Ministerialstuben in Bundesländern, noble Lounges in Brüssel und klimatisierte Büros des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin. Von dort erging jüngst, adressiert an die Forscher der Republik, ein „Strategie“ genanntes Open-Access-Reglement. Das Papier war flankiert von den üblichen Taktiken bestellter Gutachten und konsensfähig gemacht von den durchweg parteiisch besetzten Podien auf den üblichen Urheberrechtskonferenzen und Open-Access-T-Shirt-Wochen – finanziert, natürlich, von niemandem.

Niemand hat die Absicht, Forscher grundgesetzwidrig zu einer Open-Access-Publikation zu zwingen. … ?

Die „Strategie“, wenn man sie einmal so nennen will, ist sehr einfach. Statt die Vielzahl von Publikationsformen und die in Urheberrecht und Grundgesetz Artikel 5 Absatz 3 verankerten Rechte von Lehrern und Forschern zu pflegen, mindestens aber zu achten, prätendiert das Ministerium, die Weisheit über die Zukunft des Publikationswesens mit Löffeln gegessen zu haben. Es schreibt für Publikationen, die aus BMBF-geförderten Forschungen hervorgehen, eine zwangsweise Open-Access-Veröffentlichung vor. So und nicht anders!

Die barock-absolutistische Mischung von Arroganz und Besserwisserei, mit der das Papier verfasst ist, hat Züge des Despotischen. Behauptet wird zunächst, das Ministerium folge dem einhelligen Wunsch „der Wissenschaft“, ohne dass dafür irgendwelche „belastbaren“ Daten vorlägen. Die abgehobene Führungsetage des BMBF versteht sich schon lange als Repräsentant der zugleich von ihm finanziell abhängigen und undurchdringlich mit ihm verwobenen großen Wissenschaftsorganisiationen. Wäre in unserem demokratischen Staatswesen alles in Ordnung, müssten Ministerien die Steuerungsbedürfnisse und Spezialinteressen großer Institutionen eher eingrenzen, als sich als deren Agenten am Kabinettstisch zu gerieren. Das Gegenteil ist der Fall!

Kühn behauptet man, dass sich das Reglement des BMBF keineswegs über geltendes Recht und Grundgesetz hinwegsetze. Schließlich stehe jedem frei, auf die Mittel des BMBF zu verzichten. Statuiert wird, mit einem beträchtlichen Maß an Heuchelei, es handle sich bei den BMBF-Förderangeboten um fair auszuhandelnde Verträge unter gleichberechtigten Partnern. Angesichts der nahezu vollständigen Drittmittelabhängigkeit der Forscher an Universitäten und der nivellierten Open-Access-„Strategien“ der großen Wissenschaftsförderinstitutionen ist das ein schlechter Witz. In Wahrheit tritt ein vor Struktur- und Finanzmacht strotzendes Fördermonopol einem durch und durch abhängig gemachten Wissenschaftler gegenüber und greift rücksichtslos in dessen verbürgte Grundrechte ein. Die Souveränität eines wissenschaftlichen Autors, über den Ort seiner Publikation autonom zu entscheiden, ist aber keine Marginalie. Sie folgt als Kernrecht aus der Freiheit von Forschung und Lehre und darf niemals von wissenschaftsexternen Interessen abhängig gemacht werden.

Nähme der deutsche Gesetzgeber seine Rolle im Staat wahr, dann dächten demokratische Abgeordnete nicht über Einschränkungen des Urheberrechts nach, sondern darüber, wie zu verhindern ist, dass Wissenschaftler auf eine derart anmaßende Weise von Institutionen gegängelt werden, die einmal zur Förderung individueller Forschung eingerichtet wurden, mittlerweile aber immer mehr zu Anstalten von Forschungssteuerung heruntergekommen sind.

Man meint das Zentralkomitee der SED zu hören, wenn die kühne These in den Raum gestellt wird, durch Open Access vermögen „die Wissenschaften“ „rasanter voranschreiten als je zuvor“. Und dann kommt, natürlich, auch die Einschärfung des Zwangs Open-Access-Politik: „Was allerdings gar nicht geht, ist eine Verweigerungshaltung gegenüber präsenten Entwicklungen.“

Wenn man das alles so liest, wünscht man sich doch kenntnisreiche Berater für die Ministerin ins BMBF. Jemanden, der ihr den einfachen Unterschied zwischen Patent- und Urheberrecht erläutert; der ihr geduldig darlegt, worin die vom Grundgesetz geschützte Differenz zwischen freier Forschung und Auftragsarbeiten liegt. Und, vor allem, was ein staatlich verbrämter Übergriff in verbürgte Grundrechte ist: nämlich ein Fall für den Verfassungsschutz.

Warum will im BMBF eigentlich niemand mehr zuhören? Der ohne Not veranstaltete Open-Access-Zirkus arbeitet nur den großen internationalen Oligopolverlagen zu.

Jutta Ditfurth sagte einmal, aus den deutschen Parlamenten sei noch nie etwas Gutes für die Bevölkerung gekommen. Ich kann dem nicht widersprechen. Bei den deutschen Ministerien ist es leider genauso.

Viele Anhänger von Putin und Trump – nach deren eigenen Bekundungen in den sozialen Netzwerken zu urteilen – hegen Misstrauen gegenüber Vertretern anderer Kulturen und Rassen, verachten sexuelle Minderheiten, sind sexistisch gegenüber Frauen und überzeugt von der eigenen rassischen, nationalen und konfessionellen Überlegenheit.

Putin und Trump machen sich gegenseitig Komplimente. Sie sind sich in vielem ähnlich. Zum Beispiel der zur Schau gestellte Hurrapatriotismus oder die Neigung zu einfachen Machtentscheidungen. Eine der wichtigen Losungen von Trump lautet: „Amerika an erster Stelle!“ Auch Putin bemüht sich, den Patriotismus zur neuen nationalen Idee Russlands zu machen, und spricht es direkt aus. Wobei sich in Russland die Fremdenfeindlichkeit durch alle Schichten der Gesellschaft zieht, einschließlich vieler gut gebildeter Menschen. Die Mehrheit der Russen unterstützt die These „Russland den Russen“, nur ein Viertel der Befragten meint, es solle keine Einschränkungen geben für den Aufenthalt von Menschen anderer Nationalität. Deshalb ist es auch nicht erstaunlich, dass laut aktuellen Umfrageergebnissen eine Mehrheit in Russland als einzigem der Länder der G 20 bei einer Stichwahl Trump/Clinton für Trump stimmen würde und ihn sehr positiv bewertet.

Obgleich weder Putin noch Trump Antisemiten sind, so befinden sich unter ihren Anhängern dennoch nicht wenige, die Juden hassen. Bei Trump wurde es deutlich, als er gegen die Journalistin Julia Ioffe, die es gewagt hatte, mit mangelnder Pietät über seine Frau zu berichten, eine von Judenhass vergiftete Kampagne lostrat. Dass auch Putins typische Anhänger Antisemiten sind, weiß man nicht nur vom Hörensagen. Die Mehrheit der Schmähkommentare auf Putin-kritische Artikel von Journalisten jüdischer Herkunft im russischsprachigen Internet bezieht sich nicht auf die Sache, sondern gerade auf deren Herkunft.

Die „Dunkelmänner“ aus dem berühmten deutschen humanistischen Pamphlet des 16. Jahrhunderts, die anfällig sind für jegliche klerikalen und nationalistischen Vorurteile, existieren bis heute. Genau auf sie stützen sich Putin, Trump, auch die AfD und andere rechte Populisten. Die Politik der russischen Machthaber unterstützt auf verschiedenste Weise die Zunahme der Popularität solcher Kräfte in der gesamten Welt.

Die offene und ungestraft gebliebene Verletzung internationaler juristischer Normen durch Russland im Konflikt um die Krim und den Donbass demonstriert dem westlichen Wähler, dass, wie seit Hunderten von Jahren, auch heute der Stärkere immer Recht behält. Also sollte man auch für seine „starken Leute“ stimmen, die vor der Bedrohung von Seiten des „Fremden“ beschützen können. Der Kreml ist das verführerische Beispiel für die Rückkehr zum Nationalismus, zum „Führertum“, zum Kult der Gewalt in der Politik. In einer Welt, in der Putin Präsident ist, hat Trump mit seiner Kandidatur – vorbehaltlich seiner Aussetzer bei einigen Wahlveranstaltungen und den Ergebnissen des jüngsten TV-Duells – große Chancen auf einen Sieg.

Die russischen Machthaber versuchen, aktiv die rechtspopulistische Welle zu nutzen, um die Welt dem eigenen Land „ähnlich“ zu machen. Dazu korrumpieren sie die westlichen Polit- und Wirtschaftseliten, kaufen Medien, „Intellektuelle“ und Werbefachleute, wie z. B. Trumps neuen Kampagnenchef Paul Manafort, der unter anderem den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch beraten hat. Im Kreml träumt man anscheinend von einer Welt, in der sich Präsident Putin, Trump, Marine Le Pen und Frauke Petry mit den Führern Chinas über die Einteilung des Planeten in Einflusssphären verständigen. Ein furchtbarer Gedanke …

Viele russische Intellektuelle haben die Gefährlichkeit von Putin nicht sofort erkannt. Die brutalen Drohungen gegen die „Feinde Russlands“ schienen nur die übliche politische Demagogie zu sein. Geschockt war man, als es nach politisch unkorrekten Sprüchen zu massenweiser Verletzung von Menschenrechten und zu Krieg kam. Doch es war schon zu spät, um die Situation zu ändern. Bleibt zu hoffen, dass zukünftig Intellektuelle energischer kämpfen und auf humanitäre Werte in ihren Ländern pochen werden.

Hurrapatriotismus und einfache Machtentscheidungen – Wladimir Putin und Donald Trump ähneln sich nicht nur zufällig.

Seien wir gewarnt! Auch wenn das aktuelle TV-Duell zu Hillary Clintons Gunsten ausging.

Erst am 8. November stimmen US-Bürger darüber ab, ob Hillary Clinton oder Donald Trump den Posten von Barack Obama übernehmen werden.

 

Überflussgesellschaft pisst die Gesellschaft an. Selbst geschaffen, bis an der Rande der Dekadenz gedrückt. Ja, das waren wir! Vom Jäger zum fetten Sammler, dessen Jagd sich nur noch auf das Geld beschränkt. Mittellos stehen viele da, früher war das anders.

Ausbeutung des Meeresgrundes. Der Millionen von Jahren unberührt war. Zerfurcht innerhalb weniger Minuten, irreparabel. Wen stört´ s, wenn wir was zu fressen haben? Das Spiegelbild, abends in dummen Dokus serviert, schaltest du einfach weg. Lieber eine American Soap, das erheitert das Gemüt. Schreckensmeldungen haben wir schon genug.

Kauen bis zum Erbrechen, um im Fitnessstudio in Form zu kommen, ist dies Fortschritt? Ist das moderne Zeit, die alles nieder gewirtschaftet hat, was einst Herausforderungen und Präsentation von Lorbeeren war? Ach was, Schwarzseher… was redest du?

Beeren naschen, tote Vögel essen, Braten von Schwein und von der Wildsau. Dazu ein Tröpfen edle Reben, „gehefte“ Hopfen und Malz… da schreit schon mal der Darm. Kennen wir nicht, der ist tief da drinnen, der blubbert nur. Pilze inklusive, vor lauter Zucker.

Puderzucker in den Arsch gepustet, Tätowierungen ein Zeichen zurück zum Busch? Naturvölker sind ja angesagt, Modepuppen ebenfalls. Die Vielfalt der Geschmäcker kennt keine Gnade. Sogar die kleine 7jährige wird begrabscht. Na und? Waren die früher nicht auch so jung? Fette Eier, fette Säcke, wollen wir mal sehen, wer hier der Herrscher ist. Wenn man sonst schon keine Errungenschaften zu erringen hat.

Wen stört´ s denn eigentlich, dass die Küsten kippen? Der Sand kommt aus der Wüste, da gibt´s genug davon. Oder vom Meeresboden. Da nehmen es schließlich auch die Araber her für ihre Luxusinseln. Ist vollkommen egal, wie wir uns selbst ausbeuten in dem Spiel des Untergangs.  Hauptsache die Kasse stimmt, der Schein der Perfektion. Nahe am ökologischen Grab, an dem wir singend Halleluja trällern und ganz sicher sind, uns kann nichts passieren. Amen.

 

© Petra M. Jansen

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Was nur Wenige wissen: Im Sommer 1950 zogen über 5.000 türkische Soldaten in den Koreakrieg. Nach den Vereinigten Staaten war die Türkei das zweite Land, das dem Ruf des UN-Sicherheitsrates folgte. Über die besondere Tapferkeit der türkischen Brigade, die, unzulänglich ausgerüstet, hohe Verluste erlitt, berichtete die Presse des Westens. Kaum zur Kenntnis gekommen wurde hierzulande, wie stark der Kampfeswille der Türken, die aus Mangel an Munition chinesische Truppen mit aufgepflanztem Bajonett angriffen, von religiösen Motiven befeuert wurde.

Welche zentrale Rolle spielte der Islam für das Militär – die Säule des Laizismus des Atatürk – damals? In der Türkei selbst wurde das Engagement im Koreakrieg in Zeremonien, Ansprachen, Artikeln und Flugschriften als „Dschihad“ gepriesen, der sich gegen die Kommunisten als Gottesleugner, Unterdrücker der Freiheit und Feinde der Wahrheit richtete. Wer in diesem Krieg fiel, galt als Märtyrer. Diese religiöse Aufladung fand keineswegs im Verborgenen statt. Bilder aus Korea, auf denen Brigadegeneral Yazici den Koran küsst oder ein provisorisches Minarett in den Himmel über dem Feldlager ragt, fanden in der türkischen Presse weite Verbreitung und bekamen ikonischen Rang.

Die fünfziger Jahre, als die Türkei sich gerade von einem Einparteiensystem in eine parlamentarische Demokratie wandelte, entpuppen sich im Rückblick als eine Epoche, in der bereits viele Weichen hin zu einer Re-Islamisierung von Öffentlichkeit und Politik gestellt wurden. Die Regierung von Präsident Erdogan bringt diese Entwicklung nun zu ihrer vollen Entfaltung. Für die Mitte-Rechts-Parteien war die Pflege islamischer Symbole von Anfang an zentraler Bestandteil ihrer Politik. Sie orientierten sich damit an den Bedürfnissen der konservativen ländlichen Bevölkerung, denen die republikanische Partei zu elitär war.

Ministerpräsident Menderes, die bestimmende Gestalt in der türkischen Politik der fünfziger Jahre, vermied zwar in der Öffentlichkeit religiöses Vokabular und ließ sogar einzelne Islamisten verfolgen. Zugleich billigte er aber, dass auch seine Demokratische Partei an islamisch grundierte Emotionen appellierte. Außenpolitisch ließ sich die religiöse gut mit der antikommunistischen Orientierung der Nato-Verbündeten verknüpfen. Die Pogrome, die 1955 in Istanbul und anderen Städten gegen Griechen, Armenier und Juden wüteten zeigen, welches Aggressionspotential die Verschmelzung islamistischer mit nationalistischen Ressentiments hervorbringen kann.

Erdogans AKP unterscheidet sich von ihren Vorläufern durch die Konsequenz, mit der sie nationale Identität und Patriotismus vom kemalistischen Republikanismus löst und mit den Symbolen und Riten islamischer Frömmigkeit verknüpft.

Bevor die AKP Regierungsverantwortung übernahm, übten viele islamistische Intellektuelle Fundamentalkritik am Staat und seinen Institutionen. Wirklich demokratisch war in ihren Augen nur eine Gesellschaft, in der die türkischen Bürger ihrer Identität gemäß in einer islamisch definierten Gemeinschaft leben konnten.

Der Staat in der Tradition Atatürks kam eine quasi-sakrale Rolle zu. Er hatte in den Augen seiner islamistischen Kritiker nur als notwendiges Übel im Dienst des Gemeinwohls eine Existenzberechtigung. Auch das Rechtssystem sollte „demokratisiert“ werden und jeder Einzelne entscheiden können, ob er sich der Scharia oder der weltlichen Rechtsprechung unterwerfen wollte. Selbst der EG, später EU, wurde eine Rolle im innenpolitischen Diskurs zugewiesen: Sie diente der AKP als Argumentationshilfe für die Durchsetzung der Wirtschaftsliberalisierung.

Ein Faktor, der unabhängig von der parteipolitischen oder religiösen Ausrichtung die politische Entwicklung bis heute bestimmt, ist ein tief verankerter Autoritarismus. Mögliche Nachfolger gar nicht erst hochkommen zu lassen, gilt als politische Tugend. Dem Mangel an innerparteilicher Demokratie entspricht ein auf Konfrontation ausgerichtetes Politikverständnis, das sich nicht nur auf die Parteipolitik, sondern auch auf den Staat erstreckt: Intoleranz gegenüber der Opposition, Ummünzung politischer Gegensätze in persönliche Fehden und einen Hang zur Alleinherrschaft, gepaart mit dem Versuch, Verwaltung und Rechtsprechung zu kontrollieren, sind der rote Faden, der die türkische Politikgeschichte prägt.

Wer sich als Kandidat aufstellen lassen will, braucht die Unterstützung lokaler Eliten und die Zugehörigkeit zu religiösen Bruderschaften als Sprungbrett. Nicht zuletzt braucht ein Kandidat auch die Zustimmung des Parteichefs auf nationaler Ebene, um realistische Chancen zu haben.

Ein Mixtum compositum von Politik und Religion ist insofern für demokratische Zwecke nicht unbedingt förderlich.

So viel Verwirrung am Markt gab es die letzten dreißig Jahre nicht. Die Marktteilnehmer wollen nicht noch mehr „vom Gleichen“ – das spürt auch die Federal Reserve. Die globalen Märkte weisen seit längerem eine ungesunde Konstellation auf: Die Verschuldung, die Arbeitslosigkeit und die Aktienmärkte steigen, während die Produktivität sinkt. Das ist in der Finanzbranche nicht neu.

Der Fed geht es momentan darum, die Glaubwürdigkeit und die Handlungsfähigkeit zurückzuerhalten. Im letzten Sitzungsprotokoll war gar zu lesen, dass in der Fed Befürchtungen wegen einer Bewertungs-Blase aufgekommen sind. Die schärfste Waffe, die eine Notenbank hat, ist die Überraschung. Die Federal Reserve will und soll stets vermeiden, politischen Einfluss zu nehmen.

Doch die Zinsen vor den Präsidentschaftswahlen nicht zu erhöhen, wäre diesmal ein deutliches Signal dafür, dass die Politik es nicht geschafft hat, die Wirtschaft anzukurbeln.

Zudem wäre eine Erhöhung ein Paradigmenwechsel. Seit der Ära Greenspan hatte die Fed bei Entscheidungen immer auch den Aktienmarkt im Blick. Die Präsidentin des Federal Reserve Board, Janet Yellen, hat noch einen externen Fokus eingebaut und berücksichtigt zudem globale Umstände, wie unter anderem den Brexit bzw. das Wachstum in China. Solcher Rücksichtnahme würde mit einem heutigen Drehen an der Zinsschraube eine Absage erteilt.

Janet Yellen kämpft um ihre Zukunft. Im Jahr 2018 muss sie sich der Wiederwahl stellen. Unter einem Präsident Trump hätte sie keine Chance. Nicht wenige Ökonomen rechnen damit, dass Trump die Wahlen gewinnen wird, Die Amerikaner wollen Veränderung und Clinton sei hier „more of the same“. Auch wenn die Börse steigt und die Teuerung angeblich tief ist, sieht der US-Durchschnittsbürger vor allem, dass beispielsweise Gesundheitswesen und Schulen massiv teurer werden, das verfügbare Einkommen aber seit Jahren schrumpft.

Doch je näher die Zinssitzungen an die Präsidentschaftswahl heranrücken, desto schwieriger wird der Plan der Fed, die Zinsen zu erhöhen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Federal Reserve vergangene Woche lautstark beschuldigt, in die Politik einzugreifen, indem die Zinssätze niedrig blieben. Sie sollten die Wirtschaft ankurbeln und die Chancen für die Demokratin Hillary Clinton verbessern, die starke Verbindungen zur Regierung von Barack Obama hat. Die Fed sei „sehr politisch“.

Trump attackierte auch die Fed-Chefin persönlich. Janet Yellen solle sich für das schämen, was sie dem Land angetan habe. Schon vor Monaten hatte er angekündigt, Yellen abzulösen, sobald er Präsident sei. Er will einen Schuldenschnitt für die USA, Ausgaben erhöhen und Steuern senken. Für eine widerborstige unabhängige Notenbank ist da kein Platz.

„Die Fed hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren in eine schwierige Lage gebracht. Sie hat immer wieder angekündigt, in Kürze die Zinsen erhöhen zu wollen, um dann im letzten Moment doch davor zurückzuschrecken. Das macht sie angreifbar, auch für Tiraden eines Donald Trump“, sagt Holger Schmiedring, Chefvolkswirt der Berenberg Bank gegenüber einem Nachrichtensender.

Die US-Notenbank ist sozusagen in den Wahlkampf geraten. Was immer sie nun tut, wird kritisiert werden. Die nächsten Termine für eine mögliche Zinserhöhung werden nicht weniger heikel sein, als in dieser Woche. Im Gegenteil: Die nächste Gelegenheit hätte die Fed am 2. November. Nur knapp eine Woche später ist Präsidentschaftswahl. Das letzte Mal in diesem Jahr werden die Geldpolitiker Mitte Dezember tagen. Dann sollte das Wahlergebnis feststehen.

Es wird also nicht leichter!

Zwei Szenarien zeigen die Zwickmühle, in der sich die Fed befindet: Wird Trump zum nächsten US-Präsidenten gewählt und Yellen hebt die Zinsen an, wird es heißen, sie wolle ihm schaden. Heißt die nächste Präsidentin Hillary Clinton und die Fed tut nichts, wird es heißen: typisch, es sei ja auch nicht anders zu erwarten gewesen.

Die Fed muss jetzt ihre Unabhängigkeit beweisen. Sie darf sich nicht in die politische Ecke drängen und lähmen lassen.

Niedrige Zinssätze sind zwar schön zu haben, aber irgendwann nehmen die Finanzmarkteilnehmer der Fed einfach nicht mehr ab, dass es mit Amerika vorangeht.

Die US-Notenbank muss jetzt entscheiden!

Im globalen Kampf gegen die tödlichen Krankheiten Malaria, Tuberkulose und Aids stehen für die kommenden drei Jahre 12,9 Milliarden Dollar zur Verfügung, umgerechnet etwa 11,6 Milliarden Euro. Diese Summe versprachen die Geberländer des Globalen Fonds letzten Samstag im kanadischen Montreal. Bis 2019 sollen mit dem Geld acht Millionen Menschenleben gerettet und 300 Millionen Neuinfektionen verhindert werden.

Deutschland sagte 800 Millionen Euro zu. Die USA kündigten an, die Spenden anderer bis zu einer Summe von umgerechnet 3,6 Milliarden Euro zu verdoppeln.

Kein Geringerer als Microsoft-Mitgründer Bill Gates, dessen Stiftung einen besonderen Fokus auf den Kampf gegen Malaria, HIV und Tuberkulose legt, lobte den finanziellen Beitrag Deutschlands. Er mache „die Welt ein Stück weit gesünder, gerechter und stabiler“, sagte Gates. Die „Bill and Melinda Gates Stiftung“ kündigte an, in den kommenden drei Jahren bis zu 538 Millionen Euro zu spenden. „Ich glaube, dass der Globale Fonds als eine der größten Errungenschaften der Menschheit in die Geschichte eingehen wird“, so Gates.

Neben Dutzenden Vertretern aus Afrika und Südasien nahmen auch U2-Sänger Bono und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil. Der Globale Fonds, den es seit 15 Jahren gibt, habe im Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose geholfen, rund 20 Millionen Menschenleben zu retten, bestätigte der Ende 2016 aus dem Amt scheidende Ban.

Der Sprecher des Globalen Fonds, Seth Faison, drängte die Länder dazu, den Fokus trotz anderer Infektionskrankheiten wie Zika und Ebola weiter auch auf die in Montreal thematisierten Leiden zu richten. „Aids, Tuberkulose und Malaria sind nicht so sehr in den Nachrichten, weil sie uns schon bekannt sind“, so Faison. Sie träfen aber jedes Jahr Millionen Menschen. Zika und Ebola seien furchteinflößend, aber die Zahl derjenigen, die betroffen seien, liege noch in den Tausenden.

Gates sei zuversichtlich, dass es ein Erfolg werde. Man werde für die Jahre 2017 bis 2019 mehr Geld eintreiben als beim letzten Mal. Damals waren es 11,7 Milliarden Dollar. Nach den USA hat ein Drittel der beteiligten Länder angekündigt, seine Beiträge zu erhöhen; und das bei angespannten Haushalten. Nur wenige wollen ihr Engagement herunterfahren, die meisten wollen mindestens den Status Quo halten. Wenn man am Ende zwischen zwölf und 13 Milliarden Dollar erhalte, sei das ein schöner Fortschritt. Als größter Privatgeber werde man selbstverständlich nennenswert aufstocken. Die Summe wird die Tage in Montreal bekanntgegeben.

Was wird von Deutschland erwartet? Deutschland hat bisher 2,15 Milliarden Euro in den Fonds eingezahlt. Berlin hat neulich die Summe von 800 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die Hoffnung trägt, dass Deutschland signifikant erhöht. Zuletzt kamen für die Jahre 2014 bis 2016 rund 665 Millionen Euro aus Berlin. Bundeskanzlerin Merkel hatte 2015 schon eine sehr erfolgreiche Konferenz für den Impfstoffe-Fonds geleitet. Die Ankündigung von Entwicklungsminister Gerd Müller gestern hat das Projekt einen wichtigen Schritt vorangebracht. Es ist ein Signal, dass Deutschland einen so bedeutenden Beitrag leisten will, um den Gesundheitszustand der Menschen weltweit zu verbessern. Die Bundesrepublik gilt in dieser Hinsicht als Zugpferd.

Ausreichende Ernährung, Gesundheitsschutz, Bildung und ökonomische Entfaltungsmöglichkeiten sind am Ende entscheidend. Der „Global Fund“ ist in diesem Zusammenhang eine Erfolgsstory. Es gibt viele Helden. Länder haben klug zusammengearbeitet. Aber das Ganze bleibt eine Herausforderung. Die Aufgabe der Initiatoren ist es, das Projekt im öffentlichen Diskurs zu halten. Terroristische Aktivitäten dürfen nicht ablenken. Steuerzahler und Wähler müssen immer wieder davon erfahren, welche Fortschritte der „Global Fund“ macht.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die Großzügigkeit!

Die Lichter der Großstadt

glimmen in den Fenstern,

verlöschen.

Er schlägt den Mantelkragen hoch

und geht in die Nacht hinaus.

Für ihn ist es spät,

für viele in den Hochhäusern früh.

Zeit, sie begleitet ihn,

leistet ihm Gesellschaft.

Ein unzertrennliches Paar.

Wie oft fühlte es sich an,

als sei er ihr vor die Füße gefallen?!

Wenn er durch die morgendlichen

Straßen ging.

Heim, und doch nach Nirgendwo.

Die Gitarre über den Schultern,

der letzte Gig vorbei.

Lange haben sie geklatscht, lange,

nach dem letzten Anschlag

der Gitarrensaite.

Volle Kneipen, kleine Bühnen,

ein Leben als Tramp.

Die bunten Strahler, die Gesichter.

Seine Gitarre und er. Genau wie jetzt:

In den grauen Straßen der Stadt.

Der Wind pfeift um die Straßenecke,

er zieht seine Mundharmonika.

Hält kurz an der Straßengabelung,

nimmt dann die rechte Seite.

Der Weg nach Osten:

In den Sonnenaufgang.

Lieber Pierre,

an erster Stelle stehen heute meine guten Hoffnungen und Wünsche für deine stabile Gesundheit als Grundlage aller optimistischen oder eben auch pessimistischen Betrachtungen. Ich habe mal recherchiert, welche Auswirkungen Pessimismus generell für eine Gesellschaft hat und nach dem aktuellen Stimmungsbarometer der Bevölkerung, als auch der Wirtschaft weltweit, geschaut. Interessant dabei ist der Aspekt, dass Völker, die von vorne herein ein negativ gelagertes Stimmungsbild hatten, viele Erfindungen gar nicht ins Auge fassten, während andere – mit optimistischem Blick nach vorne – sehr produktiv waren und tatsächlich im Rückblick der Geschichte gesehen, bahnbrechende Forschungsergebnisse oder Fortschritte erzielt haben. Pessimismus als deutsche Volkskrankheit? So einfach kann man es nicht beantworten, wenn man den internationalen Vergleich hinzunimmt. Doch tatsächlich gerät eine Gesellschaft, die sicher, frei und mit einem guten sozialen Umfeld ausgestattet ist, eher in den Kreis des pessimistischen Grundgedankens als andersrum. Geht es uns tatsächlich viel zu gut?  Nun, lieber Pierre, diese Frage stellt sich wohl. Statistisch gesehen, ist jeder 4. deutsche Bürger im Zweifel und hat Angst vor der zukünftigen Entwicklung. Ich bin sicher der 3. davon, wenngleich ich nicht die Augen vor der tatsächlichen Problematik verschließe und eine schöne Wattebausch-Welt lebe. Die Probleme sind da, sie sind sichtbar und sie werden zunehmen. Es wird noch mehr Probleme geben als bisher und ich kann mir gut vorstellen, dass zu allen Problemen noch die der Kluft zwischen Arm und Reich hinzukommen wird. Beispiel: Ich fahre mit meiner alten Gurke die vorgeschriebenen 50 km/h und hinter mit protzt ein Nobelmarken-SUV und klebt mit klarer Ansage an meinen Rücklichtern. Er will mir klar machen, dass er mich gerne von der Straße schubsen würde und demonstriert seine Machtposition. Genau das ist unser Problem, Pierre – Macht! Es geht bei allem um Stärke, Macht und natürlich das Geld. Wir sehen in Deutschland eine zunehmend auseinandergehende Gruppe von sehr reichen und eher „armen“, nicht so finanzstarken Menschen, die artig ihre Arbeit tun und sich trotzdem nicht viel leisten können.

Geht es einer Gesellschaft gut, gibt es keinen Grund für Pessimismus. Zeigen sich in der Gesellschaft starke Differenzen in Einkommen, Bildung und Möglichkeiten, sich Dinge leisten zu können und eine vernünftige Lebensgrundlage zu haben, ist alles in Ordnung. Nun komme ich zu deinem Punkt des Marketing, den ich besser als Konsumwelt und Werbung bezeichnen möchte. Der Marketing-Manager ist nicht schuldig, er übt nur die angelernte Tätigkeit aus, die ihm während des Studiums beigebracht wurde. Ursache ist die Industrie und die Wirtschaft, die weltweit auf stetiges Wachstum und schwarze Zahlen programmiert ist und wenn es mal stagniert, schreien alle um Hilfe und die Medien sprechen umgehend von Pessimismus, kaputten Märkten und einer Negativstimmung der Wirtschaft. Ja, geht´s noch? Wie kann immer nur alles nur wachsen und größer werden? Irgendwo muss ein Ende sein und irgendwann ist alles erschöpft – eine völlig normale Sache.

Wir sollten lernen, mit weniger Dingen auszukommen und ein Satz in einem meiner Bücher ist: „Lerne Demut, sie ist dein Wegbereiter.“  Solange Gier, Konsum, Luxusdenken, Macht uns lenken, werden uns die Folgeprobleme deutlich in die Fresse gedrückt. Eine logische Konsequenz eines aufgebauschten Daseins der Menschen, die teilweise überdrüssig sind, mehr und mehr psychische Symptome haben, in Aggression verfallen oder eben in Pessimismus. Es ist eine Reaktion auf das, was an der Basis nicht stimmt und der einzige Weg aus dem Dilemma wäre die Rückbesinnung, die Demut und der bewusste Verzicht auf konsumorientierte Werte. Einfach Mensch sein…  aber bescheiden und mit dem klugen Blick auf eine gemeinsame Welt, in der wir nicht flüchten können. Nicht wirklich – höchstens von Kontinent zu Kontinent, von Land zu Land (wo uns wieder der Hass begegnet), von Stadt zu Stadt. Aber wirklich flüchten vor dem, was wir selbst anrichten, kann niemand. Das wäre vielleicht tatsächlich der Tod ganz am Ende des Lebens und da würden wir feststellen, wie nichtig und unwichtig wir eigentlich in der Evolution sind. Ein kleiner Baustein, der alles ausbeutet, ruiniert und sich vermehrt wie die Mäuse.

Heute einen positiven Gruß, denn das bin ich – absolut positiv und dennoch klar bei Sinnen. Positiv, weil ich etwas bewegen kann und will und werde und niemals vor meinem eigenen Charakter flüchten kann. Dafür liebe ich ihn. Und Gott sei Dank, sind wir Menschen mit Schwächen, Fehlern, Krankheiten. Stell dir vor, diese Explosion und Überbevölkerung würde weiter expandieren?

 

Auf eine gute Zeit, die stets in dir ist

Petra

 

© Petra M. Jansen

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