Liebe Petra,

es sind sehr harte Zeiten, die wir jetzt in Deutschland erleben und wissen wir wohin uns das führen wird? Hier einige Gedanken, die ich mir mache und die mir schlaflose Nächte bescheren:

Lieber Bonsai, ich wollte dich nicht verletzen.

Wenn ich mehrere Politiker so tituliere, gehe ich davon aus, dass viele unter ihnen präpotent sind und sich größer darstellen wollen als sie es sind. Oft sind es Menschen, die nur ihr Ego im Sinn haben. Aber im Gegensatz zum Bonsai, sind sie nicht annähernd so perfekt. Ich verlange von den Menschen, die glauben, dass sie für uns eine Verantwortung tragen müssen, tiefgreifende historische, soziologische und psychologische Kenntnisse. Sie sollten wissen, wie wir funktionieren und wie es zur Katastrophe führen kann, wenn Sand im Getriebe ist. Ein Exemplar unter dieser Spezies ist Sebastian Kurz. Sicherlich ein intelligenter Junge, aber menschlich total unerfahren. Wie konnte er in seiner Regierung solche Haie an den Schaltstellen platzieren? Hat er überhaupt eine Ahnung, was das 3. Reich verursacht hat? Ich ziehe echte Extremisten solchen Pappfiguren  vor, da weiß man wenigstens mit wem man zu tun hat!

Mein Kampf ist der Kampf gegen „mein Kampf“, kapiert?

Ich habe Mühe zu akzeptieren, dass Ströme, die einmal blau waren, kackbraun geworden sind. Ich sehe zurzeit überall die Dämme brechen und dass unsere Dörfer und Städte mit diesem stinkenden Wasser überflutet werden. Und wir? Wir schauen zum Himmel und erklären uns hilflos gegen diese Plage. Anstatt zu reagieren, sind wir von der Fatalität wie gelähmt und wir lassen den Aposteln des Hasses freie Bahn. Sie können ihre Fäkalien ohne Widerstand zerstreuen. Leute, was ist in uns passiert? Funktioniert unser Motor nicht mehr? Ich hätte Gründe, gesundheitlich schlapp zu machen, tue es aber nicht. Ich bin vielleicht naiv zu denken, dass ich alleine gegen den neu erwachten Faschismus kämpfen kann, aber das nehme ich in Kauf. Ich möchte nicht in der Kiste landen ohne etwas unternommen zu haben und das in Ehre zu meinen Großeltern, die in Theresienstadt ermordet worden sind.

Ja, ich ziehe einmal wieder die Alarmglocke.

Das hatte ich bereits in Frankreich getan, als Marine Le Pen immer stärker wurde und das war der primäre Grund, warum ich auf Facebook aktiv wurde. Es ist ein Glück, dass ein kluger junger Mann – kein Sebastian Kurz – sich gegen diese Bewegung gestemmt hatte. Man kann Emmanuel Macron nie dankbar genug sein, solch eine Initiative getroffen und die Werte der Menschenrechte derart verteidigt zu haben. Klar, nicht alles ist nur ideal, was er tut, aber ich schätze ihn für seinen politischen Instinkt. Was sich zurzeit in Deutschland abspielt, scheint mir gefährlicher zu sein als damals in Frankreich. Warum? Weil die deutsche Bevölkerung beeinflussbarer ist als die Franzosen. Für mehr Ordnung würden sie eine Ehe mit dem Teufel eingehen. Und der Teufel ist der, der die Klappe ständig mit Drohungen gegen die Untermenschen aufreißt, die nur eines im Kopf haben, die braven Deutschen zu vernichten. Es fehlt einfach vielen einen Sinn für die Vergangenheit. Nicht dass sie schlechtere Menschen sind, ist so gefährlich, sondern weil sie einfach Angst haben.

Wer mit der Angst spielt, lähmt das Volk!

Es ist schon sonderbar, dass eine Ideologie immer von der Angst beherrscht ist. Das ist auch  bei den Religionen der Fall. Um Ordnung herrschen zu lassen, müssen Drohungen ausgesprochen werden. „Wir schützen dich gegen die Migranten, wenn du kuschst!“ Von Anfang an, sind die Ideologien mit Gewalt vermengt, was sie so unmenschlich macht. Jeder Mord ist berechtigt, wenn er in das Dogma passt. Kein Wunder, dass ich große Umwege mache, wenn es um die Dogmen geht. Die Dogmatiker sind Menschen deren Verstand ausgeschaltet worden ist. Das zeigen die Prozesse, die immer wieder gegen Kriegsverbrecher gehalten werden, egal woher sie stammen. Sie sind sich kaum bewusst, was sie Unschuldigen angetan haben, weil sie es im Namen einer Ideologie getan haben und wie wir wissen, ist sie immer gerecht für die Jasager. Da die anderen nur Schmeißfliegen sind, haben sie nichts anderes verdient als vernichtet zu werden. So Heinrich Himmler, der das große Werk der SS in den KZ´s lobte „Ihr habt euch für Generationen geopfert. Ihr habe die dreckige Arbeit im Kauf genommen, um das tausendjährige Reich hochleben zu lassen!“ Solche Sprüche könnte man heute wieder hören.

Das Tagebuch.

Trotz eines tollen Sommers sehe ich dunkle Wolken am Horizont. Stammt meine Melancholie aus den unerträglichen Schmerzen, die ich seit drei Jahren hatte oder weil ich unbedingt das Morphium allmählich absetzen will, da es meinem Knie immer besser geht? Anstatt mich zu benebeln, bin ich in einem  Prozess der Wachsamkeit geraten, der mich Dinge spüren lässt, die ich sonst vielleicht ignoriert hätte. Ich habe gemerkt, dass jeder Vorfall, egal in welchem Bereich, mich speziell emotional anspricht, wie die heutige politische Lage in Europa und in der Welt. Ich versuche mich nicht von den Gefühlen lenken zu lassen, weil das journalistisch anfechtbar wäre. Ich verpflichte mich, so sachlich, wie möglich zu sein, aber meinen Instinkt will ich nicht ausschalten. Ich finde es wesentlich, dass man hinter jedem Satz den Menschen spürt und gerade dieser Mensch, der ich bin, möchte nicht loslassen, im Gegenteil. Deshalb auch Lust, mich durch manchmal krude Sprüche anspornen zu lassen. À l‘attaque!!!!

 

In diesem Sinne. Ich umarme dich,

Pierre

//pm

 

 

Lieber Pierre,

was einem so manchmal bei einem Spaziergang durch den Kopf geht, sind ja oft die täglichen Geschehnisse, die aktuellen Tagesnachrichten, das Sinnieren über Gut und Schlecht, die reflektierenden Gedanken von früher, jetzt und heute. Sicher sind es Provokationen, die mit reiner Absicht gestreut wurden und – obwohl bereits früher schon diskriminierende Äußerungen Gaulands kurz danach als Banalität oder „nicht so gemeint“  abgetan wurden –  um seine herausgeschleuderten Boshaftigkeiten zu relativieren, klebt der Nährboden für rassistisches Gedankengut fest an der Basis und lässt sich nicht mehr entfernen. Entrüstet  nehmen die Parteien Stellung, zeigen offenkundig, dass Gaulands Ton und Worte nicht akzeptabel und hinnehmbar sind. Bereits mehrfach ist der AFD-Fraktionschef wegen Volksverhetzung aufgefallen, musste sich aber nicht verantworten, die Staatsanwaltschaft Mühlhausen stellte 2018 die Ermittlungen ein. Gauland sagte „man solle die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz in Anatolien entsorgen“ und gab kurz darauf zu, das sei offensichtlich doch etwas zu hart gewesen. Nun also geht es weiter, aber jetzt sitzt dieser böse Mann schon im Bundestag. Unter dem Mantel des Schutzes der freien Rede, macht er also munter weiter – höchst unbeeindruckt von Merkels Rügen und auch den Mitgliedern anderer Parteien.

Wer den Holocaust relativiert, die Ära des Hitler-Regimes als „Vogelschiss“ bezeichnet, gegen dunkelhäutige Nationalspieler hetzt und den Stolz auf deutsche Soldaten in den Himmel hebt, dem darf auch ruhig mal die Badehose geklaut werden. Klar, Diebstahl ist strafbar und auch nicht die feine Art, aber ist denn Gauland einer der feinen Art? Schmunzelt ruhig darüber, liebe Leute, dem darf auch mal die Buxe entwendet werden, wenn er schon ungestraft seinen hetzerischen Diskurs weiter betreiben darf und sich zwar alle Politiker aufregen, aber diesem verbitterten Mann keiner den Mund verbietet.

Gauland sieht auf den Fotos böse aus, der sieht aus, wie einer, der keinen Spaß mehr am Leben hat und er trägt sehr frustrierte Züge und Linien in seinem Gesicht, so jedenfalls erscheint es mir beim Anblick seiner Fotos. Ein alter, böser Mann, den ich sehe. Und einer, der nicht an die jungen Menschen denkt, nicht an die vielen weltoffenen Studenten, die sich mit allen Nationen friedlich austauschen, sich gegenseitig besuchen und zusammen arbeiten.  Er hat ein Alter erreicht,  in dem man vielleicht nicht mehr so viele Ziele und Wünsche hat – außer dem, zerstörerisch und ketzerisch zu sein und das böse Gedankengut in die Gesellschaft zu streuen. Dabei hat er aber vergessen, dass viele junge Menschen gar nichts mehr mit dem Nazi-Quatsch anfangen können oder wollen, sie haben es nie erlebt und sie betrachten dieses Kapitel als kontraproduktiv zu einer internationalen Völkergemeinschaft.

Tja, lieber Pierre, Boshaftigkeit zerstört und er ist nichts weiter als ein Zerstörer – ohne Blick auf die Zukunft.  Rechtspopulisten möchten uns alle gerne ins internationale Abseits katapultieren und zu ihrem deutschen Inzest-Ideal mit geschlossenen Grenzen zurückkehren. Aber geht Gott sei Dank nicht und ich habe auch keine Lust auf Knast im eigenen Land sondern auf eine offene Welt, in der wir uns austauschen, respektieren und jeder von jedem lernen kann. Diese derzeitigen Einzelfälle (Mord, sexuelle Übergriffe, Attentate) werden in den Medien derart hoch-gepushed, dass sie als Nährboden für solche rassistischen Äußerungen, wie Gauland es tut, dienen. Da liegt es nun auch an der Berichterstattung, den Dokumentationen, den Nachrichten, den Medien allgemein, dass klar wird, dass es sich wirklich um eine MINDERHEIT handelt und beileibe nicht um alle. Gehe ich durch Frankfurt, sehe ich ein bunt gemischtes Völkchen, interessante Menschen und ein tolles Multikulti, welches meine Heimatstadt zu einer liebenswerten Stadt macht. Gaulands haben da nix zu suchen, vielleicht ist er halt doch in Potsdam besser aufgehoben – hier würden sie ihm mehr wegnehmen als die Badebuxe.

Liebe Leute, lieber Pierre….das Gesicht von Gauland und auch von Mr. Trump, schauen Sie es sich bitte genau an. Was sehen Sie? Ich sehe zwei alte, böse, verbitterte Männer, die alles andere sind als vertrauenswürdige Politiker, denen das Volk am Herzen liegt und die an unsere Jugend denken. Ich sehe zwei alte Männer, bei denen irgendwas im Leben verdammt schief gelaufen ist, die vergiften und zerstören wollen und jedes Mittel dazu nutzen, das sich ihnen bietet.

 

Herzliche Grüße aus der weltoffenen Mainmetropole,

 

 Petra

 © Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

Liebe Petra,

hier ein Überblick, was dein alter Kumpel am letzten Sonntag so gemacht hat, um ein Ziel zu erreichen, der als kleiner Schritt betrachtet werden kann. Mein Leben heute ist eine Ansammlung von winzigen Etappen, aber siehe da, sie machen mir auch Spaß. Sei es der Spaziergang, die Schreibe oder nur Quatsch im TV zu sehen. Also los:

Der Waldspaziergang.

Letzten Sonntag habe ich nach mehr als anderthalb Jahren, zum ersten Mal einen kleinen Waldspaziergang gemacht. Mit meinem Freund Georg sind wir bis in die Hirschau – in München – gefahren und ab da, habe ich mit dem Rollator eine lange Strecke hinterlegt. Ich hatte zwar Schmerzen, aber das Leben holte mich ein. Die Bäume, die Kinder, die in den Bach tauchten und ihre Eltern, die sich sonnten. Das war die Stelle, an der meine Frau und ich mit unserer Tochter, als sie klein war, am Sonntag spazieren gingen. Ein Rückblick auf 47 Jahre Ehe. Ich war auf einmal innerlich ganz ruhig. Die Natur wieder so zu erleben, war eine Freude, die ich kaum ausdrücken kann. Auf der einen Seite hatte ich Angst, diesen Schritt emotional zu wagen, auf der anderen Seite wurde mir bewusst, dass das, was ich erlebte, nur die Ruhe vor dem Orkan sein konnte. Am Vortag hatte Alexander Gauland vor der Nachwuchsorganisation der AfD gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Ich wollte darüber mit Georg nicht sprechen, weil ich diesen schönen Tag nicht durch solche Fäkalien verderben lassen wollte. Aber mit Abstand empfinde ich die Pflicht darüber zu schreiben, Petra das belastet mich!

Alexander Gauland und der Vogelschiss!

Wenn man bedenkt, dass diese infame Aussage von einem Menschen stammt, der sich als Wertkonservative betrachtet. Der Co-Chef der AfD-Fraktion im Bundestag war Mitglied der CDU in Frankfurt am Main. Er war Chef der Staatskanzlei, als Walter Wallmann  Ministerpräsident des Land Hessens gewesen war. Er war für seine Kultur und für sein vornehmes Benehmen über die Grenzen seiner Partei hoch angesehen. Er arbeitete auch im Presse-Wesen (FAZ). 2013 verließ er die CDU und driftete immer mehr nach rechts. Dann wurde er bekannt für seine polemischen Sprüche im Dienste der AfD. Mit dem Spruch:  „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“, erinnert es mich an die Aussage von Jean-Marie Le Pen, als er sagte, dass der Holocaust nur ein Detail der Geschichte sei. In der schon angespannten Lage in Deutschland, wo wieder Judenhass aufkommt, ist das infam. Nicht nur, wie es gerne verkauft wird, seitens der Migranten aus den arabischen Ländern in Sachen Palästina, aber von einer Menge Neonazis. Die können sich auf Alexander Gauland, wie übrigens auch auf den Philosoph Martin Heidegger, der die Ermordung von Millionen Juden in Frage stellte, beziehen. Während meiner Promenade im Wald, fragte ich mich, ob die Menschen, die ich traf, davon Notiz genommen hätten. Vielleicht wollten sie das – wie ich – unterdrücken. Gott sei Dank, war das Entsetzen bei allen Parteien sehr groß, dass der Mief der 20-er-Jahre und des Beginns der Dreißiger, wieder auftaucht. Wenn dies der Ausdruck der freien Meinung ist, ist das eine schöne Scheiße.

Am Abend vor dem Fernsehen.

Am Abend saß ich vor dem Fernseher. Per Zufall sah ich eine Reportage über das jüdische Leben in Deutschland. In einigen der Interviews war Angst zu verspüren, dass die Befragten auf der Straße angegriffen werden könnten. Wie in Frankreich auch, haben diese Reaktionen, die herzlose Politik des Staates Israels, als Zündstoff hervorgerufen. Manchmal stammt der Antisemitismus aus den Kreisen der islamischen Migranten, die in Deutschland oder auch in Frankreich leben – aber bei weitem nicht n u r. Es wurde dabei eine Initiative vorgestellt, die meine Tochter gut kannte. In Berlin hatte ein junger liberaler Jude einen Gesprächskreis ins Leben gerufen, in dem junge Juden und Muslime sich regelmäßig treffen, zusammen reden, aber auch ihre Freizeit zusammen verbringen. Natürlich sind auch Christen dabei. Und siehe da, es klappt so gut, dass sich tiefe Freundschaften gebildet haben. Sie hatten etwas was sie verband, die tiefe Abneigung der Politik von David Netanyahu. Der rote Faden an den man sich verhält, ist, die Religion nicht mit der Politik zu vermengen. Man kann die Haltung Israels sehr kritisieren, aber ohne antisemitische Sprüche loszulassen. Übrigens sind die muslimische Schwestern und Brüder auch Semiten. Man kann nur begrüßen, dass solch eine Solidarität auch möglich sein kann, wenn der Wille da ist.

Die Klaustrophobie in seinem eigenen Körper erleben.

Bis zu meinem Waldspaziergang, hatte ich mich irgendwie an meinen Zustand gewöhnt. Ich hatte mein intellektuelles Engagement als Herausforderung angenommen, um mehr oder weniger meinen Mangel an Mobilität durch Gedanken und die Schreibe zu kompensieren. Eine Zeit lang kann es irgendwie klappen, aber letztendlich ist das die Schöntuerei einer Lage, die für mich immer eingeschränkter wurde. Langsam überfällt mir die Müdigkeit und parallel dazu, das Gefühl, dass meine Ideen, wie in einem Vogelkäfig eingesperrt sind. Zuerst um dieses Korsett zu brechen, unternahmen wir Autofahrten durch schöne Landschaften, aber das war mehr oder weniger Augenwischerei. Es wurde mir klar, dass es einen riesigen Unterschied gibt, zwischen „sich bewegen zu lassen“ und selbst seine Beine in Anspruch zu nehmen. Trotz Schmerzen und den Rollator, klappte dieses Experiment. Ich habe mir vorgenommen es so oft wie möglich zu wiederholen, um mich entfesseln zu können. Jetzt weiß ich, dass  die Mobilität kein leeres Wort ist und dass alles getan werden muss, um sie zu steigern. Ich nehme in meinem Haus die Treppen in Kauf und trage mein „Foltergerät“ – das verdammt schwer ist – um meine Wohnung zu erreichen, aber das ist der Preis, um mich immer mehr zu bewegen und dabei auch Spaß zu haben. Das geschah am 3. Juni 2018, vielleicht eine Kehrwende, was meine Schmerzen angeht und jetzt bin ich müde. Zeit, ein wenig Erotik in meinen Träumen wieder zu finden.

 

Ich umarme dich,

 

Pierre

//pm

Lieber Pierre,

ein Volk am Rande des kollektiven Nervenzusammenbruchs? Nahezu gestresst hetzend in den garantiert kommenden „Burn Out“ oder mindestens in eine narzisstische Persönlichkeitsstörung? ADHS oder doch besser gleich Borderline oder gar Depressions-Geplagter mit Suizid-Neigung? Es scheint so, dass wir sensibler geworden sind, die psychischen Erkrankungen Oberhand nehmen und wir schon beim der kleinsten Stimmungsschwankung glauben, wir seien nun auch so ein „Psycho.“ Lieber Pierre, ich nehme dieses nicht greifbare, aber real existierende Krankheitsbild ernst und weiß, wie schwer es ist, sich aus eigener Kraft aus den Fesseln seiner schreienden Psyche zu befreien – ohne jedoch in irgendeiner Weise ebenfalls daran zu leiden. Meist liegen die Gründe in einer traumatisierten Kindheit, in der diese Menschen schlechte Erfahrungen gemacht haben, die sie z. B. nur mit einer „Abspaltung“ kompensieren können. Ich gehe nicht auf die Ursachen ein und auch nicht mit echtem Verständnis an dieses Thema.  Zu viele Leute habe ich kennengelernt, die nicht richtig ticken, unter maßloser Selbstüberschätzung leiden, notorische Lügner sind, psychopathische Züge tragen, unter einem kranken Selbstwertgefühl leiden oder ADHS Patienten sind und es ist entsetzlich anstrengend, mich in sie hinein zu versetzen. Ich kann es nicht, Pierre! Es gelingt mir nicht, mir fallen stets ihre Stolpersteine auf, die Barrieren, die Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankungen, sofern sie eine haben. Bipolar ist ein Begriff, der nicht eindeutig abzugrenzen ist, so fallen einige anders definierte Störungen auch in diesen Bereich. Nähe, Angst, Locken, Wegschicken…Hin und Her, zu viel, zu wenig usw. – was auch immer die Ursachen sind, ich mag mich damit nicht umgeben, es fühlt sich an wie ein Mühlstein um den Hals. Wenn nun der eine oder andere Leser sagen könnte, ich sei oberflächlich und hart mit meiner Einstellung, dann sage ich: „Sie mögen kreativ und faszinierend sein, aber anstrengend, fordernd und oft erdrückend.“ Es tut mir leid, aber das ist meine Erfahrung und ich habe reichlich davon z.B. jemandem mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die zu exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum geführt hatte. Zu Leuten, die so nervös vor mir herum zappelten, dass ich selbst schon angefangen haben, zappelig zu werden. Sie verfolgten keine klare Linie, sprangen von einem Gedanken zum nächsten, hatten teilweise ein immenses, unstillbares Bedürfnis nach Sex und dem ganz besonderen Kick und vieles mehr. Für mich ist das tatsächlich alles viel zu viel oder auch zu träge, düster (wenn Depressionen die Ursache sind), sie ziehen einen runter oder mit in ihren Sog. Darauf habe ich keine Lust, mag vermessen klingen, aber es raubt Kraft und Energie (Autismus ist hier ausdrücklich nicht angesprochen!).

Lieber Pierre, meine Empathie endet hier sicher nicht und all diese Menschen tun mir wahrhaftig leid, aber es gibt eben auch eine Reihe von Leuten, die keine psychischen Störungen haben, lebensbejahend sind, motiviert, engagiert und deren Emotion im Einklang mit sich selbst ist…ja, die gibt es! Gott sei Dank gibt es sie, sonst wären wir in Deutschland allesamt Dauergast auf der Psycho-Couch.  Vielleicht sagst du jetzt „Jeder hat irgendwas“, kann sein… aber nicht bei jedem hat die fehlgeleitete Psyche so starke Auswirkungen auf die Gesundheit, das Leben und die Motivation. Psychologen mögen vielleicht ihr Handwerk verstehen, aber auch hier gibt es viele, denen ich raten würde, selbst einen zu konsultieren bevor sie auf ihre Patienten losgehen. Bei einigen Menschen, die ich in der Vergangenheit kennengelernt habe, wurde mehr Schaden angerichtet als ihnen geholfen werden konnte und einige bekamen eine wahre Gehirnwäsche, die ihnen sämtliche Emotionen wegradierte. Vor mir standen schon „kurierte“ Zombies, die zwar eine klare, realistische Einschätzung und einen persönlichen Leitfaden durch ihr Leben bekamen, aber sie wirkten erschreckend seelenlos und gefühlskalt. 15 Jahre Therapie lagen hinter einem Mann, bei dem sich tatsächlich nichts geändert hatte…er wusste nun um seine psychische Erkrankung, er war ja nun ausreichend analysiert worden, wie sie sagten, aber geholfen hat es ihm nicht. Stattdessen rebellierte der Körper, der gesamten Organismus war ein seelischer Hilferuf, der nach den 15 Jahren stärker war denn je und ich bin sicher, dieser Mann wird es niemals schaffen, einen Weg zu gehen, der für mich sehr einfach wäre, ganz einfach….nur er selbst kennt ihn nicht, obwohl er ihn kennt. Tja, die Psyche…

 

Eine herzliche Umarmung,

 

Petra

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

Liebe Petra,

hier einige Gedanken über eine psychische Krankheit, die immer mehr Leute betrifft:

Heute Abend habe ich einen Film im Internet gesehen, bei dem es um Psychologie ging – und das in Krimis eingepackt. Es ging um eine Frau, die sich angeblich in ihrer Ehe wohlfühlte, sie war Mutter von zwei Kindern und sie merkte, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte Angst, etwas zu versäumen, aber wusste nicht was. Sie hatte euphorische Momente, in denen sie einen riesigen Bedarf an Sex hatte und ging heimlich zu einem Klub in Kreuzberg, wo Orgien organisierten wurden. Sie hatte immer wieder Sex mit Unbekannten und das passierte, wenn ihr Mann auf Geschäftsreise und ihre Kinder in der Obhut der Großeltern waren. Dabei wurde sie von dem Mann ihrer besten Freundin in diesem Klub beobachtet, der ihr nachgegangen war und sie erpresste, weil er in sie verknallt war. Die Story ist klassisch, aber im Gegensatz von „Belle de Jour“ von Luis Buñuel, war die Hauptfigur nicht mit sich im Reinen und war völlig niedergeschlagen als ihr bewusst wurde, was sie angestellt hatte. Von der Euphorie bis zur schlimmsten Depression, so war ihr Zustand. Heute beschreibt man diese Leute als Bipolar, nicht mehr als manisch-depressiv. Das ist eine schlimme Krankheit, bei der viel Gewalt entstehen kann und ohne eine Psychotherapie und eine entsprechende Medikation, kann sie schlimme Wirkungen haben. Aus dem Katalog meiner Erfahrungen in diesem Bereich, anschließend die Beschreibung was ich erlebt habe und wie ich mich verhalten habe.

Und wie sieht Bipolarität im echten Leben aus? Eine sehr enge Freundin wurde immer seltsamer. Sie war einerseits bereit, viel Verrücktes zu unternehmen, lachte viel zu viel, war mit der Welt scheinbar in Ordnung. Sie behaupte, dass die jeden liebte und erzählte Geschichten, deren Faden wie zerrissen war. Ich hatte Mühe sie zu verstehen und sagte es ihr, daraufhin wurde sie wütend. Sie behaupte, dass ich sie ausnützen wollte, dass sie in mir einen Feind sah. Das widersprach völlig der Realität. Als es noch gut ging, hatten wir tolle Momente – meine Frau, meine Tochter und ich mit ihr. Es war eine Seelen-Verwandtschaft zu spüren, wie selten bei Freundschaften. Und dann, als sie stiller wurde, wollte sie sich das Leben nehmen, weinte und schämte sich, mit uns so umgegangen zu sein. Es gab Momente in denen sie gegen mich gewalttätig wurde. Sie war ein anderes Ich, das versuchte mich zu hauen. Hätte sie in diesem Augenblick ein Messer gehabt, weiß ich nicht, ob ich noch leben würde. Man kann sich kaum vorstellen welche Kraft diese Kranken entwickeln. Die Bipolarität kann aus einem Mangel an Lithium ausbrechen. Unsere Freundin wurde – nach Jahren Psychotherapie – endlich richtig untersucht und siehe da, der Auslöser der Bipolarität war ein Minus an dieser Substanz. Sobald sie gut stabilisiert war, fanden wir wieder unsere alte Freundin, die wir liebten. Sie starb vor ein paar Jahren an einem Virus, den sie im Krankenhaus, vor eine kleinen Operation eingefangen hatte und sie fehlt uns sehr.

Wer Erfahrung mit den psychologischen Vorgängen hat, spürt wenn sich die Krise anbahnt. Es wäre besser, den Betroffenen so schnell wie möglich von einem psychiatrischen Notarzt eine Spritze geben zu lassen, die als Ziel hat, ihn so weit zu beruhigen, um eine Aufnahme in einer Ambulanz zu ermöglichen. Das verläuft aber oft anders, denn der Kranke will nicht wahr haben, dass es ihm mies geht. Wenn die Rede von einem Klinikaufenthalt kommt, wird er unruhig und hypernervös und das drückt sich dann in einer kaum beherrschbaren Aggressivität aus. Es gibt Fälle, bei denen der Klient sich aus dem Fenster gestürzt hat oder handgreiflich gegen die Menschen wird, die auf ihn einreden. Oft vergessen die Leute, die mit solch einem Leiden bisher nichts zu tun hatten, dass die Gewalt Ausdruck der Krankheit ist und dass der Wille und die Vernunft ausgeschaltet sind. Wenn etwas passiert, betrachtet sie die Justiz nicht als schuldig. Ein Bekannter hatte bei uns eine schlimme Krise. Da ich wusste, dass damals in München, wenn man die Polizei um Hilfe rief, die Beamten in Uniform kamen und öfter mit Gewalt den Betroffenen „ruhig stellten“, weigerte ich mich, sie anzurufen. Wenn man weiß, welcher psychische Schaden daraus resultiert, sollte man, wenn möglich, darauf verzichten. Ich rief einen Psychiater an, der zu unserem Bekanntenkreis gehörte. Er kam, gab dem Freund eine Spritze, die nichts nütze und dann wieder eine. Kein Resultat! In diesem Fall musste doch nach sechs Stunden vergeblicher Versuche (um vier Uhr morgens) ein Krankenwagen bestellt werden. Mit Hilfe des Psychiaters schafften es die Sanitätern letztendlich ihn auf eine Bahre zu legen und dann ab zur Klinik. Man kann nur wünschen, dass man nie von solchen Störungen erfasst wird.

Ich umarme dich, alles Liebe aus München

 

Pierre

//pm

 

 

 

Lieber Pierre,

ja so ist es, wer sich stets mit Negativmeldungen und negativen Dingen auseinandersetzt, wird seine Motivation verlieren und genau das ausstrahlen, was er fühlt und ihn umgibt. Es ist keineswegs ein Leugner oder eine Vogel-Strauß-Taktik, wer den Kopf frei macht und sich den eher angenehmen Meldungen oder Geschehnissen widmet. Täglich erreichen neue Hiobs-Botschaften die Bevölkerung, es geht von Todesschüssen vor einer Bäckerei in Fulda, über ein 7-monatiges Baby, das vom Familien-Stafford-Terrier tot gebissen wurde (der zweite Fall in dieser Woche mit drei Toten durch Kampfhund-Attacken) bis zur Syrienkrise und Trumps aggressiven Drohungen des unmittelbar bevorstehenden Bomben-Einsatzes. Ach ja, die Russen habe ich vergessen, mit ihrem tatsächlich noch nicht 100% bewiesenem Giftgasanschlag in Großbritannien, oder wieder einmal das Kopftuchverbot für Minderjährige an deutschen Schulen. Weiß Gott keine heile Welt, aber ich bleibe bei meiner Bitte an dich, die ich abends am Telefon aussprach. Nehmen wir ein Beispiel aus dem direkten Umfeld: Alte Menschen verbringen ihren Lebensabend oft vor dem Fernseher und sehen Mord, Krieg, Totschlag, Raub, Aggression…das schürt in ihnen die nackte Angst. Sie sitzen da, haben vielleicht noch den zweiten Weltkrieg in Erinnerung und trauen sich vor lauter Angst kaum noch auf die Straße. Auch haben sie die ständige Angst, was aus den Kindern und Enkelkindern werden könnte – bei der Weltlage. Lieber Pierre, diese Angst-Macherei findet in Deutschland einen sehr fruchtbaren Nährboden, denn wir sind wahrlich eine Angstnation.

Ich erlebe es immer wieder, dass sich negative Assoziationen weiter fortsetzen und die Familien, in denen eine negative Stimmung mehr vorherrscht als eine positivere Betrachtung der gleichen Dinge, haben mehr Pech und dort passieren auch messbar verstärkt negative Ereignisse. Alles, aber auch alles ist eine Grundeinstellung und sie bewahrheitet sich. In jeder Scheiße findest du einen positiven Ansatzpunkt, das kann niemand bezweifeln. Bei einigen Dingen brauchen wir nicht nachzudenken, sie werden ohnehin ohne unser Zutun oder unsere Befragung geregelt. Wir sitzen drin im Boot und wenn es untergeht, gehen wir vielleicht sogar mit unter, aber dann werde ich immer noch sagen: „Es könnte immer alles noch viel schlimmer werden und es gibt immer etwas Schlimmeres als schlimm. Aber es gab etwas Gutes und das Gute nehme ich mit. Helau!“ Faschingsstimmung als Galgenhumor? Kann sein, wenn man es so interpretieren mag, aber ich bin durchaus gut informiert, belesen und habe keine rosarote Brille auf.  Doch ich arbeite mit klarem Blick auf die unangenehmen Tatsachen um uns herum und dem festen Willen, alles dagegen zu tun, was mit meiner Arbeitskraft und in meinem Umfeld möglich ist, um einen Gegenpol zu setzen. In die gleiche Jammerlaune zu verfallen und demotiviert mit den Wölfen zu heulen, ist nicht meine Art. Meine angeborene Positivität ist und bleibt ungebrochen, sie wird niemals aufhören und mich auch nie verlassen, denn sie ist ein Teil meines Charakters. Schreiben, lehren, aufklären und meinen Söhnen die Angst vor der Zukunft nehmen, das ist meine Aufgabe. Wir können nicht die Retter der Welt sein, aber ein Stückchen dazu beitragen, indem wir Menschen aufmuntern, informieren, etwas zum Lesen geben oder ein wenig Hoffnung schenken –  in einer Welt in Schieflage, in der sie dringend etwas Positives hören müssen!

 

Gut auf, lieber Pierre

und herzliche Grüße aus Frankfurt,

 

Petra

© Petra M. Jansen

 http://jansen-marketing.de

Liebe Petra,

wie immer haben die Schmerzen mich sehr im Griff, trotzdem habe ich meinen Humor nicht verloren. Manchmal tut ein wenig Quatsch gut, hier meine Ergüsse:

Der Brief an Viktor Orbán

Lieber Viktor, du hast in deinem Parteiprogramm verkündet, dass der Platz der Frauen besser zu Hause sei. Sie sollten doch nicht den ganzen Mist lernen, der ihnen am Ende nichts nützt. Ich kann doch das Klo putzen ohne unbedingt einen Schimmer von Homer haben zu müssen, sag? Oder müssen die Klobürsten Kant gelesen haben, um sich über den Sinn des Lebens in der Scheiße, in der sie sich befinden, zu erfahren? Das war eigentlich nicht unbedingt, was ich dich fragen wollte. Ich tue mir schwer, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass meine Alte zu Hause hockt und sich vom Klempner vögeln lässt, nachdem er die Klo-Verstopfung aufgehoben hat. Und noch etwas, wer ersetzt mir die Kohle, die sie heute in ihrem Job noch verdient? Du etwa, alter Schwede? Oder der Klempner als Dank für so viel Freizügigkeit? Denk darüber nach, lieber Viktor! In diesem Sinn wünsche ich dir eine gute Nacht.

Der Brief an Bruder Kim

Sag mal Kim, wer ist die Domina, die dich mit ihrer kantigen Stimme im Fernsehen als Adonis hoch lobt und dich in weiche Windeln einpackt? Mein großes Baby, mein Süßer, die Frauen ehren dich, weil du der Schönste, der Intelligenteste, der Klügste, der Potenteste bist. Wer hat es schon fertig gebracht, mit knapp über 30 Vater der Nation zu werden? Ich kann mir vorstellen, dass das ein harter Job ist, Millionen von Weiber zu befriedigen. Selbst der lieber Harvey Weinstein würde es nicht schaffen! Bravo, bravo, hip hip, hurra! Die Legehennen haben die Aufgabe, aus Hühnern Schafe zu machen, so dein Befehl. Du hattest es satt – jeden Morgen um fünf Uhr – mit deinem Kikeriki, dem Trump auf den Wecker zu gehen und mit der Atombombe hast du uns das schönste Geschenk gemacht. Apropos Penis, der Donald behauptet, dass seiner noch ganz schön prima funktioniert? Na ja, das ist dir zu intim, aber du solltest dankbar sein, dass ich euch für euer Treffen im Mai endlich ein Diskussionsthema geschenkt habe. Her mit der Kohle, lieber Kim, damit habe ich dich aus der Patsche  geholt. Moral der Geschichte ist, dass man ohne Post keine so schönen Briefe versenden kann, es lebe der liebe Postbote!

Der Brief an Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen

Lieber Rodrigo, als ich erfuhr, dass du den Friedensnobelpreis bekommen wirst, sprang ich vor Freude in die Luft. In der Laudatio, die Donald Trump vorbereitet, will er sagen: Du bist ein Mann, der es anpackt, der die Drecksarbeit macht, der kein normaler ehrenhaften Bürger mit Freude annimmt. Die besteht daraus, aus eigener Hand Dealer und Junkies umzulegen. Damit beweist du, dass du den Mut hast, deine Gedanken in der Praxis zu vollenden. Du brauchst keine großen Reden zu schwingen, um deine Zivilcourage zu beweisen. Wenn Heinrich Himmler noch leben würde, würde er dich hoch loben. „Sehen Sie, dieser Mann hat keine Scheu, an unsere Kinder und Enkel zu denken, indem er dieses Ungeziefer vernichtet!“ Mit Zyklon B hättest du es leichter, aber du hast, mein Freund Rodrigo, die Seele eines Handwerkmeisters, der nach vollendeter Arbeit, die Frauen zu einem Tango einlädt und sie über den Parkett des Festsaals des Präsidentenpalasts mit Leidenschaft in seine Arme nimmt. Donald fragte seinen Berater, wie er die Rede vollenden sollte. „Ich würde sagen, Mister President, dass solche Männer wie er, bei den Weibern gut ankommt, also lohnt sich das, so vorzugehen. Lebe wohl mein Freund und wenn es dir an Dealern fehlt, schicke ich sie dir als Staatsgeschenk per Fracht nach Manila. Viel Spaß dabei!

Dann einen Eintrag in meinem Tagebuch

Vielleicht kommt man mit über siebzig in die Zeit der Infantilität. Heute Abend sagte mir eine Freundin am Telefon: „Verzapfe ein wenig mehr Blödsinn. Die Leute haben die Nase voll, immer ernste Sachen serviert zu bekommen.“ „Du liebe Lady Petra, wie soll ich es anders machen können? Bist du noch von dieser Welt? Wenn du jeden Morgen die Hiobsbotschaften liest, wird es dir schlecht. Nur noch Mist!“ Dazu kommt, dass meine Schmerzen mir nicht unbedingt Frühlingsgefühle vermitteln. Ich habe Lust manchmal schroff und ätzend zu sein, wie es jetzt der Fall ist. Das Lachen ist trotz den ganzen Schwierigkeiten bei mir willkommen und sollte es eines Tages nicht mehr an unsere Tür klopfen, wäre es schlecht bestellt mit uns.

Und jetzt ab in den Federn,

ich umarme dich, liebe Petra!

 

Pierre

//pm

 

 

Lieber Pierre,

mit der Gleichstellung der Geschlechter ist es in westlichen Ländern zwar kein Problem, dennoch klagen Politiker und Menschen immer noch über ein Ungleichgewicht bezüglich der Lohnzahlungen im Vergleich zu männlichen Kollegen. Da klafft ein Graben und nachweislich werden Mann und Frau, die in vergleichbaren Positionen arbeiten, nicht gleich bezahlt. Das muss sich ändern. In der politischen Führungsebene setzt Frau Merkel offensichtlich und auffällig auf eine weibliche Besetzung – ein Kontra-Statement?

Es steht tatsächlich nirgends geschrieben, dass irgendwelche Diskriminierungen oder Abwertungen von Frauen gestattet sind und das tut auch nicht der Koran, wie du richtig erkannt hast. Dennoch spielte die Frau schon in früher Zeit eine untergeordnete Rolle, lassen wir die starken Herrscherinnen, wie die Heldinnen, Königinnen, Cleopatra oder auch die legendären Amazonen von Dahomey/ Afrika u.a. außer Acht. Es gab viele einflussreiche, starke, harte, autonome und unangepasste Frauen in der Geschichte – das sollten wir bei der Betrachtung dieses Themas heute nicht vergessen.

Sexuelle Übergriffe sind immer ein verwerfliches, respektloses und brutales Inanspruchnehmen von Körper, Sex, erzwungene Aufmerksamkeit, die stets mit dem Ausüben von Macht und psychischer Fehlleitung zu tun haben. Kommen wir auf die Muslime zurück (auch hier bitte nicht verallgemeinern), so ist die Frau untergeordnetes Gebärinstrument und wird – bedingt durch den fatalen Männer-Ego-Wahn – bewusst klein gehalten. Der Mann hat das Sagen, die Frau hat die Klappe zu halten! Wir sehen dieses verrutschte Bild selbstverständlich bei Übergriffen auf unsere Frauen, wie z.B. in Köln geschehen. Frauen werden nicht ernst genommen, die Arbeit einer Lehrerin für Deutsch tut sich schwer, Gehör und Akzeptanz zu finden. So ist es, wie ich von befreundeten Pädagogen erfahren habe und es dürfte schwer sein, dass in den Griff zu kriegen, so lange der „Guru Papa“ in der Familie das Sagen hat und seinem Sohn die klare Ansage gibt, „Du hast auf Frauen nicht zu hören.“

Doch ich habe auch sexuelle Übergriffe von Frauen auf Männer erlebt und die sind weiß Gott nicht besser. Wenn man denkt, der Mann könne sich leicht wehren, so stimmt das nicht immer. Es gibt Mütter, die ihre Söhne missbrauchen und Frauen, die ihre Partner demütigen und verprügeln. Jegliche Art von emotionaler und sozialer Verrohung ist leider auch an der Tagesordnung, wenngleich nicht Usus.

Männer haben – lange nach der Neandertaler-Zeit – immer noch die Jagd-Gene in ihrem Blut und sind hormonell bedingt mit mehr Testosteron ausgestattet als Frauen. Das ist ihre Natur, die allerdings nicht gestattet, dass sie sich an weiblichen Personen vergreifen.  Was manchen Mann zu einem dummgeilen Stier werden lässt, habe ich mich auch schon gefragt und immer wieder kopfschüttelnd vor dem Internet gesessen und mich gewundert, wie leicht die Herren auf rein optische Reize reagieren und wie entblößende Brüste sie anscheinend zu abspritzwilligen Hengsten macht, obwohl die Dame offensichtlich strunz doof ist. Ein wenig Contenance, ein bisschen mehr Verstand, mehr Respekt und einen Keuschheitsgürtel für den Schwanz?! Tja, lieber Pierre, wir können die Welt leider nicht wirklich ändern und alles glatt bügeln, was faltig ist, aber wir können sorgsam darauf hinweisen, dass oberstes Prinzip eines generellen Zusammenlebens und des gemeinsamen Lebens der Geschlechter wäre, sich zurückzuhalten und gegenseitige Ehre zu zeigen. Weinstein und #metoo ist ein Skandal, zweifellos!

 

 

Lieben Gruß nach München,

 

Petra

© Petra M. Jansen

 

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