Lieber Pierre,

Weihnachten ging schneller vorbei als wir die Vorweihnachtszeit überhaupt genießen konnten. Lag es nun an dem dummen Datum mitten in der Woche, an dem Montags noch Klassenarbeiten in den Schulen geschrieben wurden (reine Quälerei und Provokation) oder daran, dass viele Menschen bis Mittwoch oder gar Donnerstag nachmittags arbeiten mussten und sich nur schwer in besinnliche Stimmungen unter dem Tannenbaum bringen konnten? Abschalten war dieses Jahr kaum möglich. Der Kaufrausch wieder ein klarer Aufruf, dem Fest der Liebe bloß die Kohle in die Fresse zu stopfen anstatt Liebe zu fühlen und zu genießen. Und ob das Jesuskind wirklich geboren wurde, darüber gibt es keine sicheren Quellen – alles Aberglaube? Ich denke schon, die Menschen müssen sich an was festhalten, wenn sie selbst schon unfähig sind, ihre Lieben zu behalten und dafür zu sorgen, dass es Freunden und Mitmenschen gut geht. Und nun, lieber Pierre, geht es weiter… am Donnerstag knallen Millionen in die Luft und verpesten unsere bereits verpestete Umwelt. Tiere erschrecken sich, die Feuerwehr ist im Großeinsatz, aber die Menschheit knallt sich die Seele aus dem Leib. Verstanden haben sie nichts. Sie haben nicht verstanden, dass Knaller, Bomben und Raketen andernorts Tausende umbringen und zu Flüchtlingen werden lassen (die dann natürlich hier auf keinen Fall willkommen sind, ironisch gemeint).
Prost Neujahr! Wenn meine Befürchtungen wahr sind, dann dürfen wir uns in 2016 warm anziehen, denn es wird große Veränderungen geben, die bereits klar sichtbar sind. Wer das leugnet, hat entweder keinen kritischen Verstand oder ist ein dummer Ignorant. Lieber Pierre, heute wurde mir sehr klar, wie kurz unser Leben ist und mit wie vielen unwichtigen Dingen wir uns beschäftigen. Es gibt nur einen einzigen Weg: Minimalismus, Reduktion, bewusste Wahrnehmung, was um uns passiert und wo es hakt, Bescheidenheit und Entschleunigung.
Viele Vorsätze werden geschmiedet für das neue Jahr und niemand hält sie ein, wie immer. Lernt der Mensch etwas dazu? An Sylvester kann es sein, dass ganze Straßenzüge in die Luft fliegen – polnische Schmuggler haben bereits verkappte Kriegsmunition in Umlauf gebracht. Also dann, lieber Pierre, schau auf die Etiketten. Wenn das der gleiche Schwindel ist, wie wir ihm sonst im Leben begegnen – menschlich ebenso wie auf allen anderen Ebenen – dann heißt es: HEAVY NEW YEAR! Cheers!

 

Auf ein neues Jahr der allgemeinen Verarschung
herzlichst,
Petra
© Petra M. Jansen

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Ist Moral dem Menschen angeboren oder hat sie sich evolutionär entwickelt?

Ein Projekt für einen Gott, dessen Name schon lange vergessen ist. Vor ungefähr 12.000 Jahren begannen steinzeitliche Jäger in Südanatolien mit dem Bau der vermutlich ersten großen Tempelanlage der Welt. Auf dem Berg Göbekli Tepe errichteten sie nur mit Muskelkraft über 200 bis zu 6 Meter hohe und 20 Tonnen schwere Stelen aus Stein. Hunderte, vielleicht Tausende Menschen müssen zusammengearbeitet haben, um in der Morgendämmerung der Zivilisation diese Anlage zu schaffen. Und genau das – Kooperation in großem Maßstab – ist das, was die Wissenschaft an Orten wie diesen zunehmend interessiert: Wie bloß kamen freie Jäger und Sammler auf die Idee, sich zu einem solchen Vorhaben zu vereinigen?

In diesem historischen Moment zeigte sich ein Rätsel, das Soziobiologen und Evolutionspsychologen seit Jahrzehnten beschäftigt. Mit der Entwicklung großer, komplexer und anonymer Gesellschaften wächst die Gefahr, dass Trittbrettfahrer die Arbeitsfrüchte der anderen einfach abgreifen. Wie garantiert man Kooperation, wenn unmittelbare Überwachung durch die Gruppe nicht mehr möglich ist? Eine derzeit neue Theorie besagt, dass das der Grund sei, wieso die Menschen sich große, allwissende und strafende Götter ausgedacht haben: Sie sorgen für eine Einhaltung der Spielregeln. „Beobachtete Leute sind nette Leute“, schreibt der Psychologe Ara Norenzayan von der University of British Columbia im Vancouver in seinem vor zwei Jahren erschienenen Buch „Big Gods: How Religion Transformed Cooperation and Conflict“.

Die These ist ein Versuch, ein ambivalentes Verhältnis zu klären: das von Religion und Moral. In Umfragen, historischen Untersuchungen, ethnologischen Feldstudien, selbst in Laborversuchen wird dieser Frage derzeit nachgegangen.

Das Problem ist komplexer, als man vermuten sollte. Weder Kreuzzüge im Namen Gottes, verbrannte Ketzer oder islamistische Selbstmordattentate haben die Menschen von der Überzeugung abgebracht, dass Religion irgendwie die Moral befördert. Nach einer Umfrage des Pew Research Instituts aus dem Jahre 2014 ist in 22 von 39 untersuchten Ländern die Mehrheit der Bevölkerung davon überzeugt, dass nur ein Mensch, der an Gott glaubt, ein guter Mensch sein kann. In stark religiösen Ländern wie zum Beispiel Ghana, El Salvador oder Pakistan sind es sogar über 90 Prozent; in den USA denken 53 Prozent so, in Deutschland immerhin noch 33 Prozent. Umgekehrt gelten Atheisten in vielen Ländern als schlechte Menschen.

Moralisches Verhalten ist wesentlich älter und stabiler als der organisierte Glauben. Religion ist eine extrem junge Angelegenheit, die ältesten Spuren symbolischer Kommunikation sind 70.000 bis 80.000 Jahre alt, und die ersten Großreligionen entstanden erst vor 10.000 bis 12.000 Jahren. Menschen haben schon immer Moral gebraucht, um in Gruppen miteinander auszukommen.

Andere Forscher gehen weiter: Bereits bei höheren Tieren finde sich ein Sinn für Gerechtigkeit. 2003 machte man ein Experiment: Jeweils zwei Kapuzineräffchen waren darauf trainiert worden, Spielsteine gegen Gurkenstückchen umzutauschen, was diese auch taten. Wenn einer der Affen statt der Gurken hochbegehrte, süße Weintrauben bekam, weigerte sich der andere, seinen eigenen Stein zu tauschen. Richtig sauer wurde er, wenn der bevorzugte Affe seine Trauben ganz ohne Bezahlung bekam. Dann pfefferte das benachteiligte Tier Gurke und Steine aus dem Käfig. Man interpretierte dieses Verhalten als Ausdruck eines verletzten Gerechtigkeitssinnes.

Auf den ersten Blick scheint auch die Empirie die Überwachungs-Hypothese zu stützen: die großen Religionen beweisen, dass transzendente Strafandrohung wirkt. Als Beleg gilt eine 2010 in Science veröffentlichte Studie des Evolutionsbiologen Henrich von der Harvard University. Er untersuchte mit einem ökonomischen Spiel die Spendenbereitschaft von Menschen in 15 Ländern, Stammesgesellschaften in Papua-Neuguinea waren ebenso vertreten wie westliche Länder. Die Teilnehmer erhielten jeweils zehn Dollar und durften dann entscheiden, wie viel Geld sie an anonyme Fremde abgeben. Die Anhänger moralisierender Weltreligionen, insbesondere des Christentums und des Islams, gaben im Durchschnitt 10 Prozent mehr.

Bemerkenswert ist aber, dass etwa die Griechen, Römer oder Azteken kooperative Gesellschaften errichteten, ohne Götter zu erfinden, die über die Moral der einzelnen Menschen wachten. Man vermutet, dass erst gesellschaftlicher Reichtum moralisierende Religionen ermöglicht hat. Satte Menschen hätten eher die Muße, über ein Leben nach dem Tode nachzudenken. Tatsächlich konnte man nachweisen, dass die eurasische Gesellschaften in der Zeit der großen Religionsgründungen zwischen 500 v. Chr. bis 300 v. Chr. mehr als 20.000 Kalorien pro Kopf/Tag an Nahrung und Energie verbrauchten.

 

 

Que ce soit à Chicago, où des policiers ont à nouveau fait parler d’eux en tuant un noir, ou à Ajaccio où des manifestants réclament le renvoi de tous les arabes, nous sommes très loin de la tolérance, qui elle seule peut garantir une vie commune. Il est fatal que des réflexes tels que l’Europe a toujours connus, incitent de « braves citoyens » à perdre toute mesure. On ne peut obliger personne d’aimer qui que ce soit, mais de là à pratiquer la ratonnade il y a un pas qu’il ne s’agit pas de faire et ceci dans son propre intérêt. Je ne vais par revenir sur les causes qui ont causé la colère populaire en Corse. C’est l’étincelle qui a mis le feu aux poudres et qui reproduit assez bien l’ambiance qui règne actuellement en France. Celle de l’exclusion. Comment arriver dans de telles conditions à une intégration qui fait cruellement défaut, si même à la tête de l’État on se laisse entraîner par un courant plus ou moins musclé ? Il y a de quoi réfléchir. Je veux parler de la déchéance de la nationalité, qui s’adresse avant tout à un cercle de personnes issues de l’étranger. Ce n’est pas un individu originaire du Limousin qui se verra retirer son passeport en cas de délit, mais bien des « basanés ». C’est ce qui donne un relent désagréable à une mesure répressive. Elle ne se base pas uniquement sur des faits objectifs, même si le projet de loi dit autre chose. Elle concerne une tranche de la population bien précise et peut être considérée comme sélective. N’est-on pas en principe tous égaux ? Non ! Il serait alors temps d’arrêter toutes ces chimères, qui dans les faits ne riment à rien. Weiterlesen

L’armée irakienne annonce la reprise de la ville de Ramadi. Une défaite de taille pour l’EI. Mais attention, il faut se méfier. Je pense que la force de cet État terroriste ne réside pas tellement dans ses conquêtes territoriales, mais bien plus dans son idéologie et son fanatisme. L’Europe sera toujours menacée, tant que l’aspect logistique concernant les attentats ne sera pas réglé. On en est loin à mon humble avis ! La fascination que ces dirigeants exercent sur une certaine jeunesse plus ou moins déboussolée, réside dans des préceptes de vie d’une désarmante simplicité. Ils appellent à une soumission complète de chaque individu aux lois du Coran. Des lois habilement choisies dans ce livre saint, qui se contredit à bien des reprises, comme l’Ancien Testament d’ailleurs. Mais une chose reste claire : tu ne tueras point ! Ils ont eu l’habilité de prétendre que cela était malgré tout possible lorsqu’il s’agit de se défendre. De se défendre contre la perversité de l’Occident ou contre les incroyants qui ne veulent que leur perte. Des arguments qui ne tiennent pas le cap lorsqu’on sait que les fous de Dieu s’attaquent à des femmes et des enfants. La terreur qu’ils engendrent ne connaît pas de limites. Bien sûr, je lis avec satisfaction tout ce qui peut les affaiblir. La perte de Ramadi est sans conteste un pas dans la bonne direction. Malgré tout je me pose la question de savoir, comment réagissent les populations ? N’ont-elles pas plus ou moins soutenues ce régime félon ? Sans une collaboration active, cela n’aurait jamais pu aller aussi loin. Weiterlesen

N’en déplaise à Messieurs Hollande et Valls, la déchéance de la nationalité me pose en temps qu’homme de gauche de graves problèmes. Je comprends que sous le coup de la colère contre les terroristes ayant commis les attentats de Paris, on puisse réagir d’une manière émotionnelle. Il est vrai que nous nous trouvons dans un état de guerre, mais de là à vouloir changer la constitution, il y a un pas auquel je réfléchirais avant de la faire. En voulant exclure de la communauté nationale des personnes issues de l’immigration, me semble plus que problématique. Cela reviendrait à dire qu’il y a des Français de plusieurs souches. Cela est constitutionnellement pas possible, même si des personnes se conduisent d’une manière anti-patriotique. Cela contribuerait à affaiblir la cohésion nationale, ce qui ne peut pas aller dans le sens d’un président de la république. Ce serait une porte ouverte à l’arbitraire. Il y aurait fatalement une sélection, ce qui ne doit en aucune manière arriver. Ce serait une discrimination de citoyens ayant une autre origine que celle des Français métropolitains. Dans un régime autoritaire comme celui du 3ème Reich, il suffisait d’être juif, tzigane ou homosexuel pour être discriminé. Nous avons vu où cela a pu mener. Ce serait sûrement pas le cas du président actuel, mais qui peut garantir que ses successeurs n’utilisent pas cet article de la constitution pour justifier une injustice flagrante ? Ce serait aller dans le sens de ceux qui veulent se débarrasser au plus vite de tous les musulmans, qu’ils accusent de vouloir nous oppresser. De les tuer même si on en croit certaines déclarations erronées. Non, il ne faut pas mettre de l’eau sur les moulins des racistes, des populistes, des fascistes. Il faut éviter tout de ce qu’irait dans leur sens, ne pas leur donner un outil discriminatoire comme l’exclusion. Weiterlesen

Le 24 décembre, deux pompiers et un policier ont été agressés dans le quartier « chaud » du Jardin de l’Empereur à Ajaccio. Ils ont été appelés pour un incendie et sont ainsi tombés dans un guet-apens. Un geste répréhensible. Le jour de Noël se sont tout d’abord rassemblés 150 personnes devant la préfecture afin d’exprimer pacifiquement leur réprobation. En fin d’après-midi ils étaient 600. La colère étant monté d’un cran, ces manifestants se sont dirigés vers la cité et ont mis le feu à un lieu de prières ainsi qu’à un restaurant. Leur but était de brûler le Coran. Ils ont injurié les arabes en les incitant à quitter la Corse. Cet incident démontre à quel point la situation est tendue. Les grandes communautés religieuses sont de plus en plus soumises à des agressions, ce qui envenime les choses. De tels actes doivent être condamnés, même si le point de départ était un autre, comme le prouve cette histoire. La politique devrait tout mettre en œuvre pour calmer les esprits. Lorsque Nicolas Sarkozy fait appel aux citoyens de défendre les traditions chrétiennes de la France, c’est son bon droit. Mais de le faire lorsque les esprits sont échauffés me paraît risqué. L’ancien président devrait savoir que le pays n’a pas d’avenir tant qu’il y aura des tensions religieuses. Il devrait tout faire pour éviter une « fausse interprétation » de ses pensées. L’heure devrait être à la modération d’un côté comme de l’autre. Même si pour certains cela semble difficile à mettre en pratique, il faut savoir différencier. Les actes terroristes ne sont pas le fait de l’islam en tant que religion ; bien plus d’agitateurs qui mettent en avant la croyance pour réaliser leurs desseins : ceux d’anéantir notre démocratie. Weiterlesen

(nach einer alten russischen Überlieferung)

Außer Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem göttlichen Kind führen sollte. Dieser vierte König hieß Coredan. Drei wertvolle rote Edelsteine hatte er sich eingesteckt und mit den drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart. Doch Coredans Reittier lahmte unterwegs. Er kam nur langsam voran, und als er bei der Palme eintraf, war er allein. Nur eine kurze Botschaft, in den Stamm des Baumes eingeritzt, sagte ihm, dass die anderen drei ihn in Bethlehem erwarten würden. Coredan ritt weiter, ganz in seinen Träumen versunken. Plötzlich entdeckte er am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und aus mehreren Wunden blutend. Voller Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war. Er fand eine Frau, die das Kind in Pflege nahm. Aus seinem Gürtel nahm er einen Edelstein und vermachte ihn dem Kind, damit sein Leben gesichert sei. Dann ritt er weiter, seinen Freunden nach. Er fragte die Menschen nach dem Weg, denn den Stern hatte er verloren. Eines Tages erblickte er den Stern wieder, eilte ihm nach und wurde von ihm durch eine Stadt geführt. Ein Leichenzug begegnete ihm. Hinter dem Sarg schritt eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern. Coredan sah, dass nicht allein die Trauer um den Toten den Schmerz hervorrief. Ein Ehemann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die Familie war in Schulden geraten, und vom Grabe weg sollten die Frau und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Coredan nahm den zweiten Edelstein aus seinem Gürtel, der eigentlich dem neugeborenen König zugedacht war. „Bezahlt, was Ihr schuldig seid, kauft Euch Haus und Hof und Land, damit Ihr eine Heimat habt!“ Er wendete sein Pferd und wollte dem Stern entgegenreiten – doch dieser war nicht mehr da. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit überfielen ihn. War er seiner Berufung untreu geworden? Würde er sein Ziel dennoch erreichen?

Eines Tages leuchtete ihm der Stern wieder auf und führte ihn durch ein fremdes Land, in dem Krieg wütete. In einem Dorf hatten Soldaten die Bauern zusammengetrieben, um sie grausam zu töten. Die Frauen schrien und Kinder wimmerten. Grauen packte den König Coredan, Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß nur noch einen Edelstein – sollte er denn mit leeren Händen vor dem König der Menschen erscheinen? Da das Elend groß war, zögerte er nicht lange. Mit zitternden Händen holte er seinen letzten Edelstein hervor und kaufte damit die Männer vor dem Tode und das Dorf vor der Verwüstung los. Müde und traurig ritt Coredan weiter. Sein Stern leuchtete nicht mehr. Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem Schwachen, pflegte dort Kranke; keine Not blieb ihm fremd. Und eines Tages kam er am Hafen einer großen Stadt gerade dazu, als ein Vater seiner Familie entrissen und auf eine Galeere verschleppt werden sollte. Coredan flehte um den armen Menschen und bot sich dann selbst an, anstelle des Unglücklichen als Rudersklave zu arbeiten.

Stolz bäumte sich auf, als er in Ketten gelegt wurde. Jahre vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar geworden, müde sein zerschundener Körper. Doch irgendwann leuchtete sein Stern wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes wurde er an Land gelassen. In dieser Nacht träumte er von seinem Stern, träumte von seiner Jugend, als er aufgebrochen war, um den König aller Menschen zu finden. Eine Stimme rief ihn: „Eile!“ Sofort brach er auf, er kam an die Tore einer großen Stadt. Aufgeregte Gruppen von Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf, oben ragten drei Kreuze. Coredans Stern, der ihn einst zu dem Kind führen sollte, blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal auf und war dann erloschen. Ein Blitzstrahl warf den müden Greis zu Boden. „So muss ich also sterben“, flüsterte er in Todesangst, „sterben, ohne Dich gesehen zu haben? So bin ich umsonst durch die Städte und Dörfer gewandert wie ein Pilger, um dich zu finden, Herr?“ Seine Augen schlossen sich. Die Sinne schwanden ihm. Da aber traf ihn der Blick des Menschen am Kreuz, ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Vom Kreuz herab sprach die Stimme: „Coredan, Du hast mich getröstet, als ich jammerte, und gerettet, als ich in Lebensgefahr war; Du hast mich gekleidet, als ich nackt war!“ Ein Schrei durchbebte die Luft – der Mann am Kreuz neigte das Haupt und starb. Coredan erkannte mit einmal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht in all den Jahren. Er hatte ihn nicht vergebens gesucht, er hatte ihn doch gefunden.

Jesus sagt im Matthäusevangelium: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt. 25, 40). Diese Worte galten dem vierten Weisen.

Erst später wurden aus vier weisen Männern drei heilige Könige. Ein Jüngling, ein Mann und ein Greis. Des Weiteren ein Asiate, ein Afrikaner und ein Europäer. Stellvertretend für die drei Menschenalter und die damals bekannten Kontinente. Auch Ochs und Esel im Stall findet man nicht in der Bibel. Sie stehen für das Abend- und das Morgenland als Stellvertreter.

Die Legende vom vierten König
(nach einer alten russischen Überlieferung)

Außer Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem göttlichen Kind führen sollte. Dieser vierte König hieß Coredan. Drei wertvolle rote Edelsteine hatte er sich eingesteckt und mit den drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart. Doch Coredans Reittier lahmte unterwegs. Er kam nur langsam voran, und als er bei der Palme eintraf, war er allein. Nur eine kurze Botschaft, in den Stamm des Baumes eingeritzt, sagte ihm, dass die anderen drei ihn in Bethlehem erwarten würden. Coredan ritt weiter, ganz in seinen Träumen versunken. Plötzlich entdeckte er am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und aus mehreren Wunden blutend. Voller Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war. Er fand eine Frau, die das Kind in Pflege nahm. Aus seinem Gürtel nahm er einen Edelstein und vermachte ihn dem Kind, damit sein Leben gesichert sei. Dann ritt er weiter, seinen Freunden nach. Er fragte die Menschen nach dem Weg, denn den Stern hatte er verloren. Eines Tages erblickte er den Stern wieder, eilte ihm nach und wurde von ihm durch eine Stadt geführt. Ein Leichenzug begegnete ihm. Hinter dem Sarg schritt eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern. Coredan sah, dass nicht allein die Trauer um den Toten den Schmerz hervorrief. Ein Ehemann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die Familie war in Schulden geraten, und vom Grabe weg sollten die Frau und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Coredan nahm den zweiten Edelstein aus seinem Gürtel, der eigentlich dem neugeborenen König zugedacht war. „Bezahlt, was Ihr schuldig seid, kauft Euch Haus und Hof und Land, damit Ihr eine Heimat habt!“ Er wendete sein Pferd und wollte dem Stern entgegenreiten – doch dieser war nicht mehr da. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit überfielen ihn. War er seiner Berufung untreu geworden? Würde er sein Ziel dennoch erreichen?
Eines Tages leuchtete ihm der Stern wieder auf und führte ihn durch ein fremdes Land, in dem Krieg wütete. In einem Dorf hatten Soldaten die Bauern zusammengetrieben, um sie grausam zu töten. Die Frauen schrien und Kinder wimmerten. Grauen packte den König Coredan, Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß nur noch einen Edelstein – sollte er denn mit leeren Händen vor dem König der Menschen erscheinen? Da das Elend groß war, zögerte er nicht lange. Mit zitternden Händen holte er seinen letzten Edelstein hervor und kaufte damit die Männer vor dem Tode und das Dorf vor der Verwüstung los. Müde und traurig ritt Coredan weiter. Sein Stern leuchtete nicht mehr. Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem Schwachen, pflegte dort Kranke; keine Not blieb ihm fremd. Und eines Tages kam er am Hafen einer großen Stadt gerade dazu, als ein Vater seiner Familie entrissen und auf eine Galeere verschleppt werden sollte. Coredan flehte um den armen Menschen und bot sich dann selbst an, anstelle des Unglücklichen als Rudersklave zu arbeiten.
Stolz bäumte sich auf, als er in Ketten gelegt wurde. Jahre vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar geworden, müde sein zerschundener Körper. Doch irgendwann leuchtete sein Stern wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes wurde er an Land gelassen. In dieser Nacht träumte er von seinem Stern, träumte von seiner Jugend, als er aufgebrochen war, um den König aller Menschen zu finden. Eine Stimme rief ihn: „Eile!“ Sofort brach er auf, er kam an die Tore einer großen Stadt. Aufgeregte Gruppen von Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf, oben ragten drei Kreuze. Coredans Stern, der ihn einst zu dem Kind führen sollte, blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal auf und war dann erloschen. Ein Blitzstrahl warf den müden Greis zu Boden. „So muss ich also sterben“, flüsterte er in Todesangst, „sterben, ohne Dich gesehen zu haben? So bin ich umsonst durch die Städte und Dörfer gewandert wie ein Pilger, um dich zu finden, Herr?“ Seine Augen schlossen sich. Die Sinne schwanden ihm. Da aber traf ihn der Blick des Menschen am Kreuz, ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Vom Kreuz herab sprach die Stimme: „Coredan, Du hast mich getröstet, als ich jammerte, und gerettet, als ich in Lebensgefahr war; Du hast mich gekleidet, als ich nackt war!“ Ein Schrei durchbebte die Luft – der Mann am Kreuz neigte das Haupt und starb. Coredan erkannte mit einmal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht in all den Jahren. Er hatte ihn nicht vergebens gesucht, er hatte ihn doch gefunden.
Jesus sagt im Matthäusevangelium: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt. 25, 40). Diese Worte galten dem vierten Weisen.
Erst später wurden aus vier weisen Männern drei heilige Könige. Ein Jüngling, ein Mann und ein Greis. Des Weiteren ein Asiate, ein Afrikaner und ein Europäer. Stellvertretend für die drei Menschenalter und die damals bekannten Kontinente. Auch Ochs und Esel im Stall findet man nicht in der Bibel. Sie stehen für das Abend- und das Morgenland als Stellvertreter.

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

« Les images, diffusées mercredi sur la chaîne israélienne Channel 10, ont choqué. Elles montrent des extrémistes juifs célébrant et moquant la mort d’Ali Dawabsheh, un bébé palestinien brûlé vif avec ses parents dans un incendie criminel en Cisjordanie au mois de juillet. », une nouvelle diffusée par le Monde en ligne. Cela s’est passé lors d’un mariage qui a eu lieu à Jérusalem le 23 décembre. On y voit des orthodoxes juifs danser. Ils se passe la photo du petit enfant brûlé vif lors d’un attentat dans la maison de ses parents, qu’ils poignardent à tour de rôle. Des personnes se réclamant de Dieu, qui se laissent aller à des pratiques désavouant leur croyance. Le mot abjecte est trop faible pour décrire cette monstruosité. Le gouvernement israélien a condamné unilatéralement cette action, la décrivant comme un danger pour la nation toute entière. L’extrême-droite a démontré ainsi sa volonté de saboter toutes tentatives de réconciliation avec les Palestiniens. Un sabotage en règle de l’État juif, telles les réactions de la classe politique israélienne.

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