Liebe Petra,

heute könnte ich mit dir über Griechenland, die EZB oder noch einmal über Pegida und die ewig Gestrigen debattieren, aber ich ziehe es vor über glückliche Schweine auf einer grünen Wiese im bayerischen Oberland zu schreiben. Natürlich muss der Himmel blau sein, wie es sich im CSU-Staat gehört! Reinheit pur wie es auch mit dem Bier der Fall ist. So hatte sich das das Landwirtschaft-Ministerium in München vor Jahren dargestellt. Idylle pur! Liebe Petra, hast du schon einmal Schweine „weiden sehen“? Und das ohne sich im Schlamm zu wälzen? Zucht und Ordnung, jeder an seinem Platz! Auch die glückliche Rentner, die tagein, tagaus frohlocken, auch wenn sie sich keinen Steak mehr leisten können. Wie die Modellschweine haben sie zu grinsen – egal ob es ihnen dreckig geht oder nicht. Weiterlesen

Cibo Transgenico

Zona di libero scambio tra gli Stati Uniti e l’Europa? Il Nuovo e il Vecchio Mondo devono crescere insieme più forti.
Le norme per il commercio di cibi geneticamente modificati o trattati sono elevati in Europa, negli Stati Uniti sono inferiori. Per quanto riguarda prodotti alimentari geneticamente modificati Europa è un mercato enorme per gli Stati Uniti. Divieti impediscono loro di avanzare verso i mercati europei.In questo paese, le persone stanno discutendo obblighi di etichettatura
per i prodotti alimentari (“semaforo”). Il consumatore deve essere informato. Improvvisamente! La crisi economica ha costretto gli Stati Uniti e in Europa a aprire nuovi mercati.
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Mein lieber Pierre,

Dein Unmut und Deine Sorge in großem Respekt, ich teile das unbedingt. Ein Mann, der wegen Drogendelikten und zahlreichen kriminellen Handlungen bereits vorbestraft ist, als Redner an der Spitze solch eines Sauhaufens? Warum handeln die vielen Menschen nicht, wenn sie auf Facebook Begriffe wie „Dreckspack“ oder „Viehzeugs“ lesen? Warum reagiert Facebook nicht, wo sie doch sonst alles durchfilzen? Vogel Strauß oder Ignoranz eines ganz großen Problems?

Pierre, ich wage die Behauptung, dass der Osten unserer Republik ein riesiges Problem hat. Natürlich dadurch auch Gesamtdeutschland, aber es spielt sich in Dresden und Leipzig ab – also die ehemalige DDR. Mögen sie mich nun enthaupten, aber der Osten ist kein echter Gewinn, wenn dort nicht bald Ordnung geschaffen wird. Ob es nun Pegida in Dresden, mit einem rechtsextremistischen „Führer“ heißt oder „Legida“, der Ableger dieser fatalen Bewegung aus Leipzig, es spielt keine Rolle, denn es zeigt, dass Deutschland (und speziell der Osten der Republik) kein! demokratisches Land ist. Demokratie beinhaltet Toleranz, Respekt, Akzeptanz und davon kann bei diesen schrecklichen Dingen keine Rede sein. Ich verurteile das alles zutiefst und es tut mir Leid für jeden Menschen dort draußen, der je diskriminiert, verfolgt oder angegriffen wurde.

Lieber Pierre, ich würde diesen Hanswurst von Lutz Bachmann sofort des Landes verweisen, ohne Hab und Gut…direkt mitten rein in die Steppe von Afrika, damit das „Viehzeugs“ ihn genüsslich zerfleddern könnten. Aber würden die vielleicht eine Magenverstimmung bekommen? Doch, schlechte Kost verdirbt den Magen und das wollen wir nun doch nicht. Der unfähige, kleinkariert denkende, selbsternannte Pegida-Sprecher trat zurück. Das heißt nicht, dass er seine Schandtaten weiter verbreiten und Anhänger finden wird.

Mir fehlen die Worte, mir fehlen einfach die Worte und ich schäme mich für mein Land.  Integration ist wichtig und möglich – hier ebenso wie in anderen Ländern. Wer jetzt noch bei den Aufmärschen mitläuft, macht sich mitschuldig und kann sich nicht rausreden, er habe nichts gewusst.

Die „neuen Bundesländer“ müssen dringend aufräumen, sie sind ein brodelndes Fass. Ich werde sie nicht betreten oder bereisen, so lange dort braune Gewalt, Rechtsextremismus und fremdenfeindliche Übergriffe an der Tagesordnung sind! Egal, wie schön und egal, ob es nun Deutschland ist oder nicht. Ein vereintes Deutschland sieht für mich anders aus und die Bürger des Ostens haben die verdammte Pflicht, dort für Ruhe zu sorgen, die Aufrührer zu verurteilen, die Aufmärsche zu vereiteln und die friedlichen Bürger, die sich davon distanzieren, müssen ihre Stimme erheben, stärker werden und der fatalen, extremistischen Gesinnung umgehend etwas entgegensetzen! Unsere Politiker sind gefordert, aufzuwachen und die Integration ausländischer Staatsbürger zu erleichtern und zu fördern. Für ein vereintes Europa und vor allem für eine vereinte Welt!

 

© Petra M. Jansen

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Liebe Petra,

Lutz Bachmann ist schon ein Schalk! Passt gut zum Karneval. Der Arme hat sich als Jux die Fresse von Groß-Adolf angemalt und die dazu gehörende Frisur „von unserem so lieben und gerechten Führer“ anfertigen lassen. Dazu Hasstiraden über die Einwanderer im Stil von Joseph Goebbels. Ein Narrentreiben, das das wahre Gesicht von der Pegida-Bewegung enttarnt. Die Fassade von „aufrichtigen Menschen“ bröckelt endlich ab. Hinter den bürgerlichen Habitus verstecken sich Rechtsextremisten, wie es am Ende der Weimarer Republik mit dem „so korrekten Zentrum“ der Fall war. „Nein, wir werden niemals die Nazis unterstützen, die sind uns zu vulgär!“ Von wegen, sie haben Hitler die Tore der Macht eröffnet. Ein Glück liebe Petra, dass diese dämliche Panne mit Pegida passiert ist. Sie bestätigt, was ich schon längst ahnte. Sogenannte besorgte Menschen werden rücksichtslos manipuliert. Sie denken ihre Bürgerpflicht in Anspruch zu nehmen, sind aber die Wasserträger der Rassisten. Die Gleichen, die in den 30er Jahren die Juden verfolgt haben. Bei den heutigen „Reichskristallnächten“ werden keine Synagogen mehr angezündet (wie lange noch?), bevorzugt werden Asylantenheime. Eine Tendenz, die sich nicht nur auf Deutschland begrenzt. Das ist zum kotzen, nicht wahr?

Gott sei Dank gibt es eine Überzahl von Demokraten, die diese miesen Tendenzen verurteilen, aber Achtung! Die Stimmung kann sich in Europa leicht umdrehen und ich sehe meine Rolle darin, laut und stark zu sagen, was ich denke. Ich bin dabei keineswegs alleine. Um aber diesen Spuk abzuwenden, muss dem Volk eine Aufklärungskur verabreicht werden. Zu behaupten, dass wir islamisiert werden ist reine Hetze und der Einwanderungsbericht widerlegt diese These. Liebe Petra, es fällt mir schwer, meine Angst zu verbergen. Nur noch Gewalt und Terror! Was wird aus unseren Kindern? Welches Erbe haben wir ihnen hinterlassen? Nur Mist?

Es bleibt mir vielleicht nichts anderes übrig, als den Kopf in den Sand zu stecken, dabei an die Güte der Menschheit zu glauben und wie ein Papagei den Satz: „Ja, der Mensch ist gut“, von früh bis spät zu wiederholen.

In diesem Sinne, Umarmung

Pierre

//pm

Professional cynics had fun in life and career till the attempt on Charlie Hebdo. Hold up a mirror to somebody, drag something through the mud, ridicule someone or something. We had become accustomed to the method of pulling the leg of those who made mistakes. Now that has changed with the cruel assassination. Certain circles require censorship under threat of terror and violence. On one hand, this led to a wave of solidarity for Charlie Hebdo in the media and on social networks, which was long not seen before. On the other hand some people resign, such as Oliver Maria Schmitt from the Frankfurter Allgemeine. There may be many reasons for this. All people are Charlie, the individual is no longer relevant in the mass, decline of quality, etc. And another: the fear of terror and violence! In history there are many examples which prove that the mere threat of censorship causes self-censorship. Even in the Bible, the Romans come off very well. Not a sound concerning cruel mass crucifixions. Self-censorship of the authors by concealment …

Berufszyniker hatten bis zum Attentat auf Charlie Hebdo Spaß am Leben und am Beruf. Spiegel vorhalten, in den Dreck ziehen, verlachen. Man hatte sich daran gewöhnt, dass Fehler anderer derart auf die Schippe genommen wurden. Das hat sich mit dem grausamen Attentat nun verändert. Gewisse Kreise verlangen mit Androhung von Terror und Gewalt eine Zensur. Einerseits führte dies zu einer lange nicht dagewesenen Solidaritätswelle für Charlie Hebdo in den Medien und auf sozialen Netzwerken. Andererseits danken einige ab, wie zum Beispiel Oliver Maria Schmitt von der Frankfurter Allgemeine. Gründe hierfür mag es viele geben. Alle sind Charlie, auf den Einzelnen kommt es nicht mehr an, in der Masse geht die Qualität unter, usw. Und noch einen: Die Angst vor Terror und Gewalt! In der Geschichte gibt es viele Beispiele, die belegen, dass allein die Androhung von Zensur Selbstzensur nach sich zieht. Selbst in der Bibel kommen die Römer sehr gut weg. Von den grausamen Massenkreuzigungen keine Rede. Selbstzensur bei den Verfassern durch Verschweigen …

 

© Thomas Dietsch

Mein lieber Pierre,

die Medien puschen gleichermaßen den gleichen Brei rund um den Erdball. Zwar ist das unabdingbar im Zeichen der Demokratie und der Informationsfreiheit, aber müssen 4jährige bereits im Vorschulalter mit Terror, Islamisten, Rassismus konfrontiert werden, wenn sie gerade den Windeln entwachsen sind? Rauf auf´ s Brett – egal, ob die eine Ahnung haben oder nicht, so ist das Volk. Unvorteilhaft, wenn falsche Solidarität das Debakel abschwächt und die Ernsthaftigkeit darunter leidet. Das darf auf keinen Fall passieren! Dennoch ein Hype, wenngleich ein äußerst wichtiger. Ich denke, wir müssen woanders ansetzen, als erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Erstens sind nicht alle Muslime radikal und zweitens darf nicht die Religion Schutzschild für Menschenhass, Terrorismus, Mord, Fanatismus sein. Ich kenne jede Menge Muslime, die feine Menschen sind. Es ist wie es ist, lieber Pierre: seitdem es Menschen gibt, gibt es auch Attentate und Kriege. Menschen sind kein friedliches Volk auf dieser Welt. Wir sollten unsere Verständigung nicht auf die schrecklichen Taten alleine richten, die wir – wie in diesem sehr bedauerlichen Fall – nicht vorher sehen und abwenden konnten sondern auf eine internationale, völkerübergreifende Verständigung und Integration andere Kulturen in den jeweiligen Ländern. Uns allen sollte klar sein, dass WIR gemeinsam auf EINER Welt leben und das sollten wir gefälligst in Frieden tun. Politik und Polizeischutz können wenig ausrichten, so lange die Gesinnung sich in fanatische mörderische Taten wandelt.

Es grüßt herzlich aus der Bankenmetropole, in der es leider auch nur um Geld, Macht und Prestige geht,

Petra

 

© Petra M. Jansen

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Prévessin, den 17. Januar 2015

Meine liebe Petra,

wer heute „in“ sein will, trägt ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“. Eine Inflation! Eine ganze Palette von Arschlöschern ist dabei vertreten, vom Feigling bis zum Unterdrücker. Nach außen geben sie sich höchst tolerant, aber sind es in Wirklichkeit nicht. Es gehört zum guten Ton dabei zu sein! Das zum Aushänge-Schild! Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, als ich vor zwei Tagen, sehr früh am Morgen, vor dem Kiosk in Ferney-Voltaire stand, um mir die Sonderausgabe von „Charlie hebdo“ zu kaufen. Hundertfünfzig Gestalten wie mich, hat es aus dem Bett gerissen, um endlich ein Exemplar ergattern zu können, von einer Postille, die sie bisher mehr oder weniger verachteten. Eine Schar von Judas war dabei, um dem Trend der Zeit zu folgen Sich nur nicht marginalisieren und als Reaktionär zu erscheinen. Und das Ganze in dem Ort, wo Voltaire die ersten Weichen der großen Revolution im 18. Jahrhundert stellte.

Und ich? Habe ich überhaupt das Recht solch ein Urteil zu fällen und mit dem Zeigefinger herum zu ballern? Gehöre ich auch zu den geistigen Pygmäen unserer Gesellschaft? Rassist! Nichts gegen Pygmäen, die durchaus Großes leisten können. Hätte ich den Mut gehabt den Prophet zu enttarnen? Hätte ich das überhaupt gewollt? Um nicht im Trend der Zeit zu sein, sage ich dir heute offen, dass ich manche Karikaturen gegen die Religion als störend empfinde, weil sie Gefühle verletzen, die höchst intim sind. Und doch finde ich es gut, dass sie veröffentlicht werden. Das im Namen der Meinungsfreiheit, die ich als das höchste Gut der Demokratie betrachte. Ist das ein Widerspruch? Nein, unsere Gesellschaft kann nur bestehen, solange Querköpfe uns zum Nachdenken zwingen.

In der Hoffnung, dass du noch in süßen Träumen versunken bist, sende ich dir aus Frankreich herzliche Gedanken.

In diesem Sinn,

Pierre

 

//pm

Fustigazione

Arabia Saudita: 1.000 frustate per aver insultato l’Islam. Venti giorni a cinquanta frustate. Se il blogger Raif Badawi sopravviverà la procedura è discutibile. L’Arabia Saudita è considerato come uno dei paesi più liberali in realtà del Medio Oriente. Con la libertà d´opinione, non vale molto. Osservazioni critiche contro l’Islam sono considerati come insulto alla religione. Senza pietà! Baldawi si aveva adoperato, tra l’altro, per la separazione tra religione e stato. Le fustigazioni saranno resi pubblici, la folla battendo le mani, glorifica Allah. Esecuzione di una pena, come in Europa medievale. Arabia Saudita ora ha sospeso la seconda serie delle sferzate. Presumibilmente per „ragioni mediche“. La vera ragione risiede probabilmente nella critica mondiale. Tra altri stati, gli Stati Uniti hanno esortato i sauditi di rinunciare alla pena.

Auspeitschung

Saudi Arabien: 1.000 Peitschenhiebe wegen Beleidigung des Islam. Zwanzig Tage zu je fünfzig Peitschenhieben. Ob der Blogger Raif Badawi die Prozedur überstehen wird, ist fraglich. Saudi Arabien gilt eigentlich als eines der liberalsten Länder des Mittleren Ostens. Mit der Meinungsfreiheit ist es allerdings nicht weit her. Islamkritische Bemerkungen gelten als Beleidigung der Religion. Ohne Gnade! Baldawi hatte sich unter anderem für die Trennung von Religion und Staat eingesetzt. Die Auspeitschungen werden öffentlich vorgenommen, die Menge klatscht, preist Allah. Vollzug einer Strafe wie im Europa des Mittelalters. Saudi Arabien hat jetzt die zweite Serie der Peitschenhiebe ausgesetzt. Angeblich aus „medizinischen Gründen“. Der wahre Grund liegt wohl in der weltweiten Kritik. Unter anderem die USA mahnten die Saudis, auf die Strafe zu verzichten.

 

© Thomas Dietsch