Die Türken vor Wien? Das war vom 27. September bis zum 14. Oktober 1529 und nochmals bei der zweiten Belagerung vom 14. Juli bis 12. September 1683, als die Truppen des Osmanischen Reiches ins Abendland eingedrungen waren. Bei der Schlacht am Kahlenberg zogen sich schließlich die osmanischen Armeen zurück. Der Islam hatte schon mehrfach Einzug in Europa gehalten und diverse Prägungen hinterlassen, auf welche betroffene Regionen gerne zurückgreifen und auch stolz darauf sind. Der Legende nach soll das Croissant 1683 in Wien erfunden worden sein. Croissant wie „croissant de lune“, was nichts anderes bedeutet als „zunehmende Mondsichel“. Ja, der werden Erinnerungen an den türkischen Halbmond wach. Und das ist zutreffend. Gemäß der Legende soll ein Wiener Bäcker durch jenen auf den Standarten der Feinde vor den Stadttoren zum Backen der Leckerei inspiriert worden sein, die ab da ihren eigenen Siegesfeldzug durch Europa antrat. Die Franzosen lassen grüßen … Weiterlesen

Werte Freundin,

mit tiefer Traurigkeit habe ich die Nachricht vernommen, dass Du in Deine alte Heimat zurückgekehrt bis. Es ist beschämend mitanzusehen, dass das ach so modern sich preisende Europa nicht in der Lage war, Dir eine neue Heimat zu bieten. Gut verstehen kann ich, dass die immerwährende, ja nicht enden wollende Kopftuchdiskussion Dir immer mehr zusetzte, es teilweise schon nicht mehr auszuhalten war. Wenn ich an die Generation unserer Großmütter zurückdenke, so war es zu deren Zeiten Brauch, wenn man ins Dorf ging zwecks Einkaufes bzw. zum Kaffeeklatsch, sich in der herbstlichen Frische ein Kopftuch umzubinden. Der Anblick der größtenteils reiferen Frauen, welche in der Öffentlichkeit Kopftuch trugen, war dazumal nichts Besonderes, sondern im Gegenteil, eher alltäglich. Es störte niemanden. Veritabel: die Zeiten haben sich geändert. Mit ihnen die Sitten. Dieser Erkenntnis mag noch nichts Eigenartiges anhaften, wäre da nicht die umgekehrte gesellschaftliche Tendenz zu verzeichnen, die Kopftuch tragende Frau aus der Gesellschaft auszugrenzen. Das Fass zum Überlaufen brachte Dein Erlebnis im Hallenbad; man hatte Dich in Deinem Burkini ausgelacht, zeigte mit Fingern auf Dich, ja, hatte Dich regelrecht hinausgemobbt. Es ist erschreckend mitzuerleben, wie schnell auch moderne Menschen sich auf die Stufe eines wütenden Mobs herablassen, in der Horde unkontrolliert und unkontrollierbar Dinge zerstören, Menschen verletzen oder gar töten. Mich lässt diese Erkenntnis doch an unserem Intelligenz- wie auch Bildungsgrad zweifeln … Was Dein Erlebnis im Bad angeht, so sei versichert, dass man sich hierzulande vor knapp über hundert Jahren auch hochgeschlossen, wilhelminisch züchtig und artig in die Fluten begab. Männlein und Weiblein natürlich größtenteils getrennt, wie sich das damals gehörte. Heute, da die Mode das genaue Gegenteil ist, man sich nahezu textilfrei ins Wasser begibt, will man davon nichts mehr wissen. Interessant wäre zu eruieren, wer aus dem blökenden Mob überhaupt darüber Bescheid weiß … Von Integration wird gesprochen, Assimilierung erwarten sie. Kritische, weltoffene Individualisten behaupten sie zu sein, in Realität hört man zu oft Sätze wie: „Ich bin ja nicht ausländerfeindlich, aber …“. Wirtschaftliche Prosperität ist dato rückläufig, der Volksmund sagt, die Zeiten würden schlechter. Soweit ich es überblicken kann, war der Mensch bis heute nicht in der Lage, sich diesbezügliches Versagen selbst zuzuschreiben, der Grund musste immer anderswo liegen. Hat man früher freiweg dem staatlichen Nachbarn den Krieg erklärt, gilt es heute, wesentlich subtiler vorzugehen. Man beschuldigt den anderen nicht auf direktem Wege, sondern sucht die Schuld im Unbekannten, dem Fremden, das einen schleichend unterwandert. Die Frau mit der Burka, die Fremde, deren Gesicht man nicht erkennt. Spielt sie doch nicht mit offenem Visier … So lächerlich das auch klingen mag: der moderne Mensch fürchtet sich, hat Angst vor dem Fremden. In dieser Hinsicht frage ich mich, wie weit wir eigentlich uns vom Mittelalter entfernt haben. Ziehen wir es doch vor, uns im eigenen Teich einzuigeln, „unter uns“ zu bleiben. Alles warm und sicher, jeder Neuzugang wird einer strengen Kontrolle unterworfen. Wer nicht in die Gemeinschaft passt, wird exmittiert. Weiterlesen

Es ist wieder mal soweit: Ist die NPD verfassungswidrig?

Nach neueren Bestrebungen will man die NPD nun erneut für verfassungswidrig erklären lassen.

Es mag Gründe hierfür geben, für verfassungswidrig erklären kann sie gemäß Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes nur das Bundesverfassungsgericht (BVerfG). Selten genug wird eine Partei für verfassungswidrig erklärt, der 2001 gemeinschaftlich von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung eingeleitete Versuch wurde 2003 vom BVerfG abgeschmettert; nicht weil die NPD verfassungsgemäß wäre, sondern aufgrund von Verfahrensfehlern. Eine Blamage nicht unerheblichen Ausmaßes für die damalige Regierung. Weiterlesen

Ein Blick hinter die letzten Dinge, die die Welt bewegen oder bedeuten. Die Lehre vom Tod oder jene vom Anbruch einer neuen Welt. Wer weiß das schon? Es mag uns „normalen“ Menschen komisch erscheinen, sich überhaupt mit so etwas zu beschäftigen, haben wir doch genug mit dem alltäglichen Leben zu tun. Ende November verbreiteten sich wieder Nachrichten, dass der Untergang der Welt nahe sei. Hat Nibiru, Name einer sumerischen und babylonischen Gottheit und eines mysteriösen Himmelsobjektes, es auch nach dem Maya-Kalender nicht geschafft, die Welt am 21. Dezember 2012 zu vernichten, so ist es jetzt an Ison, das Werk zu vollenden. Manche unken, Ison sei der Nibiru, der geheimnisvolle Planet X. Umweltbewusst wie er ist, hat er ein Fahrzeug dieser deutschen Eisenbahngesellschaft benutzt … und hat prompt Verspätung! „Senks vor träwelling …“, man kennt den Spruch. In solchen Momenten kommen die Gedanken hoch: was ist, wenn es wirklich so kommt? Wenn ein Komet uns streift oder gar auf der Erde einschlägt?! Auf was muss ich mich vorbereiten? Kann ich überhaupt überleben? Und dann: wenn nicht, was kommt danach? Ja, merkwürdigerweise hegen in diesem Fall auch Hardliner unter den Agnostikern oder Atheisten solche Gedanken. Es kommt zwar nach dem großen Knall (sehr wahrscheinlich) nichts, aber vielleicht kann ich ja meine Besitztümer in Sicherheit bringen. Wer weiß? Eventuell kann man sie doch noch brauchen … Weiterlesen

Unmotivierte Kinder, internetsüchtige Menschen, Angst vor dem Anderen, sei es Hautfarbe, Volkszugehörigkeit, andere Religion oder politische Gesinnung. Schon in den 1980ern sang Markus: „Ich will Spaß!“. Wenn es heute keinen Spaß macht, interessiert uns nichts mehr. „Ich liebe mein Tablet, da sind alle meine Freunde drin“. Der Mensch hat mehr Kontakte denn je und wird doch immer einsamer. Soziale Kompetenz lässt sich prima im Duden nachlesen, in praxi steht es immer schlechter um sie. What happened?!

Was bisher geschah: Weiterlesen

Die Würde des Menschen ist unantastbar.“.

Das steht am Anfang unserer Verfassung, dem Grundgesetz.

Was ist das: Würde? So etwas wie der Kern des Menschen? Oder vergleichbar mit dessen Leben? Hat doch jeder das Recht auf Leben. Aber das ist auch in unserer Verfassung festgehalten. Also kann Würde und Leben nicht das Gleiche sein, auch wenn es wohl oft einhergeht. Ist der Begriff „Würde“ aus unserem Bewusstsein verschwunden? Hatten wir früher, vielleicht vor hundert Jahren oder auch zur Zeit, als der Parlamentarische Rat am Grundgesetz bastelte, noch eine Vorstellung davon? War das schon immer eine aufgebauschte Worthülse, sozusagen „Blabla“, oder sind wir heute so richtig „würdelos“ geworden, so dass wir uns darüber schon keine Gedanken mehr machen?! Weiterlesen