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Unersättlich ist die Gier, du willst mehr und alles. Alles auf einmal und schneller als sofort. Doch stehst du dir im Weg und glaubst kein Wort, das du gerne glauben möchtest. Kaputte Seele, drauf geschissen auf den Müll vergangener Tage. Scheiterst an deinem Begier und Herzenswunsch, weil dein Zug abgefahren ist. Depression? Altersweisheit? Spielt keine Rolle, du haderst mit dir selbst. Ständig. Wo bitte ist der Ausgang aus dem Irrgarten deiner selbst? Das kann niemand richten, du bist verrottet in deinem Herzen, zerquetscht von Irgendwas, was dich tief berührt hat. Und du erkennst, dass es das nie wieder geben wird, egal was du versuchst. Es war der Moment, an dem die Zahl „100 Prozent“ Realität war und in dem du nicht erkannt hast, zurückzustecken. Einfach mal den Mund zu halten und den anderem die Chance für Freiheit zu geben. Verdammter Mist! Es ist so niederschmetternd, wenn du kriechst wie ein Wurm, der nach außen Coolness zeigen muss. Und innerlich bitterlich weint um etwas, was nie wieder kommen wird. Doch du willst mehr und die Schippe soll Glitzersterne auf dein Haupt niederwerfen, muss dich aufrichten, weil deine Hoffnung dennoch niemals weicht. Das einzige Lebewesen, das niemals aufgibt. Nicht mit Falten. Nicht mit Bauch. Nicht mit Gedanken. Doch innen drinnen mausetot. Deine Schuld? Vielleicht. Kann sein. Du weißt es und weißt es nicht und rotierst seit Jahren ohne große Lust. Es fehlt verdammt nochmal. Der Rückzug ist dein Schwert, an dessen Klinge alles abblitzt. Dumm gelaufen, dieses Leben. Ergib dich dem Gedanken, dass der letzte Kuss dein wahrer Tod war.

 

© Petra M. Jansen

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Lieber Pierre,

an erster Stelle stehen heute meine guten Hoffnungen und Wünsche für deine stabile Gesundheit als Grundlage aller optimistischen oder eben auch pessimistischen Betrachtungen. Ich habe mal recherchiert, welche Auswirkungen Pessimismus generell für eine Gesellschaft hat und nach dem aktuellen Stimmungsbarometer der Bevölkerung, als auch der Wirtschaft weltweit, geschaut. Interessant dabei ist der Aspekt, dass Völker, die von vorne herein ein negativ gelagertes Stimmungsbild hatten, viele Erfindungen gar nicht ins Auge fassten, während andere – mit optimistischem Blick nach vorne – sehr produktiv waren und tatsächlich im Rückblick der Geschichte gesehen, bahnbrechende Forschungsergebnisse oder Fortschritte erzielt haben. Pessimismus als deutsche Volkskrankheit? So einfach kann man es nicht beantworten, wenn man den internationalen Vergleich hinzunimmt. Doch tatsächlich gerät eine Gesellschaft, die sicher, frei und mit einem guten sozialen Umfeld ausgestattet ist, eher in den Kreis des pessimistischen Grundgedankens als andersrum. Geht es uns tatsächlich viel zu gut?  Nun, lieber Pierre, diese Frage stellt sich wohl. Statistisch gesehen, ist jeder 4. deutsche Bürger im Zweifel und hat Angst vor der zukünftigen Entwicklung. Ich bin sicher der 3. davon, wenngleich ich nicht die Augen vor der tatsächlichen Problematik verschließe und eine schöne Wattebausch-Welt lebe. Die Probleme sind da, sie sind sichtbar und sie werden zunehmen. Es wird noch mehr Probleme geben als bisher und ich kann mir gut vorstellen, dass zu allen Problemen noch die der Kluft zwischen Arm und Reich hinzukommen wird. Beispiel: Ich fahre mit meiner alten Gurke die vorgeschriebenen 50 km/h und hinter mit protzt ein Nobelmarken-SUV und klebt mit klarer Ansage an meinen Rücklichtern. Er will mir klar machen, dass er mich gerne von der Straße schubsen würde und demonstriert seine Machtposition. Genau das ist unser Problem, Pierre – Macht! Es geht bei allem um Stärke, Macht und natürlich das Geld. Wir sehen in Deutschland eine zunehmend auseinandergehende Gruppe von sehr reichen und eher „armen“, nicht so finanzstarken Menschen, die artig ihre Arbeit tun und sich trotzdem nicht viel leisten können.

Geht es einer Gesellschaft gut, gibt es keinen Grund für Pessimismus. Zeigen sich in der Gesellschaft starke Differenzen in Einkommen, Bildung und Möglichkeiten, sich Dinge leisten zu können und eine vernünftige Lebensgrundlage zu haben, ist alles in Ordnung. Nun komme ich zu deinem Punkt des Marketing, den ich besser als Konsumwelt und Werbung bezeichnen möchte. Der Marketing-Manager ist nicht schuldig, er übt nur die angelernte Tätigkeit aus, die ihm während des Studiums beigebracht wurde. Ursache ist die Industrie und die Wirtschaft, die weltweit auf stetiges Wachstum und schwarze Zahlen programmiert ist und wenn es mal stagniert, schreien alle um Hilfe und die Medien sprechen umgehend von Pessimismus, kaputten Märkten und einer Negativstimmung der Wirtschaft. Ja, geht´s noch? Wie kann immer nur alles nur wachsen und größer werden? Irgendwo muss ein Ende sein und irgendwann ist alles erschöpft – eine völlig normale Sache.

Wir sollten lernen, mit weniger Dingen auszukommen und ein Satz in einem meiner Bücher ist: „Lerne Demut, sie ist dein Wegbereiter.“  Solange Gier, Konsum, Luxusdenken, Macht uns lenken, werden uns die Folgeprobleme deutlich in die Fresse gedrückt. Eine logische Konsequenz eines aufgebauschten Daseins der Menschen, die teilweise überdrüssig sind, mehr und mehr psychische Symptome haben, in Aggression verfallen oder eben in Pessimismus. Es ist eine Reaktion auf das, was an der Basis nicht stimmt und der einzige Weg aus dem Dilemma wäre die Rückbesinnung, die Demut und der bewusste Verzicht auf konsumorientierte Werte. Einfach Mensch sein…  aber bescheiden und mit dem klugen Blick auf eine gemeinsame Welt, in der wir nicht flüchten können. Nicht wirklich – höchstens von Kontinent zu Kontinent, von Land zu Land (wo uns wieder der Hass begegnet), von Stadt zu Stadt. Aber wirklich flüchten vor dem, was wir selbst anrichten, kann niemand. Das wäre vielleicht tatsächlich der Tod ganz am Ende des Lebens und da würden wir feststellen, wie nichtig und unwichtig wir eigentlich in der Evolution sind. Ein kleiner Baustein, der alles ausbeutet, ruiniert und sich vermehrt wie die Mäuse.

Heute einen positiven Gruß, denn das bin ich – absolut positiv und dennoch klar bei Sinnen. Positiv, weil ich etwas bewegen kann und will und werde und niemals vor meinem eigenen Charakter flüchten kann. Dafür liebe ich ihn. Und Gott sei Dank, sind wir Menschen mit Schwächen, Fehlern, Krankheiten. Stell dir vor, diese Explosion und Überbevölkerung würde weiter expandieren?

 

Auf eine gute Zeit, die stets in dir ist

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

die Erfahrungen, die ich mit dem physischen Schmerz mache, veranlassen mich, darüber zu schreiben. Wie du weißt, bin ich der Gicht und einigen anderen Scheußlichkeiten ausgesetzt und finde dennoch die Möglichkeit, das Leben von seiner sonnigen Seite zu betrachten. Es ist schon faszinierend wie der Kopf arbeitet. Wenn ich nichts tue, werde ich total von diesen Widrigkeiten beherrscht und die ganze Konzentration richtet sich nur nach dem Leiden. Sobald ich etwas tue, schaltet meine Birne um und beweist, dass uns die Psyche total beherrscht. Es stellt sich die Frage, wie manipulierbar der Mensch ist. Autosuggestion ist keine armlose Sache. Wenn es mein Kopf zulässt, so zu reagieren, wie ich es will, wird er auch für eine andere Einflussnahme zugängig sein – das macht mich schon madig und zeigt, dass jemand – wenn er die Kunst der Gehirnwäsche beherrscht – großen Schaden zufügen kann, denn dieses Phänomen gilt auch für die Gesellschaft.

Heute befinden wir uns in Europa im Ballsaal der Titanic und wir versuchen uns einzureden, dass alles wie immer am Schnürchen läuft. Die Dämonen, die uns umgeben, versuchen wir durch den Materialismus fernzuhalten. Nein, wir wollen nicht einsehen, dass wir machtlos sind. Einmal wieder wird uns die Depression eingeflößt, das hat schon Methode. Wer sich immer schlechter in seine Haut fühlt, neigt dazu, sich total gehen zu lassen. Wir sehen den Schnellzug auf uns zukommen, aber kommen vom Geleise nicht weg. Wie angestarrt warten wir auf das ultimative Ereignis. Diese Lähmung ist uns eingetrichtert worden. Wenn die Medien tagein, tagaus nur Hiobsbotschaften vermitteln, werden wir konditioniert. Das war schon immer so, mit der Differenz, dass früher die Information nicht so verbreitet war. Heute wissen wir alles und zwar sofort. Diese Tatsache erdrückt uns und versetzt uns in einer Art Fatalismus, den ich mit dem Selbstmord gleich stellen würde.

Wie soll ich mich entfesseln? Endlich wieder atmen und einen Hauch Freude finden? Ich habe  mich entschlossen „schön-Wetter“ zu propagieren, aber ohne blind zu sein. Ich weiß genau wie es mit uns allen steht und auch, wenn ich mir sage, dass ich Jahrzehnte gut gelebt habe, kann ich nicht ignorieren, dass das Damokles-Schwert über uns schwebt und dass wir in einem Nu, wie 1914, in eine Katastrophe gedrängt werden könnten. Solche Phänomene scheinen in unsere Gesellschaften tief verankert sein. Bedeutet das, dass wir nicht in der Lage sind, das Glück zu genießen und dass wir immer wieder alles zerstören, was wir mühselig aufgebaut haben? Dass der Wiederanfang ein biologisches Gesetz ist? Kann das nicht auf einer humaneren Art geschehen? Sehr wahrscheinlich nicht. Ohne Tabula Rasa scheint es keine Evolution zu geben und dieses Gesetz scheint unüberbrückbar zu sein. Vielleicht zeigt es, dass der Tod immer die letzte Instanz ist und nicht das Leben, wie es so scheint!?

Liebe Petra, wie du weißt, halte ich nicht allzu viel vom positiven Denken. Warum? Es muss wirklich von uns allen als einen Segen empfunden werden und nicht als eine Zwangsübung, die uns von Manipulatoren eingetrichtert wird. Leider ist es zu sehr der Fall, wenn man das Seminarangebot vom Management beobachtet. Die gute Laune soll nur dem Business dienen, nicht aber dem seelischen Gleichgewicht. Es geht hier keineswegs um den Menschen, er ist Nebensache. Für mich eine unerträgliche Darbietung, die ich moralisch verwerflich finde und – auch, wenn mein Gehirn sich leicht etwas einreden lässt – werde ich das nicht zulassen. Wie du siehst, Gicht kann zu allem führen, auch zum Nachdenken. Es ist heute Sommer in Frankreich, wenigstens was den Himmel angeht.

 

Alles Liebe aus dem Land der Genießer.

Pierre

//pm

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Sollen sie doch machen,
die gemacht haben,
was man
nicht macht.

Lass sie machen.
Solche Machenschaften
macht man
nicht.

Sollen sie doch machen,
was du nicht machst.
Macht nichts.

Sollen sie doch machen,
was du nicht machst.
Macht gar nichts,
wenn es nun
gemacht ist.
Macht gar nichts.

Lass sie machen,
die Sachen,
die uns
nicht glücklich machen.

 

© Petra M. Jansen

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Rostra-Ausrufezeichen

Kennst du die Wahrheit? Spricht man immer die Wahrheit? Gibt es die Wahrheit, die so wahr ist, dass man damit leben kann? Ist Wahrheit nicht immer eine Sicht der Dinge? Je nachdem, wo man steht und mit welcher Erfahrung man darauf blickt? Ist Wahrheit nicht subjektiv? Wahrheit ist eine Lüge. Was ist denn Wahrheit? Philosophen der Welt haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen, die Definitionen finden keine Lösung. Die Wahrheit gibt es nicht, obwohl so gerne damit kokettiert wird und jeder behauptet, er spreche die Wahrheit. Dafür aber braucht man zuerst einen abgekoppelten, neutralen Blick von sich selbst. Schwer genug, das zu erreichen und noch schwerer, die Wahrheit in den Augen des anderen zu lesen. Wollen wir gerne, möchten wir gerne, wünschen wir uns. Die volle Wahrheit – will die überhaupt wirklich jemand hören? Wäre sie nicht unendlich beleidigend und niederschmetternd?

Was weißt du schon von mir? Das, was ich sage. Das, was ich schreibe. Das, was ich nach außen hin zeige. Aber ist das die Wahrheit? Kann die Wahrheit nicht sein, dass ich eigentlich ganz anders heiße und meinen Namen im Laufe des Lebens ändern musste? Kann es nicht sein, dass ich meine gesamte Identität ändern musste, um am Leben zu bleiben? Kann es nicht sein, dass ich beruflich gar nicht das bin, was ich vorgebe zu sein? Kann doch sein, dass ich Undercover arbeite und meine wahre Person gar nicht in Erscheinung treten darf. Kann auch sein, dass ich ein Vorleben hatte, das ich verschweigen muss. Kann auch sein, dass ich ernsthaft meinen Arsch retten musste. Oder einfach, dass ich so sorgfältig und geheim arbeite, um an Informationen zu kommen, die ich unter meiner echten Identität niemals bekäme. Nur um zu sehen, wo der Hase wirklich seine Haken schlägt.

Was also wissen wir von Menschen, die uns nahe stehen? Wir wissen immer genau das, was sie uns sagen oder zeigen. Und nur die wenigsten sind in der Lage, so aufmerksam zu sein, dass sie irgendwo – ganz versteckt vielleicht – vermuten, dass da etwas anderes dahinter stecken könnte. Vielleicht viel mehr als sie dachten? Was ist mit den verdeckten Ermittlern der Polizei, die nie preisgeben dürfen, wer oder was sie wirklich sind? Was mit den zahlreichen Journalisten, die inkognito arbeiten und jahrelang recherchieren, sich in Gefahr begeben und alles riskieren, um die Leute mit Informationen und Aufklärung zu versorgen?

Denken wir also nie, wie wissen die Wahrheit über einen Menschen. Es kann genauso eine suggerierte Wahrheit sein. Was also wissen wir? Nur das, was sie uns sagen, zeigen, offenbaren. Nicht selten gibt es Überraschungen, die so manchem den Mund geöffnet haben, sodass ihre Klappe weit offen stand und sie ihre Augen am besten verschlossen hätte. Vor so viel Wahrheit – mehr Wahrheit als sie eigentlich vertragen konnten.

 
© Petra M. Jansen
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Liebe Petra,

mit meinem Freund Georg hatte ich vor einigen Tagen ein Gespräch, in dem es um den Begriff „Freiheit“ ging. Ich betrachte sie als einer der größten Lügen der Menschheit und will versuchen dir zu erklären warum. Schon aus unserer Physiologie sind wir total abhängig. Wenn es kein Futter gibt, gehen wir ein, egal ob wir hoch und heilig behaupten, dass der Mensch seinen Willen durchsetzen kann. Ohne Flüssigkeit ist nur Dürre angesagt und dies bedeutet, wie es uns die Western gelehrt haben, den Tod. Ich weiß nicht, ob du versuchst hast im Winter nackt in der Gegend herum zu flanieren? Ich würde es dir nicht raten, denn hier werden uns die Grenzen unseres Wirkens demonstriert. Du wirst mir sagen, dass jeder frei ist, sich eine Lungenentzündung mit letalen Folgen einzuholen, aber macht das wirklich einen Sinn, um eine fragliche These zu belegen? Für mich ist das Leben eine Folge von Verpflichtungen, die ich aus welchem Grund warum auch immer, verfolgen muss. Ich könnte zwar behaupten, dass mir alles scheißegal ist, aber auch hier ist das eine Halbwahrheit. Ohne die Mitwirkung von anderen verkomme ich und das würde bedeuten, dass ich letztendlich, trotz guter Absicht, auf der Strecke bleiben würde. Und wenn der Darm ruft, kann ich ihm schlecht sagen „Verpisse dich!“ Hartnäckig wie er halt ist, zwingt er mich, das zu tun, was ich ohne Zeitung nicht machen will: auf den Topf gehen. Leute, ist das die so hochgelobte Freiheit?

Wenn die Politik von der Freiheit spricht, ist das pervers. Es geht vor allem darum, sich eine freie Fahrt zu garantieren, wenn es um die Unterdrückung geht. Das Wohle des Volkes? Das ich nicht lache. Die Lackaffen, die uns den richtigen Weg zeigen wollen, denken zuerst an ihr eigenes Ego. Je mehr Macht sie ausüben, desto freier fühlen sie sich. Das ist die Realität, liebe Petra, auch wenn es in dieser Herde von schwarzen Schafen einige Ausnahmen gibt. Wenn sie in unserer Demokratie von freier Wahl sprechen, habe ich einen bitteren Nachgeschmack. Der Bürger ist ein ferngesteuertes manipuliertes Wesen, das nur das nachplappert was ihm im Laufe einer Gehirnwäsche eingetrichtert wird und das nennt man Freiheit? Ich erkenne sehr wohl, dass ich zu dieser Spezies von gebeutelten „Möchte-gern-Demokraten“ gehöre, die die Illusion haben, noch etwas bewirken zu können, sonst würde ich nicht schreiben. Ich muss erkennen, dass mir die Hände gebunden sind. Wenn die Kohle abebbt, könnte ich dicht machen. Die Katastrophe! Und was mache ich? Ich arrangiere mich, indem ich mich der Lüge bediene und wie ein Papagei ständig wiederhole: „Pierre, du bist ein freier Mensch!“ Das schlimmste dabei ist, dass ich fest daran glaube. Ein blindes Verhalten, dass ich umgehend ausschalten sollte. Aus Bequemlichkeit mache ich das aber nicht!

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass die Freiheit ein Instrument ist, das die Sklaverei fördert. Millionen von Menschen werden unter unserem Himmel von der Arbeitswelt total verarscht. Man gibt ihnen die Illusion, dass sie selbstständig handeln können, das Gegenteilige ist der Fall und das erinnert mich an das schreckliche Wort am Eingang der KZ: „Arbeit macht frei!“ Wenigstens ist das ehrlich und kann nur den Tod bedeuten, nicht die Verwirklichung, die man uns einreden will. Gott hat die Ameisen geschaffen, um uns zu zeigen, wie es uns ergeht. Wir verfolgen die Massen ohne uns die Frage zu stellen, was mit uns geschieht. Eigentlich tanzen wir um das goldene Kalb, in der Hoffnung, dass er weiter so leuchten wird und dass wir uns damit fesseln, soll der Konsum widerlegen. Wenn die Freiheit bedeutet, sich voll zu fressen, kann ich sie auch auskotzen, aber das ist in unseren Städten verpönt. Das tut man doch nicht, auch nicht an der Säule der Freiheit zu urinieren. Sollte ich gegen den Strom schwimmen wollen, bedeutet es in einem Nu vom Wirbel weggerissen zu werden, warum sollte ich das tun? Um eine Schar von Idioten zu überzeugen, dass sie Idioten sind? Ich nehme mir die Freiheit, dies nicht zu tun!

In diesem Sinne
und alles Liebe

 

Pierre
//pm