La raison serait-elle en train de retrouver une place en Pologne ? Rejette-t-on le suicide collectif que le PiS, le parti au pouvoir en Pologne, était en voie de mettre en scène en voulant mettre au pas la justice? Bien entendu des sbires obséquieux. Jaroslaw Kaczynski, le président du parti et l’homme fort du pays, a été mis en touche pas le président de la république, Andrzej Duda. Pourtant un homme du sérail, habitué à recevoir des ordres et à les effectuer sans broncher. Peut-être a-t-il eu une vision, celle d’un pays qui pourrait sombrer dans des abîmes sataniques et serait perdu pour des décennies. La question se pose s’il est en mesure d’arrêter le cannibalisme de Jaroslaw Kaczynski, qui a un appétit vorace de pouvoir. Toujours le même scénario d’un individu qui se prend pour le sauveur et croit pouvoir faire tout ce que bon lui semble et qui finalement trébuche sur son orgueil. C’est le spectacle momentané qu’il offre. Mais méfions-nous, je ne pense pas qu’il cautionnera tout simplement l’échec qu’il a subi. Il est à craindre qu’il puisse suivre l’exemple turc et diriger la Pologne d’une manière de plus en plus arbitraire. D’après les renseignements que j’ai pu lire dans la presse, 55% des électeurs n’approuvent pas la mainmise de la justice par la politique. Ce chiffre est-il vraiment représentatif ? C’est des villes, où le gouvernement est minoritaire, que vient la plus grande résistance. Les habitants ont profité du rattachement de la Pologne à l’UE et ne veulent pas le remettre en question. Les campagnes quant à elles sont très nationalistes et se considèrent comme étant les victimes des décisions de Bruxelles. Une fois de plus la politique agricole est dans le collimateur. Avez-vous déjà rencontré des agriculteurs satisfaits ? Pas moi ! Du point de vue démographique la majorité des habitants vit à la campagne et vote pour Jaroslaw Kaczynski. Ce n’est pas plus compliqué que ça. Weiterlesen…

Sollte Staatspräsident Duda die verabschiedeten Gesetze unterschreiben, also kein Veto einlegen, werden zukünftig Politiker entscheiden, wer Richter in Polens ordentlicher Gerichtsbarkeit bis hin zum Obersten Gericht wird. Das bedeutet: Polen wird – Vorbild Türkei – zu einem autoritären Staat.

Die PiS-Politiker machen keinen Hehl daraus, wie sie die neuen Gesetze nutzen wollen. Jarosław Kaczyńskis Maske ist vor der Verabschiedung im Parlament gefallen. Er schrie der Opposition zu, sie seien „Kanaillen“ mit betrügerischen Gesichtern, welche seinen bei der Flugzeugkatastrophe 2010 bei Smolensk verstorbenen Bruder und damaligen Staatspräsidenten Lech Kaczyński „ermordet haben“. Propagandageschwätz, wie man es aus der Zeit von 1918 bis 1945 sehr gut kennt.

Seit Jahren versucht Kaczyński mit einer Obsession zu beweisen, dass es kein Unglück gewesen sei, sondern ein Attentat auf seinen Bruder – entgegen aller bekannter Fakten. Nun soll offensichtlich die der Regierung unterstellte Staatsanwaltschaft gemeinsam mit den in naher Zukunft neu eingesetzten Richtern seine These beweisen. Hexenjagd!

Die Reform findet unter dem Vorwand statt, die „kommunistischen Richter“ aus den Ämtern abzuziehen – obwohl das Durchschnittsalter bei den Richtern knapp unter 38 Jahre beträgt und viele sich gar nicht richtig an die Zeiten vor der Wende erinnern können. Die neue Gerichtsordnung ist nicht nur der Regierung dienlich. Sie kann auch den durchschnittlichen Bürger treffen. Wie steht es mit der richterlichen Unabhängigkeit? Wie mit den Grundrechten der Bürger? Mit der „Säuberung“ macht man den Bock zum Gärtner: „alte Zöpfe“ sollen abgeschnitten werden, man steuert aber genau dahin, von wo man mit der Aktion weg will: Aus totalitären Abhängigkeiten.

Die jungen Leute wollen anscheinend nichts davon wissen, was gerade passiert. Ob sie wissen, dass sie ihren Eltern, die friedlich gegen die autoritäre kommunistische Staatsmacht gekämpft haben, die Freiheit zu verdanken haben? Und dass man ihnen auch diese Freiheit jederzeit rauben kann, wenn sie die Demokratie nicht pflegen und verteidigen?

Unter den jungen Polen ist Gleichgültigkeit nicht selten. Seit Jahren ist die Wahlbeteiligung am niedrigsten in der Altersgruppe 18–30 Jahre. Und: Je jünger man ist, desto seltener geht man zur Wahl.

Wenn die jungen Polen jemanden wählen, sind es die Rechten. Die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit hat mit 20,8 Prozent in der Altersgruppe 18-29 Jahre gewonnen. Als zweitbeliebteste wählten die jungen Polen die Bewegung Kukiz’15 (19,9 Prozent), die der Rocksänger Paweł Kukiz gegründet hatte. Ihre Reihen sind mit Nationalisten gefüllt, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehren und von der Islamisierung Europas reden. Drittbeliebteste Partei war KORWiN (16,8 Prozent), deren Anführer Janusz Korwin-Mikke für Nazirufe im Europäischen Parlament bestraft und für seine frauenfeindlichen Aussagen bekannt wurde.

Mehr als die Hälfte der jungen Polen, die zur Wahl gehen, wählen radikal. Soziologen sprechen oft von einer Generation, die in der Europäischen Union, der Polen 2004 beigetreten ist, aufgewachsen ist und keine andere politische Realität kennt. Schon gar nicht die kommunistische Herrschaft in Polen. Die EU erscheint für sie meist als eine komplizierte, unverständliche Bürokratiemaschine, die überflüssig ist. Das stärkt den Glauben, unter anderem die Flüchtlingspolitik aus Brüssel gefährde die kulturelle Identität Polens.

Verbunden ist das Ganze mit der Rebellion bei den Jungen, bei denen jetzt patriotische und nationalistische Kleidung angesagt ist; zum Beispiel mit Slogans wie „Tod den Verrätern des Vaterlandes“. Eine Rhetorik, die in den neunziger Jahren nach dem Kommunismus nicht kannte.

Bislang kamen zu den Antiregierungsprotesten vor allem Polen im Alter von weit über 40 Jahren, die sich noch an den Kommunismus erinnern. Damals wie heute benutzte die Regierung nationalistische Rhetorik, um die Kritik des Westens an der Freiheitseindämmung abzuwehren.

Zu der letzten Demonstration wurden wenige junge Leute erwartet. Schnell wurde man eines Besseren belehrt: Es kamen Tausende Zwanzigjährige, mit National- oder auch mit EU-Fahnen und mit Transparenten, die gegen die Regierung der PiS gerichtet waren. Einige erzählten, sie bereuten, dass es in der Schule so wenig Unterricht über die Solidarność-Bewegung gab, dass sie in einem freien Europa und modernen Polen leben wollten und genug von der staatlichen Propaganda im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hätten.

Es war eine der größten Demonstrationen in Warschau seit der Wende, ein Wendepunkt auf dem Weg Polens zum autoritären Staat. Deutlich wurde das, als die jungen Polen begannen, die polnische Nationalhymne zu singen, welche mit den Worten anfängt: Noch ist Polen nicht verloren.

Emmanuel Macron a perdu 10 points et se retrouve à 54% d’approbation, ce qui n’est pas si mal. Finis les rêves ! De croire qu’il est possible de remettre le pays sur les rails sans se serrer la ceinture tient de l’utopie. Il était à prévoir que le budget soit mis à l’épreuve. Dans toutes les familles, il est tout à fait naturel, que le ministre du budget, que ce soit la mère ou le père peu importe, retourne chaque euro dans sa main afin de savoir s’il est bon de le dépenser ou non. Une fois ou l’autre il faut trouver de nouvelles solutions afin de minimiser les frais courants, qui dans la règle sont trop élevés pour la qualité de vie qu’ils offrent en contrepartie. Tout cela est une question de mobilité, mais comme nous détestons l’imprévu, tous changements nous semblent suspects. Parfois nous préférons garder le statut quo, même si nous savons qu’il peut nous mener à la perte. C’est une des causes les plus courantes de la faillite, celle de ne pas prendre le taureau par les cornes pendant qu’il en est encore temps. Il en va aussi des gouvernements successifs qui ont été à la tête de la France. Comme au sein de la famille, il n’est pas aisé de reconnaître qu’il faut économiser afin de pouvoir survivre. Le Président a raison de procéder d’une manière franche lorsqu’il dit qu’on ne peut pas dépenser l’argent qu’on n’a pas. Pour activer la relance il est forcé de rééquilibrer peu à peu le budget. Plus il y a des intérêts à payer, plus il est illusoire d’investir plus dans l’économie. Mais il faut aussi reconnaître que nous nous trouvons dans un cercle vicieux. Si nous ne réussissons pas à donner un coup de fouet à l’industrie, les entrées fiscales stagneront ce qui ne peut qu’être néfaste pour un nouveau départ. De l’autre qui sera disposer d’investir tant qu’il n’y aura pas de nouveaux signaux ? Weiterlesen…

Wir beklagen heute den Werte- und Kulturverfall in Deutschland. Denkt man an Pegida, kommt von der politischen Linken nicht ganz unberechtigt die Frage, was denn deutsche Kultur sei. Manche gehen soweit zu sagen, wir hätten keine Kultur, die es gegenüber dem Islam zu wahren gelte.

Spiegelt sich in der Architektur der Zustand einer Kultur und damit einer Gesellschaft? Gehen wir in die 1920er Jahre: Die Architektur des Bauhaus und Ähnlichem nannte man „dekonstruktivistisch“ und „traditionsfeindlich“. Fakt ist aber, das diese Epoche bis heute die Architektur im Westen bestimmt und Le Corbusier, Gropius und andere sozialistische Architekten bis heute von der Architekturwelt rezitiert werden. In Fachkreisen sagt man, es sei eine schlechte Architektur gewesen, ja „Müllarchitektur“. Diese Neudenker der Gesellschaft, die ganz im sozialistischen Geist eine traditionsfeindliche Dekonstruktion der Kultur vornahmen und bis heute betreiben – exotisch sind diese Geister, ihre Schöpfungen passen buchstäblich „nicht ins Bild“. Aber richteten sie deswegen in unseren Städten Schaden an?! Architektur ist eine Form von Kunst, damit Kultur und Spiegelbild einer Gesellschaft. Sie muss nicht zyklisch sein, d.h. nur die geistige Entwicklung einer Bevölkerung spiegeln, nein, sie kann sie auch anprangern, kritisieren. Früher nannte man dies „entartete Kunst“. Heute nennt man es „Antikunst“. Oft wird gesagt, diese stelle eine Form des linken Kulturkampfes dar, erpicht darauf, die westliche Zivilisation physisch zu vernichten. Ob diese Praktiken linker Denke entspringen, sei dahingestellt. Kritik ist immer vielfältig, kommt – auch – von links. Was die „Vernichtung der westlichen Zivilisation“ angeht, so geht es in einer modernen Gesellschaft wohl auch weniger martialisch. Es ist nicht die Kritik als solche; eine Gesellschaft kann aus Kritik lernen. Erst wenn sie ihre Kritikfähigkeit verloren hat, ist sie dem Untergang geweiht. Die Frage, die sich stellt, ist: Sind wir soweit? Ich sage: noch nicht!

Schlimm ist jedoch die Auffassung (selbst bei angeblichen Kunstexperten), moderne Kunst folge dem Geist der Dekonstruktion, fülle ganze Museen mit geistlosem Müll. Kunst als ideologisches Protestmittel, sozusagen Tyrannei des Hässlichen und des Absurden. Folgte man dem, wenn also Kunst eine Schöpfung des menschlichen Geistes ist, dann ist die Kunst rückwirkend Indikator des menschlichen Geisteszustands. Vergleicht man dabei klassische Kunst mit moderner Kunst, wäre wohl heute ein Psychologe zu Rate zu ziehen. Die heutige Kunst wäre somit von Stumpfsinn, sowie Geist- und Seelenlosigkeit, bestimmt.

Die gesamte Popkultur diente damit ausschließlich der Zurschaustellung der schlimmsten menschlichen Eigenschaften wie Narzissmus, Hedonismus, Materialismus oder Sexismus.

Kann das sein? Gehen wir hundert Jahre zurück in den Dadaismus, die Jahre 1916/17. Letztes Jahr feierten wir das hundertste Jubiläum. Welche Epoche! Hat jemand schon einmal genau hingeschaut: Was sollte der „Müll“ aus Kollagen, Abbildungen von Schrott und hirnlosen Kombinationen?! Ist diese Epoche jetzt plötzlich gut, weil sie in die Jahre gekommen ist? Nein, Dada bildete damals den geistigen Zustand der u. a. deutschen Bevölkerung, der deutschen Kultur ab, mitten im Ersten Weltkrieg. Künstler prangerten an, sagten: „Passt auf! Sonst läuft es aus dem Ruder!“. Man hat auf die kritische Kunst, das Abbild des Geistes der Bevölkerung, nicht gehört, die Intellektuellen gegen die Wand laufen lassen. Wohin es führte, wissen wir. Und gewisse Anklänge finden sich heute in der Politik – Augenmerk nach Polen oder Ungarn, aber auch zu Gruppierungen wie Pegida – wieder.

Kunst – zu der auch Architektur gehört – ist wichtig, um uns unsere Fehler und Gedankenlosigkeiten vor Augen zu führen. Das wird von offizieller Seite – oder auch dem „Mainstream“ – nicht gerne gesehen. Man verbreitet Angstvisionen, wie die vom „Kulturmarxismus“, der seit den 1960er Jahren mit seiner „Kritischen Theorie“ einen breiten Krieg gegen die westliche Kultur und alle ihre Traditionen, Werte, Ideale und Tugenden führt und alles bis hier Genannte aufgreift und radikalisiert. Genau betrachtet fällt einem nur eines dazu ein: Zum Regieren gehört auch das Verbreiten von Angst, und die Angst muss auf die Straße.

Was bedeutet das alles nun für unsere Städte? Der nachrückenden Generation junger Architekten bleibt heute vielfach die Aufarbeitung. Aufstockung und Ausbau, Erweiterung und Umbau, Umgestaltung und Umnutzung, Ergänzung und Revitalisierung lauten die Aufgaben, die aus so mancher voreiligen Gedankenlosigkeit auftragsverwöhnter älterer Jahrgänge resultieren – wenn noch etwas zu retten ist. Hoffnungsloser denn je scheint die Lage der Architektur in den Gewerbe- und Industriegebieten, den „Wegwerflandschaften“ unserer Stadtkultur. Hier von einem Reparaturfall zu sprechen, käme angesichts der flächendeckenden Verbrüderung von Umsatzkultur und Kulturverfall niemandem in den Sinn.

Vielleicht sollten wir gerade bei der Sucht nach Kommerz als einer der Ursachen für geistigen Verfall ansetzen.

Tout en écrivant cet article en entendant une cantate de Bach, j’arrive à peine à cacher mon désarroi, ma colère, ma hargne en ce qui concerne les religions. Elles qui devraient être génératrices de paix, incitent à la violence, à l’intolérance, à la discrimination, peu importe que le Seigneur se nomme Yahweh, Allah ou Dieu. Quand je pense aux carnages qui ont été commis en leurs noms, j’ai personnellement du mal à croire à la rédemption. N’est-ce pas que du bourrage de crâne ? Que des mots en l’air sans plus de profondeur ? J’attends qu’une religion respecte les hommes, peu importe leur origine. C’est le contraire qui se passe. En leur nom on massacre, on viole, on torture. Mais ce n’est pas le message qu’elles devraient faire passer ! Et pourtant je suis chrétien et bien ancré dans ma croyance. Mais il ne me viendrait pas à l’idée de me servir des armes pour imposer ma foi. Je trouve les incidents sanglants de l’esplanade des mosquées à Jérusalem insupportables, car il devrait être permis à tous de prier comme bon lui semble, qu’il soit juif, Chrétien ou Musulman. Non, je ne veux pas savoir qui à commencé, qui est plus responsable que les autres. Ce qui se passe ici fait partie d’une mosaïque de la haine, du mépris envers ses frères et ses sœurs. Weiterlesen…

Si on en croît l’hebdomadaire allemand « Der Spiegel », une bombe de retardement risque d’exploser ces prochains jours aux conséquences inimaginables pour l’industrie automobile. Il est question de rencontres secrètes depuis les années 90, où des représentants de Volkswagen, Audi, Porsche, BMW et de Daimler ont mis au diapason leurs stratégies en ce qui concerne les mesures à prendre contre l’émission des particules cancéreuses émises par les moteurs diesels. Comme on le sait maintenant de la magouille. Il a été aussi question d »arrangements commerciaux » dans le domaine des achats, de la construction commune de pièces détachées, tout ceci sans en avertir l’office des cartels. Il doit veiller à ce qu’il ne se forme pas des monopoles, que la concurrence soit assurée. Tout ceci au détriment des consommateurs. Quelle ardeur criminelle ! La bourse de Francfort a très mal réagi. Le DAX est tombé d’un point et demi, les valeurs des cinq géants ont chuté encore plus, les fonds s’étant débarrassés de ces actions. Une gifle de plus pour l’économie allemande. Toutes ces affaires mettent la Chancelière dans l’embarras. Mais aussi la décision de Bruxelles de retirer en 2018 les véhicules marchant au diesel qui n’auront pas été modifiés pour les rendre moins polluants. Dans ce contexte-là il ne restait rien d’autre à faire pour Audi que de rappeler jusqu’à 850 000 voitures. Il est plus que navrant, que les industriels se soient rencontrés comme des boss de la mafia en catimini. Cela pue et risque de faire de la casse. Tout ceci pourrait avoir des répercussions sur les emplois, sur la prospérité dont aurait tant besoin l’UE. Il ne sert à rien de vouloir être moralisant en ce qui concerne les dettes publiques, lorsque de tels événements se déroulent sur son territoire. Ce sont des méthodes dignes des républiques bananières. Weiterlesen…

Recep Tayyip Erdoğan a tout fait pour empoisonner les relations entre l’Allemagne et la Turquie. Sigmar Gabriel, le ministre des affaires étrangères de la République Fédérale, a recommandé à l’industrie de ne plus investir de l’argent dans un pays qui montre tant d’hostilité contre le sien. Il a mis en garde les touristes de s’y rendre, ne pouvant pas garantir qu’il ne leur arrive pas quelque chose. Nous sommes arrivés à un palier où tout est possible. Ce qui se passe ici a une connotation toute particulière. Je pense aux millions de turcs qui vivent en Allemagne. Comment vont-ils réagir si la situation continue à se détériorer ? Pourrait-on en arriver à des troubles ressemblant à ceux qui se sont déroulés à la fin de la guerre d’Algérie entre les sympathisants du FLN et les adeptes de l’OAS ? N’oublions pas les personnes qui ont été jetées dans la Seine à la suite des émeutes du 17 octobre 1961. Ce qui avait passé des décennies sous silence est considéré aujourd’hui comme un massacre. Ce que fait le président turc afin de se faire passer pour le grand timonier est digne du comportement d’un apprenti-sorcier, qui ne veut qu’une chose, se faire remarquer, peu importe le danger de son action. En mettant le feu aux poudres il met ses compatriotes en Europe dans une situation précaire. Il risque de remettre en question un équilibre, qui jusqu’à présent était bénéfique aux deux pays. Weiterlesen…

Jahrestage feiert man eigentlich. Die Frage stellt sich, ob es in der Türkei wirklich etwas zu feiern gibt. Am Jahrestag des gescheiterten Putsches feierte die Türkei offiziell die Demokratie und Einheit. Es gibt gute Argumente dafür, dass beides seit einem Jahr immer mehr verloren geht.

Die Nacht des 15. Juli 2016 hat die Türkei verändert. Ein Jahr danach feierte das Land zum ersten Mal den Tag der Demokratie und nationalen Einheit, um an den gescheiterten Putschversuch zu erinnern. Schon in den Tagen davor liefen Feierlichkeiten und Mahnwachen im ganzen Land. Für Präsident Erdogan und seine Unterstützer soll der Jahrestag den Triumph der türkischen Demokratie über eine Gruppe putschender Militärs markieren.

Regierungskritiker sind jedoch nicht in Feierstimmung. Denn unter dem Notstand, der auf den Putschversuch folgte, hat sich die Türkei weiter von Demokratie und nationaler Einheit entfernt. Der Staat ließ schon vor dem gescheiterten Putsch Journalisten verhaften. Auch wirtschaftlich hat die Türkei schon länger Probleme. Doch dennoch ist es erstaunlich, wie sich das Land innerhalb nur eines Jahres verändert hat:

Vollständig unabhängig war die türkische Justiz auch vor dem Putschversuch nicht. Aber die Säuberung der Gerichte in der Zeit danach hat den dauerhaften staatlichen Einfluss ermöglicht: Ein Viertel aller Richter und Staatsanwälte – rund 4.000 – wurde innerhalb eines Jahres suspendiert. Ihre Nachfolger sind oft jung, unerfahren und beeinflussbar.

Juristen stehen nun unter gewaltigem Druck, zugunsten der Regierung zu urteilen. So wurden im Frühjahr drei Richter suspendiert, kurz nachdem sie eine Gruppe Journalisten aus der Untersuchungshaft entlassen hatten. Die Journalisten blieben hinter Gittern.

Auch abseits der Gerichte litt die Rechtsstaatlichkeit. Verhaftete Putschisten wurden mit blauen Augen, bandagierten Armen und Schnittwunden den Kameras vorgeführt. Wenige Wochen nach dem Putschversuch veröffentlichten Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International alarmierende Berichte über Folter und Misshandlungen in türkischen Gefängnissen.

Unter den Militärregimes der 1970er- bis 1990er-Jahre war Folter weit verbreitet. Doch seit dem Amtsantritt Erdogans galt in der Türkei eigentlich eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Folter; die Regierung wies die Vorwürfe der Menschenrechtsorganisationen zurück, Bilder von verletzten Putschisten verschwanden aus den Medien.

Schon in früheren Jahren wurde die Türkei schon zum weltweit größten Gefängnis für Journalisten ernannt, doch so viele Redakteure und Reporter wie jetzt saßen noch nie in Haft.

Die Regierung ging nicht nur gegen Kritiker in den Medien vor. Die landesweite Säuberungsaktion traf auch türkische Universitäten. Seit Anfang 2016 ermittelte der Staat wegen angeblicher Terrorpropaganda gegen Hunderte Akademiker, die eine Petition für Frieden im kurdischen Südosten der Türkei unterschrieben hatten. Viele dieser Akademiker verloren nun ihre Jobs, zusammen mit ihren Kollegen von Universitäten, die dem angeblichen Putsch-Anführer Gülen nahestanden.

Die ersten Auswirkungen auf die türkische Forschung machten sich bald bemerkbar. Ein Braindrain begann, als Hunderte von Akademikern ins Ausland flohen. Viele ausländische Universitäten legten ihre Partnerschaften mit türkischen Einrichtungen auf Eis, suspendierten etwa den Erasmus-Austausch. Die Türkei selbst beendete das Jean-Monnet-Stipendium, das seit 1990 türkische Akademiker bei Studien über die Europäische Union unterstützte.

Über 50.000 Personen sitzen seit dem Putschversuch in Haft. Doch die Anzahl derjenigen, die innerhalb des vergangenen Jahres ihren Job verloren, ist doppelt so hoch: Mehr als 100.000 Menschen wurden entlassen. Das genaue Ausmaß ist ungewiss, doch vermutlich leben deshalb Zehntausende Familien nun ohne Einkommen. Hilfe vom Staat gibt es nicht.

Amnesty International spricht von „beruflicher Vernichtung“, denn wer wegen angeblicher Putsch- oder Terrorunterstützung entlassen wurde, findet so einfach keinen neuen Job.

Einige Gazetten titelten zum Jahrestag, die Türkei sei für Europa verloren …