Es ist noch nicht lange her, da scheiterte es bei unserer Armee an Unterhosen, Zelten und funktionierenden Gewehren. Dies unter anderem … Nun:

Seit zwanzig Jahren dürfen Frauen bei der Bundeswehr Dienst an der Waffe leisten, doch in der Sprache finden sie sich nicht wieder.

Im Verteidigungsministerium wird nun eine Änderung diskutiert.

Das Verteidigungsministerium betonte, generell sei die Gleichstellung von Frauen und Männern durchgängiges Leitprinzip“ (stern.de), die sprachliche Gleichbehandlung dabei eine von vielen Fragestellungen.

Die Einführung weiblicher Dienstränge bei der Bundeswehr ist längst überfällig. Das Verteidigungsministerium will innerhalb eines Jahres die weibliche Form bei Dienstgraden in der Bundeswehr einführen – etwa Feldwebelin, Bootsfrau oder Oberstleutnantin (welt.de).

Bislang wird den Dienstgraden die Anrede Frau vorangestellt. Künftig soll auch der Dienstgrad selbst in weiblicher Form existieren  – aus Frau Major würde dann Frau Majorin. Es gelten jedoch Ausnahmen. Die Planungen sähen vor, die Begriffe Hauptmann und Oberst nicht zu gendern“ (zeit.de). Es soll also keine Hauptfrau und keine Oberstin geben, sehr wohl aber eine Oberstleutnantin oder eine Brigadegeneralin.

Ein typisch deutsches Phänomen:

Das Verteidigungsministerium plant weibliche Dienstgradbezeichnungen. Als wenn die Truppe das am dringlichsten braucht. Und wie sich zeigt, wird im angeblichen Interesse von betroffenen Frauen gehandelt, die das selbst gar nicht wollen (welt.de).

Die deutsche Sprache unterscheidet detailgetreu nach Geschlechtern. Warum ist die Angleichung der Dienstgrade nicht schon längst vollzogen? Man hat offensichtlich keinen Bock, lenkt vom eigentlichen Problem ab: Frau Feldwebelin fehlt es an Ausrüstung (welt.de)! Viel Staub, das eigentliche Problem bleibt liegen …

Schon jetzt hält sich die Begeisterung in Grenzen. So liest man auf bei Instragram: Die Uniform kennt keine Hautfarbe oder Geschlecht, jeder ist gleich, jeder ist Kamerad. Sie vereint uns genauso wie der Dienstgrad, der für jeden der gleiche ist. Der einzige Unterschied ist das ‘Frau’ oder ‘Herr’ vor dem entsprechenden Dienstgrad. Die Bundeswehr lebt davon, dass wir Soldaten Kameradschaft und Einigkeit leben – zu jeder Zeit. Für mich haben gegenderte Dienstgrade nichts mit #Feminismus, #Emanzipation oder #Gleichbereichtigung zu tun! Im Gegenteil: Gleichberechtigung bedeutet für mich, dass der Dienstgrad nicht in Geschlechtern unterscheidet, sondern dass es um die gleichen Rechte und Pflichten geht“ (Wiebke Hönicke, Oberleutnant bei der Bundeswehr, zitiert bei rnd.de).

Der Streit um weibliche Dienstränge ist nicht ganz neu. Mehrmals in den vergangenen Jahren war die Frage im Wehrressort diskutiert worden, allerdings kam es nie zu einer Entscheidung.

Eine kleine Anekdote zum Schluss:

Ein häufiger Dienstgrad bei der Bundeswehr ist sogar ein weiblicher. Denn der Feldwebel ist eine Ableitung aus dem „Feldweibel“. Im Mittelalter waren es die Frauen, die sich um die Belange der Truppe kümmerten. Aus dem „Feldweibel“ wurde dann ein Feldwebel. In der Schweizer Armee gibt es den Dienstgrad Feldweibel nach wie vor – auch für die Männer (welt.de, 08.03.2019).

Tja, so ist das …

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