Liebe Knastbrüder,

ihr seid schon erstaunt, dass ich mich an euch direkt wende. Der Anlass ist, wie ihr denken könnt, diePierre Mathias Verurteilung von Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Knast. Der Gerechtigkeitssinn des Volkes ist somit befriedigt, aber die Frage bleibt offen, ob das nützlich ist oder nicht. Wäre es nicht viel effektiver, wenn ein Manager wie er, etwas Brauchbares für das Gemeinwohl tun könnte? Wer mit so vielen Millionen wie er zockt, wäre sicherlich in der Lage, sich sozial zu engagieren. Das wäre effektiver als sich in der Nase zu bohren oder wie ein Tiger in einem Käfig, herum zu geistern. Wenn so gehandelt würde, müsste man das Gesetz ändern. Richtig, es gibt schon den Freigang, der ihm ermöglichen würde, für den FC Bayern aktiv zu sein, aber der Klub ist nicht unbedingt auf seine Hilfe angewiesen, anders die Penner, deren Zahl immer größer wird. Liebe Knastbrüder, ich wende mich an euch in der Hoffnung, dass ihr Druck ausüben werdet, um etwas in diesem Sinne zu verändern. Weiterlesen

Blick zum Himmel in der Nacht

birgt das Licht nicht die Tiefe,

unverdeckt durch die

Wolken der Dunkelheit?

Leichtigkeit während der Reise

durch die Universen,

rosa Wolke, Federbett der Wünsche.

Orchester der Cherubim,

notenreiche Reisebegleitung,

schmeichelt dem Ohr.

Schwebend durch

die Ewigkeit der Welten,

in der Leere die Erkenntnis.

Angekommen an der Treppe

zu dem einen Stern.

Aufstieg,

silbern tropft das Licht.

Allein,

fern der Einsamkeit.

© Thomas Dietsch

 

 

Liebe Kranke,

was ihr für das Krankenhaus leistet, ist ganz einfach grandios. Ohne eueren Beitrag würden viele Ärzte, viele Schwestern und viele Putzfrauen ohnePierre Mathias Job sein. Als Belohnung wird euch eine Menge von Keimen frei Haus geliefert, die euren Aufenthalt verlängern können. Damit ist für eine Bettauslastung gesorgt und dass einige Patienten dabei hops gehen, ist ein normales Risiko. Das klingt ziemlich zynisch, solange nicht eine nahestehende Person an den Folgen einer Infektion stirbt. Was statistisch als eine relativ niedrige Zahl eingestuft wird, bedeutet dennoch, dass ein paar Tausende das Nachsehen haben. Das ist sehr schmerzhaft, wenn es die Familie oder Freunde betrifft und hier kann man nur mit dem Kopf schütteln, dass so fahrlässig gehandelt wird. Die Patin meiner Tochter hat uns in solche Konditionen verlassen, seitdem kann ich nur fluchen, aber niemand hört mir zu! Weiterlesen

Liebe Karriereanwärter,

wer heute nicht funktioniert, wir zum Müll geworfen und das Tragische dabei ist, dass die meisten, die das erleben, das für richtig halten. Sie glauben, Pierre Mathiasdass sie versagt und es verdient haben, in der Gosse zu landen. Die meisten von euch haben ihr Gehirn ausgeschaltet und dienen ohne Ja und Aber der Obrigkeit. Sie lassen sich unterdrücken und finden es richtig, dass sie unbezahlte Überstunden leisten müssen. Mehr noch: sie sagen Dankeschön auch wenn man ihnen ständig in den Arsch tritt. Da sei es vergeben den Esel zu kritisieren, der eine unerreichbare Möhre fangen will. Das Resultat: er schreitet vorwärts wie ein Depp und wird somit manipuliert. Bei den Menschen verläuft es nicht anders, aber sie wollen es nicht merken, weil es ganz natürlich ist, ausgenutzt zu werden und das mit dem Glauben, dass sie eines Tages zu den Unterdrückern stoßen werden. Eine Wonne für die Sadisten! So haben die KZ funktioniert, der kleine Mann wurde zum Henker. Das System: jeder muss einen Kapo hinter sich spüren und wenn er pariert, wird er selbst zum Wachmann als Belohnung. Toll! Da nützt die Aufregung nichts, wenn die ganze Zeit geschnüffelt wird. Ohne dies läuft nichts mehr! Weiterlesen

 

Liebe Geburtstagskinder,

ganz ehrlich, ich habe nie kapiert, dass man sich über einen Geburtstag freuen kann, denn das bedeutet im Klartext, dass man älter wird und dass Pierre Mathiaswieder 365 Tage in den Eimer gefallen sind. Einfach so! Wenn man dabei klüger würde, wäre es eine Genugtuung, aber nicht mal das! Viele unter uns werden störrisch und rechthaberisch. Die Darstellung von lächelnden Senioren ist ähnlich zu bewerten wie mit der von glücklichen Schweinen, die auf einer oberbayerischen Wiese frohlocken und mit Spannung auf den lieben Metzger warten. Das nennt man „schlachten light“! Mit uns ist es nicht so krass, es sei denn man lebt in Syrien oder in einer anderen fernen Idylle. Was will ich damit andeuten? Ganz einfach, dass wir jeden Tag mit dem Tod konfrontiert sind. Wenn es so ist, hätte man es sich sparen können, auf die Welt zu kommen. Leute, da gibt es wirklich nichts zu feiern! Aber wir wären keine Lebenswesen, wenn wir uns nicht etwas vormachen würden. In dem man die Kerzen ausbläst, bläst man einen Bruchteil der Existenz aus und da gibt es wahrhaftig keinen Grund die Champagner-Korken knallen lassen und eine Pappnase aufzusetzen. Weiterlesen

Liebe Kollegen,

wenn eine Nachricht auf dem Bildschirm erscheint, müsst ihr sie so schnell wie möglich ergreifen und sie kommentieren, das will das Geschäft. Der Pierre MathiasJournalismus ist, durch die neuen Medien, ein ständiges Nachrennen geworden und was vor fünf Minuten brandaktuell war, ist in einem Affentempo veraltet, nur noch gut für den Reißwolf! Kein Wunder, dass wir viel Unverdautes zu lesen, zu hören oder zu sehen bekommen. Das schadet der Qualität. Hintergrundinformationen gibt es fast nicht mehr, investigativer Journalismus ist leider zur Mangelware geworden, freie Bahn für jede Art von politischen Interpretationen. Presse-Konferenzen werden zwar gut besucht, aber oft unreflektiert beurteilt. Da ihr, liebe Kollegen, immer unter Druck steht, müsst ihr ständig etwas produzieren, sonst droht der Rausschmiss. Es wird mehr nach der Quantität als nach der Qualität beurteilt und so ist es kein Wunder, dass eine langwierige Recherche schon aus ökonomischen Gründen zum Reich der Träume gehört. Weiterlesen

Beides sind Eigenschaften, die wir Menschen lieben. Die alte Garde hatte sie gekonnt beherrscht und der leicht keck-verschämte Blick der Rostra-AusrufezeichenDame war ebenso sexy wie der dezent-zurückhaltende Herr, der den Stuhl unter den Po schob und wartete, bis sie saß. Erst dann setzte er sich und schaute sie angenehm interessiert, aber durchaus begehrlich an. Ja, so war es. Audrey Hepburn war die süße, elegante Lady, die uns den Atem raubte und sie schrie nicht dauernd „fuck“ und „leck mich“. Die Damen von heute schämen sich fast, Eleganz und Charme einer Frau zu zeigen. Sie muss nicht zu einem koketten Dummchen mutieren, aber ein wenig mehr Stil wäre nicht verkehrt. Wo der Herr heutzutage geblieben ist? Ja, wo soll er denn sein, der arme Schlunz, der gar nicht mehr weiß, was er tun sollte oder nicht tun sollte? Ritterlichkeit zahlt sich nur aus, wenn später die Lanze ausgefahren wird, um Milady aufzuspießen. Draufgängertum verschreckt die devoten Perlen. Weiterlesen

Liebe Strategen,

nein, ich brauche nicht unbedingt die Kristallkugel, um in die Zukunft zu blicken. Es gibt eine Menge Handlungen, die ich verwenden kann, um mir Pierre Mathiaseinen Weg zu bahnen. Klar, es gehört auch eine Prise Glück dazu, um das zu gestalten, was man sich erhofft und hier liegt die Krux: die meisten von uns haben Vorstellungen, die kaum zu realisieren sind. Nur eine Handvoll von Menschen schafft das Unmögliche, das sollte uns klar sein. In einen Ball zu kicken will bei weitem nicht heißen, dass man eines Tages ein Ribéry oder ein Ronaldo sein wird. Kleinere Brötchen sind angesagt, aber das bedeutet nicht, dass ich die Träume verdamme, im Gegenteil. Nur so kann der Mensch über seine Grenzen springen, aber das sollte er mit Weitsicht tun, um erniedrigende Niederlagen zu vermeiden. Die bringen nur Aggressionen und Gewalt mit sich. Die Geschichte unseres von Kriegen gebeutelten Kontinents ist der Beweis dafür. Weiterlesen