Sehr verehrte Seelenklempner,

 Pierre Mathiaswer ist so blöd euch zu glauben, wenn ihr hoch und heilig behauptet, dass das Alter schön ist? Dass der Rückblick auf ein voll erfülltes Leben nur geil sein kann? Von wegen! Ihr lügt uns etwas vor. Das müsst ihr auch, um die unzähligen alten Knackern bei Laune zu halten. Da die Gesellschaft immer älter wird, sollen die Rentner und Pensionäre auf Trab gehalten werden. Wer noch vögeln kann, fällt uns nicht zur Last, könnte das Motto sein. Und was nun, wenn der Allerheiligste platt macht? Dann kommt ihr und versucht uns mit einbalsamierten Sätzen die Schönheit des Herbstes zu schildern. Ich verachte euch deswegen. Warum? Weil der Geist oft potenter als der Körper ist. Der Letztere verfällt allmählich, aber nicht die Sehnsucht und die Lust! Leute, euer Gelaber ist unerträglich! Ihr macht uns das Altern nicht leichter, im Gegenteil. Ich würde vorziehen, wenn ihr laut und deutlich sagen würdet, dass das Ganze Scheiße ist. Weiterlesen

Drei Wünsche frei

Habt Ihr von dem Netzfilm „The Shooting Star Salesman“ in der ZEIT gelesen? Die Geschichte eines Mannes ohne Namen, der Wünsche in Form von Sternschnuppen verkauft.

Eine romantische Schnulze, die nicht mehr in unsere Zeit passt? Mag sein. Und doch musste ich darüber nachdenken.

Das ist scheiß Gefühlsduselei, man sollte sich auf das Leben konzentrieren?

Das Leben darf man nicht aus den Augen verlieren, richtig. Aber warum sich nicht Wünsche erfüllen lassen?! Weiterlesen

 Holde Nachbarschaft

 

Rostra-AusrufezeichenNachbarschaftsstreit. Großartiges Thema! Eine Beschäftigungstherapie für die Gerichte und in jedem Nest des Landes stets aktuell. Da pisst der Hund des Nachbarn an den Gartenzaun, der Apfel verfault den Rosenstock der Dame nebenan. Sorgfältig gezüchtet und gedüngt…ach, du Scheiße! Der Apfel knallt vom Baum, direkt in den Blütenkelch. Der Untermieter vögelt seine Stute, dass die Wände wackeln und die Lady nebenan knallt einem den ganzen Tag Death Metal um die Ohren. Beim Nachbarn stinkt´s! Und zwar gewaltig. Polizeistreife kam mehrfach wegen Ruhestörung, der Sohn darf nicht mal mehr X-Box mit Headset spielen. Tolerantes Deutschland, ich liebe dich. Muss das sein? Haben wir nicht schon genug um die Ohren? Ich wohne in einem kleinen Städtchen nahe der Mainmetropole und das hier ist streng katholisch. Im Jahr 2013 keifen sie sich gegenseitig an, stehen kurz vor einer Lynchjustiz und sitzen am Sonntag brav nebeneinander in der Kirche um ein Lied zu singen. Die spinnen! Glauben sie mir, die sind nicht mehr ganz sauber. Sie lächeln sich im Dorfladen verlogen zu und grüßen. Kaum um die Ecke, geht das Gezeter wieder los und da wird geschnattert und geschimpft, dass sich einem die Nägel hochbiegen. Verlogene Leute. Verlogen bis zum geht nicht mehr und von Toleranz keine Spur. Das Motto „leben und leben lassen“ ist hier offenbar nie angekommen, denn sie hauen sich gegenseitig die Hucke voll. Der gelbe Sack steht zu weit links, die grüne Tonne darf nur halb gefüllt werden – die andere Hälfte gehört der anderen Haushälfte. Kleinkarierte Geister! Krieg auf engem Raum. Liebe Leute, beschwert euch nicht, wenn die Völker untereinander nicht friedlich leben. Ihr schafft es ja nicht einmal vor eurer eigenen Tür.“

 

 

© Petra M. Jansen

 

 

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Lieber Herr Luther,

 Pierre Mathiasvor ein paar Tagen wurde in Gelnhausen ein Film gedreht mit dem Thema „Hexenverbrennung“. Das geschah um das Jahr 1600, zweiundzwanzig Frauen wurden gefoltert, gedemütigt, vergewaltigt und lebend verbrannt und das im Namen Gottes! Das ist für jeden Gläubigen unerträglich und ein totaler Widerspruch zum Evangelium, das die Nächstenliebe als ihr Credo betrachtet. „Das war die Vergangenheit,“ werden viele behaupten. Nein, das ist nicht der Fall. Noch heute werden zahlreiche Frauen diskriminiert, an den Pranger gestellt, von hirnlosen Männern bespuckt, die nur einen erigierten Schwanz im Kopf haben und die sich deshalb die Freiheit nehmen „das schwache Geschlecht“ zu missbrauchen. Das einfach, um sich zu beweisen, dass sie keine Nieten sind! Das sind sie aber und das macht sie so gefährlich. Und ich? Wenn ich meinem Instinkt folgen würde, würde ich mich vielleicht nicht anders verhalten, aber Gott hat mir ein Gehirn und vor allem ein Herz geschenkt. Sie verhindern, dass ich mich wie eine Bestie verhalte. Weiterlesen

Liebe Eva, lieber Adam,Pierre Mathias

 ja, ich gebe zu, die Liebe kann ganz schön anstrengendsein, dennoch will niemand darauf verzichten. Ein Wechselbad von Hoffnungen und Zweifeln. Ist das das Resultat, eure Verbannung aus dem Paradies und warum müssen solche Gefühle so schmerzhaft sein? Wieso steht der Genuss nicht alleine im Vordergrund? Ist die Quälerei, die oft die Beziehungen bestimmt, das Öl, dass das Feuer zu brennen bringt? Scheint so zu sein. Eines steht fest: Krieg und Frieden sind sehr vom Liebesdrang abhängig und es geht immer um zwischenmenschliche Kontakte, die von Hass und Zuneigung bestimmt sind. Der Fundamentalismus soll eine Liebeserklärung zu Gott sein. Eine absolute Leidenschaft, die eine Blutspur hinter sich lässt. So zerstörerisch können Gefühle sein, liebe Eva, lieber Adam. Liebe kann nur vom Absolutismus geprägt sein und wenn sie enttäuscht wird, kann sie zur Selbstvernichtung führen, wie es bei Werther der Fall war.

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 Liebe ABC-Schützen,

Pierre Mathiaswas unterscheidet Geistes- von Naturwissenschaft? Der schlechteste Chemiker oder Arzt muss die Grundlagen seines Faches kennen, um seinen Beruf ausüben zu können. Anders bei den Menschen, die sich als Psychologe oder als Kunstgelehrte improvisieren. Oft sind es Tätigkeiten, die nicht vom Gesetzgeber geschützt sind. Es ist aus meiner Sicht ein Hohn, dass jeder Heilpraktiker als Seelenklempner tätig werden kann und das mit einer kurzen Ausbildung in diesem Fach, das bedeutet aber nicht, dass darunter auch gute Therapeuten zu Gange sind. Dennoch fehlt mir persönlich das Grundwissen, auch wenn der Instinkt eine große Rolle spielt und das Gleiche gilt im Bereich der Kunst, bei der oft die Unvollkommenheit mit der Freiheit des Schöpfers begründet wird. In zahlreichen Kunstakademien wird unzureichend die Grundbasis gelehrt, es gibt Absolventen, die kaum in der Lage sind, eine Aktzeichnung fertigzustellen oder sich mit der Farblehre auseinander gesetzt haben. Auch bei den Videos gibt es eine Menge technischer Mängel, die die Aussagekraft des Streifens mindern. Weiterlesen

Der Fisch

 

Ufer vor dem Steilhang,

sitz´ am Steg, Füße im Wasser.

Sonnenstrahl durch die Wolken,

Fisch beäugt mich kritisch.

Du, Deine eigene Welt,

jeder von uns beiden.

 

Die Hälfte meiner besteht aus Himmel.

Schauen in die Ferne, Stimmen im Wind.

Zwischen uns beredte Wortlosigkeit.

Verstehen uns auch so,

gemeinsam wandernd

auf den Fluren der Phantasie. Weiterlesen

 

Liebe Freier,

 

Pierre MathiasMensch seid ihr arm dran, in den Puff gehen zu müssen, um euch einen runter zu holen! Ärmer aber sind die Frauen – ich nenne sie bewusst nicht Nutten – die euch diesen Dienst gegen Bezahlung erweisen. Besser das, als kleine Mädchen im Park oder am Waldrand zu vernaschen und möglicherweise zu ermorden. Wenn es so wäre, müssten die Dirnen höchst respektiert werden und das tue ich, weil ich sie einfach als Menschen betrachte. Sie üben den ältesten Beruf der Welt aus, keine leichte Kost, sie kostet viel Überwindung! Sie als leichte Mädchen zu betrachten, finde ich deswegen völlig unangebracht, denn sie werden nicht nur von euch Freiern missbraucht, oft auch von ihren Freunden, die man Zuhälter nennt und ausgepresst wie Zitronen landen sie dann in der Gosse. Krank, ausgetrocknet, seelisch vergewaltigt, verspottet! Von euch ausgegrenzt, liebe Freier! Seid ihr nicht die Sprosse des Bürgertums und – von dieser Warte aus – Apostel der guten Sitten? Ihr spielt die guten Väter, die fürsorglichen Söhne, die treuen Ehemänner und seid im Grunde genommen nur Ausbeuter, feige Hunde, die sich hinter einer Fassade der guten Sitten verstecken. Ihr habt nicht einmal den Mut, offen das zu sein was ihr wirklich seid: dämliche Schweine und deswegen missachte ich euch! Weiterlesen