Am 6. Januar ist es wieder soweit: Epiphanias, Heilige Drei Könige. Was hat es damit auf sich?

In manchen Bundesländern startet die Schule deswegen – unabhängig jetzt von Corona – erst in der folgenden Woche.

Vielerorts dauert Weihnachten bis zum Dreikönigstag – oder zumindest fühlt es sich so an. Auch für die Weihnachtsbäume ist der 6. Januar eine Schonfrist. Die Bäume werden zu bestimmten Terminen nach dem Feiertag von der örtlichen Müllabfuhr abgeholt.

Aber was hat es mit dem Feiertag eigentlich auf sich? Wer sind die heiligen drei Könige?

In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Österreich und der Schweiz ist dieser Tag gar ein Feiertag.

Der Dreikönigstag benennt schon, was gefeiert wird: Die drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland, die nach dem Matthäusevangelium in der Bibel dem Stern nach Bethlehem folgten und das Christuskind aufsuchten. Diesem brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie heißen Caspar, Melchior und Balthasar.

Die Geschenke, wertvolle Schätze zu der Zeit:

Gold symbolisiert die Weisheit eines Königs,

Weihrauch gilt als Opfergabe und steht für das Gebet,

Myrrhe steht für Reinheit und Selbstbeherrschung.

Ein Blick in die Bibel offenbart Überraschendes: Die Heiligen Drei Könige haben in diesem einschlägigen Werk gar keine Namen. Und bei noch genauerer Lektüre fällt auf: Es ist weder von Dreien noch von Königen noch von Heiligen die Rede. Also alles Lug und Trug? Nicht ganz. Aber wer waren die Männer aus dem Morgenland wirklich?

Faktencheck: Im Matthäusevangelium werden die Figuren lediglich als „magoi“ bezeichnet, was aus dem Griechischen stammt und so viel wie „Magier“, „Weise“ oder „Sterndeuter“ heißt. Klar ist zumindest, dass diese Weisen dem Jesuskind drei Gaben bringen. Auf den genialen Einfall, dass es deshalb auch drei Personen gewesen sein müssen, kam erst der Theologe Origenes im 3. Jahrhundert nach Christus. Und zu Königen geadelt wurden die Weisen erst im 6. oder 7. Jahrhundert.

Die Namen kamen erst mit der Zeit auf. Bevor sich Caspar, Melchior und Balthasar einbürgerte, hießen sie Appelius, Amerius und Damascus (hebräisch) oder Larvandard, Hormisdas und Gushnasaph (syrisch) oder Tanisuram, Mika und Sisisba (äthiopisch).

Leider steht in der Bibel auch nirgends geschrieben, dass – wie heute allgemein angenommen wird – Caspar aus Afrika, Melchior aus Europa und Balthasar aus Asien stammt. Im Matthäusevangelium ist lediglich von Weisen „aus dem Osten“ die Rede, was eher auf das Persische Reich hindeutet. Erst im Spätmittelalter wurden die damals bekannten Erdteile und Kulturen auf die drei Könige gemünzt.

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