Mobilità

Mobilità significa essere reperibile durante il viaggio. Ciò richiede la società moderna di noi. Ci vivono di comunicazione, al fine di fare affari. In cerca di clienti, abbiamo anche bisogno di comunicare. Il telefono cellulare e l´Internet sono stati inventati. Problemi di disponibilità continua e di concentrazione mediale vanno di pari passo. Cosa significa? La Generazione Y, nati dal 1977 al 1998 (Wikipedia), soffrono di mancanza di concentrazione. Non sono più efficiente perché non passano più fare il equilibrio tra concentrarsi su una cosa e di controllare i messaggi in arrivo. Sono bombardi da informazioni. La concentrazione diminuisce a favore di essere a disposizione. In realtà siamo tutti soli in questa società moderna. Gli strumenti di comunicazione offrono montagne di informazioni per distrarci da esso. Ci siamo che non possiamo essere soli. Vai a luoghi rumorosi per trovare qualcuno con cui sei in grado di trascorrere momenti di tranquillità (canzone „luoghi rumorosi“ di Jamie xx). Quello che ci manca sono rapporti interpersonali. Contatto nel senso di comunicazione non significa riempire qualcuno di informazioni, ma guardare l’avversario negli occhi, dare ascolto a qualcuno. Come è stato detto prima: „Guardate me negli occhi quando sto parlando con te!“. Saluti dal display del cellulare …

Mobilität

Mobilität heißt, auch unterwegs erreichbar zu sein. Das fordert die moderne Gesellschaft von uns. Wir leben von Kommunikation, um Geschäfte zu tätigen. Auf der Suche nach Kunden müssen wir auch kommunizieren. Das mobile Telefon und das Internet wurden erfunden. Ständige Erreichbarkeit und mediale Konzentrationsschwäche gehen Hand in Hand. Was heißt das? Die Generation Y, die zwischen 1977 und 1998 Geborenen (Wikipedia), leiden unter Konzentrationsschwäche. Sie sind nicht mehr so leistungsfähig, weil sie den Spagat zwischen sich auf eine Sache zu konzentrieren und eingehende Nachrichten zu kontrollieren nicht mehr schaffen. Zu viel Information stürmt auf sie ein. Die Konzentration nimmt ab zugunsten der Abrufbereitschaft. Eigentlich sind wir alle einsam in dieser modernen Gesellschaft. Die Kommunikationsmittel bieten Berge von Information, um uns davon abzulenken. Wir sind soweit, dass wir nicht mehr alleine sein können. Gehen zu lauten Orten, um jemanden zu finden, mit dem wir stille Momente verbringen können (Song „Loud Places“ von Jamie xx). Was uns abhandenkommt sind zwischenmenschliche Beziehungen. Kontakt im Sinne von Kommunikation heißt nicht „Zumüllen“ mit Information, sondern dem Gegenüber in die Augen zu schauen, auf ihn einzugehen. Wie hieß es früher: „Schau mich an, wenn ich mit Dir rede!“. Schöne Grüße von Handydisplay …

© Thomas Dietsch

Lieber Pierre,
du sprichst ein interessantes und aktuelles Thema an und dabei lasse ich einmal deine persönliche Darstellung außen vor und widme mich dem Thema Professionalität aus objektiver Sicht, denn es ist ein Thema, was in den Künsten und der Wirtschaft gleichermaßen von Wichtigkeit ist. Von einem Profi erwartet man – laut Definition – eine höhere Qualifikation als von einem Amateur. Das sowohl in beruflicher als auch sozialer Kompetenz, der Problemlösungskompetenz sowie der professionellen Distanz einer Person zu einer Sache oder einem Thema. Die Problematik liegt hier also auch bei der persönlichen Selbstüberschätzung und der mangelnden Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten. Jeder hält sich für das Beste, das Größte, das Schlaueste und ist sich seiner Sache im Hinblick auf seine Eignung absolut sicher. Es wäre auch ein Wunder, wenn es Menschen gelänge, Abstand zu ihrer eigenen Person zu nehmen und sich objektiv von außen zu betrachten. Das hat wieder einmal sehr viel mit Egozentrik zu tun und auch der Tatsache, dass niemand sein persönliches Versagen und den Dilettantismus wahrhaben möchte. Zudem kommen jede Menge Menschen mit semiprofessioneller Ausbildung und nur bedingt fundiertem Wissen auf den Arbeitsmarkt. Lieber Pierre, man braucht Mut und ein gesundes Selbstbewusstsein, um zu erkennen, dass teilweise noch ein langer Weg zu gehen ist, um wirklich professionell zu sein. Genau diesen erreicht man, wenn man sich distanziert von sich selbst betrachten und überprüfen kann.
Ein weiterer Aspekt ist das heutige Zeitmanagement und der Markt der Dumping-Preis-Politik. Darunter muss gezwungenermaßen die Qualität leiden. Ein falsches Zeitmanagement und ein gehetzter Alltag, in dem schnell, sofort und rasant Lösungen und Leistungen präsentiert werden müssen, kann keine Qualität hervorbringen, denn Qualität bedeutet Reife und dieser Reifeprozess braucht Zeit. Wir müssen dringend ent-schleunigen, wenn wir qualitativ hochwertig arbeiten und erschaffen möchten, aber wir geben uns selbst nicht einmal die Zeit, das in Ruhe zu tun! Auch das kann nicht funktionieren, denn Gehetze und Gerenne sind kontraproduktiv.
Der nächste Aspekt wäre die Ausbildung, die ebenfalls kostengünstig und möglichst schnell zu erledigen wäre, damit die jungen Leute postum in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Ein Studium der Geowissenschaften ist heute so gequetscht und zeitlich gestrafft, dass es den Studenten nicht möglich ist, sich vertieft mit einem Thema zu beschäftigen – was die Voraussetzung für eine Spezialisierung wäre, die letztendlich wieder zur Professionalität führt.
Die Preise sind der Grund, warum alles schnell und oberflächlich sein muss – es heißt: „Ruhen kostet Geld.“ Schade, denn gute Leistung kostet Geld, sie ist es Wert und das passt ebenfalls nicht in unser „Geiz ist geil“-System. Welcher Idiot diesen Slogan auch immer geschaffen hat, er dachte kurzfristig und auf schnellen Erfolg programmiert. Mein Slogan wäre „Geist ist geil“ – leider schwindet dieser mehr und mehr.
Nun komme ich zur Musik, lieber Pierre: hier ist es so, dass Songs via Internet, Dropbox o.ä. versendet werden, die Bands proben oft nicht mehr regelmäßig zusammen, die Musiker wohnen in völlig unterschiedlichen Regionen und sehen sich kaum. Geübt wird vor einem Auftritt, alles andere läuft über das Internet. Hier haben die modernen Dinge Einzug erhalten und auch hier leidet in meinen Augen das Handwerk, weil die persönliche Kommunikation und die Miteinander-Entwicklung zwischen den Menschen fehlen. Das Endprodukt mag zwar musikalisch ausgereift sein, technisch perfekt – aber es fehlt das Herz und die Seele der Musiker, die schnell via Dateien-Schubsen, ein Album fertigstellen müssen.
Heute kann jeder alles und das oft mit wenig fundiertem Wissen, aber die Profis will oder kann niemand bezahlen. Es geht ja auch so – mit einem Level an Mindestmaß – denn wir sind ohnehin so abgestumpft, dass wir das kaum noch bemerken. Die Masse macht´s – wer will denn da Professionalität?
Ich will es, lieber Pierre, doch da sind wir wieder beim Zeitmanagement, bei dem wir nicht einmal genug Zeit haben, eine Idee ausreifen zu lassen oder uns die Zeit nehmen, darüber strategisch oder künstlerisch, objektiv nachzudenken.

Herzlichst,
Petra
© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

meine Mutter war eine gute Bildhauerin und beherrschte die Technik der Holzschnittes. Sie nahm ein Stück Eiche, drehte es in alle Richtungen, um zu erfahren, was sie aus den Fasern und den Knoten bewältigen könnte. Sie waren für sie den Wegweiser aus dem eine Skulptur entstehen sollte. Sich gegen die Eigenschaften des Holzes zu stemmen, würde das Aus bedeuten. Um das richtige Auge und Gefühl zu entwickeln, gehört eine Menge Fachwissen dazu, das muss gelernt werden. „Er hat Talent!“ Meine Mama nahm immer wieder dieses Wort in den Mund, was ich hasste! Es handelte sich immer wieder um Pseudokünstler – einer war ich – die ihr technisches Unvermögen, unter der Decke „einer höchst modernistischen Darstellung“ versteckten. Liebe Petra, ich bin durchaus ein Anhänger der abstrakten Kunst, wie es zum Beispiel bei Antonyi Tàpies der Fall ist. Seine Werke haben Substanz und das ist allgegenwärtig zu spüren. Das alles, um den Dilettantismus in jeder seiner Formen an den Pranger zu stellen. Wir haben es leider sehr oft mit dieser Spezies zu tun, die ihre Leere mit den Mitteln der Arroganz überbrückt.

Was sich in der Musik abspielt, ist bei weitem nicht besser. Es bedeutet nicht, wenn man ein Instrument halbwegs beherrscht, dass man als Erneuerer betrachtet werden kann. Was sich hier manchmal abspielt ist eine Schande! Menschen, die durch die Mittel der Kunst den Versuch unternehmen, ihr trauriges Dasein zu „versüßen“, können es meinet wegen so lange tun, wenn sie sich als Amateure bezeichnen würden. Das tun sie oft nicht und schaden somit der ganzen Branche. Sie hat sich total verkauft und ist in die Niederungen der Mittelmäßigkeit untergetaucht. Seien wir uns endlich klar, dass der schlechteste Arzt ohne ein Studium niemals praktizieren dürfte. Das ist aber nicht der Fall bei einer großen Zahl von Möchte-gern-Musikern, die nicht einmal die Noten lesen können und sich damit brüsten. Klar, es gab einige Jazz-Größen, die einen gerechten Ruhm erlangten, ohne dieses Fachwissen zu beherrschen, dennoch kann ein wenig Theorie nicht schaden, oder?

Du siehst, dieses Thema beschäftigt mich. Ich hatte ein Aha-Erlebnis im Laufe meiner jungen Jahre, ich war beruflich im Theaterfach in Frankreich erfolgreich und entwarf zum Beispiel die Bühnenbilder und die Kostüme für Rigoletto an der großen Oper in Paris. Ich war 23 Jahren alt und gut in den Kunstkreisen eingeführt, der typische Newcomer. Eines Tages, sagte meine Freundin, eine weltberühmte Musikerin: „Pierre, du bist eigentlich ein Dilettant!“. Das war der größte Gefallen, den sie mir tun konnte, denn diese Bemerkung prägte sich in mein Gehirn ein. Ich hatte mit Sicherheit gute Einfälle, aber es fehlte mir das Fundament und deshalb auch das Versprechen, nie mehr etwas zu tun, ohne eine gute berufliche Basis zu besitzen. Als ich das Glück hatte Fernsehreportagen zu machen, lernte ich von der Pike auf das ABC des Berufes. Das war was mir bisher fehlte und auch das Bewusstsein, dass es mit Talent alleine nicht getan ist. Ohne eine Knochenarbeit kann kein Künstler bestehen und ich habe es satt immer wieder Analphabeten zu treffen, mit der Verpflichtung, sie ernst nehmen zu müssen. Pappfiguren, die versuchen, sich durch ein bestimmtes Outfit zu profilieren, haben nichts auf den Bühnen zu verlieren und es ist kein Wunder, dass die meisten von ihnen letztendlich scheitern.
In diesem Sinne und herzliche Grüße aus dem Olymp,
Pierre

//pm

Er war der Mahner in der Wüste, unangenehm in einer Zeit des Wohlstandes. Sein ständig erhobener Zeigefinger konnte schon nerven. Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Nobelpreisträger war er. Und politisch hat er sich engagiert. Unterstützt hat der die SPD, auch wenn er aus ihr ausgetreten war. Wir alle erinnern uns an seine Hilfe beim Wahlkampf von Willy Brandt. Er hat sich immer reingehängt, oft dachten wir: „Was mischt er sich jetzt schon wieder ein?!“ Sein Griechen-

landgedicht. Es gibt ein Mehr als wirtschaftliche Abhängigkeit dieses Landes. Es ist die Wiege der abendländischen Kultur. Man hat ihn ausgebuht, seinem Text sogar den Charakter eines Gedichtes abgesprochen. Ja, und die Israelkritik. Einmal mehr erlebte er Ablehnung; in Israel war er von nun an <<persona non grata>>. Nicht zuletzt wurde er für seine Ehrlichkeit bestraft: Grass = Mitglied der Waffen-SS! Ein siebzehnjähriger Junge, reingeschubst, ja einer Eliteeinheit ungefragt zugeteilt. Das, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Wo es letztlich für ihn nur noch darum ging, seine eigene nackte Haut zu retten. Sein Verhältnis zu Martin Walser war nicht ohne Streit. Die beiden alten „Diven“ der Literatur waren oft gekränkt ob einer Äußerung des anderen. Nicht nur einmal stellte ich mir die Frage, wer von ihnen der größere Narziss war. Bei Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki sprach man von einem „problematischen“ Verhältnis. Ende 1958 trafen sich beide auf einer Tagung der Gruppe 47, wo der Autor zwei Kapitel aus seiner „Blechtrommel“ vorlas, was das Gefallen des Kritikers fand. Man traf sich dann regelmäßig zu einem Glas Wein. Doch je einflussreicher Reich-Ranicki für die literarische Welt wurde, um so schwieriger gestaltete sich die Männerbekanntschaft. Wenn auch Reich-Ranicki Grass´ frühe Arbeiten schätzte (z. B. „Katz und Maus“ oder „Das Treffen in Telgte“), so vehement kritisierte er dessen spätere Werke (u. a. „Hundejahre“ oder „Der Butt“).

Ich werde ihn immer mit der „Blechtrommel“ in Verbindung bringen. Dem kleinen Oskar, der nicht mehr wachsen wollte und sich durch die Zeit getrommelt hat. Zu erotisch für die End-1950er bzw. Anfang-1060er. „Dat Oskarchen“, Symbolfigur für einen Zeitenumbruch und den Kleingeist der Nazis. Ständig trommelte er widerspenstig, ging den Leuten auf die Nerven. Widerstand gegen das Establishment. Genau wie der Günter!

Sein letztes, gerade noch fertiggestelltes Werk <<Vonne Endlichkait>> wird er nicht mehr vorlesen können.

Ich werde ihn vermissen …

© Thomas Dietsch

Se si pensa di nuovo al vostro primo alloggio, c’era un sacco di mobili che non appartengono a Lei. Vecchi tavoli, poltrone, divani, ecc. Per lo più erano sporchi, graffiati, traballanti. Perché? Come studente, non ha soldi per il primo arredamento. Si affitta la roba con l´alloggio. E il padrone di casa è felice. Non ha bisogno di smaltire i rifiuti. Questo è redditizio, se uno si concentra su affittare agli studenti. Chi viene a vistare lo studente è felice ora di trovare un riparo. Socializzare con vino e / o la pizza è annunciato.

Couchsurfing!

Questo è passato di moda. I super-ricchi sono in movimento. Permettono alla gente perfetta sconosciuta di soggiornare in una delle sue numerose ville. Il cliente passa la notte in letti sontuosi, ha permesso di guidare la Ferrari, legge il suo tempo dal Rolex. Tutto sommato, si crogiola nel lusso per un breve periodo. E i ceti privilegiati non vogliono un centesimo per questo! Anche questo un comune mortale non potrebbe permettersi. Noi non parliamo di ricchi, ma di ricchi sfondati. Perché si lascia soggiornare estranei gratuitamente in casa sua e tratta questi come un principe? Risposta: il suo regno è bella, ma si è anche solo e annoiato. Si è in possesso di tutto e desidera la compagnia di nuove persone. E al momento la terza, quarta o quinta villa è vuota. Il personale è senza lavoro. Prima che si annoia, si dà varietà. Tutto gratis! Cosa porta un affitto di mila euro per notte se fa soldi di miliardi di un anno?!


La nuova tendenza si chiama Glouchsurfing. Derivato da glamour e divano. E Lei? Dove va? Palm Springs?

Wenn man an die erste eigene Wohnung zurückdenkt, da standen jede Menge Möbelstücke, die einem nicht gehörten. Alte Tische, Sessel, Sofas usw. Meist versifft, zerkratzt, klapprig. Warum ist das so? Als Student hat man keine Kohle für die Erstausrüstung. Man mietet den Kram gleich mit. Und der Vermieter ist happy. Er braucht den Sperrmüll nicht zu entsorgen. Das ist lukrativ, wenn man sich auf die Vermietung an Studenten konzentriert. Kommt Besuch zum Studenten, ist dieser froh, gratis einen Unterschlupf zu finden. Geselligkeit bei Wein und/oder Pizza ist angesagt.

Couchsurfing!

Das ist jetzt out. Die Superreichen machen mobil. Man lässt wildfremde Leute in einer seiner vielen Villen übernachten. Der Gast nächtigt in prunkvollen Betten, darf den Ferrari fahren, misst seine Zeit mit der Rolex. Alles in allem: er schwelgt für kurze Zeit im Luxus. Und die oberen Zehntausend wollen nicht einen Penny dafür! Das könnte sich auch kein Normalsterblicher leisten. Wir reden nicht über wohlhabend, sondern über stinkreich. Warum lässt man fremde Leute umsonst in seinem Haus übernachten und bewirtet diese noch fürstlich? Antwort: Reich sein ist schön, macht aber auch einsam und ist langweilig. Man hat schon alles und sehnt sich nach der Gesellschaft neuer Leute. Und die Dritt-, Viert- oder Fünftvilla steht derzeit leer. Das Personal ist ohne Beschäftigung. Bevor es sich langweilt, verschafft man Abwechslung. Alles gratis! Was bringen schon tausend Euro Miete je Nacht, wenn man Milliarden im Jahr scheffelt?!

Der neue Trend heißt Glouchsurfing. Abgeleitet von Glamour und Couch. Und Sie? Wohin geht es bei Ihnen? Palm Springs?

© Thomas Dietsch

Endlich haben wir die Gelegenheit, der Welt da draußen unsere Gesinnung zu zeigen und das – ohne große Mühe – via öffentlichen Postings in sozialen Netzwerken. Ob es der Obdachlosen-Bus oder das entführte, vermisste Kind ist, der gequälte Hund hinter Gittern oder einfach nur ein gealtertes Gesicht. Wir tun alles, um zu demonstrieren, dass WIR sehr sozial und menschenfreundlich eingestellt sind und teilen das natürlich sofort auf Facebook, Twitter & Co. mit. Das gibt auf jeden Fall Likes und Zustimmung von Leuten, die brav behütet hinter dem Bildschirm sitzen oder gerade einen Kaffee schlürfen und kurz in ihr Handy schauen. Wir sind s o an dem Schicksal anderer Menschen interessiert und uns geht es SO schlecht dabei, wenn wir an die armen Leute denken, die etwas gestohlen bekommen haben oder denen es schlimm geht. Gott sei Dank passiert UNS das nicht! Damit ist unsere Aufgabe in Sachen Mitgefühl und soziale Hilfe erledigt und sie können alle auf ihrem Arsch sitzen bleiben. Das ist in etwa so wie die Schaulustigen bei einem Autobahn-Unfall: Die fahren langsam vorbei, glotzen und sagen “oh je, das sieht aber furchtbar aus, die Armen“ und rasen an der nächsten Kurve genauso weiter.
Ich will heute keineswegs das Mitgefühl in Frage stellen, aber auffällig ist die soziale Posterei um selbst im Sonnenlicht zu stehen und sich bemerkbar zu machen und zu zeigen, dass man ein SO guter Mensch ist. Dann ab zu den Samaritern, ins Altersheim oder an die Tafel – dort können Sie sinnvollere Arbeiten tun als via Internet Ihre Empathie zu verteilen! Ich wundere mich immer wieder darüber, dass andere Leute das auch noch kommentieren und ihren halbherzig empathischen Senf dazugeben. Aber auch sie sitzen im Warmen, es geht sie eigentlich nichts an und ihnen ist es wahrscheinlich sogar herzlich egal. Es geht oft nicht um sozial und mitfühlend sondern, wie immer, um das eigene Ego, damit man wieder mal was zu sagen hat. Erschreckenderweise wechseln sich Selfie-Postings und dünnes Geschwätz mit sozialem (virtuellen) Engagement ab. Was schließen wir daraus? Diese Leute wollen uns zeigen, w i e interessiert sie sind, w i e engagiert sie sind und w i e sie mitleiden. Ich sehe es eher als dummes Zeug und glaube nicht, dass gerade s i e im realen Leben was Soziales auf die Beine stellen. Sie sind viel zu beschäftigt, ihr virtuelles Leben zu offerieren, zu zeigen, wie toll sie sind und dahinter steckt Einsamkeit, Dummheit, Leere, Egozentrik und Gier nach Aufmerksamkeit.
Helfen Sie Menschen im realen Leben, sie haben es oft bitter nötig und besitzen keinen Laptop und kein Handy um zu lesen. Ihnen geht der Arsch tatsächlich auf Grundeis, aber die Welt ist beschäftigt mit virtuellem Scheißdreck. Darüber sollte man mal nachdenken anstatt auf den Communities gequirlte Scheiße von sich zu geben.

 

 

© Petra M. Jansen

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Manches Mal hat man doch wirklich das Gefühl, nur von Idioten umgeben zu sein. Der Mensch hat sich irgendwann einmal vom Vierfüßler über gebückten Gang zum Aufrechtgehen entwickelt. „Homo erectus“ nennt sich das Resultat. Wenn man durch die Fußgängerzone geht hat man das Gefühl, dass die Entwicklung wieder rückläufig ist. In gebeugter Haltung schreitet Mann bzw. Frau voran. Grund: ein vielseitiges Gerät, landläufig „Handy“ oder modern „Smartphone“ genannt. Wir sind zu Gefangenen dieser Technik geworden. Ja, wir passen schon unseren Gang diesem Gerät an. „Degenerative Aspekte“ nennt man das, glaube ich … Das ist nicht nur äußerlich. Auch die Wahrnehmungsfähigkeit nimmt ab. So lief doch neulich ein junger Kerl, am mobilen Gerät rumwurschtelnd, kerzengerade gegen einen Laternenpfosten. „Boing!“. Wahrscheinlich eine Riesenbeule, aber – Gott sei Dank – ist dem mobilen Teil nichts passiert. So wie sich der Mensch zurückentwickelt, so gibt es auch eine Evolution bei der Computertechnik. Es wird wohl bald eine App geben: „Vorsicht Laterne! In 10, 9, 8, … Metern!“. Man lebt digital. Geil! Wenn man so nebeneinander herläuft und miteinander schreibt: „Alles gut?“ – „Jo!“ – „Machsten grad?“ – „Geh neben Dir her!“ – „Ach so! :-)“. (Anmerkung des Verfassers: den modernen Handy-Slang beherrsche ich nicht! Mann, bin ich rückständig!). Ja, ein Lob an die Flat, die Menschen sind kommunikativer geworden. Früher war das alles viel zu teuer. Und so wortkarg! Verwechsele ich etwas? Nee, oder?! Versucht man so ein Handyweiblein oder -männlein verbal zu kontaktieren, läuft das folgendermaßen ab: Erst wird die Kommunikationsaufnahme überhört. Das kann absichtlich sein oder unbeabsichtigt (vgl. oben Wahrnehmungsfähigkeit!). Manchen Exemplaren wachsen auch Kabel aus den Ohren. Die haben dann schon die nächste Evolutionsstufe erreicht. Jetzt kommt der zweite Versuch verbaler Kommunikation. Irritiertes Umschauen, letzter Sicherungsblick auf den Bildschirm, Anschauen des Gegenüber. Und dann, mit fragendem bzw. genervtem Blick entweicht dem Exemplar ein Ton: „Hä?“. Soll angeblich schon eine Szenesprache geben, keine Ahnung! Real ein Tier besitzen? Uncool, No-Go! (altdeutsch: out, Sprachgebrauch Mitte 20. Jahrhundert: hat man heute nicht mehr!) Ist nur Stress! Wenn man die animierten Viecher auf dem Bildschirm putzt oder füttert, gibt’s richtig Kohle. Selbst fürs Streicheln! Die machen dann „Miau“ oder „Wau!“. Und wenn man keinen Bock mehr hat, dann „geht man raus“. Einfach abschalten! Wozu für umme also noch einen realen Hund ausführen?! Die Technik ist dazu da, um uns zu kontrollieren. Installieren einer Taschenlampen-App, Frage: „Zugriff auf Standortermittlung zulassen?“ Das verstehe ich bis heute nicht. Wozu das denn? Nach dem Motto: „Es gibt kein Licht, nicht dunkel genug. Versuchen Sie es später noch einmal!“. Zum Schluss noch mein gestriger Alptraum: Ein Smartphone führte seinen Hund an der Leine spazieren. Nein, es war kein Hund …

© Thomas Dietsch

Libri pericolosi

Cosa stiamo facendo ai nostri figli? Ciò che siamo ipocriti, noi adulti? Film, giochi e foto di violenza sono banditi dalla stanza dei bambini. I nostri piccoli non possono essere educati alla violenza. Anche non si deve vivere nella paura. Crescere senza violenza è importante per l’anima del bambino. Una pianta delicata, si deve custodire. Dal momento siamo corretti. Anche politicamente. Si dice „con un passato di migrazione“ e „altri gruppi etnici“. Il razzismo non va! Noi siamo migliori dei nostri genitori o nonni. Abbiamo tutto sotto controllo! E ignoriamo il pericolo in agguato nelle stanze dei bambini: libri per bambini, la maggior parte delle storie orribili e fiabe. Oh così innocente! Pollice tagliato, sono mangiati da animali selvatici i bambini e le donne anziane, bruciano i bambini. Altri che sono abbandonati nel bosco. I film sono tabù, ma è una lettura?! Miei cari, come vi immaginarlo? I bambini imbarbariscono totalmente. Scherzi a parte, vogliamo riscrivere tutte le storie e fiabe che sono detto e letto per duecento anni? Da un capriccio politico? Incompreso cautela rende i bambini diventano adulti ignari, tenendo lontano ogni pericolo da loro, anche l’avvertimento? Siamo noi stessi chi noi facciamo la beffa delle generazioni future. Educhiamo i nostri figli agli esseri facilmente manipolabili. Siate onesti: quel bambino si interessa oggi di „Presto-presto, pollice staccato“? Il libro deve essere animata, brillare e esprimere toni. Questo è divertente. E dobbiamo anche essere un avvertimento: i bambini devono ora vedere, sentire e toccare. Mancano fantasia, cari genitori!

Gefährliche Bücher

Was tun wir unseren Kindern an? Was sind wir für Heuchler, wir Erwachsenen? Gewaltfilme, -spiele und -fotos werden aus dem Kinderzimmer verbannt. Unsere Kleinen dürfen nicht zur Gewalt erzogen werden. Sie sollen auch nicht in Angst leben. Ein Aufwachsen ohne Gewalt ist wichtig für die kindliche Seele. Eine zarte Pflanze, man muss sie hegen. Da sind wir korrekt. Auch in politischer Hinsicht. Man sagt „mit Migrationshintergrund“ und „andere Ethnien“. Rassismus ist nicht! Das sind wir besser als unsere Eltern oder Großeltern. Wir haben das richtig im Griff! Und übersehen dabei die Gefahr, die in Kinderzimmern lauert: Kinderbücher, höchst grausame Geschichten und Märchen. Ach so harmlos! Abgeschnittene Daumen, von wilden Tieren gefressene Kinder und ältere Damen, brennende Kinder. Andere, die im Wald ausgesetzt werden. Filme sind tabu, aber Lesen bildet?! Leute, wie stellt Ihr Euch das vor? Die Kleinen verrohen total. Jetzt mal im Ernst: Wollen wir die Geschichten und Märchen, wie seit zweihundert Jahren erzählt und gelesen, alle umschreiben? Aus einer politischen Laune? Aus falsch verstandener Vorsicht, die Kinder zu arglosen Erwachsenen reifen lässt, indem wir jede Gefahr, selbst die Warnung davor, vor ihnen fernhalten? Wir machen uns hier zum Gespött künftiger Generationen. Erziehen unser Kinder zu leicht manipulierbaren Wesen. Hand aufs Herz: Welches Kleinkind interessiert heute noch „Schnipp-schnipp, Daumen ab“? Das Buch muss animiert sein, leuchten und Töne äußern. Das macht Spaß. Und sollte uns zugleich eine Warnung sein: Kinder müssen heute alles sehen, hören und berühren. Es fehlt ihnen an Fantasie, liebe Eltern!

© Thomas Dietsch