Liebe Metzger,

Pierre Mathiasihr werdet mir sagen, dass ihr mit dem Thema, dass ich heute durchleuchte, nichts zu tun habt. „Wir schlachten nur Schweine, Ochsen, Lämmer aber keine Kinder!“ OK, das ist euer gutes Recht, dafür kommt ihr nicht in den Knast, weil es nur Tiere sind und sie haben, wie wir wissen, keine Seele. Ich könnte noch lange darüber debattieren, aber Thema verfehlt. Es geht mir alleine um die Euthanasie, denn vor einer Woche kam die Meldung aus Belgien, dass sie auch bei Kindern angewandt werden kann – das wurde im Parlament so beschlossen. Wutentbrannt habe ich sofort bei Facebook mein Entsetzen kundgegeben. Fehlanzeige! Keine Reaktion! Hätte ich über meinen herrlichen Schwanz referiert, hätte ich eine Inflation an Herzen bekommen. Nur nicht stören und nur nicht an Dingen rühren, die unsere ständige gute Laune beeinträchtigen könnten. Nein, immer Lächeln… scheißegal, ob Kinder mit Hilfe einer Todesspritze verrecken.

Immer wieder das Argument, dass leidende Kinder von ihren Schmerzen befreit werden sollen. Das klingt logisch in den Ländern in der die Euthanasie praktiziert wird, aber ich sage es ganz ehrlich: ich bin ein Gegner dieser Praxis. Ich habe Filme in Holland über diese Thematik gedreht und habe erlebt, wie schlimm es für den ausführenden Arzt ist, die Todesspritze zu geben. Es ist beklemmend und kein grünes Licht seitens des Gerichtes oder der Verwaltung kann diese Tatsache verändern. Ist die Aufgabe der Medizin nicht, das Leben zu erhalten? Ist das mit den ethischen Grundsätzen unserer Zivilisation im Einklang? Bei den Kindern kommt es zu einer Eskalation. Eine Hemmschwelle wird überschritten, die alle Exzesse zulässt. Es wird immer leichter, Menschen wegzurationalisieren, die stören, wie zum Beispiel die Geisteskranken. Wenn ich mir die Anmerkung erlaube, dass auch im tausendjährigen Reich solche Schlachtmethoden angewandt worden sind, bekomme ich als Antwort: „Im Gegensatz zu den damaligen Deutsche sind wir keine Nazis!“ Prost Neujahr! Was gibt es noch dazu zu sagen?

Lieber Metzger, nein, ich meine nicht euch, auch Vegetarier und Veganer können solche Gedanken verfolgen, aber hier geht es nicht um das Fleisch, es geht um die Grundsätze der Existenz. Die Frage in Belgien oder in Holland ist die folgende: ab wann kann man die Endlösung zulassen? Schon dieser Gedanke führt mich in Richtung Auschwitz. Ist es nicht denkbar, dass die Gedanken der Volkshygiene wieder Oberhand nehmen? Wie wäre es mit den Zigeunern oder mir den Flüchtlingen aus Afrika? Man könnte durchaus wieder die soziale Euthanasie einführen und damit jeden ermorden, der nicht ins Schema passt. Die Belgier werden mir sagen, dass sie keineswegs solche Gedanken verfolgen, aber wer kann die Hand dafür ins Feuer legen, dass immer demokratische Verhältnisse herrschen werden? Wenn im Gesetz die Euthanasie festgelegt ist, kann sie missbraucht werden und das erleben wir immer wieder rund um den Globus, aber wer hört schon auf mich?

//pm

Link zum Thema Euthanasie

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder-Euthanasie

 

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