Liebe Arme,

 

Pierre Mathiasja, wir brauchen euch, um ein schlechtes Gewissen zu haben. Ohne schlechtes Gewissen hätte die Kirche keine fröhliche Botschaft zu verkündigen und der Vatikan müsste seine Tore schließen. Und die fürsorglichen Kurien-Kardinäle? Sie müssten stempeln gehen! Das wollen wir ihnen doch nicht antun! Es ist schon schön, dass ihr Armen, nicht ohne Grund arm seid. Ihr habt diese Rolle zu spielen, um euren Mitmenschen Glück zu vermitteln. „Da schau her, es gibt ärmere Schweine als ich selbst!“ Was ihr da treibt, ist Menschenliebe pur. Und wer spendabel ist, weiß auch warum er es ist. Hat Gott nicht laut und stark behauptet, dass man nicht ohne weiteres ins Himmelreich aufgenommen wird? Jeder Kandidat braucht seine Armen, um dann die Engel flach zu legen. Ein flach gelegter Engel hat aber seine Flügel in der Garderobe abgelegt. Ohne euren Beitrag wäre das nicht möglich und wieder ein ein-Euro-Job im Eimer.

 

Kein Grund zu jammern! Ihr wisst nicht, wie gut es euch geht! Ohne Geld braucht man keine Steuern zu zahlen und dazu kommt, dass die Gefahr einer Fettleibigkeit entfällt – ein Fressen für die Modemacher. Habt ihr euch nie die Frage gestellt, warum ihr keinen Platz bei „Vogue“ findet? Weil ihr einfach nicht fröhlich seid! Traurige Minen passen einfach nicht in unserer Konsumgesellschaft, in der wir uns unbedingt wohlfühlen sollen, nur das treibt den Umsatz nach oben! Immer lächeln, meine sehr geehrten Armen und natürlich ist positives Denken angesagt! Davon könnt ihr etwas lernen. Stellt euch einfach vor, dass ihr früher abkratzt und ihr euch somit viel Stress erspart. Nicht wie die Millionäre, die sich immer die Frage stellen müssen, wie sie ihre Kohle mit in den Tod nehmen können. Damit habt ihr euch nicht zu konfrontieren. Ihr seht, kein Grund, trübe in die Suppe zu blicken! Sorry, ich habe vergessen, dass ihr euch keine Bouillon leisten könnt.

 

 

Armut ist ein Segen, weil er zum Betteln verpflichtet und das ist sehr viel nützlicher als ins Spielkasino zu gehen. Die Gefahr einer Banksprengung ist somit vom Tisch, die einzige Investition, die ihr machen müsst, ist die Hand offen zu halten und wenn aus Zufall ein paar Cents darin landen, ein Dankeschön auszusprechen. Aber bitte keine Banalitäten. „Mutter Maria segnet euch!“ kann ich nicht mehr hören. Was nun, wenn sie nicht bereit ist, es zu tun? Da haben wir ein Problem, daher würde ich sie nicht mit ins Spiel bringen. Viel besser wäre der Gedanke, einen Spendenbeleg auszufüllen – Herr Rockfeller hat 40 Cents gespendet, das kann er von seiner Steuererklärung abziehen. Somit seid ihr nicht nur Bittsteller sondern auch Philanthropen und schon aus diesem Grund solltet ihr Freude ausstrahlen.

 

 

Und jetzt bitte ich um Beifall, in der Hoffnung, dass ich etwas zu eurem Wohlergehen geleistet habe. Bitte? Nein, ich habe keinen Euro für euch übrig! Als Sprecher sorge ich für Wind, mehr ist aber nicht drin und wir ihr wisst, bekommt man für Wind keine Kröten. Selbst der Hustensaft-Hersteller lässt mich im Wind stehen! Wir können uns die Hand reichen und uns auf die Stufen, die zur Kirche führen, hinsetzen. „Wie wäre es mit einer kleinen Spende, du Arsch?“ „Auch Ärsche sind eine Gottesschöpfung!“ Amen!

 

//pm

 

 

Link zum Thema Armut:

http://www.tdh.de/de/was-wir-tun/arbeitsfelder/entwicklungspolitik-und-kinderrechte.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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