Der Strand war menschenleer. Seit gut einer halben Stunde lief ich am Meer entlang, es war sehr windig. Die Wellen waren hoch, zischend bildete sich Gischt bei deren Aufschlagen, blieb zurück auf dem Sand. Die Luft war feucht, ich schritt durch Tröpfchenwolken, den salzigen Geruch des Ozeans in der Nase … Weiterlesen
Richard Strauss und die Nazis
Liebe Künstler,
als Komponist gehört Richard Strauss sicherlich zu den ganz Großen,
als Mensch war er leider ein Opportunist. In seiner Position hätte er, wie Thomas Mann, Widerstand gegen die Schurken des Naziregimes leisten müssen, aber er hat sich verleiten lassen und wurde als Flaggschiff des 3. Reichs hochstilisiert. Gewiss, er war sicherlich kein glühender Anhänger, aber er ist ganz einfach mit geschwommen. Er war sich bis zu seinem Tod nicht bewusst, welchen Schaden er damit angerichtet hat. Wenn Künstler immer wieder behaupten, dass sie mit der Politik nichts am Hut haben, lassen sie sich von einer Illusion beflügeln. Jeder kreative Mensch ist involviert und trägt eine große Verantwortung, umso mehr, wenn er Zugang zur Öffentlichkeit hat und das war der Fall bei Richard Strauss. Ich möchte dieses Beispiel nehmen, um euch, liebe Künstler, zu animieren, immer aktiv zu sein, wenn die politische Lage droht aus dem Ruder zu laufen. Weiterlesen
Makel Makler
Ich muss ihnen einfach eine bitterböse Kolumne widmen,
diesen Halsabschneidern im Anzug und Kostüm, die gerne in schwarzen Coupés Marke BMW, Benz, Audi oder einem vollausgestattetem – in der Stadt völlig unbrauchbaren – Geländewagen vorfahren. Sie sind unbeliebt wie Kakerlaken und existieren dennoch zum Himmel stinkend, wurmartig, aus allen Löchern kriechend. Wie Pilze schießen sie aus dem Boden, um dem armen Bürger, der lediglich ein warmes Dach über dem Kopf sucht, „fachkundig“ und – für mich oft zu unrecht – das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dass diese fiesen Machenschaften funktionieren, erkennen wir an den Palästen, die sie selbst bewohnen, in bevorzugter Wohnlage selbstverständlich. Womit haben diese Hyänen es eigentlich verdient, dass sie für die Besichtigung einer schnöden 2-Zimmer-Wohnung mindestens zwei Nettomonatsmieten verlangen dürfen? Die utopischen Vermittlungssummen beim Hauskauf lasse ich außen vor, sie sind vollkommen ungerechtfertigt. Wir sollten sie sofort boykottieren, das ist der einzige Weg, wie wir diesen Weiterlesen
Rache an den Kindern
Liebe Eltern,
auch, wenn die Statistik der Gewalt gegen die Kinder leicht rückgängig
ist, ist jeder Fall ein Fall zuviel. Von der Ohrfeige bis zum Missbrauch, muss extrem hart eingegriffen werden und ich habe, was Kinder angeht, eine Nulltoleranz. Um aber effektiv handeln zu können, muss nach den Ursachen gefragt werden. Oft wird Gewalt durch den Stress geschürt und wenn Familien am Rande des Existenzminimums stehen, liegen die Nerven brach, da rutscht einfach die Hand. Rache an den Kindern auszuüben ist nicht nur schädlich, es ist inakzeptabel. Heute haben wir auch wenn die Kirche gegen mich wettern wird – die Mittel, um eine Nachwuchs-Begrenzung zu ermöglichen. Die sozialen Umstände können deshalb einfach nicht hingenommen werden, eine Aufklärung sollte ab der Schule stattfinden. Nicht nur was den Geschlechtsverkehr angeht, vielmehr auch, wenn es um die Erziehung der Kinder geht. Hier sollten genau über die finanzielle Lage gesprochen werden und Ziel ist es, die besten Bedingungen ins Leben zu rufen. Die Lust auf Kinder ist begrüßenswert, aber nicht ohne Rückgrat, denn mit dem Lustprinzip alleine kann es nicht getan sein. Weiterlesen
Neutral? Feige!
Liebe Zauderer,
nie eine Meinung vertreten, nie Farbe bekennen, immer eine Mehrheit
abwarten, das führt zur Willkür und zur Intoleranz. Hitler brauchte seine Schafe um an die Macht zu gelangen. Auch wenn die Neutralität als ein Merkmal der Ausgewogenheit bezeichnet wird, ist sie Gift, denn sie lässt ganz einfach zu, dass machtgierige Menschen das Ruder übernehmen. Die Zauderer sind immer die Auslöser der Katastrophen, weil sie ganz einfach nicht eingreifen, wenn es noch Zeit wäre und wenn es zu einem Zusammenbruch kommt, jammern sie. Das hätten sie doch nicht gewollt! Vergessen aber, dass die Demokratie nur mit einer starken Portion Zivilcourage zu stützen ist. Das ist eine Frage der Einstellung, einer Lebenshaltung, die von frühsten Kindheit erlernt werden muss, wer sich duckt, braucht sich nicht zu beklagen, verarscht zu werden. Weiterlesen
Wenn Semiten Semiten töten!
am Autobus-Bahnhof von Marseille wurde der 29-jährige Franzose Mehdi N. verhaftet, er soll das Attentat beim jüdischen Museum von Brüssel am 24. Mai vollzogen haben. Dabei wurden drei Menschen getötet und einer schwer verletzt. Leute, euer Hass richtet sich oft gegen Menschen, die den gleichen Ursprung haben wie ihr. Das macht den Antisemitismus so unberechenbar, er hat keine rationale Basis und bekämpft oft nur Ideen oder Lebensarten, die euch nicht genehm sind – das macht die Sache so schwierig und wenn der Rassismus noch ins Spiel kommt, sind Peinlichkeiten vorprogrammiert. Der „reine Mensch eurer Vorstellungen“ gibt es Gott sei Dank nicht. Wäre das der Fall, wären wir alle degeneriert, blöd in der Birne, oder? Dass ihr damit Wind in die Segel der Rechtsextremisten blast, scheint euch nicht bewusst sein. Wenn ihr aber Ziel der Willkür seid, kommt das große Klagen, da fühlt ihr euch diskriminiert, misshandelt und meistens vergesst ihr, dass ihr genauso handelt. Weiterlesen
Die Saboteure
David Cameron, der britischen Premier, ist wahrhaftig ein großer Demokrat. Er respektiert die Volksentscheidung nicht und kündigt an, dass England die EU verlassen sollte, wenn Jean-Claude Junker zum Präsident der Kommission gekürt wird. Dass nenne ich schlicht und einfach eine Erpressung. Mit solchen Partnern kann man wahrhaftig schwer etwas aufbauen. Die Briten sollten nicht vergessen, dass die Gegebenheiten nicht die gleichen sind, als es unter dem Empire der Fall war. Heute sind sie eine Macht wie viele andere auf dieser Welt. Ich respektiere die Opfer, die dieses Land im letzten Krieg erbracht hat, aber ist das ein Grund sich „verarschen“ zu lassen? Ein anderes Wort fällt mir nicht ein, ich bitte die Queen um Vergebung! Weiterlesen
Boykott in Sankt Petersburg?
09.06.2014
vom 28. Juni bis 31. Oktober 2014 findet die Manifesta in Sankt Petersburg statt und wird von Kasper König kuratiert. Es ist eine Ausstellung von zeitgenössischen Werken, die jedes Jahr in einer anderen europäische Stadt stattfindet. Heuer verursacht sie viel Wirbel, weil sich die Künstler und auch das Publikum die Frage stellen, ob es adäquat sei in einem Land Präsenz zu zeigen, dass die Schwulen und Lesben diskriminiert und die Krim gegen das Völkerrecht annektiert hat? Der Kurator hat die Meinung, dass die Kunst sich nicht einfach zurückziehen kann wenn es heikel wird – im Gegenteil: sie soll ein Manifest für mehr Freiheit und gegen die Willkür sein. Ich kann diese Meinung vollziehen, weil sie auf jeden Fall mehr Wirkung zeigen könnte als den Schwanz einzuziehen, aber das nur unter der Voraussetzung, dass diese Fragen offensiv angesprochen und thematisiert werden. An Öffentlichkeit wird es nicht fehlen. Weiterlesen