Urbanistan

To be fair: I have stolen this title. From the newspaper Zeitjung. What do cities make out of us, how do they change us? We live inside them. They leave their mark on us, also change our lives. Innately, from birth on, man is a piece of nature. No one is born a city dweller. We are developing. Consequently, genetically considered, we are all country bumpkins, villagers. Expressed a little bit provocatively we are hillbillies. Our education in our environment and by the people living there make us develop to that what we are afterwards. Townies, business people and intellectuals. What ever! Domesticated, we are unable to survive in free wilderness. We, who arrogate to ourselves to control nature. As in the hive we live in our honeycomb, making our contribution to public welfare. But as incapable as we became on the one hand since the Stone Age: on the the other hand we have gained a lot. The city brings culture. Even the way we build our homes is part of culture, so to say art! And so we feel secure when we are moving in our communities, sitting together with others in a pub. Or just look at pictures and say, „Do you still remember …?!“. The urban man, a cultural product of nature.

Zugegeben: ich habe den Titel geklaut. Aus der Zeitung Zeitjung. Was machen Städte aus uns, wie verändern sie uns? Wir leben in ihnen. Sie prägen und verändern auch unser Leben. Der Mensch ist von Natur aus, also von Geburt an eigentlich ein Stück Natur. Niemand wird als Städter geboren. Wir entwickeln uns dazu. Somit sind wir genetisch betrachtet alle Landeier, Dörfler. Ein bisschen provokant ausgedrückt Hinterwäldler. Unsere Erziehung in unserer Umgebung und von den dort lebenden Menschen macht uns zu dem, was wir dann sind. Städter, Businessmenschen und Intellektuelle. Was auch immer! Domestiziert sind wir, unfähig in freier Wildnis zu überleben. Wir, die wir uns anmaßen, die Natur zu beherrschen. Wie im Bienenstock leben wir in unseren Waben, leisten unseren Beitrag zum Gemeinwohl. Aber so unfähig, wie wir einerseits seit der Steinzeit geworden sind: andererseits haben wir viel dazugewonnen. Die Stadt bringt die Kultur. Selbst die Art, wie wir unsere Behausungen bauen, fällt unter Kultur, ja, unter Kunst! Und so fühlen wir uns geborgen, wenn wir uns in unseren Gemeinden bewegen, in der Kneipe mit anderen sitzen. Oder auch nur Bilder betrachten und sagen: „Weißt Du noch … ?!“. Der urbane Mensch, ein Kulturprodukt der Natur.

© Thomas Dietsch

Mein lieber Pierre,
ja, kotz dich ruhig aus, ich verstehe deine Gedanken und Bedenken. „Kleider machen Leute“, das ist hier nicht anders. Ein bisschen Nonchalance, ein wenig Sexappeal, ein sympathisches Lächeln und heiße Klamotten – das überzeugt auch meine Oma. Schlecht sieht er ja nicht aus, der Herr Minister, aber man hat sich in Brüssel nicht blenden lassen und lediglich einen Aufschub gewährt. Dem griechischen Volk mag es nicht wirklich helfen, Schäuble ist ein harter Gegner! Das haben sie nun davon…Korruption, Kohle scheffeln und den Bürger verarschen. Aber lieber Pierre, ich sagte es bereits mehrfach: der Mensch ist ein korrupter, egoistischer Affe und da spielt die Nationalität keine Rolle. Wir werden sehen, ob sie es schaffen – ähnlich wie die Portugiesen – ihr Land einigermaßen auf Vordermann zu bringen, abwarten also, ob der Ledermantel hält, was er verspricht.
Zum Thema Impotenz mag ich mich nicht äußern, ich habe zu viele enorm potente Männer in meinem Leben kennengelernt und sage mal danke dafür. Allzu privat möchte ich heute nicht werden, doch nur so viel: Männer müssen nicht stets präsent und potent sein, im Gegenteil. Ich schätze mehr den sensiblen Mann, der auch mal nicht kann, wenn ihn etwas bedrückt und habe großes Verständnis dafür. Zeigt ER doch, dass er kein reiner Ficker ist und seine Standhaftigkeit mit dem Grad des Nachdenkens und der eigenen Verfassung zusammenhängt. Da warte ich als Frau gerne, bis alles wieder in der Balance ist, damit man gemeinsam die Echtheit genießen kann.
Tut mir leid, dass ich heute so knapp und wenig kämpferisch unterwegs bin. Ich verschließe keineswegs die Augen vor der Problematik, die uns weltweit umgibt, aber heute mache ich nur eines: den Tag genießen, lieben, leben, dankbar sein, dass wir (noch) Frieden haben und lieben…lieben…lieben – das absolute Erfolgsrezept gegen ALLES! Wenn es denn auch ehrlich gemeint ist…
© Petra M. Jansen

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Falsità

16 ore in trattative con un governo che non è ufficialmente coinvolto nel conflitto ucraino.

Durante la sua visita a l´Ungheria, Putin ha annunciato la vittoria della Russia sopra l’Ucraina.

In Minsk II ci abbiamo accettato di mantenere un cessate il fuoco e di ritirare l’artiglieria pesante. In seguito a ciò la Russia ha trascorso armi pesanti nella zona di guerra e si muove il fronte ancora una volta a scapito di Ucraina. La risposta dell’Europa è di aderire al Minsk II. La paura circola. Si è gentile col despota, parla l´uno con l´altro. Putin è a conoscenza di questo, recentemente ha annunciato che hanno la risposta giusta ai „avventure militari“. L’economia russa è cresciuta di un terzo nonostante le sanzioni e il declino del prezzo del petrolio. Ora il presidente vuole investire, ammodernare le forze armate. Ciò significa, tra l’altro, centinaia di nuovi aerei da combattimento. L’Occidente aderisce alla convenzione. Si chiude gli occhi. Chiamare Putin un bugiardo vuole dire, si dovrebbe agire. Per questo non è pronto. Escursione nella storia: marzo 1938 annessione dell’Austria, ottobre 1938 l’invasione nazista dei Sudeti ceci. Chamberlain e Hitler si sono incontrati due volte nel 1938. Ora alcuni dicono che questo non sarebbe paragonabile all´annessione della Crimea e Ucraina orientale e Minsk I e II. Ebbene …

Verlogenheit

16 Stunden Verhandlungen mit einer Regierung, die offiziell am Ukrainekonflikt nicht beteiligt ist. Bei seinem Ungarnbesuch darauf verkündet Putin den Sieg Russlands über die Ukraine. In Minsk II hat man vereinbart, eine Waffenruhe zu halten und schwere Artillerie abzuziehen. Im Anschluss verbringt Russland schwere Waffen in das Kriegsgebiet und verschiebt die Front ein weiteres Mal zu Lasten der Ukraine. Europas Antwort lautet, man halte an Minsk II fest. Die Angst geht um. Man ist nett zu dem Despoten, spricht miteinander. Putin weiß das, gab kürzlich bekannt, dass man auf „militärische Abenteuer“ die passende Antwort habe. Die russische Wirtschaft ist trotz Sanktionen und Ölpreisverfall um ein Drittel gewachsen. Jetzt will der Präsident investieren, die Streitkräfte modernisieren. Das heißt unter anderem Hunderte neuer Kampfflugzeuge. Der Westen hält an Abkommen fest. Man schließt die Augen. Nennte man Putin einen Lügner, müsste man handeln. Hierzu ist man nicht bereit. Ausflug in die Geschichte: März 1938 Annexion Österreichs, Oktober 1938 Einmarsch der Nazis in den tschechischen Sudetengebieten. Chamberlain und Hitler trafen sich 1938 zwei Mal. Jetzt sagen einige, dass das aktuell mit der Besetzung der Krim und der Ostukraine und mit Minsk I und II gar nicht vergleichbar wäre. Nun denn …

© Thomas Dietsch

Liebe Petra,

cool Baby, be cool Baby… ich stehe vor dem Spiegel und versuche mir den Look von Yanis Varoufakis, der Finanzminister des maroden Griechenland zu verpassen. Eine Lederjacke, ein Schal von Burburry und ein offenes Hemd und schon kann die Party losgehen. The show goes on! Das Affentheater, inszeniert von Alexis Tsipras and Co., ist am Ende nur eine Klamotte! Sie hat an der Grundhaltung der bösen Geldgeber nichts geändert, nach wie vor wollen sie ihre Knete zurückerhalten. Eine Unverschämtheit! Viel Wind um nichts und am Ende sind die Verarschten die Bürger der ältesten Demokratie der Welt. Aber warum haben sie solche Pappfiguren an die Macht gebracht? Weil das populistische Getöse sie in Trance versetzt hat, wie es halt mit „crystal meths“ zuerst der Fall sein kann – das Paradies auf Erden. Man verspürt eine wundersame Kraft und die Illusion, gegen böse Buben wie der Schäuble standhalten zu können. Dass er den Hahn zumachen kann, merken sie nur nachhaltig und dann kommt der Verfall! Was hier passiert ist der Beweis, dass Populismus mit Chloroform gleich zu stellen ist…Leute, habt ihr nichts in der Birne?

Aber es wäre höchst trügerisch zu glauben, dass nur die Griechen so blind wären. Auch bei uns erweisen sich die Stammtischgenossen als Weltverbesserer und das geschieht, liebe Petra, in dem wie beim Kasperle-Theater man dem Schwächeren eine scheuert – so einfach ist das. Ein völkisches Outfit reicht, um sich Gehör zu verschaffen und das bis in die bürgerlichen Kreise, die sich als Wertkonservative betrachten, AfD lässt grüßen. Wenn du von der geplagten Vergangenheit Deutschlands spricht, darf nie vergessen werden, dass diese „vornehme Schicht“ einen Proleten wie Hitler an die Macht gehisst hat. Der Look ist nur Tarnung, im Inneren herrscht Hass, auch wenn er durch gute Manieren getarnt wird. Ich werde keine Lobeshymne des Mobs machen, aber Schläger sind wenigstens sichtbar! Die Reportagen, die ich bei den Neonazis gedreht habe, haben gezeigt, dass die wahren Drahtzieher durchaus salonfähig sind und nur wer die Zwischentöne entziffern kann, merkt in welcher Gefahr wir uns befinden – das auch zum Thema Volksverdummung!

Ich könnte mir der Nase bohren und dabei frohlocken, tue ich aber nicht. Das Spektakel, das mir weltweit geboten wird, lässt mir keine Ruhe und ohne meinen Willen werde ich in das Geschehen hineingezogen. Liebe Petra, ich würde lieber über den Beischlaf sprechen aber auch er ist von der allgemeinen Unsicherheit gestört. Sich unter der Daunendecke zu verschanzen ist vergebens. Die Hiobsbotschaften machen keinen Halt vor der Liebe, sie pervertieren sie und das ist vor allem bei den Mannsbildern sichtbar, die immer egoistischer werden, sich keineswegs engagieren wollen und nur an ihren Kick glauben. Dass er immer mehr ausfällt, ist eine Tatsache unter der die Frauen sehr leiden und um das zu vertuschen, ziehen sie vor nach der schönen Welt in der Glotze zu suchen. Vergessen aber die Nähe und verfallen somit in die Gleichgültigkeit. Ist das Impotenz? Was sich in der Politik ausdrückt, pervertiert auch die Zweisamkeit, nicht wahr?
In diesem Sinne,

Pierre
//pm

Hungary

Debakzewe is lost. Thousands of Ukrainian soldiers surrendered. Ukraine´s face will change. One can suspect that the future autonomous areas, hold by the separatists, will „voluntarily“ join Russia. Meeting of the governments of Moscow and Hungary. Putin is making gifts. The gas supply agreement between the two countries is running out, Hungary has not consumed yet large quantities of gas, which are actually to be paid. There´s no need to. Moscow waived. You have to throw a sprat to catch a mackerel! Putin wants to enter Europe. He needs new markets, Russia is urgently in need of money. Hungary is dependent on Russian gas. Putin has discerned this door to Europe. What was solved militarily in Crimea and Ukraine, in Europe it is managed by economic means. Each new contract for Russian oil and gas will play Europe more and more into the hands of Russia. The rest of Ukraine is dependent on Russian raw materials. Putin will pull the plug. None of the promises of Russia, made in the Budapest Memorandum, Minsk I or Minsk II, was actually kept. They are not worth the paper they were written on.

Ungarn

Debakzewe ist verloren. Tausende ukrainische Soldaten ergeben sich. Das Gesicht der Ukraine wird sich verändern. Man kann mutmaßen, dass die zukünftigen Autonomiegebiete, welche die Separatisten halten, „freiwillig“ Russland beitreten werden. Treffen der Regierungen von Moskau und Ungarn. Putin macht Geschenke. Der Gasliefervertrag zwischen beiden Ländern läuft aus, Ungarn hat große Mengen Gas noch nicht verbraucht, müsste diese eigentlich zahlen. Das braucht es nicht mehr. Moskau verzichtet. Mit Speck fängt man Mäuse! Putin möchte nach Europa. Er braucht neue Märkte, Russland dringend Geld. Ungarn ist abhängig vom russischen Gas. Putin hat diese Tür nach Europa erkannt. Was auf der Krim und der Ukraine militärisch gelöst wurde, wird in Europa mit wirtschaftlichen Mitteln bewältigt. Jeder neue Vertrag über russisches Öl oder Gas spielt Europa mehr in russische Hände. Auch die restliche Ukraine ist abhängig von russischen Rohstoffen. Putin wird ihr den Hahn abdrehen. Keine der Zusagen Russlands, sei es im Budapester Memorandum, Minsk I oder Minsk II, wurde eingehalten. Sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden.

© Thomas Dietsch

Lieber Pierre,
Herzchen verteilen lähmt den Widerstand, wusstest du das nicht? Mit Herzchen kann Mensch nichts falsch machen und steckt seine Nase lieber in den Sand als ins aktuelle Weltgeschehen. Ich kenne solche geistigen Dilettanten, die sich für nichts wirklich interessieren, nichts lesen, nicht diskutieren und sich mit nichts auseinander setzen wollen. Sie fahren ihre eigene Ego-Geschichte und – traurig aber wahr – sie verstehen gar nicht, warum kritische, politisch interessierte Menschen sich überhaupt mit all den Themen vehement auseinandersetzen. Vogel Strauß hatten wir ja schon, lieber Pierre.
Das Blatt „I Avgi“ ist ein radikales linksgerichtetes Blatt, auch als „morning newspaper on the left“ bezeichnet. Wir beide plädieren für einen unzensierten Journalismus inklusive der bitterbösen Satire und Karikaturen und müssen nun zusehen, dass wir nicht mit zweierlei Maß messen. In Frankreich gab es Tod über die Satire und nun denken wir – bei Schäuble und auch Merkel mit Hitlerbärtchen – über die Grenzen der Satire nach. Ich verstehe absolut die Aufregung und ich sehe es ebenfalls als eine große Geschmacklosigkeit an. Schon 2012 wurde Schäuble als Gauleiter bezeichnet – ganz furchtbar. Doch eines können wir nicht wegwischen: unsere verwerfliche Nazi-Vergangenheit, unabdingbar verknüpft mit unserer Nation und unserer „Kultur“. Im Ausland werden wir dafür immer wieder an den Pranger gestellt und wir werden uns auch immer diesen Schuh anziehen müssen, egal, ob es uns gefällt oder nicht. Wenn nun im griechischen Schuldenkampf mit harten rechtsradikalen Bandagen gekämpft wird, ist es die eine Seite, solche diskriminierenden Äußerungen selbstverständlich zu verurteilen und die andere Seite ist es, zu erkennen, dass wir tatsächlich außerhalb unserer deutschen begrenzten Grenzen immer noch so an- und gesehen werden.
Lieber Pierre, wir haben ein Problem und das ist bis heute noch nicht gelöst! In unserem Land keimt der Faschismus erneut auf, die Zahl der rechtsradikalen Gewalttaten steigt an, der Zulauf ist unübersehbar. Ich sagte es schon einmal: im Osten unserer Republik brodelt es und wer das leugnet, steckt ebenfalls den Kopf in den Sand. Wir müssen aufräumen, härter durchgreifen, nationalsozialistische Aufmärsche, Töne, Zellen, Gruppierungen dringend zerstören, um Ruhe zu schaffen. Mich wundert es nicht wirklich, dass die Welt uns so sieht und mich wundert es auch nicht, wenn ich schaue, was in unserem Land derzeit gerade passiert. Es ist eine Schande, mit nichts zu entschuldigen und ich plädiere seitdem ich denken kann für eine multikulturelle Gesellschaft und ein internationales Miteinander. Ein „Drecksdeckelchen“ soll nun das „Drecksfässchen“ stopfen? Irgendwie eine Ironie.

 

Herzlichst,
Petra

 

© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

Valentinstag. Heute sollen wir lieben, knutschen, die Blumenhändler mit einem guten Umsatz beglücken und auf Facebook lauter vorgefertigte Herzen rundum senden. Ich finde diesen Tag genauso bescheuert wie den Muttertag, denn dahinter steckt vor allem Kommerz. Wenn ich Gefühle für jemanden empfinde, sollen sie dauerhaft sein, aber eigentlich wollte ich das nicht schreiben, liebe Petra. Du weißt, dass ich jedem Karikaturisten die Freiheit lasse, das zum Ausdruck zu bringen, was er empfindet. Wie die Satiriker von Charlie Hebdo, die für ihre Meinungsfreiheit ihr Leben lassen mussten. Das ist für mich eine Grundhaltung, aber auch für die Betroffenen ein Recht, sich gegen Angriffe zu wehren. Was Wolfgang Schäuble in Griechenland widerfahren ist finde ich ganz einfach infam. Ihn in eine Naziuniform zu stecken ist schon peinlich aber vielmehr folgende Wortblasen: „Wir bestehen darauf, Seife aus eurem Fett zu machen“, sagt der Bundesfinanzminister…und: „Wir diskutieren nur über Düngemittel aus eurer Asche.“ Das ist der Jargon, der im Vernichtungslager Auschwitz benutzt wurde. Das ist nicht nur beleidigend, sondern vielmehr eine Postille im Stil des antisemitischen „Stürmer“ und – wie damals – in einer regierungsnahen Zeitung. Wenn das die Aussage von der Syriza-Partei ist, können wir alle wieder einpacken. Toll, Herr Tsipras, das ist echte linke Politik!
Wir haben uns oft die Frage gestellt, liebe Petra, inwieweit wir uns kritisch ausdrücken sollten und du kennst meine Meinung dazu. Nur kein Blatt vor den Mund nehmen, solange es um sachliche Dinge geht. Aber wenn das geschriebene Wort beleidigend und verletzend ist, sehe ich schon manche Grenzen. Wolfgang Schäuble so darzustellen, als ob er ein Schurke des 3. Reichs sei, ist sachlich gesehen nicht exakt und hat nur die Provokation als Hintergrund. Wenn die Griechen sich über ihn ärgern, haben sie andere Mittel ihn bloß zu stellen, aber damit schießen sie ein Eigentor! Solche Auswüchse machen mich wütend, weil die unsere journalistische Ethik zertrampeln. Unsere Seriosität kann durchaus in Frage gestellt werden. Eine gute Satire muss sehr gut recherchiert werden, denn jedes Wort hat seine Bedeutung. Der große Meister des deutschen Kabaretts, Dieter Hildebrand, hat das sehr wohl praktiziert und das erlaubte ihm, in seiner Kritik sehr weit zu gehen. Bei Charlie Hebdo kann man sich wohl über das eine oder andere ärgern, aber der Hintergrund war und ist immer gut recherchiert.

Ich finde diesen Vorfall symbolisch für das Aufkommen des Populismus in ganz Europa. Immer mehr hantieren Politikern mit Schlagwörtern, ohne in die Tiefe zu gehen. In dem Twitter-Zeitalter fast eine Selbstverständlichkeit. In 140 Zeilen wird die Welt verändert, alles im Telegrammstil! Da darf man sich nicht wundern, manipuliert zu werden. Dem kleinen Mann in Griechenland soll vermittelt werden, dass eine Mehrheit der Deutschen sich wie SS benehmen und deswegen gehasst werden müssen. Aber derselbe Bürger hat nichts dagegen, wenn die Germanen ihre Moneten in seinem Land ausgeben. Wenn dort Mist herrscht, haben es die dortigen Politikern zu verantworten. Jetzt halte ich besser die Klappe um nicht auszurasten.

In diesem Sinn, liebe Petra,
Pierre

//pm

Riparazioni

I greci chiedono un sacco di soldi dalla Germania. La ragione sono le atrocità naziste locali fino al 1945: gli ostaggi sono stati sparati indiscriminatamente, interi villaggi bruciati, alle centinaia di migliaia di civili sono morti di fame. Il primo ministro Tsipras chiama nuovamente i pagamenti tedeschi in miliardi. Ha ragione? Nella convenzione di riparazioni di Parigi dal 14 gennaio 1946 si ha aggiudicato alla Grecia una quota di 2,7-4,35 per cento dei totali risarcimenti da pagare. Questi erano valori reali della produzione tedesca. Il valore totale in quel momento era 105 milioni di marchi. Inoltre in 1953 Bonn ha messo a disposizione prestiti per investimenti economici di 200 milioni di marchi. Il 18 marzo 1960, entrambi i governi hanno convenuto che 115 milioni di marchio debbano essere trasferita. Attaccato ad essa era la promessa che richieste di risarcimento per singoli danni non sono stati chiesti di più. Insoluti seguito erano solo riparazioni che sono stati spostati nel Accordo di Londra fino alla conclusione di un trattato di pace. Nel 1990, l’unificazione della Germania è stato negoziato, tutti le quattro potenze vincitrici della seconda guerra mondiale sono state d´accordo di concludere il internazionale Due-Più-Quattro-Contratto vincolante, „invece di un trattato di pace.“ In questo modo, tutte le richieste da riparazioni sono state risolte. Anche la Grecia ha accettato questa vincolante nel diritto internazionale accordo. Una causa eventuale dei Greci alla Corte internazionale di giustizia dell’Aia dovrebbe essere destinato a fallire per conseguenza.

Reparationen

Die Griechen fordern viel Geld von Deutschland. Grund sind die dortigen Nazi-Gräuel vor 1945: wahllos wurden Geiseln erschossen, ganze Dörfer niedergebrannt, an die hunderttausend Zivilisten sind verhungert. Ministerpräsident Tsipras fordert jetzt wieder von den Deutschen Zahlungen in Milliardenhöhe. Zu Recht? Im Pariser Reparationsabkommen vom 14. Januar 1946 wurde Griechenland ein Anteil von 2,7 bis 4,35 Prozent der insgesamt zu leistenden Reparationen zugesprochen. Das waren Sachwerte aus deutscher Produktion. Der Gesamtwert betrug damals 105 Millionen Mark. Außerdem stellte Bonn 1953 günstige Investitionskredite von 200 Millionen Mark zur Verfügung. Am 18. März 1960 einigten sich beide Regierungen, dass 115 Millionen Mark überwiesen werden sollten. Geknüpft daran war die Zusage, dass keine weiteren Forderungen auf individuellen Schadenersatz mehr gestellt wurden. Offen waren hiernach nur noch Reparationsforderungen, die im Londoner Abkommen bis zum Abschluss eines Friedensvertrages verschoben wurden. Als 1990 die Vereinigung Deutschlands verhandelt wurde, waren alle vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges einverstanden, das völkerrechtlich bindende Zwei-Plus-Vier-Abkommen zu schließen, das „anstelle eines Friedensvertrages“ trat. Auf diesem Wege wurden alle Forderungen nach Reparationsleistungen erledigt. Auch Griechenland akzeptierte dieses Abkommen völkerrechtlich verbindlich. Eine eventuelle Klage der Griechen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag dürfte demnach zum Scheitern verurteilt sein.

© Thomas Dietsch