Liebe alte Knochen,

Pierre Mathiaswir sind immer wieder geneigt kluge Sprüche von uns zu geben und in der Regel stellen wir „die schreckliche Jugend“ an den Pranger. Das finde ich unter aller Kanone und wenn der Satz kommt: „Wie hatten mehr Anstand, wir waren fleißiger, hatten mehr Respekt zu den Alten“ bekomme ich die Krätze. Nein, unsere Kinder sind prima, ein wenig zu brav aus meiner Sicht. Mehr Pepp könnte nicht schaden um unsere verpennte Gesellschaft auf Trab zu bringen, aber was bieten wir ihnen an? Eine Gesellschaft, in der niemand mehr sicher sein kann. Noch nie war es so schwer eine Arbeit zu finden und wenn das gelingt, weiß niemand wie lange er beschäftigt werden kann. Jeder steht auf Messers Klinge und muss damit rechnen eines Tages zur Schar der Arbeitslosen zu gehören – manchmal auch der Penner, die nur noch in der Flasche nach Träumen suchen. Wer kann heute sagen, dass er bis zum Ruhestand beschäftigt wird? Wer kann sicher sein, dass er nicht in die Altersarmut gedrängt wird? Trotz diese wunderbaren Perspektiven, halten sie die Stange. Liebe alte Knochen, dem solltet ihr Rechnung tragen.

Und es kommt noch dicker: Wir haben unsere Umwelt derart versaut, dass das Überleben immer schwieriger wird und was tun wir? Wir bleiben auf unserem dicken Arsch sitzen und verzapfen eine Menge Banalitäten. Was wir unseren Kindern überlassen ist mehr oder weniger Schrott und wir sollten uns darüber schämen anstatt am Stammtisch nur sinnlose Tiraden los zu lassen und auch das Schulsystem ist menschlich gesehen eine Katastrophe – von der Gleichheit der Chancen kann keine Rede sein, sie ist ganz einfach platt gewalzt. Nur wer genügend Kohle besitzt kann für eine adäquate Förderung sorgen. Ich pisse im eigenen Stall, werdet ihr mir sagen? Das tue ich ganz bewusst, um etwas zu bewegen. Ich schaffe es leider nicht, weil die Kids zu angepasst sind. Sie haben sich daran gewöhnt alles schlucken zu müssen und verhalten sich dem entsprechend, anstatt auf die Barrikaden zu steigen, ducken sie sich und gerade dieses Verhalten gefällt den meisten. Mir nicht!

Ja, ich rufe zum Widerstand auf, denn das ist die einzige Art, etwas in Bewegung zu setzen, uns alte Ärsche zum Nachdenken zu zwingen. Aber wir haben die Jugend in eine Narkose versetzt, in dem wir ihnen ganze Zeit eine verhängnisvolle Zukunft prophezeien. Wenn ihr euch nicht ruhig verhaltet, wird es ernst für euch! Das ist reine Erpressung und damit kann nur Unsicherheit bestehen. Das ist mehr als bedenklich und besser wäre es, unsere Fehler einzugestehen, um Korrekturen vorzunehmen. Aber nein, den Mumm haben wir nicht dafür und wir ziehen es vor, wie eine Made im Speck zu leben. Nach uns die Sintflut, das ist unsere Methode, die Realität zu ignorieren und wenn wir es doch nicht schaffen, schimpfen wir über diese Generation, die nur das Materielle im Kopf hat. Das ist total ungerecht. Das Problem besteht darin, dass die meisten unter uns nicht bereit sind zu erkennen, dass sie auch eine Verantwortung tragen. Nein, es ist viel leichter zu meckern als Lösungen zu finden – das ist die Mentalität „eines verdienten Ruhestands.

//pm

Link zum Thema Generationsstreit:

http://de.wikipedia.org/wiki/Generation

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *