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Liebe Petra,

während der großen Pest, wurde viel gefeiert, gesoffen, gevögelt, gefressen, um das Böse zu verjagen und das war die Illusion, dass sich somit die Epidemie ganz einfach besiegen lässt. Das war natürlich ein Trugbild, machte aber das Sterben erträglicher und vielleicht ist das unsere letzte Waffe, um gegen den islamischen Terrorismus Stand zu halten. Auch wenn es uns nicht danach ist, müssen wir beweisen, dass wir uns das Schöne am Leben nicht vermiesen lassen. Klar, wir dürfen uns nicht in unseren vier Wänden verschanzen, mit dem Glauben, dass wir uns somit retten können. Was in Brüssel, durch eine selbst inszenierte Schlamperei entstanden ist, ist eine Kapitulation. Man ließ die Islamisten jahrelang gewähren, eher aus Bequemlichkeit und jetzt hat man die Bescherung. Damit kann die IS einen riesigen Erfolg buchen und man sieht, was die Verbreitung der Angst anstellen kann. Wenn meine Knochen nicht streiken würden, würde ich jetzt tanzen, in Konzerte gehen und die Sau herauslassen. Zugegeben, die Lust fehlt mir ein wenig, aber mit Trübsal erfülle ich ausgerechnet, was sich die sehr gescheiten Strategen des Kalifats ausgedacht haben: Unsere so hochtechnisierte Gesellschaft lahm zu legen. Bravo, Ziel erreicht!

Positives Denken reicht aber nicht aus. Man sollte sich Gedanken machen, wie es dazu kommen konnte, dass junge Menschen, die aus unseren Ländern kommen, so verzweifelt sind, den Selbstmord hinzunehmen. Ja, das passiert in „unserem Land des Lächelns“, eher des Grinsens. Sich in die Luft jagen zu lassen kostet viel Überwindung und sie kann nur durch einen tiefen Frust und durch eine totale Ziellosigkeit entstehen. Junge Leute, die sich von unserem Wohlstand überrollt fühlen, entdecken irgendwann, dass der Tanz um das goldene Kalb, nur ein Betrug ist. Das nehmen perfide Prediger als Argument, um ihnen die Illusion zu vermitteln, dass endlich ihr Leben, durch den Glauben, wieder einen Sinn haben kann – je radikaler, desto besser. Auch sie sind Betrüger, weil es letztendlich nur um Moneten und Macht geht. Trotz der Grausamkeiten, die dadurch entstehen, müssen wir auch in unserem Stall ausmisten. Ja, wir tragen eine große Verantwortung zu diesen Umständen, weil wir nur den Konsum hoch loben, den Mensch an seinem Portemonnaie bemessen. Werte wurden weggefegt zu Gunsten der Habgier – alles dreht sich nur darum und ist für Heranwachsende eine bedenkliche Perspektive. Kein Wunder, dass diejenigen, die sich benachteiligt fühlen und sich geistig aufgegeben haben, Amok laufen. In diesen hoch destabilisierten Kreisen werden die „Soldaten“ rekrutiert. Es ist zu einfach den Fanatismus und die Manipulation als Hauptursache vorzuschieben. Nur ein bestimmter Typus Leute kommt dafür in Frage und leider sind es immer mehr, weil wir sie nicht auffangen wollen. In Frankreich oder in Brüssel sind eklatante Beispiele eines Mangels an Integration zu verzeichnen. Die meisten der Benachteiligten sind Landsleute, haben einen europäischen Pass und werden dennoch wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Wenn wir die Zukunft besser gestalten wollen, müssen wir diese Zustände ändern. Der erste Schritt wäre, die Bevölkerung mit Migrations-Hintergrund auf alle Quartiere einer Stadt zu verteilen und die Ghettos abzureißen. Dann muss es vermischte Schulklassen geben, die einen direkten Kontakt zu den Kids untereinander ermöglichen – um sich einfach kennenzulernen, um die Vorurteile und die Ausgrenzung effizient zu bekämpfen, denn nur so werden wir die Lage verbessern können. Das aber braucht mehrere Generationen und kann nicht den heutigen Terrorismus anhalten. Es ist eine Zeitfrage und in diesem Punkt ist der IS im Vorteil. Er wird alles tun, um zu beweisen, dass wir ausländerfeindlich sind. Wenn sich dadurch die Spannungen vermehren, kann es zu einem Bürgerkrieg kommen und es liegt an uns, dies zu vermeiden.

Eigentlich wollte ich einen “leichten“ Brief schreiben, aber das ist mir leider nicht gelungen. Verfolge ich somit das Ziel der Bärtigen? Vielleicht schon. Und wie wäre es, Karneval zu feiern, zu blödeln? Her mit dem Stoff, dass ich mich endlich in Stimmung versetzt!

In diesem Sinn, eine liebe Umarmung

 

Pierre

//pm

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