Lieber Pierre,

wer nichts aus der Geschichte gelernt hat und nicht begriffen hat, dass Demokratie und Freiheit auch Respekt der Menschenrechte, keinerlei Ausgrenzung und Diskriminierung beinhalten, ist in meinen Augen entweder ein tatsächlich hasserfüllter, frustrierter Mensch oder geistig stehengeblieben. Zu deinem Fall ein kurzes Wort: Frankfurt ist so international (Börse, Messen, Internationaler Flughafen, Finanz-Drehscheibe Europas), dass so etwas hier kaum vorkommt. Geht man durch die City gibt es überall Plakate, Aufrufe, Events im Namen der Hilfe für Flüchtlinge und anderer Nationen/ Projekte. Bunt gemischt sitzen die Leute auf den Stufen an der Hauptwache friedlich beisammen. Ich will damit nicht sagen, dass es hier keinen Fundamentalismus gibt, aber deutlich weniger als in anderen Regionen Deutschlands. Dein Fall grenzt nahe an die ehemalige DDR und dieser Stadtteil ist zudem ein Brennpunkt und dass der Osten unserer Republik ein immenses Problem mit den brauen Pöbeln hat, dürfte sich bereits rumgesprochen haben. Härter durchgreifen, lautet die Aufforderung und Devise und das scheint auch zu passieren. Erst vorgestern wurden fünf mutmaßliche Neonazis in Haft genommen, landesweit werden Razzien durchgeführt und auch die Medien klären zunehmend mehr auf. Das zeigt, dass die Problematik durchaus ernst genommen wird und hoffentlich noch akribischer dagegen vorgegangen wird. Sollte durchaus ein Motto des kommenden Wahlkampfes sein und die Menschen müssen klar und deutlich über die Konsequenzen aufgeklärt werden. Unverständlich ist die Angst der Deutschen vor der Globalisierung und absolut unverständlich ihre Ängste, dass man ihnen etwas wegnehmen könnte. Was sind wir? Egoisten, die glauben, alleine bestehen zu können und unabhängig vom Rest der Welt unser Land aufrechterhalten zu können? Niemals – das hat man ja an der DDR gesehen, was dabei rauskommt. Grau, marode, pleite, Inzucht und noch immer haben dort einige nicht gelernt, mit der demokratischen Freiheit umzugehen. Mir das deutsche Gemecker furchtbar auf die Nerven…wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und diese Wohlstandsärsche haben Angst? Ja, vor oder um was denn? Sie sollten Angst davor haben, dass die Demokratie den Bach runtergeht und das dumme Volk vielleicht wieder so ein entsetzliches Drama erlebt, wie zu Hitlers Zeiten.  Nieder mit seinem Haus in Österreich (was gibt´s da überhaupt zu diskutieren?). Weg mit seinem kranken Gedankengut und einen Tritt in den Arsch für die brauen Populisten. Knallhart und ohne Umschweife, da gibt es keine Gnade, denn sie kennen auch keine Gnade.

Lieber Pierre, wir alle können eine Menge tun: Immer wieder Aufklärung und jeden an den Pranger stellen, der auffällig ist. Im Internet bietet sich uns neuerdings die Möglichkeit, Screenshots zu machen und diese direkt mit – falls möglich – Namen etc. an die ortsansässige Polizei zu melden. Sie sind jetzt verpflichtet, diese Meldung weiterzugeben, zu prüfen und ggf. Schritte einzuleiten. Es ist nicht selten, dass Menschen in der Internetwelt, Neonazis auffliegen lassen, wie du weißt. Sie sind einigen auf den Versen, aber – wie es so ist – sind die Großen selten zu fassen. Sie outen sich nicht und ihre Profile geben nur banales Zeug her. Zudem stimmt ihre Identität oft nicht.  Heute auch meine Bitte an die Leserinnen und Leser: Machen Sie sich klar, dass auch IHRE Freiheit und Demokratie auf dem Spiel steht, wenn sie wegsehen oder nicht aktiv etwas gegen Rechtspopulismus tun. Wählen Sie keine Partei mit rechtsradikalen Inhalten und behalten sie einen weltoffenen, multikulturellen Blick.

Das Volk glaubt, seinen Unmut über soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten mit Hilfe von „Gegen-Parteien“ als eine Art Denkzettel ausdrücken zu können und später sagen sie „aber das wollte ich doch so gar nicht.“ Genau darin liegt der Fehler. Der Schuss kann schnell nach hinten losgehen und wenn es einmal vorbei ist mit Toleranz und Weltoffenheit, ist es bekanntermaßen zu spät und wir sitzen alle in der Falle. Geben sie den hasserfüllten Kommentaren der Rassisten nicht nach und nehmen sie den Kampf auf, ihrer eigenen Freiheit zuliebe.

Lieber Pierre, wir beide tun das – nicht nur immer wieder hier auf dem rostra.magazin, sondern auch aktiv im Leben. Ich gebe derzeit Deutschunterricht bei der Flüchtlingshilfe und es macht mir Spaß mit diesen Menschen zu arbeiten. Sie sind so dankbar, so lernwillig und schauen wir die Statistik an, gab es mehr kriminelle Übergriffe von Leuten, die schon lange vorher in unserem Lande waren, als seit einem Jahr. Mögen die Deutschen begreifen, dass Frankreich, Dänemark, Österreich, die USA u.a. auf dem falschen Dampfer sind und ich bete ausnahmsweise mal zu Irgendwem, dass sie aufwachen und nicht die Menschen und die Andersartigkeit verdammen sondern lieben lernen – im Sinne des Humanismus, der demokratischen Grundrechte und dem Respekt vor dem Leben. Hass und Diskriminierung haben dabei nichts zu suchen!

Los, lieber Pierre… fangen wir demnächst in mit unserer Öffentlichkeitsarbeit an öffentlichen Plätzen in Berlin an und schaffen wir für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen eine multikulturelle Welt, in der „Fremdenfeindlichkeit“ ein absolutes Fremdwort ist! Ich bin dabei, denn ich liebe es, in ferne Länder zu reisen, fremde Kulturen zu entdecken und allerlei Köstlichkeiten aus der ganzen Welt zu speisen. Und noch ein Satz zum Abschluss: Die Religionen gehen mir – gelinde gesagt – am Arsch vorbei, denn sie sind so unwichtig wie der Furz einer Weinbergschnecke.

 

In tiefer Freundschaft ebenfalls,

aus Frankfurt,


© Petra

Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

es wäre mit lieber gewesen, die Champagner-Korken knallen zu lassen, aber ich habe wieder Anlass zur großen Sorge, was unsere Demokratie angeht. In meiner Umgebung wurde jemand verbal übel angegriffen und mit Morddrohungen beschimpft und das, weil diese Person sich politisch gegen jede Form von Willkür öffentlich stemmt. Nach meinen Recherchen stehen Basismitglieder der demokratischen Parteien immer mehr unter Druck, mit der Absicht sie einzuschüchtern und das erinnert an die Zustände ab 1930 in der Weimarer Republik. Jeder weiß, dass die Rechtsextremisten immer virulenter werden. Sie zu überzeugen, Vernunft anzunehmen und ihre Thesen offen zu debattieren, stoßen auf Ablehnung. Sie greifen lieber alle an, die sie nicht anhimmeln, wie zum Beispiel „die Lügen-Presse“ – so einfach sind sie gestrickt. Wenn diese Horden von Hass-getriebenen Menschen nicht Zuwachs bekämen, könnte man von einer marginalen Bewegung sprechen, die sie statistisch noch sind und doch sollte man solche Auswüchse nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie du weißt, liebe Petra, ich bin ein Kämpfer, der alles tut, um seinen Optimismus im Dienste einer gerechten Sache walten zu lassen. Ich muss zugeben, dass es mir jetzt äußerst schwerfällt, aber es gibt keinen anderen Weg. Das Schlimmste wäre, sich in eine innere, Immigration zu begeben. Was wären die Ansätze mit denen man in die Öffentlichkeit gehen sollte? Ich habe sehr präzise Vorstellungen wie das gehen sollte:

a.

Der Bevölkerung muss klar erklärt werden, was ihnen die Demokratie gebracht hat. Das Grundgesetz sollte in den Schulen erklärt werden und dies vor allem, wenn es darum, die Vorteile im täglichen Leben zu unterstreichen. Es geht um ein friedliches Zusammenleben, bei dem jeder sowohl Vorteile als auch Pflichten hat und dass dafür ständig gekämpft werden muss, sollte vor allem bei den Kids klargestellt werden.

b.

Im Kampf um die Demokratie kann leider oft festgestellt werden, dass die Polizei, der Verfassungsschutz und die Justiz wegschauen. Die Strafen, wenn es um Delikte gegen unsere politische Grundordnung geht, sind viel zu milde. Es sollte vorab härter eingegriffen werden. Die potentiellen Täter sollte klar erfahren, was ihnen blüht, wenn die Faust das sagen hat, deshalb sollte die Frage der politischen Gewalt zum Thema bei der Bundestagswahl werden. Es geht nicht, wenn Bilder gezeigt werden, wo Angela Merkel am Galgen baumelt.

c.

Auch, wenn es schwierig erscheinen mag, sollte offensiv argumentiert werden und das natürlich auch mit der AfD, die bekannter Weise sich nicht scheut, zu provozieren. Stärker denn je Paroli zu bieten, soll die Regel sein. Es gehört Mut dazu, aber das verlangt einfach die Demokratie.

In dem Fall, der Anlass für diesen Brief ist, ist die betroffene Person schwer entschlossen, weiter für die Freiheit und die Toleranz zu kämpfen. Schlapp machen kommt niemals in Frage, wie man mir sagte, im Gegenteil! Jede Art von Kapitulation würde als Zugeständnis zur Gewalt bedeuten und wir haben viel zu verlieren.

Ich appelliere somit die Leser, sich darüber Gedanken zu machen und wenn es noch nicht der Fall ist, sich zu engagieren.

 

In tiefer Freundschaft

Pierre

 

//pm

Muss die Political Correctness abgeschafft werden? Gibt es ohne Political Correctness weniger Rechtsextremismus? Fördert Political Correctness das Abdriften in die Radikalität als Reaktion auf Sprechtabus?

Winfried Kretschmann äußerte einmal, Political Correctness sei eine Art Gesetz, dessen Abschaffung oder Änderung man fordern könne. Auf dem Grünen-Parteitag sagte er:

„Wir dürfen es mit der Political Correctness nicht übertreiben!“

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist überzeugt, die Political Correctness sei überzogen worden.

Betrachten wir Political Correctness einmal näher: „eine Chiffre für eine über Jahrzehnte dauernde Anstrengung, die Zivilisation und ihre Werte als Errungenschaft zu betrachten, an der nichtweiße Menschen genauso einen Anteil tragen wie weiße“ (Mely Kiyak in zeit.de). Amerikanische Studenten gruben diesen vergessenen Begriff der politischen Korrektheit aus und benutzten ihn in ironischer Weise. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass es doch nicht sein kann, dass auf amerikanischen Universitäten immer nur Bezug auf weiße Männer genommen wurde, aber nie auf Frauen, Schwarze und andere Minderheiten. Und tatsächlich stellte man fest, dass durch das Ignorieren von bedeutenden Schriften und Denkern aus anderen Teilen der Welt eine Gewichtung und Benachteiligung stattgefunden hatte. Political Correctness wollte anfangs vor allem die Reflexion über eine unverhältnismäßige Hierarchisierung von Minderheiten, fremden Völkern und ihren Kulturleistungen erreichen.

Halten Grundsätze der Demokratie wie das Wahlrecht und Rechtssicherheit für Minderheiten nicht nur auf dem Papier, sondern auch dem realen Leben stand? Menschenrechte speisen sich aus dem Reden über Benachteiligte. Sprache ist der Indikator für den Wert, den Minderheiten im öffentlichen Diskurs haben. Man kann sie mit Sprache bloßstellen und diffamieren, man kann sie auch schützen und integrieren. Meistens sind es die Benachteiligten selbst, die auf ihre Gleichberechtigung pochen. Political Correctness ist ihr Versuch, sich zu emanzipieren. Die Widerstände, mit denen sie zu kämpfen haben, zeigen die Notwendigkeit ihres Kampfes.

Political Correctness kann man nicht überziehen oder übertreiben. Es sei denn, man hat genug vom Denken und der Erfordernis, Gleichheit unter Menschen zu schaffen. Genug davon, Vielfalt als Gleichwertigkeit zu betrachten. Wer degradierende Begriffe für zum Beispiel Schwarze, Homosexuelle oder Muslime im politischen Diskurs für unverzichtbar hält, muss von vorn beginnen. Nicht diejenigen, die diesen Zivilisationssprung schon hinter sich gebracht haben, müssen sich den politisch Unkorrekten anpassen, sondern umgekehrt.

Es gibt niemanden Bestimmtes, der für Political Correctness zuständig ist. Es gibt keine Instanz, die Verstöße sanktionieren kann. Es handelt sich um einen Diskurs. Ein öffentliches Gespräch, das gleichzeitig die Ungleichheit illustriert. Die Mehrheit der Sprechenden gehört keiner gesellschaftlichen Minderheit an.

Wenn Politiker in Zeiten von Angriffen auf Minderheiten fordern, es müsse erlaubt sein, offen Probleme der Integration zu benennen, dann wird es düster: Wir haben in Deutschland viele Probleme, aber sicher keines damit, dass man sich nicht jederzeit rassistisch, widerwärtig und primitiv im öffentlichen Raum äußern dürfe. Die öffentlichen Talkshows wären ohne die permanente Infragestellung von Minderheiten und ihrer angeblich mangelnden Integrationsfähigkeit aufgeschmissen. So weit sind wir schon …

Mutig wäre es, wenn einer auf den Tisch hauen und sagen würde: Schluss mit dem ekelhaften, dummen und unaufgeklärten Geschwätz über die Fremden, die Ausländer, Schwulen, Muslime oder Flüchtlinge. Das würde Eindruck machen! Unserem Land fehlt der Mut zur Aufklärung, Anstand und Eleganz im Umgang mit Mitmenschen. Es ist nämlich eine Ehre, in Sprache und Handeln politisch, ökonomisch, sozial und einfach menschlich korrekt zu sein.

Political Correctness beginnt schon im Kindesalter. „Das sagt man nicht!“ oder „Darüber spricht man nicht!“. Sie ist auf die eine Weise eine Art Maulkorb. Achten wir darauf, dass sie uns nicht in die Unfähigkeit führt, Kritik zu äußern. Anderseits dürfen wir nicht dem Glauben verfallen, wenn man mit „Dreck“ auf andere wirft, hierdurch auch nur ein Problem lösen zu können. Das Stichwort ist „Soziale Kompetenz“! Demokratie lebt von der Macht des Wortes, geäußert in Respekt vor den Anderen; wer immer die auch sind …

Was will Jill Stein?

Stein – Präsidentschaftskandidatin der Green Party – hatte einen Antrag auf Nachzählung der Stimmen am Freitag in Wisconsin eingereicht. Weitere Anträge für die Bundesstaaten Pennsylvania und Michigan sollen in den nächsten Tagen folgen. Auf ihrer Webseite schreibt die Grüne, sie habe bislang mehr als 6,2 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, um Gebühren und Anwälte zu bezahlen. Stein schätzt die notwendige Summe für Nachzählungen in den drei Staaten auf sechs bis sieben Millionen. Trump warf ihr vor, mit der Aktion ihre Finanzen aufbessern zu wollen.

Woher kommt der Vorwurf des Wahlbetrugs in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan?

Der Vorwurf geht auf den Computerwissenschaftler J. Alex Halderman zurück. Halderman warnt seit Jahren, dass Wahlmaschinen nicht sicher sind. Nach den jüngsten Wahlen hatten er und der Wahlrechtsexperte John Bonifaz festgestellt, dass es in Wisconsin auffällige Abweichungen gegeben habe. In Countys, in denen papierlos gewählt wurde, habe Clinton sieben Prozent weniger Stimmen erhalten als in Wahlbezirken, die Scanner oder Wahlzettel benutzen. Nach einem Bericht des „New York Magazine“ schrieb Halderman, die Abweichung von Umfragen, die vor der Wahl erhoben wurden, sei „wahrscheinlich“ nicht eine Folge von Cyberattacken. Trotzdem plädiert er für eine Überprüfung des Wahlergebnisses – um sicherzugehen!

Warum will Clintons Wahlkampfteam neu auszählen lassen?

Clintons Wahlkampfteam hat sich Haldermans zurückhaltender Argumentation am Samstag angeschlossen. Ihr Anwalt erklärte, von sich aus hätte die Kampagne keine Neuauszählung beantragt. Nachdem allerdings eine Neuauszählung in Wisconsin beantragt sei, wolle man daran teilnehmen, „um sicherzustellen, dass der Prozess auf eine Weise abläuft, die fair für alle Seiten ist“. So werde man es auch in Pennsylvania und Michigan handhaben. Mit anderen Worten: Man versteckt sich hinter Jill Stein, um nicht den Eindruck zu erwecken, das Wahlergebnis anzuzweifeln.

Michigan allein hat nur 16 Wahlmännerstimmen und würde am Ergebnis nichts ändern. Ganz anders sähe es aus, wenn Trump – was sehr unwahrscheinlich ist – nicht nur Michigan, sondern auch Wisconsin und Pennsylvania verlieren würde. Trump würde damit insgesamt 46 Wahlmännerstimmen verlieren, die folglich Clinton zufallen würden. Im „electoral college“ stünde es dann nicht mehr, 290 zu 232 für Trump, sondern 244 zu 278 für Clinton. Damit hätte sie die Wahl gewonnen. Dennoch ist das sehr unwahrscheinlich.

Gab es Wahlbetrug?

Unregelmäßigkeiten gibt es bei Wahlen in den USA öfter. Das liegt am Fehlen eines Melderegisters und an der Verwendung von Wahlmaschinen. Für Trump selbst gibt es Wahlbetrug nur, wenn er verliert: In einem Tweet, den er um 01.31 Uhr in der Nacht zum Montag absetzte, schreibt er, es gebe „Wahlbetrug in Virginia, New Hampshire und Kalifornien – warum berichten die Medien nicht darüber?“ Seine Antwort: Die Medien seien tendenziös. Virginia, New Hampshire und Kalifornien hat allesamt Clinton gewonnen.

Hat das FBI „Wahlkampfhilfe“ für Trump geleistet?

Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Clinton war von 2009 bis 2013 US-Außenministerin. In dieser Zeit soll sie über ihren privaten E-Mail-Server rund 60.000 Nachrichten verschickt oder bekommen haben. Das FBI warf Clinton vor, extrem leichtsinnig mit streng geheimen Informationen umgegangen zu sein. Es sah aber keine Anhaltspunkte für kriminelles Verhalten, die ein Verfahren gerechtfertigt hätten. Clinton selbst hat eingeräumt, dass die Nutzung des privaten Servers ein Fehler war.

Das Justizministerium hatte auf eine Anklage verzichtet. Clinton hat sich für die Umgehung der amtlichen Server entschuldigt.

Umfragen am Sonntag vor der FBI-Mitteilung zeigten Clinton landesweit mit einem Vorsprung von bis zu fünf Prozentpunkten vor Trump. Sie deuten auch auf eine solide Führung für die Demokratin bei den Stimmen im Wahlmännergremium hin, das am Ende den Präsidenten entsprechend den Ergebnissen in den einzelnen Bundesstaaten bestimmt.

 

Der Übergang in die Post-Fidel-Ära ist abgeschlossen. Auf die Frage: „Was kommt nach Fidel?“ antworteten Lästermäuler in Havanna schon immer: „Ein großes Begräbnis!“.

Doch es gehört zur oft tragischen Geschichte Kubas, dass über seine Zukunft nur zum Teil in Havanna entschieden wird. Das Schicksal der Insel ist seit ihrer Unabhängigkeit eng verwoben mit der Politik, die in Washington gemacht wird. Die USA und Kuba sind zwei ungleiche Geschwister, die aneinandergekoppelt sind. Sie lieben und sie hassen sich. Die große Frage lautet also nicht nur: Wie geht es in Havanna weiter? Sondern auch: Wie verhält sich Washington?

Fidel Castro konnte Reden halten, die sehr lange währten. Teilweise nahm der charismatische Revolutionär seine Zuhörer mit stundenlangen Ansprachen in Beschlag. Vor allem wurde er nicht müde, den Erzfeind zu kritisieren: die Vereinigten Staaten von Amerika. „Die Yankees werden niemals auf die Kontrolle über die Erde, das Wasser, die Minen und die natürlichen Ressourcen unserer Länder verzichten“, schrieb der ehemalige Staats-, Regierung-, Armee- und Parteichef der PCC – der einzigen zugelassenen Partei im Land – zuletzt im April 2012. Hass, der bis ins Grab anhalten sollte.

Fidel, wie ihn viele Kubaner einfach nennen, hatte sich früh dem Sozialismus verschrieben und kämpfte sein Leben lang für seine Vorstellung von Gerechtigkeit und die Unabhängigkeit Kubas. Die Industrienationen mitsamt ihrer kapitalistischen Wirtschaftsordnung waren ihm verhasst.

Geboren wurde Fidel Alejandro Castro Ruz 1926 in Birán, im Osten der Insel. Manche Historiker geben 1927 als Geburtsjahr an. Fidel und seine sechs Geschwister wuchsen im Wohlstand auf. Nach seinem Jurastudium ließ sich Castro als Anwalt in Havanna nieder. Seine Klienten sollen vor allem die Bewohner der ärmeren Viertel gewesen sein. Schon als Student war Castro politisch aktiv und ließ sich 1952 als Kandidat für die Parlamentswahlen aufstellen. Zu den Wahlen sollte es aber nicht mehr kommen, denn Fulgencio Batista – zeitweise von den USA unterstützt – putschte sich an die Macht.

Ab jenem Zeitpunkt machte es sich Castro zum Ziel, Batista abzusetzen und versammelte schnell Gleichgesinnte um sich – unter ihnen auch Ernesto „Che“ Guevara. Die Umsturzversuche von Castros Rebellenarmee, 1953 und 1955, schlugen zunächst fehl und der „Comandante en jefe“ musste in die Berge fliehen. Als der „Màximo Lider“ verkündete, man werde Batista davonjagen, wurde er dazumal für nicht ganz richtig im Kopf gehalten. Doch dann folgte sein Triumph, der ihn in den Augen vieler Kubaner und Anhänger zum Befreier machte: Batista blieb nur die Flucht. Am 1. Januar 1959 übernahm Castro die Macht in dem Karibikstaat und baute sie von da an kontinuierlich aus.

Mit seinen sozialistischen Plänen zog Castro immer weiter den Zorn der USA auf sich – und fand Verbündete im sogenannten Ostblock, darunter auch in der DDR. Die Sowjetunion unterstützte Kuba zunächst finanziell und stationierte 1962 auch Mittelstreckenraketen auf der Insel. Die USA reagierten prompt, doch die sogenannte „Kuba-Krise“ konnte ohne den gefürchteten Atomkrieg beendet werden. Das im selben Jahr in Kraft tretende US-Handelsembargo gegen Kuba belastet jedoch bis heute die Beziehungen zwischen den beiden Ländern und die wirtschaftliche Entwicklung des Karibikstaates. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation durch die Abhängigkeit Kubas von der Sowjetunion ein weiteres Mal stark.

Castro investierte von Anfang an kontinuierlich in das staatliche Bildungs- und Gesundheitssystem. Es gilt bis heute als eines der besten in der Region. Doch gleichzeitig verweigerte er seiner Bevölkerung Meinungs- und Informationsfreiheit, sperrte politische Gegner ins Gefängnis und rechnete mit seinen Feinden unerbitterlich ab. „Fidel Castro wird uns in Erinnerung bleiben als derjenige, der Hunderte von Menschen allein aufgrund ihrer friedlichen politischen Aktivitäten inhaftieren ließ“ (Maja Liebing, Referentin für Kuba bei amnesty international).

Hunderttausende Kubaner hätten wegen Castros Politik die Insel verlassen.

Der Finanzberater Hans-Olaf Henkel sagte einmal: „Wäre er Demokrat geworden, würde man ihm überall in der Welt Denkmäler setzen“ …

Du schwimmst wie ein zappelnder Fisch im Becken der Beschäftigung. Ausprobieren ja klar! Aber irgendwie stimmt da nichts. Erst Altenpflege, dann Kinderpflege, dann Künstlerdasein, dann Boutique-Dame, dann Wirtschaft, dann rein in die verlogene Scheiße der Politik. Wohin schwimmst du eigentlich? Spielt alles keine Rolle mehr, was Menschen lernen? Ist es vollkommen egal, ob qualifiziert oder nur mit Halbwissen ausgestattet? Du schwimmst irgendwo in der breiten Masse und versuchst dich überall. Spricht nichts dagegen? Doch. Es spricht dagegen, dass du nicht auf allen Hochzeiten gleich gut tanzen kannst. Es ist eine Farce, wenn du so verdammt unprofessionell deinen Senf abgibst – vor allem dorthin, wo die Wurst schon längst verrottet ist. Es ist nicht richtig, wenn durch dein Heißmangel-Drehen, diejenigen, die studiert haben und genau wissen, was sie tun, geistig begraben werden. Jeder denkt, jeder macht, jeder tut. Und wer hat Ahnung? Schreien wir nicht nach Qualifikation und Professionalität? Schreit die Welt nicht nach Leuten, die eine Linie mit Passion verfolgen? Du aber schmeißt alles in den Topf und rührst den Brei einfach um und wie das schmeckt, ist dir egal. Sag mal, wie kopflos bist du denn? Wer hat dir eingeredet, du könntest deine Finger schlecken, die überall im Spiel sein wollen? Verrannt in eine Gasse, in der die Ratten auf Beute lauern. Mensch sein. Sei Mensch, aber sei Mensch mit dem weisen Gedanken und Fundament, w a s du wirklich kannst. Hat´s da nicht geklappt, klappt es sicher da. Wie der Bäcker, der zum Metzger wird. Wie der Postbote, der zum Sozialarbeiter mutiert. Eigenartige Berufe tun sich auf. Kein Wunder, dass Deutschland nicht vorwärts kommt. Kein Wunder, dass du schwimmst und bei dir alles untergeht. Weil du für eigene starke Sachen und diese durchzuhalten, keine Geduld hast, keinen Mut und auch keine Grundlage. Deutschland und seine Jobs. Drum prüfet, wer jemanden bindet – ein Blick hinter die Kulissen tut Not, denn mancher Scharlatan vertut sich in seiner eigenen überzogenen Einschätzung und null Talent. Amen.


© Petra M. Jansen

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„Populismus und politische Extreme nehmen zu“, sagte Bundeskanzlerin Merkel neulich im Bundestag. Kritik ist legitim, allerdings muss sie mit Respekt für die Würde des anderen artikuliert werden.

Eine der Ursachen für die Entwicklung sieht die Kanzlerin im Internet. Unter anderem durch gefälschte Nachrichten und Social Bots wird massiv Einfluss auf die Meinungsbildung genommen. Das ist Teil der modernen Realität. „Was wir für selbstverständlich gehalten haben, ist nicht mehr selbstverständlich“, so Merkel.

Die Digitalisierung ist mitunter die größte Herausforderung. Neue Entwicklungen kann man in Demokratien nicht einfach verbieten. Man muss sich Neuem öffnen, denn nur so kann man die Wirtschaft auf das neue Zeitalter einstellen.

Warum ist Populismus unbeliebt und wird zuweilen als Schimpfwort gebraucht? Es ist demokratisch, auf die Wünsche und Vorstellungen der Wähler einzugehen, doch die meisten Wähler wünschen sich echte Überzeugungen von ihren Politikern. Diese sollen derselben Meinung sein, aber aus eigener Überzeugung und nicht nur deshalb, weil sie die Meinung der Wähler spiegeln. Der Populist gilt – weil er seine Fahne nach dem Wind hängt – als unglaubwürdig und unzuverlässig. Hinzu kommt, dass sich viele Wähler echte Anführer wünschen, während die Populisten ihnen nur hinterherlaufen.

Ein weiteres Problem von Populisten ist, dass sie besser in Worten als Taten sind. In der Opposition fällt das weniger auf, doch in Regierungsverantwortung müssen sie das Populäre tatsächlich umzusetzen versuchen. Das führt zu Schwierigkeiten, weil sich die Wünsche der Wähler häufig selbst widersprechen oder mit der Realität in Konflikt geraten. Wer immer umsetzt, was die Wähler gerade wollen, macht diese auch nicht glücklich, weil sie dann später mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind.

Der Fortschritt kommt langsam, aber unaufhaltsam, dachten wir immer. Deshalb heißt es „Fortschritt“, weil es nur eine mögliche Richtung gibt – hin zu mehr Freiheit, mehr Gleichberechtigung, mehr Vielfalt, mehr Besonnenheit, mehr Vernunft. Das Weltwirtschaftsforum gibt jedes Jahr einen Gender-Gap-Report heraus, der beziffert, wie lange es bis zur ökonomischen Gleichstellung von Frauen und Männern noch dauert: derzeit 170 Jahre! Dass es irgendwann dazu kommen wird, steht außer Frage. Allerdings: Voriges Jahr hieß es, es dauere nur noch 118 Jahre. Wenn sich der Fortschritt in diesem Tempo weiter verlangsamt – nämlich um 44 Prozent pro Jahr – werden wir 2026 lesen, „dass wir leider noch 6.500 Jahre warten müssen“ (zeit.de).

Oder handelt es sich beim Fortschritt gar nicht um einen zwangsläufigen Prozess? Ist etwa die Gleichstellung der Frauen am Ende gar keine Frage des Wann, sondern des Ob? Der Wahlsieg von Donald Trump war mit deshalb ein Schock, weil er die Möglichkeit des Rückschritts mitten im Herzen der westlichen Welt verdeutlicht. Die Selbstgewissheit, wonach wir Fortschrittlichen Sexismus, Rassismus, Homophobie und religiösen Fanatismus bereits überwunden hätten, während die Zurückgebliebenen dafür eben noch etwas länger brauchen, war schon stets überheblich.

Politik ist mehr als Statistik. Das Ideal ist schließlich die Volkssouveränität, nicht die Souveränität der Zahlen. Was Einzelnen wichtig ist, muss nicht damit übereinstimmen, was Tabellen sagen. Auch das gehört zur Freiheit. Menschliche Gehirne funktionieren nicht wie Rechenschieber. Reine Zahlen prägen sich nicht ein, sondern Erfahrungen. Diese setzen sich immer zusammen aus einem kognitiven (also rationalen) und einem emotionalen Teil. Erst wenn die beiden Bereiche sich verschalten, bleibt etwas wirklich hängen. Das ist der Grund, warum sich Gedächtniskünstler anschauliche Geschichten ausdenken, um lange Zahlenfolgen zu verknüpfen und sich so zu merken. Hüten wir uns daher, unseren Alltag von den Algorithmen der Apps und Social Networks bestimmen zu lassen.

Aber was folgt daraus, nimmt man die Statistik ernst? Dass die US-Regierung sich stattdessen ganz dem Kampf gegen tödliche Bettstürze verschreiben sollte? Das sind ja immerhin 350-mal mehr als Tote durch islamistischen Terror. Oder sollte die Politik andersrum islamistischen Terror zukünftig keinesfalls mit mehr Ressourcen bekämpfen als die Bedrohung durch Rasenmäher, immerhin verantwortlich für 69 Todesfälle im Jahr? Hier beißt sich der nüchterne Zahlenvergleich selbst in den Schwanz. Würde die Politik ihre Ressourcen rein danach verteilen, was wie viele Opfer fordert, müssten am Ende alle Gelder ausschließlich und sofort in die Bekämpfung der menschlichen Sterblichkeit fließen. Die ist schließlich immer noch „Todesursache Nummer eins“.

Wir haben uns aber mit unserer Sterblichkeit abgefunden und halten sie nicht für ein politisches Problem.

 

Es ist das Stückchen Kuchen, das du dir heute gönnst. Die feine Tasse Kaffee dazu und einen kleinen Moment des Ruhens. Es ist die Aufgeräumtheit deiner Wohnung, die Wärme deines Bettes und der flackernde Schein des warmen Kerzenlichts, das dich glücklich macht. Stabiler Halt in der haltlosen Welt, die zerbricht wie der Krug des Brunnens. Du erinnerst dich? Der Herzschlag verlangsamt sich, ein Lächeln auf deinem Gesicht.

Die kleine Kleinigkeit ist es doch immer. Im Großen und Ganzen sind es wirklich die Kleinigkeiten. Die seidige Falte deiner Bettdecke, die Wärme des Ofens im Winter, der du dich hingibst. Raumgefühl. Zeitgefühl. Glücksgefühl.

Es ist das kleine bisschen Geordnet-Sein und das Wissen um dein vorhandenes Abendessen. Die nächsten Tage schaffst du das, es reicht bis Freitag. Glücksgefühl. Sicherheit. Vertrautheit. Es könnte schlimmer kommen. Es kann immer schlimmer kommen. Und es kann immer schlimmer als schlimmer kommen. Du überlebst mit deiner Kleinigkeit, lehnst dich entspannt zurück und liebst die einzige Blume in deiner Vase.

Es ist der Nebel über den Wäldern, der dich gefangen hält. In den Gedanken, dass deine Freunde keine Freunde sind. Der Gedanke, dass sie es niemals wirklich waren. Der Hohn, wenn sie dich ansehen und sagen, dass sie so denken wie du. Egal. Du hast die Kleinigkeiten. Du hast das Vertrauen, dass du überlebst. Bis Freitag auf jeden Fall. Und danach bestimmt noch weiter.

So sind es Kleinigkeiten. Stückchen für Stückchen, immer kleine Schritte, die dich letztendlich glücklich machen und eines Tages, eines Tages… sind es wieder die Kleinigkeiten, die dir einfallen, wenn du weinst.

Du kannst nicht, du willst nicht. Aber es waren doch nur Kleinigkeiten!? Egal. Deine kleine Welt ist voll. Da ist kein Platz für erbärmliche Kleinigkeiten, wo du doch die kleinen Schritte geliebt hast und gegangen bist. Niemand, aber auch niemand kann so viel Achtung in sich finden.

Noch eine Tasse Kaffee?

 

© Petra M. Jansen

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