Männer aus Europa und Nordamerika ziehen durch den afrikanischen Busch. Wilde Horden, Schiffsbesatzungen, mit Netzen, Stöcken, Peitschen und allen möglichen Waffen. Wir befinden uns im 18. und 19. Jahrhundert. Sie überfallen afrikanische Dörfer, überwältigen die Bewohner, treiben sie zusammen: Männer, Frauen und Kinder. Unter Peitschenhieben werden sie, an Stöcke gebunden, Hände und Füße gefesselt, zu den Segelschiffen an der Küste getrieben. Deren Ziel: Sklavenmärkte, hauptsächlich in Nordamerika. Während der Überfahrt über den Ozean sind sie in den Bäuchen der Schiffe wie Waren gestapelt. Es ist dunkel und schweineheiß, es stinkt, kein Licht, bei Sturm auf dem Meer brechen Wassermassen in den Laderaum. Ein Großteil der Menschen überlebt die Überfahrt nicht, stirbt an Krankheiten, Unter- und Mangelernährung, Herzinfarkt oder ertrinkt. Die Leichen werden achtlos ins Meer geworfen.

In den Bestimmungshäfen beginnt für die Überlebenden die nächste Erniedrigung: Begutachtet wie Vieh werden sie von fremden Männern gekauft und abgekarrt zu den Plantagen, ihren zukünftigen Wohn- und Arbeitsstätten. Rechtlich werden sie wie Sachen behandelt, sind verpflichtet, ohne Entgelt für ihre Besitzer zu arbeiten. Sie gehören ihnen. Manche Plantageneigner sind wahre Sadisten, quälen, vergewaltigen und verstümmeln ihre Sklaven, nicht selten sterben die Gepeinigten. Wenige Afrikaner treffen es verhältnismäßig gut, was heißen mag, während der Arbeit einfach in Ruhe gelassen zu werden. Wir alle kennen die Geschichte der Sklaverei. Abraham Lincoln ist uns ein Begriff. Der 1865 ermordete Präsident der Nordstaaten der USA hat sich dafür eingesetzt, dass in den neu zu gründenden Staaten im Westen Nordamerikas keine Sklaverei mehr herrscht.

Aus den afrikanischen Sklaven in den USA sind die heutigen Afro-Amerikaner geworden, US-amerikanische Bürger schwarzer Hautfarbe. Und Amerika hat ein Problem mit Rassismus, ein gewaltiges! „Neger“ oder „Nigger“ (niger, -gra lat.: schwarz oder dunkel) sind Worte der Herabwürdigung eines Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Der Amerikaner spricht vom „N-Wort“.

Präsident Obama stellte neulich öffentlich klar, dass die US-amerikanische Bevölkerung vom Rassismus noch lange nicht geheilt sei. Das Erbe von Sklaverei und Diskriminierung sei immer noch „Teil unserer DNA“. Rassismus: Schwarze Bürger sind häufiger arbeitslos, schlechter ausgebildet und verdienen weniger. Die Wahrscheinlichkeit, als Schwarzer in den Vereinigten Staaten verhaftet zu werden, ist sechsmal höher als für einen Weißen. Diskriminierungsalltag in den USA! Worin liegen die Gründe? Dafür, dass schwarze Bürger bis Ende der 1950er Jahre nicht die gleichen Busse benutzen durften wie Weiße? Es mag an den Gesetzen gelegen haben. Aber was ist der Grund für die Gesetze? Die Antwort ist: Angst, Neid, Verzweiflung. Nehmen wir die Tea Party: Deren Angehörige sind im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahre alt, gehören der unteren Mittelklasse an. Viele von ihnen hat das Leben gebeutelt. Man will sich abgrenzen, sucht nach Schuldigen, nach jemandem, der unter einem steht. Ist es da nicht einfach, sich an Äußerlichkeiten wie der Hautfarbe zu orientieren?! Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?! Komplizierte soziale bzw. soziologische Zusammenhänge interessieren nicht. Seit Jahrhunderten geht die Angst vor dem „Schwarzen Mann“ in der westlichen Welt um, vor dem „Mohr“, im Mittelalter vor den Mauren. Der Mensch ist einfach gestrickt! Aber Amerika arbeitet an seinem Rassismusproblem. Seit den Bürgerrechtsbewegungen in den 1960er Jahren hat sich einiges getan. Es herrscht in den Vereinigten Staaten ein größeres Bewusstsein für dieses Problem als zum Beispiel in Deutschland. Und man erzielt Erfolge. Es gibt mittlerweile eine etablierte Mittelklasse schwarzer Bürger, zum großen Teil mit akademischem Hintergrund. Und nicht zuletzt einen dunkelhäutigen Präsidenten. Das 21. Jahrhundert beginnt Einzug zu halten in den USA. Aber man muss wachsam sein: nach wie vor werden schwarze Mitbürger benachteiligt. Der amerikanische Schulunterricht ist auf die Förderung einer positiven nationalen Identität ausgerichtet. Wichtig ist jedoch auch, die Wurzeln des Rassismus und der Sklaverei auszuleuchten, die eigene Vergangenheit zu bewältigen. Es gibt noch viel zu tun!

© Thomas Dietsch

Lieber Pierre,
ich zitiere in diesem Zusammenhang einen großen Philosophen: „Alles, was nach Ordnung, Maß und Gesetz geschieht, erzeugt Gutes. Das Untergeordnete und schlecht Eingeleitete ist dagegen an sich schädlich und löset auch das Wohlgeordnete auf. (Platon, 427 – 348 od. 347 v. Chr, griechischer Philosoph, Begründer der abendländischen Philosophie). Was will ich sagen damit, lieber Pierre? Die Liebe des Menschen ist Fluch und Segen zugleich. Sie bewegt uns in Richtungen, die wir niemals gehen würden – ohne sie. Deine Briefe sind ein Widerspruch an sich, wenn ich das frei sagen darf. Selbstverständlich leugnet niemand den Mephisto in Goethes Faust, selbstverständlich negiert niemand das Böse, der einen klugen Verstand hat. Ja, es gibt all das – Verlogenheit, Untreue, Missgunst, Gier, Machthunger und vieles mehr. Schauen wir in die Welt: die NATO rüstet auf und verstärkt die Übungen, Russland rüstet ebenfalls auf. Griechenland spielt mit der EU wie mit einem Tennisball und macht Europa weltweit lächerlich und die Politiker diskutieren sich zu Tode. All das gibt es, Pierre und ich schaue gewiss nicht beruhigt in die Zukunft. Eher macht mir der Gedanke Angst, dass junge Menschen sich umsonst bemühen und studieren, ihre Ideale formulieren und vielleicht niemals mehr ausleben können. Es macht mir Angst, dass der Mensch in seinem kleinen, privaten Umfeld Schiss vor sich selbst hat und nicht den Mut, zu seinen schändlichen Taten zu stehen oder ehrlich im Umgang mit seinen Lieben zu sein. Das ist der berühmte „Dämon“ in der Geschichte von tausenden Büchern, Filmen und Fantasy-Stories. Es gibt ihn, ja, Aber wer bewegte etwas? Menschen, die niemals den Glauben an das Gute und die (Nächsten-)Liebe aufgegeben haben, wie z.B. Mutter Theresa oder die vielen Menschen, die in die Geschichte eingegangen sind, weil sie gebend, liebend etwas Gutes verbreiten wollten. Der Friedensnobelpreis wurde geschaffen, Künstler taten sich zusammen für Frieden und Liebe weltweit – die Liste ließe sich beliebig forstsetzen, lieber Pierre. Ich verstehe die Frustration, die einen ab und an überfällt und man mag sich nicht Gurkenschreiben auf die Augen legen lassen und einfach nur träumen. Doch es bleibt bis zum letzten meiner idealistischen Atemzüge: die Hoffnung auf Liebe, Gerechtigkeit und Frieden und der Wunsch danach. Und wenn es nicht so sein sollte, dann gehen wir alle gemeinsam unter. DAS kann ich zumindest – in Anbetracht der derzeitigen Weltlage – schon prophezeien.

Herzlichst,
Petra
© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

wie es die Buddhisten behaupten, kann es kein Gutes ohne Böses geben. Eine pragmatische Erkenntnis, die auch für die Liebe ihre Gültigkeit hat. Sie ist sehr eng mit Hass verbunden, der Grund warum sich so viele Paare zerreißen. Immer wieder kann man im Fernsehen Dokumentationen über den häuslichen Krieg sehen. Eltern, die ihn auf Kosten der Kindern austragen! Zum Beispiel dieser Vater, der seinen Sohn nicht mehr sehen darf, seitdem er von der Mutter in die Ukraine verschleppt wurde. Ich kann nicht verstehen, dass der Umgang mit dem Nachwuchs sich so brutal entwickeln kann. Leute, die angeben, dass sie sich einmal geliebt haben, liefern sich Kämpfe unter der Gürtellinie, die vernichtend sind und alle Mittel sind gut, um seinen Ex-Partner in den Dreck zu ziehen. Wie diese Mutter, die den Vater ihres Kindes beschuldigt pädophil zu sein und das nur, um ihn finanziell zu erpressen. Die Konsequenz: der Beschuldigte verlor seine Arbeit und erlitt einen Herzinfarkt, der ihn gesundheitlich ruinierte. Und dann, nach etlichen Jahren, die Aussage vor Gericht, dass alles erlogen sei, die Behauptung der Tochter waren frei erfunden. Das alles schreibe ich, um zu beweisen, dass dem Wort Liebe mit einem gewissen Misstrauen betrachtet werden sollte. Ich würde gerne an sie glauben, aber es ist mir leider bewusst, dass sie oft einen üblen Nachgeschmack hat. Das trifft bei mir persönlich nicht zu, aber bei vielen meiner Freunde.

Die Liebe, wie sie im Evangelium gefordert wird, bedeutet viel Nachsicht für seine Mitmenschen. Vielleicht eine Utopie, aber unerlässlich, wenn es um den Umgang mit anderen geht, liebe Petra. Auch wenn diese gute Absicht in Trümmer verfällt, muss sie das Ziel sein, das liegt im Interesse von jedem von uns. Und was machen wir? Wir hauen uns lieber auf die Rübe, weil wir einfach nicht für solch ein Verhalten geeignet sind. Der Mensch ist ein Raubtier, der nur durch Gewalt seine Ziele erreichen kann, so die generelle Meinung. Ich habe im Spiegel einen Artikel über das Mobbing am Arbeitsplatz gelesen. Sogenannte Toxiker, verhalten sich so, dass sie ihren Kollegen schaden wollen, wenn es darum geht, Karriere zu machen und das geht von der Denunzierung bis zur seelischen Demütigung. Das Fatale dabei, das solch ein Verhalten in den meisten Fällen nicht untersagt wird. Wer dennoch von Liebe spricht, erscheint mir blind zu sein. Sie haust in unserem Kopf und Herz, ein Wunschtraum, der kaum zu verwirklichen ist und vielleicht die größte Lüge der Menschheit. Aber ohne sie wäre kein Überleben möglich. Also bleibt mir gar nicht anderes zu tun, als die Liebe zu lieben.

Ich mache es mir deswegen sehr schwer mit der Friedensbewegung, die auf ihre Fahne das Wort Liebe groß geschrieben hat. Hat dies etwas mit der Realität zu tun? Was sehen wir um uns? Nur ein mieses Verhalten, das zu kriegerischen Auseinandersetzungen führt. Kinder und Frauen werden im Namen einer Gerechtigkeit massakriert, gefoltert und vergewaltigt und das wiederholt sich ständig, auch wenn immer wieder der Versuch unternommen wird, solche miese Taten zu unterbinden. Ich sehe schon ein, dass gegen solche Auswüchse agiert werden muss, aber die Frage stellt sich, ob Worte genügen. Immer wieder wird Gandhi mit Recht zitiert. Er hat es fertig gebracht mit pazifistischen Mitteln, seinen Kampf gegen eine Kolonialmacht erfolgreich zu führen. Aber vergessen wir nicht, dass parallel dazu zahlreiche Menschen ihr Leben im Krieg zwischen den Hinduisten und den Muslimen lassen mussten. Das führte zur Spaltung von Indien, damals in zwei Staaten und heute noch sind die Spannungen mit Pakistan zu spüren. Eine Waffenruhe auf Messerschneide. Das widerspricht dem friedlichen Gehabe, mit dem sich diese Zivilisation schmücken will. Sind die Gurus Pharisäer, wenn sie von Toleranz und Liebe sprechen? Ganz ehrlich, ich ziehe Menschen vor, die erkennen, dass die Gewalt auch zu ihrem Habitus gehört, dass die vorgegebene Ekstase der Liebe nur Schminke ist. Machen wir uns nichts vor, im Mensch steckt viel Wut und sie ist vernichtend, trotz Süßholz-Gesäusel. Und doch möchte ich nicht auf Liebe verzichten, liebe Petra. Ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, auch wenn sie eine Illusion ist. Wir brauchen sie, um uns verwirklichen zu können und ohne sie, könnten wir uns die Kugel geben, oder?

In diesem Sinne und mit einer herzlichen Umarmung,

Pierre

//pm

Banken prägen unser tägliches Leben. Private und öffentliche Banken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen, Bundesbank, Landesbank, Postbank und einige andere. Sie verwalten unser Geld, arbeiten damit. Erste Aufgabe ist es, das Geld zu vermehren. Manche Banker verzocken das ihnen anvertraute Geld. Ohnmächtig muss man zusehen, wie die über teilweise Jahrzehnte angesparte Kohle innerhalb kurzer Zeit auf ein Minimum herabschmilzt. Beratungsfehler, Bankenaufsicht: nur Schlagwörter! Wirklich ändern tut sich nichts. Ja, und die globale Wirtschaft fordert ihren Tribut: Die Pleite der Lehman Brothers rief 2008 die letzte Wirtschaftskrise hervor. Bad Banks entstanden, Aufkauf wertloser Wertpapiere und ähnliches ist deren Geschäft. Irgendwer hat im Zusammenhang mit der Europäischen Zentralbank einmal gesagt, das Bankenwesen sei die „Vierte Gewalt im Staat“ neben Legislative, Judikative und Exekutive. Da ist etwas dran, wenn derjenige es auch anders gemeint hat. Weiterlesen

Lieber Pierre,
du sprichst von Verantwortung und Auswahl, von der infantilen Vorstellung, wir könnten noch etwas frei wählen und von der Hoffnung des Bürgers auf Besserung der politischen Systeme. Das ist ein Haufen Holz, wie man sagt und während ich nickend deinen Antwortbrief las, gingen mir viele Dinge durch den Kopf. Schon lange ist es vorbei damit, mit der freien Wahl der Freiheit, die wir so propagieren und das Thema hatten wir auch schon. Das Zauberwort heißt „Ethik“ oder „Wahrheit“ oder auch „Verantwortung“, aber wir sind nicht die Magier des Universums, auch wenn wir uns gerne als das verstehen. Wer versteht, dass etwas nur rund laufen kann und funktioniert, muss zuerst verstehen, was Natur und Demut bedeuten. Die Natur ist das größte Spiegelbild und wir sehen in den Konsequenzen unsere machthungrigen, gierigen Eitelkeiten ebenso wie die Schönheit des Gleichklangs. Alles hat seinen Preis und alles hat seinen Sinn, davon rücke ich nicht ab. Es gibt ein Gesetz, dem ich folge: verhalte dich scheiße und du bekommst scheiße zurück. Was tun wir Menschen? Ich wiederhole mich nicht, dies alles ist hier in unseren Briefen nachzulesen, lieber Pierre. Wenn der Liebling seinem Liebling zu Weihnachten ferngesteuerte Steckdosen schenkt anstatt etwas Persönliches zu wählen, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Verstehst du, was ich meine? Es geht nicht mehr darum, sich ernsthaft um etwas zu bemühen und zu pflegen und daran sind wir selbst schuld. Anstatt im Kollektiv gegen die politisch unfähigen Kraulversuche vorzugehen, schimpfen wir, gehen aber mit einem Kloß im Hals zur nächsten Urne und begraben genau dort unsere Ideale. Es gibt nur einen Weg aus dem Dilemma, das an vielen, vielen Stellen des Lebens wie eine Lawine auf uns zurück rollt: Demut und die Konzentration auf ethisch wichtige Dinge. Dazu gehört, dass wir Flüchtlingen unter die Arme greifen, dem grenzenlosen Konsum die Stirn bieten, den Politikern ein eindeutiges Signal setzen, die Dinge boykottieren, die uns widerstreben. Im Kollektiv, sonst hat es keine große Wirkung. Wäre das machbar? Nein, nicht mehr. Die Natur wird uns genau das nun zurückgeben und die derzeitige Weltlage ist verheerend. Man kann natürliche Dinge nicht verarschen auf Dauer und man darf die Menschlichkeit nicht mit Füßen treten. Das Universum gibt genau das zurück, was wir aussenden und ich bin beileibe kein Esoteriker, Pierre, aber so viel habe ich schon begriffen. Liebe, das wäre das ideale Wort. Liebe in jeder Konsequenz, grenzüberschreitend, konstruktiv für alle Nationen und in Liebe zu unserer Welt. Amen. 😛

 

© Petra M. Jansen

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Was stimmt an der Mär des großen Unterschiedes zwischen Männlein und Weiblein?

Die Tatsache, dass Frauen besser kochen können? Das ist Mist! Die Mehrheit der großes Meister- und Starköche ist männlich. Man(n) kann es also lernen, die Frage lautet, ob das Interesse besteht. Dieses ist bei Frauen offensichtlich größer als bei Männern. Daher kochen auch die meisten Frauen besser als Männer, weil erstere es gelernt haben und letztere eben nicht.

Wie ist das mit der Einparkschwäche der Frauen? Tja, meine Herren: Verloren! Eine neue Studie hat nachgewiesen, dass der Einparkvorgang bei weiblichen Fahrern rund 17 Sekunden dauert, bei männlichen 3 Sekunden länger. So weiß es DIE WELT unter dem 16.06.2015 zu berichten.

Was das angeht, „funktionieren“ Männer und Frauen auch gleich. Eine weitere Studie hat zwei Gruppen gebildet. Die eine mit einer Dame und restlich alles Herren. Die Männer haben mit den Einparkvorgängen begonnen. Alles super! Bei der Frau stellte sich der Studienleiter daneben und redete auf die Dame während des Einparkvorgangs ein. Die Frau brachte nichts zustande! Bei der anderen Gruppe waren die Verhältnisse umgekehrt: „der Hahn im Korb“, nur Frauen, ein Mann. Gleicher Ablauf, „Zutexten“ beim Einparkmanöver des Mannes. Nichts ging mehr! Also, meine Herren: die Partnerin beim Einparken nicht volllabern. Sie kann es mindestens genauso gut wie Sie!

Frauen sind Multitasker, Männer nicht? Auch das ist widerlegt! Multitasking kann man sich antrainieren. Topmanager, Männer wie Frauen, müssen es beherrschen, sonst könnten sie ihr tägliches Arbeitspensum nicht bewältigen. Auch hier spielt es eine Rolle, ob jemand schon sehr früh mit vier Herdplatten kocht oder sich nur eine Tiefkühlpizza in den Herd schiebt. Kochen mit mehreren Herdplatten fördert die Fähigkeit des Multitaskings!

Wobei ein bisschen Genmaterial dabei sein soll. Eine Untersuchung behauptet, dass Frauen deswegen lieber shoppen als Männer, weil sie schon in der Steinzeit Beeren sammelten, während die Männer zur Jagd gingen. Das eine soll einen breiten Blick auf das „Angebot“ fördern, bei Männern soll hingegen die Jagd den Tunnelblick hervorgerufen haben, weil sie sich auf ein Wild konzentrieren mussten. Shoppen sei ihnen deswegen nicht gegeben. Ich zweifle … Woher wissen meine Gene, dass mein Ur-Hoch-X-Großvater auf die Jagd ging?! Nur so ein Gedanke! Kein Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.

Noch eine Anekdote: Gemäß einer neueren Umfrage tankt Frau teurer als Mann. Nicht, dass die Damen nicht wüssten, ob der Spritpreis hoch oder niedrig ist. Aber sie sollen zwei Handicaps haben: zum einen neigen sie zu Spontankäufen. Der Tageshöchststand der Benzinpreise liegt spät in der Nacht. Das Tagestief in der Regel zwischen 18.00 und 22.00 Uhr. Der Höchststand in der Nacht ist dadurch begründet, dass viele Tankstellen nur tagsüber geöffnet haben. In der Nacht fehlt für die übrigen Tankstellen der Preisdruck durch die Mitbewerber. Die Preise gehen hoch. Spontan entscheidet sich die Frau, mal rechts raus in die Tankstelle zu fahren. Ohne vorherigen Preisvergleich …

Zum anderen sollen sich Frauen laut einer Studie der Tankstellenkette Aral an der Zapfsäule unwohl fühlen. In der Regel soll der Mann tanken, wenn keiner vorrätig ist, gilt der Grundsatz „Augen zu und durch!“. Und in dem Falle ist schon einmal schnell vollgetankt, ohne Rücksicht auf den Geldbeutel.

Also meine Herren: Lassen Sie Ihre Frau einparken, die kann das besser! Aber sehen Sie zu, dass das Auto vollgetankt ist.

In diesem Sinne: Gute Fahrt!

© Thomas Dietsch

Liebe Petra,

die Politiker geben uns nicht immer Anlass zur Freude, da widerspreche ich dir nicht. Sehr viel mehr macht mir das Volk zu schaffen. Es ist zurzeit völlig vom Konsum verseucht und wirkt zu oft passiv. Zugegeben es gibt Ausnahmen, wie die Anti-Pediga-Demonstrationen es gezeigt haben, aber das sind für mich Lichtblicke in einer verödeten Landschaft. Die Energie-Debatte zeigt, wie der Egoismus Vorrang hat, wenn es um Fragen geht, die eine ganze Nation angehen. Das Beispiel Bayern ist eklatant. Die Landesregierung weigert sich den Zugang von Stromtrassen zuzulassen, die den Ökostrom, der in den Windanlagen in der Nordsee erzeugt wird, in den Süden der Republik zu befördern. Das soll Hessen und Baden-Württemberg erledigen. Das ist wahrhaftig eine solidarische Haltung, eher Bauchnabel-Populismus, so würde ich das bezeichnen. Es geht für die CSU nur darum ihre Wähler bei Laune zu halten. Herr Seehofer betont immer wieder, wie sehr er sich für eine nachhaltige Energie einsetzt. Da lachen die Hühner! Und das Volk? Es spende Applaus, weil es sich so gehört. Wer sich gegen die Atomenergie oder die Kohlenkraftwerke ausspricht, muss auch einige Hindernisse in Kauf nehmen. Es gilt immer das Prinzip, dass der Nachbar gefällig seine Hausaufgaben machen soll und wenn er sich weigert es zu tun, wird er als Störenfried beschimpft. So funktioniert halt die Demokratie…

Was will ich damit beweisen, liebe Petra? Eines nur: die Politiker sind ein Spiegelbild des Volkes. Sie richten sich nach deren Befindlichkeiten und folgen blind was ihnen diktiert wird, denn sie wollen halt wieder gewählt werden. Sich über sie zu beklagen, ist aus meiner Sicht der einfachste Weg. Wir sollten uns eher fragen, welche Verantwortung wir tragen, wenn alles aus den Fugen geriet? Die übliche Rede, dass wir machtlos sind, kann ich nicht walten lassen, denn das ist einfach eine Lüge. Aber ein Engagement kostet Arbeit und Zeit und das wollen die wenigsten. Aus meiner Erfahrung, kann ich dazu ein Beispiel geben. Jahrelang war ich im Vorstand meiner Gewerkschaft. Unser Anliegen war es, die Arbeitsbedingungen der Kollegen zu optimieren. Wenn es aber hart zuging, waren die Bittsteller auf einmal verschwunden. Aus Angst, bei den Chefs unangenehm aufzufallen? Aus Bequemlichkeit? Ich würde nicht so weit gehen, dieses Verhalten als feige zu bezeichnen, aber er lässt mir einen bitteren Nachgeschmack und wenn etwas schief lief, waren wir alleine daran schuld. Leute, so geht es nicht, denn jeder trägt eine Verantwortung, auch für den Staat. Ich habe es satt, diese ständigen Klagelieder mir anzuhören, die gehen in die gleiche Richtung wie der Stammtischdiskurs: Jammerei ohne konkretes Ziel. „Die da oben…“ und das war es!

Es geht mir viel mehr darum, der Jugend zu vermitteln, dass sie sich ruhig aufmüpfig verhalten soll und nicht jede Absurdität hinunter schlucken soll, wie zum Beispiel das heutige Uni-System, das ein verlängerter Arm der Schule ist. Von akademischer Freiheit kann keine Rede sein, denn es geht vor allem um die Examen, nicht um den Geist. Maschinen werden erzeugt, die zu funktionieren haben und Fragen stellen wirkt schon als abnorm. Es geht letztendlich nur um die Kohle, um einen fahlen Wohlstand zu finanzieren, nicht um die Fragen der Zukunft. Ein fundamentales Denken ist unerwünscht, das ist die Realität und da darf man sich nicht wundern, dass sich die Politik anpasst. Wer aus der Reihe tanzt wird schief angeschaut und entweder ein Spinner, den man nicht ernst nehmen darf oder ein Revoluzzer, der so schnell eingekerkert werden soll. Das Übel ist, dass die Mittelmäßigkeit zur Richtlatte erklärt wird. Da soll man sich nicht wundern, dass einiges schief läuft. Und wenn alles zerbricht, was macht das Volk? Es hisst Schwachköpfe an die Macht, die noch größeren Schaden erzeugen und Beispiele um uns herum gibt es genügend. Der Despot wird zum Retter deklariert, Nordkorea lässt grüßen und wenn sich einer eine Kritik erlaubt, Rübe ab! Die generelle Gleichgültigkeit, was die Politik angeht, führt dazu, dass die Henker das Sagen haben und es war leider immer so. Ich befürchte, dass der Mensch sich nicht ändern wird. Der Leithammel ist noch immer die Galionsfigur der Staatsräson. Ein Armutszeugnis.

In diesem Sinne.

Alles Liebe und Prost Neujahr,

Pierre
//pm

Ich weiß, dass dies die x-te Grexit-Diskussion ist. Aber das Völkchen beschäftigt mich: Wollen wir es in der Euro-Zone behalten oder nicht? Wollen die Griechen überhaupt bleiben? In der Europäischen Union werden sie bleiben. Das ist unstrittig.

Aus der EU und der Euro-Zone rausschmeißen kann man sie nicht. Das sehen die Verträge über die Europäische Union nicht vor. Die Frage ist auch, ob dies Sinn macht. Zum Beispiel in Deutschland führte die Einführung des Euro dazu, dass die Exportwirtschaft zu 90 Prozent stieg. Das ist eine Entwicklung, an der auch Tausende von Arbeitsplätzen hängen. „Rückkehr zur D-Mark und alles ist wieder gut!“ bedeutete ein Fiasko. War zu Kanzler Schmidts Zeiten der Anteil des Exports an der gesamtwirtschaftlichen Leistung noch circa ein Viertel, so ist er heute fast die Hälfte. Und auch die Inflationsrate zehn Jahre vor Einführung des Euro war höher als von 2002 bis 2012. „Euro = Teuro!“ ist also auch Quatsch. Das sind positive Aspekte des Euros für die deutsche Wirtschaft. In Griechenland sieht das natürlich anders aus. Aber: auch in diesem Land hat der Euro zu Veränderungen geführt. „Zurück zur Drachme!“ ist nicht das Wunderheilmittel. Auch die griechische Wirtschaft hat sich jahrelang europäisch entwickelt. In Europa hängen wir – vornehmlich in der Euro-Zone – zusammen. Das heißt, wenn es einem Land schlecht geht, wirkt sich das auf andere stärker aus, als wenn dies nicht so wäre. Deswegen gibt es auch die Rettungsschirme, hier zeigt man eine gewisse Solidarität untereinander.

Die Griechen und Europa? Brauchen die Griechen diese Währung? Eine schwierige Frage! Die Griechen sind eigentlich die Ur-Europäer, will heißen, vieles von heute geht zurück auf griechische Anfänge. Zum Beispiel die Kultur! Günter Grass und Martin Walser hatten seinerzeit darauf hingewiesen. Selbst die reichen Römer nahmen sich schon griechische Sklaven als Hauslehrer.

Die Drachme! Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro bedeutet, dass die Griechen eine neue nationale Währung brauchen. Und hier gibt es Stimmen, die es den Griechen nicht zutrauen, eine eigene Währung zu verwalten. Nicht zuletzt der griechische Staatspräsident Pavlopoulos hat sich neulich für den Verbleib in der Euro-Zone ausgesprochen.

Wirtschaftlich gesehen gibt es zwei Alternativen: Entweder man passt die Leistungsfähigkeit des Landes der Währung an oder die Währung der nationalen Leistungsfähigkeit. Die Konvergenzkriterien erfüllen die Griechen nicht. Und sie werden sie auch auf längere Sicht nicht erfüllen können. Allein die Staatsverschuldung stieg von 48 Milliarden Euro 330 Milliarden Euro in den vergangenen fünf Jahren (Manager Magazin 15.06.2015). Geht Griechenland wirtschaftlich krachen, wird das die restlichen europäischen Länder einiges kosten. Nach Ifo-Chef Sinn „ist das Experiment gescheitert“. Für Deutschland beträgt in diesem Fall der maximale Ausfall 87 Mil-liarden Euro.

Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen eines Grexits ist größer als jene vor solchen eines Verbleibs der Griechen in der Euro-Zone. Bei einem Austritt aus der Euro-Zone und der Einführung einer nationalen Währung kann man diese abwerten. So erfolgte eine Anpassung der Währung an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Das führt in der Regel zu einer wirtschaftlichen Erholung. Zumindest kurzfristig! Was nach dieser Phase kommt, ist Spekulation und Diskussion am Modell.

Griechenland muss eines tun, ob Grexit oder nicht: Die Reichen müssen zur Kasse gebeten werden. Milliardäre zahlen in Griechenland kaum Steuern. Und Griechenland hat viele davon! Hier gilt es, Steuerschlupflöcher zu schließen. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Rentenkürzungen allein können kaum etwas bewirken. Sie sind der sogenannte „Tropfen auf den heißen Stein“. Bei einer Streckung der Laufzeiten der Kredite, die das Land erhalten hat, wird jenes nach einer Erholungsphase in der Lage sein, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

© Thomas Dietsch