Liebe Antisemiten,Pierre Mathias

zuerst Gratulationen, es scheint für euch alles nach Wunsch zu gehen. In Ungarn haben eure Anhänger mehr als 20% bei der letzten Wahl eingebracht und auch in Frankreich bekommt die Front National Rückenwind. Die liebe Marine Le Pen hat daher den Gedanken erhoben, dass in den Schulkantinen wieder Schweinefleisch als Pflichtnahrung serviert wird und wer sich damit nicht abfindet, soll zum Teufel gehen. Damit meint sie alle, die aus religiösen Gründen, koscher sind. Dazu gehören auch die Muslime, auch wenn einige unter ihnen keine Judenfreunde sind. In ganz Europa wird angeheizt, die Intoleranz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Biedere Bürger sind der Ansicht, dass die Internationale der Juden, noch immer am Werk ist und das ihr einziges Ziel ist, uns alle in die Knie zu zwingen – das gleiche Gerede wie im „Stürmer“. Diese Dialektik hat sich kein bisschen geändert und wer denkt, dass die rassistische Diskriminierung vom Tisch ist, irrt sich gewaltig. Zuerst kommen die Worte, dann die Taten und Wörter können töten…

Nein, wir haben nichts gelernt. Von Griechenland bis Dänemark treiben sich die Neonazis um und sie verteilen auf Internet-Portalen ihr Gift. Da die Spitze des Eisbergs im Augenblick nur zu sehen ist, glaube viele gutmütige Bürger, dass es sich um eine winzige Minderheit handelt. Achtung! Vergessen wir nie, dass die NSDAP am Anfang nur sieben Mitglieder hatte und was dann daraus entstanden ist, brauche ich hier nicht zu wiederholen. Liebe Antisemiten, ihr habt sehr schnell den Geist der Zeit erkannt und habt euch die Feinde ausgesucht: die Juden. Da ihr wisst, dass es noch viele Rassisten gibt, bietet diese Glaubensgemeinschaft ideale Voraussetzung für den Hass. Das wissen auch die Politiker. Es ist daher für mich völlig unverständlich, dass Ungarn nicht gemahnt wird, die ethischen Regeln der EU zu respektieren. Der Kreuzzug gegen die Roma ist ein glatter Verstoß gegen unsere Werte und die Antwort sollte ein vorläufiger Ausschluss aus der Union sein.

Immer wieder treibt sich eine Menge von Weicheiern herum. Wie bei der Weimarer Republik wird taktiert. Diese Haltung kam Hitler zu Gute, der sich immer mehr etablierte. Das Zentrum und die zerstrittene Linke trugen einen Teil der Schuld der Machtübernahme. Diese Passivität ist heute überall wieder zu verspüren. Die Gefahren werden bewusst herunter geschraubt, in der Absicht, den Neonazis kein Forum zu bieten. Das ist, wie der NSU-Prozess es zeigt, die falsche Taktik. Die EU wäre gut beraten, endlich Stärke zu zeigen und sich nicht von solchen Elementen beeindrucken zu lassen. Der erste Schritt wäre Viktor Orbán, den ungarischen Premier, zu verpflichten, seine intoleranten Sprüche für sich zu behalten. Mit dem Bau eines Denkmals in Budapest, das an die Zeit der deutschen Besatzung erinnern soll, soll der Nationalismus angefeuert werden. Historiker und jüdische Verbände protestieren, aber niemand scheint sie zu hören. Fazit: wer den Antisemitismus zulässt, auch in einer milderen Form, propagiert Hass. Es ist noch Zeit, diese Entwicklung anzuhalten, aber es wird weiter gepennt!

//pm

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