Liebe Eva, lieber Adam,Pierre Mathias

 ja, ich gebe zu, die Liebe kann ganz schön anstrengendsein, dennoch will niemand darauf verzichten. Ein Wechselbad von Hoffnungen und Zweifeln. Ist das das Resultat, eure Verbannung aus dem Paradies und warum müssen solche Gefühle so schmerzhaft sein? Wieso steht der Genuss nicht alleine im Vordergrund? Ist die Quälerei, die oft die Beziehungen bestimmt, das Öl, dass das Feuer zu brennen bringt? Scheint so zu sein. Eines steht fest: Krieg und Frieden sind sehr vom Liebesdrang abhängig und es geht immer um zwischenmenschliche Kontakte, die von Hass und Zuneigung bestimmt sind. Der Fundamentalismus soll eine Liebeserklärung zu Gott sein. Eine absolute Leidenschaft, die eine Blutspur hinter sich lässt. So zerstörerisch können Gefühle sein, liebe Eva, lieber Adam. Liebe kann nur vom Absolutismus geprägt sein und wenn sie enttäuscht wird, kann sie zur Selbstvernichtung führen, wie es bei Werther der Fall war.

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 Liebe ABC-Schützen,

Pierre Mathiaswas unterscheidet Geistes- von Naturwissenschaft? Der schlechteste Chemiker oder Arzt muss die Grundlagen seines Faches kennen, um seinen Beruf ausüben zu können. Anders bei den Menschen, die sich als Psychologe oder als Kunstgelehrte improvisieren. Oft sind es Tätigkeiten, die nicht vom Gesetzgeber geschützt sind. Es ist aus meiner Sicht ein Hohn, dass jeder Heilpraktiker als Seelenklempner tätig werden kann und das mit einer kurzen Ausbildung in diesem Fach, das bedeutet aber nicht, dass darunter auch gute Therapeuten zu Gange sind. Dennoch fehlt mir persönlich das Grundwissen, auch wenn der Instinkt eine große Rolle spielt und das Gleiche gilt im Bereich der Kunst, bei der oft die Unvollkommenheit mit der Freiheit des Schöpfers begründet wird. In zahlreichen Kunstakademien wird unzureichend die Grundbasis gelehrt, es gibt Absolventen, die kaum in der Lage sind, eine Aktzeichnung fertigzustellen oder sich mit der Farblehre auseinander gesetzt haben. Auch bei den Videos gibt es eine Menge technischer Mängel, die die Aussagekraft des Streifens mindern. Weiterlesen

 

Liebe Freier,

 

Pierre MathiasMensch seid ihr arm dran, in den Puff gehen zu müssen, um euch einen runter zu holen! Ärmer aber sind die Frauen – ich nenne sie bewusst nicht Nutten – die euch diesen Dienst gegen Bezahlung erweisen. Besser das, als kleine Mädchen im Park oder am Waldrand zu vernaschen und möglicherweise zu ermorden. Wenn es so wäre, müssten die Dirnen höchst respektiert werden und das tue ich, weil ich sie einfach als Menschen betrachte. Sie üben den ältesten Beruf der Welt aus, keine leichte Kost, sie kostet viel Überwindung! Sie als leichte Mädchen zu betrachten, finde ich deswegen völlig unangebracht, denn sie werden nicht nur von euch Freiern missbraucht, oft auch von ihren Freunden, die man Zuhälter nennt und ausgepresst wie Zitronen landen sie dann in der Gosse. Krank, ausgetrocknet, seelisch vergewaltigt, verspottet! Von euch ausgegrenzt, liebe Freier! Seid ihr nicht die Sprosse des Bürgertums und – von dieser Warte aus – Apostel der guten Sitten? Ihr spielt die guten Väter, die fürsorglichen Söhne, die treuen Ehemänner und seid im Grunde genommen nur Ausbeuter, feige Hunde, die sich hinter einer Fassade der guten Sitten verstecken. Ihr habt nicht einmal den Mut, offen das zu sein was ihr wirklich seid: dämliche Schweine und deswegen missachte ich euch! Weiterlesen

 

Liebe Mülltonnen,

 

Pierre MathiasTagein, tagaus müsst ihr eine Unmenge Unrat schlucken, von der Hundescheiße, fein in einem rotes Tütchen eingewickelt, bis zur Nahrung, die wir einfach weg rationalisieren, während Menschen rund um die Welt verhungern. Das sollen die Folgen der Konsumgesellschaft sein. Einfach kopflos kaufen und dann wegschmeißen. Findet ihr das nicht pervers, liebe Mülltonnen? Was die Leute da anstellen ist, wenn man das Evangelium genau folgt, unchristlich und da nützt es nicht, einmal im Jahr spendabel zu sein. Die Zweibeiner produzieren unentwegt Schrott. Das lässt sie kalt, weil sie einfach verwöhnte und unerzogene Kinder sind, die trotzig werden, wenn sie nicht alles bekommen, was sie sich so wünschen. Und dann kommt das tolle Argument, dass die Wirtschaft nur im Überfluss leben kann. Trotz der schönen Parolen, was die Umwelt angeht, ist es den Pappfiguren total egal, ob die Welt untergeht oder nicht. Solange sie nicht selbst betroffen sind, alles Paletti! Ihr Mülltonnen könnt ein Lied davon singen, ihr armen seid völlig überlastet! Weiterlesen

 

Liebe Hunde,

 

Pierre Mathiasheute habe ich mich entschieden, euch aus Dankbarkeit eine Rede zu halten. Ihr wisst nicht, was ihr uns mit euren Tretminen antut. Wer das Glück hat, in eine von ihnen zu treten, hat mehr als Dusel und kann endlich hoffen, die Liebe seines Leben zu begegnen oder das große Los zu ziehen. Ihr seid erfunden worden, um die Menschen aus ihrem Frust zu befreien. Deshalb scheißt ihr unentwegt überall hin, wo es euch genehm ist: auf den Gehsteig, auf den Teppich von Tante Ida, auf unsere Seele, wenn sie miese Gedanken hegt, das nenne ich ein kluges Verhalten. Und wenn ihr angepöbelt werdet, braucht ihr nur zu erwidern, dass auch die Menschen ein Arschloch haben, das genutzt werden sollte. Ein arbeitsloses Arschloch ist ein gesellschaftlicher Blinddarm und dafür Hartz IV zu bezahlen, wäre eine Zumutung. Also zeigt ihr das gute Beispiel, eure Häufchen überall zu hinterlassen, das ist eine soziale Pflicht – das habt ihr sehr wohl kapiert. Wieso? Es verpflichtet Herrchen spazieren zu gehen und verursacht eine einfallreiche Konversationen, wie diese: „Herr Nachbar, heute ist das Würstchen wohl geformt, ein richtiges Kunstwerk!“ „Besser, als die Scheiße, die uns in den Galerien serviert wird!“ So drückt sich das Kulturvolk aus. Lauter Tierfreunde, die die wahre Schöpfung in ihrer ganzen Weite zu schätzen wissen! Weiterlesen

 

Liebe Arme,

 

Pierre Mathiasja, wir brauchen euch, um ein schlechtes Gewissen zu haben. Ohne schlechtes Gewissen hätte die Kirche keine fröhliche Botschaft zu verkündigen und der Vatikan müsste seine Tore schließen. Und die fürsorglichen Kurien-Kardinäle? Sie müssten stempeln gehen! Das wollen wir ihnen doch nicht antun! Es ist schon schön, dass ihr Armen, nicht ohne Grund arm seid. Ihr habt diese Rolle zu spielen, um euren Mitmenschen Glück zu vermitteln. „Da schau her, es gibt ärmere Schweine als ich selbst!“ Was ihr da treibt, ist Menschenliebe pur. Und wer spendabel ist, weiß auch warum er es ist. Hat Gott nicht laut und stark behauptet, dass man nicht ohne weiteres ins Himmelreich aufgenommen wird? Jeder Kandidat braucht seine Armen, um dann die Engel flach zu legen. Ein flach gelegter Engel hat aber seine Flügel in der Garderobe abgelegt. Ohne euren Beitrag wäre das nicht möglich und wieder ein ein-Euro-Job im Eimer. Weiterlesen

 

Hallo Leute,

 

Pierre Mathiasmit der Schreibe kann man nur verhungern, deshalb habe ich mich entschlossen, Hellseher zu werden. Hier meine erste Vorhersage: Während ich diese Zeilen in meinen Laptop eintippe, hat die Bundestagswahl noch nicht stattgefunden und doch erlaube ich mir, die Endresultate zu kommentieren. Dank der Kristallkugel sehe ich lauter Politiker, die vor der Kamera behaupten, dass sie gewonnen hätten, auch wenn die Zahlen nicht danach aussehen. Das nennt man positives Denken! Davon brauchen wir eine Menge, wenn man feststellt, wer sich in den Kopf eingehämmert hat, unbedingt der Retter der Nation zu sein. Lauter Eierköpfe oder eiserne Ladys, die sich vorgenommen haben, uns in den Arsch zu treten, damit wir mehr Steuern abführen. Das nennt man demokratische Einsicht. Die einen blechen, die anderen schmeißen die Kohle raus und gerade die haben wir gewählt, blöder kann das nicht laufen! Und wir? Wir sind die armen Schlucker! Weiterlesen

Liebe Urnen,

Pierre Mathiasam Sonntag wird gewählt und selbst die Murmeltiere unter euch, werden kaum ihre Zeit in ihrem Bett verplempern können. Der große Tag ist gekommen, ihr werdet lauter Wahlzettel schlucken müssen, um eine Super-Mutti im Amt zu bestätigen oder den Herausforderern einen Hauch von Hoffnung vermitteln zu können. Wenigstens so lange, wie euer Deckel versiegelt bleibt. Ich weiß, solch ein Vorgang vermittelt Blähungen, aber wie sollte es in einer Demokratie anders laufen? Ihr würdet euch am liebsten auskotzen, aber eines steht für euch leider fest, liebe Urnen, ihr dürft eure Meinung nicht an die große Glocke hängen. Schweigen ist eure Pflicht! Das ist wahrhaft unerträglich, wenn jeder weiß, welche Knallköpfe sich mit den Stimmen, die ihr aufbewahrt, profilieren werden. Die Zettel zu vernichten, könnte eine ehrenhafte Aufgabe sein, aber das geht nicht, da ihr zahnlos auf die Welt kommt. Da hat der liebe Gott nicht aufgepasst oder war er in einen Flirt verwickelt? Das Irren kann auch göttlich sein! Weiterlesen