Lieber Pierre,
es tut mir leid, was ich heute lesen muss und es trifft einen umso härter, wenn das im engsten Familien- oder Bekanntenkreis geschieht. Wer kennt nicht jemanden im nahen Umfeld, der an Krebs erkrankt ist und entweder daran gestorben ist oder noch immer – mittels Chemotherapie oder anderen Behandlungsmethoden – auf einen Sieg über diese Pest unseres Jahrhunderts hofft? Im Laufe meines Lebens habe ich nicht nur meinen Vater in sehr jungen Jahren verloren sondern auch bereits einige liebe Freunde und Bekannte. Eine junge Frau in meinem Bekanntenkreis verstarb letztes Jahr und es gab keine Chance. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tückischsten Krebserkrankungen. Man entdeckt ihn durch Zufall und in dem Moment, wo er entdeckt wird, ist es auch das sofortige Todesurteil. Keine Therapie der Welt kann diesen hochaggressiven Krebs heilen oder das Krankheitsbild vorübergehend verbessern. Erkennen bedeutet unausweichlich Tod innerhalb sehr kurzer Zeit.
Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Krebs die zweithäufigste Todesursache. Etwa 250.000 Menschen sterben jährlich daran und ca. 500.000 pro Jahr erkranken an Krebs. Grund für die Wissenschaftler zu forschen und Grund für viele Stiftungen, wie z.B. die Deutsche Krebshilfe u.a., Gelder zur Verfügung zu stellen und die wissenschaftlichen Arbeiten zu unterstützen. Bisher sah man einen engen Zusammenhang zwischen genetischer, familiärer Vorbelastung und der Fortsetzung der Erkrankung in der nachfolgenden Generation, aber das stimmt nur zum Teil. Fakt ist, dass unsere Umwelt, die Schadstoffe, die Nahrung, das Alter eine Rolle spielen. Ich denke, wir essen jede Menge „belastete“ Nahrungsmittel und verwenden viel zu viel Plastik, sind dem Feinstaub ausgesetzt, Asbest, Elektrosmog und Viren. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist sinnvoll, Bewegung ist sinnvoll, gute Nahrung ist sinnvoll und eine regelmäßige Vorsorge-Kontrolle. Eine absolute Sicherheit und Garantie, nicht an dieser tückischen, fehlerhaften Zellteilungs-Erkrankung, die gesundes Gewebe verdrängt, zu erkranken, gibt es nicht. Mit Hochdruck arbeiten Mediziner und Wissenschaftler seit vielen Jahren daran, den Krebs zu erforschen und Maßnahmen zu entwickeln, die ihn eindämmen oder vernichten. Fehlanzeige!
Lieber Pierre, so traurig es klingt… Krankheiten gab es schon immer, die Tausende und Millionen dahin gerafft haben und es wird auch immer wieder neue Erkrankungen geben. Das gehört zum Leben ebenso dazu wie der Unfalltod – tragisch und oft in jungen Jahren. Also Kopf hoch und machen wir den Menschen, die wir kennen, Mut, den Rest ihrer Zeit mit dieser Erkrankung so angenehm wie möglich zu verbringen. Das Ende blüht jedem von uns – früher oder später. Leben bedeutet auch Risiko und am Ende steht die Beerdigung. So ist es. Und wenn uns das klar geworden ist, frage ich mich auch, wieso manche Leute sich das Leben so schwer machen, anstatt tatsächlich zu leben und zu genießen.

 

Eine herzliche Umarmung,

Petra

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

Liebe Petra,

was gibt es noch über den Krebs zu schreiben? Da ich kein Wissenschaftler bin, werde ich nicht den Versuch unternehmen, etwas über die Fortschritte zu berichten, die bisher gemacht worden sind. Sie sind erheblich! Ich werde vielmehr mir Gedanken über die psychologische Haltung gegenüber der Krankheit machen. Vor sieben Jahren klingelte es bei uns, eine enge Freundin kam herein und ich sah sofort, dass sie erschüttert war. Nach einer umfangreichen Untersuchung stellte sich heraus, dass ihr noch sehr wenig Zeit blieb – höchstens 6 Monate. Heute lebt sie noch und zwar sehr gut. Was ist passiert? Anne, ich habe ihren Namen geändert, hat sich vorgenommen, der schrecklichen Krankheit zu trotzen und ohne sie zu ignorieren, hat sie sie der Tür verwiesen. Eine Mischung von Schul- und Alternativmedizin hat das möglich gemacht und – nach den Aussagen der Mediziner – noch viel mehr ihr unerschütterter Willen, sich nicht vom Krebs quälen zu lassen. Ohne die Solidarität innerhalb der Familie, wäre das kaum möglich gewesen. Sie nahm jede Art von Leid auf sich und bekämpfte es vehement, das galt auch für die Folgen der verschiedenen Therapien, die brutal sein konnten. Davon hat sie sich nicht fertig machen lassen.

Auch eine französische Freundin erlebt zurzeit die gleiche Qual und das schon als mehr als 10 Jahre. Bisher hat sie nicht die Erfolge von Anne gehabt, aber sie lässt nicht los. Sie will sich so lange wie möglich um ihre Enkel kümmern und zeigt trotz großen Leidens viel Optimismus – das muss man vormachen. Natürlich gibt es auch zahlreiche Fälle, die unheilbar sind, wie der Bauchspeicherdrüsenkrebs und ach Tumore im Gehirn können nur schlecht behandelt werden. Solche Anamnesen sind für die Angehörige und die Freunde unerträglich. Hier stellt sich die Frage, wie man mit dem Tod umgeht? In einer Gesellschaft, die vom Wellness geprägt ist, eine Fehlentwicklung der Natur und doch kann sich niemand einbilden, unsterblich zu sein. Es wäre so wichtig, dass die Menschen lernen, wie man mit ihm umgeht. Er ist Bestandteil der Evolution, krass gesagt ein wichtiges Element des Lebens. Bei jeder Geburt läuft die Uhr und niemand kann sie anhalten und damit sollte sich jeder befassen, so schwer es auch zu begreifen ist. Das ist Teil der Ethik, liebe Petra, teils des Glaubens, egal in welcher Form. Es geht nicht darum, über das Jenseits zu grübeln, vielmehr darum, jeden Moment zu genießen und so zu bewältigen, dass auch die Mitmenschen etwas davon haben.

Dieser Brief könnte deprimierend sein, das ist aber nicht seine Absicht. Es geht eher darum, zu vermitteln, dass, wer das Leben liebt, auch den Tod lieben sollte. Das klingt vielleicht absurd, aber nur so kann man die Existenz ertragen, die jeden Tag zahlreiche Fuhren an Horror mit sich bringen. Der Tod kann zugleich eine Vollendung sein, wie auch eine Befreiung und wenn es so ist, kann die Frage gestellt werden, warum die Menschen alles tun, um die Welt in eine Hölle zu versetzen. Anstatt sich klar zu sein, dass es für alle ein Ende gibt, wird bis zum letzten Herzschlag hart gekämpft. Da kann es keinen Sieg geben, ob stark oder schwach – insofern ist der Tod völlig demokratisch. Da nützt weder Macht noch Geld, denn jeder von uns ist eines Tages dran, egal wer er ist. Hier stellt sich die schwerwiegende Frage, ob es unbedingt notwendig ist, einen Patienten bis zum Exitus therapeutisch zu foltern? Wäre es in manchen Fälle nicht besser, der Natur zu vertrauen?

Meine Mutter hatte keinen Krebs als sie starb, aber ihr Herz war verbraucht. Sie hatte mich ausdrücklich gebeten, die Ärzte zu informieren, dass sie in Ruhe sterben wolle. Sie hatte ihr Leben trotz harter Prüfungen genossen und war der Meinung, dass ein Schlussstrich gezogen werden sollte. 1995 war es auch in der Schweiz nicht üblich, die Geräte abzuschalten. Ich erreichte dennoch, dass es getan wurde und heute bereue ich keineswegs diesen Schritt. Vielleicht wäre sie noch einige Monate am Leben geblieben, aber unter welchen Bedingungen? Mit lauter Schläuchen und Infusions-Geräten und die Einzigen, die davon profitiert hätten, wäre das Krankenhaus – von Organspenden abgesehen. Wie man weiß, sind sie beim natürlichen Tod nicht durchführbar, aber das wäre jetzt nicht das Thema.

 

Im diesen Sinne.
Herzliche Umarmung,
Pierre

//pm

Schlaf ist für den Menschen wichtig. Er fährt herunter auf ein Minimum, tankt seine Batterien wieder auf. Ein neuer Tag kann beginnen. Jetzt kommt ein neuer Trend, die Asiaten haben es uns vorgemacht: Rund um die Uhr arbeiten mit einem Minimum an Schlaf. Powernap heißt er bei uns, in Japan zum Beispiel Inemuri. Der Kurzschlaf! Ohne Schlaf kommt man nicht aus, also sucht man sich die Nischen der Ruhe. „Nur kurz abnicken, dann geht es weiter!“. Früher hieß das einmal „Mittagsschläfchen“. Der Unterschied hierzu: die Menschen schliefen damals auch in der Nacht. Die Arbeitswelt von heute fordert von uns vollen Einsatz. Alles für die Firma! Man muss sich bewähren! Die eine oder der andere sind die Letzten im Büro, wenn sie nach Hause gehen, sind andere bereits beim Schlummertrunk oder auf dem Weg ins Bett. Ganz schlimm ist es in der Bankenbranche: Die Nächte werden durchgearbeitet. Oft bis um vier Uhr morgens, dann schnell nach Hause, kleines Schläfchen, um sechs Uhr muss bereits wieder die Präsentation fertiggestellt werden. Wie lange hält man das durch?! Einige Zeit. Adrenalin aufgrund Schlafentzuges peitscht uns zu Höchstleistungen. Man steht wie unter Drogen. Nicht selten fängt man an, solche zu nehmen. Und in Stunden der geringen Freizeit kommt er nach Monaten: der Schlaganfall oder Herzinfarkt! Immer mehr junge Menschen sind davon betroffen. Die digitale Welt erlaubt den Verzicht auf persönliche Kontakte. Man ist ständig erreichbar, ruft auch schon mal im Urlaub betriebliche Emails ab. Können wir ohne persönliche Kontakte überleben? Der Verzicht auf Familie ist populär. Unsere Gesellschaft ist eine von Singles. Persönliche Freiheit auf Kosten der Gesellschaft?! Der Frage muss sich jeder stellen. Akut wird sie dann, wenn es um die Rente geht. Eine Gesellschaft ohne Kinder hat keine Beitragszahler mehr.

Sleep

Sleep is essential for humans. We power down to a minimum, refuel our batteries again. A new day can begin. A new trend is coming, the Asians already showed us how to do: working around the clock with a minimum of sleep. In our country it is called powernap, in Japan for example they say inemuri. The short sleep! Without sleep one doesn´t get by, so you look for niches of rest. „Only a short snooze, then it goes on!“. Previously, it´s name was „midday sleep“. The contrast to this: people were sleeping also at night at that time. The working world of today requires all-out commitment from us. Everything for the company! You have to prove yourself! The one or the other are the last ones in the office. When they go home, others already have a nightcap or are on their way to bed. Quite bad it is in the banking industry: Working even through the nights. Often until four o´clock in the morning, then hurry home, nap, at six o´clock the presentation already has to be completed again. How long are we able to stand the pace?! For a certain time. Adrenalin caused by sleep deprivation jacks us to maximum performance. Man is like drugged. Not infrequently, one begins to take such ones. And in the few hours of leisure time, it comes after months: the stroke or heart attack! More and more young people are affected. The digital world allows us to go without personal contacts. We can always be contacted, sometimes on vacation we download operational emails. Can we survive without personal contacts? Abandoning family is popular. Our society is one of singles. Personal freedom at the expense of society?! The question has to be faced by everyone. And it is getting urgent when we talk about old-age pension. A society without children has no more contributors.

© Thomas Dietsch

Eine Ente … Nein, keine Ente im Sinne von See und „Gack, gack“. Auch keine Zeitungsente im Sinne von Sommerloch. Wir reden von der Ente als Statussymbol, dem über Jahrzehnte verlachten und doch verehrten Fahrzeug.

Zwischen Sommer 1949 und Mitte 1990 wurden 3.868.631 viertürige Limousinen und 1.246.335 Lieferwagen („Kastenenten“) hergestellt. Von 1960 bis 1968 (und 1971) wurde in kleiner Stückzahl auch eine Ausführung mit zwei Motoren und Allradantrieb gebaut, die 1958 vorgestellt wurde. So weiß es Wikipedia.

Das rustikale Design des Citroën 2CV begeistert Millionen und wurde zum Kultobjekt. Dabei hatten die Konstrukteure von einst in erster Linie eine Bauernkutsche im Sinn. Dass das hässliche Entlein dann einmal für viele zur Königin der Straße wird, hatte niemand vorausgeahnt.

Das Fahrzeug wirkte schon bei seiner Vorstellung auf dem Pariser Automobilsalon 1948 wie aus der Zeit gefallen: Ein amerikanischer Journalist soll gespottet haben, ob der Hersteller denn auch einen Büchsenöffner mitliefern werde. Der französische Dichter Boris Vian nannte den Wagen später eine „fahrbare Geistesverwirrung“. Und dennoch wurde der Citroën 2CV zum millionenfach verkauften Renner – und für Generationen zum Ausdruck eines Lebensgefühls.

Die Entwicklung begann Mitte der 1930er Jahre; kriegsbedingt, wie bei dem deutschen Konkurrenten, dem VW Käfer, stellte Citroën den neuen 2CV aber erst am 07. Oktober 1948 in Paris der Öffentlichkeit vor. Der 2CV war Basis für die Citroën-Modelle Ami, Méhari und Dyane.

Vor 25 Jahren lief die letzte Ente in Portugal vom Band, doch bei Liebhabern ist ihr Charme ungebrochen. Sie schwärmen von der jaulenden Melodie des Boxermotors, der einmaligen Kurvenlage, dem gefühlten Cabrio-Luxus des aufrollbaren Vinylverdecks. Dass Samuel Beckett, der Autor von „Warten auf Godot“, einen 2CV fuhr, überrascht nicht: Kein anderes Auto verkörpert derart den Existenzialismus. Dabei war das spartanische Design ursprünglich vor allem aus praktischen Gesichtspunkten gewählt worden. Citroën wollte in den 1930er Jahren ein Auto für den kleinen Mann vom Land, robust und billig. Pierre-Jules Boulanger, seinerzeit 1934 Citroën-Direktor, erteilte den Auftrag, einen minimalistischen Kleinwagen zu entwickeln. Die Anforderungen an die Konstrukteure lauteten angeblich: ein „günstiger fahrbarer Untersatz, der vier Personen und 50 Kilo Kartoffeln oder ein kleines Fass mit maximal Tempo 60 transportieren soll“. Die Federung sollte es möglich machen, einen Korb Eier bruchfrei über ein beackertes Feld zu fahren.

Über die Jahre liefen mehr als fünf Millionen 2CVs vom Band. Das ist weit von den 21,5 Millionen verkauften Exemplaren des VW Käfer entfernt – im Übrigen gibt es oft eine gewisse Rivalität zwischen Enten- und Käferliebhabern. Die Ente war „das richtige Auto für Menschen, die eigentlich kein Auto wollten oder keins bezahlen konnten“, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ einmal schrieb. Der 2CV war über die Jahre immer wieder an neue Farbtrends angepasst worden, aus den anfänglich 9 PS wurden am Ende sogar bis zu 30 – was Geschwindigkeiten von über 110 Stundenkilometern möglich machte.

Der Anschaffungspreis des 2CV war recht niedrig. Dank der einfachen Technik waren auch die Unterhaltskosten relativ gering, und der geringe Hubraum schlug sich in geringen Kraftfahrzeugsteuern nieder. Diese Faktoren trugen früh dazu bei, dass die Ente vor allem in Deutschland zum typischen Studentenauto avancierte. Ihr Besitz galt vielen als Ausdruck einer nonkonformistischen und konsumkritischen Lebenshaltung, bei der Statussymbole keine Rolle spielen.

Der 2CV ist auch ein Stück Frankreich. Seit den 1950er Jahren einfach Kult! Und so ist das Anti-Statussymbol gerade zu einem solchen geworden.

© Thomas Dietsch

Er war beim Kreml in Ungnade gefallen und wurde wegen Steuervergehen festgenommen. Letztendlich saß er zehn Jahre lang in Haft. Die Rede ist von dem früheren russischen Oligarchen Michael Chodorkowski.

In einem Interview mit der russischen Zeitung „Sobesednik“ hat er nun über seinen Intimfeind Putin gesprochen: „Wenn ihm scheint, dass es außer Krieg keine andere Möglichkeit zur Machterhaltung gibt, dann ist ein Krieg wahrscheinlich.“

Chodorkowski warnt die Vereinigten Staaten davor, Waffen in die Ukraine zu schicken. Das könnte einen Krieg zwischen Amerika und Russland provozieren. Neben der Ukraine benennt Chodorkowski noch zwei weitere Regionen, von denen der große Krieg ausgehen könnte: Zum einen die baltischen Staaten, in die die USA Panzer und weiteres Rüstungsmaterial geschickt haben, um die Länder vor einer möglichen russischen Aggression zu schützen.

Zum anderen den Nahen Osten – hier steht Putin hinter dem syrischen Machthaber Assad – den die USA bekämpfen. Der Kremlchef agiere irrational, lebe in einer anderen Realität und habe sich selbst nicht mehr im Griff, so Chodorkowski. Deshalb sei Putins Verhalten nicht vorhersehbar, lautet sein Urteil.

Weiterlesen

Noch vor kurzem hat man den Islamischen Staat (IS) als Terrormiliz oder Dschihadisten bezeichnet. Dies lässt sich nunmehr nach Expertenmeinung nicht mehr halten.

Der Nachrichtensender n-tv brachte die Tage die erschreckende Erkenntnis: Der IS kontrolliert ein Gebiet so groß wie Italien. Er baut Straßen, hat ein Steuersystem, überwacht Grenzen und hat eine Armee. Und in der Bevölkerung sind die Islamisten angesehener als die korrupten Schergen der Vorgängerregime – zum Beispiel in Syrien unter Assad. Das Gebiet, das 300.000 Quadratkilometer umfasst, ist ein funktionierender Staat.

Der IS soll den staatlichen Systemen, die er im Irak und in Syrien abgelöst hat, inzwischen sogar voraus sein. Neben einem funktionierenden Steuersystem, der Überwachung der Grenzen und dem Aufbau einer Armee preise man in Propaganda-Veröffentlichungen außerdem Erfolge beim Ausbau der Infrastruktur in den kontrollierten Gebieten und biete eine Gesundheitsfürsorge an.

Erschreckend ist, dass die Bevölkerung in den kontrollierten Gebieten und die Anrainerstaaten des Islamischen Staates die Tatsachen zum Teil anerkennen und ein Auge zudrücken, wenn es etwa um schwarze Handelsbeziehungen zu den Islamisten geht. So gilt die Türkei etwa als größter Absatzmarkt für den IS, um illegal gehandeltes Erdöl in den Weltmarkt zu speisen. Bis zu dem Anschlag in Suruc vor einigen Tagen, bei dem mehr als 30 Menschen ums Leben kamen, war ein Grenzverkehr zwischen der Türkei und dem vom IS kontrollierten Gebiet fast ungehindert möglich.

Ein syrischer Geschäftsinhaber erzählt laut n-tv: „Ehrlich gesagt sind beide brutal – das Regime (Assad) und Daesh (eine andere Bezeichnung für den IS), doch der IS ist hier in Al-Rakka mehr akzeptiert“. Er war aus Angst vor Luftschlägen in die Stadt geflohen, die als eines der Machtzentren des IS gilt. Das Leben unter dem IS könne brutal sein, doch es biete mehr Stabilität und Verlässlichkeit als unter Assad. Und in puncto Stabilität und Sicherheit erzählt ein weiterer Zeuge vor Ort: Man sei nicht glücklich, aber zufrieden. „Sie können mit einer Million Dollar von Al-Rakka nach Mossul reisen und niemand wird sie stören. Niemand würde es wagen, nur einen Dollar anzurühren“, so der Zeuge, der anonym bleiben wollte. Ein Unding in Syrien oder Irak; deren Sicherheitskräfte gelten als extrem korrupt. Ein Hinweis darauf, dass sich der Islamische Staat in seinem Umfeld als staatliche Struktur etabliert hat. Seit der IS im Besitz von Ölquellen ist, hat er eine stabile Einnahmequelle. Hinzu kommen die Steuereinnahmen. Man wird ihn mit Bombardements nicht mehr aufhalten können. Nur noch mit einer groß angelegten Bodenoffensive. Und selbst mit dieser wahrscheinlich nur dessen Entstehung bzw. Entwicklung verzögern können. Die Menschen vor Ort schätzen bereits die „Vorzüge“ des Terrorstaates. Schuld daran sind die korrupten und instabilen Vorgängerregime im Irak und Syrien. Das Neue steht immer im Licht dessen, was man kennt. Und die Menschen in diesen Ländern kennen in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten nicht viel Gutes.

Und was die Grausamkeit angeht: Fassen wir uns im Westen doch einmal an die eigene Nase! Die Herrschaft vieler westlicher Staaten ist auf Gewalt, Folter und Unterdrückung gegründet. Das Britische Empire unterdrückte und mordete Menschen auf nahezu einem Drittel der weltweiten Landfläche. Die Amerikaner, beim Aufbau der Vereinigten Staaten in Nordamerika, massakrierten die Urbevölkerung und ließen sie verhungern. Weitere Beispiele sind die Sowjetunion, China, Saudi-Arabien und Israel.

Aber das liegt auch mindestens ein halbes Jahrhundert zurück. Das Welt- und Menschenbild hat sich im 21. Jahrhundert gewandelt. Kolonialismus und Sklaverei sind Ausbeutung und Verbrechen. Vor zweihundert Jahren galten beide noch als legitime Wirtschaftsinstrumente.

Wir sollten darauf achten, wie es in den von dem Islamischen Staat kontrollierten Gebieten weitergeht. Die Eingehung offizieller Handelsbeziehungen würde die Anerkennung eines Terrorstaates bedeuten. Das kann man nicht machen. Und ein weiteres Problem tut sich in Zukunft auf: Der IS stellt sich als Gottesstaat dar, ein unter religiösen Prinzipien geführter Staat. Religion und Wirtschaft geht genauso wenig wie Religion und Politik. Hier liegt ein weiteres Pulverfass begraben.

© Thomas Dietsch

Überall herrscht Rekordverschuldung. Einmal anders betrachtet: steht uns eventuell eine weltweite Schuldenkrise bevor?

In der letzten Zeit stand Griechenland im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch das griechische Fiasko ist nur die Spitze des Eisbergs: Nach Ansicht von Michael Snyder schlittert die ganze Welt auf eine beispiellose Schuldenkrise zu. Snyder führt auf seinem Blog aus, dass sich die Schuldenquote aller Staaten der Erde zusammengenommen derzeit auf 286% beläuft. Das ist so hoch wie nie zuvor.

Global gesehen hat sich ein Schuldenberg von 200 Billionen USD (= 200.000.000.000.000 USD) angesammelt; rund 28.000 USD Schulden für jeden einzelnen Bewohner unseres Planeten. Doch die Hälfte der Bevölkerung lebt täglich von weniger als 10 USD, das heißt die Wahrscheinlichkeit, dass diese gewaltige Summe jemals zurückgezahlt werden kann, tendiert gegen Null. Snyder zufolge ist die einzige Option, die sich innerhalb unseres derzeitigen Finanzsystems bietet, den unvermeidlichen Einsturz dieser Schuldenpyramide so lange wie möglich hinauszuzögern. Mit anderen Worten: das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, zumindest was das Problem des Schuldenabbaus angeht, am Ende.

24 Staaten der Welt befinden sich wirtschaftlich am Rande des Abgrunds. Griechenland ist bei Weitem nicht der einzige Staat mit einem kaum zu bewältigendem Schuldenproblem. Auch anderen westlichen Nationen wie Irland, Portugal, Spanien und Kroatien droht eine Krise vergleichbaren Ausmaßes. Zudem sei die Verschuldungssituation in Armenien, Belize, Costa Rica, Zypern, der Dominikanische Republik, El Salvador, Gambia, Grenada, Jamaika, dem Libanon, Mazedonien, den Marshall-Inseln, Montenegro, Sri Lanka, St. Vincent und den Grenadinen, Tunesien, der Ukraine, dem Sudan und Simbabwe mindestens ebenso ausweglos wie die auf der griechischen Halbinsel. Hierzu kommen noch weitere 14 Länder, deren Lage bereits als kritisch einzustufen ist.

Halten wir fest: selbst die wohlhabenden Staaten sind nicht in der Lage sind, ihre Kredite zurückzuzahlen. Die Schuldenlast der USA hat sich seit 2007 geradezu verdoppelt (2015: 18.151 Billionen USD – 2007: 9.328 Billionen USD) und viele europäische Länder, die kürzlich Finanzhilfen für Griechenland beschlossen, könnten schon bald selbst darauf angewiesen sein. Auch in Asien sind die Aussichten nicht besser: Die Verbindlichkeiten Chinas steigen immer schneller, in Japan belaufen sich die Staatsschulden bereits auf 230% des Bruttoinlandsproduktes. Wie lange können die jeweiligen Zentralbanken den drohenden Crash noch hinauszögern?

Die einen verschreien die Warnungen vor der globalen Verschuldung als Märchen, andere wiederum betreiben wissenschaftliche Studien damit und darüber. Bereits in den ersten beiden Sätzen ihrer mehr als 120 Seiten starken Studie bringen die Experten des McKinsey Global Institute (MGI) die Misere auf den Punkt: „Nach der Finanzkrise von 2008 sowie der längsten und tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg war erwartet worden, dass die Volkswirtschaften der Welt ihre Schulden abbauen würden. Es ist nicht passiert.“ Egal wie man es betrachtet: selbst Märchen haben einen wahren Kern …

© Thomas Dietsch

Vorzugsweise benutzt die männliche Hure heute das Netz um Sexkontakte zu knüpfen. Das macht es einfach und unkompliziert, da kann „Mann“ schon mal vorfühlen, wie die Dame beschaffen ist – gerne auch schon vor dem Treffen mit eindeutigen Selfies und Nahaufnahme der Geschlechtsteile. Er onaniert dann unbekümmert bei der Ansicht der heißen Fotos und nimmt Anlauf. Direkt auf die Lady, die er dieses Mal auserkoren hat. Skrupel hat der Mann keineswegs, denn er ist gewohnt, mit dem unverblümten (verbalen) Angriff nahezu Jede um den Finger zu wickeln. Spätestens nach zwei Wochen hat er sein Date mit Ihnen und Sie glauben an einen Sechser im Lotto. Auffällig bei dieser Spezies der männlichen Huren ist, dass sie niemals öffentlich etwas über ihren Beziehungsstand verraten und jede Menge hübsche Frauen auf ihren Profilen sammeln. Zu sagen haben sie nicht viel, dafür dürfen die Damen aber beim Antlitz seines Konterfeis und seiner angeblichen „Kenntnisse“ hecheln und sich wünschen, in seinen Armen zu liegen. Und mehr. Der Typ kommt mit Sicherheit unverzüglich auf Sie zu und erzählt Ihnen, dass er ihr Mann sei. Er spricht auffällig schnell von Liebe, die er allerdings nicht empfinden kann. Sie haben es in der Regel mit einem gefühlstoten Mann zu tun, der höchstwahrscheinlich schlechte Erfahrungen in der Kindheit gemacht und den man in jungen Jahren sehr verletzt hat. Psychologisch hat das immer einen Grund und der ist oft in einer gestörten Familie (Vater/Mutter) zu finden. Die männlichen Huren besitzen ein hohes Maß an Egozentrik, sind sehr egoistisch, nahezu kalt. Sie sprechen von Dingen, die sie nicht fühlen und ziehen Sie mit in den Abgrund, in dem Sie nur immer wieder Eines tun: rudern wie der Teufel und verzeihen, um IHM zu gefallen. Der lacht sich derweil ins Fäustchen und ist genau entweder dann nicht erreichbar, wenn SIE ihn brauchen oder wenn er einfach keinen Bock hat und sich vielleicht gerade woanders seinen Fick-Kick holt. Die Wahrheit wird er ihnen jedenfalls mit Sicherheit nicht sagen und fragen Sie ihn auch besser nicht – die Antwort ist immer gelogen.
Männliche Huren zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie – im Gegensatz zu den weiblichen Huren – mehr nehmen, statt zu geben und sich mehr verwöhnen lassen als andersrum. Eine Frau zu verwöhnen und zurück zu stecken, haben diese Typen nicht gelernt und wollen es auch nicht. Es geht ihnen nicht um die Damen oder Sie, es geht ihnen alleine um sich selbst und die eigene Lustbefriedigung. Denn nur in diesem Moment fühlen sie sich ein kleines bisschen. Der Rest ihres Lebens ist gezeichnet von Drogenkonsum oder Alkoholmissbrauch, von Lethargie oder wenig Reden und Sagen. Sie sind still und tun oft so als ob sie sensibel seien. Sind sie aber nicht, sie sind höchst gefährlich für jede Frau, die darauf reinfällt. Kommt nun erschwerend hinzu, dass die männliche Hure gut aussieht, ist es umso schwieriger zu wiederstehen und nicht zu glauben, dass es sich um eine Hure handelt. Die Zahl der Damen, die ER gevögelt hat, dürfte den Rahmen sprengen und ich bin sicher, er weiß es selbst nicht mehr, wie viele es tatsächlich waren. Es spielt für ihn auch keine Rolle, denn sie sind nur Mittel zum Zweck und beliebig austauschbar, wenngleich er anderes behaupten wird. Warten Sie ab, die männliche Hure kann sich nicht lange verbergen und sein Spiel heimlich treiben – es fliegt auf eines Tages. Was ihn nicht daran hindern wird, mit neuen Puppen woanders genauso mies weiterzuspielen.
Interessant ist, dass die männliche Hure im Leben keine Hilfe ist: Er lässt sich sogar von Ihnen zum Essen einladen, sich Geschenke machen, erzählt Ihnen, wie schlecht es ihm ginge und dass Sie sein einziger Halt wären. Die Hure sagt Ihnen, dass er es ernst meine, so ernst, dass er das alles so noch nie zu einer Frau gesagt hätte. Seien Sie auf der Hut, wenn der Typ ihnen nicht im Haushalt unter die Arme greift, nicht mal den Tisch abräumt, wenn sie gefrühstückt haben, ihnen nur oberflächlich zuhört, ständig sein Handy vor ihrer Nase hat (aber nicht erreichbar ist, wenn SIE ihn brauchen) oder manchmal nahezu abweisend und kalt ist. Die psychopathischen Züge sind unverkennbar und die Grenze zwischen Hure und Psychopath können fließend sein. Das Internet trägt dazu bei, dass massenhaft Menschen an das große Glück glauben und auf Liebe hoffen. In dem Fall der männlichen Hure gibt es Eins, was Sie wirklich sehen sollten: ER präsentiert sich gerne selbst im besten Licht und sonnt sich in der Bewunderung, die er bekommt. Wichtig ist für ihn, dass er gesehen wird und die Damen und Herren ihm Aufmerksamkeit schenken, die er braucht wie die Luft zum Atmen. Er braucht sie dringend, denn er ist eine emotional arme Sau. Achten sie darauf, was die männliche Hure tut und wie schnell er zur Sache kommt und Sie können sicher sein, Sie sind nicht die Queen seines Herzens. Die männliche Hure kostet Geld und Zeit und unter dem Strich haben Sie damit nur Sorgen (er selbst hat davon jede Menge) und vielleicht sogar am Ende ein gebrochenes Herz. Und ganz ehrlich: ist es das Wert, nur weil die männliche Hure nett aussieht? Und mit der Liebeslust ist es meist auch nicht besonders befriedigend, wenn Sie ehrlich sind, denn diese Art der männlichen Hure versteht das Handwerk nicht.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de