Ostern ist für viele das älteste und wichtigste christliche Fest im Jahr, wichtiger noch als Weihnachten. Das wundert einen vielleicht, schließlich ist die Feier der Geburt Jesu für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Ostern ist deshalb als christliches Fest so bedeutsam, weil die Auferstehung Jesu nach dem Tod gefeiert wird. In der Bibel steht, dass Christus am Karfreitag gekreuzigt wurde. Nach zwei Tagen war der Stein vor seinem Grab zur Seite gerollt und die Grabkammer leer. Die Jünger wollten es zunächst nicht glauben, dass Jesus auferstanden war. Das Wunder seiner Auferstehung wird am Ostersonntag gefeiert.

Abgesehen von der religiösen Bedeutung ist Ostern ein Fest, mit dem der Frühling begrüßt wird. Nach einem grauen und kalten Winter freut man sich, dass es draußen wieder grünt und blüht. Seit Jahrtausenden feiern die Menschen den Beginn des Frühlings. Viele Bräuche – wie das Bemalen der Eier und der des Osterhasen – haben ihren Ursprung in alten heidnischen, vorchristlichen Traditionen. Das Ei ist ein Symbol für die Fruchtbarkeit und für neu erwachendes Leben. Schon vor etwa 5.000 Jahren verschenkten die Chinesen bunt bemalte Eier zum Frühlingsanfang. Nach einer anderen Variante soll der ungläubige Thomas auf Zypern behauptet haben, er glaube erst an die Auferstehung Christi, wenn eine Frau mit einem Korb voller bunter Eier an ihm vorbeilaufe. Das soll sodann geschehen sein. Eine weitere alte Legende erklärt das Färben der Eier so: Maria Magdalena soll dem römischen Kaiser von der Auferstehung Christi berichtet haben. Dieser habe jedoch ungläubig gemeint, Jesu sei ebenso wenig auferstanden, wie frisch gelegte Eier rot seien. Im selben Moment soll sich die Schale der vor ihm liegenden Eier rot gefärbt haben.

Wie auch immer: im christlichen Sinn ist das Ei ein Zeichen für die Auferstehung. Dass wir am Ostersonntag versteckte Eier suchen, soll wiederum auf die biblische Geschichte zurückgeführt werden können: Die Frauen, die das leere Grab Jesu entdeckt hatten, wussten nicht, wohin Christus gegangen war, und mussten ihn suchen.

Den Osterhasen hingegen gibt es erst seit etwa 300 Jahren. Eine Menge Erklärungen wollen beschreiben, wie der Nager seinen Weg in die Osternester gefunden hat. Auch er ist ein Fruchtbarkeitssymbol. Eine Häsin bekommt bis zu viermal im Jahr Junge. Ein anderer Erklärungsversuch bezieht sich darauf, dass die Tiere mit offenen Augen schlafen und damit Jesus symbolisierten, der über die Menschen wacht. Welche Geschichte auch immer zutreffen mag – der Hase ist aus Ostern nicht mehr wegzudenken.

Auch andere Religionen feiern im Frühjahr Feste. Das bekannteste ist das jüdische Pessachfest. Die Juden gedenken dabei des Auszugs ihrer Vorfahren aus Ägypten, der im Alten Testament beschrieben ist und die Israeliten von der Sklaverei befreite. Vierzig Jahre lang führte Moses sein Volk durch die Wüste, bis sie im Land Kanaan, dem heutigen Israel, ankamen und sich niederließen. Der Name „Pessach“ (hebräisch pésach; aramäisch פַּסְחָא pas-cha; griechisch Septuaginta und NT) πάσχα pás-cha; wörtlich „Vorüberschreiten“) erinnert an diese Geschichte.

Heute steht die Pessachfeier mit vielen Brauchtümern und Ritualen in Verbindung. So essen die Juden zu diesem Anlass nur ungesäuertes Brot, denn die Israeliten flohen laut der Bibel so eilig aus Ägypten, dass sie nur ungesäuerten Teig mitnehmen konnten. Aber ansonsten gibt es zu Pessach genug zu essen – es ist ein regelrechtes Festmahl für die Juden.

Für Kinder in Deutschland ist klar, wer die Eier und die Schokolade bringt: der Osterhase! In Schweden ist das anders: dort gibt es die „Påskkärring“ (die „Osterhexe“). Sie fliegt am Gründonnerstag zum Blocksberg hinauf und saust dann in der Nacht zum Ostersonntag zurück nach Hause. „Påskkärringar“ nennt man die Jungen und Mädchen, die verkleidet, als Hexen geschminkt, von Haus zu Haus ziehen und dort Süßigkeiten bekommen. Wie bei uns, ist in Schweden das Osterfeuer (Påskeld) sehr beliebt, welches man am Karsamstag entzündet. Das Feuer soll die Hexen abschrecken, die in der Nacht vom Blocksberg (Blåkulla) zurückkehren.

Soweit! Frohe Ostern!

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