1877 glaubte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli erstmals geradlinig verlaufende, sehr lange Vertiefungen auf dem Mars wahrzunehmen. Sie wurden alsbald als Marskanäle bekannt, zumal da der US-Astronom Percival Lowell (sueddeutsche.de) darüber spekulierte, dass in den Hunderte Kilometer langen Senken irgendwann einmal Wasser geflossen sein könnte, dass sie vielleicht sogar keinen natürlichen Ursprung haben könnten.

Wasser bedeutet Leben. Und der Mars ist ein Planet, fast wie die Erde, sichtbar für die Menschen. Also lag die populäre Schlusskette Wasser – Leben – (künstliche?) Kanäle nahe. Der Mythos vom Mars und den Marsmenschen war geboren. Die kleinen grünen Männchen vom Mars gehören zur Grundausstattung der globalisierten Populärkultur.

Geschafft! Es waren quälende sieben Minuten: Der Eintritt in die Marsatmosphäre nach sechsmonatigem Flug wurde durch die Sonde selbst kontrolliert – die Wissenschaftler unten auf der Erde konnten nur zusehen. Doch Perseverance machte ihrem Namen – Beharrlichkeit – alle Ehre und landete sicher auf dem roten Planten.

Im Zentrum der Mission steht die Entnahme von Proben. Die große Frage: Gab es jemals Leben auf dem Mars?

Der Ort der Landung war in diesem Zusammenhang gezielt gewählt: Der Jezero Krater war einst ein See (euronews.com), in dessen Wasser Leben hätte entstehen können. Drei Milliarden Jahre ist das her. Bis Perseverance seine Mission erfüllt hat, kann es Jahre dauern.

Das Leben auf dem Mars ist möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft keine Sciencefiction mehr, sondern vielmehr eine realisierbare Möglichkeit: Dieser Meinung ist auch die NASA, die seit geraumer Zeit die Möglichkeit menschlicher Ansiedlungen im Ökosystem des Mars untersucht und vor einiger Zeit eine Ausschreibung für den Entwurf virtueller Wohnhäuser (corradi.eu) veröffentlicht hat, die mit dem 3D-Drucker realisiert werden sollen. In einer Zukunft, die weit näher ist, als wir es uns vorstellen können, werden also Reisen von der Erde zum Mars die Tore für bis dato noch völlig unentdeckte Wohnszenarien öffnen, an denen Luft- und Raumfahrtingenieure, Architekten und Designer bereits heute arbeiten. 

In den letzten Jahren gab es rund 200.000 Menschen, die sich für eine Reise zum Mars beworben haben. Der Start ist für 2026 geplant. Das Besondere: Eine Rückkehr zur Erde ist nicht vorgesehen.

Denn die NASA hat ein neues, altes Ziel vor Augen: den Mond. 2023 sollen NASA-Astronauten in die Umlaufbahn des Mondes zurückkehren, Ende der 2020er sogar wieder auf ihm landen (haz.de, 27.09.2018)Eine Vorbereitung – ein Übungsplatz, wo wir uns auf zukünftige menschliche Missionen zum Mars vorbereiten werden. 

Wer die mit rund sieben Monaten veranschlagte Reise zum Erdnachbarn unternimmt, muss dort bleiben. Für den Rest seines Lebens.

Irgendwann in Zukunft sollen Menschen auf dem Mars landen.

Tatsächlich hat man bereits einige Entdeckungen gemacht, die darauf hindeuten, dass der Mars einst Leben hätte beherbergen können: Unter anderem wurden mehrfach Hinweise auf frühere Wasservorkommen entdeckt, was heißt, dass der Mars wohl ein lebensfreundlicher Planet war.

Außerdem haben Raumsonden Methanvorkommen in der Atmosphäre des Mars entdeckt – ein mögliches Indiz dafür, dass es auf dem Mars heute noch Leben gibt – oder geben könnte ...

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