In former times emperors and the Pope struggled for power. How to reign over which crowd of people with which rules? Religious or secular kind of law? The governed must not be too critical, otherwise there is revolution. Riots were and are still quelled bloodily. There is a need of rules in order to keep people´s criticism under controll. Riots are supposed not to take place. Today the economic competence of a government is very important. People start to grumble if the economic circumstances get worse. So you have to distract from economic crises. Here a banana republic is freed from communism, there a threat of military attack is preempted by invasion of the neighboring country. One is involved in foreign policy in order to hush up domestic political problems. And so the people is given something to discuss with the effect that it does not deal with economic problems. Headscarf ban! Burqa ban! While people are proudly discussing how to wear fabric, government circles are left in peace. That´s how you control your people and keep the media busy. They determine weal and woe!

Früher rangen Kaiser und Papst um die Macht. Welche Menschenmenge führt man nach welchen Regeln? Religiöser oder weltlicher Natur? Die Regierten dürfen nicht zu kritisch werden, sonst gibt es Revolution. Aufstände wurden und werden heute noch blutig niedergeschlagen. Es bedarf Regeln, um die Kritik des Volkes im Zaum zu halten. Zu Aufständen soll es gar nicht kommen. Heute ist die wirtschaftliche Kompetenz einer Regierung sehr wichtig. Das Volk murrt, wenn es ihm wirtschaftlich schlecht geht. So muss man von Wirtschaftskrisen ablenken. Hier wird eine Bananenrepublik vom Kommunismus befreit, dort wird einem drohenden militärischen Angriff durch Invasion des Nachbarlandes zuvorgekommen. Man engagiert sich außenpolitisch, um innerpolitische Probleme zu vertuschen. Und so gibt man dem Volk etwas zu diskutieren, damit es sich gar nicht mit wirtschaftlichen Problemen beschäftigt. Kopftuchverbot! Burkaverbot! Während man im Volk stolz über das Tragen von Stoff diskutiert, hat man in Regierungskreisen seine Ruhe. Man kontrolliert das Volk und beschäftigt die Medien. Sie entscheiden über Wohl und Wehe!

 

© Thomas Dietsch

Cultura

„L’Islam è parte della Germania“. L’ex presidente tedesco Wulff ha fatto questa dichiarazione nel 2010. La Cancelliera lui ora ha citato durante la visita del primo ministro turco Davutoglu.
Ancora una volta, piove la critica. Perché? La „tradizione giudaico-cristiana dell’Occidente“ è spesso citata come un criterio di emarginazione. Secondo il motto: Siamo comunque cristiani, ebraica è così simile e l’Islam non va bene. Qui ci sono alcuni fatti: i ritiri dalla chiesa sono cresciuti rapidamente nel 2014 (sueddeutsche.de dal 15/08/2014 – Autorete delle Chiese). Questo paese evidentemente non è più troppo cristiano. Germania giudaica? Senza voler citare il periodo 1933-1945: Gesù non ha vissuto in Europa, Israele non è in Europa. E „l´Occidente“ … Questo è chiacchiere xenofoba in ogni caso. Una coperta di peluche putativa contro il cambiamento. In Germania, cristiani, ebrei e musulmani vivono in pace fianco a fianco per decenni. Uno stato normale in un mondo globalizzato. Ed è necessario punire i criminali! Ma questo non ha niente da fare con l’Occidente e la religione …

 

Kultur

„Der Islam gehört zu Deutschland!“. Der frühere Bundespräsident Wulff hat diese Aussage 2010 getroffen. Die Bundeskanzlerin hat ihn beim Besuch des türkischen Premier Davutoglu nun zitiert. Wieder hagelt es Kritik. Warum? Die „jüdisch-christliche Tradition des Abendlandes“ wird gerne zitiert als Abgrenzungskriterium. Nach dem Motto: christlich sind wir sowieso, jüdisch ist so ähnlich und Islam passt nicht rein. Hierzu einige Fakten: Die Kirchenaustritte stiegen in 2014 rasant (sueddeutsche.de vom 15.08.2014 – Eigentor der Kirchen). Ganz so christlich geht es offensichtlich hierzulande nicht mehr zu. Deutschland jüdisch? Ohne die Zeit von 1933 bis 1945 bemühen zu wollen: Jesus lebte nicht in Europa, Israel liegt nicht in Europa. Und „Abendland“ … Das ist ohnehin fremdenfeindliches Geschwätz. Eine vermeintliche Kuscheldecke gegen Veränderungen. In Deutschland leben Christen, Juden und Muslime seit Jahrzehnten friedlich nebeneinander . Ein normaler Zustand in einer globalisierten Welt. Und Verbrecher gilt es zu bestrafen! Aber das hat nichts mit Abendland und Religion zu tun …

© Thomas Dietsch

Mr. President

Dear Mr. President,

I’m Jenny and I’m already 8 years old. I have so many questions and my Mom told me to write a letter to you. There are so many things I do not understand.

In my class here in Berlin there are many children who come from other countries. Most of them are very nice. In the schoolyard there is always conflict between the boys, as they say, those who do not come from here, are evil. Why do they say such things?

My parents do not go to church. But in religious instruction our teacher said that all religions ask people to be nice to each other. Now in France evil men have shot some people dead. It happened at the office of this newspaper, you already know. Just because they brought out images of this man from the other religion in their newspaper. Why do men do this? If they think that these images are not funny, why didn´t they tell the newspaper?

As there are coming so many people by ship from Africa across the sea: Why do they do that? Mama says that they are poor. But, Mr. President, if people are poor, why don´t we help them? Papa told me the other day that many of them drowned in the sea and that they have very old ships. Why can´t we give them a new one?

Dear Mr. President, I have so many questions. But Mom says it’s late now and that I must be in school tomorrow.

Please answer me!

Kind regards!

Yours Jenny

 

 

Herr Präsident

 

Lieber Herr Präsident,

 

ich bin die Jenny und bin schon 8 Jahre alt. Ich habe so viele Fragen und meine Mama hat gesagt, ich soll dir mal einen Brief schreiben. Es gibt so viele Dinge, die ich nicht verstehe.

 

In meiner Klasse hier in Berlin sind viele Kinder, die aus anderen Ländern kommen. Die meisten sind sehr nett. Auf dem Schulhof gibt es aber immer Streit zwischen den Jungs, da die sagen, die, die nicht von hier kommen, seien böse. Warum ist das so?

 

Meine Eltern gehen nicht in die Kirche. Aber in Religion sagt unser Lehrer, dass alle Religionen die Menschen auffordern, nett zueinander zu sein. In Frankreich haben jetzt böse Männer Menschen totgeschossen. Bei diesem Zeitungsbüro, du weißt schon. Bloß, weil die Bilder von diesem Mann aus der anderen Religion in die Zeitung gemacht haben. Warum haben die Männer das getan? Wenn die die Bilder nicht lustig finden, dann hätten die der Zeitung das doch sagen können.

 

Da kommen doch immer so viele Leute mit dem Schiff von Afrika über das Meer zu uns. Warum machen die das? Mama sagt, die seien arm. Aber, Herr Präsident, wenn die Menschen arm sind, warum helfen wir denen nicht? Papa hat mir neulich erklärt, dass viele im Meer ertrunken sind und dass die ganz alte Schiffe haben. Können wir denen nicht ein neues geben?

 

Lieber Herr Präsident, ich habe noch so viele Fragen. Aber Mama sagt, es sei jetzt spät und dass ich morgen in die Schule muss.

 

Bitte antworte mir!

 

Liebe Grüße!

Deine Jenny

 

© Thomas Dietsch

 

 

Parigi

Dimostrazione di Pegida e al duomo di Colonia si spegne la luce. Nessuno vuole sapere qualcosa di questa presunta calda coperta di „Occidente“. Adesso si desidera anche essere riconosciuto come organizzazione non-profit. La domanda per questo sarebbe stato fatto all’ufficio tasse. Raccolta di fondi attraverso donazioni? Porta nulla, nessuno vuole la merce „Occidente“! Attentato contro Charlie Hebdo a Parigi. Mi vengono i brividi! Che cosa questi criminali vogliono raggiungere?! Sono pericolosi per vite umane e la sicurezza pubblica e l’ordine. Né musulmani né altre fedi capiscono lo sfondo. L’Islamismo non è l’Islam! E tuttavia, semplici menti sono in collera con tutto straniero. I pifferai magici girano intorno … Uno sguardo dietro le quinte compiacenti? Di che cosa si tratta? Prendete il dibattito sul velo: persone moderne si interessano, se una donna indossa un velo o no?? Non sul serio, davvero?! In realtà tutto è chiacchiera! Ma le persone sono occupate. E chi è occupato, non dà fastidio. Poi, quando si tratta di questioni di potere. Dietro a questo sono persone che non si preoccupano per che cosa crediamo. La cosa principale è che possono controllarci! E il suddito non ha voce …

 

Paris

Pegida demonstriert und am Kölner Dom gehen die Lichter aus. Niemand will von dieser angeblich so warmen Decke „Abendland“ etwas wissen. Jetzt wollen die auch noch gemeinnützig werden. Antrag beim Finanzamt wurde angeblich gestellt. Geldbeschaffung über Spenden? Bringt nichts, die Ware „Abendland“ will niemand! Attentat in Paris auf Charlie Hebdo. Mir graust es! Was wollen diese Verbrecher erreichen?! Sie gefährden neben Menschenleben noch die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Weder Muslime noch Andersgläubige verstehen den Hintergrund. Islamismus ist nicht Islam! Und doch bei einfachen Geistern steigt der Hass auf alles Fremde. Die Rattenfänger gehen um … Ein Blick hinter die Kulissen gefällig? Um was geht es? Nehmen wir die Kopftuchdiskussion: Interessiert es wirklich einen modernen Menschen, ob eine Frau Kopftuch trägt oder nicht? Nicht ernsthaft, oder?! Eigentlich alles Gewäsch! Aber die Leute sind beschäftigt. Und wer beschäftigt ist, wird nicht lästig. Dann, wenn es um Fragen der Macht geht. Dahinter stehen Leute, denen es egal ist, an was wir glauben. Hauptsache, sie können uns beherrschen! Und der Untertan hat nicht mitzureden …

 

© Thomas Dietsch

Grexit

After 2012, this portmanteau word is used for the second time since December 2014: Grexit! It consists of the two words „Greek“ and „exit“. This refers to the intention of the Greeks to leave the eurozone. That doesn´t mean the European Union. The fear of Grexit makes Athens´ stock prices collapse. A run on the banks is in store, savers will empty their accounts. Up to now the press remains unmoved. In the Athens newspaper „Ta Nea“ reports about that appeared only on page 17. What does a Grexit mean? The experts argue over this! Proponents of the Grexit refer to the value of an own currency for Greece: The new drachma could depreciate against the euro. As a result, the export would be boosted by favorable expectant Greek merchandise. So far, considered long-term! In short-term view chaos could not be avoided. If Greece changed from euro to drachma overnight, printing new notes would take time. In addition to the run of depositors on banks companies would not invest anymore and more people get laid off. The unemployment rate in Greece is 26 percent. What about a spread of the crisis to other countries? Meanwhile, the countries have established the euro bailout fund and bank rescue fund. The European Central Bank (ECB) is ready to buy government bonds with a trillion. But the Grexit should not be evoked …

 

Grexit

Nach 2012 wird dieses Kofferwort zum zweiten Mal seit Dezember 2014 gebraucht: Grexit! Es besteht aus den Wortteilen „Greek“ und „exit“. Gemeint ist der Ausstieg der Griechen aus der Euro-Zone, nicht aus der Europäischen Union. Die Angst hiervor lässt Börsenkurse in Athen einbrechen. Ein Sturm auf die Banken steht bevor, Sparer werden ihre Konten leerräumen. Die Presse lässt dies bis dato kalt. In der Athener Zeitung „Ta Nea“ erschienen die Berichte darüber erst auf Seite 17. Was bedeutet ein Grexit? Die Experten streiten! Befürworter des Grexits verweisen auf den Wert einer eigenen Währung für Griechenland: Die neue Drachme könnte gegenüber dem Euro abwerten. Hierdurch würde der Export angekurbelt durch günstiger werdende griechische Waren. Langfristig schon! Kurzfristig lässt sich Chaos nicht vermeiden. Stellt man von heute auf morgen von Euro auf Drachme um, würde das Drucken neuer Scheine dauern. Neben dem Run der Sparer auf die Banken würden Unternehmen nichts mehr investieren und noch mehr Leute entlassen. Die Arbeitslosenquote in Griechenland liegt bei 26 Prozent. Wie ist es mit der Ausbreitung der Krise auf andere Länder? Inzwischen haben die Staaten den Euro-Rettungsschirm und Bankenrettungsfonds aufgebaut. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht mit einer Billion bereit, um Staatsanleihen zu kaufen. Heraufbeschwören sollte man den Grexit aber nicht …

© Thomas Dietsch

Nella Torre

Ci sono diversi modi per essere sepolto: cremazione, nella terra al cimitero o in un cimitero di bosco, in alto mare, solo per citarne alcuni. Il fatto è che lo spazio nei cimiteri delle grandi città è scarsa. Ora c’è una nuova invenzione: la macchina! Sono diversi piani sotto terra, quasi un grattacielo sotterraneo. Nel Parco Constellation a New York City sotto il Ponte Manhattan alloggiano 5.000 persone. Caratteristica: Sono morti! Si pensa moderno. I Romani già conoscevano necropoli. A Pompei, per esempio, questa c’era fuori città. Aveva i morti, in base al loro stato di vita, chi possono riposare in ville. Un monumento ai posteri. Oggi si vive in grattacieli. Allora perché in morte non andare nell´altezza, mi scusi: andare in profondità, invece della larghezza? La domanda è: C’è qualcuno chi vuole questo? Ma pensato altro modo: C´era qualcuno chi ha voluto i grattacieli? È solo una questione di tempo …

Im Turm

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich beerdigen zu lassen: Verbrennung, in der Erde auf dem Friedhof oder in einem Friedwald, auf hoher See, nur um einige zu nennen. Fakt ist: der Platz auf den Friedhöfen großer Städte wird knapp. Jetzt gibt es eine neue Erfindung: Den Automaten! Es geht mehrere Stockwerke unter die Erde, quasi ein unterirdisches Hochhaus. Im Constellation Park unter New Yorks Manhattan Bridge wohnen 5.000 Menschen. Merkmal: Sie sind tot! Man denkt modern. Schon die Römer kannten Nekropolen. In Pompeji zum Beispiel befand sich diese außerhalb der Stadt. Die Toten hatten, entsprechend ihrem Stand im Leben, unter Umständen richtige Villen. Ein Denkmal für die Nachwelt. Heute wohnt man in Wohnblocks. Warum also im Tode nicht in die Höhe, Verzeihung: in die Tiefe gehen, statt in die Fläche? Die Frage ist: Will das jemand? Aber mal anders herum gedacht: Wollte jemand Hochhäuser? Alles eine Frage der Zeit …

 

© Thomas Dietsch

 

 

 

Modern Man

Sometimes tales are simply spun further. „Winnetou’s Return,“ „The Return of Sandokan“, „Scarlett“, just to mention a few. Old stories end, the world keeps on turning. How about man in general? „And so the mobile phone came on the market, and people bought it, both men and women. And they roamed the streets, telephoning, one arm raised to the ear. And the LORD saw this and feared bad posture. Man should walk upright. And so he invented the coffee cup and crowned it with a lid so that man won´t spill the drink while walking and that it did not even become cold before serving. Those he gave to people in the other hand and, lo and behold, they walked upright again. Both, men and women. And GOD saw that it was good … „. Yes, it may be like that, as far as evolution is concerned; even if it is difficult for me to imagine that in a million years, if manhood should be still here on earth, someone´s right „hand“ will be ringing and he would be spilling his left with fright.

Der moderne Mensch

Manchmal werden Geschichten einfach weitergesponnen. „Winnetous Rückkehr“, „Die Rückkehr des Sandokan“, „Scarlett“, nur um einige zu nennen. Alte Geschichten enden, die Welt dreht sich weiter. Wie ist es generell mit dem Menschen? „Und so kam das mobile Telefon auf den Markt, und die Menschen kauften es, Männer wie Frauen. Und so zogen sie durch die Straßen, telefonierend, einen Arm erhoben zum Ohre. Und der HERR sah dies und befürchtete Haltungsschäden. Der Mensch sollte aufrecht gehen. Und so erfand er den Kaffeebecher und krönte ihn mit einem Deckel, auf dass der Mensch im Gehen das Getränk nicht verschütte und es vor Genuss auch nicht erkalte. Jenen gab er dem Menschen in die andere Hand und siehe, jener ging wieder aufrecht. Männer und Frauen. Und der HERR sah, dass es gut war …“. Ja, so ähnlich mag es sein mit der Evolution; auch wenn es mir schwer fällt, mir vorzustellen, dass in einer Million Jahren, wenn die Menschheit noch auf Erden sein sollte, bei jemandem die rechte „Hand“ klingelt und er vor Schreck die linke verschüttet.

 

© Thomas Dietsch

Foto

In ZEIT ONLINE è stato riferito sulle fotografie del fotografo Moises Saman. Le aveva scattato nel corso del anno 2014. Qualcosa è saltato all’occhio: la maggior parte, le dalle aree di crisi, erano in bianco e nero. In una delle foto si trova una bambina con grandi occhi guardando impaurita nella macchina fotografica. I rifugiati nel loro cammino verso la distribuzione di cibo, da qualche parte in Iraq. Salto in tempo: oltre 42 anni fa! I bambini piangendo su una strada in Vietnam; una ragazza nuda. Dietro le truppe statunitensi. 8 Giugno 1972. Questa immagine è stata scattata da Nick Ut, che ha vinto il Premio Pulitzer nel 1973. La fotografia si mette in mente di ognuno che lo ha visto allora nel giornale (Gisèle Freund nel 1979). E così è: la sofferenza dei bambini in guerra si mette in mente, la paura è nuda. Eppure 42 anni tra le due fotografie. Mi chiedo se qualcosa è cambiato. Non proprio. Le fotografie hanno una somiglianza spaventosa.

Fotos

In ZEIT ONLINE wurde über die Bilder des Fotografen Moises Saman berichtet. Er hatte sie im Laufe des Jahres 2014 geschossen. Eines fiel dabei auf: die meisten, aus Krisengebieten, waren schwarz-weiß. Auf einem der Fotos schaut ein kleines Mädchen mit großen Augen verängstigt in die Kamera. Flüchtlinge auf dem Weg zur Essensausgabe, irgendwo im Irak. Zeitsprung: vor über 42 Jahren! Weinende Kinder auf einer Straße in Vietnam; ein Mädchen nackt. Dahinter US-Truppen. 8. Juni 1972. Dieses Bild wurde von Nick Ut aufgenommen, der 1973 dafür den Pulitzer-Preis gewann. Das Bild hat sich in das visuelle Gedächtnis eines jeden gebrannt, der es damals in der Zeitung sah (Gisèle Freund 1979). Und so ist es: das Leid der Kinder im Krieg brennt sich in das Gedächtnis, die Angst ist nackt. Und doch: 42 Jahre liegen zwischen den beiden Bildern. Ich stelle mir die Frage, ob sich den etwas geändert hat. Eigentlich nicht. Die Fotos haben erschreckende Ähnlichkeit.

© Thomas Dietsch