weiblichen Personen vergreifen.  Was manchen Mann zu einem dummgeilen Stier werden lässt, habe ich mich auch schon gefragt und immer wieder kopfschüttelnd vor dem Internet gesessen und mich gewundert, wie leicht die Herren auf rein optische Reize reagieren und wie entblößende Brüste sie anscheinend zu abspritzwilligen Hengsten macht, obwohl die Dame offensichtlich strunz doof ist. Ein wenig Contenance, ein bisschen mehr Verstand, mehr Respekt und einen Keuschheitsgürtel für den Schwanz?! Tja, lieber Pierre, wir können die Welt leider nicht wirklich ändern und alles glatt bügeln, was faltig ist, aber wir können sorgsam darauf hinweisen, dass oberstes Prinzip eines generellen Zusammenlebens und des gemeinsamen Lebens der Geschlechter wäre, sich zurückzuhalten und gegenseitige Ehre zu zeigen. Weinstein und #metoo ist ein Skandal, zweifellos!

 

 

Lieben Gruß nach München,

 

Petra

© Petra M. Jansen

 

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Wenn das – was in der eigenen Region als DIE paarungswilligen und höchst interessanten Leute vorgeschlagen wird – ein guter Durchschnitt sein soll, frage ich mich, ob man lieber kotzen, heulen oder schweren Herzens akzeptieren sollte, dass der (von Tinder angebotene) „Durchschnitt“ nach ganz unten abgesackt ist. „Hast du schon den Ritchie aus Sachsen-Anhalt?“, fragte meine Kollegin, offenbar ein wenig angepisst, weil sie heute noch keinen Matsch, äh kein Match bekommen hat. Nach links gewischt, ist weg. Nach rechts gewischt, könnte einen Wisch mit dem Taschentuch nach getanem Wichs bedeuten. Aha, da haben wir´s! Reduktion auf die animalischen Triebe des Menschen. Ich sehe nur Köpfe mit – nach unten abgeschnittenen – Hälsen und Damen, die ihre Vollpolster-Brüste mit dem Charme einer Elefantenkuh zur Schau tragen. Ja, von rechts nach links gewischt und das Ego des Unbekannten bekommt eins gewischt. Unwiderruflich weg damit, so ist´s recht, geistige Hohlheit inbegriffen. Das ist die Wegwisch-0-Werte-App auf höchst fragwürdigem Niveau, aber kann man das hier überhaupt erwarten? Facebook-Profilbilder sind der direkt verknüpfte Weg ins Paradies der endlosen Vögelei mit Ekel-Touch. So kann man sich bei Fxxxbook schon mal vorher anschauen, was Tinder dann lieber in Badehosen und tiefem Dekolleté anzeigt. „Nur aus beruflichen Gründen hier“, so lautet die Standardausrede der erwischten Wischer-Kollegen. Verwichst aber auch. Upps… verflixt aber auch – erwischt! Wie konnte das passieren? Die garantierte Peinlichkeit ist das einzig Wahre an der virtuellen Sex-Dating-Börse.

„Also, auf „Dirty Sex“ stehe ich nicht“, lautete der Slogan eines Araberhengstes. Nein? Eigenartig, gerade die wissen doch nicht wohin mit ihren überquellenden Eiern. „Besser du hasst mich für das, was ich bin, als für das, was ich nicht bin“, so der platte Spruchaustausch oder „Carpe Diem – Carpe Noctem“. „Ich hasse so ziemlich alles, sei also froh, wenn DU nicht dazu gehörst.“ Öhm, danke! Auch gut: “Ich bin kein Passwort, wo du drei Chancen hast“. “Besser ein Quickie als Schicki Micki“ oder solche idiotischen Textsprüchlein aus dem Netz, wie „ich bin tausend Mal durch die Hölle gelaufen, da kommt´s auf das eine Mal auch nicht mehr an“ und „entscheidend ist, wie oft du wieder aufstehst, wenn das Leben dich hundertfach zu Boden gedrückt hat“, blablabla. Gibt´s noch mehr solcher geistreichen Aushängeschilder für die offenkundige Blödheit? Damit es auch beim letzten ficksüchtigen Idioten auf „Love-Tinder“ angekommen ist: Zur klugen Vermehrung der menschlichen Rasse taugt dieses genetische Erbgut nix, aber für ein schnelles Abladen des Penis-Frustes langt´ s allemal“.

Ich muss lachen bei den ganzen Badehosen-Trägern und weiblichen Schmollmündern, die sich vor die Handy-Linse geschoben haben, damit die Matches hoffentlich zum Erfolg auf den nächsten Parkplatz oder ins Apartment führen. Tipp: 100x knipsen ergibt das passende Bild und stets von schräg oben ansetzen, das macht allgemein etwas schlanker. Kondomverwendung ist ebenso ratsam wie notwendig und empfehlenswert wäre die Vorlage eines aktuellen HIV-Testergebnisses bevor es zur Sache geht. Vergessen die halt immer – vor lauter Lust auf den garantiert zu erwartenden nächsten Frust.

Der nächste Vorschlag war ein Angegrauter, der wohl noch kräftig im Saft stand, wenn ich seiner Aussage „bei mir kracht die Hose“ glauben darf. Nur zum Spaß match-te ich den mal und bekam sofort ein Ganzkörperfoto (bestimmt hängen die Glocken heute tiefer). „Süße, was mag denn deine Muschi besonders gerne?“ „Sanftes Lecken, immer stärker… und DU kannst mich echt mal am Arsch lecken!“ Das waren meine letzten Worte bevor ich diesen perversen Schmodder löschte. Morgen gehe ich in den Baumarkt J

Hohes Suchtpotential bei dieser Dating-App für Handy-User und für verferkelte, anonyme, frustrierte oder emotional verdrehte Leute, die es nicht schaffen, auf normalem Weg einen Partner zu finden. Kontaktscheu und alleine sitzen sie zu Hause und wischen sich die Phantasie ihres Begehrs digital in die Hütte. Fehlanzeige! Es wird nicht kommen, was sie sich erhoffen. Vielmehr fallen sie auf eine virtuelle Kontaktschmiede rein, beuten ihre Emotionalität aus und werden zum sexuellen Spielball von vielen. Promiskuität kann hier hemmungslos ausgelebt werden, das machen ja schließlich alle. Alle? Nein, sicher nicht. Für einen Menschen, die sich selbst achtet, gesunden Stolz und ein gefestigtes Gefühl zu sich selbst besitzt, ist das großer Mist. Was um Himmels Willen die Leute auf solch eine hirnrissige Plattform bringt, ist für mich nicht nachvollziehbar und ich muss auch nicht alles gut finden, was der Singlebörsen-Markt hergibt. So verdammt einsam kann man eigentlich gar nicht sein und die Grenzen liegen bei mir dort, wo der gute Geschmack, die Ethik, der Anstand und der Selbstrespekt mit Füßen getreten werden. Love me Tinder, love me true, all my dreams fulfilled. Really?

 

© Petra M. Jansen

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General Bastard

 

Um jeden Preis, scheue keinen Fleiß.
Gab es Mephisto? Gab es Mr. Jekyll & Mr. Hyde?
Modernes Leben der Dämonen, verpackt als delikate Herrlichkeit.
Was muss sie tun? Was kann sie machen?
Unglaublich, der Typ verspricht harte Sachen.
Was? Klar doch. Harte Sachen, Wodka pur.
In der Linken den Havanna, in der Rechten die Lady Z.
Die hatte ihn angelacht, schöpfte bisher kein´ Verdacht.
Der Herr, so ist es wahr, der ist nicht mehr ganz klar.
Cooler Typ, der sein Konterfei nur liebt.
Viele Ficks, allseits beliebt.
Dahinter? Dahinter verbirgt sich leider nichts.
Aber ja doch, aber ja!
Der Altrocker, der selbsternannte Star.
Zu dumm, die Pflaume merkt es nicht,
schreibt er sich heimlich die Finger wund.
Tut kund, was sie nicht weiß.
Sie spricht derweil über jeden Scheiß´.
Ach, du perverse Welt,
in der jeder dir das Glück verspricht,
und heimlich ganz woanders sticht.
© Petra M. Jansen

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