Liebe Freier,

 Pierre Mathiasman müsste euch für euer Engagement dankbar sein, denn ihr sorgt dafür, dass die Huren ein schönes Leben haben. Seinem Hobby nachzugehen und dabei eine Stange Geld zu verdienen, kann sehr verlockend sein. Das ist nicht nur menschlich, das ist ein großartiges Opfer in Sachen Menschlichkeit. Dass ihr als Belohnung einen kleinen Fick bekommt, ist total normal, dennoch habe ich einige Fragen. Seid ihr euch sicher, dass die Frauen, die ihr als Matratze missbraucht, diesen Job super finden? Dass sie das Geld, dass ihr hinterlasst, selbst kassieren? Oder ob sie es an brutale Typen abliefern sollen? Habt ihr euch die Frage gestellt, ob die Menschen, denen ihr auf dem Strich begegnet, es freiwillig tun? Wurden sie dazu seelisch und physisch genötigt? Interessiert euch nicht! Es geht allein um euren Schwanz! Alles andere wird von euch wegrationalisiert. Was würden ihr sagen, wenn eure Töchter oder Jungen zu Objekten verwandelt würden, die man nach dem Gebrauch wegwirft? Das würde euch mit Recht nicht begeistern. Ja, Leute, das geht euch etwas an!

 Schlimmer wird es, wenn Kinder im Spiel sind. Die Polizei macht es sich schwer, solche Auswüchse zu unterbinden, weil es hinter dichten Gardinen geschieht. Alleine mit Repression ist der Baby-Strich nicht zu bekämpfen. Nur die Freier können dazu beitragen, dass solche Dramen verhindert werden. Wie bei jedem Geschäft, spielt der Umsatz die wichtigste Rolle. Wenn dem Angebot keine Nachfrage folgt, ist Dürre in den Zuhälter-Kassen angesagt. Die Folge: der Verkauf wird eingestellt. Dazu könnt ihr beitragen, liebe Freier. Ein Wort genügt, um ein Geschäft lahm zu legen. Mit Verlaub gesagt, ihr habt nicht die Eier, um solch einen Mut aufzubringen und immer wieder das gleiche Argument: „nein, ich habe nichts gesehen.“ Oder: „das Mädchen, mit der ich in das Bett ging, sah wie eine Zwanzigjährige aus. Ihr Alter stand ihr nicht auf der Nase geschrieben.“ Herr Berlusconi lässt grüßen, deshalb sollten die Kontrollen verschärft werden. Da aber die Papiere oft Fälschungen sind, werden die Fortschritte mühsam sein.

Was können wir tun?“, werdet ihr fragen. „Sollen wir jeden Besuch im Bordell unterlassen?“ Soweit werde ich nicht gehen. Viele von euch, liebe Freier, haben ein gestörtes, affektives Leben und brauchen Wärme. Teuer erkauft, für ein paar Minuten. Ihr solltet aber daran denken, dass die Frau, die ihr gemietet habt, meistens auch seelische Probleme hat. Es ist eine gegenseitige Begegnung, die oft von der Einsamkeit verursacht worden ist. Diese Schicksalsgemeinschaft sollte dazu dienlich sein, menschlich zu reagieren, nicht die Dirne in einer Fick-Maschine umzuwandeln. Leute, ihr habt es mit Menschen zu tun, das dürft ihr niemals vergessen. Nein, ich möchte euch euer Vergnügen nicht vermiesen, eher optimieren. Wenn ihr den Huren mit Menschlichkeit und Güte begegnet, werdet ihr dafür belohnt. Auch, wenn ich die Prostitution gerne verbannt sehen würde, weiß ich sehr genau, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist und von der Bestrafung der Freier, wie sie in Schweden praktiziert wird, halte ich nichts. Das ist Kosmetik! Wenn sie im Untergrund weiter bestehen bleibt, ist das viel schlimmer. Es bleibt mir nur die Möglichkeit, an euch zu appellieren und vergesst niemals, dass ihr es mit Menschen zu tun habt. In diesem Sinn!

//pm

Link zum Thema Prostitution:

http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution

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