Liebe Männer,

was spricht gegen eine Männerfreundschaft? Zwei selbstbewusste Mannsbilder umarmen sich in Sankt Petersburg und schon ist eine Welle der Entrüstung in Gang gesetzt. Ein ehemaliger Kanzler hat die Sünde begangen, Herrn Putin seine Gefühle in Pierre Mathiasder Öffentlichkeit kund zu geben und wie wir wissen, sind sie von Sympathie geprägt. Sollte Gerhard Schröder auf den Boden spucken, um seinen Widerwillen zu demonstrieren? Klar, es gibt viele Gründe dem russischen Präsidenten die kalte Schulter zu zeigen, aber das würde die Causa Ukraine kein Stück weiter bringen. Wie wir tagtäglich erfahren, kann der Konflikt nur auf dem diplomatischen Weg geregelt werden und unter diesem Aspekt kann es nicht schaden, wenn ein Deutscher weiter gute Beziehungen zu Vladimir Putin pflegt. Der Ex-Kanzler hat somit die Möglichkeit, Botschaften weiter zu vermitteln, ohne die Staatsraison zu verletzen, da sie von privater Natur sind. Weiterlesen

Es galt schon immer, mit dem Fortschritt Schritt zu halten. Schließlich geht es um Fort-Schreiten, also eine Vorwärtsbewegung. Früher hatten wir uns über die Elterngeneration aufgeregt: Die Alten kannten dies und das nicht, hatten an Marktneuheiten oft null Interesse. Lange Zeit konnte ich hierfür kein Verständnis aufbringen. Jetzt, mit Mitte Vierzig, stelle ich mir die Frage, ob man dauerhaft mit dem Fortschritt Schritt halten kann. Die Evolution überholt einen, man wird buchstäblich zum Dinosaurier. Ihr glaubt das nicht?! Nun, vor etwas mehr als zwei Jahren musste ich die Hürde vom Handy zum Smartphone überwinden. Kein Problem! Dachte ich … Bei einem Einkauf in einem Discounter hielt ich mich in der Nähe der Käsetheke auf, als mich der erste Anruf auf meinem neuen Mobilphone erreichte. Freude! Allerdings nicht lange. Es kann sehr peinlich werden, wenn das Ding im Geschäft vor sich hin musiziert, sämtliche Leute auf einen aufmerksam werden und man erfolglos auf diesem Ding herumdrückt, nicht in der Lage, den Anruf entgegenzunehmen. Peinlich! Zu Hause wurde mir durch die Jugend offenbart, man drücke nicht mehr, sondern schiebe oder wische. Muss einem ja mal gesagt werden! Weiterlesen

Wir dürfen uns nicht wundern, wenn uns alles künstlich erscheint. Umgeben von Plastik – dem Müll, den wir produziert Rostra-Ausrufezeichenhaben und wiederverwerten, damit wir nicht ersticken im eigenen Dreck. Plastikwurst, Plastiknudeln, Plastikkondome, Plastikmaiskolben und plastische Stoffe in Hautcremes, Tinkturen. Eigentlich überall und dass dieses Zeug gesundheitsschädlich ist, ist uns bekannt, aber was ändert sich? Nichts! Wir machen fein weiter mit dem giftigen Plastik, der kaum verrottet. Wenigstens haben wir dann was für die Ewigkeit geschaffen, ist ja auch was. Plastik schieben sich die Damen in die Höhle, damit ihr Hirn ihnen einen Mann suggeriert. Der Diener ist aus Plastik, die Puppe für ihn ist aus Plastik. Lässt sich auch schön kneten und hält die Klappe. Was wollen wir mehr? Sorgfältig abgepackt und luftdicht verschlossen, so genießen wir unsere Nahrung und ebenso dämlich abgepackt erscheint mir der Mensch. Gott bewahre, dass ich keinen stummen Plastikdiener habe, denn ich bevorzuge den echten Mann, ohne Plastik, ohne Lack und ohne Latex. Weiterlesen

Liebe Proletarier,

Pardon, es gibt keine Proletarier mehr in der Bundesrepublik, nur artige Angestellte, die darauf achten, dass es im nächsten Urlaub beim Ballermann in Mallorca, nass zugeht. Fröhlichkeit kann nur mit Feuchtigkeit entstehen, oder? Die meisten vonPierre Mathias ihnen haben vergessen, dass ihre Vorfahren mit der Faust und mit viel Hartnäckigkeit für mehr Gerechtigkeit gekämpft haben und viele von ihnen mussten dabei ihr Leben lassen. Was uns heute als selbstverständlich erscheint, wie die Krankenversicherung oder die Altersente, war für die Herrschenden ein Unding – schufften und krepieren war angesagt. Die Schar von Unterprivilegierten hatte zu parieren, wie gefügige Sklaven und wenn sie ausgelaugt waren, sollten sie so schnell wie möglich abkratzen. Das wurde Ordnung genannt! Ich möchte euch, liebe Proletarier der Vergangenheit, somit meinen ganzen Respekt erweisen. Wer vom Lumpenproletariat spricht, spuckt auf Menschen, für die das Wort Freiheit mehr bedeutete, als sich in einer dämlichen Disco volllaufen zu lassen. Weiterlesen

Liebe Bipolar-Politiker,

wer die Stimmungsschwankungen bei der Bipolarität kennt, weiß wie gefährlich solche Symptome sind. Von einer Minute zur anderen kann sich das Positive ins Negative ändern, ohne dass es dafür Gründe gibt. Wenn kopflos Beschlüsse getroffenPierre Mathiaswerden, kann das der Beweis dafür sein, dass Stimmungen das Geschehen lenken und das führt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Es wäre vergebens zu glauben, dass Politik vom psychologischen Zustand jedes Einzelnen unabhängig ist. Leider wird sie viel zu oft davon bestimmt und nein, rationales Denken ist in den meisten Fällen nicht vorhanden. Das macht jede Einschätzung so schwierig und führt zur Ratlosigkeit. Natürlich spielt das Ego eine bedeutende Rolle. Wenn ein Staatsmann sich als starke Gestalt feiern lassen will, resultiert es oft aus einem Mangel an Selbstbewusstsein. Es mündet in eine ständige Suche nach einer Mischung aus Kraft und Überlegenheit und wenn sie entgleist, kommt es oft zum Super-Gau – aber eher aus Frust und Hilflosigkeit als aus Pragmatismus. Weiterlesen

Liebe Bistro-Gänger,

in Frankreich befürchten viele Bürger, dass die Institution „Bistro“ am Aussterben ist. Immer mehr Menschen haben sich auf das Internet fixiert und denken, dass diese moderne Kommunikationsform den direkten Kontakt ersetzen kann. Nein, Facebook wirdPierre Mathias das niemals ersetzen. In der Zeitung „Libération“ vom 19. April wird klar erklärt, welche Bedeutung die Dorf- oder Stadtteilkneipe für die Bevölkerung hat. Beim Morgenkaffee an der Bar ist es möglich, Fremde anzusprechen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass man irgend jemand damit belästigt. Eine unmittelbare Kommunikation etabliert sich, die dann leicht steuerbar ist, sie kann zu Freundschaften oder noch mehr führen und das auf eine lockeren Art. Man braucht sich dabei kein Sujet auszudenken, das Tagtägliche genügt meistens. In einer Zeit, in der man händeringend nach Nähe sucht, ist diese Institution noch immer probat, sie ist Ausdruck der Demokratie und spielt eine gewisse Rolle bei der Meinungsfindung. Auch wenn im Netz spontane Stellungsnahmen stattfinden, bleiben sie irgendwie immer anonym und das ist tödlich für das Herdentier mit dem Namen Mensch! Weiterlesen

Um Ostern herum habe ich noch keinen gesehen. Ich hoffe aber, dass sie bald kommen werden: die Schmetterlinge! Böse Zungen behaupten, dass diese possierlichen Tierchen im Rahmen des „Schmetterlingseffekts“ großes Unheil anrichten können. Ein Flügelschlag hier bei uns soll zum Beispiel in Argentinien zu einem Tornado führen. Man kann das glauben oder auch nicht. In letzter Zeit bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich wirklich ein „Nein!“ darauf antworten kann.

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