Liebe Petra,

hier schicke ich dir meinen heutigen Beitrag zur Türkei. So die Gedanken, die mich verfolgen:

Aus der Sicht der Geopolitik: die Türkei! 

 

Brief von Pierre an Mathias 

Lieber Mathias,

auch wenn ich kein Fan von Recep Tayyip Erdoğan bin, beobachte ich was er zur Zeit anstellt. Neben der Unterdrückung eines Teils seines Volkes, ist er dabei, das Ottomanische Reich wieder aufleben zu lassen. Mit dem Ende der Säkularisierung der Hagia Sophia, hat er ein Zeichen setzen wollen, das des Absturzes des laizistischen Staates Türkei, der von Kemal Atatürk im Jahr 1923 gegründet worden ist. Aus seiner Sicht hat Erdoğan die gute Gelegenheit genutzt, die der Schwächung der westlichen Welt. Dazu kamen die stockenden Verhandlungen mit der EU und doch ist das Land noch immer Mitglied der Nato. Ein gute Lage, um die Alliierten zu erpressen. Geografisch liegt die Türkei mehr als günstig – man kann sie nicht umgehen. Wenn die Situation heikel wird, ist es leicht für Erdoğan Druck zu üben. Wenn es um den Iran geht, braucht man ihn. Das Gleiche gilt, wenn es mit Syrien noch heikler wird und letztendlich mit Israel. Es weiß auch, dass das Überleben der Saudis und der Emirate auch an ihm hängen wird. Und wer denkt, ihn als Untertan behandeln zu können, bekommt die Retourkutsche. Er bedeutet (auch für Europa) eine dicke Gefahr und das weiß er. Es war ein Fehler ihn total zu unterschätzen.

Brief von Mathias an Pierre:  

Man hätte eine Menge Fehler vermeiden können, wenn man sich mehr mit der Geopolitik der Türkei befasst hätte. Lieber Pierre, als Recep Tayyip Erdoğan, anfing, die islamische Religion als politischen Faktor zu benutzen, wäre es notwendig gewesen die Verhandlungen in Brüssel zu forcieren. Sehr viele Türken wandten sich aus meiner Sicht dem Islam zu, weil sie sich von den Europäern nicht akzeptiert fühlten, die sie, seien wir ehrlich, ein wenig wie Kameltreiber behandelten. Ganz besonders die deutschen Politiker haben versagt, die es nicht fertig brachten, die starke Minderheit der Deutschtürken zu integrieren und sie in die Arme Erdoğans trieben. Es wäre total wichtig gewesen, aus ihnen liberale Bürger zu machen. Das ist aus Arroganz nicht gelungen, was uns Europäer sehr teuer zu stehen kommen wird. Nicht nur außenpolitisch ist das ein Desaster, auch für das Gleichgewicht der Bundesrepublik, die auf einer Zeitbombe lebt und das nur, weil Ausländerhass ausgeübt worden ist. Wie konnte man so kurzsichtig denken? 

Brief von Pierre an Mathias:  

Lieber Mathias,

du weißt schon welche Bedeutung die Volksstimme haben kann. Du brauchst nur an einem Stammtisch teilzunehmen, um zu merken, dass die Emotionen immer bestimmend sind. Es ist leicht die Türken zu unterschätzen und zu sagen, dass sie in Deutschland nicht passen. Wir werden sehr viel für diese Haltung bezahlen müssen. Es ist unverantwortlich zu denken, dass sie minderwertig sind. Sie gehören einem Volk an, dass sehr lange das ganze Mittelmeer und die Anrainer Staaten beherrschte und sie sind Angehörige einer damaligen Weltmacht, ob es uns gefällt oder nicht. Aber erzähle das am Stammtisch! Wenn die Türkei zur Sprache kommt, darf das nicht vergessen werden. Was unsere Beziehungen mit der ganzen arabischen Welt angeht, wäre es wichtig gewesen, die Türkei zu bestärken, gerade um mehr Einfluss auszuüben. Wie wir wissen, sind sie von Beirut bis Aden nicht beliebt, weil sie die Besatzungsmacht waren und doch werden sie irgendwie respektiert. Sie können auch dort nicht ignoriert werden und jetzt kann Erdoğan so agieren wie er will. Und wir Europäer? Wir haben total abgeschaltet.

Brief von Mathias an Pierre:  

Kaputtes Porzellan lässt sich nur schwer kitten. Was Europa angeht, wurde viel in der Schule versäumt. Die Kinder hätten mehr über die Türken erfahren sollen. Es ist unverantwortlich, wenn sehr viele Menschen aus einem Land bei uns Leben, zu ignorieren was Sache ist. Das Gleiche gilt mit den ehemaligen Kolonien. Das kann man vor allem in Frankreich erkennen. Was für ein Manko. Anstatt sich den Schädel einzuhauen, sollten wir  mehr über unsere Gäste wissen. Haben wir nicht gemerkt, wie stark politisch engagiert die türkische Gemeinde in Deutschland ist? Nicht für die Bundesrepublik, aber für die muslimische Türkei. Die auf Rückkurs ist, die die Frauen unter dem Schleier verbirgt. Im Namen einer Tradition, die uns fremd vorkommt. Das war völlig anders als die ersten Migranten einwanderten. Sie wollten von der Demokratie eine Menge lernen und das Leben offener gestalten. Der Rückzug war eine Trotzreaktion, weil wir sie missachteten. Ich glaube, dass ich auch so wie sie reagiert hätte. Psychologisch gesehen war es der Frust. Klar, es gab eine islamische Grundlage, aber sie war dabei, weniger dogmatisch zu werden, weltoffener. Wenn Häuser in Flammen gesetzt werden, in denen die Migranten leben, was kann man noch von ihnen erwarten, wenn sie überleben?

Brief von Pierre an Mathias:  

Ich möchte versuchen zu erklären, warum Erdoğan so viel Erfolg bei seinen Landsleuten in Europa hat. Er versucht ihnen Größe zu vermitteln, sie in die Illusion zu versetzen, dass sie die Bürger eines Imperiums sind, dass im Aufbau ist. Ihnen den Stolz wieder gibt, den sie jahrelang wegen der Demütigungen ablegen mussten. Auch wenn das reine Illusion sein könnte, spielt das eine erhebliche Rolle für Leute, die verletzt sind. Mit dem neuentstandenen Nationalismus wird von ihnen versucht, mit den Einheimischen auf Augenhöhe zu kommen. Das könnte auch eine Erklärung sein für den Rassismus, die viele unter ihnen gegen die Afrikaner oder die Araber ausüben, die für sie eine menschliche Untergattung sind. Dieses Ambiente ähnelt ein Pulverfass und dazu mischen noch die Neos. Provozieren die Fremden mit diskriminierenden Sprüchen, wie es scheinbar in Frankfurt auf dem Opernplatz geschah. Diese Entwicklung bereitet mir viele Sorgen! 

Antwort von Mathias an Pierre:  

Was Donald Trump angeht, haben wir beide von der Theorie der Provokation gesprochen. Recep Tayyip Erdoğan könnte durchaus auch dieses Mittel benutzen, um Unruhe innerhalb Europas zu schüren. Wir wissen von ihm, dass er total rücksichtslos ist, wenn es um seiner Macht geht. Er könnte durchaus seine Landsleute dazu animieren auf den Straßen gewaltige Protestaktionen in Gang zu setzen – in der Hoffnung, dass die einheimische Polizei scharf reagiert. Dies um unsere Länder zu destabilisieren. In Berlin leben etwa 200.000 Menschen mit türkischem Hintergrund. Wenn schon ein paar Tausenden protestieren würden, könnte es wehtun. Ich würde deshalb den Rat geben, sehr schnell etwas zu unternehmen, um das Verhältnis zu verbessern. Wenn wir keine Katastrophe erleben wollen, müssen wir unsere Mitbürger integrieren, sie nicht vor der Tür lassen. Das wäre das Mindeste, was wir machen sollten, um die Irrtümer der Vergangenheit zu mildern.

 

Bei sich zu Hause reisen 

Ich gehe gerne in den türkischen Supermarkt

einkaufen. Schon der Geruch der Gewürze

führt mich auf eine Reise. Und wenn ich dort

weile, werde ich mit einem Lächeln empfangen.

Ich lebe dabei einer völligen Entfremdung, die

ich nicht vermissen will. Sie gibt dem Alltag Farbe,

sie gibt mir Lust zu reisen.

 

Das kann ich nur auf eigene Verantwortung tun,

wenn ich in die Türkei fliegen wollte. Schuld

ist der Corona Virus. Also muss ich mir die

Fremde nach Hause holen. Es gibt im Laden

keine Palmen, aber wenn ich die Leute anschaue,

habe ich den Eindruck trotzdem im Bazar von

Istanbul zu sein. Man darf doch träumen.

 

Die Türken die ich kenne, vermitteln mir Wärme,

Brüderlichkeit, eine große Gastfreundschaft, wenn

ich bei ihnen eingeladen bin. Warum dieser Hass?

Geschieht es aus Minderwertigkeitsgefühlen? Aus

Kleingeist? Und doch ändert sich das Verhältnis.

Die Schule, der Fußball vereint. Aus der Befremdung

entwickelt sich die Freundschaft, trotz Herr Erdoğan!

 

Ich wünsche Dir alles Liebe!

 

Pierre

//pm

Lieber Pierre,

wir dürfen niemals schweigen, wenn Menschen Unrecht geschieht und sie in ihrer Freiheit oder Menschenwürde angegriffen werden, niemals. Dieses Gedenken an die Pogromnacht ist Mahnmal, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich und erinnert daran, wie brutale Gräueltaten als Resultat von Hass und einer selbsternannten Herrenrasse ausgeübt wurden. Und wenn wir nicht aufpassen oder einfach schweigen, sind wir bald wieder mittendrin in einer europaweit schwappenden Hass-Bewegung, in der erneut Intoleranz und Menschenunwürdigkeit Stimme bekommen. So lange wir Rechtspopulisten als selbstverständlich hinnehmen und sie nicht mit sofortigen Maßnahmen bekämpfen, rollen wir erneut die verdorbene Geschichte auf und haben nichts davon gelernt. Hass, Frustration, krankhaftes Ego, ungebildete und perspektivenlose Menschen streuen vergiftetes „Material“ auch in unsere gegenwärtige Gesellschaft, daran besteht kein Zweifel, wenn wir um uns schauen. Stopp! Mit sofortiger Wirkung müssen rechtspopulistische Parteien und Strömungen im Keim erstickt werden und ich weiß nicht, mit welcher Rechtfertigung sich heute aktive Politiker hinstellen und menschenunwürdige Thesen von sich geben, die offenbar geduldet werden (fatal!). Darf das wahr sein, dass unsere demokratische, freiheitliche Gesellschaftsordnung derart bloßgestellt und angegriffen werden kann und niemand einen Riegel vorschiebt? Die Achtung und Würde eines jeden einzelnen Menschen ist verdammt nochmal zu respektieren und die Zivilgesellschaft ist aufgefordert, den Mund aufzumachen und für ein weltoffenes Land  zu werben – das wird allerhöchste Zeit. Toleranz hat Grenzen, ja… und sollte jemand sich wider unsere Gesetze verhalten, ist eine Strafe absolut angemessen. Nicht jedoch eine Vor-Verurteilung, eine Diskriminierung, eine Pauschalierung von Gruppen und die bewusste Abwertung von Menschen.

Die Erinnerungen an solche grausigen Ereignisse der Vergangenheit dürfen nicht verstummen und sind Zeichen einer Wertschätzung des Menschen. Nationalsozialismus, Nazidiktatur, Fremdenhass duldet keinerlei Toleranz, niemals! Da bin ich tatsächlich sehr intolerant und das sehr, sehr gerne.

 

Eine herzliche Umarmung nach Frankreich,

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

jetzt wird es dunkel und Zeit, nachdenklich zu werden. Ich denke, dass uns ein Blick in die Vergangenheit nicht schlecht bekommen würde. Hier, was ich mir dazu einfallen ließ.

Die Reichskristallnacht

Nach den Ereignissen von Chemnitz, bei denen Ausländer in Pogrom-ähnlichen Aufständen verfolgt und misshandelt worden sind oder die Attacke gegen ein jüdisches Restaurant in der Innenstadt, das mit Steinen beworfen wurde, kann ich nicht ignorieren, was in der Nacht vom 9. bis 10. November 1938 geschah. Mehr als 1400 Synagogen wurden in Brand gesetzt. 30.000 Juden wurden verhaftet und in Konzentrationslagern – wie Vieh – verfrachtet. Hunderte von ihnen wurden ermordet oder starben durch Misshandlungen, denen sie ausgesetzt wurden. Es sollte für alle unter uns ein Signal sein, egal in welchem Land, was geschehen könnte, wenn wir weiter mit dem Rechtsextremismus flirten. Sehr schnell kann solch eine Eskalation stattfinden und niemand dürfte dies ignorieren. Es wäre noch Zeit sich zu besinnen, aber die demokratischen Parteien stecken in der Krise in Europa. Das Drama des 9. November 1938 sollte Anlass genug sein, um sich zu besinnen, aber ich befürchte, dass der Hass im Moment größer ist als die Empathie. Wohin wird das uns führen? Ich hoffe nicht zu einem neuen Auschwitz!

Ideologie kann pervertieren

Die Reichskristallnacht zeigt wohin es führen kann: Zum Chaos, zur Grausamkeit. Das passt bei weitem nicht zum deutschen Volk, für das die Ordnung ein hohes Gebot ist. Sie hat das Verhalten der Menschen pervertiert, aus ihnen Bestien gemacht, was in normalen Zeiten als Charakterlosigkeit betrachtet würde. Was da geschah hatte nichts mit dem Credo der Anständigkeit, vom der die Leute viel halten, zu tun gehabt – im Gegenteil. Es zeigt wie schnell die Seele kippen kann, wenn Gift versprüht wird und gerade dies sollten wir wissen. Wenn in Frankreich in diesen Tagen antisemitische Pamphlete und Plakate Publik gemacht werden, wie zum Beispiel im Rahmen des Protestes gegen die Erhöhung des Dieselpreises durch neue Taxen. Man sieht wie schnell eine Verschwörungstheorie rassistische Züge annehmen kann und man sieht Macron mit einer krummen Nase, der wie eine Marionette von einem Arm gelenkt wird, der den Name Rothschild trägt. Eine Illustration, die in den antisemitischen Zeitungen „Je suis partout!“ oder „Der Stürmer“ im Dritten Reich hätte publiziert werden können. Toll…

Das Böse in sich bekämpfen

Dazu gehört sehr viel Mut. Man muss sich eingestehen nicht der Mensch zu sein, den man zur Schau tragen will und das bedeutet Abwehrkräfte nach außen zu bauen, um sich nicht beeinflussen zu lassen. Theoretisch klingt das gut, aber wie sieht es mit der Realität aus? Wenn man in einer vergifteten Atmosphäre lebt, kann niemand garantieren, dass man nicht von ihr verseucht wird. Wir sind alle abhängig von den Menschen, die um uns herum leben und sich abzusondern wäre nicht die gute Lösung, also wir müssen lernen gegen den Strom zu schwimmen. Der 9. November hat uns belehrt, dass nur sehr wenige Leute dazu fähig sind.  Es kam kein Widerstand gegen diese Willkür, im Gegenteil. Nicht alle Deutschen waren Antisemiten. Sie beobachten mit einer gewissen Passivität was da geschah und andere schauten ganz einfach irgendwo anders hin. Ich betrachte die Feigheit als das Böse. Aber kann ich selbst sicher sein, davon immun zu sein? Es ist zu einfach die Schuld auf andere zu schieben. Die Volksgenossen hätten nicht so handeln können, wenn Widerstand spürbar gewesen wäre. Das war ein schlimmes Signal, das nicht wahrgenommen wurde!

Die Demokratie hat sich feige gezeigt!

Es wundert mich nicht, dass die demokratischen Großmächte 1938 nicht für ein paar tote Juden einen Weltkrieg anzetteln wollten. Sie haben unendlich lange gebraucht die Vernichtungslager während des Krieges durch Bombardements lahm zu legen. Es wäre gut gewesen, wenn sie die Eisenbahnlinien still gelegt hätten, denn die Transporte von Juden wären somit eingeschränkt worden. Auschwitz zu attackieren wäre für mich dringend notwendig gewesen. Das war nicht geschehen, weil bei den Befreiungsmächten viele Antisemiten am Ruder waren. Es ist schon beschämend, solch ein Verhalten wahrnehmen zu müssen, es entbehrt jedes Ehrengefühl. Geht es nicht vor allem um die Menschen und um den Anstand? Auch das sollten wir heute beachten. Jede Art von Abgrenzung muss verhindert werden. Das gilt für jeden, auch für die Migranten. Was sich in Italien abspielt, erinnert mich schon an diesen 9. November 1938. Die Hasswelle hält sich noch in Grenzen, aber das könnte rasch umkippen. Ich erwarte von der EU, dass sie sich entschieden gegen solchen Machenschaften einsetzt und die neue Regierung in Rom dafür bestraft. Wenn Europa nicht dazu fähig, bedeutet das, dass wir immer mehr vom Neofaschismus bedroht sind. Schwäche zu zeigen, ist anzuerkennen, dass die Demokratie futsch ist.

Es brennt!

Zuerst die Bücher, dann die Synagogen.

Es brennt!

Zuerst die jüdischen Läden, dann die Menschen.

Es brennt!

Zuerst die Städte, dann die Dörfer.

Es brennt!

Zuerst die Seele, dann die Leiber.

Es brennt!

Zuerst die Empathie, dann der Anstand!

 

Es brennt!

Egal ob Kinder, Frauen, Männer!

Es brennt!

Egal ob Freunde oder Feinde.

Es brennt!

Egal ob Väter oder Mütter.

Es brennt!

Egal ob Maria oder Jesus.

Es brennt!

Egal ob Bibel oder Koran.

 

Und was tun wir?

Nichts!

 

In der Hoffnung, dass es dir gut geht,

umarme ich dich!

 

Pierre

Ob Nelson Mandelas Eltern ahnten, welch treffenden Namen sie ihrem Sohn gaben, als er am 18. Juli 1918 in dem Dorf Mvezo im Osten Südafrikas geboren wurde? Den Namen Nelson bekommt er erst zum Schuleintritt von einer Lehrerin. Als er das Licht der Welt erblickte, erhielt er den Namen Rolihlahla – was im Volksmund „Unruhestifter“ bedeutet. Und die sollte er im wahrsten Sinne des Wortes stiften – als Kämpfer gegen soziale Unterdrückung, als inhaftierter Aktivist, als Friedensnobelpreisträger, als erster schwarzer Präsident Südafrikas.

Gemeinsam mit zwölf Geschwistern wuchs Mandela in relativem Wohlstand auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters – er war gerade zwölf Jahre alt – wurde er vom Stammesoberhaupt adoptiert. In den Stammesversammlungen unter Leitung seines Adoptivvaters lernt Mandela schon als Kind, so schreibt er in seiner Biografie, „seine Gegner zu bezwingen, ohne sie zu entehren“. In den Versammlungen kann jeder Mann, egal ob arm oder reich, seine Anliegen vortragen, darunter auch Kritik am Regenten. Der Anführer hört zunächst kommentarlos zu und bemüht sich anschließend, eine Lösung zu finden.

An der Universität macht Nelson Mandela seinem eigentlichen Namen alle Ehre: Weil er in einem Streit mit dem Dekan von Fort Hare, der damals einzigen Universität für Schwarze, darauf beharrt, im Recht zu sein, wird er hinausgeworfen und muss sein Jura-Studium im Fernstudium abschließen. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, flieht Nelson Mandela im Alter von 22 Jahren nach Johannesburg. In seiner neuen Heimat arbeitet er zunächst als Wachmann, später als Rechtsanwalt.

Inwiefern das System die Schwarzen benachteiligt, erfährt der engagierte Anwalt Mandela häufig vor Gericht, dennoch lehnt Mandela lange eine aktive Beteiligung am Widerstand ab. Erst als ein enger Freund bei einer Festnahme beinahe zu Tode geprügelt wird, schließt er sich dem ANC (afrikanischer Nationalkongress) an, wobei er – wie sein Vorbild Mahatma Gandhi – den gewaltfreien Kampf propagiert.

Während seiner fünf Präsidentschaftsjahre beeindruckte besonders, wie natürlich Mandela den Mantel der Macht nach den langen, einsamen Jahren der Gefangenschaft trug: Seine Ausstrahlung fußte dabei nicht etwa darauf, dass er die große Bühne suchte, sondern – im Gegenteil – darauf, dass er sich selbst nicht übermäßig ernst nahm.

Anders als bei den meisten anderen Staatslenkern war das Geheimnis seiner Macht, dass er sie nicht ständig suchte. Die große Geste und seine Gabe, auch einfache Zeitgenossen und politische Gegner wertzuschätzen, gelten als eine seiner größten Stärken. Erst diese „Kunst der Verführung“ ermöglichte es ihm auch, die scheinbar fest zementierten Rassenschablonen am Kap zu sprengen. Aber noch etwas anderes zeichnete ihn aus: Im Gegensatz zu allen anderen afrikanischen Gründervätern und Machthabern trat er nach nur einer Amtszeit 1999 zurück.

Seine Vita selbst gibt auf den ersten Blick wenig Aufschluss darüber, warum Mandela zu einer solchen Ausnahmegestalt der Zeitgeschichte und zum größten Sohn Afrikas wurde. Als Anwalt fiel er nicht weiter auf, als Chef der Widerstandsarmee des ANC tendierte seine Wirkung gegen null. Selbst als Redner wirkte er mit seiner harten, fast metallenen Stimme oft eher hölzern und belehrend.

Um seine globale Strahlkraft besser zu verstehen, muss man weit zurückgehen – in die sonnenverbrannten Hügel der Transkei, seiner Heimat im Südosten von Südafrika, in die er hineingeboren wurde. Während sein Vater, ein angesehener Dorfchef, zeitlebens an den archaischen Stammesbräuchen festhielt, wechselte die Mutter frühzeitig zum christlichen Glauben – und ließ ihren Sohn bei den Methodisten taufen.

Man mag nun streiten über das, was bleibt, in einer Zeit, in der seine Nachfolger Mandelas Erbe in erbitterten Machtkämpfen schneller verspielen als erwartet. Aber etwas Großes wird in jedem Fall von dieser Ära bleiben – etwas, das für viele inzwischen längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist: Südafrikas Menschen leben heute in einem freien Land, auch wenn es noch immer viel Armut, Kriminalität und weiteren sozialen Zündstoff gibt. „Seine Ideale und sein Wunsch nach Freiheit haben am Ende gesiegt“ (Tom Lodge/ Handelsblatt). Gerade weil in unserer Zeit keine Heldenverehrung herrscht. Das Kap und die Welt können sich unglaublich glücklich schätzen, dass sie einen solchen Revolutionär gehabt haben.

Nelson Mandela starb am 5. Dezember 2013. Präsident Zuma verabschiedete damals seinen Vorgänger mit den Worten: „Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren“ (wikipedia.org).

Am 18. Juli diesen Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden. Hoffen wir, dass sein Geist – dem Mahatma Gandhis gleich – diese Welt noch lange durchdringen wird.

Lieber Pierre,

was einem so manchmal bei einem Spaziergang durch den Kopf geht, sind ja oft die täglichen Geschehnisse, die aktuellen Tagesnachrichten, das Sinnieren über Gut und Schlecht, die reflektierenden Gedanken von früher, jetzt und heute. Sicher sind es Provokationen, die mit reiner Absicht gestreut wurden und – obwohl bereits früher schon diskriminierende Äußerungen Gaulands kurz danach als Banalität oder „nicht so gemeint“  abgetan wurden –  um seine herausgeschleuderten Boshaftigkeiten zu relativieren, klebt der Nährboden für rassistisches Gedankengut fest an der Basis und lässt sich nicht mehr entfernen. Entrüstet  nehmen die Parteien Stellung, zeigen offenkundig, dass Gaulands Ton und Worte nicht akzeptabel und hinnehmbar sind. Bereits mehrfach ist der AFD-Fraktionschef wegen Volksverhetzung aufgefallen, musste sich aber nicht verantworten, die Staatsanwaltschaft Mühlhausen stellte 2018 die Ermittlungen ein. Gauland sagte „man solle die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz in Anatolien entsorgen“ und gab kurz darauf zu, das sei offensichtlich doch etwas zu hart gewesen. Nun also geht es weiter, aber jetzt sitzt dieser böse Mann schon im Bundestag. Unter dem Mantel des Schutzes der freien Rede, macht er also munter weiter – höchst unbeeindruckt von Merkels Rügen und auch den Mitgliedern anderer Parteien.

Wer den Holocaust relativiert, die Ära des Hitler-Regimes als „Vogelschiss“ bezeichnet, gegen dunkelhäutige Nationalspieler hetzt und den Stolz auf deutsche Soldaten in den Himmel hebt, dem darf auch ruhig mal die Badehose geklaut werden. Klar, Diebstahl ist strafbar und auch nicht die feine Art, aber ist denn Gauland einer der feinen Art? Schmunzelt ruhig darüber, liebe Leute, dem darf auch mal die Buxe entwendet werden, wenn er schon ungestraft seinen hetzerischen Diskurs weiter betreiben darf und sich zwar alle Politiker aufregen, aber diesem verbitterten Mann keiner den Mund verbietet.

Gauland sieht auf den Fotos böse aus, der sieht aus, wie einer, der keinen Spaß mehr am Leben hat und er trägt sehr frustrierte Züge und Linien in seinem Gesicht, so jedenfalls erscheint es mir beim Anblick seiner Fotos. Ein alter, böser Mann, den ich sehe. Und einer, der nicht an die jungen Menschen denkt, nicht an die vielen weltoffenen Studenten, die sich mit allen Nationen friedlich austauschen, sich gegenseitig besuchen und zusammen arbeiten.  Er hat ein Alter erreicht,  in dem man vielleicht nicht mehr so viele Ziele und Wünsche hat – außer dem, zerstörerisch und ketzerisch zu sein und das böse Gedankengut in die Gesellschaft zu streuen. Dabei hat er aber vergessen, dass viele junge Menschen gar nichts mehr mit dem Nazi-Quatsch anfangen können oder wollen, sie haben es nie erlebt und sie betrachten dieses Kapitel als kontraproduktiv zu einer internationalen Völkergemeinschaft.

Tja, lieber Pierre, Boshaftigkeit zerstört und er ist nichts weiter als ein Zerstörer – ohne Blick auf die Zukunft.  Rechtspopulisten möchten uns alle gerne ins internationale Abseits katapultieren und zu ihrem deutschen Inzest-Ideal mit geschlossenen Grenzen zurückkehren. Aber geht Gott sei Dank nicht und ich habe auch keine Lust auf Knast im eigenen Land sondern auf eine offene Welt, in der wir uns austauschen, respektieren und jeder von jedem lernen kann. Diese derzeitigen Einzelfälle (Mord, sexuelle Übergriffe, Attentate) werden in den Medien derart hoch-gepushed, dass sie als Nährboden für solche rassistischen Äußerungen, wie Gauland es tut, dienen. Da liegt es nun auch an der Berichterstattung, den Dokumentationen, den Nachrichten, den Medien allgemein, dass klar wird, dass es sich wirklich um eine MINDERHEIT handelt und beileibe nicht um alle. Gehe ich durch Frankfurt, sehe ich ein bunt gemischtes Völkchen, interessante Menschen und ein tolles Multikulti, welches meine Heimatstadt zu einer liebenswerten Stadt macht. Gaulands haben da nix zu suchen, vielleicht ist er halt doch in Potsdam besser aufgehoben – hier würden sie ihm mehr wegnehmen als die Badebuxe.

Liebe Leute, lieber Pierre….das Gesicht von Gauland und auch von Mr. Trump, schauen Sie es sich bitte genau an. Was sehen Sie? Ich sehe zwei alte, böse, verbitterte Männer, die alles andere sind als vertrauenswürdige Politiker, denen das Volk am Herzen liegt und die an unsere Jugend denken. Ich sehe zwei alte Männer, bei denen irgendwas im Leben verdammt schief gelaufen ist, die vergiften und zerstören wollen und jedes Mittel dazu nutzen, das sich ihnen bietet.

 

Herzliche Grüße aus der weltoffenen Mainmetropole,

 

 Petra

 © Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

wer nichts aus der Geschichte gelernt hat und nicht begriffen hat, dass Demokratie und Freiheit auch Respekt der Menschenrechte, keinerlei Ausgrenzung und Diskriminierung beinhalten, ist in meinen Augen entweder ein tatsächlich hasserfüllter, frustrierter Mensch oder geistig stehengeblieben. Zu deinem Fall ein kurzes Wort: Frankfurt ist so international (Börse, Messen, Internationaler Flughafen, Finanz-Drehscheibe Europas), dass so etwas hier kaum vorkommt. Geht man durch die City gibt es überall Plakate, Aufrufe, Events im Namen der Hilfe für Flüchtlinge und anderer Nationen/ Projekte. Bunt gemischt sitzen die Leute auf den Stufen an der Hauptwache friedlich beisammen. Ich will damit nicht sagen, dass es hier keinen Fundamentalismus gibt, aber deutlich weniger als in anderen Regionen Deutschlands. Dein Fall grenzt nahe an die ehemalige DDR und dieser Stadtteil ist zudem ein Brennpunkt und dass der Osten unserer Republik ein immenses Problem mit den brauen Pöbeln hat, dürfte sich bereits rumgesprochen haben. Härter durchgreifen, lautet die Aufforderung und Devise und das scheint auch zu passieren. Erst vorgestern wurden fünf mutmaßliche Neonazis in Haft genommen, landesweit werden Razzien durchgeführt und auch die Medien klären zunehmend mehr auf. Das zeigt, dass die Problematik durchaus ernst genommen wird und hoffentlich noch akribischer dagegen vorgegangen wird. Sollte durchaus ein Motto des kommenden Wahlkampfes sein und die Menschen müssen klar und deutlich über die Konsequenzen aufgeklärt werden. Unverständlich ist die Angst der Deutschen vor der Globalisierung und absolut unverständlich ihre Ängste, dass man ihnen etwas wegnehmen könnte. Was sind wir? Egoisten, die glauben, alleine bestehen zu können und unabhängig vom Rest der Welt unser Land aufrechterhalten zu können? Niemals – das hat man ja an der DDR gesehen, was dabei rauskommt. Grau, marode, pleite, Inzucht und noch immer haben dort einige nicht gelernt, mit der demokratischen Freiheit umzugehen. Mir das deutsche Gemecker furchtbar auf die Nerven…wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und diese Wohlstandsärsche haben Angst? Ja, vor oder um was denn? Sie sollten Angst davor haben, dass die Demokratie den Bach runtergeht und das dumme Volk vielleicht wieder so ein entsetzliches Drama erlebt, wie zu Hitlers Zeiten.  Nieder mit seinem Haus in Österreich (was gibt´s da überhaupt zu diskutieren?). Weg mit seinem kranken Gedankengut und einen Tritt in den Arsch für die brauen Populisten. Knallhart und ohne Umschweife, da gibt es keine Gnade, denn sie kennen auch keine Gnade.

Lieber Pierre, wir alle können eine Menge tun: Immer wieder Aufklärung und jeden an den Pranger stellen, der auffällig ist. Im Internet bietet sich uns neuerdings die Möglichkeit, Screenshots zu machen und diese direkt mit – falls möglich – Namen etc. an die ortsansässige Polizei zu melden. Sie sind jetzt verpflichtet, diese Meldung weiterzugeben, zu prüfen und ggf. Schritte einzuleiten. Es ist nicht selten, dass Menschen in der Internetwelt, Neonazis auffliegen lassen, wie du weißt. Sie sind einigen auf den Versen, aber – wie es so ist – sind die Großen selten zu fassen. Sie outen sich nicht und ihre Profile geben nur banales Zeug her. Zudem stimmt ihre Identität oft nicht.  Heute auch meine Bitte an die Leserinnen und Leser: Machen Sie sich klar, dass auch IHRE Freiheit und Demokratie auf dem Spiel steht, wenn sie wegsehen oder nicht aktiv etwas gegen Rechtspopulismus tun. Wählen Sie keine Partei mit rechtsradikalen Inhalten und behalten sie einen weltoffenen, multikulturellen Blick.

Das Volk glaubt, seinen Unmut über soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten mit Hilfe von „Gegen-Parteien“ als eine Art Denkzettel ausdrücken zu können und später sagen sie „aber das wollte ich doch so gar nicht.“ Genau darin liegt der Fehler. Der Schuss kann schnell nach hinten losgehen und wenn es einmal vorbei ist mit Toleranz und Weltoffenheit, ist es bekanntermaßen zu spät und wir sitzen alle in der Falle. Geben sie den hasserfüllten Kommentaren der Rassisten nicht nach und nehmen sie den Kampf auf, ihrer eigenen Freiheit zuliebe.

Lieber Pierre, wir beide tun das – nicht nur immer wieder hier auf dem rostra.magazin, sondern auch aktiv im Leben. Ich gebe derzeit Deutschunterricht bei der Flüchtlingshilfe und es macht mir Spaß mit diesen Menschen zu arbeiten. Sie sind so dankbar, so lernwillig und schauen wir die Statistik an, gab es mehr kriminelle Übergriffe von Leuten, die schon lange vorher in unserem Lande waren, als seit einem Jahr. Mögen die Deutschen begreifen, dass Frankreich, Dänemark, Österreich, die USA u.a. auf dem falschen Dampfer sind und ich bete ausnahmsweise mal zu Irgendwem, dass sie aufwachen und nicht die Menschen und die Andersartigkeit verdammen sondern lieben lernen – im Sinne des Humanismus, der demokratischen Grundrechte und dem Respekt vor dem Leben. Hass und Diskriminierung haben dabei nichts zu suchen!

Los, lieber Pierre… fangen wir demnächst in mit unserer Öffentlichkeitsarbeit an öffentlichen Plätzen in Berlin an und schaffen wir für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen eine multikulturelle Welt, in der „Fremdenfeindlichkeit“ ein absolutes Fremdwort ist! Ich bin dabei, denn ich liebe es, in ferne Länder zu reisen, fremde Kulturen zu entdecken und allerlei Köstlichkeiten aus der ganzen Welt zu speisen. Und noch ein Satz zum Abschluss: Die Religionen gehen mir – gelinde gesagt – am Arsch vorbei, denn sie sind so unwichtig wie der Furz einer Weinbergschnecke.

 

In tiefer Freundschaft ebenfalls,

aus Frankfurt,


© Petra

Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

des Menschen höchstes Gut – neben seiner Gesundheit – ist die Freiheit. Freiheit hat viele Gesichter und was, wer, wie als frei empfindet obliegt den individuellen Vorstellungen. Das Gegenteil dessen ist das, was wir mit Ausgrenzung oder Diskriminierung bezeichnen. Wir wissen, was die Achtung der Menschenrechte bedeutet und wir wissen, dass wir Menschen jeglicher Couleur gleich behandeln müssen, tun es aber nicht. Nach aktuellen Untersuchungen wurde etwa jeder 3. Deutsche irgendwie diskriminiert und angegriffen. Schwule, Lesben, Ausländer, Behinderte… die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Es ist z.B. Fakt, dass Tätowierungen oder Piercings am Arbeitsplatz oft zum Ausschluss oder gar Ablehnung führen. Auf der einen Seite wollen wir Menschen, die aus der Reihe tanzen und anders sind, auf der anderen Seite betrachten wir sie wir exotische Wesen, jenseits der vernünftigen Normen, schütteln den Kopf oder zerreißen uns hinter vorgehaltener Hand heimlich den Mund. Ganz ehrlich, lieber Pierre, der Mensch langweilt mich mit seinen absurden Vorstellungen, wie etwas oder jemand zu sein hat. Ich kann es mir nicht verkneifen, unsere deutsche Nation als ein träges, stockkonservatives, verklemmtes Volk anzusehen, das imstande ist, ausländische Mitbürger als „Viehzeug“ zu bezeichnen oder kriminelle Gewalttaten gegen Andersartige (in ihren Augen) auszuüben. Elend schlecht wird es mir dabei, es ist zum Kotzen und ich habe nicht einmal ein wirksames Mittel dagegen.

Stellen wir das nun dem gegenüber, was wirklich dagegen helfen könnte, so ist es immer die Aufklärung der Menschen und die direkte Konfrontation mit ihren „Opfern“.  Auge in Auge sieht die Sache ganz anders aus, als es sich beim aggressiv geführten Stammtischgespräch, zeigt. Ich denke, die Aufklärung ist der Schlüssel zum Öffnen der verhakten Tür. Lieber Pierre, es ist ein echtes Geschenk, wenn ein Mensch nicht verfolgt und diskriminiert wird,  in Frieden leben kann, sich frei überall bewegen kann und das zum Ausdruck bringen darf, was ihn bewegt. Wir alle tun das und dort, wo gute Ansätze sind, gibt es auch stets Schattenseiten. Es gibt viele interessante Projekte (auch des Bundes) gegen Diskriminierung und für mehr Aufruf zu Toleranz in jeder Hinsicht. Deutschland ist ein Angstland. Die Deutschen leben in einem so reichen und freien Land und haben Angst um schlichtweg alles! Ihre Ängste gehen so weit, dass sie mit Versicherungen an der Spitze Europas stehen. Sie haben so viel Angst, dass es eine ganze Nation lähmen kann und die Medien tun ihr Übriges, um diese Ängste zu schüren.

Niemand kann sich komplett davon frei machen, nicht zu diskriminieren. Wir alle haben schon negative Worte gesagt und vielleicht nie darüber nachgedacht. Salopp etwas Abwertendes daher gesagt und es fällt uns vielleicht nicht einmal auf. Mein Appell wäre, generell ein achtenswertes Miteinander anzustreben und Menschen, wie dem türkischen Erdogan die rote Karte zu zeigen, denn er ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie Freiheit und Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Im Jahr 2016!

 

Ich sende herzliche Grüße,

 

Petra

© Petra M. Jansen

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Er brachte Orangen aus dem Süden. Saftig, fruchtig, delikat.

Sie gaben Datteln süß wie Zucker, gewachsen an Bäumen aus 1.001 Nacht.

Duftender Kaffee, gemahlen. Erfüllt sein sinnliches Aroma aus Kolumbien und

Peru.

Er sang das Lied des Friedens. Töne als Hoffnungsträger der Kultur.

Oasen, an denen Kamele ihre Höcker füllten, frei von Muss und Zwang.

Er kam und gab Früchte des Bodens, Baumwolle frisch gepflückt.

Verzaubert tanzte sie den Tanz des Leibes. Eine Heilige inmitten der

Männerwelt.

Frei sein verzaubert uns die Sinne.

Frei sein ist der Nabel zu einer multikulturellen Welt.

Braune Sauce, eklig, ungenießbar. Die von Glatzen tropft.

Schwarz-Weiß-Denken einer desolaten Nation.

Abgenabelt sein von der Welt.

Zertrümmert die Vielfalt, zerfetzt die Schönheit der Kulturen.

Sie gab ihm was der Boden hergab.

Er trat es mit Füßen.

So, wie sie alles mit Füßen treten.

Was die Welt bedeutet.


© Petra M. Jansen

 

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