L’eau est pour nous, les êtres vivants, un bien incontournable. C’est peut-être une vérité à la Palisse, mais je me dois de la répéter. Au cours de ma vie professionnelles, j’ai toujours à nouveau tourné des films sur sa pollution et sur le commerce qu’on en fait. D’après un nouveau rapport, près de 3 millions de ménages n’ont pas accès à de l’eau pure. Elle est souvent polluée par les insecticides et les herbicides, les nitrates et des bactéries de tous genres, provenant souvent du lisier que les paysans giclent sur leurs terres. C’est ici que deux facteurs se retrouvent nez-à-nez. Le problème de la santé publique et les besoins de l’agriculture. Pour préserver les nappes, des mesures draconiennes doivent être prises, que seules les élus peuvent décider. C’est une question de finances et d’économie locale. Imposer aux paysans des contraintes ne peut que résulter du législateur. C’est une des raisons pour lesquelles je réclame sa nationalisation. Et voici d’autres raisons pour que cela soit ainsi : Comme elle est vitale, l’accès pour nous tous devrait être libre. Je condamne sans rémission, que par les directives européennes il soit possible de remettre des concessions à des compagnies privées. Sa propagation devrait être à mon avis que du domaine public. Bien sûr il faut couvrir les frais que représentent son captage, sa transformation en eau potable pour nous tous et évidement aussi son traitement en aval lorsqu’elle a été utilisée. C’est normal, bien moins les profits qu’empochent certains trusts. Le consommateur n’a pas d’autre choix de l’utiliser, car ces compagnie en possèdent le monopole. Je trouve ceci complètement néfaste et serait prêt à revendiquer un retour à une gestion des communes en particulier. Weiterlesen…

Bayer, le géant de la chimie allemand, vient de racheter la maison Monsanto pour environ 60 milliards de dollars. Cette nouvelle fera sûrement bondir les écologistes pour lesquels le trust américain est synonyme de manipulateur génétique. C’est lui qui détient un monopole sur les semis de maïs en particulier. Ils ne peuvent qu’être utilisé qu’une fois, parce qu’ils ne se reproduisent pas. Une catastrophe en particuliers pour les agriculteurs africains, qui sont obligés de racheter chaque année de nouvelles graines. Cela les mène à la ruine. Cette marque a fait aussi la une des journaux avec un herbicide qui peut provoquer le cancer. Il n’est pas étonnant que des organisations mondiales comme Green Peace ne soient pas enchantées par une telle fusion, la plus grande reprise financière d’une multinationale s’outre-Rhin. Cela a été seulement possible à cause du taux d’intérêt le plus bas d’après-guerre. Il est assez étrange de constater que ce deal concerne aussi un des pays au monde pour qui l’écologie se trouve au sommet des revendications politiques. Le business rend cette opération possible, mais elle n’est sûrement pas dans l’optique de tous ceux qui soutiennent la défense de l’environnement. Une majorité du peuple allemand est prête à voter pour tous partis qui se consacrent d’une manière essentielle aux questions relatives à la nature. Je peux parfaitement m’imaginer que cette initiative créera des tensions. Monsanto est devenu le symbole d’une organisation qui se rebiffe contre tout ce qui pourrait être bio. Cela ne correspond probablement pas à toute la vérité, mais son renom est bien ancré dans les esprits. Pour ma part j’émets des réticences pour tout ce qui pourrait être considéré comme une atteinte à la nature. Les produits génétiquement préparés entrent pour moi dans cette catégorie. Même si les études déclarent qu’il ‚y a pas un danger immédiat pour l’homme, qui pourrait me prouver que cela ne sera pas le cas dans quelques générations? Weiterlesen…

Rostra-Ausrufezeichen

Ein bekanntes, aber wichtiges Thema für Männer und Frauen gleichermaßen. Als Verfechterin der absoluten Toleranz oder vielmehr Akzeptanz (Toleranz wäre lediglich „tolerieren“) von Tätowierungen und Piercings am Arbeitsplatz, muss ich den tatsächlich immer noch herrschenden Vorurteilen entgegenwirken. In der heutigen Zeit darf das nicht zum Thema bei Bewerbungsgesprächen und der Auswahl der richtigen Jobpartner werden. Das Business gleicht in Deutschland mehr und mehr der Pfeife-rauchenden Schlipsträger, die dermaßen verklemmt sind, dass sie ganz normale Dinge nicht dulden. Eine Personalberaterin warf eine Bewerberin mit den Worten „Tattoos lasse ich ja noch gelten, aber High Heels und Piercings, das geht nicht“ aus dem Büro. Die Dame hatte offenbar Angst um ihre eigene Wahrnehmung oder Komplexe, weil sie selbst an eine biedere Trockenpflaume erinnerte. Die Forderung nach mehr Professionalität im Business hat gar nichts mit den Äußerlichkeiten zu tun und ist eher eine Frage der Ausbildung und der bisherigen Referenzen. Das sollte eine professionelle Beraterin ebenso sehen und zumindest die Chance einräumen, der Bewerberin wenigstens die Möglichkeit zu geben, gleichberechtigt behandelt zu werden. Ich erlebe es leider in Deutschland immer wieder, dass exzentrisch aussehende Menschen im klassischen Industriebereich nicht erwünscht sind. In der Kunst, Musik oder Kultur-und Modewelt sind aber gerade das die Attribute, die wir damit verbinden oder sogar schon voraussetzen.  Soll das nun heißen, dass eine tätowierte Fachkraft, die gerne hohe Schuhe und ausgefallene Kleidung mag, im klassischen Business ungeeigneter ist? Ich finde das vorurteilsbehaftet, engstirnig und diffamierend. Gerade die reservierten, hochgeschlossenen Businessdamen lassen sich auspeitschen und wehe dem, sie werden losgelassen. Dann geht´s aber entweder bestrapst mit Domina-Latex-Ausstattung frivol zur Sache, sie leben 24/7 nach Anweisung eines Don(ald)s als harmonisierenden Ausgleich ihres steifen und konservativen Gebahrens oder sind dauergeil bei „Fifty Shades Of Grey“ (und vergleichbarem Unsinn).  Andersrum schauen wir uns die Business-Herren an: wie viele davon landen heimlich im Bordell? Jede Menge, glauben Sie mir.

Ich verabscheue als frei denkender und handelnder Mensch geistige Unfreiheit. Es grenzt an eine Klassifizierung und eine Kategorisierung aus längst vergangenen Zeiten, in denen wir noch ins Plumpsklo geschissen haben. Verzeihung, aber mich regt eine Einteilung in „Ich bin Business-tauglich und du bist zu exotisch und extravagant“ auf. Eine Gesellschaft lebt, indem unterschiedliche Interessen, Kulturen, Mode-Trends o.ä. zusammen kommen und es steht nirgends, dass eine hochdiplomierte, exzellent ausgebildete Fachkraft nicht tätowiert, gepierct oder appetitlich gekleidet sein darf. Wenn Frauen dann auf Frauen treffen und die „Machtfrau“ das Sagen hat, dann sage ich gute Nacht, denn das geht nicht gut. Das dürfte aber wohl kaum an dem vordergründigen Erscheinungsbild liegen sondern vielmehr an dem Neid, der Missgunst oder der versteckten Konkurrenz-Angst der Entscheider-Dame. Und wenn eine hübsche Frau nun einmal Lederkleidung mag oder Körperschmuck, was ist daran so schlimm? Es wird Zeit, dass das Business ein wenig aufmischt und die Karten neu verteilt werden. Eine derart verstaubte zähflüssige Geistes-Masse finden wir auch nur in Deutschland. Kreativität bedeutet unangepasst-Sein und genau das verkörpern Menschen, die nicht nach der Etikette funktionieren oder sich an eine Industrie-Kleiderordnung halten. Liebe Entscheider im Business – wachen Sie auf aus Ihrer Lethargie. Menschen sind keine Puppen, die sie ankleiden und bewegen können wie SIE es wollen und ein wenig optisches Highlight hat auch im Business noch niemandem geschadet. Uns schaden eher der Balken der Etikette und die steifen Regeln im klassischen Business.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

 

 

Ostern? Feiern Sie das auch? Gehört sich so, oder?! Schließlich werden wir schon seit Wochen auf das große Ereignis vorbereitet. Der Handel, die Marktwirtschaft, vergisst uns nicht. Das ist eigentlich ´ne geile Sache. Man braucht sich um nahezu nichts mehr zu kümmern. Ständig und überall wird man daran erinnert. Und, wenn man an Ostern keine Zeit hat oder keinen Bock darauf – kein Problem! – bunte Eier gibt es ja das ganze Jahr. Die offizielle Begründung (so ließ ich mir erläutern!): Bunte Eier halten sich länger! Verstanden? Ich nicht, aber ist gut so! Die Wirtschaft passt auf mich auf. So ein bisschen Osterflair im August zum Frühstück mit farbigen Eiern: da lacht das Herz! Ich hab auch erfahren, dass Ostern einen religiösen Hintergrund hat. Ja! Das hat nämlich mit dem Jesus zu tun. Der ist die Tage aufgefahren – gen Himmel! Hat mir auch jemand kluges erklärt. Was ein Glück, dass ich so viele gescheite Leute kenne. Es soll auch andere geben … Da wirst Du gefragt, ob Ostern ein neues Video-Spiel ist. „Voll viele Eier, äh!“.

Dass die Religiosität zurückgeht heutzutage – und das nicht erst seit gestern – ist nicht ganz so schlimm. Auch diesbezüglich weiß man mir zu berichten: Mit jedem Stück Erkenntnis, dass die Wissenschaft aufdeckt, verschwindet gleichzeitig ein Stück Unkenntnis. Das ist schon mal eine wissenschaftliche Erkenntnis! Oder?! Was weiß ich … Jedenfalls, was das Unbekannte angeht, hat die Religion die Aufgabe, das zu klären. Und es gibt halt immer weniger zu klären. Deswegen auch immer weniger Religion. Soweit verstanden?! Tja, frag mich nur … Der oder die normale Durchschnittsdeutsche weiß Bescheid, lässt sich nicht mehr so einfach über den Tisch ziehen. Nichts von wegen „X für ein U und so“. Es geht schließlich um Qualitätsbewusstsein. Man kennt die Tricks des Marktes. „Hallo, Herr Nachbar! Alles bestens! Was? Schon wieder ein neues Smartphone?! Iss ja ein Ding!“. Sorry, war der Müller von nebenan. Der hat immer die neuesten Modelle bei dem Technikkram. Der ist auf Zack, Mann! Wenn ich Fragen hab, der hat immer ein offenes Ohr. Der weiß, was Du kaufen musst!

Der Mertens die Straße runter, zum Beispiel, der hat das überhaupt nicht im Griff. Der labert irgendetwas von „Kultur der Reparatur!“. Leute! Wenn Du bei dem ins Haus gehst, das ist wie ein Museum. Da stehen Möbel und Technikzeugs rum, das ist noch aus der Zeit um das Jahr 2000. Uralt! Freunde, wie kann man nur so leben?! Und so lange das funktioniert, kann der sich nicht trennen. Da gibt es einen Fachbegriff für … „Messi“ oder so. Wenn das nicht mehr so funktioniert, dann wurschtelt der so lange, bis das Ding wieder einigermaßen funktioniert. Wie kann man sich so etwas antun?! Eine seiner Lieblingswörter ist „Ersatzteil“. Das Wort gebrauche ich nie, geschweige denn, dass ich so ein Teil brauche. Mobil erreichbar war er lange Zeit nicht. Abgesehen davon, dass er eh kaum aus dem Haus geht. Frag mich keiner, wie lange ich gebraucht habe, den davon zu überzeugen, dass er ein Mobiltelefon braucht. Wie soll ich den denn sonst erreichen? Ständig auf dem Festnetz anrufen oder was?! Mann, ich kann Euch sagen … Aber das mit seinem – wie hieß das Teil nochmal? Ach so – „Handy“: die gleiche Litanei! Das ist noch gut! Der läuft mit so einem Klotz rum. Antenne raus und Drucktasten. Verstehste? Drucktasten! No-Go, oder? Sagte der doch neulich, da sei Gold und anderes Edelmetallkrams drin. Altes Handy und Gold, verstehste?! Unfassbar!

Das ist halt so, wenn Du die Gesetze des Marktes nicht beherrschst, dann kommst Du unter die Räder. Erklär´ das mal dem Mertens … Keine Chance! Der versteht auch nicht, dass ich öfter diese Musiksendung gucke. Die mit „Voice“ und so. Total spannend! Da sitzen irgendwelche berühmten Leute. Wer? Ist doch egal! Kenne ich nicht alle. Also: da singt jemand inkognito. Die hören zu. Und wenn es ihnen gefällt, müssen die auf diesen Dings, den Buzzer, hauen. Dann umarmen die sich voll und der oder die wird dann irgendwie gecoacht. Da ist vielleicht etwas los, kann ich Dir sagen. Wie die gecoacht werden? Keine Ahnung, siehste nicht. Ist doch auch egal. Jedenfalls die Person ist dann weg und es geht wieder von vorn los. Boah, dieses Mitfiebern! Und was viele nicht merken: Die Sendung ist total geschickt mit Werbung verknüpft. Wer da noch in den Keller geht, Bier holen, oder aufs Klo. Ich sag nur: selbst schuld! Besser kann der Bürger doch nicht angeleitet werden, was er so an wichtigen Dingen braucht. Und das noch mit Unterhaltung!

Wenn einer hier den Überblick hat, dann bin ich es!

Logo_RM01_as-150

Lieber Pierre
Es ist eine feine Gradwanderung zwischen freiem kreativen Schaffen und der Business-Welt, die miteinander kollidiert. Rebellen, früher wie heute, zeichnen sich durch extrem unangepasstes Verhalten aus. Bei mir bedeutet das dennoch niemals im Konflikt zwischen ethischem, respektvollem und sozialem Engagement. Kreativität bedeutet Freiheit in jeder Hinsicht, zuerst im Kopf. Was daraus entsteht ist oftmals höchst produktives Gut, das auch die Geschäftswelt gerne nutzt. Schon oft im Leben bin ich an die Grenzen gestoßen mit Sozialkritik, der Förderung von harten Musikgenres oder sprachlichem Diskurs und auch ich habe verdammt gute Jobs sausen lassen, weil sie nicht in mein Konzept von Würde, Respekt, Toleranz und Ethik gepasst haben. Unterordnung ist nicht eine meiner und nicht eine der Stärken eines Journalisten oder künstlerisch ausdrucksvollen Menschen. Hatte ich früher die Vorstellung, beides wäre kompatibel miteinander, so gerate ich in den letzten Jahren schwer in Zweifel. Wer zahlt, hat das Sagen. Punkt. Sie kriegen die Klappe zwar am Stammtisch auf oder wenn sie einen kleinen Lichtblick in dem täglichen Dasein haben, aber die Wenigsten setzen dies konsequent um, vor lauter Angst, den Job zu verlieren oder den eigenen Ruf zu schädigen. Ich bin tätowiert, lieber Pierre, das weißt Du. Ich trage was ich möchte und ich sage was ich möchte. Dazu gibt es die Sozialkritik, die öffentliche Meinung und genau aus diesem Grund verstehen wir beide uns seit vielen Jahren so gut. Ein Riesenverlags-Angebot hatte ich einst ausgeschlagen, weil ich nicht unter einem Pseudonym schreiben wollte. Menschen, die kämpfen für etwas, was nicht angepasst ist, haben es schwer. Noch sind die Vorurteile in den Köpfen nicht verschwunden und vielleicht wird das auch nie geschehen. Homosexualität rang um die Gleichstellung und nun endlich kommt Licht in diese Diskriminierung. Heavy Metal Liebhaber sind extrem sozial eingestellte Menschen und sehr, sehr viele arbeiten im sozialen Bereich, wie z.B. Deutsches Rotes Kreuz, bei den Arbeiter Samaritern, ehrenamtlich bei der Tafel oder der Notfall-Ambulanz. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dies alles zu verstehen und die Vorurteile aus dem Köpfen zu verbannen. Die Business-Welt ist steif, ich kann wenig damit anfangen, obwohl ich das alles von der Pike auf gelernt und auch praktiziert habe. Sind es nun zwei Welten, in denen wir uns bewegen? Wirtschaftlich die Business-Welt, die alles bestimmt und unterordnet und künstlerisch die freie Welt ohne Zensur? Ja, behaupte ich und ich klatsche in die Hände…höre nicht mehr auf damit….bei Jedem, der einer geistigen Starre was entgegen setzt. Business hat Kommerz geschaffen, die Konsumschleife zugezogen, Machtverhältnisse klar definiert und die Menschen bleiben mehr und mehr auf der Strecke. Gehen sie dann vor Erschöpfung in die Psychologie, Psychiatrie oder Genesungs-Anstalten, sollten wir uns fragen, warum? In den USA hat man andere Modelle entwickelt, da sind sie uns voraus. Hier in Deutschland herrscht die Heimlichkeit und der Gedanke „damit will ich nicht gesehen/ in Verbindung gebracht werden.“ Fatal. Rebellen sterben nie. Aber eines dürfte klar sein: der Businesswelt geht ein immenses Potential verloren, wenn sie die Menschen, die exzellent ausgebildet sind und zudem kreativ frei – und auch frei von Konventionen – verurteilen, weil das nicht ins Bild von Corporate Identity und Firmenphilosophie passt. Business lebt von Ideen. Die Kreativität und der Freigeist der Rebellen steht nicht unbedingt in Kollision damit, wenn man versteht, dass Menschen unbequeme Wege gehen müssen, um wirklich gut zu sein. Sie sollten tolerant bleiben und sich damit auseinandersetzen, um nicht geistig verklebt mit Schlips und Anzug weiterhin heimlich zu Puff-Gängern zu werden und innerlich zu pervertieren. Du weißt, was ich damit sagen will, lieber Pierre. Prestige und Geld hat schon oft mehr zerstört als konstruktiv aufgebaut. Free your mind!

 

Mit besten Gedanken,
Petra

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

Logo_RM01_as-150

Liebe Petra,

was gibt es Wertvolleres für einen Intellektuellen oder einen Künstler als die Meinungsfreiheit? Immer wieder steht sie in der Schusslinie von Menschen, die einen Hang zur Macht haben. Der schrecklichste Angriff gegen dieses hart erkämpfte Gut, war das Attentat gegen Charly Hebdo. Hier wollten die Täter die Geistesfreiheit mit einem Maschinengewehr ausschalten. Ohne aber Blut zu vergießen, wächst der Hang zur Intoleranz und dieser Tage gab es dazu ein neues Beispiel aus Frankreich. Der Hauptaktionär eines kommerziellen Fernsehsenders wollte eine satirische Sendung, die einen Kultcharakter hat, killen, aus welchem Grund auch immer. Er ist einer der Barone der französischen Wirtschaft und übt sehr viel Macht aus. Die Reaktion dagegen war mehr als positiv. Die Politik, die von den „Guignols“ scharf attackiert wird, stemmte sich gegen diese Absicht und zeigte Solidarität zu den Machern. Von François Hollande, der die Satire als ein nationales Kulturgut beschreibt, bis zum ehemaligen konservativen Premier, Alain Juppé, alle protestierten. Dazu auch zehntausende Zuschauer, die dem Sender eine Petition zukommen ließen. Der Entschluss die Sendung aus dem Programm zu nehmen, wurde einen Tag später rückgängig gemacht und ist der Beweis, dass es sich lohnt, für die Freiheit zu kämpfen.

Die Meinungsfreiheit ist eingeschränkt, wenn es um Geld geht. Der Starfotograf Juergen Teller hat in einem Interview des SZ-Magasins gesagt: (Zitat) „Die Freiheit stirbt in der Sekunde, in der du einen kommerziellen Job annimmst“. Diese Behauptung hat ihre Richtigkeit. Aber Teller hat auch bewiesen, wie man sich gegen solch eine Tatsache verhalten kann. Als Kontrapunkt zu seinen beruflichen Aktivitäten, macht er große künstlerischen Aktionen, wo er sich oder andere in Szene setzt, wie zum Beispiel die fotografische Reihe, in der er Nacktaufnahmen von Charlotte Rampling oder sich selbst veröffentlicht. Auch wenn ich bedaure, dass es keine totale Freiheit bei Auftragsproduktionen geben kann, sehe ich in diesem Beispiel ein Ventil für seine Selbstverwirklichung. Anders zum Beispiel in China, wo große Künstler wie Ai Weiwei in Hausarrest gesteckt werden, weil sie ganz einfach das Regime stören. Solch eine Entwicklung, liebe Petra, nimmt mehr und mehr Überhand und muss abgewandt werden. Was den Künstlern widerfährt, kann eines Tages den einfachen Bürger erfassen und wenn der Geist angegriffen wird, ist es das Ende der Demokratie und des Friedens. Dann ist der Weg zur entarteten Kunst oder zur Vernichtung einer uralten Kultur durch die IS in Mossul oder anderswo geebnet. Er hat immer als Ziel, die Unterdrückung von Menschen um Macht zu beweisen.

Ich habe persönlich immer vehement für meine Meinungsfreiheit gekämpft und das mit einem gewissen Erfolg. Wenn der Versuch unternommen wurde mich einzuschränken, habe ich immer das Grundgesetz zitiert, in dem die freie Wortwahl als Stütze unserer Demokratie bezeichnet wird. Niemand konnte mich biegen und darauf bin ich gewissermaßen Stolz. Aber liebe Petra, im Detail steckt oft der Wurm. In dem Augenblick, in dem man finanziell abhängig ist, werden viele vorsichtiger und kastrieren sich selbst, das nennt man im Fachjargon die Schere im Kopf. Das ist eine schleichende Eigenzensur, die höchst pervers ist. Ich weiß nicht wie ich es geschaffen habe, davon keinen Gebrauch gemacht zu haben, vielleicht war ich zu blauäugig. Ich habe mir nie so sehr Gedanken über die persönliche Konsequenzen gemacht, und das auch, wenn meine Familie sehr darunter gelitten hätte. Ich habe drei Jobs aus prinzipiellen Gründen an den Haken gehängt und das mit Frau und Kind. Ich war nie bereit, Kröten zu schlucken und bin es heute auch nicht! Auch wenn es dem Geschäft schaden würde, werde ich niemals meinen Geist aus opportunistischen Gründen in den Müll werfen, glaube mir!

Noch eines, Liebe Petra, wenn alles in dieser Welt so schief geht, liegt es daran, dass sich immer mehr Menschen anpassen und fatalistisch alles über sich ergehen lassen. Es ist unsere Aufgabe uns als Literaten oder Journalisten gegen die Willkür zu stemmen, zu kämpfen. Wir können nicht neutral sein.

In diesem Sinne

Herzlichst,
Pierre
//pm