Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat Anfang der Woche den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama in Washington getroffen. Thunberg sei „eine der größten Verteidigerinnen unseres Planeten“, so Obama in einem Tweet.

Während Obama sich für ein entschiedeneres Eintreten gegen den Klimawandel ausspricht, äußert sein Amtsnachfolger Donald Trump immer wieder Zweifel daran, dass dieser vom Menschen verursacht werde. Thunberg hatte vor ihrer Reise in die Vereinigten Staaten in einem Interview gesagt, sie werde ihre Zeit nicht mit einem Treffen mit US-Präsident Trump „verschwenden“.

Vergangenen Freitag forderte Thunberg vor dem Weißen Haus in Washington mit mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen mehr Klimaschutz.

Am Montag wurden sie und die Protestbewegung Fridays For Future mit dem wichtigsten Preis von Amnesty International ausgezeichnet.

In einer Mitteilung Obamas heißt es, aus Thunbergs wöchentlichen Schulstreiks für Klimaschutz sei „eine weltweite Bewegung von Millionen junger Menschen“ geworden. „Das ist die Macht junger Menschen – sie haben keine Angst zu glauben, dass Veränderung möglich ist“ (tagesspiegel.de).

Thunberg begann im Sommer 2018 mit ihrem Schulstreik für den Klimaschutz. Seitdem verbreiteten sich die Freitags-Demonstrationen unter dem Namen „Fridays for Future“ in aller Welt. Die 16-jährige Schwedin kündigte Ende Mai an, ein Jahr mit der Schule auszusetzen und jetzt nach einem Jahr am Weltklimagipfel in New York teilzunehmen (welt.de).

Die schwedische Klima-Aktivistin hat im früheren US-Präsidenten Barack Obama einen Fan gefunden: „Du und ich, wir sind ein Team“, sagte Obama.

Greta Thunberg hält sich in den USA auf, die von ihr ausgelöste Fridays-For-Future-Bewegung ist aber längst weltweit zu spüren. Das zeigt auch ein globaler Klimastreik, der am Freitag für eine Woche beginnen soll. In mehr als 2.000 Städten in 129 Ländern wurden Aktionen angekündigt.

Auch in Deutschland beteiligen sich Menschen in Dutzenden von Städten. Insgesamt soll es dabei über 400 Aktionen geben. Forderungen sind hierzulande unter anderem ein schnellerer Kohleausstieg. Er soll laut den Demonstranten spätestens bis zum Jahr 2030 (augsburger-allgemeine.de) beendet sein.

Allgemein hat Greta in den USA eine andere Sicht aufs Klima als etwa in ihrer Heimat Schweden erlebt. In einer TV-Sendung sagte sie, dass der Klimawandel in Schweden als Tatsache behandelt werde, in den USA sei er eher eine „Glaubensfrage“.

Was sagt das über unsere Welt, dass Greta dabei ist, die UNO-Generalversammlung in die Liste der illustren Körperschaften einzutragen, vor denen sie im letzten Jahr gesprochen hat – nach dem Papst, dem World Economic Forum und dem Europäischen Parlament? Jetzt hat sie mit Ex-US-Präsident Obama gesprochen. „Ich will, dass ihr in Panik geratet“, sagte sie seinerzeit in Davos. „Ich will, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre“. Das ist nicht die Stimme der Wissenschaft. Es ist die Stimme der Anführerin einer Endzeit- und Erlösungsbewegung (nzz.ch, 03.09.2019).

Es ist nicht anzuraten, sich nicht auf einen wärmeren Planeten vorzubereiten. Denn in einer Hinsicht hat Greta recht: Die Chancen, dass die Regierungen der Welt machen, was sie verlangt, liegen praktisch bei null. Während der Westen Tugend signalisiert, werden China, Indien, Brasilien und andere mehr Wert auf Wachstum als auf eine Begrenzung von Emissionen legen. Unsere Erde wird wärmer werden!

IPCC-Bericht vom Oktober 2018, zu dem 91 Forscher aus 40 Ländern beitrugen: Um mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent die globale Erwärmung auf höchstens 1,5 Grad Celsius zu beschränken, dürfen wir noch maximal 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen – Stand: 1. Januar 2018.

Wie Greta Thunberg betonte, sind unsere jährlichen Emissionen seitdem aber nicht gefallen, sondern gestiegen, auf jährlich 42 Gigatonnen. Die Überschreitung der Grenze von 1,5 Grad Celsius wird bekanntlich sehr ernste Folgen für die Biosphäre haben, in Form von Wasserknappheit, Ernteeinbrüchen, Waldbränden, Meeresanstieg, Massenmigration. All das findet schon statt.

Vielleicht ist die 16-jährige Schwedin selbst noch zu optimistisch. Die große Unbekannte hier sind die Rückkopplungsprozesse, die durch die CO2-bedingte Erwärmung in Gang gesetzt werden.

Zwei Beispiele.

Durch die Eisschmelze in den Polargebieten wird immer weniger Sonnenenergie ins Weltall reflektiert; die Erderwärmung nimmt daher zu und somit auch die Eisschmelze. Ähnliches auch beim Auftauen des Permafrosts, das inzwischen eingesetzt hat. Nach neueren Schätzungen lagert im Permafrost doppelt so viel Kohlenstoff, wie CO2 in der gesamten Atmosphäre gebunden ist. Durch die Erwärmung könnten große Mengen des Permafrost-Kohlenstoffs in Form der Treibhausgase CO2 oder Methan freigesetzt werden.

Bei alledem: Wir müssen etwas tun! Nichtstun ist bequem, führt aber nicht weiter.

„We believe in fist bumping!“ (Barack Obama, vip.de), also Ghettofaust!

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