Im Grunde ist Wasser ein erneuerbarer Rohstoff: Es fließt im globalen Kreislauf, in welchem es immer wieder gereinigt und aufbereitet wird.

Die absolute Wassermenge auf der Erde ist „ewig“ gleichbleibend. Es ist immer dasselbe Wasser, über das wir verfügen. Sollten die Saurier vor 65 Millionen Jahren über ihr Aussterben Tränen vergossen haben, dann nutzen wir heute dasselbe Wasser möglicherweise in unseren Capuccino-Tassen. Und das Wasser am See Genezareth, über das Jesus vor 2.000 Jahren wandelte, dient uns heute eventuell als Erfrischungsgetränk. In der Zwischenzeit kann es freilich Konrad Adenauer zum Zähneputzen gedient haben.

Der Wasserkreislauf wird aber vom Menschen gestört: Zum einen, indem langlebige Chemikalien in Gewässer eingeleitet werden, die von natürlichen Systemen nicht aufbereitet werden können; zum anderen, in dem mehr Wasser entnommen wird, als neu gebildet wird – dann sinken Grundwasserspiegel oder ganze Seen trocknen aus.

Wir brauchen schon seit langem eine Wasserethik: Der natürliche Wasserkreislauf wird als bester Schutz für den Rohstoff Wasser verstanden: Wenn wir auch in Zukunft ausreichend Wasser haben wollen, müssen wir den Wasserkreislauf mit Flüssen, Seen, Feuchtgebieten und Grundwasserspeichern schützen. Oder: Mit dem Strom der Natur schwimmen, statt gegen ihn (Fred Pearce, englischer Journalist).

Eine ausreichende Versorgung mit Wasser dürfte aber nach Ansicht von Experten (deutschlandfunk.de, 09.06.2021) auch in den kommenden Jahren möglich sein, trotz aller Warnsignale. Von einer allgemeinen Wasserknappheit kann man in Deutschland noch nicht sprechen, auch wegen der regionalen Unterschiede. Der Westen und der Norden des Landes sind weiterhin gut versorgt.

In den Regionen, die bereits Wasserprobleme haben, könnte sich die Situation allerdings weiter verschlechtern: Etwa in Brandenburg und Ostsachsen, ohnehin schon regenarme Regionen, wo das Wasser wegen sandiger Böden schneller versickert. Dort ist die Wasserknappheit zuletzt gestiegen. Aber auch in der Umgebung von Frankfurt sterben Wälder, weil dort sehr viel Grundwasser für die Wasserversorgung der Stadt abgepumpt wird. Überall dort, wo der Wasserverbrauch hoch ist, dürften auch die Regionen größer werden, die Versorgungsprobleme bekommen.

Wasser wird kostbarer als Gold; Wassernot ist die logische Folge des Klimawandels, den Angela Merkel „die Überlebensfrage der Menschheit“ (sonnenseite.com) nannte. Noch leiden wir in Mitteleuropa nicht an Durst – noch nicht! Aber in Afrika waren vor sieben Jahren bereits 15 Millionen Menschen auf der Flucht nach der nächsten Wasserstelle. Weltweit haben 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist nötig und möglich. Das langfristige Ziel internationaler Initiativen ist es, Zugang zu Wasser zu schaffen und gleichzeitig für ein effizientes Ressourcenmanagement zu sorgen, um die Wasserkrise zu bekämpfen. Mit dem integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM) wollen Staaten (reset.org) gewährleisten, dass oberirdische Gewässer, Grundwasserleiter und Küstengewässer nachhaltig bewirtschaftet und damit schonend genutzt werden.

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