Lorsque Nadine Morano affirme que la France est un pays de race blanche, cela peut être considéré comme une constatation, mais cela n’est pas le cas, car son but est de provoquer, de marquer une différence, finalement de discriminer. Et c’est là que le bât blesse. Ce genre « de dérapage » n’en est pas un, car derrière tout cela se cache une stratégie, celle de la haine. La députée européenne réfutera sûrement une telle interprétation de ma part. Elle niera qu’elle est raciste ! C’est ce que font la plupart qui profèrent de telles paroles. Même s’ils ne feraient pas mal à une mouche, ils contribuent à empoisonner l’atmosphère, qui n’est pas au beau fixe en Europe. Ils donnent un forum à des éléments d’extrême-droite, pour qui la philosophie nazie n’appartient en aucun cas au passé. C’est justement cette frange de la population qui se dit respectable, que j’attaque. Elle se dit modérée, correcte jusqu’au bout des ongles. Mais elle ne proteste pas, lorsque des injustices sont commises. Rien vu, rien entendu… Weiterlesen
Brief vom 1.10.2015 – Petra & Pierre im Gespräch

Liebe Petra,
heute will ich die Sau herauslassen, aber nicht wie Jeder meinen könnte. Eines möchte ich im Voraus sagen: Ich mag sehr gerne Schweinefleisch und habe nichts gegen einen saftigen Braten, gespickt mit zahlreichen Knoblauchzehen, aber wenn ich lese, was sich in einer Stadt wie Chalon-sur-Saône abspielt, bekomme ich eine Sau-Wut. Die Stadträte dieser kleinen Stadt, durch ihre Weine weltbekannt, haben sich vorgenommen, in den Schulkantinen kein Essen mehr für die Kinder islamischen Glaubens anzubieten, wie es seit Jahrzehnten immer der Fall war. Wie jeder wissen sollte – im Koran, wie auch für die Juden in der Thora – ist der Konsum des Schweinefleisches untersagt. Darüber kann man streiten, aber dieses Verbot war aus Seuchengründen damals gerechtfertigt und dass es zum Dogma erhoben worden ist, kann stören, sollte aber respektiert werden. In dieser kleinen Provinzstadt wird somit die Meinungs- und Religionsfreiheit ins Absurdum getrieben, mehr noch: Sie wird verletzt, was gar nicht im Einklang mit der Verfassung ist, aber niemand geht auf die Barrikaden, weil es sich „nur um Araber handelt“ – für viele ein Störenfried, der unsere so tolle abendländische Zivilisation durchmischt und Frankreich sollte den Weißen gehören. Das behauptet Nadine Morano, eine europäische Abgeordnete der Republikanischen Partei von Nicolas Sarkozy. Deswegen wurde sie gerügt und wird wahrscheinlich bei den Regionalwahlen nicht als Spitzenkandidatin aufgestellt werden, aber eines ist nahezu sicher, sehr viele Franzosen denken wie sie.
Stelle dir vor, liebe Petra, wenn die Vegetarier und die Veganer keine Ess-Auswahl mehr hätten – und das ist in Chalon der Fall – würde das Volk in Deutschland auf die Barrikaden gehen und das mit Recht, weil es ganz einfach eine Provokation ist. Das Argument, dass in einem laizistischen Schulsystem – wie es in Frankreich der Fall ist – solche religiösen Dogmen nicht beachtet werden sollten, widerspricht die Grundregeln der Toleranz. Die Trennung von Kirche und Staat begrüße ich, das heißt aber noch lange nicht, Menschen wegen ihrer Wurzeln zu quälen, im Gegenteil. Es geht darum, religiöse Debatten vom Schulhof fernzuhalten, das Prinzip der Gleichheit, egal zu welcher Gemeinde man gehört, zu fördern und den Glaubenskrieg zwischen den Schülern möglicherweise fern zu halten. Eine humanistische Haltung, die total im Sinne der Aufklärung betrachtet werden kann.
Solche Schikanen wie in Chalon-sur-Saône, haben die Qualität der Hetztiraden des „Stürmers“ von Julius Steicher vor und während des Dritten Reiches. Ich würde ab sofort den Stadträten empfehlen, die Parkbänke nur für die Weiße frei zu halten und weiterhin den Zutritt für Hunde und für Araber – Juden gibt es zu wenige – zu untersagen. Die Schulen könnten dann folgen und um den Mob zu befriedigen, könnte man eine neue „Reichskristallnacht“ inszenieren – natürlich mit einer Menge Fackeln, um die Moscheen in Brand zu setzen. Dann könnten die KZ folgen und logischerweise auch die Endlösung, wie in Birkenau. So weit wird es hoffentlich nicht kommen, aber diese Grundstimmung erfüllt mich mit Sorge. Die Geschichte hat gezeigt, wie schnell der Mensch jede Zurückhaltung verliert, wenn sein Herz mit Hass gefüllt ist und niemand ist dagegen immun, egal ob Proletarier oder Intellektueller.
Die Stadträte von Chalon, sind in ihrer Mehrheit keine Nazis – nur Kleinbürger mit einem beschränkten Rundhorizont. Das war auch der Fall bei denen, die Adolf Hitler unterstützt haben. Leute, die keiner Fliege etwas antun könnten und die nach außen den Anstand hoch zelebrieren. Liebe Petra, ich ziehe waschechte Nazis vor, weil man dann wenigstens weiß, woran man ist. Die sogenannte „stille Mehrheit“ ist in ihrer Engstirnigkeit viel gefährlicher, weil sie Demagogen die Toren der Macht eröffnet, wie es 1933 für die NSDAP der Fall war. So etwas könnte uns in Europa blühen, wenn wir nicht verdammt aufpassen.
In diesem Sinne.
Ich umarme dich, liebe Petra.
Pierre
//pm
Das Klavier
Klaviersonate f dur. Ich lausche … Spiel´s nochmal, Sam.
Sie kommen von Süden über die Autobahn. Die, die wir in den letzten fünf Jahren vergessen haben.
Sie strömen über den Standstreifen der Autobahn Richtung Norden. Eine Völkerwanderung! Zur gleichen Zeit wandern andere durch die Straßen. Die ewig zu kurz Gekommenen … Das Gehege ihres Gehirns ist zu klein, um neue Horizonte zu erforschen. Bei ihnen herrscht die Angst, die Angst vor Veränderungen. Mancher Geist ist zu klein, um Veränderungen zu verkraften. Man möchte stehenbleiben, nur dann ist die Welt in Ordnung. Hilfsorganisationen verteilen Güter an Flüchtlinge, Hirn an Nazis. Unsere Gesellschaft wird sich verändern, das fordert die Zeit. Wappnen wir uns für den Umbruch …
Spiel´s nochmal, Sam!
Da, wo die fremden Menschen herkommen, ist es wüst. Krieg zerstört Siedlungen, Äcker, Hab und Gut. Einer herrscht, absolut, über ein Volk, das entweder tot ist oder auf der Flucht nach Europa. Legitimation ist ihm egal, er ist krank, klebt am Stuhl. In den Weiten des Landes streitet man sich um die Trümmer, man bezahlt mit dem Tod. Der Grund ist egal, wenn Kampf zum Selbstzweck wird. Und sie töten weiter! Ohne Sinn und ohne Ziel. Streit um die Unterstützung des Tyrannen ohne Volk. Er ist selbst in Bedrängnis, Terror klopft an die Tür der Tyrannei.
Spiel´s nochmal, Sam!
Ich bin satt, Du bist satt, wir sind satt. Selbstgefälligkeit, wo man hinschaut! Die Wanderer sind weit weg, kein rechtes Gegröle in unserer Straße. Alles bestens, ich gefalle mir. Der gute Bürger! Kinder lernen, kleine Bürgerlein. Regeln lernen ist etwas für brave Kinder. Brav sollen sie auch sein, die guten Staatsbürger. Die Politiker denken über vieles nach im Moment, in alle Richtungen. Kluge Menschen! Wir sind gut aufgehoben. Dafür haben wir sie gewählt. Habe aufgehört zu denken, Outsourcing ist der neue Trend. Zu handeln haben wir über das Zugucken, während die Politik denkt, längst verlernt. Des Volkes kritische Stimme hat ihren Resonanzkörper verloren. Hilft Denken Menschen in Not? Ich denke darüber nach …
Es ist alles viel zu kompliziert!
Spiel´s nochmal, Sam. Lauter, ganz laut!
© Thomas Dietsch
Et la Syrie ?
Cette nuit, en marge de l’assemblée générale de l’ONU, les ministres des affaires étrangères russes et américains, Sergueï Lavrov et John Kerry, se sont rencontrés afin de coordonner les actions aériennes en Syrie. Après l’attaque de sites soi-disant appartenant à l’EI, il y a urgence de trouver un accord. Ce sera difficile tant que l’aviation de Vladimir Poutine se soumet à la volonté du dictateur Baschar Al Assad. Les Russes ont été soi-disant mandatés par ce dernier pour intervenir. Probablement les attaques ont concerné des régions occupées par des rebelles plus modérés près de la ville d’Homs et non pas de celles où les fous de Dieu sévissent. Il va de soi que si c’était le cas, l’occident ne pourrait pas accepter une telle option. Le risque d’une escalade des rapports tendus avec le Kremlin pourrait s’accentuer. Il serait fatal qu’ils se concrétisent par une confrontation directe entre les membres de la coalition d’une part et des Russes de l’autre. Les deux ministres ont reconnu qu’il était de toute urgence que les militaires dialoguent entre eux. Ce serait une première dans une atmosphère glaciale. Cela démontre que les considérations géopolitiques devraient être prisent en compte. Mais cela fait mal, parce que cela signifierait une fois de plus un soutien à un tyran, qui n’hésite pas à massacrer son propre peuple. L’exode de centaines de milliers de réfugiés en Europe a accentué ce processus. Vladimir Poutine a reconnu que la déstabilisation de l’UE pouvait lui causer du tort. Malgré l’embargo, il semble prêt à vouloir trouver un terrain d’entente et ceci sans revenir en arrière en ce qui concerne l’Ukraine et la Crimée. Un exercice périlleux. Weiterlesen
Lego-Steine
Phänomenal: Das schwere Erbeben auf Haiti, einem der ärmsten Länder der Erde, war 2010. Aus den Schlagzeilen ist die Katastrophe verschwunden, wir haben das Leid der Menschen auf Haiti aus den Augen verloren. Die meisten Häuser auf Haiti sind zerstört, ein großer Teil der dortigen Bevölkerung lebt immer noch auf der Straße oder in Hütten, die dem nächsten Sturm nicht standhalten werden. Eine Organisation namens The Mobile Factory hat ein interessantes und sehr innovatives Projekt ins Leben gerufen. Eine speziell entwickelte Maschine sammelt Trümmer auf und fertigt aus jenen Legoblöcke. Aus diesen Blöcken entstehen Häuser, über zwanzig Familien werden dieses Jahr noch ein neues Zuhause finden.
230.000 Tote, 310.000 Verletzte und 1.3 Millionen Obdachlose. Das ist die Bilanz jenes verheerenden Erdbebens vom 12. Januar 2010. Große Teile der Insel Haiti wurden zerstört. 25 Millionen Tonnen Trümmer überziehen den Karibik-Inselstaat. Jetzt ist eine sinnvolle Verwertungsmöglichkeit für die Trümmer gefunden, Neues entsteht! Der Niederländer Gerard Steijn wurde 2002 von der niederländischen Ingenieur-Firma DHV in ein Team einberufen, das sich mit der Nachhaltigkeit in der Baubranche befassen sollte. Er hat mehrere Katastrophengebiete besucht, mit seiner Erfahrung entwickelte er das Q-Brixx-Konzept. Dieses kommt im Projekt „Petit Paradis“ zum Einsatz.
Einfach Häuser zu bauen und daraus Profit zu schlagen, ist nicht die Idee hinter „Petit Paradis“. Es sollen kleine Nachbarschaften entstehen, in denen jede Familie ein individuelles Hausdesign bekommt. Unterstützung erhält Herr Steijn von zwei Jung-Architekten, die für das Design der Häuser zuständig sind. Für die Menschen wird nicht nur ein neues Zuhause geschaffen. Mit jeder Familie setzt sich das Team der beiden Architekten zusammen, um ein perfekt passendes Design zu erarbeiten. Außerdem werden Obdachlose für dieses Bauprojekt ausgebildet, um in Zukunft selbst Häuser bauen zu können. So kommen die Menschen von der Straße und bauen ihre eigene Zukunft.
Das Q-Brixx Bausystem sorgt dafür, dass man die „LEGO-Steine“ einfach aufeinander stecken kann. Damit spart man sich die Kosten für Mörtel und ähnliche Bausubstanzen. Die Häuser werden so gebaut, dass sie den natürlichen Wind der Gegend als Kühlung nutzen können. Gleichzeitig soll durch Sonneneinstrahlung so viel Solarenergie wie möglich auf Photovoltaik-Module gespeichert werden und so die Häuser mit Strom versorgen. Regenwasser wird in unterschiedlichen Tanks gesammelt, aus denen sich die Familien dann versorgen können. Außerdem ist es wichtig, die Häuser so zu bauen, dass sie nicht vom nächsten Erdbeben zerstört werden. Nach der Q-Brixx-Methode sind die Steine nicht komplett fest mit Zement aufeinander gebaut, das Haus hat somit die Möglichkeit, einer Erschütterung zu widerstehen.
The Mobile Factory sorgt mit ihrem Handeln dafür, dass viele Familien in den nächsten Monaten wieder ein richtiges zu Hause finden werden. Innovation und Mitmenschlichkeit tragen in diesem kleinen Beispiel dazu bei, dass sich die Menschen auf dieser Welt ein Stückchen näherkommen.
© Thomas Dietsch
Le porc de Chalon-sur Saône
Le conseil municipal de Chalon-sur-Saône a décidé à une grande majorité d’interdire les menus sans porc dans les cantines scolaires. Jusqu’à présent en tenait compte des lois religieuses qui empêchent les croyants de consommer cette viande. Les juifs et les musulmans sont concernés. Les conseillers municipaux arguent qu’une école laïque n’a pas à tenir compte des dogmes prescrits par les cultes. Une manière perfide de marquer sa haine raciale. Une telle décision démontre à quel point on est prêt à pratiquer l’exclusion. Bien que je sois un adhérent de la séparation entre la religion et l’État, je suis scandalisé par une telle attitude. Elle est discriminatoire et a pour but de provoquer. En clair cela veut dire : « Si cela vous plaît pas, vous n’avez qu’à prendre le large ! » Et n’oublions pas que c’est avant tout les enfants qui sont concernés. Si je pouvais donner un conseil à ces édiles pervertis, je leur dirais d’interdire aux basanés de s’asseoir sur les bancs des parcs publics. Ils seraient ainsi dans la droite ligne de l’idéologie nazie. Ce serait une première mesure avant de barrer l’accès des écoles aux musulmans. Le prochain pas consisterait à les bannir de la vie publique. Et pour couronner le tout, de créer un peu partout des camps d’extermination. Chalon-sur-Saône a perdu à mes yeux toute dignité. Ce qui s’est passé hier soir est une honte. On pourrait préconiser dans de telles condition le boycotte de cette ville. Le vin provenant de la région serait le premier concerné. Mais je ne suivrais pas cette voie, car cela entraînerait un raz-de-marée. L’intolérance souillerait de plus en plus notre pays. Les fossés deviendraient de plus en plus profonds. Weiterlesen
La chute de Kunduz
Les rebelles talibans se sont emparés de la ville de Kunduz. Une cité où vivent 300000 habitants. Elle est située sur la route entre Kaboul et le Tadjikistan et a de ce fait une importance stratégique considérable. C’était là que les troupes allemandes étaient stationnées avant leur retrait en 2013. L’armée afghane n’a pas été en mesure de s’opposer aux assauts répétés des rebelles. Il est à craindre que le même scénario se répétera ailleurs dans le pays. Sans aide étrangère il sera difficile de maintenir le statu quo. La preuve que les combattants fondamentalistes ont encore toujours un grand soutien au sein de la population. L’idéologie islamique semble être plus convaincante que le bon sens. Je pense que beaucoup d’Afghans souhaitent que « l’ancien régime » s’instaure à nouveau. L’intolérance et la violence seraient de nouveau de mise ainsi que la discrimination des femmes ? La preuve que le progrès a la vie difficile au sein d’une société séculaire. Un phénomène que nous connaissons ailleurs dans le monde actuellement. Que ce soient des hordes assassines de l’EI en passant par Al Quaida dans le Sud saharien. Est-ce la preuve que l’homme ne peut pas rompre ses liens ancestraux, même s’ils amènent le malheur ? Weiterlesen
Die Brille
Fast zwei Milliarden Mobiltelefone werden 2015 rund um den Globus über die Ladentheken gehen. Anders ausgedrückt: Ungefähr ein Viertel der Erdbevölkerung legt sich ein neues Handy zu, in der Regel ein Smartphone.
Am begehrtesten ist das iPhone: Die neueste Variante 6S gibt es seit 25. September. Wie immer in den vergangenen Jahren haben Tausende weltweit vor den Apple-Läden im Schlafsack übernachtet, um gleich früh am Morgen ihr neues Gerät zu ergattern. Ob Apple den Erfolg des Vorjahres toppen kann ist fraglich. Die Messlatte liegt hoch: 2014 hat der Konzern aus Kalifornien im letzten Quartal 34.000 iPhones verkauft – pro Stunde!
Wenn sich die Prognosen von Analysten bewahrheiten, dann nähert sich der Smartphone-Boom seinem Ende. Die tragbaren Alleskönner werden von neuen Geräten verdrängt: Statt das Mobiltelefon bei sich zu tragen werden die Leute in rund zehn Jahren zur Datenbrille greifen. „Die Brille wird zum Handy“ (Annette Zimmermann).
Es erscheint verwegen, könnte aber bald schon Wirklichkeit werden. In ein paar Jahren werden die ersten wirklich attraktiven Datenbrillen auf den Markt kommen, da sind die Experten überzeugt.
Viel Arbeit für die Entwickler: An den Bildschirmen muss gearbeitet, die Computerchips müssen kleiner und leistungsfähiger werden, gleiches gilt für die Akkus. Bei ansprechender Optik und langer Standby-Zeit werden die Käufer wirklich zugreifen.
Bis heute sind die Geräte noch kaum verbreitet. Google etwa hat seine Brille Google Glass still und leise wieder im Etui verschwinden lassen. Andere Projekte haben sich erheblich verzögert. Die klobigen amerikanischen Geräte ähneln Skibrillen, taugen nichts für Otto-Normalverbraucher, Adressaten sind eher Ingenieure der IT-Branche und Computerspieler.
Der Nutzer lebt mit ihnen in einer imaginären 3D-Welt. Der Verkauf soll Anfang 2016 beginnen. Der Softwarekonzern Microsoft hat ein ähnliches Projekt, „HoloLens“, angekündigt.
Wer durch die Elektromärkte schlendert findet eventuell schon heute vereinzelt Datenbrillen von Zeiss und Samsung. Die breite Masse der Käufer greift aber nach wie vor noch zu Smartphones.
Kunden werden sich für die Apparate interessieren, sobald überzeugende Brillen angeboten werden. Steigen die Sückzahlen, fallen die Preise, analog den Smartphones entsteht ein gigantisches Geschäft. Das große Vorbild 2007 war das iPhone, das den Durchbruch für jene Gerätekategorie brachte.
Klartext: Was wir heute mit dem Handy erleben, das passiert künftig direkt vor unseren Augen auf der elektronischen Brille. Das Internet der Dinge wird sich in den nächsten Jahren ebenfalls entwickeln. Das heißt: Milliarden Computer aller Art werden miteinander verbunden und liefern Informationen. So kann die Datenbrille Touristen zum Beispiel zu Sehenswürdigkeiten führen und Erläuterungen zu jenen geben, wo sie sich gerade befinden. Natürlich kann man mit der Brille auch telefonieren und fotografieren.
Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die Brille kennt unsere Gebrechen und unseren Gesundheitszustand in- und auswendig. Der gläserne Bürger! Trotzdem konnte sich in einer Umfrage schon ein Fünftel der Bundesbürger vorstellen, ein solches Gerät einmal zu besitzen.
Wie sich heute das iPhone über die Sprachsoftware Siri steuern lässt und das neue Windows-Betriebssystem per Cortana, so wird die Brille künftig das machen, was ihr der Träger mit seinen Worten befiehlt. Unser Leben wird sich grundlegend verändern.
Die Nutzer werden durch die Straßen laufen, sich in die U-Bahn quetschen oder am Strand liegen und vor sich hinlabern. Eine Horrorvorstellung, heute! Andererseits: heute ist es völlig normal, dass alle Welt ständig aufs Telefon starrt.
Dennoch: Google Glass sorgte für viel Aufregung, selbst im für Datenschutz nicht unbedingt empfänglichen Amerika. Dort wurden Nutzer sogar aus Kneipen geworfen, weil die Gäste befürchteten, unbemerkt gefilmt zu werden.
Wir werden sehen!
© Thomas Dietsch